Syrische Armee nimmt auch Maardes wieder ein

Wie die syrische Nachrichtenagentur SANA am Montag berichtete, haben die syrische Armee und ihre Partner auch die vor zehn Tagen von Terroristen unter Führung von Al Kaida überrante Ortschaft Maardes nördlich der Provinzhauptstadt Hama wieder eingenommen.

Auf einer Karte von @Souria4Syrians ist zu sehen, dass die Armee damit bis auf die Ortschaft Soran und Umgebung schon die gesamte große Terroroffensive auf Hama zurückgerollt hat.

Die Wiedereinnahme von Soran scheint zwischenzeitlich aber auch bereits heftig in Arbeit zu sein. Gleichzeitig setzt die syrische Armee die Terroristen von Al Kaida und ihre Kumpane in nahegelegenen Orten unter Druck, von denen aus sie ihre große Hama-Offensive vor zehn Tagen gestartet haben.

Dabei wurde inoffiziell auch schon die Einnahme des Dorfes Batish südlich von Helfaya gemeldet, obgleich diesbezüglich eine offizielle Bestätigung noch aussteht.

Rund 150 Kilometer weiter südöstlich im Osten der Provinz Homs haben die syrische Armee und ihre Partner am Montag unterdessen einen weiteren Hügel nahe der Straße von Palmyra nach Deir Ezzor eingenommen.

Fortschritte machten die syrische Armee und ihre Partner auch nordwestlich von Palmyra in schweren Kämpfen zur Erweiterung der Flankensicherung des Nachschubwegs nach Palmyra gegen ISIS-Angriffe.

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel kritisierte bei einem EU-Außenministertreffen zu Syrien unterdessen seinen US-amerikanischen Amtskollegen Rex Tillerson dafür, dass dieser kürzlich gesagt hatte, es sei Sache der Syrer, zu entscheiden, wer syrischer Präsident sein soll, und bekam dafür viel Zuspruch von seinen EU-Kollegen. Das ist nur logisch, denn Menschen in ihren Ländern selbst demokratisch entscheiden zu lassen, wer an der Spitze ihres Staates stehen soll, gilt den Herrschern der EU als unberechenbare Gefahr für ihre Macht.

Ab Dienstag treffen sich Vertreter der EU-Herrscher in Brüssel mit Gleichgesinnten zu einer Konferenz zu Syrien, wo sie beratschlagen wollen, wie sie Milliarden Euro für die „humanitären Hilfsleistungen“ aufbringen, die sie in nächster Zeit an Al Kaida und Kumpane in Syrien liefern wollen.

Nachtrag zur Situation in Nord-Hama: Ein syrischer Journalist berichtet aus dem Ort Abu Obeida.

So wie es aussieht, scheint die Meldung, dass die syrische Armee das gut gelegene Gebiet nördlich des Orontes eingenommen hat, also zu stimmen, auch wenn manche Kartenzeichner das bislang anders gesehen haben.

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39 Gedanken zu “Syrische Armee nimmt auch Maardes wieder ein

  1. Salander

    Die Märchenschau und IRIB setzen die Betonung der Äußerungen von Gabriel natürlich anders, und sie zitieren auch anders oder andere Stellen von Gabriels Äußerungen. Die Tagesschau etwa zitiert Gabriel mit den Worten:

    „Am Ende darf es ja nicht sein, dass der Kampf gegen den Terrorismus um den Preis geführt wird, dass man jemanden an der Macht und im Präsidentenamt auf Dauer belässt, der schwerste Verbrechen im syrischen Bürgerkrieg zu verantworten hat.“

    Der Satz zeigt, dass Gabriel es sich da mit dem Wort „man“ anmaßt, zu behaupten, dass jemand anders als die Syrer das Recht haben, den syrischen Präsidenten zu bestimmen. Ich vermute, die Tagesschau hat diesen Wortschnipsel korrekt zitiert.

    IRIB hingegen berichtet zu Gabriels Äußerungen:

    Die Syrier müssten selbst über ihre künftige Regierung entscheiden, betonten Gabriel sowie mehrere EU-Außenpolitiker.

    Ich vermute, IRIB hat da auch korrekt zitiert und Gabriel hat tatsächliches beides gesagt.

    Aber es stimmt trotzdem, da gibt es so etwas wie einen Widerspruch, der etwas nach Fake News aussieht. Viele Politiker sagen oft sich widersprechende Dinge.

