Luftangriffe der US-geführten Koalition halten Achse des Widerstandes nicht vom Vorrücken Richtung Tanf ab

Vereinzelte Luftangriffe der Anti-ISIS-Koalition scheinen starke Kräfte der Achse des Widerstandes nicht davon abzuhalten, auf der Hauptstraße von Damaskus nach Bagdad in Richtung des syrisch-irakischen Grenzüberganges Tanf vorzurücken.

Die Straße von Damaskus nach Bagdad ist Syriens Tor nach Osten, darunter Irak und Iran. Die Straße ist seit Jahren wegen ISIS-Terrors unpassierbar. Und kurz vor dem nahe dem Dreiländereck mit Jordanien gelegenen Grenzübergang Tanf zum Irak haben sich direkt an der Straße obendrein auch noch US-Jihadi-Proxies einquartiert, und US- sowie andere NATO-Spezialeinheiten dazu wohl auch. Seit einigen Wochen führen die syrische Armee und ihre Partner der Achse des Widerstandes eine Offensive, um die Hauptstraße von Damaskus nach Bagdad wieder freizuschaufeln. Und vorgestern waren sie da gegen die zusammenbrechende Terrorgruppe ISIS soweit vorangekommen, dass sie nur noch rund 70 Kilometer Wüste von der Grenze trennten. Die irakische Seite der Grenze wird von staatstregenden Volksmobilisierungseinheiten beherrscht, so dass wirklich nur noch einige Dutzend Kilometer in der syrischen Wüste fehlen, um die Hauptstraße von Damaskus nach Bagdad wieder komplett frei zu bekommen. Den von Jordanien aus operierenden US-Jihadi-Proxies wie Maghawir Al Thawra passt das jedoch überhaupt nicht. Und so haben die US-Jihadi-Proxies die auf der Straße vorrückende syrische Armee und ihre Partner in den letzten Tagen bekämpft und am Donnerstag Abend und im Laufe des Freitags wohl nochmal wurden die US-Jihadi-Proxies dabei von Flugzeugen der US-geführten Anti-ISIS-Koalition unterstützt.

Betroffen von den US-geführten Luftangriffen soll offenbar ein Verband der Achse des Widerstandes aus syrischer Armee, NDF, libanesischer Hisbollah und irakischen Imam Ali Brigaden gewesen sein, wobei die legendären Quds-Kräfte der iranischen Revolutionsgarden auch nicht fern gewesen sein dürften, und von Seiten der Regierungsgegner auch angenommen wird, dass zumindest im Hintergrund in Operationsräumen auch russische Militärs an der Operation zum Freischaufeln der Straße Damaskus-Bagdad mitarbeiten. Beim ersten Luftangriff soll es wohl sechs Tote gegeben haben und beim zweiten Luftangriff einen weiteren. Das US-Militär ließ nach dem ersten Luftangriff am Donnerstag offiziell verlauten, der sei eine Warnung gewesen und habe zum Schutz von US-Truppen und ihrer Verbündeten gedient.

Doch die Kräfte der Achse des Widerstandes ließen sich offenbar nicht einschüchtern und rückten am Freitag auf der Straße weiter in Richtung Grenzübergang zum Irak vor. Gerüchte besagen, dass die USA daraufhin ihren Proxies den Befehl gegeben haben, sich von der Straße zur irakischen Grenze zurückzuziehen, um weiteren Konfrontationen mit den Kräften der Achse des Widerstandes aus dem Weg zu gehen und die syrische Armee und ihre Partner nun schon 15 Kilometer vor Tanf stehen und darauf warten, dass die US-Jihadi-Proxies den Befehl ihres Herren und Meisters befolgen.

