Libanesische Armee geht zusammen mit syrischer Armee und Hisbollah gegen ISIS und Al Kaida in West-Qalamoun vor

Der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri hat vor drei Tagen erklärt, dass die libanesische Armee eine Operation gegen Extremisten im Umland von Arsal starten werde. Diese Operation gegen als Flüchtlinge posierende ISIS- und Al-Kaida-Terroristen im syrisch-libanesischen Grenzgebiet in West-Qalamoun ist nun angelaufen.

Eine Karte zeigt das Gebiet, um das es geht, und auch, dass Al Kaida eher im Südwesten des Gebietes herrscht, während ISIS im Norden und Osten des grenzüberschreitenden Gebietes herrscht.

Eine wichtige Besonderheit dieser Operation gegen ISIS und Al Kaida liegt darin, dass die libanesische Armee dabei eng mit der Widerstandsgruppe Hisbollah und der syrischen Armee kooperiert.

Das ist alles andere als selbstverständlich, denn der libanesische Regierungschef Hariri hat im Libanon seit Jahrzehnten eine Rolle als saudische Proxy-Kraft. Und sie haben als solche von Saudi Arabien unterstützte Takfiri-Terroristen in Arsal und Umgebung regelmäßig politisch beschützt und gegen Hisbollah instrumentalisiert. Und nun setzen also der von Saudi Arabien unterstützte Regierungschef und seine Mustaqbal-Partei die Armee Seite an Seite mit Hisbollah gegen die saudischen Proxy-Terroristen in Qalamoun ein.

Dass dem kein saudisches Einverständnis zugrunde liegt, sondern sich Saad Hariri und seine Mustaqbal-Partei über den Willen ihrer langjährigen saudischen Sponsoren hinwegsetzen, zeigen die regelrecht wütenden Artikel in den staatsnahen saudischen Medien dazu. So wie es aussieht, kommen dem saudischen Herrscherhaus gerade ihre Proxy-Kräfte im Libanon abhanden.

Was den Erfolg der militärischen Operation gegen ISIS und Al Kaida in West-Qalamoun angeht, darf man getrost davon ausgehen, dass Hisbollah den Terroristen eine schwere Niederlage beibringen wird.

Darauf, diesem Terroristennest direkt vor der eigenen Haustür ein Ende bereiten zu können, hat Hisbollah nämlich schon lange gewartet. Möglichereise werden die Terroristen schon sehr bald das großzügige Angebot der syrischen Regierung annehmen, sich in Schande in ein von ihren Kameraden beherrschtes Gebiet in Syrien, wie etwa Idlib, evakuieren zu lassen, was sie bislang stets abgelehnt haben, um weiter als zionistisch-wahhabitischer Druckpunkt gegen den Libanon wirken zu können.

Nachtrag 17:00h: Es geht für Hisbollah und Partner im Umland von Arsal rapide voran:

Und Hussein Murtada meldet, dass gerade ein rund 100 Mann starke Terrorgruppe Hisbollah gegenüber ihre Bereitschaft zur Kapitulation erklärt hat.

Nachtrag 02:00h Samstag: Zu den Erfolgen der libanesischen Armee und Hisbollah am ersten Tag ihrer Offensive in West-Qalamoun gibt es nun eine Karte – die eingenommenen Punkte in gelb, Al-Kaida-Gebiet (Nusra) in blau – ISIS in schwarz:

Im Moment geht’s also nur gegen Al Kaida, ISIS kommt erst danach dran.

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44 Gedanken zu “Libanesische Armee geht zusammen mit syrischer Armee und Hisbollah gegen ISIS und Al Kaida in West-Qalamoun vor

    1. andreas

      ich höre immer wieder, dass es da um etwa 15.000 Personen geht. Aber, wenn ich das recht verstehe, dann schließt die Zahl von 15.000 auch Zivilisten mit ein, Frauen, Kinder und Nicht-Kämpfer. Grob geschätzt würde ich mal schätzen, dass ein Drittel der gesamten Personengruppe Kämpfer sind, was dann so etwa auf 5000 Terroristen hinausliefe.

