Saudischer Big-Nothing-Burger

Das „unverhandelbare“ 10-tägige Ultimatum von Saudi Arabien und seinen drei Partnern VAE, Bahrain und Ägypten, mit dem die vier Staaten nach dem Schließen ihrer Grenzen und ihres Luftraums vor einem Monat mehr Druck auf Katar machen wollten, scheint sich gerade als Big-Nothing-Burger zu entpuppen.

Nach fruchtlosem Ablauf des Ultimatums am Sonntag Abend erklärte Saudi Arabien zunächst, das Ultimatum werde um zwei Tage verlängert, bis der saudische Außenminister und seine drei Partner sich am Mittwoch in Kairo zur Besprechung des weiteren Vorgehens gegen Katar zusammensetzen. Nach der mit Spannung erwarteten gestrigen Besprechung in Kairo erklärten die vier Außenminister dann eingebettet in anti-katarische Rhetorik, dass sie sich nach der negativen Antwort von Katar auf ihr Ultimatum auf keine weiteren Maßnahmen gegen Katar einigen konnten. An einem noch zu bestimmenden Tag in der Zukunft wollen sie sich in Bahrain wiedertreffen, um da nochmal zu schauen, ob ihnen doch noch was einfällt, wie sie Katar noch etwas mehr ärgern können. Auch kam es am heutigen Donnerstag Morgen nicht zu einem durchaus denkbaren Angriffskrieg von Saudi Arabien gegen Katar. Dass sowohl der saudische König Salman als auch sein Sohn Kronprinz Mohammed ihre Teilnahme am G20-Gipfel in Hamburg kurzfristig abgesagt haben, liegt anscheinend nicht daran, dass sie als Oberbefehlshaber im Land sein wollen, wenn sie Katar angreifen, sondern daran, dass sie ihre Position in Saudi Arabien gegenwärtig für so fragil halten, dass sie im Fall einer Auslandsreise einen Putsch befürchten.

Nach einem Monat des mit falschen Vorwürfen, Katar stünde der Regionalmacht Iran nah, begonnenen saudisch geführten Boykotts gegen Katar lohnt sich ein Rückblick darauf, wie sich die Beziehungen zwischen Katar und Iran seitdem entwickelt haben. Eine der wichtigsten und härtesten Maßnahmen der Saudis und ihrer Partner war es, ihren Luftraum für katarische Flugzeuge zu schließen. Katar hat einen erheblichen Teil seiner Profite aus der Gasförderung in seine Fluggesellschaft Qatar Airways investiert, deren Geschäftsmodell im wesentlichen darin besteht, Katar als internationales Flugdrehkreuz für Reisende von Europa und aus dem Osten der USA nach Fernost und umgekehrt zu nutzen. Kurz gesagt geht das so: Qatar Airways sammelt Reisende in unterschiedlichen Städten Europas und dem Osten der USA ein, um sie nach Katar zu fliegen, wo sie dann auf andere Flüge von Qatar Airways in unterschiedliche Städte des fernen Ostens umsteigen, und umgekehrt. Könnte Qatar Airways nicht mehr nach West- und Mitteleuropa fliegen, würde das das Geschäftsmodell und wohl auch die Fluglinie selbst zerstören.

Die übliche und kürzeste Strecke vom persischen Golf nach West- und Mitteleuropa und in den Osten der USA führt über Saudi Arabien und Ägypten, und diese Staaten haben den Luftraum für Qatar Airways geschlossen. Möchte man nicht über Kriegsländer wie den Irak fliegen, womit sicher viele Kunden gerade von einer Premiumlinie wie Qatar Airways vergrault würden, gibt es gegenwärtig von Katar und dem persischen Golf nach West- und Mitteleuropa nur eine Alternative zum saudischen Luftraum: nämlich über den Iran und die Türkei zu fliegen. Und genau das geschah dann auch, und zwar unmittelbar nachdem Saudi Arabien und Ägypten ihren Luftraum für Qatar Airways geschlossen hatten.

Unmittelbare Folge davon ist erstmal, dass nun Iran anstelle von Saudi Arabien und Ägypten die branchenüblichen Gebühren für die Überflugrechte von Katar bekommt. Und man darf getrost davon ausgehen, dass das nicht alles ist. Man darf annehmen, dass die Genehmigung zur Nutzung des iranischen Luftraumes von einer Botschaft begleitet war, die sinngemäß gelautet haben könnte: Liebe Kataris, ihr bittet uns, Brüderlichkeit zu zeigen und eurer geliebten und gehätschelten Fluglinie durch Öffnung unseres Luftraumes den Allerwertesten zu retten. Wir machen das, aber wir erwarten auch von euch brüderliches Verhalten uns gegenüber, und da gibt es leider von unserer Seite auf einigen Feldern einige Dinge zu bemängeln.

Keine vier Wochen später hat der französische Ölmulti Total, zu dessen wichtigsten Kunden auch Katar gehört, mit dem Iran einen fast fünf Milliarden US-Dollar schweren Deal zur Entwicklung eines größeren Segmentes des South-Pars-Gasfeldes abgeschlossen. Das South-Pars-Gasfeld, das Iran sich mit Katar teilt und die Quelle des katarischen Reichtums ist, ist zwar das größte Feld der Welt, aber das Gas ist technisch nicht ganz einfach zu fördern, was unter anderem ein Grund dafür ist, dass die iranische Förderung aus dem Feld der von westlichen Firmen durchgeführten katarischen weit hinterherhinkt. Mit dem Deal hat Iran nach dem Ende der UNO- und EU-Sanktionen vor eineinhalb Jahren einen Durchbruch geschafft, westliche Ölriesen trotz Sanktionsdrohungen des US-Senats dazu zu bewegen, in die Förderung im Iran zu investieren. Dazu, warum das ausgerechnet jetzt mit Total geklappt hat, kann man zwar nur spekulieren, aber es ist sicher nicht undenkbar, dass das Zustandekommen des Geschäfts erst dadurch möglich wurde, dass Total von Katar plötzlich die Botschaft erhalten hat, dass Katar nun brüderliche Beziehungen zum Iran pflege und Katar deshalb ein solcher Deal zwischen Total und Iran zur Ausbeutung des gemeinsamen Gasfeldes jetzt durchaus recht wäre. Man darf durchaus Hoffnungen haben, dass der Deal mit Total die Wirkung eines Eisbrechers entfaltet und im Gefolge des Total-Deals, der einen gewissen Schutz durch die französische Regierung gegen US-Ungemach signalisiert, weitere westliche Unternehmen in den Iran gehen.

Unmittelbar nach dem Deal zwischen Total und Iran kam aus Deutschland jedenfalls die Nachricht, dass sich der deutsche Autobauer Volkswagen, wo unter anderem das Land Niedersachsen und der Staat Katar wichtige Aktionäre sind, nach 17 Jahren Abwesenheit entschlossen hat, wieder Autos im Iran zu verkaufen. Und aus Italien kam gestern die Nachricht, dass die staatliche italienische Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato beabsichtigt, nächste Woche einen Milliardendeal mit der iranischen Eisenbahngesellschaft zum Bau einer Schnellzugstrecke zwischen Qom und Arak abzuschließen. Es mag dahingestellt bleiben, wie viele der jüngsten iranisch-europäischen Megadeals auf den plötzlichen saudischen Boykott Katars zurückgehen. Was jedenfalls klar ist, ist, dass Iran in den letzten Tagen einige bemerkenswerte Fortschritte dabei gemacht hat, aus der wirtschaftlichen Isolation der Sanktionszeit herauszukommen.

