Syrische Armee macht Fortschritte nördlich von Hama und Palmyra

Am heutigen Montag ist es der syrischen Armee und ihren Partnern gelungen, zwei der Ortschaften nördlich der zentralsyrischen Stadt Hama wieder einzunehmen, die vor einigen Tagen von Terroristen unter Führung von Al Kaida überrannt worden waren.

Ein Lagekarte zeigt, dass die beiden Ortschaften Maarzaf und Kafr Amim südlich der christlich geprägten Stadt Mahardeh liegen:

Wie erwartet haben die Terroristen in den Ortschaften, aus denen die Bevölkerung bei Ankunft der Terroristen vollständig geflohen ist, einen schweren Stand gegen die syrische Armee, weil ihnen nun ihre übliche Deckung durch menschliche Schutzschilde fehlt.

Bis auch der Rest der in den letzten Tagen nördlich der Stadt Hama von Terroristen überrannten Ortschaften wieder unter Kontrolle der Armee sind, wird es aber wohl noch ein bis zwei Monate dauern, denn die Armee scheint mit dem Terror dort wirklich gründlich aufräumen zu wollen.

Wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA mitteilt, ist es der syrischen Armee am Montag außerdem nördlich der zentralsyrischen Stadt Palmyra gelungen, eine Reihe von Hügeln unter Kontrolle zu bringen, die wesentlich für die Sicherung von Palmyra und naheliegender Öl- und Gasfelder gegen Angriffe von ISIS-Terroristen sind. Auf einer Karte sieht das da nun wie folgt aus:

Sollten die Terroristen und ihre Unterstützer gedacht haben, dass die syrische Armee und ihre Partner nicht gleichzeitg erfolgreich gegen ISIS-Terroristen bei Palmyra und Al Kaida und Kumpane nahe Hama kämpfen, so dürften sie damit eines besseren belehrt worden sein. Ungünstig dürfte für die Terroristen auch sein, dass es von den USA unterstützten kurdisch geprägten SDF-Kräften am Sonntag Abend gelungen ist, den Luftwaffenstützpunkt Tabqa aus der Hand von ISIS-Terroristen zu befreien. Die Lage südwestlich von Raqqa sieht damit etwa wie folgt aus:

Zu erkennen ist da schon ansatzweise, dass sich die Kräfte der syrischen Armee und die Kräfte der SDF irgendwann da irgendwo in der Mitte treffen könnten. Für die Terroristen wird die Lage westlich des Euphrats immer aussichtsloser. Bemerkenswert ist dabei auch, dass das Verhältnis zwischen den US-gestützten SDF-Kräften und der syrischen Armee immer besser zu werden scheint. So hatte etwa ein Sprecher der SDF-Kräfte am Wochenende erklärt, die SDF würden die syrische Armee willkommen heißen, wenn sie sich an der bald anstehenden Offensive auf die ISIS-Hochburg Raqqa beteiligt.

PS: Auch im Osten von Aleppo ist die syrische Armee wieder ein Stück vorangekommen.

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41 Gedanken zu “Syrische Armee macht Fortschritte nördlich von Hama und Palmyra

    1. Kurz und bündig:

      Die Zeit arbeitet gegen die syrische Hotelzimmeropposition…..

  1. Eine sehr heftige Offensive der „Rebellen“, die dann sehr schnell vorbei war; war sie gar nicht so groß, nur die NDF u.a. vor Ort so schwach, und so bald Verstärkungen da sind geht gar nichts mehr?

    —————

    Da ist gerade einiges im Fluss, ISIS offenbar abgezogen.

    Und das hier:
    https://www.almasdarnews.com/article/syrian-army-agrees-trade-isolated-idlib-pocket-rebel-towns-rural-damascus/

    einigermaßen überraschend, man dachte doch schon mehrmals, der Sturm der Shiitenmilizen auf die Enklaven geht los.

    1. andreas

      Nein, die Offensive der Terroristen in Hama war sehr heftig, vorgetragen mit rund 6500 Mann starken und gut bewaffneten Kräften.

      Aber: das syrische Konzept der elastischen Verteidigung funktioniert, einmal mehr. Einige Einheiten vorn an der Front haben nur die Aufgabe, den Vormarsch der Gegner in schlecht verteidigbare Gebiete solange aufzuhalten, bis möglichst alle Zivilisten von dort evakuiert sind. Die Evakuierung kann sehr schnell gehen, binnen Stunden, wenn Zeit zum packen ist, oder, wenn schon alle mitzunehmenden Sachen gepackt sind und die Zeit drängt, binnen Minuten. Die Terroristen „erobern“ dann menschenleeres Gebiet nahe der Front, in dem es nach Möglichkeit auch nichts mehr zu plündern gibt, außer vielleicht etwas Käse in der Mausefalle.

