Syrische Armee in Deir Ezzor vorangekommen

Wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA am heutigen Donnerstag mitteilte, ist die syrische Armee in ihrer seit Jahren von ISIS-Terroristen umzingelten und zweigeteilten Enklave in der ostsyrischen Stadt Deir Ezzor an mehreren Fronten ein Stück vorangekommen.

SANA bestätigte damit dem Grunde nach Informationen, die in der Nacht bereits von Al Masdar News veröffentlicht wurden. Al Masdar News hatte dazu auch eine Karte veröffentlicht, die die Lage und Stoßrichtungen der Offensive der Armee in Deir Ezzor abbildete (Achtung: Norden ist auf der Karte oben links):

Kommt die Armee da noch ein bisschen voran, dürfte es bald gelingen, die beiden getrennten Teile ihrer Enklave in Deir Ezzor wieder zu verbinden.

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38 Gedanken zu “Syrische Armee in Deir Ezzor vorangekommen

  1. btw: Diplomatie, Militär, Softpower 👍

    RT hat folgendes Video veröffentlicht
    Titel: „Türkischer Angriff auf Syrien: USA unterstützen Kurden – auch von der PKK“
    (Video: 27.04.2017 de 5:58 min)

    „Ein US-Offizier und ein angeblicher PKK-Führer inspizieren den Ort des türkischen Luftangriffes vom Dienstag.
    Abdi Ferhan Sahin gilt in der Türkei als gesuchter Terrorist der PKK.
    Auf Videomaterial ist er nun zusammen mit US-Soldaten zu sehen. Die USA bezeichnen die PKK zwar ebenfalls als Terrororganisation. In Syrien kämpfen sie jedoch mit Kurden zusammen, auch mit der PKK nahen YPG. Washington will weder die Türkei, noch die Kurden als Alliierte verlieren.“

  2. Offenbar zieht der IS anders als bei anderen Fronten, von der bei Deir Ezzor keine Truppen Richtung Raqqa ab. Strategisch erschließt sich mir das nicht ganz. So realitätsfern anzunehmen, dass man die Stadt noch einnehmen kann, wird beim IS ja wohl niemand sein. Wozu dann also das sinnlose Gemetzel der eigenen Truppen? Hätte man die Hälfte der Kämper zur Aufrechterhaltung des Kessels dort gelassen und den Rest zu einer schlagkräftigen Gegenoffensive gegen die Kurden eingesetzt, als diese über den Assad-Stausee übersetzten, würde es um Raqqa zumindest etwas freundlicher aussehen.
    So ich es sehe, ist der IS aktuell jenseits aller relevanter mitlitärischer Initiativfähigkeit. Konteroffensiven werden wenn, dann nur sehr begrenzt vorgetragen, was auf Mangel an Kämpfern schließen lässt. Auf Deir Ezzur gab es auch schon länger keine besorgniserregenden Angriffe mehr.
    Momentan sieht es dort nach einem temporären Patt aus. Die Entsetzung wird wohl trotzdem noch länger dauern, auch wenn es im Raum Palmyra jetzt ja wieder Fortschritte gibt.
    Der Weg nach Deir Ezzur ist verdammt weit und mit Vormärschen auf Wüstenstraßen hat die SAA nicht immer die besten Erfahrungen gemacht…

    1. Deir Dezzor ist strategisch an den öl-quellen gelegen. solange IS diese halten, kann USA von hinten kommen und nach der befreiung diese besetzen, ohne das Syrien danach noch etwas dagegen tun kann.

  3. Und wieder ein israelischer Angriff auf Syrien und die Tat bleibt wieder ungesühnt.
    Die Maschinen oder Raketen müssen mindestens 200 km in der Luft gewesen sein und kein Radar und keine Sxy sprechen an.
    Was soll dieser Zirkus?
    Welche Rolle spielt Russland da?

    ***

    1. Es geht um die Hisbolla/Iran beim Angriff der Israelis und nicht um Syrien! Da gibt es viele Interessenlagen und der Russe legt keinen Wert auf größere Schlachten!