Neben der Sperrung ihres Luftraums besteht ein wesentlicher Teil der gegen Katar gerichteten Maßnahmen der Saudis und ihrer drei Vasallen darin, dass sie einen totalen Warenboykott gegen Katar verhängt haben. Anders ausgedrückt: die Saudis bestrafen Katar dadurch, dass sie die bislang von saudischen Unternehmen belegten Regalplätze in katarischen Geschäften gezielt leer lassen, damit türkische, iranische und indische Unternehmen sie auffüllen und übernehmen können. Katar ist zwar mit rund zwei Millionen dort lebenden Menschen recht klein, aber dank der – gemessen in BIP pro Kopf – höchsten Wirtschaftsleistung der Welt ein ausgesprochen attraktiver Markt. Aufgrund seiner geografischen Nähe zu Katar könnte davon besonders der Iran profitieren. Nächste Woche soll dazu eine Schiffslinie vom iranischen Hafen Bushehr nach Katar eröffnet werden, mit der Iran vor allem Frischware in Kühlcontainern zur lang angestrebten Steigerung des iranischen Nicht-Ölexports nach Katar transportieren möchte.

Nicht viele Freunde in der Bevölkerung hüben wie drüben dürften das saudische Königshaus und seine drei Vasallen sich mit der Anordnung gemacht haben, derzufolge all ihre Staatsangehörigen Katar binnen zwei Wochen zu verlassen hatten und alle katarischen Staatsangehörigen ihre Länder auch. Man muss sich vergegenwärtigen, was das für die betroffenen Menschen bedeutet: Job, Studium, Wohnung, alles musste von den Betroffenen binnen zwei Wochen aufgegeben werden, um der saudischen Anordnung zur Isolierung Katars zu entsprechen, von Familien mit gemischter Staatsangehörigkeit ganz zu schweigen.

Während die Saudis und ihre drei Vasallen nun also Katar soweit sie können isoliert hatten, hat Katar mitgeteilt, seine Gasproduktion in rund sieben Jahren um 30% steigern zu wollen. Das wurde von einigen Teilen der Fake-News-Industrie als katarische Kampfansage an Trump dargestellt, der eine große Energieoffensive angekündigt hatte, um die USA zur führenden Energienation der Welt zu machen. Tatsächlich sieht es wohl vielmehr so aus, dass Katar seinen Plan zur drastischen Steigerung seiner Erdgasproduktion mit den Bossen von ExxonMobil, Shell und Total abgestimmt hatte, die sich in den letzten Tagen alle die Klinke beim Emir in Katar in die Hand gegeben haben und verlauten lassen haben, dass sie sehr gerne die technische Durchführung der Ausweitung der katarischen Gasförderung übernehmen werden. Multi-Milliarden Dollar schwere Förderprojekte winken da, und das in einer Zeit, wo es ansonsten bei neuen Projekten eine ziemliche Flaute gibt.

Dass ausgerechnet der US-Ölmulti ExxonMobil, der sowohl in Saudi Arabien als auch in Katar in leitender Position bei der Förderung ist, und dessen Boss Tillerson US-Präsident Trump als seinen Außenminister abgeworben hat, führend beim Durchkreuzen der saudischen Absicht zur Isolierung Katars gewesen ist, dürfte der größte Schock der letzten Tage für die saudischen Machthaber gewesen sein. Das legt nämlich die Vermutung nahe, dass Trump nicht, wie er es öffentlich zur Schau gestellt hatte, auf Seiten der Saudis steht, sondern er die saudischen Machthaber in eine Falle gelockt hat. Spannend könnte nun werden, ob es den saudischen Machthabern gelingt, aus dieser Blamage noch mal rauszukommen.

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55 Gedanken zu “Saudischer Big-Nothing-Burger

  1. Klingt nach ziemlich guten Nachrichten. Ich will da nicht zuviel hineininterpretieren, aber das sieht nach sehr professionell vorgetragener Strategiepolitik aus. Scheint so, das Trump es wirklich drauf hat.

  2. Hervorragender Artikel. Man geht hier auf die Seite zum Lesen und geht wieder mit Informationen, die man so geballt zum Thema selten bekommt.

    Gruss Alberon

    1. @Alberon

      Alberon sagt:

      6. Juli 2017 um 19:12

      Hervorragender Artikel. Man geht hier auf die Seite zum Lesen und geht wieder mit Informationen, die man so geballt zum Thema selten bekommt.

      Gruss Alberon“

      .

      🙂 Bei aller Kritik die ich an dieser Seite habe. Nur hier widerspreche ich nicht.

  3. Die angekündigte strategische Allianz/ Achse zwischen Israel und Saudi-Arabien zumindest könnte ein gewichtiges Indiz sein, wer diesen Ersatzkonfrontationsversuch für den verlorenen Syrienkrieg ausführt; aber nicht zwingend geplant hat?

    Andersherum betrachtet wäre dieser „Nothing Burger“ eine Falle für Saudi-Arabien, Israel und England > welches sein wohlgepflegtes kernstrategisches Spielfeld nach 100 Jahren für Kriegsintriegen gegen Russland verlöre.

    Damit wiese die Trumpadministration nicht nur Israel in die Schranken, sondern nähme den unsichtbaren fossilen Imperatoren aus London auch das Szepter aus der Hand.

    Das wäre der Hammer.

  4. Vermutlich wird die absolutistische Monarchie in S-A sich später oder früher selbst ohne Angriff eines anderen Militärs beseitigt haben, durch seine eigenen Schergen im inneren. Jedenfalls wäre eine solche Selbstauslöschung der beste Fall für alle.

  5. Ich denke da gerade an die bilder des tanzes von Trump mit den Saudis. Wer mit dem Trump tanzt sollte auf der hut sein!

    1. 🙂 Ich bitte um Entschuldigung für meine Korrektur.
      „Ich denke da gerade an die bilder des tanzes von Trump mit den Saudis. Wer mit dem Trump tanzt sollte auf der hut sein!“

      .

      Wer mit den USA und den Neoliberalen Tanzt sollte auf der Hut sein.

      1. @ Karsten

        Du weißt aber schon, dass Trump und die Neoliberalen sich wie Spinnefeind gegenüber stehen? Trump ist NICHT die Neoliberalen!

        Trump hat ganz klar SA gelinkt und in die Irre geführt. Sein Ausspruch: „Katatr finanziert Terroristen!“ kam gleich nach SA´’s aufbegehren gegen Katar und wenige Tage nach seinem Besuch bei den Saudies, wo er um die Abkehr von der Terrorismusfinanzierung geworben hat. Niemand hat verstanden warum er Katar beschuldigt und nicht SA. Mit diesem Ausspruch hat er Katar unmissverständlich in die Achse des Widerstands (RF+Iran+Syrien+China) gejagt…Verry Tricky!

      2. Johanniskraut

        Falls das so rübergekommen ist, dass Katar nun in der Achse des Widerstandes ist, dann muss ich das hier mit ganz klaren Worten korrigieren: nein, Katar ist nach wie vor ein US-Puppenstaat, wo die tatsächlichen Machthaber im Land in der US-Militärbasis sitzen.

        Was durch den saudisch-katarischen Disput aber passiert ist, ist, dass Katar nun dabei zu sein scheint, einigermaßen konstruktive Beziehungen zum Iran aufzubauen, und die Saudis, die das auf keinen Fall wollen, sondern stattdessen immer wieder auf Krieg und mehr Krieg setzen, um sich und die Welt ihre überlegene Stellung in der Region zu beweisen, ob ihrer gescheiterten Kriegstreiberei gegen Katar kräftig Ei im Gesicht haben.

        Ein Blick auf Al Jazeera reicht, um zu verstehen, dass Katar zumindest teilweise immer noch reichlich feindlich gegenüber Iran, Syrien, etc ist, auch wenn die syrische Armee neuerdings sogar bei Al Jazeera Arabic mal so genannt wird, anstatt sie mit Beschimpfungen zu belegen. Aber: es gibt nun aus Katar von kleineren Publikationen immer öfter mal Artikel zu Iran, Syrien etc, die deutlich weniger Hetze enthalten und zu Gesprächen und, falls möglich, Kooperation aufrufen. Hier zum Beispiel:

        https://www.alaraby.co.uk/english/Comment/2017/7/6/Washington-and-Riyadh-must-defuse-the-war-hysteria

        Darin steht zwar immer noch „murderous Assad regime“ drin, und eine ganze Menge mehr, die die US-Weltherrschaft wie üblich offenbar als Gottesgesetz betrachtet – aber ansonsten sollten sich auf den da geäußerten Ansichten von diesem „former Senior U.S. Intelligence Officer“ durchaus konstruktive Beziehungen zwischen Katar und Iran aufbauen lassen.

