Jean-Luc Mélenchon hat Chancen auf das Präsidentenamt

Nach dem Eintritt der für unwahrscheinlich gehaltenen und die westliche Machtelite schockierenden Ereignisse der gewonnenen Brexit-Volksabstimmung in UK und des Wahlsieges des krassen Außenseiters Trump in den USA steht nun in Frankreich die Präsidentschaftswahl an, zu der seit Monaten darüber spekuliert wird, dass da mit einem Wahlsieg von Marine Le Pen ein weiteres Schwarzer-Schwan-Ereignis anstehen könnte.

Und tatsächlich liegt Marine Le Pen seit Monaten in Umfragen für die erste Wahlrunde vorn oder zumindest an zweiter Stelle, sodass ihr Einzug in die Stichwahl ziemlich sicher erscheint. Außerdem gab es schon in den Vorwahlen der Parteien der etablierten Machtelite dicke Überraschungen: mit dem Verfechter eines bedingungslosen Grundeinkommens Hamom und und dem russland-freundlichen Fillon haben sich da nicht die Favoriten der zioatlantischen Kriegstreiber, sondern Außenseiter durchgesetzt.

Die zioatlantischen Kriegstreiber setzen bei der französischen Präsidentschaftswahl nun all ihre Chips auf den als zentristisch vermarkteten russophoben und neoliberalen Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, der dank ihrer massiven Unterstützung als „unabhängiger“ Kandidat in den letzten Wochen in Umfragen für die erste Wahlrunde mit Marine Le Pen ungefähr gleich ziehen konnte. Noch vor wenigen Wochen sah es damit so aus, als würde die Präsidentschaftswahl im Großen und Ganzen ein Zweikampf zwischen Emmanuel Macron und Marine Le Pen werden. Die Umfragen für die erste Wahlrunde sahen so aus, dass Emmanuel Macron und Marine Le Pen daraus klar auf den Plätzen eins und zwei hervorgehen würden, mit Fillon und Hamom, den Kandidaten der etablierten Parteien, in einigem Abstand dahinter auf den Plätzen drei und vier. Die Präsidentschaft würde damit in einer Stichwahl zwischen Emmanuel Macron und Marine Le Pen, wobei Marine Le Pen in allen Umfragen zu potentiellen Stichwahlen seit Jahr und Tag mit etwa 60% zu 40% durchweg klar hinten liegt und die zioatlantische Kriegstreiberelite damit das französische Präsidentenamt behalten würde. Anders herum gesagt: Marine Le Pen hat trotz ihrer Führungsposition in Umfragen für die erste Wahlrunde nur eine sehr kleine Chance auf das Präsidentenamt, weil ihre Umfragewerte für die zweite Runde gegen wen auch immer seit Jahr und Tag so schlecht sind, dass sie da nicht gewinnen kann, und all ihre Bemühungen, ihre Chancen für die zweite Runde zu verbessern, nicht gefruchtet zu haben scheinen.

Doch nun deutet sich in Umfragen eine sensationelle Entwicklung für die erste Runde der Präsidentschaftswahl an. Jean-Luc Mélenchon, der Kandidat der Linkspartei und der Kommunisten, hat da gewaltig an Boden gutgemacht und liegt plötzlich etwa gleichauf mit Fillon auf Platz drei, während Hamom weit abgeschlagen auf dem fünften Platz liegt. Das wirklich überraschende dabei ist, dass Jean-Luc Mélenchon je nach Umfrage nur noch rund zwei bis fünf Prozent hinter dem oder der Zweitplatzierten liegt.

Angesichts dessen, dass die Umfragewerte von Jean-Luc Mélenchon in den letzten Wochen rapide gestiegen sind, sich innerhalb eines Monats von kaum 10% auf fast 20% verdoppelt haben, erscheint es durchaus möglich, dass Jean-Luc Mélenchon am nächsten Sonntag bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl zweiter werden und damit die Stichwahl erreichen könnte. Dabei ist es sogar denkbar, dass Macron in der ersten Runde rausfliegt und die zioatlantische Kriegstreiberelite zur zweiten Runde ohne Kandidaten dasteht, während Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon die Präsidentschaft in der zweiten Runde unter sich ausmachen.

Und anders als bei Marine Le Pen, die in Umfragen zur Stichwahl gegen jeden Gegner klar hinten liegt, stünden die Chancen von Jean-Luc Mélenchon gar nicht mal schlecht, dass er die zweite Runde – egal gegen wen – auch gewinnt. Gegen Le Pen und Fillon liegt Mélenchon in Umfragen für die zweite Runde mit etwa 60% zu 40% klar vorn, und auch gegen Macron schneidet Mélenchon in Umfragen zur Stichwahl mit Ergebnissen von bis zu 47% deutlich besser ab als Le Pen. So ein Umfragerückstand ist durchaus im Bereich dessen, was bis zur Stichwahl am 7. Mai noch als aufholbar gelten kann.