      Sind dann möglichst viele Terroristen bei einem Angriff in menschenleeres Gebiet vorgerückt, kommt der Gegenangriff der syrischen Armee und ihrer Partner. Dabei wird dann mit allen schweren Waffen versucht, sicherzustellen, dass die Terroristen, die aufgrund ihres Angriffes ohne menschliche Schutzschilde sind, eine langsame und verheerende Niederlage erleiden und möglichst wenige der Terroristen entkommen. So hat das mit der Terroroffensive auf Ramouseh in Aleppo funktioniert und so funktioniert das gerade im Norden von Hama.

      1. Ebenfalls funktioniert die VBIED-Abwehr nun fast vollkommen. Nur dort wo diese vernachlässigt wird, ist der Schaden groß.
        ***

  2. Was ist dran, es gebe über die Köpfe des syrischen Volkes und dessen rechtmäßiger Regierung hinweg die Absprache, Tel Aviv dürfe ungestraft in Syrien bombardieren, um „den Iran hinauszudrängen“? Und wenn dem so ist, wie sollte noch wirksam eine Grenze gezogen werden können, bei solchem Bombardieren?

    Washingtons offenbar europa- und freiheitsfeindliche Kriegspropagandaschleuder „Radio Free Europe/Radio Liberty“, 10. März 2017:
    Israel Warns Russia That Iran’s Presence In Syria Blocks Peace Deal

    The Jerusalem Post, 25. März 2017:
    Report: US, Russia agree to help Israel ‚expel‘ Iran from Syria

    Wurde 1991 benutzt, um jeden Protest gegen den im Geiste des Statutes zu den Nürnberger Nazi-Kriegsverbrecherprozessen völkerrechtsverbrecherischen Aggressionskrieg zu diffamieren, mit dem Gedankengut eben dieser Nazis in Verbindung zu stehen: angeblich „irakische, möglicherweise mit Giftgas gefüllte Scud-Raketen“ auf Israel abgefeuert.

    THE TIMES OF ISRAEL, 25. März 2017:
    Syria said threatening to fire Scud missiles at Israel

    1. clearly

      „Was ist dran, es gebe über die Köpfe des syrischen Volkes und dessen rechtmäßiger Regierung hinweg die Absprache, Tel Aviv dürfe ungestraft in Syrien bombardieren, um „den Iran hinauszudrängen“?“

      Hasbara. Israelisches Wunschdenken. Der Beschuss der in Palmyra angreifenden israelischen Jets durch SA-5 der SAA/HA/IRGC und die anschließende Reaktion der USA (ist bilaterale syrisch-israelische Angelegenheit, geht uns nichts an) und Russlands (Israel muss das unterlassen, weil es den Anti-Terror-Kampf stört und russische Soldaten gefährdet) hat das deutlich gezeigt. Und der Jpost-Artikel gibt es eigentlich auch gleich am Anfang zu: „Israel hopes“ – zu deutsch: Israel hofft – fängt der Artikel an.

      Später im Text wird es dann sogar noch deutlicher:

      Israel hopes, with the help of Russia and the United States, that this pressure will help weaken pro-Iranian military entities to the point where they can be removed from the battle-scarred nation.

      But Iran’s meddling in the Syrian Civil War, which has raged for nearly six-years now and has claimed over 400,000 lives, makes that a difficult proposition, one US senior official told Al-Rai. … It remains to be seen what calculations Assad and Russia have for the pro-Iranian presence in Syria and whether or not their influence can be abated.

      It remains to be seen – es bleibt abzuwarten, ob die israelischen Hoffnungen sich erfüllen. Die Antwort hat Netanjahu schon bei der Einbestellung des israelischen Botschafters nach dem israelischen Angriff bei Palmyra von Putin bekommen. Israel hat sich da rauszuhalten oder wird Konsequenzen zu spüren bekommen. Netanjahus Drohung, dass es keinen Frieden mit Iran in Syrien geben kann, ist ins Leere gelaufen.

      1. Vielen Dank für die Antwort. Texte, wie auch der auf Wikipedia, in denen bezüglich des Terroraggressionskrieges gegen die Republik Syrien nach dem Muster des 1986 ICC-verurteilten US-Terroraggressionskrieges gegen die Republik Nicaragua, von der falschen Voraussetzung eines „Syrischen Bürgerkrieges” ausgegangen wird, sind daher ohnehin vollkommen irrelevant.