  1. Die Wirkungsweise, der Russischen Waffen, hat wohl so ein überragendes Überzeugungspotential, das der Libanon, sich einen neuen Schutzherren gesucht hat, denn der alte, US Imperium, hat ja deutlich Abgewrackt. Willkommen, bei der Achse des Widerstands.

    1. Felix

      Nee, der Libanon stand schon lange unter dem Schutz von Hisbollah. Was neu ist, ist, dass nach vielen pro-westlichen Christen, die Hisbollah dafür gelobt haben, den Libanon und die Christen davor bewahrt zu haben, vom Takfiri-Terror überrannt und ausgelöscht zu werden, nun auch die bislang von Saudi Arabien unterstützten innenpolitischen Rivalen von Hisbollah, namentlich die bisherigen Takfiri-Unterstützer Hariri und Mustaqbal, jetzt gemeinsam mit Hisbollah gegen den Takfiri-Terror vorgehen.

      Hisbollah wäre schon seit Jahren liebend gern entscheidend gegen die Takfiri-Terroristen in und um Arsal vorgegangen, ist aber immer davor zurückgeschreckt, damit es nicht heißt, schiitische Hisbollah massakriert Sunniten und entfesselt damit schiitisch-sunnitischen Konfessionskrieg im Libanon. Nun, wo der sunnitische MP Hariri die überkonfessionelle libanesische Armee gegen die Takfiris schickt, und die libanesische Armee sich bei dieser sie ansonsten vermutlich überfordernden Aufgabe gern von der kampfstarken Hisbollah helfen lässt, liegt der Fall natürlich ganz anders, da besteht nicht die Gefahr, dass das als schiitischer Religionskrieg gegen Sunniten dargestellt wird.

      Was nun ganz Klasse wäre, wäre, wenn die bislang den Saudis zugeneigten sunnitischen Fraktionen im Libanon ähnlich wie die pro-europäischen Christen, wo zunächst Michel Aoun und seine Leute kamen und dann in den letzten Jahren immer mehr christliche Fraktionen, nun auch ins Lager der Achse des Widerstands wechseln würden. Das ist zwar für den Moment wahrscheinlich zuviel erwartet, aber schauen wir mal, was die Zukunft bringt.

  2. Unterdessen in Ayn Issa, nördlich Raqqas:

    „Am Donnerstag trat der Raqqa-Zivilrat mit Beamten des US-Außenministeriums in der Stadt Ayn Issa in der nördlichen Raqqa-Landschaft zusammen.

    Nach kurdischen Quellen, das Treffen wurde von Alex Starr aus dem US Department of State und Marvie McCloy, ein Sprengstoff-Experte besucht.

    Ein US-Außenministerium Delegation in #Syria , Treffen mit Beamten aus #Raqqa Civil Council zu rekonstruieren und Minenräum pic.twitter.com/BTv6kEPI4M sprechen

    – EndiZentarmi ✌ (@EndiZentarmi) 20. Juli 2017

    Nach einer Erklärung des Raqqa Civil Council, diskutierten die beiden Seiten den Wiederaufbau der Stadt einschließlich Brücken und Straßen, und die Wiederherstellung der öffentlichen Dienstleistungen wie Wasser und Strom in Raqqa.

    Omar Alloush, einer der Berater des Rates, sagte zu arabischen 24 News-Website:

    „Die Delegation ist spezialisiert auf die Minenräumung der Stadt Raqqa und die Erleichterung. Wir begrüßten sie als ihren Besuch in Raqqa Rat ist eine Anerkennung des Rates, die die Leute von Raqqa darstellt, durch das US-Außenministerium. Und sie sind abhängig von den Bemühungen des Konzils, die die Angelegenheiten von Raqqa nach der Befreiung auch verwalten werden. “

    Einige Experten glauben auch, dass der US-Delegationsbesuch als halbamtliche Anerkennung des Raqqa Civil Council von den Vereinigten Staaten angesehen werden kann.

