Evakuierung von Fuah und Kafriya

Am heutigen Karfreitag wurden Einwohner der seit Jahren von Al-Kaida-Terroristen umzingelten Widerstandsdörfer Fuah und Kafriya in der Provinz Idlib evakuiert.

Terroristen-nahe Videokanäle haben Bilder der ersten Busse veröffentlicht:

Im Gegenzug wurden Terroristen und ihre angehörigen aus den beiden von der syrischen Armee umzingelten Ortschaften Zabadani und Madaya nordwestlich von Damaskus evakuiert:

Etwas widersprüchlich ist die Nachrichtenlage gegenwärtig noch dazu, ob damit die Vereinbarung vollständig umgesetzt wurde. Während Al Manar meldete, dass die Umsetzung der Evakuierungsvereinbarung abgeschlossen sei, meldete SANA bisher lediglich, dass die Umsetzung des letzten Teils der Vereinbarung vonstatten gehe und 5000 Ortsansässige in 75 Bussen und 20 Ambulanzen aus Fuah und Kafriya evakuiert worden seien.

Die Widerstandsdörfer Fuah und Kafriya sind legendär und ihre Heldentaten im Kampf gegen Al Kaida werden besungen wie kontemporäre schiitische Heiligtümer.

In nächster Zeit wird es sich zeigen, was da Sache ist. Möglicherweise gibt es da noch eine Überraschung. Zwar wurde die ganze Zeit gesagt, dass Fuah und Kafriya komplett evakuiert werden, aber es ist nicht undenkbar, dass die Helden von Fuah und Kafriya lediglich Zivilisten evakuiert haben und sie selbst zurückgeblieben sind, um Fuah und Kafriya weiter gegen Al Kaida zu verteidigen. zuzutrauen ist den Helden von Fuah und Kafriya so ein Stunt allemal.

Jedenfalls sieht es so aus, dass dem Beginn der lang erwarteten Idlib-Offensive der syrischen Armee nun nichts mehr im Weg steht.

Nachtrag Samstag Nachmittag: Die Busse mit den Evakuierten aus Fuah und Kafraya wurden von Terroristen kurz vor dem Übergang Rashideen südwestlich von Aleppo gestoppt, bevor sie in das Regierungsgebiet von Aleppo einfahren konnten, wo sie seit gestern warten, wie selbst die deutsche Märchenschau zugibt.

Und nun wurde gerade eben ein Bombenanschlag auf die dort wartenden Zivilisten verbrochen, bei dem es Hussein Murtada zufolge 15 Tote und weitere Verletzte gegeben haben soll:

//www.facebook.com/Hosein.Mortada.Press/posts/1345763572159172

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14 Gedanken zu “Evakuierung von Fuah und Kafriya

  1. Es ist wohl kaum anzunehmen, dass die Kämpfer dort bleiben, denn es ist doch sehr schwierig dermassen kleine Flecken aus der Luft mit Nachschub zu versorgen, zumal die Versorgung über etliche km besetztes Land geht.
    Auch ist ja aktuell gar noch gar nicht abzusehen, wann die SAA endlich bis zu diesen Städten, die ja im Hinterland liegen durchkommen wird. Man beachte nur aktuell die Stockungen an allen Fronten, die wohl auch nicht zu letzt durch das schlechte Wetter verursacht sind. –
    Also ist es besser erst einmal alles raus zu holen, und dann weiter zu sehen…
    Wer weiss denn auch, wann sich irgendwelche schrägen Imperialisten mit irgendwelchen Verhandlungsoptionen durchsetzen, die auch Einbrechern und Räubern Rechte an den von ihnen überfallenen Häusern und Städten zugestehen wollen…

    1. Pollewetzer

      Von der Front in Hadher bis zur Front bei Fuah sind es zwar rund 25 Kilometer, aber das dünn besiedelte und – abgesehen vom Hügel Al Eis – recht flache Gelände dazwischen ist sehr günstig für die Armee und Hisbollah.

      Das könnte ziemlich schnell gehen. Wieder rauf auf den Hügel Al Eis und dann mit Artillerieunterstützung von oben bis nach Fuah sollte innerhalb eines Monats zu bewältigen sein. Und dann wäre natürlich das Halten der bis an die Stadt Idlib reichenden Tasche Fuah-Kafriya mit ihren gut ausgebauten Verteidigungsstellungen eine hervorragende Ausgangsbasis, um die Terroristen in der Provinz Idlib noch viel weiter aufzurollen.

      Aber wie gesagt, mal abwarten. Es wird sich bald zeigen, wie da was entschieden wurde.

