Syrische Armee rückt von Taibat Al Imam gen Nordwesten vor

Am heutigen Samstag haben die syrische Armee und ihre Partner im Norden der Provinz Hama nordwestlich der am Donnerstag eingenommenen Ortschaft mehrere Hügelstellungen von Al-Kaida-Terrroisten und ihren Kumpanen eingenommen.

Al Masdar News meldet diesbezüglich, dass die Tigereinheiten der syrischen Armee die Kontrolle über Tal Aqab, Tal Al-Muntar, den Madajin Checkpoint, die Al-Samam Farmen und das nahegelegene Dorf und den zugehörigen Checkpoint errungen haben. @miladvisor hat eine Karte dazu veröffentlicht:

Angesichts dieser Stoßrichtung erscheint es durchaus möglich, dass die syrische Armee in der Gegend als nächstes nicht wie allgemein angenommen von Osten her den Fluss Orontes überquert, um die von Al-Kaida-Terroristen beherrschte Ortschaft Halfaya einzunehmen, sondern sie erstmal weiter nach Nordwesten geht, um zunächst die ebenfalls von Al-Kaida-Terroristen beherrschte Ortschaft Lataminah einzunehmen. Damit wäre dann Al Kaida in Halfaya auch gleich komplett vom Nachschub abgeschnitten, sodass die Einnahme von Halfaya dann deutlich einfacher werden dürfte.

Nachtrag 14:30h: @watanisy meldet, dass die syrische Armee nun auch den Hügel Tel Al Nasiriyah im Süden der Nord-Hama-Tasche eingenommen hat. Damit ist die Karte oben diesbezüglich schon wieder veraltet.

Nachtrag 15:00h: @NatDefFor meldet aus der Gegend, dass die Armee nun auch den Ort Buwaida und den Checkpoint Garbal an der Schnellstraße Damaskus – Aleppo eingenommen hat. So langsam sieht das da nach einem ziemlichen Zusammenbruch weiter Teile der Front von Al Kaida und Kumpanen aus.

Nachtrag 16:15h: Von @v4st0 gibt es eine frische Karte, die die heutigen Fortschritte der Armee nördlich von Hama zeigt:

Seit dem Erstellen dieser Karte meldete @NatDefFor aber bereits weitere Erfolge der Armee in der Gegend, nämlich die Einnahme der Ortschaft Kafir Al Taiba westlich von Taibat Al Imam und der Fahrschule Al Bashir an der M5 südlich von Morek. The Inside Source meldet unterdessen, dass die russische Luftwaffe den Vorstoß der syrischen Armee nördlich von Hama sehr intensiv unterstützt und dass die Terroristen in Helfaya gegenwärtig unter schweren Feuer versuchen, aus dem Ort zu flüchten. Aus der Gegend nördlich von Hama könnten heute also noch mehr erfreuliche Nachrichten kommen.

Nachtrag 20:20h: Die Einnahme von Buwaida durch die Armee war eine Ente. Stattdessen hat die Armee aber wohl den Syriatel-Hügel westlich von Maan eingenommen. Die letzte Karte der Gegend von @miladvisor sieht demnach wie folgt aus:

Die Terrroisten dürften nicht zuletzt aufgrund des intensiven Einsatzes der Luftwaffe schwere Verluste erleiden – wie etwa hier in Kafir Al Taiba:

Ein ähnliches Bild ergibt sich auch aus der Perspektive der Terroristen, hier etwa in Lataminah:

Die unter dem Kommando von Al Kaida operierende FSA-Gruppe „Free Idlib Army“ versucht, alle Reserven für den Norden der Provinz Hama zu mobilisieren, aber es ist nicht zu erwarten, dass das zu etwas anderem führen wird als noch höheren Verlusten auf Seiten der Terroristen. Die Terroristen nördlich von Hama haben sich mit ihrer vor einem Monat begonnenen Offensive zur Eroberung der Stadt Hama einfach in eine sehr schlechte Lage gebracht. Nachdem die syrische Armee den Angriff abgefangen hat bleibt den Terroristen nicht mehr viel zur Verteidigung, und obendrein sitzen sie in Helfaya in einer schmalen Spalte fest, wo sie aus der Luft und von drei Seiten einschließlich ihrer Nachschublinien unter Feuer genommen werden können.