      1. Eher ziotransatlantische Märchenstunde.
        Bei Damaskus wurden offenbar Munitionsdepots und Treibstofflager getroffen, erneut.
        Das hat absolut nichts mit Hisbollah oder angeblichen Lieferung an diese zu tun, sondern ist reine Lügenpropaganda um diese gezielte Schwächung und Schädigung der SAA Logistik und Versorgung zu rechtfertigen und zu begründen.
        Auch wenn es da ohnehin nichts zu rechtfertigen gibt, da dies ein erneuter verbrecherischer, völkerrechtswiedriger Agressionsakt und Souveränitätsbruch des zionistischen Gebildes ist, gegen einen seiner Nachbarn, ohne selbst bedroht oder gar angegriffen worden zu sein, wie so oft.
        Noch dazu niederträchtig und feige, indem die IAF die Raketen bereits vor der Küste Libanons oder vor dem Golan abschiesst, um eigene Flugzeuge nicht zu riskieren.

        Die ersten F35 sind da:
        http://www.iaf.org.il/4459-49159-en/IAF.aspx

        Hoffen wir das Russland schnell das Luftabwehrpotential der SAA aufrüstet, sonst werden die Angriffe noch häufiger und dreister werden.

  4. Jetzt haben die Falschspieler auch noch ein Aufklärungsschiff versenkt. Haben wohl Angst vor der Technik oder vor dem was die Technik kann ?

    Diesen Typen ist nix zu dumm
    Diese Falschspieler wollen mit aller Macht Probleme um den Bosporus. Damit dieser _für RU_ geschlossen werden kann.

    1. sg

      Bislang sieht der Zusammenstoß des russischen Aufklärers am Bosporus mit einem Viehtransporter eher nach einem Unfall aus. Oder hast du da andere Informationen?

      1. nein keine anderen Informationen. Die Russenmedien, die ich lese halten sich kompl. zurück ( das bedeutet, dass war ein Tiefschlag ).

        Aber wie schon gesagt, die Falschspieler wollen mit aller Macht Probleme zwischen Russen und Türken, um den Bosporus schliessen zu können (also offene Probleme zw.RU und TR ) Fing doch an mit der Brücke von Kerch. Mit dem Abschuss und zieht sich bis Khan Sheikh.

        Denke für die Falschspieler ist die Schliessung d.Bosporus ein Baustein zum Sieg

        letzte Woche wurde ja fast jeden Tag Latakia ausgespäht.
        Warum ? Für wehn ? Das war doch die Planung für die Türken.

        Ja aber gestern haben die Russen dort erstmal die Luft rausgelassen ( angeblicher „Abzug“ ).

        Heute das …
        Das Schiff war 1000% auf einen sehr guten techn. Stand,
        der nun nachvollzogen werden kann.

      2. Muss man natürlich abwarten, aber ist duchaus möglich das hier gezündelt wird, denn Russland versorgt Syrien, SAA und seine Soldaten hauptsächlich per Schiff über das schwarze Meer.
        Wenn die ziotransatlantische Mafia es schafft das nach einem FalseFlage oder sonst einem Vorwand dies unterbunden oder gestört wird, selbst kurzzeitig, wäre dies ein massives Versorgungsproblem für die gesamte syrische Wiederstandsachse.
        Die benötigten Mengen können nicht alleine per Lufttransport sichergstellt werden, abgesehen von den zehnfachen Kosten und es gibt bisher leider auch (noch) keine sichere Landverbindung zum Irak, welche dies kompensieren könnte.
        Beim Ukraineputsch war das Hauptziel der Mafia deswegen auch die Krim und Sevastopol, die Ukrainer interessieren, trotz allem Geheuchel und Lügen, den sog. Westen ansonsten einen Dreck.

  5. Dennoch stellt sich wohl nicht nur mir die Frage, weshalb Russland nicht wenigstens den Großraum Damaskus mit den vorhandenen Abwehrsystemen schützt. An ein doppeltes Spiel glaube ich nicht. Es ist wohl eher pure Furcht vor Israel.

    1. @Theodor Körner
      „Es ist wohl eher pure Furcht vor Israel.“
      Das denke ich weniger. Ich denke es geht vor allem darum den Dampfkessel dort ganz langsam wieder abzukühlen, denn an einem 3. Weltkrieg der mit Atomraketen geführt wird hat niemand ein Interesse. Dazu gehört allerdings auch dass man es der anderen Seite ermöglicht sich ohne großen Gesichtsverlust vom Acker zu machen. Wenn es für die Opfer auch schmerzlich sein wird wenn die Kriegsverbrecher dieses Mal wohl wieder ungestraft davon kommen werden. Beim nächstes Mal könnte es dann anders aussehen.