    Aber seltsam ist es doch. Die Tagesschau hat zwar gemeldet, dass Tillerson gesagt hat:

    Über Assads Schicksal sollten die Syrer selbst entscheiden, erklärte der neue US-Top-Diplomat Rex Tillerson.

    Aber die Tagesschau meldete nicht, dass Gabriel das auch gesagt hat, obwohl das gutem Journalismus entsprechend natürlich zu der Meldung dazugehören würde, wenn er das gesagt hat. Verlassen sollte man sich bei der Tagesschau aber nicht auf guten Journalismus, gerade die Syrienberichterstattung war bei der Tagesschau oft von Fake News geprägt. Bei Irib sollte man sich aber auch nicht drauf verlassen, dass es stimmt. Das Problem mit Irib ist, dass die zwar nicht dreist und systematisch lügen wie die Tagesschau, aber dass da trotzdem ab und an mal was schiefgeht.

    Wer da nun den Fehler gemacht hat, – Tagesschau oder Irib – kann ich hier nicht genau erkennen, da ich nicht genau weiß, was Gabriel alles gesagt hat, und zwar vollständig. Ansonsten halte ich es für durchaus denkbar, dass Gabriel mit kurzem Abstand beides gesagt hat, und wenn es so sein sollte, wäre es ein Fehler der Tagesschau. Weißt du, ob Gabriel gesagt hat, was Irib berichtet?

    Der hasserfüllte TS-Kommentar von „metafa“ liest sich, als ob den ein Tagesschau-Propagandist persönlich abgegeben hat. Die ARD wollte unbedingt Regime Change per Krieg bis zum Sieg, und ist nun offensichtlich enttäuscht, dass da eine harte Niederlage bei rauskommt.

    1. Der Westen tut sich eh enorm schwer, ein verbales Gleichgewicht zum Thema Assad zu finden. Nach dem seit Monaten immer deutlicher wurde, dass die Phrase „Assad hat jegliche Legitimation verloren und ist nicht mehr tragbar“ eben wirklich nur eine Phrase der Zio-Imperialisten (aka „Freunde Syriens“) darstellt, fällt es den Sprachrohren der freien Welt ganz offensichtlich sehr schwer, hier den Schwenk zu kommunizieren. Er kommt ihnen so zusagen kaum über die Lippen 🙂
      http://www.epochtimes.de/politik/welt/un-botschafterin-glaubt-syrer-wollen-assad-loswerden-syrien-droht-dasselbe-schicksal-wie-dem-irak-und-libyen-a2087700.html

      Jetzt sollen also die Syrer über ihren ersten Mann entscheiden – welch` revolutionäre Idee. Aber der Westen weiß natürlich auch jetzt schon, dass „die Syrer Assad los werden wollen“. Also doch Wahlen?
      „Am Montag sagte Haley, dies bedeute aber nicht, dass die US-Regierung eine erneute Kandidatur Assads bei Präsidentschaftswahlen akzeptieren werde. „Wir glauben nicht, dass die Leute Assad noch haben wollen“, sagte die UN-Botschafterin“.
      Ja watt denn nu? Wahlen, nicht Wahlen, mit Assad, ohne Assad, Syrer entscheiden oder doch nicht… was für ein Eiertanz. Arme freie Welt. Wenn man von der Realität eingeholt wird, wo man sich doch selbst als „Realitätsmacher“ sieht, dann können solche Wackelkontakte schon mal vorkommen.

      1. Aber das ist doch gerade das intendierte Ergebnis. „Man“ verlangt nicht mehr „Assad muss weg“, sondern freie Wahlen und zeigt sich überzeugt, dass „die Syrer“ Assad nicht mehr wollen. Wenn dann die freien Wahlen kommen, und von Assad haushoch gewonnen werden, dann hat „man“ sich eben geirrt. Aber das Gesicht gewahrt. Das scheint übrigens von den USA und der „deutschen“ EU übereinstimmend kommuniziert zu werden. Absolut zweideutig.