    „Wir wollen die Fähigkeit des Bürgers kennen, Sprengstoffe loszuwerden. Dies ist, was wir zuerst bearbeiten werden „, sagte Marvie McCloy der arabischen 24-TV-Medien-Steckdose und fügte hinzu:“ Wir müssen Informationen von Beamten in Raqqa sammeln. Wir haben nur begrenzte Unterstützung und wir müssen vorsichtig sein, mit Minen umzugehen, und wir sind hier, um zusammen zu koordinieren. “

    Es ist erwähnenswert, dass der Rat unter großer Kritik von der syrischen Regierung und der syrischen Opposition, wie sie von kurdischen Parteien gebildet wurde, und schließt einen großen Prozentsatz der Kurden ein, die als ein sehr kleiner Teil der Gemeinschaft von Raqqa betrachtet werden. Viele beschreiben den Rat als nur ein Werkzeug des kurdischen Einflusses in Raqqa. “

    Googleübersetzung:

    https://southfront.org/meeting-us-officials-raqqa-city-civil-council/

    Das als Ergänzung zum Thema „Die USA eine Staat des Friedens und des Rechtes“

    Besonders möchte ich auf die Diskussionsbeiträge zum Artikel aufmerksam machen:

    „….Die US-Interessen sollen eine sichere Intelligenz und Logistik-Hub (Tabqa Air Base) für einen endlosen, verdeckten Regime-Change-Krieg innerhalb Syriens haben, mit einem sekundären Ziel, Syriens Wasser / Elektrizität-Geisel zu halten, um sowohl die lokalen Kurden als auch die Oppositions-Araber zu behalten gehorsam. Dies wird natürlich Raqqa zu einem Ziel für jeden verstopften Ex-ISIS / Nusra-Auto-Bomber in Syrien machen. Die USA werden sich in gut befestigten Verbindungen oder der Luftbasis verstecken, während die Zivilisten von Raqqa (Kurd und Arab) als menschliche VBIED-Schilde und Ziele dienen werden….“

    schreibt Pave Weg IV. Ebenda.

    Hört, Hört!

    Es läuft mit der Teilung planmäßig….

    Grüße
    PAule

    1. MAK

      Ich weiß schlicht nicht, wo die syrischen Truppen im Süden und Osten von Raqqa stehen. Gestern gab es auch schon eine seltsame Meldung vom syrischen Verteidigungsministerium, wonach südöstlich von Resafa vier Dörfer (oder Bohrlöcher mit Wohncontainer) eingenommen worden sein sollen.

      http://mod.gov.sy/index.php?node=5642&nid=21921&First=0&Last=8426&CurrentPage=0&FD=&TD=&&ctr=655

      Ich habe allerdings niemanden gesehen, der auf einer Karte lokalisieren konnte, wo die vier Örtlichkeiten genau liegen. Einen der dort genannten Orte – Mahadan – gibt es am Euphrat, direkt an der Provinzgrenze nach Deir Ezzor, also rund 50 Kilometer von den bekannten Positionen der syrischen Armee entfernt. Ist dieser Ort im Statement des syrischen MOD gemeint, oder gibt es noch irgendwo ein kleines Kaff, das genauso heißt? Ich weiß es nicht, und auch sonst scheint das niemand zu wissen.

      Eine mögliche Erklärung für die Einnahme von Positionen am Euphrat durch die syrische Armee wäre aus meiner Sicht, dass es sich dabei um lokale Aufstände von Stammeskräften gegen ISIS handelt, und die Ortschaften, zumal wenn es da sowieso keine ISIS-Kämpfer gibt, einfach für befreit erklärt werden. So etwas würde erklären, wieso plötzlich Ortschaften, die Dutzende Kilometer von der bekannten Front entfernt sind, für befreit oder eingenommen erklärt werden. Und bekanntlich kämpft die syrische Armee in der Gegend ja schließlich auch gemeinsam mit lokalen Stammeskämpfern gegen ISIS. Aber ob meine Erklärung wirklich zutreffend ist, weiß ich nicht.

      Eine andere Erklärung wäre, dass das einfach Propganda ist, um ISIS zu verwirren. Aber möglicherweise ist die syrische Armee mit Vorhuten in der nahezu unbewohnten Wüstengegend auch einfach schon viel weiter als öffentlich bekannt. Heute da, und morgen 30 Kilometer weiter und übermorgen wieder 20 Kilometer woanders. In der Wüste ist sowas möglich. Wer kann das schon genau wissen? Aus der Wüste gibt es einfach keine zuverlässigen Berichte.

