Was nun, Mohammed?

Der nun auch offiziell frisch gekürte junge saudische Kronprinz Mohammed bin Salman ist eine lange Leiter aus Arroganz und Ignoranz so weit hinaufgeklettert, dass ein geordneter Abstieg schwierig werden dürfte.

Die Wahhabisierung Arabiens, die ein halbes Jahrhundert oder länger zurückreichende saudische Unterstützung für den globalen wahhabitischen Extremismus und Terrorismus, die damit einhergehende Deobandisierung Pakistans und Talibanisierung Afghanistans, die saudische Finanzierung der Todesschwadrone der Contras in Nicaragua, die saudische Unterstützung für Al Kaida und ähnliche global agierende wahhabitische Terrorgruppen und der Terrorkrieg gegen Libyen können Mohammed bin Salman ebensowenig zur Last gelegt werden wie die saudische Entscheidung, sich führend am Terrorkrieg gegen Irak und Syrien zu beteiligen. Bei ersteren saudischen Extremismus- und Terrorverbrechen war Mohammed bin Salman noch nicht geboren und bei letzteren war er noch zu jung und grün hinter den Ohren, um da führend mitmachen zu können. Auch die saudische Entscheidung, durch eine deutliche Ausweitung der saudischen Ölförderung die Ölpreise in den Keller zu fahren, um damit Staaten wie Iran, Russland und Venezuela zuzusetzen, wurde noch vor seiner Zeit getroffen.

Doch seitdem sein seniler Vater Salman bin Abdulaziz im Januar 2015 König der Saudis wurde und er damit zum De-Facto-Herrscher von Saudi Arabien von Gnaden seines Vaters aufstieg, hat Mohammed bin Salman die destruktive und blutige Terror- und Kriegspolitik Saudi Arabiens nicht etwa zurückgefahren, sondern sie noch weiter auf die Spitze getrieben und verschlimmert. Und das ist sehr wohl Mohammed bin Salman selbst anzulasten.

Da ist etwa die Entscheidung von Mohammed bin Salman, zu versuchen, im Jemen durch Krieg eine mit Al Kaida verbandelte Regierung wieder ins Amt zu hieven, die von der Bevölkerung des Jemen eben wegen ihrer Verbandelung mit der Terrorgruppe Al Kaida gestürzt worden war, was ein desaströses Unterfangen ist, von dem niemand außer Al Kaida wirklich profitiert. Einen Sieg im Krieg um den Jemen hatte Mohammed bin Salman seinerzeit versprochen, in einem Monat oder, wenn es schwieriger als erwartet wird, auch erst in sieben Monaten. Freilich wollten die in die Kriegsplanung fest eingeplanten saudischen Klietelstaaten Pakistan und Ägypten beim Krieg gegen den Jemen nicht so recht mitmachen und auch die USA und andere NATO-Staaten unterstützen Saudi Arabien nur halbherzig in dem Krieg, weshalb es eher schwieriger als einfacher wurde. Inzwischen führt Mohammed bin Salman seinen Krieg zur Eroberung des Jemen bereits mehr als 27 Monate. Unzählige Menschen wurden seitdem im Jemen sinnlos getötet. Hunger, Cholera und Al Kaida breiten sich dadurch im Jemen aus während die saudische Staatskasse durch die Kriegskosten geschröpft wird, aber der von Mohammed bin Salman versprochene Sieg im Krieg gegen den Jemen ist immer noch nicht mal ansatzweise in Sicht.

Beinahe noch schlimmer steht es um den Terrorkrieg gegen Syrien und Irak. Auch wenn dieser horrende Krieg anders als der Krieg gegen den Jemen natürlich nicht auf dem Mist von Mohammed bin Salman gewachsen ist, so hat er doch das seine dazu getan, um diesen Krieg zu verschlimmern und zu verlängern, und das selbst dann noch, wo die wesentliche saudische Proxy-Terrortruppe ISIS längst ein dem Untergang geweihter internationaler Pariah war und andere saudische Proxy-Terrortruppen wie Alloushs Islam-Armee marginalisiert waren. Mohammed bin Salman hat weder den Schuss gehört, dass die P5+1 im Jahr 2015 einen großen Deal mit dem Iran gemacht haben, noch den, dass Terrorkumpan Erdogan sich 2016 zur Beendigung des Terrorkriegs gegen Syrien und Irak mit Russland zusammengetan hat, sondern stets weitergemacht mit der Unterstützung des Terrorkrieges in Syrien und damit, jegliche Beendigung des Krieges nach Kräften zu sabotieren. Selbst als der notorisch von der Israel-Lobby und ihren saudischen Partnern abhängige US-Kongress den Weg freigemacht hat, um Saudi Arabien auf Schadensersatz wegen 9/11 zu verklagen, hat Mohammed bin Salman den Schuss nicht gehört, sondern weitergemacht mit der saudischen Unterstützung für den globalen wahhabitischen Terror, in Syrien, Irak, Jemen, Afghanistan und in unzähligen weiteren Dritte-Welt-Staaten von Bangladesh bis zu den Philippinen, obwohl dessen Spillover-Effekte längst auch unübersehbar nach Europa und Nordamerika durchgeschlagen waren.