    2. „Es ist wohl eher pure Furcht vor Israel.“

      Vor was sollen sich die Russen Fürchten ?
      Was bringt es wenn man noch einen Player in das Spiel bringt ? Wem bringt es etwas, wenn dort das „Parlament“ einen Krieg zustimmen kann ? Man legt sich nicht mit allen an auch wenn man alle nicht leiden kann.

      1. sg

        Israel verfügt zwar nicht militärisch, aber über seine 5. Kolonne, aka Israel-Lobby, in den Weststaaten über ganz erhebliche Macht.

      2. „Es ist wohl eher pure Furcht vor Israel.“

        Ein wenig Differenzierung wäre sinnvoll. Die komplexe Lage in Nahost ist nun mal nicht mit dem Gedränge und Geschubse auf einem Schulhof vergleichbar, wo ein Viertklässler sich „aus purer Furcht“ von einem Sechstklässler verhauen lässt.
        Israel steht nicht für sich. Wenn man dieses Mantra vielleicht irgendwann verstanden hat, versteht man auch die gesamte Gemengelage auf globaler Ebene. Israel ist der kleine aber durchtriebene Bruder der USA. Damit ist dieser Bruder, um mal doch das Beispiel des Schulhofes zu bemühen, unter dem Schutz der größten und gewalttätigsten Schüler der Schule. Sobald er auch nur schräg angeschaut wird, muss man sich der halben Schülerschaft erwehren und – und jetzt kommt der entscheidende Punkt – auch der gesamten Lehrerschaft. Die sind selbstredend geschloßen auf Seite des kleinen, schützenwerten Bruders, der von „Rabauken“ dauernd umzingelt und bedroht wird.
        Daher sind seine päventiven Angriffe gegen andere Schüler zu respektieren. Deren Antworten würden aber, siehe oben, unmissverständlich sanktioniert werden.

        Will sagen: Syrien/Iran/Russland wird so lange die Schläge schlucken, bis ein gewisses Level erreicht ist. Dieses Level ist dann erreicht, wenn die eigene Zukunft auf dieser Schule vital bedroht ist. Dann wird zurückgeschlagen. Nach dieser Abwehr aber wird die Schule, wie wir sie vorher kannten, nicht meht existent sein…

      3. Einem Krieg in Syrien muss niemand in Israel zustimmen. M.W.n. befindet sich Israel immer noch mit Syrien im Krieg….

  6. Ich denke dass der Luftangriff der Türkei auf die kurdischen Gebiete in Syrien mit der USA koordiniert gewesen ist. Nun fordern dort die kurdischen Verbände eine Flugverbotszone über den kurdischen Gebieten in Syrien. Ups die kann man dann ganz schnell mal ganz „ausversehen“ etwas vergrößern.

  7. Das Aufklärungsschiff Liman ist kein Öltanker, sondern ein eher kleines Schiff.
    Jede Kollision mit einem Kriegsschiff hat einen etwas faden Beigeschmack, zumal die russische Seite ja massiven Anfeindungen, Angriffen und Behinderungen ausgesetzt ist bzw. war.
    Die Möglichkeit den russischen Aufklärer „zivil“ wegzukicken ist eine Möglichkeit bei der Beseitigung eines Mitwissers.
    In dem Schiff ruhen auf alle Fälle einige Geheimnisse, an der verschiedenen Seiten interessiert sind.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Moma-Klasse

    1. @Herbert

      „Die Möglichkeit den russischen Aufklärer „zivil“ wegzukicken ist eine Möglichkeit bei der Beseitigung eines Mitwissers.“

      Mal ehrlich, so ein Öltanker (mit ein paar Knoten fahrt) kann doch nicht wirklich „so aus dem Nichts“ kommend ein Kriegsschiff wie die Liman wegkicken.
      Da müssen auf der Liman auch einige, wenn nicht alle, geschlafen haben?

      Oder der „Tathergang“ war mal wieder ein ganz anderer und wird nicht kommuniziert.