Jean-Luc Mélenchon als Präsident Frankreichs dürfte der zioatlantischen Kriegstreiberelite kein geringerer Dorn im Auge sein als Marine Le Pen es wäre. Seine Forderungen wie Kriege und Kriegstreiberei beenden, NATO-Austritt, Militärausgaben kürzen, bessere Beziehungen zu Russland, Umverteilung von oben nach unten mit einem Spitzensteuersatz von 100% für sehr hohe Einkommen, Freihandel abschaffen, Ende der Austerität und die EU muss sich gravierend ändern, oder Frankreich verlässt die EU, sind für die zioatlantischen Globalisten ein Horroszenario, dass sie nicht weniger fürchten als den anti-globalistischen und russland-freundlichen Nationalismus von Le Pen.

Und strategisch wäre angesichts dessen, dass in Washington mit Trump ein rechter Außenseiter an der Macht ist, ein Wahlsieg des linken Außenseiters Jean-Luc Mélenchon womöglich ein noch schwererer Schlag gegen das transatlantische Bündnis als ein Sieg der rechten Außenseiterin Marine Le Pen. Jean-Luc Mélenchon und seinen Anhängern zu vermitteln, dass sie sich mit Trump, Bannon und seinen Nationalisten oder Merkel, der EU und den herrschenden Bankstern in einer transatlantischen oder „westlichen Wertegemeinschaft“ befinden und sie deshalb mit den USA, Trump, der NATO, Merkel und der EU geopolitisch gegen Länder wie China und Russland zusammenhalten müssen, dürfte praktisch ausgeschlossen sein.

Man darf also doppelt hoffnungsvoll sein, dass es in Frankreich bei der Präsidentschaftswahl ein Schwarzer-Schwan-Ereignis geben wird. Dass die zioatlantischen Kriegstreiber ihren Mann Macron durchbringen, ist alles andere als ausgemacht.

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29 Gedanken zu “Jean-Luc Mélenchon hat Chancen auf das Präsidentenamt

  1. Das Wahlsystem als solches hat ja kaum was mit Demokratie zu tun. Den eigentlich muss jeder schon in der ersten Wahlrunde sich überlegen, ob sein Wunschkandidat eine Chance hat, in die Stichwahl zu kommen. So muss man schon in der ersten Wahlrunde seine Stimme einen Kompromisskandidaten geben, damit man in der zweiten Wahlrunde nicht vor der Situation steht, nur noch das kleinere Übel wählen zu können. Demokratischer wäre zum Beispiel das Präferenzwahlsystem. Diese Aussage gilt ebenso für deutsche Bürgermeisterwahlen.

    1. Wieso dieses zweistufige Wahlverfahren nicht demokratisch sein soll, erschliesst sich mir in keiner Weise. Es gründet auf dem „romanischen Wahlverfahren“ für Wahlen die wahlweise Mehrheits- , Persönlichkeits- oder Majorzwahl genannt werden. Es wird vorallem dort angewandt wo nur einzelne Posten/Sitze meist Exekutiv-/Regierungsämter zu vergeben sind und kann dazu führen, dass die gewählte Exekutivperson über keine eigenen Mehrheit in der Legislative (parlament) verfügt. èbrigens Vereinsvortänden und Ihren Vorsitzenden (Exekutive) denen die Mitgliederversammlung (Legislative) nicht folgt, befinden sich in der gleichen Konstellation. Vorstand und Vorsitzende werden dort meist auch nach dem romanischen Wahlrecht gewählt.

      Das romanische Wahlverfahren ist übrigens eines, dass sich in jeder Gruppe, die eine Vertretungsperson von mehreren Kandidaten zu bestimmen hat, als Automatismus durchsetzt. Die Anzahl der Wahlgänge kann varieren (modifizierte Verfahren) indem die relative Mehrheit statt schon im 2. Wahlgang erst später zur defintiven Wahl f¨ührt. Übrigens auch der deutsche BUPRÄ wird nach diesem Wahlverfahren vom Wahlgremium „Bundesversammlung“

      Zitat: „Wahlablauf in der Bundesversammlung

      Vorschlagsberechtigt – auch für einen eventuell notwendigen zweiten und dritten Wahlgang – ist jedes Mitglied der Bundesversammlung. Dem schriftlichen Vorschlag ist die ebenfalls schriftliche Zustimmungserklärung des vorgeschlagenen Kandidaten beizufügen. Die Wahl des Bundespräsidenten erfolgt ohne Aussprache und geheim in bis zu drei (bzw. weiteren) Wahlgängen. In den ersten beiden Wahlgängen ist zur Wahl eine absolute Mehrheit der Stimmen erforderlich, im dritten oder ggf. weiteren Wahlgängen reicht die relative Mehrheit. Eine Stimmengleichheit in einem über den 2. Wahlgang hinausgehenden Wahlgang kann nicht durch ein Los entschieden werden.“
      Quelle: http://www.wahlrecht.de/lexikon/bundespraesident.html

      Ich rate Ihnen daher ihre Definition von „Demokratie“ mit den Erkenntnissen dazu abzugleichen und auf den aktuellen Stand der Dingeund Zeit zu bringen.