Jetzt ruhen die Hoffnungen von Mohammed bin Salman, aus diesem Desaster nochmal ungeschoren rauszukommen, allein auf Benjamin Netanjahu und Donald Trump. Das große Problem dabei ist, dass es nicht mehr funktioniert, dem Iran die Schuld für den ganzen wahhabitischen Terror in die Schuhe zu schieben. In den letzten Jahren hat es sich langsam herumgesprochen, dass Al Kaida, ISIS und ihre Kumpane, auf deren Konto die überwältigende Mehrheit der regionalen und globalen Terroranschläge geht, keine iranischen oder schiitischen Terrororganisationen sind, sondern Terroristen, die Schiiten und dem Iran von sektierischem Hass getrieben genauso feindlich gegenüberstehen wie Christen, Juden, Buddisten, Hinduisten und unzähligen anderen Menschen, wie zum Beispiel Atheisten und Jesiden. Und so wurde nun das wahhabitische Emirat Katar zum neuen Sündenbock bestimmt.

Und es stimmt natürlich, dass der große Gasexporteur Katar ein wahhabitischer Terrorstaat ist, wie er im Buche steht. Was den Wahhabismus angeht, so wurde selbst die frisch gebaute größte katarische Moschee nach Wahhab benannt. Und was die Unterstützung des Terrorismus angeht, so muss man sich bloß die arabische Version des staatlichen katarischen TV-Kanals Al Jazeera eine Weile anschauen, um zu erkennen, dass da sektiererische Hetzer der Muslimbruderschaft genauso verherrlicht werden wie Terroristen von Al Kaida, sei es in Syrien oder anderswo. Ebenfalls bestens bekannt ist, dass bei der Eroberung der libyschen Hauptstadt Tripolis durch Terroristen im Jahr 2011 katarische Soldaten die Speerspitze bildeten. Doch ebenso ist bekannt, dass der größere finanzielle Muskel des wahhabitischen Terrors das saudische Königshaus ist. Während Katar in Syrien vornehmlich Al Kaida unterstützte, hat Saudi Arabien beispielsweise ISIS groß gemacht, eine Terrororganisation, die viel mehr Macht als Al Kaida an sich reißen konnte und der terroristischen Radikalität von Al Kaida in nichts nachsteht.

Jetzt bezichtigt also der wahhabitische Terrorstaat Saudi Arabien den wahhabitischen Terrorstaat Katar des Terrorismus, hat gemeinsam mit Bahrein, UAE und Ägypten einen Boykott gegen Katar verhängt und hat Katar ein Ultimatum zur totalen Kapitulation gestellt, das gerade abgelaufen ist. Netanjahus fünfte US-Kolonne vom Counter Extremism Project, dessen Führung um Ex-Senator Lieberman bis vor kurzem United Against Nuclear Iran hieß, unterstützt das saudische Regime bei der Forderung nach einer totalen katarischen Kapitulation. Und Trump hat ein paar Tweets abgesetzt, wo er erklärte, was für ein toller Erfolg seines Besuchs in Saudi Arabien das saudische Vorgehen gegen den Terrorsponsor Katar doch ist, obwohl seine Leute im US-Außen- und Kriegsministerium den Eindruck erwecken, die Wogen glätten zu wollen. Doch Katar kapituliert trotz des saudisch geführten Boykotts nicht.

Wie nun herauskommt, hat Katar schon vor Jahren ein Projekt zur Lagerung von Konserven angelegt, was Katar damals angeblich vor den Auswirkungen einer potentiellen Blockade der Straße von Hormuz durch den Iran hätte schützen sollen. Doch auch mit Frischwaren gibt es keine großen Probleme. Nach der saudischen Blockade des Landwegs kamen Frischwaren zunächst teuer per Luftfracht aus der Türkei, wobei Russland und Iran es sich natürlich auch nicht haben nehmen lassen, Waren zu senden, während Frischwaren nun preisgünstig von Schiffen aus dem Iran und Indien nach Katar gebracht werden. Was die Importseite angeht, kann Katar, solange indische Unternehmen liefern, dem saudischen Boykott ewig trotzen. Wo Indien deutlich mehr als eine Milliarde Inder mit Lebensmitteln versorgt, kann Indien da natürlich auch zwei Millionen in Katar mitversorgen. Solch geringe Mengen spielen für die Lebensmittelproduktion in Indien von der Kapazität her kaum eine Rolle, und da Katar für qualitativ hochwertige Lebensmittel auch noch gut zahlt, kann die indische Lebensmittelindustrie sich über die unbedachte saudische Förderung ihres Geschäfts einfach nur freuen. Ähnliches gilt, wenn auch nicht in dem Ausmaß, auch für Iran, dessen Seewege zum frisch gebauten Tiefwasserhafen in Katar noch kürzer als die von Indien sind. Und bei der Exportseite sieht es ähnlich aus: Kunden katarischer Gaslieferungen wollen nicht, dass bei ihnen das Licht ausgeht, nicht mal die UAE.

