Irakische Sicherheitskräfte schon nah an Großer Nuri-Moschee in Mossul

Während die syrische Armee am heutigen Samstag bei ihrer Gegenoffensive im Norden der Provinz Hama am heutigen Samstag eine Wochenendpause eingelegt hat und die Ruhe in Homs zur Evakuierung von über 900 weiteren Terroristen aus der dortigen Vorstadt Waer nach Idlib genutzt wurde, sind irakische Sicherheitskräfte in Mossul inzwischen schon fast bis zur Großen Nuri-Moschee vorgedrungen, in der Abu Bakr al-Bagdadi vor nicht ganz drei Jahren das ISIS-Terrorkalifat ausgerufen hatte.

Ahlulbayt TV berichtete darüber heute auf englisch:

Der Verlust der Nuri-Moschee dürfte für die Terrorgruppe ISIS und ihre Anhänger ein schwerer Schlag werden, da damit unmittelbar klar wird, dass das ISIS-Kalifat untergeht und nicht einmal mehr die Kontrolle über die Moschee hat, in der es ausgerufen wurde. Obwohl sie bereits dicht an der Moschee dran ist, dürfte die Einnahme für die Armee schwierig werden, denn dabei gilt es auch, das 1172 erbaute schiefe Hadba-Minarett der Moschee, welches auch so etwas wie das inoffizielle Wahrzeichen von Mossul ist, vor der Zerstörung durch die Terroristen oder Kampfhandlungen zu bewahren.

Eine aktuelle Karte des Westens von Mossul sieht etwa wie folgt aus:

Auf der Karte ist gut zu erkennen, dass die am Fluss Tigris gelegene und eng bebaute Altstadt von Mossul, in der sich auch die Nuri-Moschee befindet, von den irakischen Sicherheitskräften fast schon umzingelt wurde und ansonsten nur noch einige Vorstädte im Nordwesten von Mossul von ISIS zu befreien sind. Möglicherweise sind die irakischen Sicherheitskräfte inzwischen sogar schon noch weiter vorgedrungen, als es auf der Karte oben dargestellt ist, denn Aktivisten wie Yusra melden, dass sie auch schon die Hälfte des Bezirks Zanjeeli nordwestlich der Altstadt eingenommen und den ISIS-Terroristen dabei schwere Verluste zugefügt haben.

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29 Gedanken zu “Irakische Sicherheitskräfte schon nah an Großer Nuri-Moschee in Mossul

    1. Ob schnell oder doch noch langsam. Der Kessel ist wohl dicht. Hilfe von außen kommt nicht mehr. Das Mossul fällt ist längst eingespeist. Für die Geschichte sterben noch ein paar „Helden“. Falls nicht SA, Israel oder die Türkei oder deren Proxys einen harten Entlastungsangriff durchführen, ist die Zeit des Flächenstaates IS besiegelt. Doch die Idiologie wird dadurch doch eher bestärkt. Es gibt sicherlich genügend Sunniten, welche zukünftig lieber in eine Theokratie leben als unter den verschwenderischen Königen und ihrem Hofstaat.

  1. Gestern soll es eine einigermaßen erfolgreiche Gegenoffensive in Mossul gegeben haben; aber das kann nur kurzfristig sein, das Ende von ISIS in Mossul ist absehbar.

    ————

    Gewaltiges Feuerwerk letzte Nacht, an verschiedenen Stellen, auch an der türkischen Grenze.

    Dazu Berichte, dass es ein Abkommen geben soll zwischen zahlreichen „Rebellengruppen“.
    Man liest die zahl 17, oder „FSA und Ahrar“- Gruppen, oder 30.000 +.
    Mancher sagt, vereinigt zum Kampf gegen Assad, andere sagen, das sind „vetted Rebels“ vereinigt zum Kampf gegen HTS; und die Amis wollen, dass Ahrar al Sham beitritt.

    Dazu passen würde die kürzliche Ablehnung im Sicherheitsrat, Ahrar al Sham als Terrororganisation einzustufen.

    Die Variante, 30.000+ „vetted“ gegen HTS, wäre ein guter Beitrag zur Lösung de Terroristenproblems in Syrien. 🙄

  2. Liebes Parteibuch.

    Sind die Engländer, Franzosen und Israelis in/bei Mossul / Irak auch „tätig“?