      1. Beispiel: Ich sei Anhänger der FDP. Diese stellt zur Bürgermeisterwahl auch einen Kandidaten auf. Diesen finde ich supper toll und wähle ihn in der ersten Runde. Doch die vom Kandidaten erreichten 12 % reichen nicht für die Stichwahl.
        Mit zweiter Präferenz hätte ich einen SPD-nahen Kandidaten, welcher für die sozialliberale Koalition unter Brandt steht gewählt. Dieser hatte zwar 15 %, doch die reichen für den 2. Wahlgang auch nicht. Statt dessen gibt es jetzt die Auswahl zwischen dem NPD-Kandidaten mit 18-% und dem CDU-Vertreter mit 25 %. Weiterhin ausgeschieden sind ein Kandidat der Alternativen Liste mit 15 % und ein Kandidat, welcher von K-Parteien unterstütz wird, auch mit 15 %.
        Im zweiten Wahlgang wird dann der CDU-Typ gewählt, um mindestens die NPD zu verhindern. Diesen wollten aber nur 25 % der Wähler im ersten Wahlgang.

        Falls ich das Wahlergebnis vorher gewusst hätte, dann hätte ich und viele andere FDP-Wähler aber ihre Stimmen dem SPD-nahen sozialliberalen Kandidaten gegeben. Dieser hätte dann vielleicht auch 25 % bekommen und hätte in der Stichwahl noch weitere Stimmen von Linken und Alternativen abgraben können mit dem Motto: Mindestens die CDU verhindern.

        Demokratie soll also sein, im Vorfeld vor der Wahl schon so viele Absprachen zu machen, dass drei oder 4 Parteien einen gemeinsamen Kompromisskandidaten aufstellen, welcher in die 2. Runde kommt? Zudem ein oder zwei Kandidaten des gegnerischen Lager unter der Hand zu helfen? Etwa jemanden der „Freien Wähler“ zu motivieren im bürgerlichen Lager stimmen zu kapern. Damit sich die 25 % der CDU aufspitten in 15 % CDU und 10 % „Freie Wähler“. Damit beide nicht in die Stichwahl kommen? Ein CDU-Anhänger könnte einen Strohmann bei den Linken und Alternativen haben und diese beide Lager überreden, einen gemeinsamen Kandidaten aufzustellen um den SPD-Mann auszustechen.

        Ich bezweifle, dass ich mein Verständnis von Demokratie auffrischen muss. Gleichwohl kenne ich die Rechtslage und darf diese auf ihre Schwächen anprangern. Ja, und glaube mir dass den Parteizentralen diese mathematischen Gedankenspiele alle bekannt sind und ständig angewendet werden. Selbst eine Veränderung der Auszählung von Hare-Niemeyer nach D’Hondt-Verfahren wird Veränderungen in der Listenaufstellung haben.

        Von den Wahlkampfkosten und der Käuflichkeit der Demokratie möchte ich noch gar nicht schreiben.

        Bürgermeisterwahlen sind nur dann aus meiner Sicht demokratisch, falls es nur 3 oder weniger Kandidaten gibt. Denn dann kann jeder Wähler im ersten Wahlgang jene Person wählen, welche er am liebsten hätte und muss all die mathematischen Spiele und Wahlprognosen nicht schon in seiner Wahl mit einspeisen. Dann fällt ein Kandidat aus und die Wähler müssen sich im 2. Wahlgang unter den verbleibenden zwei Kandidaten entscheiden.

        https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbertragbare_Einzelstimmgebung

  2. Wenn Melechon gewinnt , endet das wie in Griechenland ! Vor der Wahl heftigst links blinken , nach der Wahl den Vollstrecker der internationalen Konzern , – und BankenMafia machen . Die schönen linken Versprechungen sind , das wissen wir doch eigentlich , bei Sozialdemoraten keinen Cent wert . Und nochmal : Die Freunde von Melechon sind in GL an der Macht ! Und Melechon war mal Mitglied bei der Mitterand – Partei ! Schon desshalb sollte man dem nicht trauen . Und das die “ Kommunisten “ , die ja auch blos Sozialdemokreten sind , den unterstützen , müsste die Alarmsirenen aber voll anwerfen — die Französischen “ Kommunisten “ sind eine dermassen üble Matrixpartei , das es einem Speiübel wird . Bei den Kandidaten gibt es auf der einen Seite die Le Pen , und auf der anderen einen ganzen Haufen von Matrixknechten . Leider ist in F KEINE authentische linke Organisation in Sicht – was sehr entsetzlich ist . Grüsse !

    1. Im Gegensatz zu Mélenchon hat Tsipras aber auch vor der Wahl EU und Euro nie infrage gestellt. Nach Juli 2015 hat sich Mélenchon auch deutlich von Tsipras distanziert und u.a. mit der rebellischen Ex-Parlamentspräsidebtin Griechenlands, Zoe Konstantopoulou, die sich Tsipras‘ Kapitulation und parteiinternen Putsch widersetzte, den Plan B gegründet. Der PCF ist in der Frage der Unterstützung von Mélenchon sehr gespalten gewesen. Die Delegierten stimmten gegen, die Mitglieder für eine Unterstützung. In Mélenchons Wahlplattform „La France insoumise“ (das widerständige Frankreich) har die KP eh nicht viel zu melden. Der PCRF unterstützt ihn übrigens auch.

