Neue Runde von Syrien-Gesprächen in Astana

In der kasachischen Hauptstadt Astana beginnt zur Stunde eine neue Runde von den Garantiemächten Russland, Türkei und Iran gesponsorter Gespräche zur Befriedung von Syrien.

Neben Delegationen der Garantiemächte und der syrischen Regierung nehmen diesmal auch der UNO-Sondergesandte Staffan de Mistura, ein Vertreter Jordaniens, ein stellvertretender Außenminister der USA und, anders als bei den letzten Astana-Gesprächen Mitte März, wo sie sich von Gesprächen nicht bei geplanten Offensiven stören lassen wollten, Vertreter bewaffnete Regierungsgegner unter Führung von Mohammed Alloush an den Gesprächen teil. Geplant ist, dass es am heutigen Dienstag zunächst Gespräche unter Experten der Garantiemächte geben wird, bevor dann morgen und übermorgen die eigentlichen Gespräche zwischen den hochrangigen Teilnehmern stttfinden werden.

Als Gesprächsgrundlage auf dem Tisch liegt ein russischer Vorschlag, vier „Zonen der Spannungsreduktion“ in Syrien zu erschaffen, nämlich in Idlib, nördlich von Homs, in Ost-Ghouta und im Süden von Syrien. Gleichzeitig sieht der russische Vorschlag vor, die Terrorgruppen ISIS und Al Kaida mit der Hilfe bewaffneter Regierungsgegner herauszutreiben, Sicherheitslinien entlang der Ränder der Deeskalationszonen zur Verhinderung des Ausbruchs von zonenübergreifenden Konflikten und ein Zentrum zur Beobachtung des Waffenstillstandes einzurichten sowie Zivilisten und Hilfsgüter die Zonenränder durch Checkpoints passieren zu lassen. Die vier neuen Deeskalationszonen wären damit eine Ergänzung zu den lokalen Friedensabkommen, die mittlerweile 1477 Orte unter russischer Vermittlung mit der syrischen Armee abgeschlossen haben. Es ist nicht fernliegend, anzunehmen, dass die in den letzten Tagen ausbleibenden Nachrichten über ein weiteres Vorrücken der syrischen Armee in die Tasche Nord-Hama-Idlib sowie die Zurückhaltung der syrischen Armee in Ost-Ghouta dazu gedacht ist, vor den Astana-Gesprächen über die Einrichtung der vier Deeskalationszonen ein inoffizielles Zeichen des guten Willens zu setzen.

Weiterhin interessant ist in dem Zusammenhang der vor einigen Tagen begonnene Angriff der vornehmlich von Saudi Arabien unterstützten Gruppe „Islam-Armee“ von Verhandlungsführer Mohammed Alloush auf Zentren von Al Kaidas Nusra Front und die mit ihnen verbündete Gruppe Rahman-Korps in Ost-Ghouta, bei dem Al Kaidas Haussender Al Jazeera zufolge mindestens 87 bewaffnete Männer auf beiden Seiten sowie acht Zivilisten ums Leben gekommen sein sollen. Das kann man natürlich, wie das etwa Fars News unter Verweis auf Al Akhbar meldete, als Proxy-Krieg zwischen Saudi Arabien auf der einen und der Türkei und Katar auf der anderen Seite sehen, der der Einschätzung von Freunden des ziowahhabitischen Terrors zufolge dazu führen könnte, dass das gesamte Gebiet Ost-Ghouta bald an die Regierung fällt. Man könnte den Angriff der Gruppe Islam-Armee auf die Nusra Front und das Rahman-Korps aber auch so sehen, dass Mohammed Alloush erkannt hat, dass er mit seiner Islam-Armee nur eine Chance hat, seine weitere Existenz am Verhandlungstisch in Astana zu sichern anstatt wie sein Bruder Zahran eliminiert zu werden, wenn das von ihm reklamierte Gebiet Ost-Ghouta frei von Al Kaida ist. Da hat er dann allerdings noch viel vor, denn die dicht besiedelten Gebiete im Südwesten von Ost-Ghouta stehen allesamt unter der Kontrolle des Rahman-Korps.

