Syrische Armee nimmt nördlich der Stadt Hama mehrere Dörfer wieder ein

Nachdem die syrische Armee und ihre Partner am Mittwoch nördlich der Stadt Hama zwei wichtige Hügel wiedereingenommen haben, die vor einer Woche von Terroristen unter Führung von Al Kaida überrannt worden waren, haben sie am gestrigen Donnerstag die von diesen Hügeln dominierten Dörfer wieder unter Kontrolle gebracht.

Konkret sind das @MmaGreen zufolge die Dörfer Ost und West Arzeh, Qusayyah, Balahseen und Khirbat Al Hajamah.

Auf einer von Al Masdar News veröffentlichten Karte ist zu sehen, dass mit dem Vorrücken der syrischen Armee am Donnerstag der Versuch der Terroristen, bis in die Stadt Hama vorzudringen, aussichtslos geworden ist und die syrische Armee drauf und dran ist, alle von den Terroristen bei ihrer großen und verlustreichen Offensive in der letzten Woche gemachten Geländegewinne zurückzurollen.

Die vorgestrige Offensive von Terroristen unter Führung von Ahrar Al Sham 30 Kilometer weiter nordwestlich gegen die Ortschaft Kernaz hat die syrische Armee übrigens zwischenzeitlich auch abgewehrt. Passend zu diesen Siegen der syrischen Armee gab es bei den Anführern der Terroroffensive in Nord-Hama lange Gesichter zu sehen.

Dabei ist allerdings noch nicht klar, ob die Anführer der Terroristen inzwischen verstehen, dass sie mit ihrer Hama-Offensive einen dicken militärischen Fehler gemacht haben, weil sie dabei ihre Deckung durch menschliche Schutzschilde verlassen haben, um in Gebieten ihre Fahne zu hissen, wo die Bevölkerung komplett vor ihnen weggelaufen ist, und die Terroristen in Nord-Hama deshalb anders als in der Provinz Idlib mit dem reichlichen Einsatz von sämtlichen schweren Waffen im Arsenal der Armee und ihrer Partner bekämpft werden können.

Betrachtet man die Dynamik des Kollapses der gegenwärtigen Terroroffensive in Nord-Hama, so ist es durchaus nicht unplausibel anzunehmen, dass die syrische Armee nun bei ihrer Gegenoffensive alle Geländegewinne zurückrollen wird, die die Terroristen in der Gegend seit Mitte letzten Jahres gemacht haben. Eine Karte von @_paulo34 zeigt, was dazu für die syrische Armee noch zu tun bleibt:

Angesichts der Schwächung der Terroristen durch die bei der Offensive erlittenen schweren Verluste ist es auch möglich, dass die syrische Armee mit ihrer Gegenoffensive da nicht Halt macht, sondern noch viel weitergehend mit den Terroristen in der Tasche Nord-Hama – Idlib – Nordost-Latakia – West-Aleppo aufräumen wird. Gerüchte, dass die syrische Armee sich zur Evakuierung der eingekesselten Ortschaften Fuah und Kafriya im Gegenzug für die Evakuierung von Madaya und Zabadani bereiterklärt hat, könnten ein Vorbote für eine Großoffensive der syrischen Armee auf die Idlib-Tasche sein.

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11 Gedanken zu “Syrische Armee nimmt nördlich der Stadt Hama mehrere Dörfer wieder ein

  1. Frage: warum wird die Offensive der Wahabitischen, Salafistischen ,Radikal Islamistischen und Al-Qaida nahestehender Pseudo Opposition, von den Staatlich gleichgeschalteten Transatlantischen Medien(Fake-news) in Deutschland verschwiegen,nich berichtet.

    1. tuna

      Das ist eine sehr interessante Beobachtung, die du da gemacht hast, und eine ebenso interessante Frage, wie ich finde.

      In der Tat sieht es so aus, dass die Jubelpropaganda der westlichen Massenmedien über die „jüngsten Erfolge“ von Al Kaida in Syrien – auch bekannt als „moderate Rebellen“ – plötzlich praktisch völlig fehlt, und das obwohl die Lieblingsterroristen des Westens stolz verkündet haben, dass sie nördlich von Hama gerade über 120 qkm Land vom „Assad-Regime“ befreit haben.

      Als Erklärung dafür fallen mir mehrere Ansätze ein:

      – die Massenmedien wissen, dass ihre Lieblingsterroristen da gerade eine gewaltige Niederlage einstecken, und wollen sich und ihren Rezipienten die Schmach der Niederlage ersparen. Wenn sie schließlich nun von Erfolgen ihrer ohnehin problematischen Lieblingsterroristen berichten würden, kämen sie anschließend kaum umhin, ihrem Publikum anschließend mitzuteilen, dass sie verloren haben.

