Saudi Arabien reagiert auf Ohrfeigen von Tillerson mit der Ermordung von Oppositionellen

US-Außenminister Rex Tillerson hat Saudi Arabien bei seinem Besuch in Katar gestern gleich mehrere verbale Ohrfeigen verpasst. Das saudische Regime versuchte von diesen erneuten Rückschlägen im selbst unter dem Vorwand katarischer Terrorismus-Unterstützung angezettelten Streit mit Katar durch die Exekution mehrerer Oppositioneller abzulenken.

Schon unmittelbar nach der Landung in Katar sagte Tillerson zu Journalisten: „Ich denke, dass Katar in seinen Positionen ziemlich klar gewesen ist, und ich denke, dass diese sehr vernünftig gewesen sind.“ Bei seiner Visite in Katar hat Tillerson dann mit dem Herrscher des Landes eine Vereinbarung zur gemeinsamen Bekämfung der Finanzierung von Terrorismus unterzeichnet und anschließend hat Tillerson Katar dafür gelobt, dass es damit der erste Staat der Region sei, der dem Aufruf von US-Präsident Trump zur besseren Bekämpfung des Terrorismus gefolgt sei.

Unmittelbar nachdem diese US-Ohrfeigen für Saudi Arabien über Reuters und unzählige andere Nachrichtenagenturen weltweit verbreitet worden waren, meldete der saudische Sender Al Arabiya, dass Saudi Arabien „vier verurteilte Extremisten“ exekutiert habe. Doch zumindest bei zwei der vier Exekutierten ist es völlig unklar, ob es sich bei ihnen wirklich um Gewalttäter handelte. Einem Bericht der Europäisch-saudischen Organisation für Menschenrechte zufolge scheint es eher so zu sein, dass diese Personen vom saudischen Wahhabten-Regime für ihre Teilnahme an regierungskritischen Demonstrationen im schiitisch geprägten Osten des Landes zunächst verhaftet, gefoltert und verurteilt, und nun exekutiert, wurden. Weiterhin hat das saudische Regime soeben die Verhängung der Todesstrafe gegen einen zum Tatzeitpunkt Minderjährigen aus dem schiitisch geprägten Osten wegen Teilnahme an gewalttätigen regierungskritischen Protesten und Verbrechen gegen die Cybersicherheit – sprich sich auf Twitter und Facebook regierungskritisch äußern – bestätigt. Das ebenfalls mit Katar im Streit liegende Wahhabiten-Regime über das schiitisch geprägte Bahrain hat unterdessen einen Aktivisten wegen der „Verbreitung der Falschinformation,“ dass in Bahrain systematisch gefoltert wird, zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Es ist nicht schwer zu durchschauen, dass die wahhabitischen Machthaber in Saudi Arabien und Bahrain gerade jetzt zu diesen menschenverachtenden Maßnahmen gegen schiitische Oppositionelle greifen, weil das Töten und Drangsalieren von Schiiten bei ihren wahhabitischen Bevölkerungsteilen grundsätzlich populär ist, und sie davon ablenkt, dass ihre Machthaber sich bei ihrer Attacke auf das ebenfalls wahhabitisch geprägte Katar gründlich verkalkuliert haben.

Für den heutigen Mittwoch ist ein Treffen von Tillerson mit den vier Außenministern der saudisch-geführten Anti-Katar-Koalition in Saudi Arabien angesetzt. Tillerson kennt die Machtstrukturen der Region aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Chef des Ölkonzerns ExxonMobil so gut wie kaum ein anderer. Tillerson das Blaue vom Himmel zu erzählen, dürfte den Saudis damit schwerfallen. So, wie sich die Katar-Krise bislang entwickelt hat, sieht es so aus, dass das immer mehr in Richtung Regime Change in Saudi Arabien – oder gar der Zerschlagung des Staates – läuft.

Man darf also gespannt sein, was bei dem Treffen rauskommt.