    2. Warum sich so lange und ausgiebig damit beschäftigen, was der ehemalige POP-Beauftragte faselt. Ja das Zitat der Märchenschau habe ich so direkt von ihm gehört/gesehen. Habe nur gedacht : „Du armseliger Trottel, als ob du auch nur einen Fitz zu melden hättest wie es in Syrien weiter geht.“ Die Entscheidungen über die
      weitere Geschichte Syriens werden in Damaskus, Moskau, Theheran und im Hintergrund vielleicht auch in Peking getroffen, aus die Maus…..!
      Erinnerte mich zugleich noch an Obama vor 6(!) Jahren, das Schicksal Assads sei nicht eine Frage von Wochen, sondern von wenigen Tagen……..

  2. Auf alle Fälle hat die EU damit beschlossen, am Wiederaufbau von Aleppo, Hama oder Palmyra nicht teil zu nehmen. Das Geld fließt weiter in Flüchtlingslager, die dann als Munitionslager oder HAuptquartiere der Al Qaida Nachfolger genutzt warden. Die letzten Bilder aus diesen Lagern, die ich gesehen habe, waren aus der Zeit nach der Befreiung von Ostaleppo und da waren diese Lager eher leer. Inzwischen dürften her Flüchtlinge die Lager verlassen haben. Ein Grund, warum man so wenig Bilder von diesen Lagern, die man jetzt über Caritas oder Ärzte ohne Grenzen weiter asubauen will. Denn wohin sollen sonst die Gelder fließen.
    Es ist ein deutliches Zeichen, was es heißt, wenn deutsche Politiker von Flüchtlingsbegrenzung vor Ort reden. Definitiv nicht Schaffung von Arbeitsplätzen In Industrie und Landwirtschaft sondern Unterstützung der Flüchtlingsmafia.

  3. „Die Syrier müssten selbst über ihre künftige Regierung entscheiden“. Entscheiden heisst im Jargon der Bundesregierung immer: Im Sinne der Bundesregierung entscheiden. Wer eine andere Meinung hat darf nicht wählen. Auf deutsch heisst das: „Die Syrer müssen selbst entscheiden, ob sie die Regierung akzeptieren, die wir für sie bestimmt haben, oder ob sie unter IS oder Al Kaida leiden wollen, die die Bundesregierung sonst unterstützen wird.“

  4. Autobahn von Palmyra nach Salamiyah ist ein gutes Stück erobert, bald wird das eine Tasche und weg sind die ISIS.

    1. Welche „Autobahn“ soll das sein?
      Und ob die bspw. bei Livuamap eingezeichnete Einnahme richtig platziert ist, wage ich mal zu bezweifeln, das wäre ein sehr untypischer Schritt 10 km steil ins gegnerische Gebiet, und zwar ohne große Offensive (die wäre ja bekannt, außer der Meldung gibt es ja nichts).

      Aber die Richtung würde mir gefallen.
      Möglicherweise ist ISIS aus den Wüstengebieten auch schon weitgehend abgezogen, so wie im Süden.
      Aber noch halten sie dort Gasfelder, das spricht dagegen, dass sie einfach abhauen.

  5. Wie heißt es noch, so Zerronnen, wie Gewonnen, die Zehntausende, die man auf Druck von Russland, mit Bussen, den Kopfschlächtern, als Verstärkung geliefert hat, kämpfen doch tatsächlich weiter, so eine Überraschung auch. Sie können weiter, bequem zur Front fahren, ohne von den, auf Befehl der USA, viel zu geringen Russischen Fliegerkräften, daran gehindert zu werden.
    https://de.southfront.org/militante-einheiten-sturmen-maardis-nord-hama/

    1. Felix

      Ich glaube dir geht deine Fantasie durch. Dass russische Fliegerkräfte in Syrien auf Befehle der USA agieren oder reagieren, ist grober Unfug. Als ob Putin von den USA Befehle entgegennehmen würde… Und deine Behauptung, dass die russischen Fliegerkräfte in Syrien in zu geringer Zahl agieren, um die gerade mal wieder auf Maardes anrennenden Terroristen zu eliminieren, halte ich auch für Quatsch. Auch wenn Southfront im Titel davon spricht, dass Terroristen Maardes erneut stürmen, so steht dann im Kleingedruckten auch, dass sie dabei nicht erfolgreich sind. Was übrigens auch bei AMN steht:

      https://www.almasdarnews.com/article/jihadist-rebels-launch-counter-offensive-northern-hama/

      Andersrum gesagt, die Terroristen erreichen nichts, aber syrische Armee und ihre Partner, darunter die russische Luftwaffe, eliminieren gerade jede Menge Terroristen bei Maardes. Es wird nicht mehr lang dauern, bis dann auch offiziell die Meldung kommt, dass der Terrorangriff auf Maardes abgewehrt wurde und die Terroristen dabei hohe Verluste erlitten haben.