Katar hat den Saudis nun als Reaktion auf ihr Ultimatum über Kuwait eine Antwort zukommen lassen, dessen genauer Wortlaut noch nicht öffentlich bekannt ist. Grob dürfte sich die katarische Antwort auf das saudische Ultimatum jedoch mit vier Buchstaben zusammenfassen lassen: LMAA. Anders gesagt: ihr könnt uns mal kreuzweise. Die große Frage ist nun: was nun, Mohammed?

Da Saudi Arabien auf eine Zurückweisung seines Ultimatums an Katar offenbar nicht vorbereitet war, hat Mohammed bin Salman für Mittwoch ein Treffen der Boykott-Staaten in Ägyoten angesetzt, und solange erstmal das saudische Ultimatum gegen Katar bis Mittwoch verlängert. Das Problem ist bloß: was wollen die Boykott-Staaten am Mittwoch beschließen? Von den UAE wurden sekundäre Sanktionen ins Spiel gebracht: jeder, der mit Katar Geschäfte macht, soll das nicht mehr mit Saudi Arabien, den UAE, Bahrain und Ägypten tun dürfen. Das Problem dabei ist, dass die anti-katarische Koalition da gegen laufende Verträge schießen würde, und auch gegen wirtschaftliche Plausibilitäten. Ebenso wie die UAE planen ostasiatische Staaten mit katarischem Gas und haben keine kurzfristige Alternative, und bei VW ist Katar Großaktionär, weshalb VW kaum die Wünsche von Saudi Arabien und ihren Partnern in der US-Israel-Lobby erfüllen kann, die Beziehungen zu Katar abzubrechen.

Vor die Wahl gestellt, die saudisch-israelischen Boykott-Forderungen gegen Katar zu erfüllen und dann von Katar dafür auf Schadensersatz verklagt zu werden, dürften sich viele Unternehmen dafür entscheiden, ihren legalen Verpflichtungen gegenüber Katar nachzukommen, und wenn die Saudis daraufhin einen Boykott gegen sie vornehmen, diesen eben hinzunehmen. Anders gesagt: wenn die Saudis keine VW mehr kaufen wollen, dann kaufen sie eben keine VWs mehr. Das ist unfreundlich, aber wo VW die meisten Autos ohnehin in China verkauft, nicht kritisch.

Die einzige Möglichkeit, wie die Saudis aus ihrer Dummheit gegen Katar noch ungeschoren herauskommen können, ist ein erfolgreicher Krieg gegen Katar. Wenn es Mohammed bin Salman gelingt, Katar nun zu erobern, dann hat er sein Ultimatum durchgesetzt und sein Gesicht als Führer der islamischen Welt in den Augen der Unterstützer der Terrorideologie des saudischen Wahhabismus gewahrt. Doch so einfach wie gedacht scheint das nicht zu werden, denn der türkische Sultan unterstützt Katar.

Sollte sich Mohammed bin Salman mit Katar genauso verkalkulieren wie im Jemen, könnte er mit diesem Krieg sein Königreich zerlegen, bevor er überhaupt König wird.

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41 Gedanken zu “Was nun, Mohammed?

  1. Hallo, ich lese die Beiträge hier sehr gerne.
    Ich möchte heute empfehlen, nochmals Korrektur zu lesen. Es sind einige gravierende Satzbau- und Rechtschreibfehler im Text.

  2. „…..ein erfolgreicher Krieg gegen Katar…..Doch so einfach wie gedacht scheint das nicht zu werden, denn der türkische Sultan unterstützt Katar.“

    Ich bin auch sehr im Zweifel, auf welche Seite sich dann die 10 000 Amerikaner in Katar schlagen.