      2. clearly
        „Texte, wie auch der auf Wikipedia, in denen … wird, sind daher ohnehin vollkommen irrelevant.“
        Ja. Wikipedia hat auf grund seiner Struktur ein paar Probleme.
        Wikipedia ist eine freie Enzyklopädie
        https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Starthilfe
        in die jedermensch Artikel einstellen kann und auch jedermensch jeden Artikel bearbeiten kann
        Die Bearbeitungs-Vorgänge werden gespeichert und sind für jedermensch einsehbar.
        Das Konzept ist also durchaus demokratisch und durchsichtig.
        Aber es hat auch Schwachstellen:
        a.) Tummelplatz für Lobbyisten
        b.) weitverzweigte Organisation:
        Ein Web-Projekt dieses Ausmaßes braucht eine ausgedehnte Organisation – weltweit, über viele Sprachen.
        Solche Organisationen sind anfällig für
        c.) Korruption:
        http://www.social-secrets.com/2012/09/wikipedia-und-die-korruption/
        http://www.danisch.de/blog/2012/09/19/korruption-bei-wikipedia/
        Und wenns ums Geld geht
        http://blog.wiki-watch.de/?p=2776
        Solange wir Geld verwenden, wird sich dieses Problem wahrscheinlich nicht lösen lassen.
        d.) Bei politischen Artikeln können gewisse Mächte so Einfluss nehmen, dass die Wahrheit auf der Strecke bleibt.
        e.) Eingebildete und echte Anti-Irgendwas, z.B.:
        https://www.jewiki.net/wiki/Antisemitismus_und_Korruption_in_der_deutschsprachigen_Wikipedia
        f.) unvollständige oder veraltete Artikel, wenn der Autor das Interesse verliert und sich niemand mehr weiter dafür einsetzt.
        Wikipedia bedarf daher immer einer Gegenüberprüfung.
        Durch die einsehbare Versionsgeschichte kann das Tauziehen der einzelnen Lobbies verfolgt werden,
        das ist ein Vorteil für die WahrheitsFindung, den sonst kein anderes Medium bietet.
        Leider kann auch die Versionsgeschichte durch bestochene Administratoren verfälscht werden.
        Aber wenn es nicht geschickt genug gemacht wird, findet mensch das möglicherweise heraus oder riecht zumindestens Lunte – und Enthüller sind auch immer möglich:
        Zensur – die organsierte Manipulation der Wikipedia und anderer Medien (Trailer)

        Die dunkle Seite der Wikipedia

        Wikipedia kann bei intelligenter Benutzung sehr aufschlussreich sein – klarerweise kann mensch auch sich in einem Irrgarten verlaufen.
        Es ist durchaus möglich, dass Wikipedia bereits von vornherein als gut getarntes Beeinflussungsmedium geplant worden ist – derzeit ist ja vieles möglich.
        Geistige Wachheit ist bei der Nutzung von Wikipedia in der Tat unerlässlich.

        Darum sind Seiten wie nocheinparteibuch so wichtig.

        Bei Donald Trump hat sich Wikipedia mächtig angestrengt:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Donald_Trump
        2 Sachen fallen sofort auf:
        1.) es fehlt der [Ouelltext bearbeiten]- Knopf
        2.) Klickt mensch die Versionsgeschichte an
        https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Donald_Trump&action=history
        dann … urteilen Sie selbst
        Zum Vergleichen z.B:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Monokultur
        https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Monokultur&action=history

    2. @ Heinz Göd und wikipedia

      Die Wikipedia hat sich drastisch verschlechtert da nicht nur die Artikel sondern auch die Diskussionen massiv zensiert werden.
      Ich hatte da mal etwas auf die Diskussionsseite eines Artikels gestellt welches mit Zitaten aus der Mainstreampresse und bekannten Politikern einen Spiegel Artikel als extrem verfälschendes Machwerk entlarvt (der Spiegel Artikel war die Basis des Wiki Artikels). Meine Erläuterungen auf der Diskussionsseite wurden gelöscht und als ich einen entsprechenden Antrag gegen den Admin stellte der meinen Beitrag löschte, haben die anderen Admins die Löschung meines Diskussionsbeitrages als vollkommen ok bewertet.

      1. Danke, lieber Heinz Göd, für die kurze und knappe Zusammenfassung! Sehr gut!

        Apropos Dank: Danke, liebes Parteibuch, für die unermüdliche Arbeit.