      1. Maardes ist Stand 05.04. 13 Uhr nach Aussage von Leith Abou Fadel endgültig wieder in den Händen der Dschihadisten.

        Ich stimme mit dem Beitrag von Felix Klinkenberg nicht überein,muss aber auch sagen,dass ich bei jeder neuen Meldung über grüne Busse in Richtung Idlib Bauchschmerzen habe…

  6. angeblich wieder Chemiewaffeneinsatz der SAA (Assad).
    Ist im Augenblick wieder eine Syrienkonferenz am laufen?

  7. Hab Kind

    „angeblich wieder Chemiewaffeneinsatz der SAA (Assad)“

    Ja, und wieder die üblichen Fake-News-Macher von Al Kaida, Weißhelmen und Tagesschau vorn dabei.

    „Ist im Augenblick wieder eine Syrienkonferenz am laufen?“

    Ja, in Brüssel. Wie üblich, wenn die Terroristen große False-Flag-Massaker machen.

    1. Zitat: „Ist im Augenblick wieder eine Syrienkonferenz am laufen?“
      Ja, in Brüssel. Wie üblich, wenn die Terroristen große False-Flag-Massaker machen.

      Exakt auf den Punkt gebracht. Ebenso tauchen die „Giftgasangriffe“ dann und dort auf, wo die „Moderaten“ in der Defensive/Rückzug sind.

  8. Da stehen schon 12 Milliarden Zusagen im Raum, las ich heute, die noch nicht ausgegeben werden konnten.

    So ein „Giftgasangriff“ soll wohl den Versuch starten, möglichst viel davon ins „Rebellen“gebiet zu leiten, beispielsweise Giftgasausrüstung; ähh, Giftgaangriffsbekämpfungsausrüstung.

    Diese widerliche Heuchelei.

    Ostaleppo wurde bejammert, die armen Menschen, keine Krankenhäuser Ärzte, Essen, alles.

    Und jetzt?

    Egal, ist ja nur noch eine Assad-Hochburg.

  9. Was mich wundert, ist wie diese Rebellentaschen, z.B. in der Gegend von Damaskus und Homs, so lange bestand haben können.

    Gibt es dort noch über Tunnel /Schleichwege Verbindungen nach aussen, oder wie kann es sein, dass die Terroristen dort seit ewiger Zeit ohne Nahrungs- und Munitionsnachschub auskommen?

    Vor allem da die zwei großen Rebellentaschen so nahe an der Hauptstadt liegen…. warum gibt es die noch?

    1. Horst

      „Gibt es dort noch über Tunnel /Schleichwege Verbindungen nach aussen“

      Ja, natürlich.

      „Vor allem da die zwei großen Rebellentaschen so nahe an der Hauptstadt liegen…. warum gibt es die noch?“

      Die syrische Armee geht nur da rein, wo ein zumindest erheblicher Teil der Zivilbevölkerung sie willkommen heißt und ihre Opfer zu schätzen weiß. Lehnt die Bevölkerung die Armee komplett ab, muss die Bevölkerung sich eben selbst mit den Terroristen auseinandersetzen. Nach einiger Zeit ist die Bevölkerung die Terroristen dann aber meist doch Leid, und bittet die Armee, ihr dabei zu helfen, die Terroristen wieder loszuwerden.

      Im Osten von Damaskus ist es aber noch nicht überall soweit, da gibt es in manchen Gegenden immer noch zu viele wahhabitisch geprägte Einwohner, die lieber mit Wahhabitischen Terroristen von Al Kaida und Islam-Armee leben und sterben wollen als mit der gemischte Konfessionen vereinenden syrischen Armee.

    2. Sehr geehrter Herr Vollhorst, die Frage beschäftigt mich schon die ganze Zeit, bei diesen unendlich vielen, unendlich langen und tiefen Tunnel, die meist durch Felsengestein führen, wie schaffen die Turnschuhträger das, immer so schnell, welche Pioniereinheiten und oder welche Pioniertechnik, von NATO Staaten, Wirkt da und hat da Gewirkt ? Denn mit Klappspaten und Spitzhacke, ist das einfach nicht zu Schaffen. Für so etwas, werden bestens Ausgebildete und Ausgerüstete Pioniereinheiten benötigt.