    1. „Ich bin auch sehr im Zweifel, auf welche Seite sich dann die 10 000 Amerikaner in Katar schlagen.“

      natürlich NUR auf ihre Seite !
      also das was für ihre Oligarchen am lukrativsten ist

      PS.
      Die Amis sind der Auslöser dieser „Krise“ ( Posentheater )

    2. habe den link vergessen
      https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/07/03/krise-golf-hoehere-gas-preise-europa-drohen/

      bitte nie vergessen im Jahr 2018 werden die neuen Gaspreise verhandelt, für 2019 bis 2029, Alos es geht nicht nur um richtig viel Geld sondern auch um billige Arbeitsplätze ( jeder Robotor in den Firman brauch BILLIGEN Strom — teures Gas = teurer Strom = teurere Produkte = nicht konkurrenzfähige Produkte auf dem Weltmarkt — nicht konkurenzfähige Produkte = Krieg auf bzw in den Weltmärkten )

  3. Was ist der nächste Schritt, das ist die Frage, richtig.

    Aber die Ausweitung von Sanktionen, auch teilweise sekundären (da ist ein Schreibfehler im Text), sehe ich noch nicht als völlig unmöglich an.

    Katar ist ein wichtiger Gaslieferant, als solcher auch kurzfristig nicht zu ersetzen (wobei die Amis wohl einiges an Flüssiggas übernehmen könnten, Iran noch lange nicht am Fördermaximum ist, auch Russland dürfte bei entsprechendem Preis noch um einiges Ausweiten können; würde natürlich erheblich steigende Gaspreise bedeuten).
    Man kann Länder, die kurzfristig auf Gaslieferungen angewiesen sind, nicht mit Sanktionen auf anderen Gebieten bedrohen, das muss scheitern.

    Aber: als Markt ist Katar sehr klein. Für die Luxusgüterproduzenten natürlich trotzdem noch ein ordentlicher Markt, aber im Vergleich zu den anderen Golfterrorunterstützerstaaten doch kaum relevant.
    Das könnte eine weitere Eskalationsstufe sein.

    Bei Finanzdienstleistern sieht es ähnlich aus; Katar hat einen dicken Staatsfond und finanziert große Projekte, aber im Vergleich mit den anderen eben deutlich weniger.

    Die Frage wird sein, ob die Rest-Welt nicht au Prinzip sich solchen Androhungen sekundärer Sanktionen widersetzen wird. Es gibt ja durchaus gute Gründe, vor allem für die Profiteure des „Freihandels“, solche Spiele nicht mitzumachen.

    Schlüsselrolle haben die Amis, wenn die nicht mitmachen, sollte der Plan wahrscheinlich scheitern.
    Rational wäre es von den Saudies, das zu eruieren, um ein Scheitern zu vermeiden; aber der Terrorprinz hat sich bisher nicht gerade durch Rationalität hervorgetan.

    Ein Krieg mit der Vernichtung der ganzen Luftwaffen der Terrorfinanzierungswahhabiten wäre natürlich das beste, was den anderen (Jemen an erster Stelle) passieren könnte.

    1. Sehr geehrter andreas, glauben sie mir eines, der Puppst noch nicht mal, ohne seine Herren und deren KriegsKöter US Imperium, um Erlaubnis gebeten zu haben, ansonsten ist der schneller, bei den Jungfrauen, wie er möchte.

  4. die teilung saudiarabien ist schon lange durch die usa geplant, ob es heute oder mogren gelingt ist egal, es wird passieren, daesh personal steht schon lange in den startpositionen. der jordanische stützpunkt ist näher als der türkische! wer zu wem hält ist noch nicht ganz offensichtlich, auf die türken ist nicht verlass, da sie die karten nicht aufdecken werden, bevor deren truppen nicht ausreichend kampferfahrung gesammelt haben, die tummelwiese arabien ist von vorteil bei der grossen kurdenoffensive und vorrücken bis zum kaspischen meer, danach zerfällt die grosstürkei. interessanter wird es wie sich china outen wird in der ganzen situation, auch sie brauchen kampferfahrung.

  5. „FSA“ Southern front gibt ein statement heraus, dass sie nicht in Astana sind.

    Russland soll angefragt haben, Daraa und Umgebung aus den Deeskalationszonen herauszunehmen (die Festlegung der Grenzen derselben ist ja Tagesordnungspunkt in Astana).

    Die Berichte über den Grenzübergang nach Jordanien in Regierungshand gab es auch schon vor ein paar Wochen.

    Mal sehen, ob sich etwas in diese Richtung tut.

      1. andreas

        Tass hat die Geschichte viel ausführlicher als Daily Star/Reuters.

        http://tass.com/defense/954722

        Es geht dabei darum, dass russische MPs in den oder an den Rändern in einer oder meheren der vier von Russland, Türkei und Iran vereinbarten Deeskalationszonen eingesetzt werden könnten.