      – es könnte eine Art Trump-Effekt dahinterstecken, welcher Art auch immer. Dass Trump selbst die Medien direkt oder indirekt erfolgreich anweisen kann, die Berichterstattung über Syrien zu ändern, fällt mir angesichts der anhealtenden Medienpropaganda gegen Trump schwer zu glauben. Und das es jemand anders, etwa Netanjahu kann und getan hat, glaube ich eigentlich auch nicht. Wenn er es könnte, und das etwa auf Bitten Trumps getan hätte, würde er wohl zunächst den medialen Unsinn gegen Trump stoppen. Aber vielleicht sind die Massenmedien inzwischen so mitdem Kampf gegen Trump und Brexit beschäftigt, dass sie ihre Glaubwürdigkeit nicht weiter mit Lügen über „moderate Rebellen“ in Syrien beschädigen wollen.

      Das erklärt trotzdem nicht den plötzlichen gleichschaltungsartigen Ausfall der westlichen Propaganda zu dieser Terroroffensive, denn der ist so unterschiedlich zu dem, was die westlichen Massenmedien bislang zu Syrien gemacht haben, dass die Beobachtung nahelegt, dass es da einen Steuerungsmechanismus gibt. Und der Wechsel ist so stark, dass ich da Noam Chomskys „Propagandamodell“ allein als Erklärung eher unzureichend finde.

      Was noch interessant ist: während Reuters sehr wohl noch, wenn vielleicht auch etwas distanziert klingend, die Propaganda der Terroristen bringt (heute mal wieder syrisch-russischer Chemiewaffenangriff nahe Hama), ziehen Multiplikatoren wie Tagesschau – und wohl auch Spiegel, Zeit, BBC, CNN und Co – nicht mit und bringen die Reuters-Meldung nicht.

      Der Multiplikator Zeit bringt stattdessen die lapidare Meldung, dass die „Absetzung von Assad nicht mehr oberstes Ziel der USA“ ist.

      1. Die Westpresse ist es nicht für einen Pfifferling wert, sich mit ihr auch nur länger als einen Augenschlag zu beschäftigen. Ich mache eine kitzekleine Ausnahme.
        Hiesige Presse und Berufs-Politiker verhalten sich wie eine Muräne: Abschätzen der Lage, Justieren auf den Nutzungsgrad hin, zuschlagen. Der momentane Verlauf der syrischen Causa bringt ihnen allen keinen wesentlichen lobbyistischen Nutzen. Der Daddy (Trump) will nicht mehr so, wie sie es sich so schön in all den Jahren zurechtgelegt hatten. Der böse Mann (Putin) zieht immer mehr die Schrauben an und bringt Schmerzen an allen Ecken und Enden. Die gesamte Architektur der Berichterstattung und der Politaussagen der vergangen Jahre (Syrien, Libyen) ist ihnen längst auf die Füße gefallen (Jemen, Mossul). Da tut Schnauze halten mal gut und die große Hoffnung ist da, keine schlafenden Hunde zu wecken… freilich sind wir „Hunde “ des PB und der anderen engagierten Seiten erst nie in einen Schlafmodus gegangen 😉

        Es ist verdammt wohl- und genugtuend, nach der ganzen argumentativen Quälerei der letzten Jahre, in Gesprächen mit „Interessierten“ und Diskussionspartner das Funkeln in den (eigenen) Augen zu celebrieren und mit Hinweis auf die von diesen Diskussionspartnern ewig konsumierten Medien deren große Fehlleistung moralisch und analytisch aufzuzeigen.

      2. Also der Bildjihadist hat doch bei der Offensive in Nordhama immer noch große Loblieder gesungen.
        Aber zur Änderung der Taktik der Fake-News-Macher:
        Ich meine man kann ja zu Trump stehen wie man will, aber er hat ja die Taktik der USA in Syrien grundlegend geändert. Nicht mehr Assad ist der Feind, sondern der IS. Das führt zu grundlegenden Änderungen. Gelder an die Teroristen fließen noch, aber in verringerter Menge. Es gibt Auflösungdserscheinungen bei den Terroristen. Auch die Änderung der Asylpolitik in Europa dürfte doch einiges zur Einstellung zu Syrien geändert haben. Weitere Unterstützung der Terroristen würde ja weiter den Flüchtlingsstrom befördern, das will man definitive nicht.

        Man sieht deutlich Veränderungen. Und Europa hat sich jede Chance der Mitbestimmung in Syrien verloren. Es ist deutlich, das Russland mit den USA das Geschehen bestimmen. Auch die UNO hat sich unglaubwürdig gemacht.