    Die Aussage Tillersons und nachfolgend Spicers, die USA würden nicht mehr auf einen Sturz Assads bestehen, dürfte doch für das Endes Krieges in Syrien beschleunigend wirken. (-Von den drei Hauptkriegsbrandstiftern: England, Frankreich und Israel wird eine solche Aussage natürlich nicht kommen…)

    Insofern muss den oben genannten Hauptkriegsbrandstiftern doch sehr daran gelegen sein, den Brandherd im Irak unter Feuer zu halten, weil der Jemen als peripherer Brandherd kaum geeignet sein dürfte, um den Krieg erneut in das Herz des Nahen Ostens tragen zu können: Es bleibt realiter nur der Irak als dauerhaftes Glutnest; um die angestrebte Neugestaltung des Nahen Ostens (>Sykes-Picot-Neuauflage, Yinon-Plan) vorantreiben und doch noch erreichen zu können.

    Die kleingeistigen Rachegelüste Netanjahus gegen Schwächere für die kürzlich empfangene diplomatische Ohrfeige aus Moskau halten sich bisher auch sehr in Grenzen: ein medial wirksames Neubauprojekt als Landraub auf Kosten der Palästinenser zeigt doch nur das aufgeblasene Wesen des Ohnmächtigen her -mehr nicht.

    Und Erdogan, der glorreiche Feldherr mit dem selbstgeflickten Lorbeerkranz auf der Hochintelligenzstirn, hat sich nach dem genialen und siegreichen Feldzug aus Syrien verabschiedet. (Erich von Manstein wäre über diese militärische Großtat schier entzückt gewesen.)

    Da bleiben also noch die goldigen Wüstenrennmäuse aus Saudi-Arabien (-welche einen Frauenrat ohne Frauen gründen-) und die Sandwürmer aus Katar. Aber diese Großstrategen, deren geistige Blähungen größer als die ganzen Erdgasfelder sind, spielen in der abstrakten Hirachie der geopolitischen Spielereien nur im unteren Drittel als Kulissenschieber mit.

    Sollte also Sykes-Picot-Neuauflage und Yinon-Plan noch in die Tat umgesetzt werden, müssen doch deren Architekten unmittelbar und ohne Proxy-Maskerade an das Licht treten?!

    Israel zumindest hat sich getraut, seine verbrecherischen Absichten offen vor zutragen -und schön eines in die Wäsche bekommen. England und Frankreich aber sind zu feige.

    Im Irak auch???

    1. Hans

      Im Irak sind Türken, Engländer, Franzosen, Deutsche und wohl heimlich auch Israelis dabei, Barzani und seine Peshmerga zu unterstützen. Barzani und seine Peshmerga sind aber zum Sturm auf Mossul nicht eingeladen worden und deshalb nicht dabei, sondern stehen ein paar Kilometer nördlich und östlich der Stadt. 20 km nordöstlich von Mossul gibt es auch nach wie vor eine türkische Basis, während andere NATO-Staaten zurückhaltender im Hintergrund vornehmlich mit Ausbildung und Bewaffnung helfen.

      1. Konkrete Zahlenangaben bezüglich der englischen, französischen, israelischen Einsatzkräfte beziehungsweise deren Qualität dürften schwierig sein?

      2. Hans

        Ja, natürlich, konkrete Zahlenangaben zu bekommen, ist schwierig.

        Noch schwieriger ist es, herauszubekommen, ob die Ausbildungs- und Bewaffnungsmissionen von NATO-Staaten heimlich auch als Stützpunkte für NATO-Spezialkräfte genutzt werden, die geheime Kampfmissionen durchführen. Beweise für sowas zu bekommen, ist meist schwierig, aber wenn es so wäre, würde es mich nicht überraschen.

    2. Sykes-Picot ist nach wie vor in Kraft, aber die „tragendende Kräfte“ haben sich neu sortiert. Frankreich ist weitgehend raus und GB nur noch in Jordanien und teilweise Ägypten aktiv. Dafür haben die USA die südliche Zone „Irak und Umgebung“ komplett übernommen, während Russland/China das ehemalige französisch dominierte Syrien übernommen haben. Einzig bei der Türkei ist derzeit offen welcher Einfluss aktuell der stärkste ist. Erdogan laviert erfolgreich zu beiden Seiten.