  6. Das der Herr Scholz im ÖR das sagen darf…
    „Wenn wir wirklich Zivilisten schützen wollen, nachhaltig, dann geht das nur dadurch, dass wir mit dem Bombardieren aufhören“, sagt Ulrich Scholz, der Oberstleutnant a.D. der Luftwaffe und ehemaliger NATO-Planungsstabsoffizier ist…..
    ist schon eine Veränderung.

    Trotz dem ist das immer noch heftige Propaganda, weil es jetzt offenbar wieder in’s neue Konzept passt.
    Wäre Oblabla noch Präsident oder gar Hellery, würden diese Schmierfinken der ÖR solche Kritik nicht zu lassen.

  7. Die Flugrouten (Hin- und Rückflug) von Deutschland nach Doha, Manama, Abu Dhabi, Dubai führen m.W. schon lange über Rumänien/Türkei/Iran (LH und auch Emirates; Qatar Airways weiß ich nicht). Ich bin sehr häufig am Golf gewesen und kann mich nur erinnern, dass vor 09/11 auch über Agypten/Saudi geflogen wurde.

    Die Frischwaren, die dort auf den Märkten zu kaufen gibt, kommen vorwiegend aus Indien, Pakistan und Iran, zu geringen Teilen auch aus afrikanischen Staaten. Andere Verbrauchgüter/Lebensmittel werden aus Europa importiert. Lebensmittel/Verbrauchsgüter stellen die dort selbst kaum her, es wird alles importiert. Im Supermarkt steht man dort auch zwischen PersiL und Ariel, ähnlich wie in Deutschland.

    Zudem ist die Wirtschaft in den Golfstaaten sehr eng miteinander verflochten. Allzu forsch vorgehen können die Ultimatum-Steller gar nicht. Bahrain z.B. gehört zu den weltgrößten Aluminiumproduzenten (ALBA). Die Energie in Form von Erdgas kommt per Pipeline aus Katar. Die Kraftwerke z.B. in VAE werden hauptsächlich mit Erdgas aus Katar betrieben. Und mit dem Iran wurde von je her schon immer intensiv gehandelt (hauptsächlich Dubai). Wenn es um Geschäfte geht, wird nicht nach Shia oder Sunni gefragt. Israel z.B. lieferte auch schon vor 40 Jahren Apfelsinen in größeren Mengen in muslimische Länder mit dem Unterschied, dass auf den Kisten, die in westliche Staaten gingen „Jaffa“ draufstand und die, die in Moslem-Staaten gingen, stand nichts drauf.

    Bleibt abzuwarten, was nun letzendlich mit diesem „Tanz“ bezweckt werden sollte oder noch soll. Ich kann mir vorstellen, dass Trump die Saudi und deren Engagement/Finanzierung i.S. Terror aushebeln will. Zwei Fliegen mit einer Klatsche erschlagen, Katar steigt freiwillig aus dem Terror-Geschäft aus und die Saudi nebst deren Verbündete werden durch öffentliche Blamage dazu gezwungen. Wenn es so ist, ein geschickter Schachzug von Trump.

    1. Katar steigt freiwillig aus dem Terrortgeschäft aus und Saudi Arabien wird durch öffentliche
      Blamage dazu gezwungen, das versteht Trump unter WinWin Situation.

      Auf seiner Rede in Riad über den Kampf gegen Terrorismus schaute er noch
      in meist gelangweilte Gesichter, aber dann zeigte sich, er meint es ernst.

      Da wird auch noch mehr kommen, der Mann hat die Instinkte eines
      ProfiKämpfers und sehr viel Erfahrung.

      1. ulrich

        Ich würde das gar nicht an der Person Trump und seinen Fähigkeiten festmachen. Trump ist in erster Linie ein erstklassiger TV-Darsteller und hartnäckiger Kämpfer.

        Aber er hat Berater, die verstehen etwas von ihrer Materie. Die US-Militärs, die hinter Trump stehen, oder deren Frontmann Trump ist, die verstehen nicht nur was von Krieg und Willensdurchsetzung, sondern die wissen auch, dass sie die ganzen bescheuerten Kriege der letzten Jahre für Israel geführt haben.

        Und Tillerson als langjähriger Exxon-Boss dürfte den nahen Osten und seine Machthaber, samt ihrer Stärken und Schwächen, wie seine Westentasche kennen, nur eben idR nicht aus der Perspektive der Israel-Lobby, sondern meist als ihr Gegenspieler.

  8. Ich lese den Blog seit schon einer längeren Zeit. Vor allem der Informationsgehalt ist wirklich interessant. Doch langsam denke ich mir ob ich weiterhin die Beiträge lesen soll. Die gutwillige Interpretation von Trumps Handlungen ist nicht auszuhalten. Der Mann geht in Aktionen, schafft Fakten die Tag für Tag die Lage verschlimmern und hier wird dann behauptet es sei alles halb so schlimm. Er tue nur so, aber meine ja anders. Lieber PB, es sind hier keine Theaterspiele sondern tatsächliche Verschiebungen in Kräfteverhältnissen. Siehe den Polenbesuch, oder etwa er wolle auch Poland in eine Falle locken?
    Die Trumpfrage kann man nicht nach seinem Befinden und angeblichen Intentionen beurteilen. Dies ist die falsche Vorgehensweise. Die USA stehen an einem Scheidpunkt. Es geht um welthistorische Weichenstellungen, die nun gemacht werden sollen. Die bisherigen Strategien sind sämtlich gescheitert und es ist kein neue, konsistente Strategie in Sichtweite. Da tobt ein erbitterter Kampf zwischen zwei Fraktionen. Die Einen, die die bisherige hegemoniale Stellung zu jedem Preis aufrecht erhalten wollen und diejenigen, die eine Revision in der Einschätzung der Lage für nötig halten. Fakt ist, dass die erste Fraktion bei weitem die stärkere ist und die Ereignisse diktiert, ohne jedoch die strategie voll bestimmen zu können. Der Trump ist in dieser Gemenge nur einer der allesmögliche Versucht, ohne zu wissen was der nächste Schritt ist. Nicht weil er dumm ist, sondern weil eben diese strategische Perspektive fählt. Doch das ändert nicht an der Tatsache, dass mit diesen Einzelmaßnahmen werden Fakten geschaffen werden die wiederum den Spielraum einengen und zur Eskalation der Lage beitragen. Und zwar nicht nur im Nahen Osten, sondern mittllerweile überall auf der Welt. Sicher eine Hillary wäre beit weitem schlimmer gewesen. Doch das rechtfertigt diese Schönrederei über Trump nicht.
    Ich habe mal hier dafür appelliert, die Illusionen aufzugeben. Die Zeiten sind zu ernst für solche trügerische Hoffnungen. Ich hoffe dass der liebe PB dies einsieht und hoffe dass zumindest diese eine Hoffnung nicht trügerisch ist.

    1. bs
      er wolle auch Poland in eine Falle locken?