        Wenn nun Saudi Arabien versucht, Katar zu erobern, und ich glaube, die kurzfristige Absage von Salman und MBS, nach Hamburg zu kommen, obwohl die Saudis dafür sogar einen Umbau des Vier Jahreszeiten bezahl haben, ist ein starkes Indiz dafür, dass der Krieg am Donnerstag oder Freitag beginnt, dann wird das alles in den Hintergrund treten. Katar wird den saudischen Angriffskrieg nur abwehren können, wenn es sich gut mit Iran stellt, und dazu wird zwangsweise gehören, dass katarische Proxies in Syrien aufhören, Iran und seine Partner zu terrorisieren. Ich halte es sogar für denkbar, dass Katar seine Proxies in Syrien nach Katar holt, um dabei zu helfen, den saudischen Angriff abzuwehren – oder gar zum Gegenangriff in Saudi Arabien überzugehen. Schauen wir mal, bis Ende der Woche werden wir mehr wissen.

  6. Türken und USA/Israel üben schon fleißig in Syrien, auch neue Raketen aus dem Iran wurden ausprobiert.

  7. Noch einen Krieg kann sich SA nicht mehr leisten und auch wird SA den Krieg Jemen keine weiteren 27 Monate weiterführen können. SA hat seine Währungsreserven schon zu sehr verfeuert. Die Hunderte Prinzen und deren Anhang wollen auch „leben“, wie bisher.
    Der Krieg gegen Jemen findet ja schon teilweise in SA-Provinzen(Dschāzān, Asir und Nadschran) statt. Sind wohl teure Nadelstiche bisher, keine reale Besetzung. Gegen die Houthi-Milizen hat eine reguläre kaum eine Chance, eine gekaufte Söldnertruppe gleich gar nicht.

    Trump ist nicht dumm, er hat SA IMHO in eine Falle gelockt. Nur wird diese USA-typische Weise wieder sehr viele Menschenleben kosten.

  8. Katar ist nur das Kanninchen das die Saudis in die Falle tappen lassen soll, als nützlicher Idiot, wie damals Saddam.
    Leider sind die ziotransatlantischen Menscheitsverbrecher hoch intelligent, unvorstellbar diabolisch und strategisch hoch erfahren, ganz im Gegensatz zu den Saudis.
    Man rüsstet SA massiv auf, gibt massiv politische Rückendeckung, verdeckt verspricht man wohl auch militärische, aber natürlich wie immer eine blanke Lüge.
    Mit dem Ziel die Saudis zu einer großen Dummheit gegen Katar oder gar Iran zu verleiten, obwohl beides unweigerlich zum Krieg mit Iran und ggf. auch der Türkei führen würde.
    Dazu kommt das es von den Westmedien totgeschwiegen wird, das bereits seit Wochen im Osten Saudiarabiens, in den Schiitengebieten, die Spannungen steigen und es bereits fast täglich zu Scharmützeln und Anschlägen kommt.
    Ziotransatlantisches Wunschszenario dabei ist Saudis wie Iraner sich gegenseitig ausbluten, zerstören und schwächen zu lassen, viel massiver und schlimmer als beim Irak-Iran Krieg, ohne sich selbst die Finger schmutzig machen zu müssen.
    Hoffen wir das die Sauds nicht so verblödet sind darauf hereinzufallen, auch wenn vieles genau darauf hindeutet, leider.
    Im Kriegsfall wird der Schiitenaufstand im SA vollends eskalieren und spätestens dann durch iranische Waffenlieferungen ein syrisches Szenario auslösen incl. dem Zerfall von SAA.

  9. @PB

    “ ein starkes Indiz dafür, dass der Krieg am Donnerstag oder Freitag beginnt“

    wow, das ist eine Ansage!

    Das wäre das Überspringen von mehreren möglichen Eskalationsstufen.
    Ok, wenn man meint, dass man mit normalen sehr scharfen Sanktionen letztlich nichts erreicht, und sekundäre Sanktionen nicht funktionieren (das könnten die Amis schon signalisiert haben, und ohne die wird es kaum gehen), dann wäre es ein logischer Schritt, diese Stufen zu überspringen.

    Aber ich glube nicht daran.

    Soll das eine formelle Kriegserklärung werden, und dann erst mal abwarten, eine Seeblockade errichten, Raketen abschießen?

    Eigentlich mpssten sie doch den Krieg mit einem großen Knall beginnen, die Luftwaffe am Boden ausschalten versuchen etc.

    Aber das wird kaum gehen, so lange viele Truppen im Jemen gebunden sind, und viele Amerikaner in Katar sind.

    1. andreas

      Aus den UAE und Ägypten kamen in den letzten Tagen zwar immer wieder Meldungen, dass nun die Sanktionen gegen Katar verschärft werden sollen, aber was mich trotzdem vermuten lässt, dass die Saudis schon sehr bald mit einem militärischen Angriff auf Katar beginnen werden, ist folgendes, wie es hier etwa beim NDR zulesen ist.

      Saudi-Arabiens König Salman Abdulaziz wird hingegen nicht zum G20-Gipfel nach Hamburg fahren. Aktuelle Entwicklungen in der Katar-Krise würden den 81-Jährigen dazu zwingen.