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39 Gedanken zu “Syrische Armee rückt von Taibat Al Imam gen Nordwesten vor

  1. Al Kaida wird nach wie vor von den USA beliefert und diese TOW-Raketen machen der SAA zu schaffen.

    1. Ja, leider, weil die Russen immer noch knausern mit Aufrüstung der Panzerkräfte der SAA mit aktiven wie passiven Schutzsysthemen wie Reaktivpanzerungen, sowie Stora und Arena.
      Und die SAA pennt, denn billig, schnell und einfach lassen sich Gitter, Sandsäcke, Betonplatten oder Knister gefüllt mit Wasser, Sand, Steinen usw. Zumindest an Turm- und Wannenfront anbringen.
      Natürlich auch kein 100% Schutz, aber erhöht deutlich die Überlebenschancen der vor allem für moderne AT Systeme wie TOW, Kornet, Milan, HOT usw..viel zu schwachen Panzerniveaus von T55, T62 u.a. welche immer noch das Groß der SAA Panzermodelle darstellt.
      T62M hat Russland an SAA geliefert, rd. 30 Stück.
      Besder wie nichts, aber wrder modern noch genug.
      Besser als Standard T62, aber viel schwächer wie T72 oder T80, wovon Russland jeweils rd. 3.000 Stück in Reserve hat.
      Warum bis auf eine kleine Handvoll T80 und T90 aus Russland davon nichts zur SAA kommt ist absolut NICHT nachvollziehbar, denn auch für Russland grht es in Syrien um sehr viel.

      1. ElCommandante

        Wie wäre es mal mit einer Quelle zu den hier von dir aufgestellten Behauptungen? Ich sehe das nämlich nicht so.

      2. Irgendwie müssen wir auch den Ball bisschen flach halten.
        Die Russen haben auch Haufen Probleme

        1.tens
        da steht die NATO 150km entfernt von der zweit größten Stadt ihres Landes ( 2 Stunden mit einem Panzer ) und hält ein Manöver nach dem anderen dort ab. Noch kann keiner garantieren ob Russland nicht selber dieses Material irgendwann gebrauchen könnten.

        2.tens
        die Sanktionen die alles nicht so leicht machen und wankelmütige Staaten ( siehe zB. türk.Getreidesteuer, siehe Flugplatzprobleme im Iran )

        3.tens
        Permanente Gerichtsurteile gegen RU Firmen ( letztens wieder 6 Mrd Geldstrafe gegen Gazprom, oder gegen RT usw. )

        4.tens
        IN Russland gibt es jetzt auch ein kapit.System ( schaue dir mal die Namen ihrer Schiffe an ) Dadurch hat es auch ein Volk was unzufrieden mit der Verteilung ist.

        xxx tens .
        Russland hat auch russ.Banken die Probleme bereiten – zuletzt die orth.Bank – die Staatshilfe brauchte um nicht pleite zu gehen

        es gibt ja auch UNO Resolutionen die den Handel von Kriegsmaterial in einem Kriegsgebiet verbieten usw usw

        UND meine Meinung ist ee die Russen wollen das Thema Syrien noch länger am kochen halten. Denn solange sind dort westl.Resourcen gebunden und der Frust der Menschen in der westl.Welt ( also bei uns ) nimmt dadurch zu ( siehe Afd / Le Pen usw.).

        Ausserdem scheint der Druck in den „friedlichen“ Teilen Syriens, nicht so gross zu sein.

      3. Wie wäre es wohl, wenn der Iran seine doch so modernen Waffen da einsetzte, ist immerhin deren Erprobung Wert.

      4. Gibt´s ja schon von den Syrern selbst: wird in Adra entworfen und gebaut = Adra-Tanks – mit diversen Schutzsystemen (Käfige, gefüllt mit Sandsäcken, Steinen, Granathülsen usw. oder Zusatzpanzerungen). Billig und gut gg (auch neuere) RPGs / Raketen (die Reaktiv-Schutz auslösen und danach trotzdem durchschlagen). Kleiner Überblick.
        http://www.tanks-encyclopedia.com/modern/syria/t-72_mahmia

        Bitte berücksichtigen: 1.) Arena / Sthora sind echt teuer 2.) für eigene Leute auch gefährlich (explodiert ja zur Rakete hin = braucht ausgebildete Begleitinfanterie).

    2. Das heißt, wenn die Nato-Geheimdienste ihre Söldner im Griff haben, dann machen die auch in Natoland nichts ohne Wissen und Beihilfe dieser Dienste.