      Also nach den Ereignissen in Saudi-Arabien sehe ich den Polenbesuch anders. Man muss sich im Klaren sein, was da im Hintergrund läuft. Meines Wissens zahlen die sendenden Länder den Einsatz, d.h. je mehr amerikanische Soldaten in Polen sind, desto mehr zahlt die USA. Die Soldaten müssen versorgt werden und bringen Kaufkraft ins Land. Deshalb auch das Geschrei nach mehr Truppen, was jeder Normaldenkender nicht versteht.
      Auf der anderen Seite hat Trump vor Monaten schon gesagt: Die anderen NATO-Staaten müssen sich stärker an den Kosten beteiligen. Ich schätze mal irgendwann wird Trump diese Länder an den Kosten beteiligen wollen und dann wird die Frage kommen: Ist die russische Gefahr wirklich so groß?
      Wenn Trump die osteuropäischen Staaten an den Kosten beteiligen würde, hätte es 2 Vorteile. Die Kosten würden sinken und die Soldaten würden trotzdem bezahlt. Andere Ländern wurden also die Arbeitslosenzahlen der USA senken und die Rüstungsindustrie hätte Aufträge. Ich könnte mir also gut vorstellen, das Trump die Truppen in Osteuropa hoch fährt, dann aber die Länder für den „Schutz“ bezahlen lässt.
      Übrigens: Das größte Problem in den USA ist derzeit nicht Trump, sondern die, die allen eine Beeinflussung der Wahlen durch Russland hochspielen. Mal davon abgesehen, das das heute Gang und Gebe vor allen über NGOs Wahlen zu beeinflussen versucht jeder Kanzlerkandidat auch Termine in Washington oder Paris zu bekommen und der Wahlkampf in Frankreich wurde massiv aus dem Kanzleramt beeinflusst.
      Dies hochgespielte Russenfeindlichkeit führt dazu, das die wichtigen Kontakte zwischen Russland und den USA stocken, das ist schlecht für den Syrienkonflikt, Nordkorea, Afghanistan… Man bindet Trump und der bekommt dadurch in der Außenpolitik nicht gebacken. Da mögen sich einige einen Vorteil in den USA ausrechnen (Ob es bei den nächsten Wahlen wirklich ein Vorteil ist, ist ungewiss. Für den Rest der Welt ist es eine Katastrophe

    2. @bs
      Ich bezweifle das du bei PB schon länger liest, deine Ausführungen das jedenfalls in keinster Weise.

      1. Ich bitte vielmals um Entschuldigung. Ich wusste nicht dass man hier auf der Linie sein muss. Ich dachte nämlich dieser hier wäre ein Blog mit interessanten, informativen Beiträgen und aus meiner Sicht auch wichtegen Fehlern. Nun erfahre ich, man sollte so argumentieren wie hier sonst argumentiert wird. Oder etwa wenn man längerer Zeit den Spiegel liest sollte man auch so denken wie die blöden Redaktore da?
        Es ist bedauernwert dass sich Leute immer noch so verhalten. Ich glaube eben dieses Verhalten hat auch dazu beigetragen, dass die Grünfaschos so die Oberhand gewonnen haben. Halte inne mein lieber und begegne einen Argument mit dem Gegenargument. Werde nicht belehrend. Dies ist nur lächerlich.

  9. Also mal ehrlich
    Was wurde denn wirklich erreicht ? Ausser den „süssen Worten“

    Ich sehe bis jetzt nur wildes arabisches Geschrei von hier und von da und nur EIN GESICHERTES Resultat, ok ok aber das zu 100% oder 99,9999%

    Und das ist,
    Wenn es dort knallt gibt es nur ein Fleckchen Erde wo man sicher sein wird im Nahen Osten und das nennt sich Katar.

    Denn:
    Die Amis und __ihre Freunde/Vasallen___ werden nicht auf den grössten Umschlagplatz ( größte Basis ) ballern und die Iraner sind jetzt so positiv überrascht __ Siegestrunken __ über die so große Zukunft mit Katar das die auch nicht drauf ballern werden. Alles vergessen und verziehen was da so passierte in der Vergangenheit.

    besser als jedes Friedensangebot von allen Seiten.
    Gratuliere diesen Schlitzohren 😉

    Wer war nochmal der Auslöser dieser aach so „dramatischen bzw säbeltanz“ Krise ?
    Gott sei Dank haben genau diese säbeltanzenden Typen keine anderen Ideen

  10. @bs: Worte sind Schall und Rauch, es kommt auf Taten und ihre Ergebnisse an. In Bezug auf letztere sehe ich viele, schöne Fortschritte in Richtung einer neuen, multipolaren Weltordnung seit Mr. Trump Präsident der USA geworden ist: Die Geschichte mit Saudi Arabien und Katar gehört eindeutig dazu. Wenngleich sie eine Spur zu genial zu sein scheint, um rein US-amerikanischen Ursprungs sein zu können: Die strategische Handschrift spricht eher für Schach- statt Poker-gewohntes Denken. Sagen wir mal, Mr. Trump scheint klug genug zu sein, um sich (zumindest von Fall zu Fall) kluge Berater zu suchen.

    1. Da könen wir ja beruhigt sein und uns aufs Genie von Donald verlassen!! Aber im ernst:
      1- Worte sind in der Politik nichr Schall und Rauch. Als der Obama Russland ald „Regionalmacht“ beschrieb, das waren auch nur Worte. Aber diese waren Ausdruck einer bestimmten Haltung und haben zu ihrem Teil zu der Russlandhetze beigetragen.
      2- Zum „Taten und Ergebnissen“. Zunächst mal die Taten. Welche Taten von Trump sind nun gemeint? Gegenüber Iran? Da lässt sich die Billanz ziehen, dass noch mehr Druck – echten Druck und nicht nur Verbal – in Form von erneuten Sanktionen aufgebaut worden. Kuba? Die Reverse Politik ist in vollem Gange mit einer gehöriger Portion antikommunistischer Hetze die ehe an den Zeiten des kalten Krieges erinnert. Syrien? Man schaue sich nur noch die täglichen Meldungen über neuen Amerikanischen Stützpunkten. Oben drauf die ganz frische Meldung über die Entstehung der neuen Söldnerbande https://www.almasdarnews.com/article/new-us-backed-rebel-group-formed-american-interests-syria/
      3- Nun zu den „Ergebnissen“: Das, was sich da abzeichnet in der Verschiebung der Machtverhältnisse auf globaler Ebene hatte schon längst begonnen bevor es überhaupt ein Trump die politische Bühne betreten hatte. Beispiele?
      – Die richtige Entstehung von G20 im Jahre 2008
      – Der nicht statt gefundene Angriff 2013 nach der Chemie Attacke in Ghouta
      – Beitritt Grossbritanien zur Asiatischen Entwicklungsbank trotz massivem Widerstand der USA (2014 oder 2015?)
      Usw. usf. Diese Ergebnisse verdanken (wenn es überhaupt von Dakbarkeit die Rede sein kann) wir nicht den genialen Schachzügen vom Trump. Die sind Ausdruck neuer echten, materiellen Tatsachen im globalen Kapitalismus. Der Trump mit seinem vulgären Amerikanismus hat ehe die Lage in Richtung Vergiftung des Klima geführt. Diesbezüglich ist er kein Deut besser als der elitäre Obama. Siehe seine UNO Botschafterin

  11. Naja manche wissen nicht wie ein Säbeltanz so aussieht

    das lernt man ganz schnell auf der ersten Auslandsreise bei Freunden im Siegestaumel bei super Geschäften
    http://www.spiegel.de/video/donald-trump-beim-saebeltanz-im-saudischen-koenigshaus-video-1768231.html

    250 Mrd sollen über diese Katar Basis umgesetzt werden
    ZWEIHUNDERT FÜNFZIG für Nachschub der abgeworfen wurde der abgeschossen wurde oder der techn.kaputt gegangen ist ….

    also Nachschub für einen wunderbaren grossen Krieg

  12. Ergänzung bzw. ein Zusatzaspekt: Wenn jemand von den Globalisten-Propagandaorganen verunglimpft und verteufelt wird ist davon auszugehen, daß er nicht im Interesse ihrer Auftraggeber handelt. Heute machte es wieder besonders großes Vergnügen, die Schlagzeilen deutscher Quantitätsmedien zu lesen, z. B. bei Welt-online, wo Mer. Trump bezüglich seiner „ehrlich bösen“ Absichten gegenüber Russland mißtraut wird (bei SPON unterstellt man ihm sogar, dement zu sein)…

    Sicher sind seine Motive nicht engelhaft und die Umstände, unter denen er den Einfluß der Globalisten eindämmen muß, extrem schwierig, m. E. schlägt er sich aber recht gut dabei. Die gefährlichen Flugzeugträger, die sich auf dem Weg nach Nordkorea befanden, hatten sich erstmal verfahren, Herr Poroschenko fehlt es derzeit an Geld um größere Angriffe gegen den Donbass führen zu können, die Aktivitäten der m. W. größten US- (und damit i. d. R. auch CIA-) Basis im Nahen Osten sind durch die Sanktionen gegen Quatar zur Zeit sicher etwas behindert, Indien UND Pakistan sind BEIDE Mitglieder der SCO geworden, usw….
    Das Allerwichtigste ist aber m. E., daß die Achse des Widerstands viel besser dasteht als noch vor einigen Monaten. Grade diesbezüglich war die Motivierung Saudi-Arabiens, sich selbst vor die Wand und in´s vorläufige (?) Abseits zu fahren, ein weiterer Meilenstein. – Sowie pikanterweise eine 1:1 Repilkation der US-Falle für Saddam Hussein bezüglich Kuwaits. Mit etwas schwarzem Humor (es leiden und sterben ja immer noch viel zu viele Unschuldige) hat man derzeit viel zu lachen. Vor allem, wenn man die aktuellen Geschehnisse im Kontext mit den geopolitischen Entwicklungen der letzten Jahre betrachtet. Dann ist auch die aktuelle G20-Veranstaltung eine Art absurdes Theater (oder eine echt gute Satire).