      2. Ich habe sachliche Fehler aus meinem technischen Fachgebiet jahrelang von meinem Wikipedia-Account aus ausgebessert.
        Als Günter Grass sein hervorragendes Gedicht gegen das Uboot-Geschenk Deutschlands an Israel geschrieben hat, gab es einen riesigen Shitstorm, der mir unverständlich vorkam.
        Dass ein Werk eines Autors Kritik erfährt, fand ich nicht seltsam. Aber so uniform, so gleichgerichtet? Und natürlich wurde das auch auf Wikipedia so gemacht, dabei wurde einfach die uniformen Berichte der Mainstreammedien übernommen.

        Jedesmal, wenn ich einen Artikel ausbesserte ( und auf einen der seltenen pro-Grass-Artikel verwies), wurde das wieder gelöscht.
        Als ein Jahr später in unseren Mainstreammedien von der „Annexion der Krim“ geschrieben wurde, habe ich einmal diesen Ausdruck korrigiert.
        Daraufhin wurde ich als Autor von Wikipedia hinausgeschmissen.

    3. Heinz Göd
      „Ja. Wikipedia hat auf grund seiner Struktur ein paar Probleme.
      Wikipedia ist eine freie Enzyklopädie…“

      Ja, was von falschen Voraussetzungen ausgeht, ist irrelevant, oft einfach imperialistische Kriegspropaganda, humanitär-linksliberal, religiös, konservativ, nationalistisch oder wie auch immer getarnt. Weiterzulesen ist reine Zeitverschwendung, wenn von „russischer Bedrohung“, „Terrorismus bekämpfendem Saud/al-Qaida-Regime“, „2014 Demokratisierung in Kiew“, „Scheibenerde“, „Kohlensäulenlima“ oder eben „Syrischem Bürgerkrieg“ ausgegangen wird. Statt das Überkommene bekämpfend auch noch zu füttern, was nun historisch dran sein wird sich vorzustellen und aufzubauen, ist wohl die effizientere Art, mit der eigenen Energie umzugehen.

      1. Ja, sehe ich wie Sie.
        Die deutsche Wikipedia ist bezüglich Russland im Fahrwasser der ‚westlichen Wertegemeinschaft‘, z.B.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Krimkrise
        Interessant wäre, was die russische Wikipedia zu diesem Thema schreibt – leider kann ich nicht russisch.
        Manchmal weicht aber auch die deutsche Wikipedia vom Hauptstrom ab, z.B.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Tian%E2%80%99anmen-Massaker
        Um Wikipedia für politische Themen nützen zu können, müsste mensch russisch und chinesisch können.

    4. Die russischen Medien bringen das hier:

      „Syrischer UN-Gesandter: Russland hat Israel jegliche Angriffe in Syrien untersagt“

      https://deutsch.rt.com/international/47937-un-gesandter-russland-untersagt-israel-angriff-syrien/

      Eine andere Quelle (Link finde ich nicht mehr) drückt sich sogar so aus, der israelische Botschafter sei mit einem bleibenden Fußabdruck nach Hause gegangen (diplomatische Formulierung für: er hat einen gewaltigen Tritt in den Hintern bekommen).

      Und „Israel Warns Russia That Iran’s Presence In Syria Blocks Peace Deal“ halte ich für Bellen eines zahnlosen Köters. Israel wird nicht mehr gefragt bei den Friedensverhandlungen. Es hat die Unterstützung beider Weltmächte verlohren und steht ziemlich isoliert da. Wenn die israelischen Politiker sich nicht bald einkriegen, wird es übel für Israel enden.

  3. https://www.almasdarnews.com/article/sdf-commander-us-led-air-force-will-use-tabqa-airbase-instead-of-incirlik/

    Das Säbelrasseln geht weiter.
    Andererseits, da könnten doch die Türken die ungeliebte Nato los werden, und die hätte kein Problem, weil sie in der Region bleiben kann. 🙄

    Die Bilder von der Airbase sehen nach allem möglichen aus; aber mit Sicherheit nicht danach, dass dort demnächst Incirlik ersetzt werden kann.
    Von der Erlaubnis aus Damaskus mal ganz abgesehen.

    Wenn es etwas aus dem Mittelmeer zu transportieren gibt, dann kann man das wohl teilweise auch dort absetzen, das ist alles, was realistisch ist, und mehr dürfte auch keineswegs als Aussage gekommen sein; aber mit der Schlagzeile klingt es natürlich viel besser.