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36 Gedanken zu “Saudi Arabien reagiert auf Ohrfeigen von Tillerson mit der Ermordung von Oppositionellen

  1. Guten Morgen allerseits

    Ja ich freue mich auf den Tag, wenn es diesen Verbrechern in Sauarabien richtig an den Kragen geht. Auch ein nicht Spezialist kann erkennen, dass dies sehr bald passieren kann.
    Vielleicht werden sie ja noch aus Not den Nayef wiederbeleben, um den abgehobenen Irren des Königs Sohnemann, irgendwo zu verstecken. Sonst versaut er seinesgleichen noch den Rest ihrer bösartigen Umtriebe.
    Es grüsst euch Alberon

  2. Sehr schön, die Ohrfeigen für die anderen Wahhabiten.
    Und der Artikel natürlich auch wieder; besonders angesichts der Tatsache, dass die Großjournalisten offenbar nicht die geringste Ahnung haben, was gerade passiert.

    Saudis und co bezeichnen das Abkommen Katar-USA zur Terrorbekämpfung als „unzureichend“.
    Na dann müssen sie, den Gesetzen der Logik folgend, ja jetzt ein weitergehendes Abkommen schließen.

    Sobald ernsthaft die Finanzströme angegangen werden, sind Terrororganisationen zwar nicht erledigt; aber das Aufstellen von ganzen Armeen zur Besetzung großer Gebiete im Kampf gegen reguläre Streitkräfte dürfte sehr viel schwerer sein.

  3. Die Nahost politik der Trump administration gefällt mir immer besser.Die herrschenden Wahabiten Saudi-arabiens kämpfen ums eigene überleben.

  4. Ich glaube, die USA haben in SA noch ein paar Milliarden für Waffen abgezogen und denen nun einen Ar***tritt verpasst. Wenn das wirklich so ist – Hut ab.
    In Syrien ist praktisch schon Frieden. Mal abwarten, was noch kommt.
    Bis jetzt bin ich jedenfalls von Trump und seinem „America first (ohne Krieg usw.) komplett überzeugt.
    Und bei uns gibt es immer noch Superschlaue, die sich nicht davon abbringen lassen, das „Wahlen eh nix nützen“. Unfassbar, traurig und sehr schade!
    Der US-Wähler hat sich NICHT vom medialen Trommelfeuer gegen Trump beeinflussen lassen.
    Und Trump hält, was er versprochen hat. Bis jetzt zumindest.
    Und den Gegnern bleibt nix weiter als Kindergarten (Russland, er blamiert sich hier und dort usw.).

    1. Das Problem dabei ist, dass nur mehrere von der Mehrheitsgesellschaft nicht gebrauchte, abgehängte oder auch ausgestoßene Gruppen zusammen eine Mehrheit bei Wahlen zusammenbringen können.

      Die Interessen dieser Gruppen sind allerdings sehr unterschiedlich.
      Die gemeinsame Klammer Antiglobalismus trägt nur unter bestimmten Umständen.

      In Frankreich gab es in der ersten Runde der Präsidentenwahl eine deutliche Mehrheit GEGEN den Euro; aus der richtigen Erkenntnis,dass Frankreich mit diesem Ding nur mit einer Agenda 2010 +++ wieder die „Wettbewerbsfähigkeit“, also das Lohnsenkungsniveau, von D erreichen kann.

      Aber Melenchon + le Pen, das gibt einfach keine denkbare Koalition oder Wahlgemeinschaft.

      Deswegen auch die große Angst vor Volksabstimmungen etc: das Establishment weiß genau, dass sich dort die verschiedenen Gruppen leicht addieren können.

      1. @ andreas & Hansi

        Das größte Problem an unseren Demokratien ist, das es KEIN IMPERATIVES MANDAT gibt.

        Ein imperatives Mandat bedeutet, der Abgeordnete hat sich der eigenen Meinung und Stimme völlig zu enthalten, sondern das zu vertreten, was die Basis anordnet. Dies wäre im heutigen Internetzeitalter ohne Probleme fest zu stellen (durch Online-Abstimmungen).

        Eine Demokratie ohne imperatives Mandat macht die Schleusen für Korruption und Lobbyismus ganz weit auf.

      2. Das Wahlrecht in den USA und DE ist nicht vergleichbar. In Deutschland ist es theoretisch möglich, dass eine Partei mit 5.1% der Stimmen 100% der Sitze erhält, wenn keine andere Partei mehr als 4.9% bekommt oder Direktmandate erreicht.