  13. Entschuldigung, es sollte Replikation heißen, nicht „Repilkation“.

    @sgr:
    Wie wir ja beim „Riesen-Waffendeal“ an/mit SA gesehen haben, handelt es sich dabei in erster Linie um Tributzahlungen (ein Großteil der „Waffenlieferung“ an SA waren gar keine realen Waffen sondern Rechnungstellung für diverse „Service“-Leistungen). Da Quatar demnächst evtl. (Quellen müßte ich erst wieder suchen, sorry) aus dem Petro-Dollarsystem zugunsten der chinesischen Währung aussteigt wird der genannte Umsatz vielleicht sowas wie ein Abschieds-Trostpflaster. Mr. Trump braucht ja auch ein bißchen Geld für die Abwicklung des globalistischen Machtapparats (der sollte m. E. in unser aller Interesse besser etwas abgefedert „landen“ bzw. versanden).
    Darüber hinaus glaube ich kaum, daß die Zugeständnisse des Irans an Quatar zustandegekommen wären (bzw. beibehalten würden) wenn Quatar weiterhin Globalisten-Proxies finanzieren und bewaffnen würde, die iranische (und andere schiitische sowie verbündete) Soldaten umbringen.

    PB hat recht: Zu den echten Verbündeten gehört Quatar zwar (noch?) nicht, es war aber eine große Leistung, es – ebenso wie die Türkei – aus der Phalanx der Feinde der Widerstandsachse herausgelöst zu haben. M. E. ist der Bruch Quatars mit SA (zu dessen großem Schaden) so unumkehrbar wie seine (weitere) Annäherung an Iran.

    Der persönliche Sympathiefaktor für Familie al-Thani (oder Herrn Erdogan und seine AKP) sollte dabei erstmal genauso zweitrangig sein wie der für deren jeweilige Herrschaftsformen: Was wichtiger ist, ist die Tatsache, daß beider Länder jetzt keine/keine sicheren Verbündeten der Globalisten mehr sind und das ist sehr erfreulich.

    1. „Was wichtiger ist, ist die Tatsache, daß beider Länder jetzt keine/keine sicheren Verbündeten der Globalisten mehr sind und das ist sehr erfreulich.“

      Meine Meinung beide ( Türkei und Katar ) sind immernoch sichere Verbündete. Dafür wird die dritte Macht aus dem Süden Syriens schon sorgen. Oder bezweifelt das wirklich einer ?

      Aber es gibt wirklich einen reale Erfolg bei beiden.
      Sie können erstmal nur verdeckt operieren und ein gehobener Zeigefinger „Fällst du in deine alten Schemata zurück? “ dürfte zur vorläufigen Zurückhaltung führen.

      Das ist mir(denke allen) viel lieber als gleich bei Kriegdrohungen zu landen.

      zum Waffendeal
      Ich bin mir sicher es wird einen Krieg geben. Es gibt erstmal 3 Länder die man gern vom Schirm hätte, NK, Russland, Iran. Der Iran dürfte von den 3 der „schwächste Ziel“ sein und die beiden anderen sind erstmal nur Ablenkung.

      Russland will man ee ausschalten indem man die Galionsfigur auswechselt – ein neuer Jelzin lässt sich sicher finden und dann geht die Party weiter.

      PS.
      NK hat man ja übrigens die gleiche Idee also bleibt da nur der Iran und die Kurden sind ja schon in den bombenden Startlöchern, die „Guten“ ( zB. im West Iran )

      Die spielen nicht fair diese Typen. Die sind so gross geworden weil die einfach alle beschei*en. Warum eine Ölquelle kaufen wenn man die sich nehmen kann?

      Das gild nicht nur beim Öl.
      Das kenne wir tagtäglich aus allen Bereichen

  14. Hallo PB,

    danke für deinen Blog und deine Arbeit die Du hier leistest.
    Genauso schätze ich, das Du hier deine fundierten Überlegungen und Meinungen mit uns teilst und uns, deine dankbaren Leser, die Gelegenheit gibst sie zu diskutieren und uns eigenen Überlegungen zur Diskussion stellen lässt.

    Zum Thema:

    Seht die Sache doch mal so: Trump macht was Trump gesagt hat, Deals.
    Motto Amerika zu erst. Und es gelingt!

    Beute für Trump: prima Waffenumsatz, Arbeitsplätze und, das wichtigste, Festigung der Amerikanischen Machtpositionen und die Verstärkung der Abhängigkeit aller Länder am Golf. Materiell/technisch und politisch.
    Materiell/technisch? Kein fortgeschrittenes, „amerikanisches“, verkauftes Waffensystem erfüllt seine Aufgabe wenn Amerikas CIA nicht die Zustimmung gibt. Das ist auch in Europa so. Fragt mal die CIA-Leute die in Wien den Österreichern für ihre „europäischen“ Flugzeuge die Freigabecodes „verkaufen“.
    http://www.vol.at/eurofighter-bundesheer-muss-fuer-jeden-start-code-kaufen/5273530

    Und ähnliches gilt für alle „Alliierten“! Raketen, Kanonen, Schiffe, Bomben usw. Satelliten und brauchbares GPS.
    Sogar originale, geheime deutsche U-Boote können nur gesteuert werden wenn der „NATO-Code“ ins „Nato-Steuergerät“ eingegeben wird.
    Und die Munition wird auch nur geliefert wenn es passt. Das hat auch der Irak gespürt als es mit dem IS losging.
    Ihr erinnert euch: keine Raketen für die Hubschrauber und auch keine Flugzeuge, obwohl bezahlt, bis zum „freiwilligen“ Regierungswechsel und bis die Russen lieferten. Wir hatten das Thema hier.

    Politisch ist die Lage doch noch klarer. Ohne Amis als Schiedsrichter geht nichts mehr am Golf.
    Die Amis sind Schutzmacht aller Golfstaaten. Ich habe mal gelesen sie haben bei den Sauds ein Mitspracherecht bei der Königswahl und bei der Auswahl der Herrscher in den anderen Staaten.

    Die Politik eines räuberischen Hegemons geht halt so:
    Schicke nicht einen Vasallen zur Erledigung einer Aufgabe sondern zwei. Dem Erfolgreicheren sage Straffreiheit zu und dem andern versprich Strafe, wenn er sich nicht genügen anstrengt versprich das der erfolgreichere den zweiten Sieger gleich mit schlucken kann wenn er stark genug ist. Manch mal verprügelt man auch einen einfach nur weil es Spaß macht und es ungemein diszipliniert.
    Dann ist das beliebteste Spiel der Sklavenvasallen, wer zahlt den größten Tribut, wer ist für den Hegemon am nützlichsten. Die Osmanen, ich habe in einem anderen Faden schon darauf hingewiesen, waren darin große Meister fast 500 Jahre in süd-ost Europa und Persien.
    ~
    Die Auseinandersetzung am Golf heißt also nicht(!) das der Krieg jetzt aufhört, weil jetzt die „Guten“, die Halsabschneider in Syrien, keine Finanzierung mehr bekommen, nein. Das heißt nur das die USA gefragt werden muß, ob die Freunde zahlen dürfen! Und vielleicht findet nur gerade eine Disziplinarstrafe statt. Besonders gut gelaufen ist es ja bis jetzt ja nicht in Syrien und Irak.
    Der Krieg ist nicht im Interesse der Araber sondern der Amerikaner! Sie haben den in Auftrag gegeben! Nur sie entscheiden ob er aufhört!
    ~
    Ich bin der Meinung, dass weder die Türkei noch Katar die Seite wechseln/gewechselt haben.
    Nein, wir sehen ein Spiel mit verteilten Rollen und den Kampf der kleinen Raubtiere um die Futterreste des größten Raubtiers, sowie den Kampf untereinander und den Versuch nicht von seinem Fresspartner, gefressen zu werden.