Wie dem auch sei, für die syrische Armee ist das jedenfalls eine günstige Entwicklung. So ist es auch zu erklären, dass die syrische Armee, anstelle das Infighting unter den Terrorgruppen für einen Angriff auf die Islam-Armee auszunutzen, stattdessen synchron mit der Islam-Armee die Nusra-Front und das Rahman-Korps in Qaboun westlich von Ost-Ghouta eliminiert. Und dabei scheint die Armee schon recht weit vorangekommen zu sein.

Wenn die Armee Qaboun komplett eingenommen hat, dürfte es sehr schwer werden für sämtliche bewaffnete Regierungsgegner in Ost-Ghouta, wer auch immer das dann sein mag, weiter für einen Nachschub an Waffen und Munition zu sorgen. Alloush und seine Islam-Armee verlieren hingegen an Unterstützung, wobei die Islam-Armee es selbst natürlich selbst zuzuschrieben hat, dass sie gerade auf unbewaffnete Menschen geschossen hat, die gegen ihren Feldzug gegen das Rahman-Korps protestiert haben.

Für Mohammed Alloush ist das eine Situation, wo er nur verlieren kann. Geht er nicht gegen seine Ex-Verbündeten von Al Kaida vor, muss er damit rechnen, dass Russland, Iran und die Türkei die syrische Armee gemeinsam dabei unterstützen, ihn und seine Gruppe zusammen mit Al Kaida zu eliminieren. Geht er gegen Al Kaida vor, so schwächt er damit die bewaffneten Regierungsgener insgesamt durch Infighting, und das wohl soweit, dass sie keine Chance mehr hätten, in Ghouta einer Offensive der syrischen Armee lange standzuhalten. Er dürfte damit eine von der Türkei, Russland und Iran garantierte langfristige Waffenstillstandsvereinbarung mit der syrischen Armee brauchen, was natürlich ganz im Interesse der syrischen Armee wäre, denn natürlich sitzt die syrische Armee dabei dann am längeren Hebel.

Weitere positive Nebeneffekte der Entwicklung in Ghouta könnten sich für die syrische Armee in anderen Provinzen ergeben, etwa indem das Infighting unter den direkt mit Al Kaida liierten und den weniger direkt mit Al Kaida liierten bewaffneten Regieurngsgegnern auch auf andere Provinzen übergreift, etwa auf Idlib. Anzeichen dafür, dass das geschehen könnte, gibt es bereits, und die Einrichtung einer Deeskalationszone dort bei gleichzeitiger Eliminierung von Al Kaida dürfte fast so etwas wie eine Garantie sein, dass es mehr davon geben wird.

Wenn die Terroristen dann miteinander fertig sind, kann es gut sein, dass auch die Sieger dadurch so geschwächt wurden, dass sie einen dauerhaften Waffenstillstand mit der syrischen Armee brauchen, weil sie es mit der syrischen Armee nicht mehr aufnehmen können. Es zeigen sich also parallel zum stetig weiter fortschrienden Kampf gegen ISIS in Ostsyrien allmählich auch Perspektiven, wie der Krieg in Westsyrien endlich beendet werden könnte.

Nachtrag später Dienstag Abend: Praktisch zeitgleich zu den Syrien-Gesprächen in Astana gibt es einige zwischenstaatliche Kontakte auf allerhöchster Ebene. Bei Merkels Besuch bei Putin in Sochi ist zwar nicht erkennbar, dass da etwas greifbares herausgekommen wäre, aber anschließend haben auch noch Putin und Trump miteinander telefoniert. Und da scheint das Ergebnis sehr zum Missfallen der zionistischen Freunde des Terrors so auszusehen, dass Trump Putin bei der Einrichtung der oben diskutierten vier Deeskalationszonen beigepflichtet hat und Trump außerdem bekräftigt hat, den Karrierediplomaten und für Nahost zuständigen amtierenden stellvertretenden Außenminister Stuart E. Jones zu den Gesprächen nach Astana zu schicken. Der jordanische Außenminister war schon am Samstag beim russischen Außenminister Lawrow in Moskau und hat da den russischen Bemühungen um einen Waffenstillstand in Syrien zugestimmt.