      Wenn man einen Widersacher international (stärker) sanktionieren will, dann gibt es keinen wichtigeren Ort als den G20-Gipfel, wo geradezu man sein muss, um dafür Partner zu finden. Nun gibt es Spekulationen, die Katar-Krise sei nur vorgeschoben, und der wirkliche Grund für die kurzfristige Absage sei die schlechte Gesundheit des 81-jährigen Königs. Nun, das ist denkbar, aber dann müsste statt des Königs der neue Kronprinz Mohammed bin Salman in Hamburg erscheinen. Und dass der 31-jährige Kriegsminister-Kronprinz nun auch plötzlich krank ist, halte ich für sehr unwahrscheinlich.

      Wie gesagt, wenn die Saudis eine mächtige Allianz gegen Katar schmieden wollen, dann ist Hamburg so etwas wie ein Pflichttermin. Nirgendwo sonst können die Saudis in diskreten Bilaterals auf Spitzenebene soviel Sanktionen gegen Katar plotten wie bei einem G20-Gipfel. Stattdessen überlassen die Saudis Katars Verbündetem Erdogan das wichtige Feld der Spitzenebene in Hamburg, während sie selbst nur einen drittrangigen Finanzmann schicken – und das obwohl die Saudis sich für den Besuch des Königs in Hamburg sogar das „Vier Jahreszeiten“ umbauen lassen und im Voraus bezahlt haben.

      Das ergibt aus meiner Sicht nur Sinn, wenn Saudi Arabien für das Wochenende mit Krieg rechnet. Nur dann sind der König und der Verteidigungsminister-Kronprinz als Feldherren besser im eigenen Land platziert. Da nicht damit zu rechnen ist, dass das kleine Katar oder sonstwer einen Angriffskrieg gegen das große Saudi Arabien startet, komme ich zum Schluss, dass die Saudis für das Wochenende einen Krieg planen. Ich würde also am Donnerstag oder Freitag mit einer saudischen Meldung rechnen, die sinngemäß etwa wie folgt lautet: „Katar hat heute Nacht zum ersten Mal auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits regulären Soldaten geschossen. Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen!“

      Damit, dass die Saudis den Krieg gegen Katar, den sie sicherlich als Blitzkrieg planen, dann auch gewinnen, rechne ich allerdings nicht.

      1. MAK

        Die Reise halte ich auch für eine Ente, wenn nicht von woanders noch eine Bestätigung kommt. Dass MBS anstelle des senilen Salman de facto als König agiert, das könnte schon stimmen, aber das wäre nicht neu.

        Etwas an der Meldung ist aber interessant, nämlich dass das anti-saudische Gerücht hier von Barzanis Haus-Sender Rudaw kommt. So wie es aussieht, stellt sich Barzani also im saudisch-katarischen Zwist auf die Seite von Katar, Erdogan und tendenziell auch dem Iran. Wenn das in Richtung einer Annäherung von Barzani an Iran weitergeht, dann wäre das eine ganz große Sache.

  10. Es gibt die möglichkeit das der Politische Islam der Sunniten sich mit dem der Schiiten verbündet, also Iran, Türkei, Katar, Pakistan. Das heisst das der Sunniten Schiiten Konflikt aufgebrochen wird in einen Konflikt wo Schiiten und Sunniten sich für den Politischen Islam stark machen. Schlussendlich vertritt der Iran eine ähnliche Auffassung des Islam wie Katar oder Türkei oder sogar dem Feindlichen Saudi Arabien nur die Konfessionen sind unterschiedlich.

    Dem Gegenüber stehen die Staaten die das ablehnen wie Ägypten, UAE, Saudi Arabien (nur gegen Muslimbrüder sonst verbreiten sie ebenfalls den Politischen Islam). Die Fronten werden aufgebrochen und neu gesetzt. Diese Möglichkeit gibt es. Aber PB’s Theorie könnte auch stimmen.

    1. Sehr geehrte/r Veni Vidi Vici , es ist aber auch möglich, das die Geduldige und beharrliche Arbeit, des Ajatollah Sejjed Ali Chāmeneʾi, um die Islamische UMAA, nun Langsam Fruchte trägt. So das die persönliche Entwicklung und Vervollkommnung, der Gläubigen, wieder die einzige Richtschnur wird.

  11. Im Zusammenhang mit Katar möchte nochmal auf den Plan „the Greater Middle East Project“ der Globalisten hinweisen. (von 2006)

    Wenn man sich die Karte genau ansieht, dann gab es zwei grosse Pläne der Umgestaltung und das sind Kurdistan und die Aufspaltung Saudi Arabiens.

    Was Kurdistan betrifft, so sind die Pläne, wie es zZ aussieht gescheitert. Der Irak erobert sein Land zurück und wird einem unabhängigen Kurdistan nicht zustimmen. Auch die Aufteilung des Irak in einen Schiitischen und Sunitischen Teil ist und bleibt Wunschtraum.