        Außerdem wählen wir keinen mächtigen Präsidenten wie in den USA oder RUS, sondern eben nur Parteien. Direktmandate sind nicht völlig unwichtig, aber in der Regel im Gleichschritt mit dem sonstigen Ergebnis.

        Trump hat über Jahrzehnte seine Marke aufgebaut und besonders nach seinem ersten Versuch für die Präsidentschaft dazugelernt. Der ist nicht als Nobody angetreten.

        Akif Pirinci beschreibt das Problem in DE in diesem Beitrag ganz gut: http://der-kleine-akif.de/2017/07/09/ein-paar-worte-zu-der-schicksalswahl/

        [quote]Ich möchte an diesem Beispiel aufzeigen, wieso Deutschland auch bei der bevorstehenden Bundestagswahl mehrheitlich seinen Untergang wählen wird. Die Sache ist nämlich sehr einfach. Der wählende Spießer ist über Dekaden hinweg der gleiche geblieben: sparsam, arbeitsam, bescheidener Wohlstand, den es zu schützen gilt, bloß nicht übertreiben. Er ist, wie gesagt, nicht radikal und möchte keine Experimente. Aber – jetzt kommt´s – die politische Klasse, von welcher der deutsche Spießer immer noch glaubt, daß sie so spießig wäre wie er, ist in den letzten 20 / 30 Jahren extrem radikal geworden! Natürlich ist der Spießer nicht dumm und hat es so ein bißchen mitbekommen, wenn auch nicht in seiner ganzen furchtbaren Tragweite. Doch dagegen hat er ein probates Mittel: „… besitze nur ein kleines Auto, war nie im Urlaub, sondern habe gespart.“[quote]

    2. Wenn ein Waffendeal mit mehr als 100 Milliarde $ beschlossen
      wird so wird Lieferung und Bezahlung Monate bis Jahre umfassen.
      Falls es jetzt wirklich auf einen Regimechange in SA hinausläuft ist
      natürlich auch der Waffendeal hinfällig, wenns nicht ganz so läuft
      wie geplant. Kommt aber eine 100%ige US-Marionette an die Macht,
      bin ich mir nicht sicher, dass sich für die Nahost-Opfer der US-Willkür
      irgendetwas verbessert. Nur das „Vertrauen“ in US-Bündnisse wird
      rasant erodieren – und in Katar weiss man das auch.
      „Trump hält, was er versprochen hat“ Hmm, jeder Wähler, der
      auf das Wahlkampf-Team um Bennon gesetzt hat könnte zumindest
      teilweise enttäuscht oder „verunsichert“ sein. Ich denke da z.B. an
      das Wahlkampfteam der SPD 1998 Schröder-Lafontaine …, nach der
      „Säuberung“ hatte Schröder die Macht gefestigt aber um den Preis
      der Glaubwürdigkeit … , und wofür Tump wirklich steht ist mir immer
      noch nicht klar. Ok, Waffenstillstand an etlichen Fronten in Syrien, bei
      Zerteilung der Terror-Verbündeten, das ist ein Erfolg. Aber wenn
      Syrien genauso zerteilt wird und (wie Voltairenet meint) Türkei und
      Israel schliesslich ihre Kriegsziele (Golan) teilweise durchsetzen und
      zementieren können, bin ich nicht mehr so begeistert.

      1. Wenn Verträge unterschrieben sind, ist gar nichts hinfällig. Wie kommst Du auf sowas?
        Außerdem braucht SA diese Waffen.
        Und sind damit verarxxht UND abhängig!
        Der Mächtigste kann Bündnisse brechen, wie er will.
        Und BLEIBT der Mächtige, dem sich alle/die meisten anschließen wollen.

      2. k49mich, hansi

        Senator Bob Corker, Vorsitzender des Foreign Relations Committee im US-Senat, hat schon Ende Juni ein Waffenmoratorium gegen die am Katar-Streit beteiligten Länder verhängt, und angekündigt, den solange beizubehalten, bis die Katar-Krise gelöst ist.