Und morgen, wenn es mit den offiziellen Gesprächen in Astana richtig losgeht, ist Erdogan bei Putin zu Besuch in Russland, sodass da vermutlich Meinungsverschiedenheiten zwischen russischen udn türkischen Teilnehmern in Astana sehr zeitnah auf allerhöchster Ebene geklärt werden können.

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27 Gedanken zu “Neue Runde von Syrien-Gesprächen in Astana

  1. Idlib, Goutha, der Süden und die Enklave nördlich von Homs, die seit langem relativ ruhig ist.

    Diese Zonen wären eine Konkretisierung auf dem Weg zur Verhandlungslösung.
    Der Teufel steckt wie immer im Detail.
    Wie soll das Angebot konkret aussehen?

    Von Anfang an zieht sich der Kampf gegen Terroristen durch alle Formulierungen, auch die Unterscheidung von „Terroristen“ und „Moderaten“.
    Da gab es bisher noch keine Lösung, und die Bündnisse, die diverse „FSA“ gelabelte Gruppen mit AL Nusra eingegangen sind, machen eine Trennung auch nicht gerade leicht.

    Optimal wären Infights ungefähr gleichstarker Gruppen; den Rest sammelt an dann einfach ein, gibt ihnen ein paar Hausmeisterposten und fertig.

    Die Russen sind bisher ziemlich gut, diesen Weg anzuschieben. Gutes Gelingen!

    1. andreas

      „Optimal wären Infights ungefähr gleichstarker Gruppen; den Rest sammelt an dann einfach ein, gibt ihnen ein paar Hausmeisterposten und fertig.“

      Ich würde das eher so sehen, optimal wäre es, wenn es zu möglichst wenig weiteren Kämpfen kommt, aber wenn, dann ist es natürlich besser, wenn möglichst „bewaffnete Regierungsgegner“ gegeneinander kämpfen als wie wenn die syrische Armee da überall voll ran muss. Und Hausmeisterposten werden sicher nicht vergeben. Stattdessen wird friedenswilligen Milizenführern angeboten, Parteien zu gründen und an Wahlen teilzunehmen. Natürlich wissen Leute wie Alloush, dass sie mangels Unterstützung durch die breite Bevölkerung so sicher nicht Präsident werden, aber Führer einer politischen Randpartei zu werden, könnte für solche Leute trotzdem durchaus attraktiver sein, als gemeinsam mit Al Kaida eliminiert zu werden.

      1. Die Parteien haben syrienweit keine Chance, etwas zu bewegen; sie werden sich ja nicht mal dauerhaft auf ein „HTC-Bündnis“ einigen.
        Aber lokal konnten die Hochburgen der „Aufständischen“, wo die Muslimbrüder und ihre noch radikaleren jetzt jahrelang durchgehalten haben und andere wohl nicht sehr zahlreich zurück kommen wollen, durchaus noch Mehrheiten erzielen; das reicht dann eben für einen Hausmeisterposten. ;–)

  2. Ist es war, dass SAA Einheiten von Hama wieder nach Palmira und West Aleppo verlegt hat? Ich habe paar Informationen gelesen aber keine Bilder gesehen.

    1. Zgvaca

      Wenn Du keine Informationen hast, wer dann? Auf Twitter wars die letzten Tage ziemlich ruhig.
      Nimmt man aber die Meldung, das die Russen sich offiziell verstärken. heißt das wohl, das es zwischen den Amerikanern und den Russen wieder eine normale in Syrien aufgebaut haben. (Eventuell will sich Washington nicht mehr einmischen wund wieder auf die regionale Zusammenarbeit setzen.)
      Damit ware die Priorität wieder auf dem IS.
      Früher ist der dt. Bundeskanzler nach Gespächen in Moskau zum Raport nach Washington. Gestern ruft Trump Ptin an, wenn Merkel gerade das Zimmer verlassen hat. Für mich ein deutliches Zeichen, das Trump alles dran setzt das IS-Problem vom Tisch zu bringen und der Angriff auf Raqqa bevorsteht und dabei brauchen die Kurden, wenn schon nicht direkte, so doch indirekte Unterstützung durch die SAA. Damit macht Westaleppo wenig Sinn als Verlegeort für SAA-Truppen, aber Ostaleppo und Palmyra schon.