    Bleibt Saudi Arabien. der Plan könnte noch umgesetzt werden. Die Frage hier, warum? Teile und Herrsche. Scheinbar sind einige Länder einfach zu gross geraten (Türkei, Saudi Arabien, Iran und Irak) und wenn man sie entlang ethnischer oder religiöser Trennlinien spaltet schwächt man sie.

    1.Auf der Karte gekennzeichnet als „Saudi Homelands Independent Territories“ sind das die Gebiete, in denen der schiitische Anteil der Bevölkerung sehr hoch ist. Wie oben schon ein Kommentator schrieb, brodelt es dort bereits.

    2.Auch bemerkenswert ist die geplante Schaffung eines Islamischen Heiligen Staates der die Kontrolle über Mekka und Medina hat.

    Soll vielleicht der IS sich auf das saudische Staatsgebiet zurückziehen und die Teilung Saudi Arabiens vollstrecken?

    Wenn die Moslembrüder Mekka und Medina kontrollieren, dann haben sie letzten Endes ein grosses politisches Ziel erreicht und könnten von dort weiter ihr Unwesen treiben.

    Als vorläufiges Trostpflaster für den Verlust von Ägypten und Syrien ist das eine mögliche Variante um das Kämpferpotential zu kanalisieren. Denn alle töten wird nicht möglich sein.

    3. Greater Jordan soll nichts anderes sein als eine erweiterte Heimstatt für die Palästinenser.

    Somit würde Saudi Arabien Gebiete an Jordanien (Wüste für die Palästinenser), an den IS (oder ein umbenanntes Konstrukt aber mit denselben Kräften), die Schiiten und den Yemen verlieren. Man hat also Gebietsverluste an den Yemen auch einkalkuliert! Das heisst schon damals hatte man die Absicht, die Saudis in den Krieg gegen Yemen zu treiben mit dem Ziel, dass Yemen Gebiete erobert. Natürlich Eroberungen durch Al Qaeda und nicht die Houthis.

    Dann bleibt den Saudis am Ende noch Riad, die Wüste und eine Menge Nullen auf dem Konto. Und wer braucht dann noch die Saudis?

    Auch Katar ist rot gekennzeichnet (also verliert Territorium). Katar ist ja schon nur ein Wurmfortsatz (was die geographische Grösse betrifft) also wo es dort Territorium verlieren kann ist schwer vorstellbar.

    Die Frage ist, welches Regime erachten die amis als erhaltenswerter und nützlicher für die Zukunft. Die sauds oder die al thanis. Es scheint, dass einer gehen muss, um eine gewisse Harmonie der Golfmonarchien im Interesse der usa zu erhalten.

    Deswegen glaube ich, dass man Saudi Arabien in den Krieg (kurz und heftig) gegen Katar treiben will. Die amerikaner werden dann ihre 10 000 Mann (Udeid) als Friedenskräfte an den bereits gekenzeichneten Grenzen aufstellen (Deeskalationszonen! wie sie jetzt schön von den Russen lernen können). Sie können die Zahl noch aufstocken, denn die saudische Königsfamilie benötigt nun noch mehr Schutz.

    Aber letzten Endes ist das auch nur ein Plan und das heisst noch lange nicht, dass er realisiert wird.

    https://goo.gl/images/bekreL

    1. Demeter

      Ich glaube nicht, dass die Karte von Ralph Peters einen Plan darstellt.

      Ich glaube vielmehr, sie stellte eine Warnung dar, was passieren würde, wenn die USA mit all ihren sektiererischen und ethnozentrischen Projekten in der Region Erfolg hätten.

      Was auf der so gebildeten Zukunftskarte zu sehen ist, ist nämlich nicht weniger als eine strategische Katastrophe für die USA: der da verzeichnete „Arab Shia State“ würde größte Ölmacht der Erde, und würde sehr wahrscheinlich viel engere Verbindungen zu Teheran als zu den USA haben.

      1. Das mag ja sein, aber unter dem Begriff „The greater middle east project“ und „The Gloablist Agenda for Africa and the Middle East (Redrawing the MiddleEast Map) taucht diese Karte auf.

        Laut global research stellt diese Karte zwar nicht die Pentagon Doktrin dar, sie wurde aber in Trainingsprogrammen am Nato Verteidigungs College für höhere Militärs benutzt. Diese Karte und andere ähnliche Karten werden wahrscheinlich an der Nationalen Kriegsakademie und in militärischen Planungszirkeln benutzt.

        Diese Karte eines Nahen Osten mit neuen Grenzen wurde im US Journal für die Militärstreitkräfte mit einem Kommentar von Leutnant Ralph Peters veröffentlicht unter dem Titel „Blutgrenzen“: Wie ein besserer Naher Oster aussehen würde.