        Man muss natürlich noch abwarten, ob dieser US-Waffenboykott gegen die Saudis auch wirklich hält, aber da drohen den Saudis ganz erhebliche Probleme. Wenn für die komplexen US-Waffensysteme Ersatzteile und Munition fehlen, können sie sehr schnell nutzlos werden, was dazu führen könnte, dass die Saudis im Krieg gegen den Jemen nicht nur im Sumpf versinken, sondern ihn sogar total verlieren. Aber ganz so weit ist es noch nicht: vor der Verhängung des Waffen-Moratoriums gegen die Saudis hat der Senat wohl noch schnell die Lieferung von Munition für den saudischen Krieg gegen Jemen genehmigt, sodass es eine Weile dauern wird, bis Effekte des Moratoriums in Jemen sprürbar werden, wenn das Moratorium überhaupt so lange hält, dass da Effekte spürbar werden.

        Trotzdem ist das Waffen-Moratorium des US-Senats ein ganz erhebliches Durckmittel gegen Saudi Arabien.

      3. Spätestens aus den TTIP-Verhandlungen sind doch jedem diese Schiedsgerichte bekannt.
        Da kann eine Firma bei einer Änderung z.B. der politischen Lage und dem dadurch verhinderten Geschäft den entgangenen Gewinn trotzdem einklagen.
        Das Embargo/Moratorium ist so ein Fall. Dafür kann die Waffenfirma nix, weil SA den Grund dazu geliefert hat.
        SA wird zahlen, ob die Waffen bekommen oder nicht. Jede Wette.

        So hinterhältig, wie die US-zionistische Geschäftswelt handelt, denkt ein „normaler“ Mensch nicht einmal.

    3. Hansi sagt: Ich glaube, die USA haben in SA noch ein paar Milliarden für Waffen abgezogen …

      Die kann man bei einem Putsch immer gebrauchen!

  5. Das interessiert die Herren“menschen“ Dynastien, der City und Wall Street überhaupt nicht. Für sie ist nur eines wichtig, das ALLE, die festgelegten Tributzahlungen leisten und das macht
    Sau Arabien, mit 340 000 000 000 000 Dollar und Katar, mit 60 000 000 000 000 Dollar, also ist für SIE alles im Grünen Bereich.

  6. Nachdem Al Arabiya gestern die Meldung unterdrückt hatte, dass Tillerson Katar für die Zusammenarbeit im Anti-Terrorbereich gelobt und die Positionen von Katar im Streit mit der saudischen Koalition als „sehr vernünftig“ bezeichnet hat, geht Al Aarabiya darauf nun in einem – wie so oft – geradezu grotesken Kommentar von Abdulrahman al-Rashed ein. Titel: Ist der US-Außenminister auf Katars Seite?

    https://english.alarabiya.net/en/News/middle-east/2017/07/12/OPINION-Is-the-US-Secretary-of-State-on-Qatar-s-side-.html

    Ein Auszug daraus:

    What makes Jeddah’s meeting difficult today is that Tillerson seemed inclined to Qatar. What increased suspicions is how he rushed to concluding that Qatar’s demands are reasonable before he even listened to the other involved parties. This raised eyebrows! The secretary of state can be inclined to the Qatari position, if he wants to, but he must realize that this complicates the problem, which is already complicated, and prolongs the crisis.

    Auf deutsch übersetzt ist das etwa: „Was das Treffen in Jeddah heute schwierig macht, ist, dass Tillerson zu Katar zu neigen scheint. Was den Verdacht gesteigert hat ist, wie er sich beeilt hat, zu schließen, dass Katars Forderungen vernünftig sind, bevor er die anderen involvierten Parteien auch nur angehört hatte. Das hat für Stirnrunzeln gesorgt! Der Außenminister kann der katarischen Position zuneigen, wenn er das will, aber er muss verstehen, dass er damit das Problem weiter verkompliziert, das ohnehin schon kompliziert ist, und er damit die Krise verlängert.“

    Das sieht schwer nach saudischem Streit mit den USA aus, wobei die Saudis vergessen haben, dass sie – insbesondere militärisch – von den USA abhängig sind. Tillerson ist gerade in Jeddah gelandet, mal schauen, was da nun rauskommt.

  7. … Irgendwie wirkt das wie einst Irak 1989.
    Da sagte doch der damalige US Außenminister Rumsfeld… ist eine Angelegenheit des Iraks… Wir mischen uns da nicht ein. Der Öl Preis lag damals bei 20 Dollar und die Saudis wollten schnell 100 Mrd vom Irak für Kriegskredite.