      Leider, wieder mal Hama angefangen und nichts fertig geworden.
      Übrigens haben ja die US-Proxis an der Jordanischen Grenze der SAA den Rücken nach Süden frei gemacht (Vormarsch Richtung Euphrat) Damit ware auch die Möglichkeit entstanden, für einen Vormarsch der SAA nach Deier Azor??????????

      Leider alles nur meine Phantasie, ich habe keine Beweise…

      Übrigens: wenn ich mir die Gästeliste in Astana anschaue: Genf ist tod.

      1. Lutz

        In Astana geht es darum, einen funktionierenden Waffenstillstand zwischen SAA und von der Türkei unterstützten bewaffneten Regierungsgegnern herzustellen und den Terror zu beseitigen. Genf wird dann später gebraucht, um eine Lösung des politischen Konfliktes auszuverhandeln, was kaum ohne Beteiligung der kurdischen Kräfte gelingen kann.

      2. Die Meldung über Verstärkung der russischen Militärberater war ja dicht gefolgt von der Verstärkung iranischer Militärberater. Die Truppenbewegungen der SAA sind, meiner Meinung nach, schwer einschätzbar. Etwas mehr Aufschluss dazu gibt vielleicht diese Analyse der Organisation von SAA und Verbündeten: https://southfront.org/syrias-armed-forces-7th-year-war/

  3. Mal wieder danke, danke….für den mehr Klarheit verschaffenden Artikel!!!

    Wenn ich das NEP nicht hätte……;o)

  4. Ich habe zwei Fragen:
    1) Wie sieht es mit den Kurden aus? Sind die bei den Friedensgesprächen in Astana nicht vertreten?

    2) Was ist mit der Türkei? Warum kämpfen die Türken noch Syrien? Haben die nicht konträre Interessen? Spießt sich das nicht mit mit der Kurdenfrage? Was haben die Türken überhaupt in Syrien verloren?

    1. Alexandra

      Nein, die Kurden sind in Astana nicht vertreten, brauchen sie auch nicht zu sein. In Astana geht es darum, für einen Waffenstillstand zwischen von Ankara unterstützten Proxies und der Regierung in Damaskus zu sorgen, der von Russland, der Türkei und Iran garantiert werden kann. Möglicherweise wird das im Kern russisch-türkische Astana-System in dieser Gesprächsrunde um Jordanien und die USA ausgebaut, um auch von Jordanien aus operierende US-geführte Regierungsgegner in den Waffenstillstand einzubeziehen. Zwischen Damaskus und den Kurden funktioniert so ein Waffenstillstand auch ohne Gespräche in Astana.

      Die Türkei hat zwei wichtige Aufgaben: erstens dafür zu sorgen, dass von der Jihadi-Enklave Azaz-Jarabulus-Al-Bab im Norden keine Angriffe auf die syrische Armee mehr ausgehen, und zweitens daran mitzuwirken, dass ein ähnlicher Waffenstillstand demnächst für die Jihadi-Enklave Idlib-West-Aleppo-Nord-Latakia-Nord-Hama möglich wird. Die Einbezeihung der Türkei ist insofern vorteilhaft, weil da über den Hebel der türkisch-russischen Beziehungen und der türkischen Kontrolle über die syrische Nordgrenze an einigen wesentlichen Kriegstreibern (vor allem Israel und Saudi Arabien, aber auch Frankreich, Britannien und Katar) vorbei ein funktionierender Waffenstillstand in Nordsyrien hergestellt werden kann, ohne dass diese Kriegstreiber dagegen viel machen können.

      Das türkische Interesse an der Nichtentstehung eines autonomen kurdischen Gebietes kann möglicherweise auch in positive Bahnen gelenkt werden, nämlich dann, wenn die türkisch-russische Kompromiss-Einigung bezüglich der „Kurdenfrage“ in Syrien so aussehen sollte, dass in den syrischen Kurdengebieten letztlich Damaskus die militärische Kontrolle ausüben soll. Spannend wird es meiner Meinung nach aber, ob es über diese Frage (vorher noch) zum militärischen Bruch zwischen Türkei und USA kommt, der in einen türkischen NATO-Austritt mündet.