Sollte es der syrischen Armee und ihren Partnern gelingen, die noch verbliebenen wenigen Dutzend Kilometer bis zur irakischen Grenze vorzustoßen, hätte die Achse des Widerstandes damit erstmals seit mehreren Jahren wieder die Kontrolle über eine Straßenverbindung von Teheran über Bagdad und Damaskus nach Beirut. Die Absicht, diese Verbindung dauerhaft zu durchtrennen war ein Hauptgrund für den zionistisch-wahhabitisch Terrorkrieg gegen Syrien. Der Terrorkrieg gegen Syrien wäre damit in einem wichtigen Punkt gescheitert. Als Nebeneffekt würden dabei die von Jordanien aus opererienden US-Jihadi-Proxies einen direkten Zugang zu ihrem geplanten Operationsgebiet in der provinz Deir Ezzor verlieren.

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21 Gedanken zu “Luftangriffe der US-geführten Koalition halten Achse des Widerstandes nicht vom Vorrücken Richtung Tanf ab

  1. @PB
    Diese Strasse ist die „fleischgewordene Personifizierung“ der sogenannten Achse des Widerstandes.
    Diese Achse auch physisch zu säubern, birgt ungeheurlichen Schub für das Selbstbewusstsein und die Moral.
    Gerade das Aufeinandertreffen der kämpfenden Einheiten aus dem Iraq und Syrien bedeutet für das kämpfende Personal so viel wie das unbeschreibliche Gefühl, nach Jahren der Arbeit und Schuftens endlich den Durchbruch in einem jahrelangen Tunnelbau erreicht zu haben.

    1. Um in dem Bild des Tunnelbaus zu bleiben: Ja, es besteht die Chance auf einen schnellen Durchbruch. Jedoch besteht auch die Gefahr eines Wassereinbruches. Damit könnte der ganze Tunnel auch ganz schnell absaufen.
      Diese Straße ist tatsächlich mal ein strategisches Ziel. (Es wird ja jeder Berg, Anhöhe oder Stadtviertel in manchen Medien als strategisch gemeldet.) Ob sich jetzt die Golf/NATO-Staaten-Proxy-Krieger zurück ziehen oder ihre Stellungen verteidigen ist jedoch offen. Ob sie volle Unterstützung von ihren Senderländer und den Ausbilder bekommen auch. Dieser Durchbruch könnte auch eine mächtige Eskalation in Gang setzen. Die einen wünschen sich dies, um endlich ein Libyen-Szenario anzutriggern. Andere sehen in Situation eher das Spiel mit dem offenem Feuer am Pulverfass. Einen warmen Krieg zwischen SA und dem Iran verbessert für keinen Menschen in der Region die Lebensqualität – könnte sich aus einer Eskalation an diesem Punkt sehr schnell entwickeln.

      1. Vielleicht liefert der amtierende weltgrößte Waffenhändler Trump dem Saudi-Regime dafür bereits das entsprechende Kriegsgerät. Und angeführt von Tel Aviv, wollen die börsenwertewestlichen FakeNews-Schleudern tatsächlich den Leuten weismachen, das sei nicht abgesprochen, die Saudis seien „feindlich“ und von „großen Risiken“ wird gesprochen. Manche schließen wohl selbst beim Thema Dummheit von sich auf andere. Drei Sekunden Google-Bildersuche „Bandar Bush“ und jeder kann sehen, wie „feindlich“ die Saudis sind.

      2. Waffen mit hunderten Milliarden Wert sammeln sich im Wüstensand des größten salafi-wahabitischen Systems. Wie idiotisch muss man sein, hier keine Gefahr zu sehen?
        Was mach SA mit diesen Waffen? Im Normalfall einsetzen.
        Gegen wen wird SA diese Waffen einsetzen? Genau…
        Und so entledigte sich Zio-USA – nach zigfach alt bewährtem Muster – zwei „Sorgenkinder“ und katapultierte sie in die Steinzeit zurück.
        Die Israelis dienen in solchen Fällen immer hervorragend als Indikator: Wer hat in den letzten Wochen einen Aufschrei, ein Ächzen, oder zumindest ein kleines Säuseln aus Tel Aviv vernommen?
        Diese Stille und Ruhe im Zio-Lager bedeutet nicht meh und nicht wenigerr, als dass der Schritt der Zionisten ob des geplanten Deals jeden Tag feuchter wird.