    Ob den Saudis nun die selbe Falle droht?
    Marschieren die in Qatar ein kann es schell genauso laufen. Und 9/11 kann ganz schnell gewaschen werden.

    1. Dazu passt dann diese Karte

      Ob die schon stimmt, oder noch etwas optimistisch ist, egal, die Richtung ist klar.

      Im Prinzip kann alles, was zur Provinz Damaskus gehört, befreit werden, das müsste gerade noch mit der 55-km-Dekonfliktionszone um At Tanf hinkommen.

      Wobei große Teile gerade im Osten doch mehr oder weniger aus gar nichts bestehen.

  8. Diese zusätzlichen Morde werden SA auch nicht mehr retten. Und die Erschaffer dieses Staates, das „großartige“ Königreich, scheint sich diesbezüglich auch auffällig zurück zu halten, oder hat dazu jemand anderslautende Informationen?

    Was Israel als möglichen Profiteur der gegenwärtigen Entwicklungen betrifft (so lautete wohl eine Einschätzung von Thierry Meyssan) hat Analitik dazu Interessantes bemerkt: „…In dieser Geschichte sehen wir eine jüdische Hand, die eine Verbindung zwischen Trump und dem Kreml vorsorglich zu konstruieren versuchte. Ich hätte es nicht erwähnt, wenn sich in letzter Zeit nicht eine kräftige Schlinge um den Hals von Israel und gewisser jüdischer Eliten legen würde. Gewisse Kreise und Personen werden seit einem Jahr mit unangenehmen Botschaften überschüttet, hier haben wir noch eine….“
    („Trump (t)rollt die Medien“ bei analitik.de)

    Die Kopflosigkeit der deutschen Globalistenfraktion äußert diese selbst durch ihr Sprachrohr ZON, wo bei Mr. Trump „Tyrannei der Imkompetenz“ vermutet wird. – Die haben tatsächlich keinen Plan.

    1. Die Schlinge wird an vielen Stellen immer etwas fester gezurrt. Man beachte auch, die Twitter-Meldung von Trump jr. bezüglich seiner Kontakte zu der russischen Anwältin Natalia Veselnitskaya. Die Anwältin war seinerzeit in der Abwicklung der Adoption russischer Kinder in die USA involviert. Die Adoptionen wurden bereits 2012 von russischer Seite untersagt, was sicherlich einen triftigen Grund hatte. Angetreten ist Trump ja nun mal mit der Absicht, den Sumpf in USA trocken zu legen.

  9. “Ob den Saudis nun die selbe Falle droht?
    Marschieren die in Qatar ein kann es schell genauso laufen. Und 9/11 kann ganz schnell gewaschen werden.“

    Triangolum dein Gedankengang läuft mir runter wie Oel, der Gedanke ist oft in meinen Hirn anzufinden, nur ein kleiner aber wichtiger Punkt, wenn 911 gewaschen wird ist nicht unbedingt klar dass die Ami Drahtzieher davonkommen. Oder wie siehst du das ?
    Gruss Alberon

    1. Eher wird es den Saudis angelastet mit ein paar kleinen Bauernopfer von CIA & Co. Schließlich haben ja die 15 ihre Visums, welche eher Blanko lose Scheine waren, von der CIA Außenstelle in RIAD bekommen. Natürlich wird es keine ernsthaften Verbindungen zu US Kreisen geben. Mit waschen ist halt gemeint das die offensichtlichen und unleugbaren Ungereimtheiten wieder neu verkauft werden. Diesmal halt die Saudis die bösen. Was sie zwar in diesen und anderen Fällen auch sind aber halt nur die Handlanger und ein Teil vom ganzen.

      Wir könnten auch den Jemen Krieg der Saudis als Kopie vom Krieg Irak vs Iran sehen. Die Saudis verbrennen gerade 100 Mrd US Dollar an Reserven pro Jahr im Jemen. Wirklich voran kommen sie nicht und wirklich Hilfe gibt es von den USA auch nicht. Dazu ist der Öl Preis nunmehr sehr lange bei 45 bis 55 US Dollar. Auch das frisst die Saudis auf. Der große Waffendeal ist ähnlich wie einst der Irak im Westen einkaufte. Halt auf Saudi Kredit und andere.