      1. Vielen Dank für die rasche Antwort.

        Gerade die Theorie mit der „Vorhut der syrischen Armee“ erscheint mir am plausibelsten. Die Tigers arbeit ja bereits mit lokalen Stammeskräften zusammen. Gut möglich, das man diese voranschickt (Evt. sogar mit Begelitung) um die Stellungen des IS auszukundschaften sowie die Stimmung in den jeweiligen Dorfbevölkerungen zu erfassen. Dies hätte den Vorteil, dass diese bereits mit der SAA verbundenen Stammeskräfte nicht weiter auffallen, da sie sowohl die Geografie als auch die lokalen Dialekte kennen. Die können sich viel freier bewegen als es Militäraufklärer könnten.

        Sollte man tatsächlich über den Euphrat setzen wollen, um Deir Ezzor von hinten anzugehen,würden diese Entwicklungen durchaus Sinn ergeben. Ein übersetzen dürfte im Bereich des Kulayb Hammah Plateau am wahrscheinlichsten sein, da man dort diverse Topograpfische Vorteile nutzen könnte.

      2. Der Vorstoß zur Grenze zum Irak und später Richtung T2 kam ja auch sehr plötzlich, mit noch größeren Distanzen.

        Andererseits melden ISIS‘ Nachrichtenportale jeden abgeschossenen Rasenmäher in epischer Breite, also wenn es Kämpfe gibt, sollte es eigentlich auch Meldungen geben.

        Wenn bisher nur Wüste und unbedeutende Stellungen auch über größere Flächen eingenommen wurden, dann kann das passen; hoffentlich.

      3. Eine andere Erklärung wäre (SyrPer), dass es dort einen Informations-blackout gibt und die Armee schon sehr viel weiter ist.

      4. MAK

        Ich würde bei der Überquerung des Euphrat durch SAA und Partner von einer anderen Variante ausgehen, nämlich, dass sie möglicherweise aus den SDF-Gebieten kommend auf das bislang von ISIS gehaltene südwestliche Ufer des Euphrat übersetzen.

        Es würde mich schwer wundern, wenn die „Stammeskämpfer“ am Euphrat, die es da sowohl auf Seiten der SDF als auch auf Seiten der SAA gibt, nicht wenigstens punktuell zusammenarbeiten, um ihre Heimatorte auf beiden Seiten des Euphrats von ISIS zu befreien. Wieso sollten Leute aus befreundeten Stämmen von beiden Ufern des Euphrats auch nicht zusammenarbeiten? Ich könnte wetten, die Situation sah da vor dem Krieg etwa so aus: eine Tochter aus dem einen Stamm heiratet einen Sohn aus dem anderen Stamm, der Cousin des einen die Cousine des anderen, und zu Familienfesten und Feiern besuchte man sich gegenseitig. Man kam gut miteinander aus und ist verwandt und verschwägert auf beiden Ufern, nicht überall, aber doch oft genug.

        Und die sollen nun nicht miteinander können, weil die einen jetzt mit US-Unterstützung und die anderen mit russischer Unterstützung gegen ISIS kämpfen und zufällig auf unterschiedlichen Seiten der von den USA und Russland vereinbarten Trennlinie Euphrat gelandet sind? Kurzum, ich vermute, anstelle eines geopolitischen Wettrennens gibt es da eine Menge lokaler Kooperation. Und ich halte es für durchaus vorstellbar, dass eine solche Kooperation sowohl von den USA als auch von Russland gern gesehen wird, solange sie dem Ziel, ISIS zu besiegen, dienlich ist.

        So würde es mich nichtmal besonders wundern, wenn es in Kürze die Nachricht gäbe, dass sich plötzlich reihenweise Ortschaften am Euphrat selbst von ISIS befreit haben.

      5. @PB

        Es ging mir um die topographischen Voraussetzungen zur Übersetzung von schwerem Gerät. Das bedingt eine Ausreichend tragfähige und breite Zufahrt zu einer zu erstellenden „Notbrücke“. Das ist dem von mir genannten Bereich der Fall.
        Zusätzlichist der Euphrat an dieser Stelle ausgesprochen schmal, was der Aufwand und Betrieb einer Notbrücke massiv vereinfacht. Da um das Plateau sowas wie eine Ringstrasse verläuft, wirkt sich auf die gesamte Logistik sowohl für die Erstellung als auch für den Betrieb (Zu- und Wegfahrten) ausgesprochen günstig aus.