      Den Yinon-Plan halte ich für überholt. Teile davon versuchten Israel und die „Freunde Syriens“ seit 2012 zu verwirrklichen, dessen Umsetzung dürfte nach dem Zusammenbruch der Südfront in Syrien hinfällig sein. Ich sehe auch keinen Ansatz wie Israel ein so grosses Gebiet offen oder versteckt steuern/dominieren könnte ohne massgebliche Unterstützung aus dem Westen, was wiederum prompt Russland, China und den Iran herausfordern würde.
      Netanjahu scheint dies bereits kapiert zu haben und steht seit bald 2 Jahren mit Russland in intensiverem Kontakt als mit den USA.

      Die USA haben im Nahen Osten seit Ronald Reagan eine eigene Agenda verfolgt die weit über das Gebiet hinausreicht. „Greater Middle Est“ oder „Middle East Partnership Initiative“ genannt aber seit Bush Junior für das ganze Gebiet von Marokko bis Pakistan verwendet. Zwar nimmt diese Agenda verschiedene regionale Aspekte wie diejenigen Israels und SA teilweise auf, verfolgt aber die „Demokratisierung“ und Neuordnung der Länder in der Arabischen Liga. Die Arabische Liga wird von den USA als Gefahr wahrgenommen, da sie eine Vereinigung nach dem Vorbild der EU anstrebt aber seit Jahrzehnten nicht vorankommt. Federführend in den Einigungsbestrebungen waren Gaddafi/Lybien, Ägypten, Syrien und Jemen, während Saddam/Irak das Bollwerk gegen revolutionistische Bestrebungen des Irans bildete.
      eine Zeitlang würden die Muslimbrüder als Gegner der Arabischen Liga tatkräftig von den USA unterstützt und gleichzeitig versucht mit Erdogan einen neunen „gemässigten“ Führer der islamischen Welt zu etablieren. Wie man mittlerweile weiss, haben aktuell beide die US-Strategiestützenden Einflüsse ein Eigenleben entwickelt dem die USA kaum mehr Herr werden.
      https://www.heise.de/tp/features/Entstehung-und-Ziel-des-Greater-Middle-East-Programms-3438387.html

      1. MAK

        Die USA haben ihren Krieg gegen den Irak mit Pauken und Trompeten verloren und spielen deshalb im Irak jenseits des KRG kaum eine Rolle – im Irak ist Teheran eindeutig die einflussreichste ausländische Macht.

      2. Da hier das Stichwort „Arabische Liga“ gefallen ist, kurz die Nachfrage an MAK oder das Parteibuch, warum die Arabische Liga sich gerade jüngst beim Gipfel in Jordanien wieder für die Zwei-Staaten-Lösung ausgesprochen hat und nicht das Angebot Trumps aufgriff, auch einmal über eine Ein-Staat-Lösung nachzudenken bzw. sie als mögliche Option wenigstens offen zu halten?

      3. Meier

        Zu diesem Positionswechsel ist die arabische Liga nicht bereit. Und, das ist bei aller sonstigen und berechtigten Kritik an diesem saudisch-zionistischen geschmierten Club auch gut so.

        Wenn die arabische Liga Israel aus der Pflicht zur Realisierung der Zwei-Staaten-Lösung entlassen würde, entfiele damit ein wesentlicher internationaler Druckpunkt gegen das zionistische Apartheidregime, die Apartheid zu beenden und sich in Richtung einer fairen Ein-Staaten-Lösung anstatt eines auf rassistischer Basis errichteten jüdisch-zionistischen Großisraels zu bewegen.