        Die USA werden wohl langfristig eine Assad/Kurdenregierung anerkennen Damit ist aber das Fake-News-Konzept unglaubwürdig (Ja schon seit dem Vormarsch der SAA, wo viele Wahrheiten immer deutlicher warden) Um also nicht irgendwann eine 180° Wendung machen zu müssen, macht man eine Übergangsphase: Ignorieren

        Ja und seit dem Angriff auf die Moschee bei Aleppo, wo die USA angriffen haben und nachgewiesen haben, das die Moschee nicht getroffen haben, dürfte einige Fake-News-Macher vorsichtiger gemacht haben, man kann den Weißhelmen nicht mehr die absolute Wahrheit zuschieben. Man könnte wieder schlecht aussehen.

      3. Es ist anzunehmen, dass in den Redaktionen oder zumindest in den Netzwerken auch Fachleute vorhanden sind.
        So lange einem Spin gefolgt wird, ist deren Meinung wohl eher egal, teilweise dürfen die offenbar gar nicht mehr in ihrem angestammten Medium veröffentlichen.

        Nun ist es gerade offensichtlich, dass sich die Lage verändert.
        Man könnte bei der Behauptung bleiben, dass Assad unbedingt weg muss, die „Rebellen“ nur in der Opposition sind, weil sie brutal unterdrückt werden, und sie nur deshalb immer stärker islamistisch und dschihadistisch sind, weil Assad dran Schuld ist.
        Und wie als „Wertegemeinschaft“ alles dafür tun müssen, dass das Reine und Gute gewinnt.

        Aber jeder, der sich einigermaßen damit befasst, kann die Entwicklung, zumindest im Groben, absehen.

        – Assad bleibt an der Macht, egal ob es jetzt eine wie auch immer geartete Einigung mit der „Opposition“ gibt.
        – ISIS zerfällt immer schneller, in wenigen Monaten sind Mossul und Raqqa weg, ein großer Erfolg für Russland, und auch für Trump, und für die pragmatische Zusammenarbeit
        – von der im Westen unterstützten „Opposition“ wird nur wenig übrig bleiben, da es keine großen kämpfenden Gruppen gibt, die sich ernsthaft von den Terroristen abgrenzen; ( und auch die Amis unter Trump zeigen deutlich, wie sie mit AL Quaida umgehen)
        -letztlich bleiben nur wirklich „Moderate“ übrig, die aktiv mit Damaskus zusammen arbeiten (SDF) , oder unter Assad lokal begrenzte Macht behalten

        – in einer Nachkriegsordnung könnte es mit Unterstützung aus Russland und viel Geld aus dem Iran und auch China (Ende der Seidenstraße) sehr schnell spürbar aufwärts gehen

        Letztlich muss ich mich als Medium der Realität stellen; man kann einen Spin durchziehen, aber das kostet Glaubwürdigkeit, und auch Kraft und Ressourcen, und geht nicht immer und an vielen verschiedenen Stellen, wenn es denn Alternativen gibt.

        Wenn jetzt offiziell aus Washington der Regime-Change abgeblasen ist, wenn sich die HTS zu Terroranschlägen bekennt (mit „Moderaten“ in ihren Reihen), dann ist es doch ein guter Zeitpunkt, sich so langsam aus dem alten Spin rauszuschleichen.

    2. Medien haben das Interesse, von möglichst viele Konsumenten zu haben. Das ist gut für Werbegelder und Ranking innerhalb von Medien. In dem täglichen Geschrei um Aufmerksamkeit geht ständig vieles unter. Die Masse der Menschen interessiert sich nicht, ob jetzt zwei Dörfer, von welchen sie vorher noch nie was gehört haben, von der einen Bürgerkriegspartei gehalten wird oder von der anderen.
      Im Dezember wurde über Aleppo täglich berichtet, da wie in einer gut geplanten Kampagne, jeden Tag noch Politiker, etc. zusätzlich darüber aussagen machten. Es eine Debatte gegeben hat, welche auch dazu hätte führen können, dass eine „Flugverbotszone“ eingerichtet werden soll.

      War am Anfang die Grundstimmung: „Die „“friedliche““ Revolution macht schnelle Fortschritte. An immer mehr Orten haben sich die Menschen für „“die Freiheit““ entschieden“, so ist die Grundstimmung heute doch eher: „Das Gemetzel muss endlich ein Ende haben. Es soll Friedensverhandlungen geben und Waffenstillstände – abgesehen von IS und Al Quaida“

      Unter dieser Großwetterlage darüber zu berichten ist schwer. Denn dann müsste berichtet werden, wer den Waffenstillstand gebrochen hat und es müsste berichtet werden, wer denn die „Aktivisten“ sind. Auch müsste etwas über die Waffen der „Aktivisten“ geschrieben werden. Letztlich müsste geschrieben werden, dass sich Afghanistan der 80’er Jahre wiederholt. Der „Westen“ versorgt Al Quaida mit modernen Waffen.