        Das sind die Punkte, die aus meiner Sicht, für eine Überquerungdes Euphrats an dieser Stelle sprechen.

        Schon mal einer Erstellung einer der vielen Varianten von Ponton- und/oder Schwimmbrücken beigewohnt? Das Problem ist nie die Brücke als solches, sondern immer die Breit und Belastbarkeit der Zu- und Wegfahrten. 8-10m Breite sind das Minimum.

  3. Also die Hisbollah dürfte die inzwischen bestbewaffnete und vor allem bestausgebildete nicht Regierungsarmee in der Region sein. Nicht einmal die Türken wollten sie in Ihrer Nähe haben (Al Bab). In Syrien wird sie langfristig immer weniger benötigt, damit wird sie sich wohl in ihre eigentliche Heimat zurück ziehen. Damit kann sich wohl ein Politiker wohl eher nicht gegen Sie stellen,
    Selbst alle Versuche sie in Syrien in einem schlechten Ruf zu bringen sind wohl gescheitert. das ist wohl in der Region einmalig.

    Zu SAA in Raqqa: Südlich von Raqqa gab es keine verlässliche Nachrichten schon seit Wochen, wo wer steht, wieso sollte sich das jetzt ändern?

  4. Da stellt sich die Frage nach der Rolle Frankreichs. Schliesslich ist der Libanon der Satellit Frankreichs. Christen aus Arsal erzählen mir schon seit langer Zeit, dass Christen auf der Seite der Hisbolla kämpfen. Darunter auch Anhänger von Aoun. Sogar die „gemässigten“ Sunniten haben sofort gemeinsame Sache mit dem IS gemacht, als Arsal angegriffen wurde. Die shiitischen Hisbolla haben schon damals auch die Christen verteidigt und mit ihnen zusammen gekämpft. In der Gegend von Arsal ist ein ganzes Nest tüchtiger christlicher Reservisten. Auch ganz abgesehen davon haben Christen und libanesische Schiiten in dieser Gegend ein gutes Verhältnis. Das ist keine Neuigkeit. Der einzige Bremser war bisher nur Frankreich.

    1. Der Hizbullah hat in der gesamten Region unter den arabisch-sprechenden Massen nur einen Feind:
      Sunniten, die aus dem Stall der Al Qaida/ISIS kommen (ich mache hier keinen Unterschied).
      Wahabi-Salafisten, deren Unterstützer in den letzten Dekaden in den GCC-Staaten zu verorten sind, bilden die einzige feindselige Gruppierung im Nahen Osten.
      Christen, Schiiten, Alawiten, sekulare Kräfte, auch sunnitische, haben immer mehr Zugang zum Hizb gefunden, sei es als Sympathisanten oder als aktives Mitglied. In sofern sind in dieser Causa die „Frontlinien“ mal sehr klar und scharf umrissen, vergleicht man all` den übrigen Firlefanz und die teils hanebüchenen Zweckbündnisse miteinander.

      Die Zuordnung der fremdländischen Gegner des Hizbs kann man dann sehr einfach und sicher entlang dieser Regel treffen:
      Alle – in welcher Form auch immer – mit Al Qaida/IS verbandelte Kräfte, sind „Hizbophob“. Dazu gehören also alle Kräfte der sog. „Freunde Syriens“. Israel wiederum nimmt eine Sonderstellung ein, war doch dem zionistische Regime die libanesische Widerstandsgruppe per se schon immer ein tiefer Dorn im Fleisch. Jetzt, und entgegen aller Pläne, muss Tel Aviv auch noch mitansehen, wie anstatt der Pulverisierung des Widerstandes an seinen Grenzen, dieser sich offensichtlich zum großen Gewinner aufzuschwingen droht… „niemals dürfen Assad und der Iran diese Krise als Sieger überstehen“ (Netanjahu, 2013). Genau das ist passiert!