      4. @pb

        Es geht ja nicht um einen Positionswechsel, sondern um das Öffnen für Positionen. Mir persönlich ist am Ende grundsätzlich egal, ob eine Ein- oder Zwei-Staaten-Lösung herauskommt. Entscheidend ist, dass Apartheid- und Landnahmepolitik aufhören. Es wäre auch ein beeindruckendes Zeichen gewesen und hätte den Druck zur Veränderung erhöht, wenn die Arabische Liga auf den offenen Kurs Trumps eingeschwenkt wäre. Das heißt ja nicht, dass man alles an Trumps Politik gut heißt bzw. gut heißen muss. Verstehst Du, was ich meine? Man kann einen Politik-Stil betreiben, indem man von unterschiedlichen Punkten aus herangeht, vermeintlich widersprüchliche Situationen schafft. Für zielführender halte ich momentan jedoch, wenn Arabische Liga und Trump an einem Strang ziehen würden. Was sollte denn Schlimmes passieren, wenn sie es täten? Oder hat sich auch die Arabische Liga wohlig eingerichtet in der aktuellen Situation. Du hattest ja letztens eine so schöne Karikatur über den auf dem Geldsäckel sitzenden Abbas.

      5. Meier

        Ich verstehe sehr wohl, was du meinst, bin aber nicht deiner Meinung.

        Hier noch mal meine Meinung: „Israel“ will gar keine Lösung des Nahostkonfliktes, weder eine 2-Staaten-Lösung noch eine halbwegs gerechte 1-Staaten-Lösung. Israel will schlicht und einfach das ganze Land zwischen Mittelmeer und Jordan und noch mehr mit Gewalt kolonialisieren, und dass die „Araber“ von dem Land komplett verschwinden, oder wenigstens eine so kleine Minderheit werden, dass sie politisch praktisch irrelevant werden, etwa wie die Ureinwohner Nordamerikas. Auf Basis dieser israelischen Friedensunwilligkeit ist natürlich kein dauerhafter Frieden möglich, aber Israel glaubt damit durchzukommen, und sieht sich deshalb nicht veranlasst, seinen Kurs zu ändern. Das betrifft sowohl die israelische Regierung als auch den Großteil der israelischen Bevölkerung.

        Um dieses israelische Kalkül zu ändern, bedarf es Druck auf Israel. Druck gegen Israel aufzubauen ist, Lobby sei Dank, enorm schwer. Aber ein wesentlicher Druckpunkt ist, dass Israel nicht willig und aufgrund eigener Besatzungshandlungen einschließlich der sich daraus ergebenden innenpolitischen Situation in Israel wohl auch gar nicht mehr in der Lage ist, seinen Teil zu seiner internationalen (es gibt da einschlägige UNO-Sicherheitsratsresolutionen, die Teil des Völkerrechts sind) Verpflichtung (!) zur Herbeiführung einer 2-Staaten-Lösung zu erfüllen.

        Der internationale Druckpunkt gegen Israel ist also: Israel, erfülle deinen Teil der völkerrechtlichen Verpflichtung zur Herbeiführung einer 2-Staaten-Lösung zur Beendigung des global verheerenden Nahostkonflikts, sonst werden Sanktionen beibehalten und es setzt neue Sanktionen. Die israelische Ausrede, dass eine 2-Staaten-Lösung nicht mehr möglich ist, zieht nicht, weil Israel sich der Völkerrechtsverletzung des Bevölkerungstransfers in durch Krieg eroberte Gebiete schuldig gemacht hat und es damit israelischem Verschulden zuzuschreiben ist, wenn die 2-Staaten-Lösung nun unmöglich sein sollte.

        Aber andersherum ist natürlich auch klar, dass Israel den Palästinensern ein besseres Angebot vorlegen kann als eine 2-Staaten-Lösung, nämlich eine faire 1-Staaten-Lösung, und wenn die Palästinenser das Angebot annehmen, ist der Nahostkonflikt beendet und Israel damit selbstverständlich raus aus seiner selbstverschuldeten Situation, internationale Verpflichtungen nicht erfüllen zu können. Aber wesentlicher Punkt dabei ist, dass Israel so ein Angebot überhaupt mal vorlegen muss. Dabei, Angebote vorzulegen, hapert es bei Israel nämlich: Israel nimmt immer nur Angebote und Zugeständnisse der anderen Seite entgegen, legt aber selbst nie ein Angebot auf den Tisch. Israel fühlt sich aufgrund seiner Macht und fehlenden Drucks schlicht nicht genötigt, irgendein Angebot auf den Tisch zu legen. Das gilt es zu ändern.