      1. Natürlich nicht. Die westlichen Geheimdienste sind sehr gut über die „Rebellen“ informiert. Die CIA & friends haben Al Queda und Daesh gegründet. Wie wahrscheinlich ist, es, dass sie jemals die Kontrolle verloren haben? Sicher wird es einzelne geben, die mal querschießen, sowohl bei den Diensten, wie auch be den Terroristen, aber im großen und ganzen klappt die Kooperation doch sehr gut.

  2. einparteibuch:

    Was mich interessiert: welchen kurzfristigen Einfluss hat die Befreiung solcher Ortschaften außerhalb des reinen Militärischen?
    Souran, Mhardeh, Taibat Al-Imam und hoffentlich bald Halfaya haben zusammen mit den kleinen Dörfern dazwischen an die 100.00 (Vorkriegs-)Bewohner. Sind diese Orte im Zuge der Kämpfe überhaupt noch bewohnt? Und falls solche Orte befreit sind, in wieweit gehen Sie dann wieder in geordnete staatliche Strukturen über?

    Ich kann mich an einen der seltenen Berichte von SANA erinnern, in dem kurz nach der 1. Befreiung Tadmurs/Palmyras gezeigt wurde, wie zahlreiche Familien zurückkehren durften. Nach dem 2. Blitz-Überfall des IS hieß es dann, dass es keine zivilen Opfer gab, da einfach keine vor Ort waren.

    1. Pragmatisch

      Maherdah ist mit Menschen vollgepackt, in den schon vor längerer Zeit von Terroristen eingenommenen Orten Taibat Al-Imam und Helfaya gibt es nur wenige Zivilisten und in Soran gab es bei der Wiedereinnahme des Ortes durch die Armee gar keine Zivilisten, weil die komplett evakuiert wurden, bevor der Ort vor einem Monat von Terroristen überrannt wurde.

      Nach der Wiedereinnahme der Orte durch die syrische Armee sorgt die Armee schnellmöglichst dafür, dass Einwohner zurückkehren, zunächst von der Armee aus lokalen Flüchtlingen rekruitierte Nachbarschaftsmilizen wie den NDF, die die eingenommenen Orte verteidigen sollen, dann, wenn die Nachbarschaftsmilizen meinen, es ist sicher genug, holen die ihre Familien nach, und dann, Tage oder Wochen später, holen die Nachbarschaftsmilizen sukzessive weitere geflüchtete Einwohner nach.

    2. Pragmatisch
      Was mich interessiert: welchen kurzfristigen Einfluss hat die Befreiung solcher Ortschaften außerhalb des reinen Militärischen?

      Auf den ersten Blick wohl eher wenig: Sucht man aber, findet man auch Vorteil:
      Man erschwert das Beschießen von Hama und vor allem des Militärflughafens, der wohl in letzter Zeit leiden musste.
      Ein Blick auf der Karte verrät auch, das der kürzeste Weg aus der Region Latakia und somit der Mittelmeerküste durch diese Region geht.
      Weitere Kilometer der Nord-Süd- Autobahn sind wieder im Besitz.
      Man kommt einer immer wichtigen Frontbegradigung näher.
      und das Ziel dürfte der Ort des Giftgasangriff sein. Augenblicklich ist man rund 10km weg.
      Nimmt man Helfaia, hat auch Marhadeh wieder weniger Beschuss, als Dank, das man die eigene Stadt wenigsten verteidigt hat
      paar Terroristen weniger
      das moralische Zeichen, das man eroberte Gebiete zurück holen kann.
      Kurz: Neben Weniger Terroristen wohl vor allem moralische Sachen.