  5. ich weiß, es passt hier nicht zum derzeitigen Thema, dennoch möchte ich auf diese Ungeheuerlichkeit des Bayrischen Landtags aufmerksam machen, nach dem sogenannte „Gefährder“ unbegrenzt in Haft genommen werden können, das Gesetz wurde am Mittwoch verabschiedet….sozusagen ganz nach
    Guantanamo-Art

    Bayern führt zeitlich unbegrenzten Gewahrsam für Gefährder ein

    1. Wieso Ungeheuerlichkeit? Zeit wird es dass endlich gegen Terroristen und ihre Vorstufen hart vorgegangen wird.

      1. ganz offensichtlich haben Sie den Inhalt dieses Artikel nicht verstanden oder nicht gelesen.

        dieses Gesetz gibt die Möglichkeit gegen jeden mißliebigen vorzugehen, und ihn auf unbegrenzte Zeit
        zu inhaftieren; es ist ein bißchen kurzsichtig sich einzubilden, hier träfe es ausschließlich die „Bösewichte“; hier wird Bösewicht der sein, den die Polizei dazu bestimmt, das ist pure Willkür; Sie werden doch nicht so naiv sein zu glauben es ginge nur gegen die bösen Terroristen?
        Hier kann man jedem Kritiker etwas anhängen, ohne Verhandlung, ohne Gericht; wenn Sie das
        Ausmaß dieses Gesetzes nicht erkennen, dann ist das ziehmlich traurig

      2. @Anna Kheir

        Hier in dem Land brauch es noch viel Aufklärung. Wenn es nicht schon zu spät ist. Viele verstehen einfach nicht was hier abgeht und jubeln auch noch darüber.

        Ich frage mich manchmal wo das noch Enden soll.

      3. Gefährder werden nicht umsonst so eingestuft, da gehen akribische Ermittlungen voraus.

      4. Bayern hatte schon vorher die längste Zeit, in welcher einem die Polizei festhalten konnte, ohne einem Haftrichter vorgeführt zu werden. Nach meinem Wissen ist diese Frist 24 bzw. 48 Stunden in allen anderen Bundesländern der BRD. Seit der WAA in Wackersdorf hatte Bayern dies auf 2 Wochen verlängert. Es geht hier um jene Personen, welche von ihrem Versammlungsrecht gebrauch machen wollen – nicht um Bankräuber. Diese Kurzstrafen waren historisch für z. B. betrunkene Schläger gedacht, welche man einfach ihren Rausch ausschlafen gelassen hat.

        Es liegt im Auge des Betrachters, ob die Standardmethoden der Polizei Folter sind bzw. die Menschenwürde zuwider laufen. Wer möchte sich schon vor der Polizei ausziehen und in allen Körperhöhlen sich nach möglichen versteckten Gegenständen durchsuchen lassen. Diese Methode nach jedem Gespräch mit dem Anwalt, beim verlegen von einer Gefangenenstelle in eine andere bzw. zum Gericht. Klar, macht die Polizei nicht mit allen festgehaltenen Personen. Aber mit den Hassobjekten von ihnen wo die politische Rückendeckung vor liegt.

        Die Polizei möchte einschüchtern. Einige lassen sich einschüchtern. Andere antworten mit Gewalt. Dritte versuchen selbst an die Macht zu kommen. Umgekehrt klammern sich aus diesem Grund auch die jeweils Mächtigen auch derart an die Macht. Sie haben die Angst, ihre Gegener würden gegen sie selbst nur die Hälfte jener Methoden einsetzen, welche sie heute zu ihrem Machterhalt verwenden. Es wird zwar noch einiges Dauern, bis die Mehrheit der Richter im Bundesgerichtshof ausgetauscht sind. Doch dann wird ohne zweifel ein Verbotsantrag gegen die Partei CDU erfolgen. Diese Partei hat so viele verfassungsfeindliche Gesetzt schon im Bundestag erlassen gehabt welche alle noch von Verfassungsgerichten aufgehoben wurden. Dies ist alles besten dokumentiert.

        Dann wird es auch einen anderen Innenminister geben, welcher sich die Personalakten von heutigen Polizisten durchschauen wird. Regime Change kann es auch in den Satellitenstaaten der VSTvA geben.

      5. Bohnennase

        „Gefährder werden nicht umsonst so eingestuft, da gehen akribische Ermittlungen voraus.“

        Diesen Satz möchte ich für die Auszeichnung „Witz des Jahres“ nominieren, gerade wegen des Bezugs zu Bayern.

        Ich sage nur: Gustl Mollath.