      6. @pb

        Wir sind einer Meinung, wenn es um die Deutung der Absichten Israels geht.

        Dass wir unterschiedlicher Meinung sind, was dem am besten entgegenzusetzen ist bzw. wie der Druck zur Veränderung verstärkt werden könnte, habe ich Deiner Entgegnung nicht wirklich entnehmen können. Noch einmal: Hätte es Druck nicht verstärkt, wenn die Arabische Liga öffentlich (!) gesagt hätte, dass sie in Trumps Vorschlag einstimmt und damit auch eine Ein-Staat-Lösung für sie denkbar wäre? Dann hätten die Gespräche losgehen können oder Israel müsste sich erklären, warum es die Gespräche nicht will (Stichwort: Apartheid und Landnahmen). Ich finde, die Arabische Liga hat eine historische Chance vertan (Sie kann sie aber noch ergreifen.). Was hätte sie verlieren können? Außer dass es so schleppend weiter/vorwärts/rückwärts geht wie bisher, nichts – oder doch?

      7. Meier

        Ich verstehe, was du meinst, glaube aber, dass ein solches Angebot der arabischen Liga nichts weiter getan hätte, als Druck von Israel zu nehmen, seinen Verpflichtungen zur 2-Staaten-Lösung nicht nachzukommen.

        Hätte es eine solche Erklärung von der AL gegeben, hätte Israel darauf vermutlich reagiert, indem Israel gesagt hätte, die 2-Staaten-Lösung – und der damit verbundene Druck auf Israel wegen des illegalen Siedlungsbaus – ist obsolet, weil die AL ja auch gar nicht mehr wisse, ob sie sie wolle.

        Und was die 1-Staaten-Lösung angeht, so hängen Gespräche dazu natürlich ohnehin nicht von der AL ab. Da könnte Israel dann erklären, unter Umständen, wenn denn die Araber mal ein Angebot dazu vorlegen würden und die Verpflichtung zur 2-Staaten-Lösung im UNO-Sicherheitsrat eliminiert würdem, dann würde Israel vielleicht mal diesbezüglich über Gespräche über Gespräche aufnehmen, die dann wieder 50 Jahre oder so dauern könnten, bis offiziell festgestellt würde, dass die Gespräche nicht erfolgreich waren, weil Israel auch so einen 1-Staat-Frieden nicht will.

        Deshalb meine ich, es muss andersherum laufen: wenn Israel vom Haken der 2-Staaten-Lösung weg will, muss Israel ein Angebot zur 1-Staaten-Lösung vorlegen, dass so gut ist, dass es von den Palästinensern angenommen wird. Aber nicht die Palästinenser oder die AL, sondern Israel muss diesbezüglich in Vorlage gehen, denn es ist Israel, was die Unmöglichkeit der 2-Staaten-LÖsung verbockt hat.

      8. @H.Meier

        Die Arabische Liga ist derzeit praktisch handlungsunfähig, man schafft es gerade noch den „status quo“ aufrechtzuerhalten, an eine Anpassung der bisherigen gemeinsamen Erklärungen an die aktuellen Entwicklungen ist gar nicht zu denken.
        Die USA haben die arabische Liga erfolgreich gespalten zum einen indem sie die Golfmonarchien auf ihre Seite gezogen hat und zum anderen indem in sämtlichen Staaten, die zu den Zugpferden der Arabischen Liga zählten mittlerweile (Bürger)-Krieg herrscht.

        Ganz unabhängig wie man zu Gaddaffi steht, ein Stratege war er ein hervorragender, dem es beinahe gelungen wäre die arabische Welt zu einen und die ganze Welt via dem Öl für eine Zeitlang erheblich zu beeinflussen.

  3. Zum zweiten:

    Selbstverständlich hat auch Deutschland seine Finger in diesem blutigen Geschehen drinn.

    Die kürzlich gemachte Aussage eines Oberstleutnantes der Bundeswehr dazu ist erschütternd genug, daß die Juristen über eine Bombardierung der Zivilisten entscheiden, wo es völkerrechtlich anklagbar ist und wo nicht (> größer zehn).