  3. @PB
    Behauptungen?
    Was konkret von den ganzen Punkten?
    Das ist die aktuelle Faktenlage.
    Um die technisch-militärische Darlegung zu verstehen, bedarf es derartiger Kentnisse.
    Ansonsten kann man zu den einzelnen Waffentypen alles im Inet nachlesen.
    Quellen neben meinen noch aktiven Militärkontakten in D auch viele aus Osteuropa und Russland, sowie diverse strategisch militärische Quellen wie Stratfor, Janes Defence, Globaldefenceorg usw.
    Und medial berichten neben hier, auch Sputnik, RT, Farsnews, Irib, SANA, Southfront, DWN uva. auch recht detailiert.
    Für ehem. Militärs wie mich aber vor allem durch Sichtung der vielen Videos der SAA, Djihadisten, Iraner, Hisbollah und des Russischen Generalstabs gut erkennbar was vorhanden ist und wo die Defizite sind.
    Und trotz randvoller Waffenarsenale der Russen und Iraner, auch der verdeckt unterstützenden Chinesen, fehlt es mit Ausnahme der paar wenigen Elitebrigaden wie der Tiger, Falken und Rep. Garden, bei großen Teilen der SAA und NDF nach wie vor an moderner Ausrüstung und Bewaffnung.
    Und wegen der weiter anhaltenden Massenlieferungen an TOWs und Kornets an die Terroristen, die fast jeden Tag Videos hochladen auf denen sie Panzertechnik der SAA mit ihren AT Raketen vernichten, werden selbst die gepanzerten Kräfte der SAA langsam knapp, da bis auf wenige (zusammen ca. 80) modernisierte und vorhandene T72M, T80 und T90, alles darunter diesen nicht gewachsen ist.
    Was bei der SAA und NDF leider rd. 90% der Bestände angeht, die aus uralten T55, T62, T62M und nicht modernisierten T72 bestehen.
    Dies umzukehren oder wenigstens auszugleichen kann von den SAA Verbündeten nur Russland, da nur diese massenhaft die in Syrien eingesetzten gepanzerten Waffensysteme (BMP 1/2, BTR60/80, T55/62/72/80/90 ua. in Reserve haben.
    Bisher davon aber nur relativ wenig liefern, selbst von dem alten unmodernisierten Typen wie BMP 1/2 und T55, 62,72, die auch im unmodernisierten Status zumindest die Feuerkraft und Stellungsverstärkung der SAA stärken würden, Verluste ausgleichen würden und massenhaft (T55 ca. 1.500, T62 ca. 2000, T64 ca. 1.500, T72 ca. 4.500, T80 ca. 3.500, BMP1 ca. 5.000, BMP2 ca. 3.000) in gigantischen russischen Depots vor sich hinrosten.
    Auch wenn mehr moderne PzKw nötig wären wie T80/90, sowie moderne Spz wie BMP3 oder der für Syrien bestens geeignete BMPT.
    Bis auf wenige T80/90 bisher kein einziger BMP3 oder BMPT geliefert worden.

    Dies alles aus mir unerklärlichen Gründen.
    Es gibt Stimmen die sagen, Russland hällt sich zurück wg. der Hoffnung auf Annäherung an USA und Aufhebung der Sanktionen und Iraner um die Aufhebung der Sanktionen zum Atomdeal nicht zu riskieren.
    Politisch nachvollziehar, aber militärisch für Syrien und die Dauer des Krieges fatal.

    1. ElCommandante

      Du hast behauptet:

      „T62M hat Russland an SAA geliefert, rd. 30 Stück.“

      Dazu hätte ich nun gern anstelle von langatmigem Geschwafel mal eine konkrete und belastbare Quelle von Dir.

      Sollte da nun von dir nichts kommen, so würde das bei mir den Eindruck erwecken, du versuchst hier mit frei erfundenen Behauptungen Stimmungsmache zu betreiben.

      1. @PB
        Belegte und detailierte militärische und militärtechnische Angaben sind also langatmiges Geschwafel?
        Meine Kommentare nicht gelesen oder nicht verstanden?

        @Karsten &PB
        Es geht um die AKTUELLEN Lieferung der T62M in den letzten Wochen!
        Dutzende Quellen berichteten davon.

        Wer hat je behauptet russische Panzer wären schlecht?!
        T90MS ist weltspitze und T14 ARM momentan das modernste weltweit.
        Nur WAS hat das damit zu tun das die SAA und NDF zu 90% mit uralten T55, 62, 72 ausgestattet sind?

        Die in den Videos gezeigten Überlebenden der TOW Treffer sind entweder 72B3 oder T90.
        Leider noch viel zu wenige in Syrien, je nach Quelle bisher maximal 80 Stück.

      2. Es geht hier um die T62M die in den letzten Wochen geliefert wurden.
        Standard T62 hat Syrien lange vor dem aktuellen Krieg bis zu 3.000 Stück bekommen, auch wenn davon nachdem Krieg 1973 und den letzten 6 Jahren je nach Quelle max. noch 1/3 übrig sind.
        Ohne konstante Nachlieferungen aus Russland, wenn auch meiner Meinung nach noch zu zaghaft, wären es noch viel weniger.