      1. Felix

        Die Terroristen graben ihre Tunnel regelmäßig da, wo der Boden weich ist, eben weil es sich in Felsgestein so schlecht gräbt. Da brauchen sie bloß Hacke, Schaufel und Schubkarre, je nach Lage und Länge vielleicht noch ein paar Bretter als Stütze sowie eine Autobatterie und Ventilatoren und LEDs für Belüftung und Licht, und Ruck-Zuck ist ein Tunnel in weichem Boden fertig.

        Manchmal sind die Terroristen aber auch zu faul, selbst Tunnel zu graben, und spannen dafür Leute ein, die sie entführt haben. So haben die Terroristen das etwa bei dem langen Tunnel unter das Nationalkrankenhaus von Qusair gemacht, wo sie dann – wie der preisgekrönte Al-Kaida-Propagandist Hadi Al Abdullah damals stolz live berichtete – den Tunnel mit Sprengstoff vollgeladen haben und die Entführten zusammen mit dem Krankenhaus in die Luft gesprengt haben.

        Felstunnelbauten bei den Terroristen sind selten, gibt es aber auch, so etwa die als „Zentrales Höhlenkrankenhaus“ getarnte Al-Kaida-Zentrale, die im Norden der Provinz Hama mit reichlich westlicher Finanzunterstützung gebaut wurde.

      2. die Terroristen hatten auch Tunnelbohrmaschinen im Einsatz. Mehrere Fotos
        waren in Umlauf, ca. 1,50-2,0 Durchmesser.

  10. https://www.almasdarnews.com/article/jumping-conclusions-something-not-adding-idlib-chemical-weapons-attack/

    Es ist schon erstaunlich wie offensichtlich die Toten abgelegt wurden.
    Viele Opfer in der selben Lage, ohne Schuhe und ohne Hosen. Wieso?
    Bei einem Raketeneinschlag wäre das doch völlig untypisch.

    Die Symptome sind auch nicht wirklich typisch für Sarin und die „Retter“ sind fast gänzlich ohne Schutzkleidung. Sarin wirkt ebenfalls über die Haut.

    Wieso müssen die Leichen der Opfer quer übereinander geschmissen werden beim Abtransport?
    Jeder Mensch mit Empathie würde sie sorgsam nebeneinander legen und womöglich abdecken.

    Ob das mit den angeblich von den Terroristen beim Rückzug genommenen Geiseln zu tun hat, halt ich erstmal für spekulativ.

  11. Lässt sich das verifizieren, kündigt gestern Nachmittag ein „Pro-Rebell-Reporter“ für heute eine Kampagne mit Giftgas an?

    Aber egal, jeder der seine Sinne beisammen hat kann sich das ohnehin ausmalen, was da im Interesse von wem ist; und in die „richtigen“ Medien schaffte es ein Beweis für eine offensichtliche Fälschung eh nicht.

    1. andreas

      Ja, das sieht deutlich nach Vorabwissen von der False-Flag-Kampagne mit Gas aus, auch wenn da von Chlorin in Nord-Hama und nicht von Sarin in Idlib die Rede ist.

      Der entsprechende Tweet des Orient-News-Propagandisten ist auch noch online:

    2. Interessanter Tweet.

      Übersetzung: Firas Karam

      Morgen startet eine mediale Kampagne zur Verurteilung der dichten Luftangriffe auf Nordhama und des Einsetzens von Chlorgas gegen die Zivilbevölkerung.

      17.06h, 3. April 2017

      …. Nordhama. Von Idlib steht nichts. Aber mit welcher Intention werden solche hellseherischen Fähigkeiten angewandt??

      1. kaumi

        Khan Sheikhun, wo die Gitgaspropaganda der Terroristen herkommen soll, liegt zwar in der Provinz Idlib, ist aber lediglich rund zwölf Kilometer von der Front in Nord-Hama entfernt.

        Insofern erschient mir der Widerspruch da gering.