  2. Es wird ja auch von anderen Verhandlungen berichtet, hier von Aleppo24.

    „Negotiations between the SDF and the local factions in northern Aleppo have been ongoing for more than a month in which the USA is pressuring the the SDF to withdraw from some villages and towns, including Tel Rifaat, Menagh, Ayn Daqnah, Mariman, Sheikh Aissa, Maraanar, Kafr Nassef, Deer Jamal, Al-Malkiyah, Shawaghra, Harbul and Kafr Karmin.
    The representative of the local factions in the ongoing negotiations are the US-backed and trained Muaatassim Brigade and local civil committees from the negotiated areas, while the SDF are represented by commanders from the YPG and political figures from the ‘Afrin Canton’.
    The USA demanded from the SDF to withdraw from those areas following the agreement on a ceasefire between both parties ( SDF and the local factions). This will be in exchange of the opening of the Afrin highway which connects between Azaz and the western countryside of Aleppo.“

    Die USA üben druck auf die SDF aus, lokalen „FSA“ -gruppen, natürlich voll moderat und geprüft, gebiete zu überlassen.

    Und im Gegenzug soll dafür der Afrin-Highway geöffnet werden.

    Wer schließt den denn gerade, drängt sich als Frage auf; nichtkurdische Fraktionen innerhalb der SDF?

    Und warum sollte „gelb“ Dörfer, Städte und eine Luftwaffenbasis an „grün“ abgeben?

    Wieso mischen sich die Amis so tief in Details ein?

    Wenn arabische Fraktionen ihre „Heimatorte“ übernehmen wollen, sollen sie doch einfach in die SDF eintreten, dann ändert sich nach außen wenig.

    Ohne Detailkenntnisse schwer zu beurteilen, aber nicht leicht nachvollziehbar.

    Jedenfalls scheint es Verhandlungen zu geben, die statements „sonst nehmen wir die Gebiete mit Gewalt“ dürften ja auch veröffentlicht sein.

    Vor diesem Hintergrund sieht das „friendly fire“ kürzlich möglicherweise in einem anderen Licht.
    Die „SDF“ fordert einen Luftschlag an, der trifft eine arabische SDF-Fraktion, 18 Tote.

    Sowas passiert im Krieg immer wieder, klar; kann aber auch eine Botschaft sein.

  3. Sputnik

    „Die Berater des US-Präsidenten Donald Trump haben am Freitag bei einer Beratung Maßnahmen zur Regelung des Konflikts auf der koreanischen Halbinsel besprochen. Unter den möglichen Schritten sei auch die Aufnahme Nordkoreas in den Klub der Nuklearstaaten gewesen, meldet die Nachrichtenagentur AP unter Hinweis auf die US-Administration.

    Die anderen Varianten, die dem Präsidenten vorgeschlagen wurden, seien ein Militäreinsatz und der Sturz der Regierung in Nordkorea gewesen, hieß es. Im Endeffekt hätte man sich aber entschieden, die Politik der früheren Administration fortzusetzen und weiter Druck auf Nordkorea auszuüben.“

    Anerkennug Nordkoreas als Nuklearstaat wurde angesprochen, interessant.
    Stattdessen weiter so, „maximum pressure and engagement“.

    Man könnte das ja sachlich betrachten; welches Nuklearpotential ist bedrohlicher für die Welt, das pakistanische oder das nordkoreanische?

    Eines kann man wohl ausschließen, dass die Nordkoreaner einknicken und klein bei geben.
    Insofern it die amerikanische Strategie sinnlos, und im Endeffekt sehr gefährlich.

    Je mehr man „maximum pressure“ aufbaut, ohne ergebnis, um so mehr Druck muss erfolgen, in der Logik.
    Und irgendwann gibt es nur noch die Wahl, als Schlappschwanz dazustehen, oder doch den Rückzieher zu machen.

    Der Einfluss der Chinesen ist begrenzt, wie es aussieht.
    Andererseits gab es bisher auch kein Angebot an Nordkorea, welches über „verhaltet euch nach unseren Regeln, dann dürft ihr teilweise (weil ihr ja Kommunisten seit) wieder Teil der Staatengemeinschaft sein“.

    Das ist nun denkbar unattraktiv für ein Land, welches auf Abschottungskurs ist.

    Mal sehen, ob sie in Nordkorea das Enerigeproblem lösen, dann könnte eine starke wirtschaftliche Entwicklung erfolgen; die Technik, die vor 20 Jahren state of the Art war, bringt richtig eingesetzt ein sehr hohes Lebensniveau zu Stande, und ist heute quasi gemeinfrei, die Anlagen gibt es billig.
    Man muss sich nur vor dem „Freihandel“ hüten, und andererseits genug Devisen für die notwendigen Importe an Rohstoffen etc. erwirtschaften.