      3. ElCommandante

        Ich habe deine Kommentare sehr wohl verstanden: Russland-Bashing und Jammern über Russland ohne belastbare Substanz, dafür aber gespickt mit militärisch fragwürdigen Behauptungen.

        Nun zu den T55M. Es gab da im Januar ein paar Bilder:

        http://defense-watch.com/2017/01/18/syrian-army-receives-t-62m-tanks-and-other-equipment-from-russia/

        Und du hast anscheinend auf den Bildern Panzer von rechts nach links gezählt, dann so getan, als ob das alles gewesen wäre, was Russland geliefert hätte und dich hier mit Gejammer über „knausernde Russen“ hervorgetan. O-Ton ElCommandante: „Besder wie nichts, aber wrder modern noch genug.“ Quellenangaben Fehlanzeige.

        Auf Nachfrage nach Quellen für deine deinem Russland-Bashing zugrundeliegenden Behauptungen hast du lang geschwafelt von „meinen noch aktiven Militärkontakten in D auch viele aus Osteuropa und Russland“ und „diversen strategisch militärischen Quellen wie Stratfor, Janes Defence, Globaldefenceorg usw.“

        Das habe ich sehr wohl verstanden und es sieht einfach schwer nach anti-russischer Trollerei aus.

    2. Nur mal am Rande (belastbare Quellen kann ich auch nicht bieten), wo waren jemals T-80 in Syrien zu sehen? Ich jedenfalls habe noch keinen gesehen, es wäre meiner Meinung nach auch nicht sinnvoll, ihn dahin zu liefern, er ist extrem teuer, verbraucht ungleich mehr, erfordert gut ausgebildete Besatzungen und die Wartung ist weit schwieriger als bei den anderen Typen. dagegen sind die anderen Typen (T-55, T-62 und T-72 ) auch schon vor dem Krieg in Syrien vorhanden gewesen und die Instandsetzung sollte so auch unter den schwierigen Bedingungen leichter sein.
      Und selbst wenn jetzt Rußland oder auch China militärisches Gerät in großen Stückzahlen liefern sollte,
      muß es immer noch bedient werden und das geht nicht so schnell.
      Die SAA hält immerhin seit sechs Jahren stand, hat fast alle wichtigen Positionen und Verbindungswege (die für eine Rückgewinnung der Kontrolle über das syrische Territorium unbedingt erforderlich waren) gehalten und erzielt seit der russischen Luftunterstützung Erfolge, wenn auch langsam.
      Aus diesen Gründen kann ich deine Kritik nicht ganz nachvollziehen, ich glaube, die SAA ist im Großen und Ganzen gut geführt und es gibt eben auch Grenzen des machbaren.

      1. Rebhahn

        Die syrische Armee hat nicht nur T-80 bekommen, sondern auch T-90. Aber Panzer sind im Krieg in Syrien zwar ab und an recht hilfreich, aber trotzdem anfällig gegen TOWs und IEDs. Mehr Panzer helfen in diesem Krieg nicht viel.

        Was Syrien deshalb braucht und von Russland bekommt, ist reichlich Artillerie, Grads, TOS-1, Lenkraketen, Haubitzen, schwere MGs und Shilkas, jede Menge modernes Zeug zur Aufklärung und Eloka, Ausrüstung zur Minenräumung, Bulldozer, und dazu Luftwaffe und natürlich Luftabwehr gegen NATO, Israel und so fort.

        Russland schafft jede Menge modernes Kriegsgerät nach Syrien, was Russland, nicht ganz zu Unrecht, den Vorwurf eingebracht hat, Syrien zum Testen und Vorführen neuer russischer Waffensysteme zu nutzen. Und für den Iran gilt ähnliches, nur dass der Iran bei den meisten Waffensystemen nicht ganz so fortschrittlich wie Russland ist, dafür aber zusätzlich für eine signifikante Stärkung der Manpower auf Seiten der Armee am Boden sorgt.