      1. *** (Mitteilung vom Editor: extremistische Hasspropaganda unter falscher Flagge entfernt und Plonk ) ***

      2. Liebes Parteibuch !

        Das Ihr meinen Kommentar nicht veröffentlicht , hat mich ziemlich verstört – ich kann es kaum nachvollziehen. … Wenn ich den Islam ablehne , bin ich mit Karl Marx auf einer Linie … Und was meint Ihr unter “ Falsche Flagge “ – ich kann mir da keinen Reim draus machen . …

      3. Alexander Schnorfeil

        Wir sind im Parteibuch zu dem Schluss gekommen, dass deine Äußerungen in Summe nicht wie von dir proklamiert links und anti-imperialistisch sind, sondern sektiererisch und sowohl linke als auch andere anti-imperialistischen Kräfte gesamtheitlich diffamierend und der Stärkung des kapitalistischen US-zionistischen Empires dienlich sind.

        Ob das, wonach es für uns aussieht, von dir gezielt betriebene Propaganda für das Empire unter falscher Flagge oder unbeabsichtigtes „Friendly Fire“ ist, sei dahingestellt. Jedenfalls bist du hier ab sofort gesperrt. Sämtliche weiteren Kommentare von dir werden hier ab jetzt ohne auf den Inhalt zu achten gelöscht.

  3. Schaut man sich die Umfragen an, kamen Melenchon und Hamon zusammen immer auf 23,5 bis 27,5 Prozent; Tendenz leicht steigend.

    Hamon hat keine Chance auf die Stichwahl; zurückziehen kann er natürlich auch nicht, als Vertreter einer großen Partei.

    Aber viele dieser Wähler könnten solch eine Abwägung auch alleine vornehmen; und damit Melenchon in die Stichwahl bringen.

    Fillon bei 20 Prozent und Tendenz auch steigend, Le Pens Immunität aufgehoben.
    Also da ist noch vieles möglich.

    Zu den Chancen einer linken bis sehr linken Politik: so lange Frankreich im Euro ist, können die Probleme nicht gelöst werden.

    Die Lohnsenkungen und sonstigen internen Abwertungen Deutschlands kann Frankreich nicht verkraften; und sollten sie mit einer „Agenda 20xx“ versuchen, das aufzuholen (wie Hollande zuletzt ansatzweise und Fillon oder Macron es tun werden), gibt es eine jahrelange tiefe Rezession wegen Kaufkraftverlust der breiten Masse.

    Im Euro auf Veränderungen hoffen ist aussichtslos; mit einem „linken“ Frankreich könnte es kleine Korrekturen geben, aber eine Lösung wäre nur eine sehr starke interne Aufwertung Deutschlands (die kleineren Länder sind nicht soo wichtig).
    Davon ist nicht auszugehen, egal ob in D jetzt „links“ oder sonstwas regiert.

    1. andreas

      Der wichtigste Punkt scheint mir zu sein, dass es im Moment durchaus möglich erscheint, dass Macron die Stichwahl verpasst und das kriegslüsterne Establishment dann ohne Kandidaten in der Stichwahl dasteht.

      Der zweite wichtige Punkt ist, dass, wenn Macron es in die Stichwahl schaffen sollte, Mélenchon am ehesten eine Chance hat, ihn zu schlagen. In Umfragen für die Stichwahl schneidet Mélenchon deutlich besser gegen Macron ab als Le Pen und Fillon.

      Dass in der Wirtschaftspolitik gegen die vom Euro ausgeübten Zwänge wenig möglich ist, sehe ich auch so, und trotzdem bezweifle ich, dass die französische Bevölkerung zum jetztigen Zeitpunkt für einen Ausstieg aus dem Euro, und wenn es dazu nötig ist, auch aus der EU, ist. Da macht es deshalb vermutlich auch keinen allzu großen Unterschied, wer von den vieren gewinnt. Das könnte natürlich noch kommen, wenn die französische Bevölkerung zukünftig auf die Sichtweise umschwenkt, dass das notwendig ist, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bekommen, etwa wenn Präsidentin Le Pen oder Präsident Mélenchon gegen EU- und Euro-Mauern rennt.

      Aber: was die Kriegs- und Geopolitik angeht, da ist der Ausgang der Präsidentschaftswahl in Frankreich trotzdem wichtig. Und da sieht es so aus, dass das kriegslüsterne Establishment mit Macron einen russland-feindlichen Kandidaten im Rennen hat, während die drei anderen Kandidaten mehr oder weniger russland-freundlich sind. Deshalb halte ich es für sehr wünschenswert, dass Macron nicht Präsident wird. Bei den anderen drei habe ich sicher Präferenzen, halte sie aber für nicht so wichtig.

      Wichtig finde ich in der gegenwärtigen Situation: Macron verhindern!

      1. Sehe ich ähnlich zudem sollte man bedenken das Macron sich selbst ins Abseits manövrierte in dem er Trumps alleingang gegen Syrien befürwortete und sogar mehr Angriffe forderte! Kein Franzose will noch diesen Interventionismus. Da dieser nur Terror bringt.

        Diese Aussage kann Macron die Präsidentschaft kosten und wenn man bedenkt das Umfragen meistens zu Gunsten des Establishmentkandidaten manipuliert sind gehe ich davon aus das Le Pen, Melenchon und vielleicht auch Fillon viel mehr Zustimmung haben als offiziel angenommen.

        Beim Brexit und Trump wurde auch immer gesagt das diese Szenarien kaum eintreffen werden. Trotzdem ist es passiert. Deswegen wird Frankreich zu 99% einen Schwarzen-Schwan Ereignis bekommen. Wenn ich mal eine gewagte Prognose stellen darf sage ich das Macron die Stichwahl verpassen wird und zwar als viert Platzierter jedoch nur knapp, da Le Pen und Melenchon oder Fillon das Rennen untersich ausmachen.