      Entweder die Saudis werden nun Einmarschieren ähnlich wie Irak vs Kuweit oder halt die Saudis werden auf den Iran gehetzt. Egal wie sie werden weiter verlieren. Die Reserven werden bald bei 0 stehen, die Einnahmen aus dem Öl reichen nicht bei den Ausgaben und Qatar hat halt viel viel Gas. Denen gehen schlicht die Optionen aus.

      Auch ist dieser Streit mit Qatar sehr komisch. Dort ist die größte US Base der USA in dieser Region. Hätte Qatar mit den Saudis zusammen den Iran mal Angegriffen würde die USA Automatisch bei einer Gegenreaktion des Irans auf diese Basis, welche unweigerlich käme, mit im Krieg. Also wurde durch diesen komischen Streit diese Option gestrichen. Das Signal was die USA Aktuell senden an beide ist Doppeldeutig. Also irgend eine Falle wird hier zuschnappen. Egal welche, die Saudis verlieren und zwar radikal alles.

      Der IS hätte neues Land zu erobern, er hätte Platz genug um wieder so zu erstarken um gegen Iran oder später Russland wieder eingesetzt zu werden usw.

      Es gibt so viele Parallelen zu 1988 bis 1991. Immer die schöne Karte beachten.

      http://www.dragaonordestino.net/Drachenwut_Blog_DragaoNordestino/NWO/Neuer-naher-und-mittlerer-Osten_arquivos/The-Project-for-the-New-Middle-East.jpg

      1. @triangolum

        So ist es.
        Ich verlinke jetzt mal nicht schon wieder auf das, was ich schon vor Monaten zu SA schrieb.
        2013 war die Neaufteilung SAs als Lösung der „Probleme“ schon in die NYT lanciert worden.
        Was ich nicht glaube, ist ein Feldzug gegen SA, so wie man das vor Jahrzehnten mit dem Irak unter Hussein machte.
        Die Destabilisierungsmasse aber ist ja bereits da; gezüchtet, ausgerüstet, kampferprobt, machtgierig. SA wird wunderhaft ins Chaos fallen. Waffen werden an alle Parteien geliefert. Ein Gleichgewicht destruktiven Schreckens wird hergestellt und die „internationale Staatengemeinschaft“ wird die armen Schiiten, die auf den unermesslichen Ölfeldern im Osten SAs sitzen, vor den radikal-sunnitischen Horden mit robusten Mandaten schützen.
        Und die sogenannte westliche Wertegemeinschaft kann weiter den endlosen Kampf gegen den Terror als Vorwand nutzen, um die schleichende Diktaturisierung in den eigenen Staaten voranzutreiben.
        Wohlgemerkt: So ist der Plan. Ob er so umgesetzt werden kann, hängt nicht nur von den Strippenziehern ab.
        Sondern auch von uns (und ich möchte jetzt nicht die Nummer hören: Wir können doch eh nichts tun 🙂 )

        Beste Grüße, ped43z

  10. Ich sehe die Unterstützung Katars durch die USA leider nicht so positiv. Die USA möchten, dass das Bündnis der Araber, respektive der islamischen Welt mit Saudi-Arabien nicht bröckelt. Mit SA haben die USA ihren Fuss in der islamischen Welt. Sie möchten, dass ihr Bündnis so gross wie nur möglich ist, um mächtiger Iran und Russland gegenüber zu stehen. Der Versuch Katar nicht auszugrenzen hat nur das Ziel die Spaltung des heimlichen Bündnisses der USA mit Saudi-Arabien zu verhindern und ist keine Annäherung an Russland, sondern das Gegenteil. Es geht dabei nicht einmal so sehr darum Katar mit im Boot zu haben, als eine Spaltung der verbündeten Staaten zu verhindern. Letztlich geht es um die Stärkung von SA, was die dummen Herrscher von SA durch ihren sinnlosen Bruderkrieg selbst verhindern.