  4. Elijah J. Magnier‏ @EjmAlrai
    Elijah J. Magnier schrieb dazu gestern:
    Damascus and allies wanted to force the way to Fua and Kefraya before Idlib but Russia rejected the military means.
    Russland scheint auch meiner Meinung nach andere Prioritäten zu setzen, da die Regierungskräfte und ihre Alliierten zur Zeit schon an die Grenze ihrer Belastung gekommen sind.
    1. Südsyrien: Dringend benötigte Zusatzkräfte für Daraa konnten nicht geschickt werden, die Regierungskräfte werden zurück gedrängt.
    2. Nordwest-Aleppo: Für die Einschließung Haritan/Anadan fehlen Kräfte.
    3. Ost-Aleppo: Der Vorstoß entlang des Euphrat geht nicht weiter.
    4. Ost-Gouta/Barzah usw und auch die Nord-Hama Front bindet wichtige Offensivkräfte.
    5. Das Gleiche bei Palmyra. Hier besteht auch noch das Problem, dass FSA-Kräfte nach NO-Syrien vorstoßen. Bis jetzt gibt es zwar hier noch keine Kämpfe aber das kann sich ja schnell ändern. Der amerikanisch-jordanische Einsatz bei Al Tanf lässt da nichts Gutes erwarten. Ende letzten Jahres kam ja auch die Nachricht, dass Norweger in Jordanien neue Kämpfer ausbilden.
    Und zu guter Letzt 6. Die Amerikaner werden versuchen Daesh von Rakka nach Ost-Syrien, Deir-Essor und Palmyra zu drücken, nachdem sie durch die Euphrat-Überquerung der syrischen Armee den Weg versperrt hat. Dort werden sie dann von US/FSA-Djihadisten ersetzt. Die Widerstandsachse wäre dann unterbrochen und der Pipeline von Katar stände nichts mehr im Wege.
    Ein guter Schachspieler und das hat Russland allemal gezeigt, muss muss all dies in Erwägung ziehen und wahrscheinlich noch einiges mehr von dem wir keinerlei Informationen haben.
    Bleibt noch der Trump-Effekt, aber selbst Thierry Meyssan sieht jetzt die Fortführung imperial-westlicher Politik:
    Thierry Meyssan , Damaskus (Syrien)
    http://www.voltairenet.org/de
    Das Weiße Haus hat sich schließlich auf die Koalition der Neokonservativen des Vereinigten Königreichs und von verschiedenen multinationalen Konzernen ausgerichtet. Die Vereinigten Staaten nehmen wieder die imperialistische Politik auf, die sie im Jahre 1991 beschlossen haben und reaktivieren die NATO. Der Bruch mit Russland und China ist am 12. April 2017 geschehen. Die Welt ist wieder am Rande eines Atomkrieges.
    In den Siebzigern hing in unserer Fabriketage ein großes Plakat mit italienischen Partisanen und darauf stand mit großen Lettern:
    Ein Lachen wird es sein was sie begräbt.

    Der Kampf geht weiter

  5. Eine kleine Frage „etwas“ am Thema vorbei: Was genau wollen die Amerikaner den damit erreichen, wenn sie, ich entschuldige mich für die Abwertung von Menschen, seien sie auch so schlecht, eine 15 Mio. $ Bombe über den Köpfen von mickrigen Taliban\IS- Kämpfern in Afghanistan hochgehen lassen? Ich kenn mich nicht so aus, aber so eine Art Fliegerbombe gegen die Taliban einzusetzen scheint für mich in keinem Verhältnis zu stehen. Danke

    1. Du hast doch selbst beantwortet, dass es nicht um militärische Ziele geht.

      Was bleibt also noch, so eine sauteure Riesenbombe einzusetzen?

    2. Die Amerikaner müssen unbedingt ganz grosses Kino bieten. Die „Mutter aller Bomben“, der Name allein ist schon mehr als bescheuert, soll den Menschen einen Schauer über den Rücken laufen lassen, was für eine unglaubliche Militärmacht die Amerikaner doch sind. Egal, ob da nun 16 oder 60 Daesh Kämpfer getötet werden. Das gleiche Ergebnis hätten sie vermutlich auch mit einer Tomahawk erreicht. Aber die „Mutter aller Bomben“, man kämpft schliesslich gegen den IS, eine mächtige Armee, von der Obama sagte, dass es Jahrzehnte dauern würde, sie zu bekämpfen. Man mann ja nicht plötzlich ein paar Marines mit Sturmgewehren losschicken und die Sache erledigen, auch wenn das vielleicht möglich wäre. Es muss schon nach einer schwer zu bewältigenden Aufgabe aussehen.

  6. btw🙂
    „Sergei Lawrow hinterfragt Aussage von Syriens Ex-General über versteckte Giftgas-Vorräte“

    https://deutsch.rt.com/newsticker/49240-sergei-lawrow-hinterfragt-aussage-von-syriens-ex-general/

    …“Der Gesamtumfang der zu vernichtenden C-Waffen war damals mit 1.300 Tonnen angegeben, während der General gestern erklärte, dass sich die Gesamtvorräte an C-Waffen auf 2.000 Tonnen belaufen hätten. Ich stelle mir nun die Frage, warum der General drei Jahre lang geschwiegen hat, wenn er davon gewusst hat? 700 Tonnen sind keine geringe Menge. Sie lässt sich nicht in einem Reagenzglas für weißes Pulver verstecken.“

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