    Einen schönen Tag aus der besetzten Stadt Hamburg
    PAule
    Ps: Wenn die wilden Horden der Antifa wüsste was da so über ihren Köpfen kreist würden sie sich in die Hosen schei*en!
    PAule
    Raketen, Maschinenkanonen, Scharfschützen – aus allen Gegenden unter der Sonne der Besatzer!
    P.

    1. PAule

      „Beute für Trump: prima Waffenumsatz, Arbeitsplätze und, das wichtigste, Festigung der Amerikanischen Machtpositionen und die Verstärkung der Abhängigkeit aller Länder am Golf.“

      Ein wichtiger Teil der Beute dürfte in der drastischen Steigerung der katarischen Gasförderung liegen. Ohne die „Katar-Krise“ hätte es die vielleicht so nicht gegeben. Da winken riesige Geschäfte und Profite für ExxonMobil und ExxonMobils Zulieferer. Und Trump dürfte zurecht erwarten, dass ein Teil dieser riesigen Profite aus der Ausweitung der Gasförderung in die Finanzierung seines Wahlkampfes 2020 gehen wird.

    2. PAule

      Ich hatte ja schon zu Trumps Wahl ihn mit Gorbatschow verglichen. Er sieht die Probleme, hat aber keine realen Lösungen (Nationalismus sehe ich nicht als Lösung). Nach dem kalten Krieg sind alle westlichen Länder überschuldet und die überschwängliche Osterweiterung sowohl der EU als auch der NATO haben die Probleme verschärft. Hinzu kommt das unbedingte Festhalten am neoliberalen Wirtschaftssystem. All das verschärft schon vor Trump die Probleme in den Westlichen Parteidiktaturen.
      Aus diesen Grund sieht Trump die Probleme eigentlich richtig: Die USA ist überschuldet und es hat den Technologischen Wandel verpennt (Das er jetzt alles zurückdrehen möchte, halte ich für Schwachsinn.) Schon lange wehren sich die Lateinamerikanischen Länder gegen die Führungsrolle der USA zur Wehr zu setzen. Als letztes war es wohl Brasilien, was erlebt hat, mit welcher Macht das die USA unterbindet. Nun wächst ja schon lange mit China eine Macht heran, die den USA die Stirn bietet und die vor allem gegen die Leitwährung Dollar vorgeht und sie sind auf guten Weg. Hinzu kommt, dass die USA in Ihren Weltmachtgedanken eine viel zu große Armee haben. Die USA ist krank. Trump versucht diese Krankheiten zu heilen und da er sie aufzeigt, fallen diese auf ihn zurück. Dass er die Probleme auch noch mit den falschen Mittel lösen will, verschärft die Sache noch.
      Ob es der EU bessergeht, nur weil man die Probleme verdrängt, möchte ich bezweifeln.

    3. PAule
      Wenn die wilden Horden der Antifa wüsste was da so über ihren Köpfen kreist würden sie sich in die Hosen schei*en!

      Das ist doch alles nur für einen guten Zweck:
      Mutti will Erdowahn und Putin zeigen, wie man mit Demonstranten richtig umgeht

    4. @PAule
      „Ich bin der Meinung, dass weder die Türkei noch Katar die Seite wechseln/gewechselt haben.
      Nein, wir sehen ein Spiel mit verteilten Rollen und den Kampf der kleinen Raubtiere um die Futterreste des größten Raubtiers, sowie den Kampf untereinander und den Versuch nicht von seinem Fresspartner, gefressen zu werden.“

      .

      In meinen Augen eine Gute Analyse. Danke dafür. 🙂 Und lass Dich in Hamburg „verprügeln“ egal von wem.

      1. 😦 Sorry „nicht“ fehlt dabei zwischen „Hamburg“ und „verprügeln“ . 😉 Wer läßt sich schon gerne „verprügeln“, egal ob „verbal“ oder real.

      2. Hallo Karsten,

        das Alter bringt Erfahrung mit sich, macht langsam und bedacht aber auch weiser….

        Danke für die Wünsche!

        Gruß PAule

  15. Ganz am Anfang der Eskalation zwischen Katar und den anderen Wahhabiten und ihren Mitstreitern sagte ich:
    wenn jemand etwas gegen die wahhanitischen Terrorfinanzierungsstaaten unternehmen möchte, ist diese Auseinandersetzung genau das was man sich wünschen würde.

    Wird mittlerweile ja von vielen so gesehen, wobei es noch keinen Beweis gibt.

    Aber auch die jetzige Landung als Bettvorleger könnte ähnlichem Motiv entsprungen sein: die Saudies haben bemerkt, wie die Amis sie hier auflaufen ließen, und haben noch die Notbremse gezogen, bevor sie ganz dumm da stehen (bisher gibt es ja nur etwas Gesichtsverlust, könnten ja auch schnell zig Flugzeuge und Schiffe vielleicht Ölförderanlagen und Glaspaläste sein).

  16. Trump

    Wie kann jemand annehmen, dass ein US-Präsident seine Aufgabe darin sieht, eine neue Weltordnung im Sinne einer multipolaren Welt durchzusetzen?

    America firts; Make America great again.

    Die Überschriften wurden doch oft genug gesagt, und auch ziemlich deutlich, mit welchen Inhalten sie zu unterfüttern sind.

    Die kriege im Irak, Afghanistan waren betriebswirtschaftlich betrachtet totale Katastrophen; und politisch wurde wohl nichts erreicht, was anders auch erreichbar geworden wäre, dabei viele Kollateralschäden (politische, Menschen und ausländische Infrastruktur etc. zählen in dieser Betrachtung genau Null) vermieden.

    Warum so etwas fortsetzen?

    Die Behauptung, wir müssen die „Menschenrechte“ und „Demokratie“ und „Freiheit“ in der Welt durchsetzen, war angesichts der realen Handlungen schon immer eine weitgehend leere. Und trotz beispiellosen massenmedialen Gewitters wird sie immer weniger geglaubt.

    Also weg damit; soll doch regieren wer will, wenn wir nur gute Deals mit ihm machen können.

    „Gute Deals“ als Überschrift für einen Ausgleich der hochdefizitären Handelsbilanz.
    (wie sinnvoll eine Betrachtung der Handelsbilanz ohne den Wechselkurs und die Kapitalexporte ist, sei mal dahingestellt; das betrachten Trump und seine Berater jedenfalls nicht)

    Androhung von Zöllen, vielleicht auch Zölle, ein aus dieser Logik folgerichtiger Schritt.

    Jedoch keineswegs, um den gemeinen Arbeiter (außerhalb der USA) gegen das internationale Finanzkapital zu schützen, das könnte nur ein Nebeneffekt sein, wenn die absolute „Frei“handelsdoktrin der letzten Jahrzehnte Risse bekommt.

    Und eine geradezu excessive Förderung des Verkaufs amerikanischer Waffen.
    Ob das allein unter den Punkt Ausgleich der Handelsbilanz gehört?
    Wahrscheinlich nicht; die Waffenlobby ist sehr einflussreich und hat mit jedem Waffenverkauf etwas im Portemonnaie.

    (Wohl ebenfalls wichtig: die modernen Waffensysteme sind derart duchcomputerisiert und vernetzt, ich denke nicht, dass man die einfach ohne aufwändige Umbauten gegen Amerikaner einsetzen kann.)