      Passt das in die Erklärung, der Westen sei gegen Terrorismus?

      Die Sachlage ist für den normalen Leser zu komplex, sie ist nicht Kriegsentscheidend, sie hat keine Auswirkungen auf uns, sie würde die Rolle des Westen hinterfragen und das Thema ist gerade abgegrast.

  2. Eine Idlib Ofensive wird es zu jetzigen Zeitpunkt nicht geben. Weil eventuelle Gewinne kann man nicht sichern. Was nützt in wochenlangen Kämpfen Morek zu befreien und in dann in paar Stunde wieder verlieren? Diese Gebiet ist von Bewölkerung angesiedelt welche nicht für Assad kämpfen will und paar NDF Soldaten wird zukünftige Ofensive Islamisten nicht aufhalten können.
    Kurden sind zu entscheidende Factor in Syrien geworden. Mit einen Deal mit Assad wäre diese Krieg nah am seine Ende gekommen. Aber zur Zeit sehe ich keine Verhandlungen zwischen Regierung und Kurden. Türken werden ihre Eroberte Territorium auch nicht kampflos aufgeben. Und Idlib ist genau wie West Aleppo ein Granit für SAA Soldaten.
    SAA wäre in Lage diese Krieg in 2-3 Jahre zu gewinnen. Leider durch Einfluss von aussen hat sie diese Zeit nicht. Auf Druck von USA nehmen Kurden in ihre Alianz inzwischen auch ehemalige Islamisten an. Plötzlich sind bei Kurden auch Flage der Oposition zu sehen. Ich sehe fast kaum Bilder von kämpfen in Tabqa oder Raqqa Gegend. Es ist ein abgemachte Spiel zwischen USA Saudis Türkei Russland und am Schluss wird keine richtig zufrieden.

  3. Bis auf Souran und Mardeh, die am ersten Tag innerhalb weniger Stunden gefallen sind, ist fast alles wieder zurück.

    Gehen sie gleich weiter? Die ganze Tasche ist ja ein Ziel. Für Karf Nabudja und Qualat al Madiq las ich mal etwas von Verhandlungen oder Vereinbarung.

    Geht man noch weiter als bis Souran, dann ist das natürlich „moralisch“ ein ganz hebrer Dämpfer für die „Rebellen“; nicht nur können sie nichts erobern und halten, sondern es wird jede Offensivaktion zum Bumerang, wie schon in Jobar.

    ————-

    Derweil ist Tabqa/al- Thawhra kurz vor der Einkesselung durch die SDF.
    Damit wäre es nur eine Frage der Zeit, bis die Orte fallen, ein herber Rückschlag für ISIS‘ Verteidigung von Raqqa, über den Damm gibt es dann volle Bewegungsfreiheit für die SDF und den Nachschub durch die Amis.

    1. andreas

      Rudaw ist eine Art Sprachrohr von Barzani. Und dass Barzani ein Unabhängigkeitsreferendum will, ist ohnehin kein Geheimnis. nur UN-SecGen Guterres hat sich da eben wohl gerade nicht unterstützend geäußert.

      In der Meldung von Rudaw klingt das so:

      … Guterres also expressed his willingness to help Baghdad and Erbil resolve their problems, in particular after the defeat of ISIS, the statement added.

      … The UN’s office in Iraq issued a statement responding to the Kirkuk government’s decision to fly the Kurdish flag alongside the Iraqi one, cautioning “against any unilateral steps that might jeopardize harmony and peaceful coexistence” in the multi-ethnic city. …

      Das klingt erstmal nicht so danach, dass die UNO Barzanis Separatismus unterstützt. Und wenn Barzani in Erbil ein Unabhängigkeitsreferendum durchführt, dann kann er Kirkuk vielleicht nicht mitnehmen. Mir scheint es so, dass da noch nichts wirklich entschieden ist, zumal auch die Legitimität von Barzani immer fragwürdiger wird, je länger er Neuwahlen im KRG-Gebiet aufschiebt.

      1. Ach, einmal gewählt, immer gewählt; sonst könnte man ja nicht hinter dem Amtszeit abgeaufenen UND zurückgetretenen Hadi hinterheraufen, und so tun, als ob der irgendwelche Legitimität hätte. 🙄

        Die Rolle der UNO dürfte begrenzt sein, es gibt dort eine klare Mehrheit für Palästina, aber was solls, es kommt auf die GV nicht wirklich an.

        Aber steter Tropfen höhlt den Stein, die Idee einer Unabhängigkeit, erst mal ein Referendum, dann Verhandlungen mit Bagdad, da war dies ein Baustein.

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