  5. Solange die Ursachen für diesen Krieg nicht gelöst werden und die nicht NATO-Verbündeten immer Nachgeben und dadurch an Einfluss verlieren, sind dies alles Scheinlösungen, welche immer wieder zu neuen Brandherden in Syrien und weiteren Kriegen auf der arabischen Halbinsel kommen werden, bei denen es um Religion, Machtinteressen und Gold (schwarzes Gold) geht. Russland hat mit einer möglichen Zonenteilung in Syrien wieder verloren. Zuletzt haben sie ja definitiv Montenegro verloren und die USA nutz die noch militärische Unterlegenheit von hauptsächlich China und „Russland“ aus. Niemand wird in nächster Zeit als Einzelstaat oder Staatengemeinschaft es schaffen, den USA/NATO Gebilde gleich zu ziehen, erst dann gibt es Mitspracherecht. Nur der Drache kann den Büffel bezwingen, der Bär holt sich immer wieder eine blutige Nase.

    1. Gut das Du mal keine Ahnung hast von dem was du da schreibst! Schuster bleib bei deinen Leisten. Montenegro ist ein Sch*** wert, es kommt immer noch auf die Bevölkerung an, ich bin halber Montenegriner und halber Serbe, keiner vom normalen Volk wird sich gegen Russland stellen, eher würde wir uns gegen die NATO auflehnen. Crna Gora wird von eine kriminellen CIA Agenten regiert und er wird nicht ewig regieren und er steht nicht für die Bevölkerung. Unterlegen militärische Unterlegenheit? Das ich nicht lache, die Nato konnte Serbien 1998 nur mit ach und krach besiegen, eine Kapitulation hat es de facto nicht gegeben, der Abzug der JNA aus Kosovo hat ca 2 Wochen gedauert. Wären wir nicht so organisiert gewesen in der Verteidigung wäre es nicht nur bei 2200 toten Menschen geblieben. Wenn man sieht wo überall die Nato Lappen ihre Finger im Spiel hatten, über 100.000 tausend Tote und aufwärts. Wir haben haben den Krieg erst mit Otopor und am 54 Oktober verloren, als unsere verlebenden Leute Milosevic gestürzt haben und danach all unsere Generäle und Offiziere entlassen habe. Russland weiß genau was damals in Jugoslawien passiert ist und wie man den Gegner besiegen kann. Wenn die NATO doch so überlegen wäre, wieso greift man den CHINA und RUSSLAND nicht an. Man sieht den Zustand der Armeen in Europa an, das kein bezahlter Soldat ein richtiger Soldat ist, vor denen muss man sich nicht fürchten. Man sollte sich vor denen FÜRCHTEN die keinen Preis haben. Und die Orthodoxen Patrioten haben keinen Preis. Das Spiel im Nahen Osten ist eh schon zum Fiasko für die NATO geworden und es wird noch teurer. Die Zonenteilung ist nur ein weiteres Spiel um die Verschwörer gegeneinander zu richten. Alle Karten sind jetzt in der Hand von Russland und dem Iran. Russische Mühlen mahlen sehr langsam, dafür werden sie sicher IHR Ziel erreichen.

      1. „Man sollte sich vor denen FÜRCHTEN die keinen Preis haben. Und die Orthodoxen Patrioten haben keinen Preis.“

        Ein herzliches Danke für diese zwei Sätze.

    1. Veni Vidi Vici

      Was Thierry Meyssan da geschrieben hat, scheint im Großen und Ganzen eine Interpretation dieser Geschichte zu sein, die vor ein paar Tagen etwa bei Buzz News war:

      https://www.buzzfeed.com/johnhudson/theres-something-new-in-the-trump-mccain-relationship-these

      Was da dran ist, kann ich schwer beurteilen, aber es hätte eine gewisse Logik, dass Trump versucht, sich über einige Zugeständnisse an McCain eine Senatsmehrheit zu sichern, zumindest bis zu den Zwischenwahlen 2018, aber vielleicht auch darüber hinaus.