    Weiterer Aspekt zu „Deals“: wir nennen unsere Interessen ziemlich direkt, ohne Geschwafel über Menschenrechte etc., und wollen die möglichst durchsetzen; aber in einem Deal gibt es geben und nehmen, üblicherweise.

    Wird die Welt durch Trump und seine Agenda automatisch „gut“?
    Natürlich nicht, wir sind ja auch nicht im Märchenbuch.

    Knn die Welt etwas sicherer und insgesamt „besser“ werden als unter den Interventionisten und Globalisten?

    Ja. Vor allem angesichts der Tatsache, dass dieses Modell zunehmend an die Grenzen geriet, die Kosten immer höher wurden, es durchzuhalten.
    Und irgendwann auch ein großer Krieg durchaus wahrscheinlich würde.

    1. Hallo Andreas,

      „Die kriege im Irak, Afghanistan waren betriebswirtschaftlich betrachtet totale Katastrophen; und politisch wurde wohl nichts erreicht, was anders auch erreichbar geworden wäre, dabei viele Kollateralschäden (politische, Menschen und ausländische Infrastruktur etc. zählen in dieser Betrachtung genau Null) vermieden.

      Warum so etwas fortsetzen?“

      Na, weil Menschen, ausländische Infrastruktur, Kollateralschäden die Trumps dieser Welt nicht interessieren, höchsten als Gelegenheit zum dealen, im Gegenteil diese Schäden bedeuten Machtgewinn für Trump, da der Gegner geschwächt wird….
      Die Beute aus dem Irakkriegen dürfte sich auf $ 500 Milliarden allein an herausgeschleppten Vermögen belaufen. Die Gewinne durch die Kriegsentschädigungen in Geld (Zinsen) Öl und Gasausbeuten nicht mitgezählt. Die künftigen militärischen/technisch/Abhängigkeiten kommen noch oben drauf.
      Zur Klarstellung nicht der Staat/Volk USA macht die Gewinne der übernimmt nur die Kosten und stellt die Soldaten…

      Die machtpolitischen Erfolge für die Amerikaner aus obigen Kriegen liegen doch auf der Hand.
      Vergleiche das Jahr 2000 mit dem Jahr 2017. Seither haben die Amerikaner und Vasallen ihre Soldaten in fast allen Ölländer der Welt stationiert oder sie in den Ruin getrieben… Das Machtgebiet der Nato ist enorm gewachsen… Die Trumps dieser Welt sind mächtiger als je zuvor… Wer hätte sich vorstellen können das die USA Militärbasen im Herzen Asiens unterhalten und mit China und Russland dort um Einfluss kämpfen … (Afghanistan, Usbekistan, Tadschikistan, Pakistan…)

      Was Südamerika angeht haben die Amis ihren Einfluss auch wieder gefestigt respektive den Einfluss Chinas und Russlands wieder zurück gedrängt. Arabien war auf dem Absprung – hat sich erledigt…
      Und @PB, Syrien ist noch nicht entschieden…
      Da kommt noch was, was zur Teilung des Landes führen könnte….

      ABER: Das hat Amerika sehr viel Kraft gekostet und zwar so viel das jetzt eine Konsolidierungsphase notwendig ist, um die technisch/wissenschaftlich Infrastruktur in Amerika zu erneuern, damit (!) er den Kampf gegen China und Russland und so weiter gewinnen kann. Das hat Trump auch so gesagt…
      Also eine Pause, kein Weltfrieden… das will und muß Trump organisieren.

      Dafür braucht er Geld (Tribute), relativen Stillstand der Expansion (Waffenstillstand) und die Unterstützung seiner Vasallen, also ein vorübergehendes Ende der Kämpfe unter ihnen. (Das erreicht er am besten, wenn sie alle mit Wunden lecken beschäftigt sind.)
      Das wiederum könnte eine Chance für Syrien, Russland aber auch Deutschland sein?

      Ich halte es für ausgeschlossen das sich in nächster Zeit die Kräfteverhältnisse auf diesen Planeten schlagartig ändern und selbst wenn, bleibt das Problem, nur mit vertauschten Rollen, erhalten.
      Kein Staat hat Freunde – nur Interessen. Es gibt auch keinen selbstlosen Staat auf der Welt, es wäre sein Tod.
      Ergo stehen sich Russland, China und USA im gleichen Verhältnis gegenüber, nur das USA der Klassenstärkste ist. Eine Kellerei zu Dritt egal in welcher Konstellation mach aus dem Planeten eine Wüste

      Also bleibt nur das Gleichgewicht des Schreckens, da bin ich mit dem KGB-Offizier aus Dresden einer Meinung.

      Voraussetzung für den (zeitweiligen) Klassenfrieden ist das sich die Kräfte annähern am besten wäre sie sind gleich stark, das gilt es zu organisieren…
      Das ist die Aufgabe, Syriens und Deutschlands und Europas Chance… wenn man sie ergreift, allerding wird das mit der Edelsklaventruppe die uns regiert nicht gelingen, weil sie es nicht wollen…

      Grüße aus dem umkämpften Hamburg
      PAule
      PS: Bin beruflich hier…
      P.

    2. Sehr geehrter andreas,
      *** Und eine geradezu excessive Förderung des Verkaufs amerikanischer Waffen ***
      Was könnten sie den sonst Verkaufen, außer Finanzkonstrukte und Waffen, NICHTS
      Denn wer will schon Überholte und zwangsweise, mit NSA Hintertüren, gebaute Hard und Software.
      Der Rest wird in China Entwickelt und Gebaut.
      Info: Ohne Huawei, wären die neuen Anforderungen, 4K Netz, für die Telecom, nicht zu Realisieren.

  17. „Das legt nämlich die Vermutung nahe, dass Trump nicht, wie er es öffentlich zur Schau gestellt hatte, auf Seiten der Saudis steht, sondern er die saudischen Machthaber in eine Falle gelockt hat.“

    Das glaube ich auch. Je dümmer ihn die Medien schreiben, umso mehr kann man sich gewiss sein, das Trump genau weiß, was er macht UND Erfolg dabei hat.

    Übrigens dank der Wähler, die ihn gewählt haben. Weil man ja immer wieder die dummen Sprüche hört „Wahlen bringen nix“, „wenn, dann wären sie verboten“ und „die machen eh, was sie wollen“. Und die Massen an Nichtwählern, die sich zu fremdbestimmten Lebewesen degradieren.

    1. Hansi
      Wahlen bringen nix

      Gerade Trump ist der beste Beweis für diese Sprüche. Gerade bei ihm sieht man, das andere Ideen von allen Seiten bekämpft werden. Wirklich etwas ändern kann er nicht, er kann nur an der Oberfläche kratzen.

      1. Lutz

        Klar hat die Wahl von Trump was gebracht:

        TPP: Ende
        ISIS: bald zu Ende
        SAA: weit vorwärts gekommen, Verbindung nach Teheran hergestellt
        Libyen: Bengazi ist frei von Halsabschneider-Banden

        Und nun sehen wir die Annäherung von Katar an Iran.
        Freilich, es gibt noch viel mehr zu tun, siehe Jemen, aber da könnte sich – nicht zuletzt – durch den saudisch-katarischen Streit auch bald was tun.

      2. PB

        Schön, ich will höchstens anmerken, das IS in Libyen und Afganistan weiter leben, nur die wahren Probleme: die immer noch ausufernde neoliberale Wirtschaftsideologie; massenflucht wegen Neokolonalisierung, Kriege und Kriegsgefahr ; mehr Demokratie, gerechter Handel, … hat Trump eher nicht angefasst.
        wichtige globale Änderungen kommen aus China (Seidenstraße, 2. Weltbank …, nur würde ich da von Wahlen im Sinne unserer Parteidiktaturen nicht reden.
        Wahrscheinlich danken wir es auch Trump, das Regen heute weiter südlich (Franken) als angekündigt kommt…

      3. Lutz sagt: 7. Juli 2017 um 10:59

        “ ….. nur die wahren Probleme: die immer noch ausufernde neoliberale Wirtschaftsideologie; massenflucht wegen Neokolonalisierung, Kriege und Kriegsgefahr ; mehr Demokratie, gerechter Handel, … hat Trump eher nicht angefasst. …. “

        Hallo Lutz,

        Du hättest sicher alles sofort und in einem Aufwasch verändert, gell? Sowas wie Schritt für Schritt in die richtige Richtung, kennst Du nicht?
        An solch schlauen Nichtwählern wie Dir krankt unsere Gesellschaft. Und wegen dem Wahlverhalten (dazu gehört auch Nichtwählen oder ungültig wählen) ist es überhaupt erst dahin gekommen, was Du als Problemfelder beschrieben hast.
        Merkst Du was? Du bist mitverantwortlich für die von Dir beklagten Probleme!