    Dieser Zynismus, diese Perversion des menschlichen Lebens ist kaum steigerbar. Denn damit hat der Jurist in der Demokratie die Todesstrafe als Instrument wieder in der Hand—.

    Der tief und gründlich denkende Professor Volker Perthes von der SWP (ein gedungener Handlanger und Schreibtischmörder Jeffrey Feldmans von der UNO) ist solch ein deutscher Architekt des Todes für Syrien und für dessen Bevölkerung.

    Schande über Schande.

    Aber der Plan, Syrien, Libyen und den Irak zu zerschlagen, ist nicht in deutschen Gehirnen entstanden.

    Allerdings: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Und Mitläufertum gehört auch bestraft?

    1. @Hans

      „Selbstverständlich hat auch Deutschland seine Finger in diesem blutigen Geschehen drinn“

      Der Sprecher des AAs, Fischer, hat in der RegPK am 31.03. eine „schöne“ historische Zusammenfassung des Syrien-Konfliktes gegeben:

      „Aber man darf nicht vergessen, dass die gesamte Region in Bewegung ist und auch in Bewegung war, bevor es in den USA Wahlen gegeben hat. Der syrische Konflikt ist 2011 ausgebrochen – im Rahmen des arabischen Frühlings durch friedliche Demonstrationen. Dann hat es die brutale Unterdrückung durch das Assad-Regime gegeben. Der IS hat einen gewaltigen Aufschwung genommen. Spieler aus anderen Teilen der Region haben sich eingemischt. Später ist Russland dazugekommen. Wir sehen also, denke ich, eine Region, die in ständiger dynamischer Bewegung ist und, was Syrien angeht, leider in den letzten Jahren in eine furchtbare Richtung gegangen ist. Dementsprechend muss man sich, denke ich, immer anschauen, wo wir gerade stehen und was die nächste sinnvolle und zielführende Maßnahme ist. Dazu sind wir mit all unseren Partnern – dazu gehören auch die Amerikaner – im Gespräch, um, was Syrien angeht, die Voraussetzungen zu schaffen, um endlich zu einem Ende des Mordens zu kommen.“

      Regierungssprecher Seibert setzte noch einen drauf, wer die alleinige (!) Verantwortung für das blutige Geschehen trägt:

      „Ich will nur zu dem Thema Assad noch einmal sagen: Die Haltung der Bundesregierung kennen Sie. Sie ist Ihnen hier vielfach vorgetragen wurden. Sie ist auch unverändert. Langfristig ist für uns eine verantwortliche Rolle von Präsident Assad in Syrien nicht vorstellbar. Er ist es, der die Hauptverantwortung für diesen seit sechs Jahren dauernden grauenhaften Krieg trägt, für mittlerweile über 300 000 Tote und für Millionen von Flüchtlingen. Es ist nachgewiesen, dass unter seiner Führung Chemiewaffen gegen die eigene Zivilbevölkerung eingesetzt wurden. Die Liste der Gräueltaten, die durch sein Regime gegen die eigene Bevölkerung begangen wurde, ist wirklich lang. Auch jetzt verfolgt das Regime stellenweise noch eine Politik des gezielten Aushungerns, um den Konflikt militärisch zu lösen.“

      Die BPK war sehr – ich nenne es einmal so, um nicht zu sagen: absurd – interessant. Wer sie nachlesen will, insbesondere zu Israel, Zwei-Staaten-Lösung, neuesten Siedlungsbau, möglichen Sanktionen, Verantwortlichkeit der BW-Tornados für die zivilen Opfer in Mossul: https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Mitschrift/Pressekonferenzen/2017/03/2017-03-31-regpk.html

      Besten Gruß!

      P.S. Interessant ist auch, was von den Inhalten der RegPKs überhaupt noch in die Mainstream-Medien gelangt.

      P.P.S. „Allerdings: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Und Mitläufertum gehört auch bestraft?“ Dieser Gedanke ist in § 17 StGB manifestiert.

  4. Und dem liebsten Parteibuch immer wieder und zu allen Zeiten den herzlichsten Dank für die fleißige Arbeit.

    principiis obsta. Und tausend Jahre dankeschön!