      2. „Wichtig finde ich in der gegenwärtigen Situation: Macron verhindern!“

        Das sehe ich ebenso. Es gilt das „zionistische Paradepferd“ zu verhindern, dennn der Stallgeruch ist aus seiner Vita mehr als offensichtlich. Banker bei Rothschild und die „Loi Macron“, die zur „nuit debout Bewegung“ und massenprotesten führten, lassen grüssen.

        Sollte Macrton den 2 Wahlgang ebenso verfehlen wie Fillon, dürfte der zionistische Einfluss LePen pushen. Die ist zwar russlandfreundlich aber zumindest islamkritisch, das erscheint immer noch besser als die anderen Kandidaten. Für eine gewisse „Gefügigkeit“ von MLP wird man schon Mittel und Wege finden. Auch Frankreich kennt einen „tiefen Staat“, der gerne seine Pupppen für sich tanzen lässt.

      3. @ PB

        Wieso gibst Du jetzt plötzlich was auf Umfragen? Sind die dortigen anders (seriöser) als die hiesigen?

      4. Johanniskraut

        Ich vermute, die französischen Umfragen sind noch schlechter als etwa amerikanische, weil die französischen Pollster aufgrund sprachlicher Abschottung noch inzestuöser als die amerikanischen sind.

        Dass wir im Parteibuch Umfragen nicht beachten, stimmt nicht. Im Gegenteil, wir haben beispielsweise reihenweise über Umfragen zur US-Wahl berichtet. Was dabei allerdings zu beachten ist, ist, dass Umfragen oft gezielt manipuliert sind. Spätestens bei Brexit und Trump-Wahl ist aufgefallen, dass die Pollster unisono recht große sytematische Fehler in die gleiche Richtung (Pro-Establishment) gemacht haben.

        Trotz der systematischen und teilweise absichtlich zur Manipulation der Stimmung gemachten Fehler bei Umfragen ist die beinahe Verdopplung der ausgewiesenen Werte für Mélenchon und der Umfragenabsturz der PS eine wichtige Geschichte, die enormen Einfluss auf die Wahl, Frankreich und die EU haben kann. Und sollte Mélenchon in Frakreich gewinnen, dann hilft das möglicherweise auch dabei, in Deutschland etwas in Bewegung zu bringen.

        Man stelle sich nur mal vor, was in Deutschland los wäre, wenn die Umfragewerte in Deutschland plötzlich etwa wie die letzte Umfrage zum 1. Präsidentschaftswahlgang in Frankreich wären:

        Russland-freundliche AFD: 22% – Stärkste Partei
        Russland-feindliche FDP: 22% ebenfalls stärkste Partei
        Russland-freundliche CDU/CSU: 21%
        Russland-freundliche Linkspartei: 19%
        Russland-feindliche SPD: 8%

        Alle anderen: 3% oder weniger

        So sieht die Situation in Frankreich übertragen auf Deutschland gerade aus.

        Das wäre nach Jahrzehnten von CDU/CSU-SPD geführter Transatlantiker-Herrschaft ein Anzeichen für ein gewaltiges politisches Erdbeben. Und das ist es in Frankreich auch: da könnte ein politisches Erdbeben – oder, wie wir es hier im Artikel nennen, ein Schwarzer-Schwan-Ereignis – anstehen.

      5. MAK

        „Sollte Macrton den 2 Wahlgang ebenso verfehlen wie Fillon, dürfte der zionistische Einfluss LePen pushen.“

        Diese Einschätzung teile ich, glaube aber nicht, dass das wegen Le Pens Xenophobie oder Islamfeindlichkeit geschehen würde. Man muss sich bloß mal diesen frischen Artikel des zionistischen Frontblattes WaPo anschauen:

        A specter is haunting Europe — the specter of Jean-Luc Mélenchon. … has pitched his proposal to nationalize France’s biggest banks and renegotiate its relationship with the European Union … is already sending jitters through financial markets … shares with Le Pen the desire to drastically alter France’s relationship with the E.U. … alliance with the French Communist Party … reacted with panic: Investors have begun frantically selling off French bonds … charmed his crowd, packed inside and outside a local sports arena, waving communist banners, Palestinian flags … the promise to abolish France’s Fifth Republic … other more radical proposals, including taking France out of NATO and imposing a 100 percent tax on all income earned over 400,000 euros ($425,000) … Mélenchon views Europe as an oppressive neoliberal regime that has forgotten the poorest members of society. He proposes renegotiating France’s membership in the bloc, and if things don’t go his way, leaving altogether. … a shocking turn of events, Mélenchon is in third place … has more YouTube followers than all of his principal opponents combined … The headline on this article originally described Mélenchon incorrectly as a communist. It was changed to reflect that he is a leftist.

        Das sieht nach nackter Angst der zionistischen Mafia aus. Kommunistische Banner und palestinensische Fahnen schwenken Anhänger bei Veranstaltungen von Mélenchon, er hat eine Allianz mit Kommunisten, Banken will er verstaatlichen, aus der NATO will er austreten und – wenn die EU weiter neoliberal bleibt, auch aus der EU, eine Einkommensteuer von 100% ab 400k Euro will er und obendrein noch die 5. Republik abschaffen. Das ist es, womit Mélenchon Panik und Schock bei der zionistischen Mafia auslöst.