  12. @PB
    „Khan Sheikhun, wo die Gitgaspropaganda der Terroristen herkommen soll, liegt zwar in der Provinz Idlib, ist aber lediglich rund zwölf Kilometer von der Front in Nord-Hama entfernt.“

    Richtig, wenn ich die Front im Norden der Provinz Hama meine. Ist ein Denkfehler von mir. Der Norden Hamas (City) liegt fast 50 Km entfernt.

  13. Überschätze ich Erdowahns Größenwahn oder ist das realistisch?:
    Trump braucht zur Erstürmung Raqqa schwere Gerät. An die Kurden will er es unter Rücksicht auf die Türkei nicht geben. Damit bleibt nur SAA und Hizbollah.
    Wenn Erdowahn seine Europh-sheld-Proxis nach Nordhama schickt und so die syrischen Kräfte bindet, kann er sich bei den Amis anbieten mit seinem Gerät und wird so der große Sieger von Raqqa und Vernichter vom IS?

    1. Ein Blick auf die Lagekarte zeigt: Erdogan ist out. Nicht zufällig hat die SAA einen Sperrriegel südöstlich von al-Bab errichtet, damit das türkische Militär nicht weiter ins Zentrum Syriens kommt. Erdogan hat also seinen kleinen Einflussbereich in Nordsyrien bekommen (vorläufig), aber ansonsten wird er nicht mehr gebraucht. Dass die Türkei gegen den IS vorgehen will, hat eh niemand ernsthaft angenommen. Fraglich, bei wem Erdogan noch beliebt ist. In Moskau sicher nicht. Klar, man kooperiert mit ihm, damit man ihn nicht gegen sich hat, außerdem aus geostrategischen Gründen. Aber Liebelingspartner ist er sicher nicht. Die USA lassen ebenfalls nicht erkennen, dass sie scharf darauf sind, mit Erdogan zu kooperieren. Trump braucht einen propagandistisch auswertbaren Sieg über den IS, und die Türkei will viel lieber gegen die Kurden kämpfen – gegen den IS gehen die nur am Rande vor. Al-Bab war für die Türkei wichtig, damit es keine Verbindung zwischen den kurdischen Gebieten um Afrin und Manbij gibt. Deswegen hat das türkische Militär an dieser Stelle gegen den IS gekämpft. In Wirklichkeit ging es ihm aber darum zu verhindern, dass die kurdischen Milizen dieses Gebiet besetzen. Aus der Sicht von Syrien und Russland hat man Erdogan soweit gewähren lassen, um den Kurden zu zeigen, wo der Hammer hängt (wir erinnern und an unschöne kurdische Angriffe auf die SAA und Wortbrüche letzten Sommer in Hasaka und an der Castello-Road). Dafür war Erdogan gerade recht, der ist sowieso der böse Bube. Man hat ihn dafür benutzt, die Kurden in die Arme Syriens zu treiben. Jetzt hat er seine Funktion erfüllt – die Kurden haben’s kapiert und kooperieren mit der SAA – daher wird Erdogan nach Hause geschickt. Die Rolle der USA in Bezug auf Rakka ist die Ausrüstung der Kurden und etwas Luftunterstützung. Fußsoldaten in größeren Mengen werden die USA nicht schicken. Die sind auch nicht wirklich zu gebrauchen. Wenn ernsthaft Kugeln durch die Gegend fliegen, rennen die eh davon. Da kämpfen die Kurdenmädels einfach besser 😉 Und auch die Spezialeinheiten sind nur Mittelmaß.
      Also: die USA dürfen ein bisschen mitschießen, damit Trump historische Bilder von der Befreiung Rakkas bekommt, ansonsten lassen sie Syrien, Russland und Iran in Ruhe aufräumen und drehen dem IS und zunehmend der Al-Kaida den Geldhahn zu – das ist der Deal.

      1. Prinzipiell schon.

        Aber: der Einfluss der Türken auf die „Rebellen“ in Idlib ist kaum zu überschätzen.
        Es gibt immer noch zig Milliarden aus den wahhabitischen Monarchien, die müssen in militärisches Gerät umgesetzt werden, dass geht physisch fast nur durch die Türkei.

        Die Ereignisse gestern, und die darauf folgenden Sprüche auch von Trump, zeigen, dass auch die „Rebellen“, die eigentlich am Ende sind, noch ein großer Faktor sein können, und die Interventionisten in der „westlichen Wertegemeinschaft“ warten nur darauf, die wieder voll zu unterstützen, ob AL Quaida oder nicht.

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