      Die Zurückhaltung der russischen Seite bei der Kommentierung der Sachverhalte kommt mir in diesem Zusammenhang auch etwas spanisch vor

      1. „Oder der „Tathergang“ war mal wieder ein ganz anderer und wird nicht kommuniziert.“

        D’Accord.

        Ein russisches Militär(!)-Schiff stößt(!) mal eben mit einem Viehtransporter so unglücklich zusammen, dass es sinkt (!)?

        Ich halte von unbewiesenen Verschwörungsphantasien nun überhaupt gar nichts, aber dieses Szenario wirkt sowas von unglaubwürdig, dass man, hätte man es als Gedankenspiel vor 48h vorgetragen, ausgelacht worden wäre.

    2. @Herbert

      diese Info mit Vorbehalt
      Russland hat(te) 4 Aufklärungschiffe ( 3 waren bauglaich wie die Liman ) 1 soll moderner sein. Also jetzt haben die Russen nur noch 2 + 1 Aufklärungschiffe ( denke je 1 ist Pazifikflotte / im Nordmeer / Baltische Flotte / Schwarzmeerflotte ) Also nur Flugzeugträger haben sie noch weniger als Aufklärungsschiffe

      Man muss doch immer viele Sachen im Kontext sehen. Insbesondere in einem „Krigs“fall. Die Russen haben viele Probleme, aber ein extrem grosses Problem im militärischen Bereich sind die Schiffsturbinen. Diese wurden in der Ukraine gebaut. ( Lieferstop glaube seit 2014 ). Egal weshalb warum weswegen das Schiff versenkt wurde, es tut extrem weh. Volltreffer des Schicksales

      —————————————————-

      JETZT erst, haben die Russen ein neues Werk aufbauen können ( 25 Apr 2017 )
      https://riafan.ru/733818-putin-zapustil-v-rybinske-proizvodstvo-korabelnyh-gazoturbinnyh-dvigatelei

      Deswegen stehen haufen Schiffs-Projekte auf Eis bzw wurden verkauft an Indien
      Nur mit den UBooten haben die irgendwas gedreht und dort klemmt es nicht so sehr ( glaube ich zumindest )

      1. @sg
        Hier das ergänzende Video von Russia Insider dazu..

        Titel:“BREAKTHROUGH: Putin Launches Manufacturing of Turbine Engines for Military Ships in Russia“
        Video: 8:52 min , en Untertitel

        youtu.be/fKk3JEYaiUI

  8. @Pitt

    Der „Gegner war ein türkischer Viehfrachter unter der Flagge von Togo, vermutlich also ein sogenannter Seelenverkäufer.

    Wenn man von Fahrlässigkeit ausgeht, dann ist die immer beidseitig. Die Schiffe fuhren mit Radar im Nebel, waren also nicht blind.

    Es ist garantiert so, dass die Militärschiffe auch vom Festland überwacht werden und hier komische Dinge abgegangen sind.

    Die Mission den Liman ist mindestens genauso heikel, wie ihr Untergang.
    Steht im Bericht:

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Liman_(Schiff)

  9. Gute Nachrichten aus Goutha.

    Lässt auf schwindenden Nachschub an Ressourcen schließen.

  10. Zitat @Pitt: „Mal ehrlich, so ein Öltanker (mit ein paar Knoten fahrt) kann doch nicht wirklich „so aus dem Nichts“ kommend ein Kriegsschiff wie die Liman wegkicken.“

    mal ehrlich: Diese Schiffsklasse sind ja kleine Boote, gerade mal so etwas über 1500t Wasserverdrängung. Uralt, Bj. 70 und als Hilfsschiff für die russische Marine gebaut, im Original unbewaffnet, erst um 1989 mit ein paar *strehla- Startrampen* ausgerüstet. Ein Kriegsschiff ist das nun wahrlich nicht.
    Der *Gegner* war auch kein Öltanker, sondern ein *Lebensmittelfrachter* (Viehtransporter), doppelt so lang, breiter und entsprechend schwerer. Er kam aus Rumänien.
    Bezüglich „aus dem Nichts“ kommend: Dichter Nebel am Kollisionsort.

    Es befand sich nach dem Kollisionspunkt zu urteilen, knapp ausserhalb der 12 meilen Zone der Türkei zur *Überwachung* des derzeitigen Nato- Manövers im Schwarzen Meer.