  5. Das PB besticht durch eine enorme belegbare Quellenangabe und nachvollziebare Nachrichtenlage. Die Mitstreiter auf dieser Seite sind ebenfalls eine tolle Bereicherung und ergänzen durch Links und Analysen. Eine wunderbare Seite. Wollte ich einfach mal loswerden…

    Und weil einem hier auch die Gelegenheit geboten wird, etwas über den Tellerrand hinaus zu blicken und eine weitere Dimension einzubringen, möchte ich eine kurze Wiedergabe eines sehr interessanten Gesprächs vom letzten Freitag leisten:
    Ich traf einen 63 jährigen ehemaligen (höheren) Offizier der damaligen irakischen Armee zu Saddam Husseins Zeiten. Sunnit. Die „Ehemaligen“ sind zwar „arbeitslos“ aber nicht untätig. Fast alle haben sich in Milizen organisiert und kämpften zunächst gegen die Amis und dann für sich und ihre eigenen Pfründe.
    Als Daesh sich im Irak breitmachte und Mossul einnahm, sollen sich viele sunnitische Offiziere und Milizenführer an die USA gewandt vorgeschlagen haben, selbst den Kampf gegen die Islamisten zu führen und den IS aus dem Irak raus zu drängen. Wenn Sunniten sich gegen sunnitische Extremisten wenden, so die Idee, wäre der IS im Falle einer Niederlage nicht nur militärisch sondern – viel wichtiger – auch ideologisch tot.
    Als Gegenleistung forderten die sunnitischen Ex-Militär-Milizen nach diesem Kampf eine Gleichstellung der sunnitischen Minderheit im Irak. Rechtlich und staatlich mit allem Pipapo.
    Die Amis hätten nicht mal kurz darüber nachgedacht und die Sunnis aus dem Spiel gehalten…

    Ich teile diese Geschichte nicht zur Wertung, sondern zur Kenntnisnahme.

    1. Zitat Kaumi:
      „Das PB besticht durch eine enorme belegbare Quellenangabe und nachvollziebare Nachrichtenlage. Die Mitstreiter auf dieser Seite sind ebenfalls eine tolle Bereicherung und ergänzen durch Links und Analysen. Eine wunderbare Seite. Wollte ich einfach mal loswerden…“
      Als stiller Mitleser will ich das voll unterstützen!
      Ich habe dich Kaumi und auch Enis vor Jahren oft gelesen auf einer Seite die dann plötzlich inaktive wurde. ( http://www.chartophylakeion.de/blog/2013/10/25/auswandererbrigade/ )
      Zwei neue informative Videos habe ich hochgeladen die beweisen wie die USA und SAUarabien diese IS 1979 ins leben riefen:

    2. kaumi

      Ich glaube der Ex-Offizier der irakischen Armee unter Saddam Hussein, den du getroffen hast, beliebt zu scherzen.

      Was er den USA vorgeschlagen hat, ist exakt das – Stichwort Sahwat -, was die USA unter dem Neocon-General David Petraeus vor 10 Jhren beim sogenannten Surge im Irak gemacht haben. Und es ist auch das, was die zionistisch-wahhabitische Kriegsachse nun schon wieder fordert, obwohl der Versuch vor 10 Jahren, Al Kaida durch Bestechung und Bewaffnung der „sunnitischen Kräfte des Irak“ zu bekämpfen, krachend gescheitert ist, wie es vorauszusehen war.

      Es ist auch kein Geheimnis, dass das Scheitern des Surge von Anfang an absehbar war, weil die ehemaligen Offiziere von Saddam, ihre Stammesstrukturen und ihre Partner von Al Kaida es nie akzeptiert haben, im Irak demokratisch gleichgestellt zu sein, wofür sich etwa Muqtada Sadr und Ayatollah Sistani eingesetzt haben. Stattdessen trachteten die sunnitischen Sahwat immer danach, nach dem absehbaren Abzug der Amerikaner die Macht in Bagdad wieder mit Waffengewalt an sich zu reißen, wie das etwa der Journalist Nir Rosen auch im April 2008 vor dem US-Kongress ausgesagt hat:

      https://www.c-span.org/video/?204670-1/political-developments-iraq

      Trotzdem sah sich Maliki zu Zeiten der US-Besatzung genötigt, das üble spiel der Bewaffnung und Bezahlung sunnitischer Kräfte zum angeblichen Kampf gegen Al Kaida mitzumachen, obwohl klar war, dass diese Kräfte schon damals die Waffen und das Geld gesammelt haben, um nach dem Abzug der Amis gemeinsam mit Al Kaida Bagdad anzugreifen. Und das gleiche gilt für die irakische Armee, wo die Amis durchgedrückt hatten, massenweise sunnitische und kurdische Kräfte aufzunehmen, obwohl es damals schon klar war, dass sie die Armee bei erster Gelegenheit verraten würden.