  4. Bei den Sozis, gab es auch mal zur Rechten Zeit, ein Godesberger Programm, an dessen Umsetzung, natürlich NIE gedacht wurde. Ich kann nur hoffen, das die Anhänger von Melenchon, im zweiten Wahlgang, nicht ihre Stimmen, an den Hausmaier, der Rothschilds vergeuden, sondern für Madam Le Pen stimmen werden, die dann als Präsidentin, eine Politik für SIE machen wird.

  5. „Wichtig finde ich in der gegenwärtigen Situation: Macron verhindern!“

    na dann los, demonstrieren wir in Paris! 😉

    Macron steht für bedingungsloses „Weiter so!“, insofern denke ich auch die schlechteste Wahl.

    Allerdings ist für den gemeinen Franzosen die Geopolitik wahrscheinlich weniger bedeutend als andere Politikfelder; zumindest so lange es keine konkrete Gefahr gibt, selber in den Krieg zu müssen, oder die Söhne zu schicken, oder dass die Wirtschaft auf Krieg umgestellt wird mit stark sinkendem Lebensstandard (bei steigendem BSP, toller Indikator).

    Phoenix brachte eine Sendung zur Wahl mit Redeausschnitten, da trommelten sowohl Macron als auch Le Pen und Fillon massiv für steigende Militärausgaben, 2 Prozent BSP, am besten noch in der Verfassung verankert.
    Ich nehme an, dass es da durchaus einen Widerhall in der Wahlbevölkerung geben wird, wenn sie sich so positionieren?
    Denn eines ist ja klar: Militärausgaben bedeuten weniger Ausgaben für Soziales, zivile Investitionen, Infrastruktur, Bildung etc.

    Insofern scheinen zumindest diese drei einen Teil der Bevölkerung anzusprechen, die „Grande Nation“ zumindest noch im Hinterkopf haben.

    Ich spreche kein Französisch, also alles Spekulation; aber ist es für den Normalfranzosen wirklich so entscheidend, ob man als Nation mit starkem Auftritt in der Welt nun mehr oder weniger gegen Russland ist?
    Russland ist doch weit weg, ein Krieg sehr unrealistisch, und was da in Afrika oder der Levante vorgeht letztlich eh egal?

    Für uns als Beobachter vor allem der geopolitischen Ereignisse ist der Punkt natürlich entscheidend.

    Nochmal zum Eurosystem.
    Es gäbe neben der Utopie einer gemeinsamen und für alle ausgelegten Wirtschafts- und Sozialpolitik sowie diversen Scheinlösungen (Transfers von den Hartländern in die Sozialsysteme der Weichwährungsländer, auf verschiedenen Wegen) auch eine relativ einfache regelgebundene Lösung:
    Wer Überschussexporte hat, muss intern aufwerten, wie er das tut kann man sich aus einem Baukasten aussuchen; oder aber Strafzahlungen leisten, sagen wir mal in der Hälfte der Höhe des Überschussexportes.

    Sowas wird es nicht geben, dauerhafte Transfers in einer Größenordnung des deutschen Länderfinanzausgleiches auch nicht, also muss das Ding weg, zumindest müssen die „Südländer“ wieder raus.

    Für diese historisch notwendige Aufgabe muss es einen Politiker, eine Partei oder Organisation geben, die sie umsetzt.
    Syriza war relativ dicht davor, die Entscheidung, nicht aus dem Euro rauszugehen, viel mit 2:4; Tsipras dafür, dann dürfte die stimme des Chefs entschieden haben, Griechenland raus aus dem Euro und würde nach Monaten heftiger Turbulenzen inzwischen weitaus besser dastehen, damit ein Vorbild für alle anderen Südländer bis zu Frankreich.

    Mal sehen, ob es ein Franzose/eine Französin wird.
    Eigentlich muss jemand aus einer großen europäischen Nation diese Rolle übernehmen, und jemand aus den traditionellen Parteien scheidet eigentlich aus; also Le Pen oder Melenchon oder Grillo; oder es kommt doch ganz anders.

    1. „Insofern scheinen zumindest diese drei einen Teil der Bevölkerung anzusprechen, die „Grande Nation“ zumindest noch im Hinterkopf haben.“

      Die Bezeichnung „Grande Nation“ wird vorwiegend im deutschprachigen Raum verwendet. Im französischen und in Frankreich ist der Begriff dafür „Grandeur (de la France)“ und ist relativ eng mit dem Gaullismus verknüpft, bzw. der Gaullismus ist die zeitgeschichtliche Anpassung von der Grande Nation zu Grandeur.
      Ebenso ist der Gaullimus der direkte Gegenspieler der Transantlantiker. In Frankreich ist der „Egoanspruch“ weit stärker als beispielsweise das „Imperium“ in GB. Der Grund liegt darin, dass GB mit den USA ein Teil ihres Imperiums als Verbündeten bei den 5 Vetomächten hat, während Frankreichs ähnliches Zweckbündniss mit Russland im Kalten Krieg erheblich gelitten hatte.
      Wer die sich mal vor Augen führt wer alles zu den Gaullisten gehört, beginnt zu verstehen wie stark und aktuell dieser Ansatz noch ist. Neben Chirac zählen auch Sarkozy und Juppé.
      Es gibt in Frankreich viele Linke die dem Gaullismus anhängen. Die verstehen sich regelrecht als Verteter „des Besten aus 2 Welten“ (Kapitalismus und Sozialismus) und somit den Wegbereitern/Vertreter eines 3. Weges. Vergleichbar mit der sozialen Marktwirtschaft, wenn auch das französische Modell einen stärkeren staatlichen zentralistischen Einfluss verfolgt.