        Gefährder sind für Bayern natürlich alle Menschen, gleich ob Linke, Sozen, AfDler oder sonstige, die eine Gefahr für die Herrschaft der CSU bedeuten, etwa weil von ihnen die Gefahr ausgeht, dass sie die Kriminalität der CSU aufdecken könnten. Und da die CSU und ihre Amigos in Bayern auch bestimmen, wer da Richter und wer leitender Polizist wird, sind die „akribischen Ermittlungen“ und der Richervorbehalt zum Einsperren Unschuldiger da geradezu ein schlechter Scherz.

  6. Der Iran ist das einzige Land in dieser Region, dass zielgerichtet vorgeht und das seit 38 Jahren. Es wird aber wahrscheinlich nicht wie unter Dareios. Es wurde schon über eine schiitische Armee berichtet und wenn man die ganzen Verbündeten dazuzählt wird es interessant. Vorallem gibt es überall Gläubige die Ali (Friede sei mit Ihm) verehren. Technologisch machen sie auch Fortschritte. Wenn Saudi Arabien fällt, dann entsteht ein schiitisches Imperium. Provinz I Iran, Provinz II Irak, Provinz III Syrien usw.. Das nenne ich Dekolonialisierung.

    1. GFM

      Schiitisches Imperium? Was für ein sektierischer Quark. Immer mehr Leute haben das US-Empire und ihre grotesken Statthalter in Israel und Saudi Arabien satt, und suchen sich dabei Hilfe, wo sie sie finden, das ist es, was passiert.

    2. Sehr geehrte/r GFM, alleine schon die Verteilung 90% Sunni und 10% Schiia, führt ein Schiitisches Imperium ab absurdum und außerdem entspricht es auch nicht dem Willen des Revolutionsführer Ali Khamenei , nicht Umsonst, unternimmt er, seit Jahrzehnten, Große und Geduldige Anstrengung, um die Umma zu Versöhnen und wieder zu Vereinen.
      Ausschnitt aus der Rede, von Ayatollah Ali Khamenei

      *** Iran hat nicht zum Ziel, den iranische oder schiitischen Standpunkt unter den Muslimen zu verbreiten. Iran verfolgt den Weg der Verteidigung von Qur´an und Sunnah sowie der Belebung der islamischen Ummah. Die Islamische Revolution ist überzeugt, dass die Hilfe für die Kämpfer der Ahl al- Sunnah in den Organisationen „Hamas“ und „Dschihad“ und den schiitischen Kämpfern der Hezbollah und Amal eine religionsrechtliche Verpflichtung und eine göttliche Auferlegung ist ohne Unterscheidung zwischen diesen und jenen. Und die Regierung des Iran verkündet mit lauter, entschiedener Stimme, dass sie fest an das Aufbegehren der Völker glaubt , nicht an den Terror, an die Einheit der Muslime, nicht an Übermannung und gegenseitige konfessionelle Streiterei, an die islamische Brüderlichkeit, nicht an völkische und rassistische Überheblichkeit, an die islamische Anstrengung (Dschihad), nicht an Schroffheit gegeneinander, und sie hat sich dazu verpflichtet, so Allah will.

      Wassalamu alaikum wa rahmatullahi wa barakatuh – und der Friede sei mit euch, und die Barmherzigkeit und Segnungen Allahs.

  7. Der ist bestimmt kein übereifriger SAA-Fanboy.

    Es liegt nahe, dass die diversen Gerüchte stimmen (Dalhah selber vielleicht nicht direkt, aber in der Nähe dürften sie sicher sein), und die Dementi Teil der Nachrichtensperre sind.

    Da es keine Jubelmeldungen der ISIS-Seiten gibt, dürfte es auch keine größeren Kämpfe geben

    1. andreas

      Sollte es stimmen, dass die syrische Armee Sabkhawi hat, gäbe es dabei noch eine wichtige Nachricht dahinter.

      In Sabkhawi sitzt ein in der ganzen Region einflussreicher Stamm. Wenn die syrische Armee den Hauptsitz des Stammes ohne größere Kämpfe eingenommen hat – und zu hören war da nichts von Kämpfen – dann bedeutet das, dass einer der einflussreichsten Stämme der Region von ISIS zur SAA übergelaufen ist, und damit sehr wahrscheinlich auch die ganzen anderen Orte der Region, wo dieser Stamm dominant ist.