    2. Hansi,

      ich bestreite ja nicht, das es auch über kleine Schritte Veränderungen gibt. So hat sich Deutschland vom muffigen Staat in den letzten 20 Jahren durchaus auch positiv entwickelt. Nur sehe ich das was man Früher als Gegensatz sah: Sozialdemokratie und Kommunismus, sehe ich eher als 2 Teile eines Weges. Während das Normale die Reformen sind, bracht man hin und wider auch radikale Veränderungen. Das kommt daher, das die Reformen auch Bereiche verändert, die man mit Reformen nur schwer verändern kann.
      In den US hat man Trump wegen den Verkrustungen im politischen System gewählt. Nur kann man die Verkrustungen aus Lobby, Abgeordneten und Parteien nicht mit reförmchen Beseitigen, da fehlt die Zeit, weil die in Positionen sitzen sich krampf haft fest halten. Weniger Krieg bekommt man nur, wenn man den Militärproduzenten Einfluss in den USA zügelt, nur haben die So viele blutige Dollar, das sie jede Wahl beeinflussen können. Und je länger man wartet, desto mächtiger werden sie.
      Auch Europa ist an einem Punkt angekommen, wo es nicht weiter geht, weil Politiker sich an Ihren Einfluss und Diäten festhalten. Ich bin der Meinung, das es nach vielen erfolgreichen Reformen Zeit für radikalere Veränderungen wird.

    1. Hansi

      Das würde ich rein kommerziell sehen.

      Katar hat im Moment natürlich etwas zu viele Flugzeuge, schon deshalb, weil die Flüge zwischen Katar und den vier Boykott-Staaten wegfallen. Wo Airbus nun ohnehin in Lieferverzug war, bot es sich für Katar natürlich an, die Airbus-Order zu stornieren, weil der durch die Stornierung entstandene Schaden wegen des Lieferverzugs an Airbus hängenbleibt.

  18. Katar hat sich sehr lange Zeit sehr sicher und unangreifbar gefühlt.
    Weil es war ja vermeintlich von guten Freunden umgeben und hat zwei große Militärbasen im Land mit tausenden US und türkischen Truppen.
    Sieht man u.a. daran das Katar selbst nur eine sehr kleine Armee hat, fast nur Söldner, wenig und überwiegend veraltetes Militärgerät quer durch alle Truppengattungen, sowie einen ziemlich kleinen Wehretat von unter 2 Mrd. USD, im Bezug zum BIP von nur rd. 1% und bezugnehmend auf hunderte Milliarden Devisenreserven im Staatsfonds.
    Dies ändert sich nun seit einigen Wochen drastisch, da alleine bei den USA Waffen und Zubehör für 10 Mrd. USD bestellt wurde, sowie einige Milliarden an offenen Lieferungen aus EU Ländern (incl. D) noch anstehen und man dabei ist diese noch weiter aufzustocken.
    Für die Wiederstandsachse durchaus positiv, denn damit wird bald ein Angriff auf Katar für jeden potentiellen Angreifer wesentlich verlustreicher und schmerzhafter, ganz abgesehen davon das man Katar noch enger an Iran und die Türkei rücken lässt.

  19. OT

    Modi hat Humor

    youtu.be/GlMp0qPeI_s

    Einheitliche Mehrwertsteuersätze für das ganze Land klingt für den Beobachter auch nicht sonderlich revolutionär; aber wenn es das nicht gibt, und innerhalb des Landes steuerschranken existieren mit Zollkontrollen und Umrechnungen und Nachzahlungen, ist das schon reichlich hemmend.

    1. Was die Kanaren innerhalb Spaniens und der EU deutlich beweisen…….

  20. Was wirklich das habe ich schonmal geschrieben sein kann, ist das Katar, Türkei, Iran, Pakistan sich in einem neuen Bündnis zusammenschliesst das den Politischen Islam beider Konfessionen zusammenschliesst, Schiitentum und Sunnitentum.

    Die Rivalität zwischen Sunniten und Schiiten wird ersetzt zwischen Politischem Islam und Regimen die die grössten Gegner dessen sind wie Ägypten. Syrien und Irak werden befriedet in baldiger Zeit, ein Schlachtfeld wird der Jemen bleiben. Katar ist jetzt aus dem Arabischen Bündnis gegen die Houthis ausgeschlossen worden, was bedeuten kann das Katar mit dem Iran, Türkei dazu übergeht die Houthis zu unterstützen da diese einen Politischen Islam verfolgen. Sicher auch aus Rache gegen SA.

    „Kurdistan“ wird genau so ein Schlachtfeld werden, da die Kurden in Gebieten der Länder dieser Allianz sind die ein „Kurdistan“ fordern. Es wird interessant aber blutig bleiben leider.

    1. Veni Vidi Vici

      Deine These halte ich für großen Quark. Schon die Abgrenzung, was ein politischer Islam sein soll und was nicht, ist äußerst schwierig, was übrigens auch für ungebräuchliche Kunstbegriffe wie „politisches Christentum“ oder „politisches Judentum“ der Fall wäre. Natürlich hat Religion immer auch eine politische Komponente. Und dann eine Koalition des politischen Islam zu sehen, die einer unpolitisch islamischen Koalition unter Führung eines Mannes gegenübersteht, der seine politische Legitimation aus seinem Titel „Hüter der zwei heiligen Moscheen“ ableitet, halte ich für völlig grotesk.

      Andere Abgrenzungen der entstehenden Koalitionen sind viel plausibler, etwa: diejenigen, die tolerant gegenüber anderen sind und ihre Differenzen durch Gespräche und Kompromisse lösen, gegen die, die intolerant gegenüber anderen sind, und es gewohnt sind, ihren Machtanspruch mit Krieg und Terror durchzusetzen.

  21. @ Lutz

    „nur die wahren Probleme: die immer noch ausufernde neoliberale Wirtschaftsideologie; massenflucht wegen Neokolonalisierung, Kriege und Kriegsgefahr ; mehr Demokratie, gerechter Handel, … hat Trump eher nicht angefasst.“

    Gib doch mal ein Szenario, wie ein US-Präsident dies machen würde.

  22. https://www.almasdarnews.com/article/potential-deal-see-kurdish-forces-transfer-power-syrian-govt-northern-aleppo/

    Verhandlungen zur Machtteilung in Afrin.
    Da die Türken sich in Astana massiv geweigert haben sollen zu akzeptieren, dass YPG-Kräfte n ihren Grenzen stehen, könnte das eine Lösung sein: Damaskus erhält wieder einig Kompetenzen im bisher faktisch nicht kontrollierten Gebiet, es werden kurdische Verbände in syrische Grenztruppen integriert (natürlich noch ein paar Alewiten und Araber dazu, damit es nicht zu auffällig ist), und die Türkei hätte sich „durchgesetzt“.

    Auch für Damaskus wäre dies ein Erfolg.

    So sollte Diplomatie funktionieren, auch zwischen sehr unterschiedlichen Meinungen gibt es meist findbare Kompromisse.

    Für die Kurden in Afrin ist so eine Regelung auch ok; im Ernstfall hätten sie alleine keine Chance gegen die Türken, die SAA hat genug anderes zu tun, und die Russen wollen sich bestimmt nicht wegen Afrin mit der Türkei in einen Krieg stürzen, also Verhandlungen.

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