    2. Veni Vidi Vici
      Es scheint wirklich so zu sein das Syrien nicht mehr die so grosse Priorität hat für die USA.

      Es ist wohl Politik von Trump, das durch unregelmäßiges Hin und Her er sein eigentliches Ziel verschleiern. Deshalb ist es wohl unmöglich zu sagen, wie hoch die Priorität Syriens für die USA noch ist. Lange sah es danach aus, das das Thema Assad muss weg vom Tisch war. Dann kam der Giftgasvorfall. Assad war der Böse. Nur das Ganze war ja so gestrickt, das die Verschwörungstheoretiker ihre helle Freude daran haben: Man kann wohl davon ausgehen, das der Beschuss des Flughafens von Homs eher gegen Nordkorea und die Gegner in den amerikanischen Parlamenten als gegen Assad gerichtet war: es war ein Wahlversprechen und Trump scheint es durch zu ziehen: Schwerpunkt ist der Kampf gegen IS. Bis Ende 2017 könnte das Problem vom Tisch sein. Dann könnte sich Trump zurück ziehen: Nur damit ist das Syrienproblem nicht gelöst. Das Hauptproblem ist doch schon lange nicht mehr die IS sondern der Stellvertreterkrieg der Regionalmächte Türkei, Saudi Arabien, Iran, Israel usw., was man ja drastisch am Jemen sieht.
      Das mit dem Ende der IS wirklich Frieden in Syrien und dem Irak einzieht, ist unwahrscheinlich. Wenn die USA die Region verlässt bzw. die Truppen drastisch reduziert wird Trump darauf bestehen, das Europa die Aufgaben in der Region erfüllen soll.
      Da passt schon die Demütigung von Merkel ins Bild, das Merkel beim Besuch bei Putin nichts erreicht und gleich anschließend beim Telefonat zwischen Trump und Putin Punkte des Friedensvertrages fest machen. Durch Demütigung Zugeständnisse heraus holen. Und Trump lacht sich Tod, das Merkel sich weiter krampfhaft an den Sanktionen festhält und so der eigenen Wirtschaft schadet. Fazit: Es muss nicht gut sein, wenn die USA das Interesse an Syrien verliert. Bei aller Kraftmeierei hat wohl Assad derzeit von Trump am wenigsten zu befürchten.

  6. Immer wieder liest und hört man, dass eine endgültige Befreiung von Qaboun extrem wichtig wäre und die Versorgungswege in Richtung Ost-Ghouta abschneiden würde.

    Ich konnte aber noch nirgends lesen, wieso gerade die paar Häuserviertel ein solch strategisches Gewicht haben, um das vielfach größere Gebiet Ost-Ghouta zu versorgen?

    1. Pragmatisch

      Aus Qaboun gab es – oder gibt es vielleicht noch – Schmuggeltunnel nach Ost-Ghouta.

  7. AMN
    Following a rare deal between the Syrian Arab Army (SAA) and Jaish Al-Islam, hundreds of captive civilians and soldiers, mostly Alawites, were released in return for 51 aid convoys entering Douma in eastern Damascus.

    Könnte im Rahmen der Gesprächsrunde ein Zeichen des guten Willens gewesen sein?

    Andererseits kam die Meldung, „Opposition“ will wegen Bombardierungen nicht verhandeln in Astana.

    1. andreas

      Ja, ganz offensichtlich tut sich was zwischen syrischer Regierung und Islam-Armee, was man als Zeichen guten Willens sehen kann. Man könnte es auch Anzeichen für einen faktischen Seitenwechsel der Islam-Armee nennen.

      Bei den Gesprächen in Astana gibt es eine sehr geschickte Verwendung des Begriffes Opposition. Da wird nämlich ziemlich strikt unterschieden zwischen „bewaffneten Gruppen“ und „Opposition.“ Die Medien haben das aber anscheinend nicht ganz mitbekommen, was durchaus beabsichtigt sein könnte. Und da liegt nun auch der Clou: auf der Seite der Regierungsgegner erschienen sind sowohl Vertreter von „bewaffneten Gruppen“ als Vertreter von „Opposition.“ Und, so wie es aussieht, sind Vertreter von „bewaffneten Gruppen“ am ersten Tag umgehend wieder abgereist, während Vertreter von „Opposition“ nach Beendigung ihres Tagesprogrammes zwar eine Aussetzung erklärt haben, aber nicht abgereist sind und morgen vermutlich in Astana die Deeskalationszonen billigen werden. Mehr dazu später in einem neuen Artikel.

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