    Die Mannschaft hat das Schiff zu sichern versucht, was aber scheiterte. Es sank ca. 2 h nach der kollison, schwere beschädigungen unterhalb der Wasserline.

    Alle Seeleute gerettet, große Aufregung scheint nicht geherrscht zu haben, hier eine kleine Fotostrecke mit dabei.
    http://www.seanews.com.tr/russian-naval-vessel-liman-collided-with-livestock-carrier-youzarsif-h-in-istanbul-strait-15-missing/165932/

  11. Die Kommentare auf den Beitrag in Der Ezzor beziehen sich fast alle auf den Untergang des russischen Schiffes bzw. den Raketenangriff auf den Flughafen in Damaskus. Ich selber interessiere mich aber sehr für die Lage in der Ezzor und bleibe daher auch bei diesem Thema. Ich sehe die Fortschritte nicht, die in dem Beitrag und der Karte beschrieben werden. Es sind minimale Geländegewinne und es fehlt weiterhin an einer Strategie, die wichtige und ölreiche Stadt zu entsetzen. Nach wie vor verstehe ich nicht, warum es keine größeren Anstrengungen gibt. Würden bspw. die Tiger die republikanische Garde aus ihrer Situation befreien und überließe man die Sicherung dann der NDF und lokalen Stämmen stünden schlagfertige Einheiten für den restlichen Kampf bereit. Ich befürchte, dass die Proxys auf Der Ezzor marschieren werden. Dann hätte man gar nichts gewonnen.

    1. @ Reinhard , ja ich warte auch immer auf Nachrichten aus Deir ezz Sour, dann gibt es mal welche und alle reden von dem peinlichen Untergang des Kriegschiff und vermuten gleich eine Verschwörung dahinter.

      Sicher sind es nur kleine Geländegewinne der SAA , aber unter den Umständen dort ist jeder kleine Fortschritt großartig. Die ganze Enklave wird aus der Luft versorgt und dann ist sie auch noch geteilt. Da kann man keine großen Geländegewinne erwarten. Und die Tiger Forces sind ja nun in Nord Hama beschäftigt und können nicht überall sein. Ohne diesen Angriff von AL Kaida auf Nord Hama wäre die Strasse von Palmyra nach Deir Ezz Sour vielleicht schon
      freigekämpft. Aber die Euro proxies haben ja nichts anderes im Kopf als die SAA
      in ihrem Kampf gegen den IS zu behindern. Und jetzt noch israelische Luftangriffe auf Depots der SAA.
      Der IS wird auch keine Kämpfer aus Deir ezz Sour abziehen, warum sollte er das tun. Raqqa ist gar nicht wirklich bedroht, und Deir Ezz Sour ist für den IS viel zu wichtig.
      Ich befürchte auch, dass die Proxies dahin marschieren
      könnten, alle wollen dahin.

  12. Ulrich Meier – Hama ist stabil und die Offensive muss ohnehin irgendwo gestoppt werden. Man kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wirklich nach Idlib vorrücken und schon gar nicht von da aus. Warum also nicht die Belagerung aufheben? Selbst Damaskus ist zur Zeit relativ sicher. Durch den ausbleibenden Nachschub und die immer enger werdenden Kessel kochen die Orks dort auf kleiner Flamme Ihren Untergang entgegen. In Deir Ezzor sieht es anders aus. Hebt man die Belagerung nicht bald auf, kann beim nächsten Sturmangriff der Flughafen auch ganz verloren gehen. Außerdem sollte man den syrischen Einfluss vergrößern bevor andere „Akteure“ kommen. Ich glaube man müsste momentan gar nicht so viel investieren um das zu schaffen. Ich hoffe wirklich, dass wir bald bessere Nachrichten aus der Gegend Syriens hören…

  13. Kleines Gedankenexperiment.

    Statt des Vormarsches östlich von Aleppo zum Euphrat wären alle verfügbaren Offensivkräfte Richtung Deir ez Zur geschickt worden.

    As Shukhnah wäre umzingelt und halb eingenommen, der Rest stünde 30-40 Km vor Deir ez Zur, alles nur eine Frage von Wochen, bis die Verbindung geschafft und Shukhnah gesichert ist.