      Und genau das haben die zum Kampf gegen Al Kaida bewaffneten und finanzierten „sunnitischen Kräfte“ unter Führung irakischer Ex-Offiziere dann 2014 auch gemacht, Krieg führen gegen Bagdad, organisiert von Erbil, Ankara und Riad, und das unter der Flagge von ISIS. Dass ihr Krieg gegen Bagdad fehlgeschlagen ist, lag bloß daran, dass Ayatollah Sistani viel schneller als gedacht die Volksmobilisierungseinheiten, auf deren Kraft die irakische Regierung wirklich basiert, wieder aktivieren konnte, die ISIS dann unter großen Opfern zurückgedrängt haben.

      Es ist deshalb klar, dass sich die irakische Regierung auf dieses üble Spiel nicht nochmal einlässt. Und da die USA nicht mehr Besatzer des Irak sind, können sie das auch nicht durchsetzen. Stattdessen wird den sunnitischen Kräften nun angeboten, sich einzeln in die Volksmobilisierungseinheiten zu bewerben, sodass da nicht nochmal unter dem Deckmantel des Kampfes gegen ISIS Strukturen bewaffnet und finanziert werden, die in Wirklichkeit ISIS unterstützen, wenn sie nicht sogar mit ISIS identisch sind.

  6. MoD meldet, Mardes wieder befreit.
    Jetzt fehlt nur noch Souran und etwas Land nördlich davon.

    Die Russen derweil in Mhardes, christliche Stadt am Rande des grünen Beutels.
    Ein Statement; allerdings auch nicht ungefährlich.

    NDF twittert
    >>>NDF‏ @NatDefFor 45 Min.Vor 45 Minuten
    REPORTS: #Russia and #Iran began to supply tribes to launch offensive from #Palmyra to Deir ez Zor

    Klingt nach etwas nach dritter Hand.
    Aber das wäre ein logischer Schritt.
    Für die SAA, weil sie Kräfte sparen und lokale Verbündete bekämen.
    Für ansässige Stämme, die bisher wohl meist zumindest neutral zu ISIS waren, ist so eine Positionierung eine Reaktion auf die sich verändernden Kräfteverhältnisse.

    Die Offensive ist ja ar nicht (mehr) das Problem, ISIS ist doch sehr geschwächt; aber das Halten des Gebietes, absichern gegen Flankenangriffe, ist sehr aufwändig, das kann man ja gut anderen überlassen.

  7. Qalaat Al Mudiq‏ @QalaatAlMudiq 1 Std.Vor 1 Stunde

    Antwort an @QalaatAlMudiq
    Qalaat Al Mudiq hat طاهر العمر .. أبوعمر retweetet
    As Rebels face enormous pressure in N. #Hama, call to all groups to bring fighters & equipment to #Hama frontlines.

    Oh ja bitte, wenn man gerade schon dabei ist.

  8. @all
    Ich finde an diesem sehr guten Projekt der TS sollten wir uns auf unserer Art und Weise beteiligen.

    https://meta.tagesschau.de/id/121976/ard-projekt-faktenfinder-recherchieren-falschmeldungen#comment-2964259

    Neu
    Am 03. April 2017 um 21:42 von laurisch._karsten
    “ARD-Projekt: faktenfinder recherchieren Falschmeldungen ”
    Darf ich hier auch Fake News melden die von der TS verbreitet werden, ob absichtlich oder nicht sei daher gestellt? Wie wird dann damit umgegangen?

    Reply

  9. Spannend dürfte sein ob der IS den Irak irgendwann aufgibt oder den letzten Kampf dort suchen wird.

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