  2. War auch abzusehen das es so kommt. Auch die Luftangriffe der USA werden das nicht aufhalten können. Bin mir sicher diese Einheiten wurden jetzt von Jägern begleitet die diese Lufthoheit sichern. Auch die negative Einstellung hier auf dem Blog ist schon bemerkenswert. Die Militärs vor Ort werden schon wissen wie Sie damit umgehen werden. Die Luft für die englischen und amerikanischen Invasoren wird immer dünner, so ist das im Krieg, es wird getötet und gestorben. Es ist Realität und keine Wunschkonzert. Ich bin zuversichtlich das Syrien gerettet wird. Die Kurden haben ein Problem, die USA wollen sie benutzen und auf der anderen Seite haben wir die Türkei die dieses Problem sehr gerne lösen würde, glaube das sich die Kurden arrangieren werden mit den Syrern damit es keine Probleme mehr gibt, vorerst.

  3. Wie war das bei den Türken-Proxys in Nordaleppo. Sie griffen den IS an und kamen gut voran. Dann kam der Gegenangriff und keiner konnte erklären, wieso so an der Frontlinie große Waffenlager errichtet wurden, die dann IS erobert hat.

    Meine Hochachtung auch an die SAA, die sonst eher langsam vorrückt, legt ein Tempo vor, bewundernswert und das gegen von den USA ausgebildeten Kämpfer mit direkter Unterstützung von US-Kräften entlang einer wichtigen und damit gut geschützten Straße.

    Die amerikanischen Proxys sitzen in der Wüste, wo es nicht mal Rohstoffe gibt? Wollen Sie die Truppen die nächsten 1000 Jahre bezahlen. Eine Übergabe an Assad kann man wohl ausschließen.

    Das Geschehen in Syrien zu verfolgen macht irgendwie keinen Spaß mehr, da hat die Politik zu viel Einfluss.

  4. „On May 18, aircraft of the US-led international anti-terrorism coalition delivered an airstrike on the positions of pro-government units in Syria active in the de-escalation zone set up northwest of the city of Tanf.“

    Schreibt AMN, und bezieht sich dabei auf TASS.

    Kein Wunder, das die Begriffe durcheinandergeraten andernorts, wenn man nicht mal hier zwischen De conflict und de escalation Zone unterscheiden kann.

    Aber wichtig ist auf’m Patz.
    Und da geht es seinen Gang.
    Wie genau die Einigung aussieht, wie weit sich die Amiproxys zurückziehen, welche Aktionen sie noch in Syrien gegen ISIS durchführen dürfen, mus sman beobachten, die wird ja nicht veröffentlicht.
    Die Position der Amis ist aber am dünnsten, die wollen schnell Erfolge gegen ISIS, und kein großes Engagement mit Truppen und gefahren, also müssen sie relativ nachgiebig sein.
    (die Position der Briten ist noch dünner, haben die doch nicht mal irgendwelche Vereinbarungen mit den Russen, und können ohne Ami-Unterstützung dort vor Ort auch nicht viel ausrichten außer lokalen Manövern)

    >>>NDF‏ @NatDefFor 33 Min.Vor 33 Minuten

    #SAA led by Druze fighters reportedly entered Zalaf area and captured most of it #EastSuweida>>>

    Das sind 30 km seit gestern, noch 120 zu gehen bis zur Straße Dmaskus-Bagdhad auf diesem Weg.

    Sehr viel Widerstand wird es wohl nicht mehr geben, wenn die Amis ihre Proxys im Griff haben, und es irgendein Angebot gab (was sie nicht ablehnen konnten).