      Ich halte das für ein sehr plausibles Szenario. Vielversprechende und erfolgreiche Verhandlungen mit wichtigen Stammesstrukturen würden erklären, warum da seit Tagen nichts mehr von einem militärischen Vormarsch der Tiger zu hören ist. Und dass solche Verhandlungen erfolgreich sein können, kann ich mir auch sehr gut vorstellen.

      Die syrische Armee hat da folgende Angebote zur Wahl: a) Rückkehr zum syrischen Staat unter Ausnutzung der präsidentiellen Amnestieregeln oder b) Eliminierung durch die Tiger.

      Angesichts des Kräfteverhältnisses dürften nicht wenige Stämme Angebot a) bevorzugen, zumal die SAA schon längst und immer noch Mitglieder der jeweiligen Stämme in ihren Reihen hat.

      1. Hallo PB,

        Variante a oder b?

        Naja ich glaube es ist eher die Überlegung, weiterleben nach dem Krieg unter USA oder Syrischer Fahne!

        Das Heute wird meistens von jungen Männern überschätzt, dabei geht es doch immer um das Morgen…
        Der Stamm und seine Männer wird wissen was er an Selbstständigkeit von den USA und Kurden zu erwarten hat (siehe Irak), wenn sie wissen was sie von Assad für ein Leben nach dem Krieg zu erwarten haben dann sollte die Wahl nicht schwer fallen, oder?

        Gruß PAule

      2. PAule

        Wenn es eine russisch-amerikanische Absprache über die Demarkationslinie ihrer Dekonfliktierung gibt, wovon ich ausgehe, dann gibt es für die Stämme keine Wahl zwischen syrischer und amerikanischer Flagge.

  8. Ich frage mich was mit Hariri los ist.Das ist echt unglaublich.Gut für die Achse des Widerstands.
    Im besetzen Palästina eskaliert es gerade auch.Mal sehen,ob daraus eine Intifada wird.
    Die Zeit scheint reif.

  9. Naja,“documenting victories“ ist vielleicht etwas übertrieben, keine Ortschaft, kein Straßenschild o.ä.; aber gut gelaunte Männer auf dem Weg durch die Wüste.

    Normalerweise gibt Sidorenko dann auch noch Übersetzungen von arabischen statements, aber vielleicht dürfen die immer noch nicht veröffentlicht werden.
    Liveumap hat „rot“ jedenfalls rund 1000 km^2 gegeben.

    Nach der Meldung
    Ivan Sidorenko‏ @IvanSidorenko1 16 Min.Vor 16 Minuten
    #Syria A Column of Martyrs & Injured have arrived to #Salamiyah. 10 Martyred Soldiers & 8 injured from Ithriya-Rasafa Axis

    dürfte es auch Kämpfe geben; aberangesichts der Größe des Gebietes und einiger Ortschaftengerade in Euphrat-Nähe wohl eher kleinere, die These, dass die Stämme die Seite wechseln und nur gegen ein paar Auswärtige gekämpft wird ist danach ziemlich plausibel.

  10. So dürfte es aussehen; vielleicht im Süden schon etwas breiter, der blaue Streifen.

    Das sind unter 50 km bis Deir ez Zor.

    Freut mich, dass sie genau mein Drehbuch verwenden. -)
    (erst die „Ränder“ sichern, um FSA im Süden und SDF im Norden abzuschneiden.

    Parallel zum Ufer, große Gefahr von Taschen für ISIS, d.h die, die noch nicht in ihrem persönlichem Endkampf sind, ziehen sich zurück flussabwärts.

    Dahinter ist Wüste, womöglich kommt dann in den nächsten Tagen eine Meldung, dass ein paar tausend km°2 weg sind.

    Die Abmachung mit Amis und SDF galt für östlich des Flusses, unklar, ob das Dreieck bis As Suwar auch schon „zugeteilt“ wurde.

  11. Es soll ja eine Waffenstillstandsvereinbarung zur zweiten Deeskalationszone geben, Ost Ghouta.

    Ich habe noch keine genaue Karte gesehen, wahrscheinlich ohne Jobar?

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