      2. Darum geht es ja, BMP1/2, T55, T62 und T72, seit Jahrzehnten in der SAA, rosten tausendfach in Russland vor sich hin, werden in Syrien aber drigend benötigt, von mir aus auch nicht modernisiert.
        Nur derzeit kommt fast weniger nach als von den Wahabiterroristen dank massiver Lieferungen an TOW, Kornet u.ä der SAA und NDF abgeschossen wird und 90% aller ihrer Tanks haben weder Reaktivpanzerung, Arena noch Stora o.ä. somit reicht bei diesen meist nur eine Raketen zum Totalverlust.
        Besonders ärgerlich, hunderte moderne ATGM Systeme wie Kornet und Metis, welche die Russen an Saudis und andere Golfstaaten vor dem aktuellen Syrienkrieg verkauft haben, sieht man jetzt bei ihren Terrorproxys in Syrien.
        Die Russen sollten alleine dafür ihnen gehörig auf die Finger klopfen.

      3. Bei T80 aufwärts ja, da relativ modern und komplex.
        Einige wenige leider unscharfe Aufnahmen zeigen offenbar T80 in Syrien, manche sagen es wären aber nur umgebaute T72B3 oder ältere T90 Varianten?
        Bei allem darunter, vor allem unterhalb T72, wie bei T55-62, kann ein gutes Ausbildungsteam eine Panzerbesatzung binnen weniger Wochen halbwegs ausbilden, gut für syrische Anforderungen schon binnen 2-3 Monaten, da es vor allem in Syrien fast nur Stellungskrieg ist und kaum dynamische, taktische, 1:1 Duelle gibt, geschweige denn Zug- und Verbandsgefechte.
        War u.a. Militärberater in Kroatien und Bosnien 1994-1995 und u.a. bei der Panzerausbildung der vierten HV Gardebrigade in Split, an deren T54/55 und T72 bzw. deren Lizenzproduktion M84.
        Selbt war ich in D auf Leo1A5 und Leo2A4.

  4. Der T 80 hat eine Gasturbine und wurde noch nie in Syrien gezeigt.
    In letzter Zeit wurden T 62 M einige Male gezeigt. Diese sind widerstandsfähiger gegen TOW.
    Zu erkennen an den „Hufeisen“ vor dem Turm, das sind Zusatzpanzerung en aus verschiedenen Materialien.
    Weiterhin hat der den Laser über der Kanone, Windsensor und somit eine Feuerleitanlage.
    Nachgerüstet wurde der auch mit Nebelwurfbechern, aber damit hat noch nie eine Panzerbesatzung in Syrien gearbeitet.

  5. Hallo PB,

    ich folge Euch wie immer sehr aufmerksam. Danke für Eure Mühen.

    Ich sagte es auch schon an anderer Stelle, die knappe Ressource werden die Kämpfer sein…

    Und noch etwas, die Munition, jede Patrone, jede Rakete, jede Bombe, jede Granate muß produziert und geliefert werden….
    Wo kommt der Treibstoff her? Wer macht die Logistik? Eine Patrone eines mittleren MG wiegt um die 100 g 10 Stück ein Kg. Feuerrate (praktisch im Gefecht) 1000 Schuß pro Stunde macht ein Gewicht von 100 Kg. Am Tag etwa 1 Tonne Bedarf! Ein Panzer hat etwa 50 Granaten Gewicht pro Stück zwischen 20-30 Kg. Pro Ladung also etwa 1,5 bis 2 t. Dazu MG-Munition und Treibstoff. 150 Liter pro 100 Km. Pro Panzer also pro Tag eine Nachschubmenge von 5-10 t.
    Wie bewegen?
    Ein Magazin mit 30 Schuß für Infanteriewaffe wiegt rund 500 g. Tagesration im Gefecht 1000 Schuß rund 30 Magazine (Nachgeladen) also so um die 15 bis 20 Kg. Bei 100 Mann im Tageseinsatz um die 2 Tonnen.

    Für 100 Mann und 1-2 Panzer brauchen man einen 40 Tonner-LKW. Je 1 bis 2 Artilleriegeschütz noch einmal soviel. Woher nehmen
    ~

    Aber unsere Blechtrommel von Debkafile jammern mal wieder über fehlende Unterstützung gegen Syrien durch Trump:

    http://www.debka.com/article/26022/Mattis-leaves-Israel-with-unanswered-questions

    Ich interpretiere das so (Lügen weggelassen) das sie in an der Grenze/Golan bald etwas ereignen wird.
    Die schreien gerade zu „Wir kommen!!!“
    Wenn sie das wirklich machen, könnte das unangenehm für die SAA und Hizbola werden.