  5. Meine Einsschätzung von gestern war viel zu negativ und pessimistisch, ich habe gedacht, das geht schief und war schlecht geplant.

    Wenn das jetzt klappt und die Strasse nach Bagdad frei wird, ohne dass die Russen eingreifen und amerikanische Flugzeuge abschießen müssen, dann ist das ein ganz großer Erfolg.
    Mit solcher Motivation kann der Krieg gewonnen werden.

  6. Wenn das so weitergeht wird Israel nicht umhinkommen direkt und massiv einzugreifen wenn sie ihre Vorherrschaft dort sichern wollen. Leider halte ich IL für Wahnsinnig genug die Atomare option gegen Damaskus zu ziehen. Stärke technisch sind sie alleine gegen die SAA absolut in der Lage ganz Syrien zu besetzten, nur was Russland dann macht steht auf einem anderen Blatt. Israel wirkt geopolitisch mom wie das Rumpelstielzchen das wütend aufstampft.

  7. AMN

    >>>DAMASCUS, SYRIA (17:35 P.M.) – On Saturday, Iraqi military commander Shakir Abid said a unit of Norwegian special forces had been allowed to enter Syria through the Al-Waleed border crossing in western Anbar.

    The Norwegian unit arrived at the Al-Tanf region on the Syrian side of the border, home to US-backed Free Syrian Army (FSA) that have become the target of an ongoing offensive by the Syrian Arab Army (SAA) along the Damascus-Baghdad highway.

    The Iraqi Army, Iraqi border guards and Iraqi Federal Police notably provided the Norwegian contingent safe passage to link up with US and British forces already deployed inside eastern Homs, despite vocal objections by the government in Damascus.>>>

    Was zur Hölle?
    Der irakische Kommandeur vor Ort lässt die norwegischen Spezialkräfte über den Grenzübergang nach Syrien, um die Amis rauszuhauen, oder wofür?
    Die Anfrage der Norweger ist schon sehr schräg.
    Die Tatsache, das Norweger dort Spezialkräfte haben, absurd.
    Und Amis, die sich in der menschenleeren Wüste, in der sie gar nicht angegriffen werden, von Norwegern retten lassen müssen; sehr schön, wer hätte sich so etwas ausdenken können.

  8. https://www.washingtonpost.com/amphtml/world/national-security/as-syria-war-enters-new-phase-us-looks-to-expand-communications-with-russia/2017/05/19/ab024832-3cc1-11e7-9e48-c4f199710b69_story.html

    Die Post schreibt zwar ziemlich viel unsinniges Zeug, in dem Artikel wird recht breit Dunfords und Matti’s Ausführungen zu Syrien Raum gegeben.

    Mehr Kooperation mit den Russen im Kampf gegen ISIS und zur Sicherheit der Truppen.

    “My sense is that the Russians are as enthusiastic as we are to deconflict operations and ensure that we can continue to take the campaign to ISIS and ensure the safety of our personnel,” he said, using another name for the Islamic State.“

    Wird um so wichtiger, je näher man sich kommt in nächster zeit

    „Dunford suggested that communication with Russia would become more important as the United States looks beyond an upcoming offensive to recapture Raqqa toward operations in places like Deir al-Zour, an eastern city where both the Islamic State and Syrian government are active.“

    Dann Lob für die Fortschritte gegen ISIS, und Trump hat neue Vorgaben gemacht.

    „Among those steps, Mattis said, is a new emphasis on encircling and cutting off the Islamic State in population centers, rather than positioning local forces around cities in a way that could allow militants to escape and regroup elsewhere.

    “By taking the time up front to surround these locations, instead of simply shoving them from one to another . . . based on the recommendation that we made and the direction that President Trump took, we now take the time to surround them,” Mattis said.“

    Also nicht mehr die Kämpfer von einem Ort zum anderen treiben, sondern umzingeln.
    Gut für alle Länder, aus denen die stammen, oder in die sie als Flüchtlinge gehen könnten.

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