      Der Euro wurde damals voreilig und auf einem schwachen Fundament eingeführt. Mit der Einführung war aber bald auch die Bereitschaft dahin, an der Verstärkung der Fundamente (Angleichung der Sozial und Wirtschaftsstandards der Mitgliedsländer) der Gemeinschaftswährung weiterzu arbeiten. Auch die „Schäubledoktrin“, der Euro lasse sich nur in Krisen weiterentwicklen/vorantreiben, funktioniert nur unvollkommen, da die ausgearbeiteten „Lösungen“ viel zu oft wegen fehlender Einigkeit nur halbherzige Lösungen sind.
      Frankreich und /oder Italien könnte da tatsächlich eine Dynamik in Gang setzen, die eine Veränderung nach sich zieht. Ob für den Euro oder dagegen ist aber nach wie vor offen.

      1. MAK

        Sarkozy war zwar auf dem Ticket der Gaullisten Präsident geworden, ist aber keineswegs amerika-kritischer Gaullist, sondern Agent von CIA und Israel:

        http://www.voltairenet.org/article157870.html

        Mit den Gaullisten in Frankreich ist es ähnlich wie mit der grünen Ex-Friedenspartei in Deutschland: die Bewegung und die Partei ist von Agenten des US-zionistischen Empires regelrecht gekapert worden.

  6. Das Merkel-Regime kann nicht von innen entmachtet werden, sondern nur durch Ereignisse von außen. Und nur mit Deutschland erhält die EU-Spitze ihre Macht.
    Ich wünsche mir, dass in Fr. das Ergebnis erreicht wird, welches diesem Macht- und Ausbeutungs-Block maximal die Fähigkeiten entzieht. LePen würde diesem Block die größten „Schmerzen“ zufügen, aber er hat diese „Schmerzen“ und die Entmachtung verdient. Sie vollzieht sich leider nur schleichend.
    Ich denke, dass der € neben Fr. in vielen Ländern gefährdet wäre, wenn die Mensch befragt würden, so dass die Drohung absolut wirksam ist.
    Vor allem auch da Griechenland irgendwann in den nächsten Monaten NEIN sagen muss und wird. Und eine Schuldenschnitt würde die deutsche Regierung auch ziemlich stressen.
    Das „Gebäude“ wackelt doch eh schon extrem, es braucht nicht mehr viel, daher hängt so viel von Fr. ab.

  7. Interessant wird auch werden wie das Parlament dann nach der Wahl aussieht. Der FN dürfte das erste Mal mit etwa 20% der Sitze einziehen. Die Konservativen werden etwas mehr Stimmen bekommen wie der Linksblock.

  8. Na ja was ihn von Tsipras immerhin unterscheidet, sein Bund mit den Kommunisten, allerdings sind die in Frankr. auch nicht so konsequent wie die griechische KP.

  9. MAK

    „Der Euro wurde damals voreilig und auf einem schwachen Fundament eingeführt. Mit der Einführung war aber bald auch die Bereitschaft dahin, an der Verstärkung der Fundamente (Angleichung der Sozial und Wirtschaftsstandards der Mitgliedsländer) der Gemeinschaftswährung weiterzu arbeiten. “

    Welche Bereitschaft gab es denn, diese „Standards“ anzugleichen?

    Aus D kamen Töne wie: die Peitsche der Währungsunion wird die Südländer zwingen, an ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu arbeiten, statt die Währungen abzuwerten.

    Da wird wirklich geglaubt, dass niedrigere nominale Lohnsteigerungen mit niedrigeren Inflationsraten wirklich besser sind als etwas höhere; dabei ist das wissenschaftlich erwiesen falsch (OECD, egal ob Inflation unter 5 oder zwischen 5 und 10 Prozent; wenn es einen Unterschied gibt, dann sogar leicht besser für etwas höhere Raten).

    Das hat sich in den Ländern mit Weichwährungstradition offenbar keiner verdeutlicht; man kann kurzfristig weiter machen wie bisher, es gibt Zugang zu sehr günstigen Krediten im Vergleich zu vorher; aber die Summe der aufgelaufenen Inflationsunterschiede sprengt irgendwann alles auseinander.

    So wie die EU und die Eurozone insbesondere konstruiert wurde, konnte die nur als riesige Austeritätsmaschinerie „funktionieren“, wenn der dickste Brocken im Zentrum massive interne Abwertung mit Real- und sogar Nominallohnsenkungen für einen erheblichen Teil der Beschäftigten durchzieht; mit deutlichen Wohlstandsverlusten durch eben diese Austerität, im Vergleich zum möglichen.

    Und alle „Standards“, die da gesetzt werden sollten, eventuell, konnten an diesem Problem gar nichts ändern.
    Das wird bis heute kaum thematisiert, die Kritik am Euro bezieht sich oft auf andere Themen.