    Allerdings würde das mit den Aktivitäten der Amis, Jordanier und Saudis voll in die von mir vermutete Strategie der Teilung und Trennung Syrien vom Irak und Iran passen….

  6. Die syrische Armee und ihre Verbündeten scheinen die Terroristen von HTS und Co. förmlich zu überrennen. Halfaya seit heute morgen offiziell befreit, dazu noch zahlreiche weitere kleine Ortschaften. Ein Frontbegradigung rückt in greifbare Nähe.
    Die Frage ist: dringt man weiter bis Khan Scheikhun vor, auch wenn man dann seitens der SAA selbst eine Tasche in Feindesland bilden würde?

  7. Liebes PB,
    ich stimme in allem mit deiner Antwort überein (vor allem, daß es nicht mehr Panzer braucht, außer den Ersatz für verlorenes Gerät, die Terroristen verfügen ja schließlich nicht über große Kampfpanzerverbände), einen T-80 habe ich aber trotzdem noch nicht finden können, auch wenn’s unter Bildern stand waren es T-72 (von der Seite leicht zu erkennen, der T-80 hat zwischen der 2. und 3. sowie 4. und 5. Laufrolle einen größeren Abstand als zwischen den anderen, beim T72, T-90 und auch T-64 ist er gleich zwischen allen). Der T-80 erfordert eben, unter anderem wegen seiner Gasturbine (oder auch die Version mit dem komplizierten und anfälligerem Gegenkolben-Motor, T-80UD) eine besonders aufwendige (und teure), spezielle Logistik und ist auch selbst um ein Mehrfaches teurer, weshalb ich sein Auftauchen dort für sehr unwahrscheinlich halte, wenn auch nicht für unmöglich. Der T-90 ist im Grunde ein stark modernisierter T-72, er kann leicht die „Infrastruktur“ des T-72 benutzen, welche in Syrien ja vorhanden ist und nur ausgebaut zu werden braucht.
    Mir ging es auch mehr darum ElCommandante zu entgegnen, daß die SAA vor allem günstige, leicht zu bedienende und vor allem unter den Bedingungen effektive Waffen braucht und hier scheinen vor allem ZSU-23-4 (Shilka) und auch teilweise uralte ZSU-57-2 (also ehemalige Fla-Waffen) gut geeignet zu sein, wie auch normale Artillerie und nicht unbedingt schnelle “ Durchbruchspanzer“ wie der T-80.
    Häuserkämpfe geführt und Geländegewinne gesichert werden immer noch von der Infanterie.
    Ich hoffe, daß war nicht zuviel Geschwafel und vielen Dank für die unermüdliche Arbeit des PB, ich wüsste nicht wo man sonst einen so umfangreichen Einblick ins Geschehen in Syrien bekommt.

  8. Hab noch nie Nachtsichtausrüstungen bei den Fußtruppen der SAA gesehen. Weiß jemand, ob wenigstens die Eliteeinheiten damit ausgerüstet sind. Gerade sowas wäre doch ein großer Vorteil beim Kampf in unübersichtlichem Gelände, Häuserkampf, nächtlichen Überraschungsangriffen usw. Damit waren z.B. die Amerikaner den Irakern im 2. Irakkrieg gnadenlos überlegen.
    AK74 mit Granatwerfer, wie sie im Häuserkampf im Donbass verbreitet eingesetzt werden, sah ich auch noch nicht in syrischen Videos. Warum wird das nicht an die SAA geliefert?

    1. Sofastratege

      Ich habe auch noch nicht viele Nachtsichtgeräte bei der SAA gesehen, aber ich weiß, dass die SAA schwierige Sturmangriffe häufig in der Nacht durchführt. Ich ziehe daraus den Schluss, dass die SAA wohl ganz passabel mit Nachtsichtgeräten ausgerüstet sein wird, es dazu jedoch ein Fotoverbot gibt.

      Dazu, warum die SAA nicht oder nicht so viel mit Aufsteckgranatwerfern kämpft wie die Donbass-Leute anfangs, kann ich nur spekulieren. Ich vermute, die SAA verfügt anders als die Donbass-Leute über viel schwerere Artillerie verfügt, die deutlich wirkungsvoller ist als die Aufsteckwerfer es sind.