  12. Alles hat gerätselt, was Trump mit dem Hoffieren des wichtigsten Kriegstreibers (neben Israel) Saudi Arabien bewirken will. Langsam wird es klar, es war eine Falle für die Saudis.
    Eine Blockade wäre wohl eine Katastrophe. Man Stelle sich vor die Saudis machen Seeblockade gegen Katar und drängen ein Iranisches Schiff ab. Ergebnis: Diese machen den Golf dicht. Der einzige Handelsweg für die Saudis wäre dann noch Jordanien. Die Öleinnahmen würden praktisch auf 0 gehen…. weil die Saudis selbst in einer viel effektiveren Seeblockade sitzen würden. Der Ölpreis in die Höhe schießen und die Amis würden wieder Ihr Fraking-ÖL los werden.
    Das kommt davon, wenn das Petro-Geld den Verstand verkümmern lässt.

    1. Lutz

      „Ergebnis: Diese machen den Golf dicht. Der einzige Handelsweg für die Saudis wäre dann noch Jordanien.“

      Ich glaube, Du solltest noch mal eine Blick auf eine Landkarte werfen und da nach dem rotem Meer und Städten wie Jeddah und Yanbu suchen.

      1. Muss wohl nach den Jahren Bundesrepublik meine Erdkunde-Wissen auffristschuldigungchen.
        Entschuldigung.
        Auch wenn wohl das meiste Öl wohl über den Golf als über das rote Meer geht

    1. Blue Angel

      Danke für den Hinweis. Das ist sehr interessant und durchaus eine Möglichkeit, auch wenn es mir nach den saudischen Desastern der Vergangenheit schwerfällt, König Salman und MBS soviel Realismus zuzutrauen.

      Sollte das so sein und die Saudis nun doch keinen Krieg gegen Katar vorhaben, dann wären die unfreundlichen saudischen Maßnahmen gegen Katar wirklich nichts als ein Big Nothing Burger, mit dem sie Katar in die Arme des Iran treiben.

      1. @PB

        Hatte letzthin auf einem Twitteraccount noch ein viel abendteurlichere Geschichte gelesen im Zusammenhang mit der Änderung der Thronfolge in SA. Die hielt ich für so absurd, dass ich mir die Quelle nicht notiert habe.

        Danach hätte Israel: 2 Signit-Flugzeuge (mobiles Echelon), 2 Tankflugzeuge, eine Staffel F-16 und mehrere Heron Drohnen der SA-Nationalgarde überstellt haben. Als Grund wurde die Vorbeugung möglicher Unruhen und/oder Putschversuche infolge des Thronfolgerwechsels bezeichnet.

        Ich hielt diese Meldung für absurd (tue es noch immer ), aber die die Unterstellung unter das Kommando der Nationalgarde erschien mir speziell.
        Über die Konsequenzen einer allfälligen Zusammenarbeit zwischen den Israelis und den Saudis, möchte ich zurzeit lieber nicht nachdenken.

      2. MAK

        „Danach hätte Israel: 2 Signit-Flugzeuge (mobiles Echelon), 2 Tankflugzeuge, eine Staffel F-16 und mehrere Heron Drohnen der SA-Nationalgarde überstellt haben.“

        Das sind anti-saudische Propagandalügen. Die Saudis arbeiten schon eng mit Israel zusammen, aber nicht auf diese direkte militärische Weise, sondern heimlich über Washington, London und Paris, und über Amman auch.

      3. @PB

        Eines ist für mich sicher, unabhängig von der Meldung, die Änderung in der saudischen Thronfolge ist intern alles andere als ein Spaziergang, da diese Regelung auch den Wechsel darstellt von der Söhnegeneration des Staatsgründers auf die Enkelgeneration. Die „Vielweiberei“ der Saudis hat da ein echtes Problem geschaffen. Interessanterweise hat der neue Thronfolger die Armeeführung nicht abgegbeben, wie es früher üblich war.

        Was die militärische Zusammenarbeit angeht, sehe ich das ähnlich. Deutschland wäre noch zu erwähnen, hat doch die Bundeswehr eine Ausbildungsmission in SA am laufen.
        Den es ist ja das grundsätzliche Problem der saudischen Armee, dass diese zwar ganz passabel ausgerüstet ist, aber das Kowhow fehlt im Bereich strategische und taktische Planung und Führung.
        Israel ist nun mal eines der Länder , das über die meisten/aktuellsten Erfahrungen über Landkriegsführung verfügt. Solche sucht/braucht SA, was den Isralis die Chance eröffnen würde die Saudis als ihre Kettenhunde von der Leine (Iran) zu lassen, während sie selber vordergründig unbeteiligt sind.

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