    „Frankreich und /oder Italien könnte da tatsächlich eine Dynamik in Gang setzen, die eine Veränderung nach sich zieht. Ob für den Euro oder dagegen ist aber nach wie vor offen.“

    Die von der Scheinlinken angedachten Veränderungen wie gemeinsame Schulden etc. ändern nicht das Problem der internen Abwertung, die zu Überschussexporten auf der einen Seite (und Wohlstandsverlust, man kann sich anschauen, wo D heute im Vergleich zu früher steht) und massive Arbeitslosigkeit auf der anderen Seite führt, mit vielen daran anknüpfenden Problemen.

    Nein, ein reformierter Euro müsste dieses Problem formal gelöst haben; das wird allerdings gar nicht verstanden.

    Und eine Lösung, eben interne Abwertungen zu verhindern (und D erst mal zu mindestens 15% interner Aufwertung zu zwingen), widerspricht komplett der neoliberalen Doktrin, das ist quasi ausgeschlossen.

    Das Ding könnte nur als Austeritätspeitsche weiter existieren, vielleicht mit etwas Lametta.
    Aber sobald die Südländer ihre Agenden 20xy durchziehen, zöge D nach, eine Abwärtsspirale mit anschaulich miesem Ergebnis gemessen an den Nichteuroländern

    1. Ihren Ausführungen stimme ich weitgehend zu, bzw. ich habe eine ähnliche Sichtweise. Insbesondere der „Wettlauf“ der inneren Abwertung sehe ich ebenso.

      Es gibt aber innerhalb der Währungsunion noch eine 3. Gruppe, dass sind die OSt-Euroländer. Diese benötigen nochmals eine andere Währungspolitik.
      Leider Gottes ist aber die Eurozone nur mit rudimäntären politischen Organen und entsprechendem Einfluss ausgestattet, dies imgegensatz zur EU. Da wäre auch noch einiges zu verbessern im Sinne einer stabilen Währung.

      Mir schwebt bei der Euroreform mit einer Zukunftsperspektive ein anderer Weg vor. Die Handelsbilanzen und weitere volkswirtschaftliche Kennzahlen dürfen nicht mehr nach Mitgliedsländer ausgewiesen werden, sondern die müssen zwingend für die gesamte Währungsunion ausgewiesen werden. Die „Exportweltmeister“ gehören ebenso beerdigt wie die „faulen Griechen“, aber das schaffen nicht mal die euphoristeschen Eurobefürworter unter den Politikern, da es der A) einer persönlichen Wiederwahl abträglich wäre und B) einen Finanzausgleichmechanismus bedingen würde. Aber diese Dinge ist man nicht bereit den eigenen Wählern direkt mitzuteilen, insbesondere in Deutschland nicht.
      Wer eine Einheitswährungen haben will, muss auch EINHEITLICH auftreteten. Alles andere untergräbt immer das Vertrauen in die Währung.

  10. OT, aber Politik in europäischen Nachbarländern.

    Es kommt doch zur „Brexit-Wahl“ in UK, obwohl May letzte Woche noch sagte, keine Neuwahl vor 2020.

    Labour steht in den Umfragen extrem mies da, auch wenn man da Beeinflussungen der Ergebnisse abzieht. Die Palastrevolte war natürlich auch nicht sehr hilfreich in der Darstellung in den Medien.

    Es könnte so ausgehen wie Lafontaine 1990; er hat Recht, aber das juckt nicht, er packt das Thema falsch an.

    Es sind nur 6 Wochen, und die Diskussion dreht sich ja nicht so sehr um Sachfragen (deshalb auch jetzt die Neuwhl, bevor es wirklich sachlich wird), sondern eher ums Gefühl, und May kommt da wohl gut an.

    Mal sehen, wie schnell Labour (und andere) da eine echte Diskussion anschieben können.

    Man sieht das schon in der Debatte, viel dreht sich darum, ob es Fernsehdebatten geben soll oder nicht.

    May lügt, bricht ihre eigenen AUssagen von vor einer Woche, die Erfolgsmeldungen aus der Wirtschaft sind Scheinblüten im Durchschnitt, schon beim Medianbriten kommt nichts davon real sein, die wollen einen Breit zu Gunsten der City, der gemeine Mensch fällt dabei runter und wird zum Niedriglohnarbeitssklaven.
    Geld für Menschen statt für militärische Abenteuer und Kriege.

    So könnte eine Strategie aussehen; aber der Startpunkt ist ungünstig.

  11. Bei Macron in den letzten Tagen wieder ein kleiner Aufwärtstrend.

    Sollten die Umfragen stimmen, wird er wohl Platz eins holen, der Trend nährt meist den Trend.

    Andererseits weiß ich nichts über französische Umfragen.
    Wie weit gibt es korrekutrfaktoren, um die die erfragten Werte geändert werden?

    So dürfte Macron der Kandidat sein, zu dem man sich auch am leichtesten öffentlich bekennt, völlig unabhängig davon, was man sonst wählt oder macht.

    Bei Le Pen und Melenchon, nach dem Skandal ev. auch bei Fillon, dürfte es für einige schwerer sein mit dem öffentlichen Bekenntnis.

    Naja, für die zwei Tage braucht man jetzt auch nicht mehr viel zu spekulieren.

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