  11. Kein Interview von Tillerson nach dem Treffen mit der Saudi-Gruppe; dafür heute wieder in Dohar.

  12. @Triangolum:
    Alles richtig soweit.
    Beim Punkt „Der IS hätte neues Land zu erobern“ frage ich mich nur, wer ihm diesmal die Anschubfinanzierung leistet: Quatar ist durch die Kooperation mit Iran raus, SA (falls eine der dortigen Königshausfraktionen damit liebäugelt) demnächst pleite, andere Golfstaaten werden versuchen, nicht in den Abwärtsstrudel von SA hineingezogen zu werden, solange Mr. Trump Präsident ist, fallen USA als Financier auch aus, UK hat grade genug andere Probleme, Israel ist grade dabei, welche zu bekommen, von D und F ganz zu schweigen…

    Finanzierung durch potentielle, frische Eroberungen auf SA-Gebiet dürften auch schwieriger sein als zuvor in Syrien, denn im Fall von SA fehlt m. E. der „freundliche Nachbar“, der (wie zuvor die Türkei) offene Handels- und Nachschubwege für die Logistik sowie weitere Service-Leistungen (Krankenhäuser, Ausbildungs- und Sklavenzwischenlager, etc) bereithält.

    Außerdem bezweifle ich, daß Iran tatenlos zugucken würde, wie die schiitischen Bevölkerungsteile von SA (und dessen Nachbarn) von Daesh terrorisiert/eliminiert würden und die direkte Gefahr für das eigene Land noch größer würde als zuvor von Syrien und Irak aus. – Nicht zu vergessen, daß inzwischen auch China in der Region sehr viel präsenter ist und in offener, militärischer Partnerschaft mit Iran agiert (in gemeinsamen Übungen/Manövern z. B.), was potentielle Daesh-Finanzierer/-unterstützer sicher ebenfalls nicht ermutigt.

    Wahrscheinlicher ist m. E., daß der Krieg im/gegen Yemen durch die schon offensichtliche Schwäche SAs bald zuende geht und die größten Terroristenverbände dann auch dort aufgerieben werden: Sie haben ihre Ziele ja auch mit massiver Unterstützung von SA u. a. nicht erreicht, woher sollten sie alkso die Ressourcen für einen Sieg (oder auch nur langanhaltende Stellungssicherungen) ohne sie nehmen?
    Das Yemen- plus das Quatar-Desaster brechen dem Kronprinzen das Genick (möglicherweise auch wörtlich), die verwöhnte „Elite“ murrt schon jetzt über die Einsparungen, interne Konflikte innerhalb der Königssippe zeichnen sich ab, der schiitische Bevölkerungsteil wird sich unter diesen Umständen nicht mehr lange niederhalten lassen. Bürgekrieg (und damit wahrscheinlich Zerfall/Aufteilung) ist (sind) absehbar.
    Möglicherweise wird eine (oder mehrere) der wahhabitischen Fraktionen (des Königshauses und/oder der Oberschicht) die erprobten Proxies (bzw. Teile davon) benutzen/benutzen wollen um sich gegen die andere/n durchzusetzen. Sofern daß ganz oder überwiegend in den mehrheitlich wahhabitischen Landesteilen passiert ergäbe sich daraus eher eine neue Idlib-Situation als eine Gefahr für die gesamte Region oder Iran. Natürlich würde auch der Ölpreis steigen, was mittel- und langfristig auch nicht verkehrt wäre. – Von daher m. E. also kein Grund zur Sorge bezüglich der weiteren, überregionalen, geopolitischen Entwicklungen.

  13. Die Tiger und Kollegen sind wieder unterwegs.

    Es gab ja schon in den letzten Tagen Gerüchte über Geländegewinne, die aber geheim bleiben sollten; wer weiß.

    Das sind jetzt heute jedenfalls knapp 20 Km von der alten Linie.

    Wie gesagt: sie müssen auf jeden Fall die Dörfer und Kreuzungen südlich von Resefah sichern; egal, ob sie nach Sukhnah, direkt nach Deir ez Zor oder auch zum Euphrat und von dort nach Deir ez Zor wollen.

    Im Süden gab es noch keine Meldung, dass der Kessel wirklich geschlossen oder gar gesichert ist; aber es geht weiter nach Osten.

    1. GeromanAT hat mit den Informationen eine Karte der Vulkangegend gebastelt.

      Sieht gut aus.

  14. triangolum Danke für deine Antwort. Im grossen und Ganzen sehe ich das auch so.
    Was ich allerdings hoffe, das die Drahtzieher von 911 mit verlieren und zwar massiv.