    Nun kommt der Großangriff der „Moderaten“ und Terroristen in Richtung Hama.
    Gleichzeitig aus Ost Ghouta der Durchbruchsversuch Richtung Quabun.
    Bei Daara erfolgt ein noch größerer Angriff an Stelle der dauernden Scharmützel.
    Erdogan lässt die SDF richtig beschäftigen mit Agriffen.

    Und natürlich sammelt ISIS noch verfügbare Kräfte, zieht die auch aus anderen Gegenden ab und startet einen massiven Angriff auf mehrere Stellen der Verbindungslinie Palmyra-Shukhnah-Deir ez Zur.

    Und dann?
    Vielleicht kriegt man die Truppen relativ zeitnah zurück, dann gehen die eroberten Wüstengebiete wieder verloren.
    Oder man kriegt sie nicht zurück, und es sieht bei Hama möglicherweise richtig übel aus. Eine Chance auf einen richtig großen Rückschlag.

    Ich bleibe dabei, ein relativ schneller Vormarsch Richtung Deir ez Zur ist zu gefährlich.
    Ja es wäre sehr wünschenswert, einerseits die Belagerung zu brechen und andererseits stark im Osten präsent zu sein, damit sich keine „sunnitische Entität“ unter grüner Flagge etablieren kann.
    Aber ein Fehlschlag hätte zu bittere Folgen, und sie sind nicht in der Situation, ein hohes Risiko eingehen zu müssen.

    Wenn die Hama-Gegenoffensive irgendwann zu ihrem Ende kommen wird, dann dürfte es wieder Richtung Tabqa gehen, entweder am Euphrat entlang oder auch von Itria aus.
    Wenn Itria-Tabqa gesichert ist, kann man von zwei Seiten die Verbindung nach Palmyra über Shair Gasfeld schaffen.
    Oder weiter östlich über Shukhnah nach Tabqa, aber ich denke, das wird erst der nächte Schritt, nach dem die Gebiete westlich gesichert sind.

    Dann wäre der Sprung nach Deir ez Zur nicht mehr sehr weit; zumal ISIS wohl recht bald beschäftigt sein wird, Raqqa zu halten.

    1. andreas

      Wenn ich es richtig interpretiere, was die SAA und ihre Partner in Bezug auf die Wiederherstellung der Verbindung nach Deir Ezzor machen, ist das, erstmal nordwestlich von Palmyra ISIS abzuräumen und dominant zu werden. Diese Karte mag hilfreich sein:

      Der Schwerpunkt der Kräfte von ISIS nordwestlich von Palmyra – die mE eigentlich eher lokal gut verankerte Aufständische sind, die bloß unter der Fahne von ISIS kämpfen – liegt ziemlich direkt östlich von Salamiyah. Diese Bedrohung für längere SAA-Versorgungslinien nach Palmyra und weiter Richtung Deir Ezzor müssen die SAA und ihre Partner erst in den Griff bekommen, um weiter Richtung Deir Ezzor vorangehen zu können, sonst droht eine erneute Pleite in Palmyra, womit Deir Ezzor erst recht nicht gedient wäre. Und genau da scheint die SAA jetzt ran zu gehen, und was noch wichtig ist, da sind reichlich lokale Kräfte bei, die die bergige und schwierige Wüstengegend nordwestlich von Palmyra, östlich von Salamiya oder südwestlich von Ithria – je nachdem von welcher Richtung man blickt – anschließend hoffentlich auch halten können.

      Ich glaube, erst wenn diese Gegend gut gesichert ist, kann die SAA darauf aufbauen und weiter nach Osten in Richtung Deir Ezzor gehen, sonst wären die Nachschublinien nach Palmyra, Sukna und Deir Ezzor einfach zu anfällig.

  14. „Ich glaube, erst wenn diese Gegend gut gesichert ist, kann die SAA darauf aufbauen und weiter nach Osten in Richtung Deir Ezzor gehen, sonst wären die Nachschublinien nach Palmyra, Sukna und Deir Ezzor einfach zu anfällig.“

    Ja das macht Sinn. Das man sich die Zeit dafür gibt scheint auch darauf hinzudeuten, dass man es den Truppen vor Ort zutraut so lange auszuhalten.

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