  9. Der syrische Stellvertreterkrieg hatte aus meiner Sicht zwei Phasen. In der ersten Phase konnten die bewaffneten Oppositionskräfte mit Guerillataktiken Erfolge starke Erfolge erzielen. Es wurde Infrastruktur wie Stromleitungen, Krankenhäuser oder vermutliche Anhänger des syrischen Staates angegriffen. Die Polizei war von ihrer Ausrüstung dem Beschuss aus Sturmgewehren unterlegen. Die eingesetzten Militärs liefen in einen Hinterhalt nach dem anderen. In den Wohngegenden der ökonomischen Verlierer der wirtschaftlichen Transformation von Syrien fanden diese bewaffnete Kräfte lokale Unterstützung. Bildungsferne Schichten der Landbevölkerung, welche in der Landwirtschaft keinen Unterhalt mehr fanden und in die Stadt gezogen waren.
    Dann ist es zu einer zweiten Phase im Krieg gekommen. Die Sicherheitskräfte zogen sich vollständig zurück und sicherten ein Kerngebiet. Dies waren insbesondere die Siedlungsgebiete jener religiöser Minderheiten, welche von den sektiererischen Handlungen der berechtigte Angst hatten. Diese Gebiete lagen verstreut, welche erst verbunden werden mussten. Doch ab diesem Zeitpunkt konnte mindestens in diesen Kerngebieten das Leben normal weitergehen. Anders wie im Irak ist es den syrischen Kräften gelungen, das Einsickern von Selbstmordattentätern fast vollständig zu verhindern. Zudem hat die syrische Armee es auch gelernt sich auch zurück zu ziehen, falls sie lokal unter zu starken Druck stand. Dies führte zwar zu enormen Landverlusten. Jedoch war die Armee noch erhalten. Auch hatte meistens die Zivilbevölkerung die Zeit zu fliehen.
    In dieser zweiten Phase blieb der Versuch des Regierungswechsel stecken. Sowohl in Damaskus wie Aleppo hätten sie aus den von ihnen gehaltenen Stadtviertel nur noch 10 weitere km gebraucht. Die westlichen Regierungen jubelten schon intern und gingen über Monate davon aus, dass sich die syrische Regierung noch maximal 3 Wochen halten könne.
    Und seit dem erleben wir das zurückerobern von Stadtviertel zu Stadtviertel, Dorf für Dorf. Hier ein Waffenstillstand, da ein Abzug nach Idlib. Die roten Inseln wurden verbunden. Inzwischen sehen die Karten mehr nach grüne Inseln aus.
    Wieso sich die „Opposition“ auf einen territorialen Krieg eingelassen haben, bleibt mir schleierhaft. Der IS hat in seinem Staatsgebiet wenigstens Strukturen aufgebaut, welche die ökonomische Grundlage für ihre Herrschaft war. Doch die Grünen? Als sie anfingen territoriale Armee zu spielen hatten sie weiterhin die unterlegene Feuerkraft. Der Überraschungsmoment ist jedoch ausgefallen. Sie müssen jetzt zwar durch einen Häuserkampf in bewohnten Gebiet aufgescheucht werden. Die syrischen Armee hat auch nur eine begrenzte Anzahl jener Infanterie, welche in verbundenen Kräften zusammen mit schweren Waffen in der Lage sind, befestigte Stellungen in Wohngebieten zu stürmen. Doch an jenen Frontabschnitten, wo ihre Spezialkräfte eingesetzt werden, gelingt ihnen der ständige Fortschritt.
    Ich bezweifle, ohne hierfür Quellen zu haben, dass auf Grund fehlender Panzer nicht mehr Spezialkräfte aufgestellt werden. Zum Verteidigen hingegen wird mit Sandwällen oder Sandsäcken viel billiger der selbe Nutzen erreicht. Die eigene Kräfte sind geschützt vor dem feindlichen Feuer.

  10. Heute sollten sich alle wirklichen Freunde Syriens freuen. Es geht vorwärts und immer weiter. Ich hoffe Morek und KS werden noch genommen dann ist die Gefahr für Hama beseitigt und die Front ausreichend begradigt. Es sollte dann in Ost Aleppo und Palmyra weitergehen um Der Ezzor mittelfristig zu entsetzen und den Proxys zuvorzukommen. Der Rest von Al-Qaida muss bis dahin warten…🔜✌🏻

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