    Gruss Alberon

  15. AN alle die hier über die zukünftigen Entwicklungen und Fronten im Nahen Osten diskutieren.
    Interessant euch und euren verscheidenen Ansätzen und Gedankengängen zu folgen.

    Aber irgendwie scheinen beim der Diskussion um den Iran die 2. Front zu vergessen. Die ist am Hindukusche mit Afghanistan und Pakistan. Ich glaube kaum, dass die USA ihre „Kettenhunde“ auf der arabischen Halbinsel von der Leine lässt, bevor der Iran nicht auch aus dem Osten angegriffen werden kann. Davon ist man aber noch weit entfernt, da insbesondere Cina was dagegen hat, dass sich die USA dort „häuslich“ niederlassen.

    1. MAK

      Mit der Aufnahme von Pakistan in die SCO dürfte der Drops Afghanistan geopolitisch im Großen und Ganzen gelutscht sein. Die USA sind da umzingelt und beim Zugang nach Afghanistan auf das Wohlwollen von China, Russland und ihre Partner ua in der SCO angewiesen. Die USA dürfen da zwar noch eine Weile rummachen, aber wenn sie versuchen, Schaden anzurichten, bekommen sie schlicht keine Genehmigung mehr, um Nachschub nach Afghanistan zu bringen.

      1. “ Die USA dürfen da zwar noch eine Weile rummachen, aber wenn sie versuchen, Schaden anzurichten, bekommen sie schlicht keine Genehmigung mehr,“

        Die Falschspieler richten dort und mit Afghanistan _ seit Jahren massiven Schaden an. Der grösste Opiumproduzent produziert nicht für die Halde. Vergessen wird auch, die Faschspieler bauen dort massiv Uran ab und verticken es bzw nutzen es für ihre Zwecke

        Aber meine Meinung ist auch, von dort wird es keinen so grossen phys.Schaden geben. Nur „kleine“ Waffenlieferungen, Destabilisierung und regen massiver Opiumhandel. Um den Schaden abschätzen zu können müsste man die Frage beantworten können “ wo geht das Endprodukt hin“. Mein Stand ist Bosnien / Kosovo. da sehe ich direkt keine Probleme ausser in der EU . Aber ich denke es ist eine Falschinfo.

        zu Katar / SA
        Ich hoffe es ist ein Ding der Amis ___eingrenzen der UK (MI6)__ und ihrer Vasallen, dass würde voltairenet.org massiv widersprechen.

        Aber bei dieser Sache hätten die Falschspieler die Russen zu 100% auf ihrer Seite.
        Die Hoffnung stirbt zuletzt

      2. Johanniskraut

        Der kostengünstige Land-/Seetransport des Nachschubes des US-Militärs nach Afghanistan, womit die meiste Ausrüstung transportiert wird, läuft über Pakistan.

        Beim US-Lufttransport nach Afghanistan spielt Rammstein hingegen schon eine gewichtige Drehkreuzrolle, auch wenn da die US-Luftwaffenbasis in Katar näher dran ist. Aber ein Luftdrehkreuz in Deutschland oder Katar nach Afghanistan hilft den USA nichts, wenn sie keine Überflugrechte bekommen, um auf dem Luftweg von Deutschland oder Katar nach Afghanistan zu kommen. Alternative zu Pakistan, der SCO oder potentiell Iran ist beim US-Lufttransit nach Afghanistan eine Route über Aserbaidschan. Aber da Aserbaidschan sich inzwischen Russland wieder stark angenähert hat, können die USA sich nicht drauf verlassen, dass die Route offenbleibt, wenn sie Streit mit der SCO haben.

        Lufttransport ist allerdings ohnehin im Vergleich zum See-/Landtransport so teuer, dass die Besatzung Afghanistans nur aus der Luft versorgt nahezu unfinanzierbar ist. Für einen See-/Landtransport über Aserbaidschan fehlen entsprechende Verkehrswege, sodass das nicht möglich ist. Die Bundeswehr in Afghanistan hat sich als Alternative zu Pakistan mal eine Weile per Eisenbahn über Usbekistan versorgt, aber auch da ging die Route entweder per Bahn durch Russland oder per Flugzeug über Aserbaidschan.

        Fazit: Afghanistan ist ein Binnenstaat und wer da Krieg führen will, braucht über mindestens einen Nachbarstaat einen Zugang dorthin.

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