    1. Die bisher besetzten Gebiete sehen schon wie eine sichere Einflugschneise aus. Die Kurdischen Meldungen der Damm Eroberung waren wohl nur eine Ablenkung. Stattdessen ging es nach Norden und damit enstand diese „Sichere“ Fläche über dem Stausee. Damaskus wird nicht begeistert sein andererseits kommt dieser Konflikt ja auch nicht ganz ungelegen.

    2. Nehmen die Amis dann Ihre Atombomben aus Incirlik auch mit? Geht die Bundeswehr dann auch mit? Wollte die Bundeswehr nicht für 58 Mio gerade Incirlik ausbauen? Hmmh? Ich bin gespannt, wie es sich weiter entwickelt und gehe davon aus, dass das mit den Russen abgestimmt ist – ansonsten hätten die Russen die Airbase nach der Tabqa-Landung der Amis sicherlich in einem ebensolchen Husarenstück eingenommen.

      1. Meier

        „gehe davon aus, dass das mit den Russen abgestimmt ist“

        Davon gehe ich auch aus. Und auch das Klima zwischen der SAA und den SDF scheint recht gut zu sein.

  4. “Coalition planes will use Tabqa instead of Incirlik,” SDF commander Nasser Haj Mansour said according to Sputnik Turkey.
    USA ist somit inmitten Syrien.

    1. Sehr geehrte/r biersauer, wo die US Soldaten Stiefel, einmal hin getreten haben, da bleiben sie auch, auf IMMER, denn nur so können sie ein Land, gründlich Plündern. Siehe Deutschland, Japan, usw usw usw

      1. @Felix Klinkenberg

        So ähnlich muss man das wohl sehen.
        Die Sache sieht wie folgt aus – zumindest dürfte das der Plan der USA sein:
        Raqqa soll an die „Befreier“ übergeben werden. Und diese „Befreier“, namentlich die Kurdenmiliz, wird gepusht und gedrückt. Dieser absurde und satirefähige Wettstreit um die Befreiung Raqqas dient einzig und allein, Fakten zu schaffen und Syrien an dieser Stelle ein Stückchen abzunehmen.
        Die Kurden würden die Erdölreiche Gegend als Autonomie von Washingtons Gnaden zugeschustert bekommen, die Amis hätte ihre Base in Syrien und die US-Mineralölfirmen ihre Geschäfte. Win-win-win-Packet zwischen Kurden und Amis. Eine Art Iraq 2.0 reloaded.
        Ab diesem Punkt aber gibt es gravierende Unterschiede: Syrien hat noch seine Infrastruktur, sein Militär. Die Russen sind der seit den Sechzigern bekannte und treue Freund. Kann man sich vorstellen, dass sich russische und amerikanische Basen, nur wenige Kilometer von einander entfernt, gegenüberstehen?
        Die Einen als langjährige Allierte und geladene Gäste der legitimen Regierung, die anderen als Besatzer?
        Das wäre de facto eine völkerrechtswidrige Besatzung, da Syrien offiziell geteilt wäre.
        Kann ich mir beim Besten Willen nicht vorstellen, aber dennoch dürfte das der Matchplan der Westmächte sein…
        Syrien wird uns auf vielen Ebenen noch sehr lange beschäftigen. Und mit Syrien der gesamte Nahe Osten. Wer will Wetten annehmen oder platzieren, wie die Architektur dieser extraordinären Region in fünf oder zehn Jahren aussehen wird? Wird es den Libanon noch geben? Südlibanon? Wie weit wird die Expansion Israels fortgeschritten sein? Mehr oder weniger als erwartet? Was wird aus Gazza? Einverleiben geht nicht (zu viele arabische Moslems), isoliert aber auch nicht lebensfähig? Wie wird die Türkei auf ein Syrisch-Kurdistan reagieren? Wird Erdogan zu diesem beschriebenen Zeitfenster noch an seiner aktuellen Position sein? Wird die Türkei noch Nato-Mitglied sein? Wie werden zwei verfeindete kurdische, benachbarte Autonomien miteinander umgehen? Wie weit werden die Amis gehen, und wie weit die Russen, wenn Iraqs und vor allem Syriens Führung die ungebetenen Gäste aufdringlicher aus dem Land haben möchte? Wie wird sich das fragile Jordanien in diesem katastrophalen Sturm schützen?
        … es gebe noch so viele andere Aspekte, die man aufwerfen könnte. Diese Regioin ist für wahr, und das seit Jahren, so was wie der Meltingpott der Weltprobleme. Ein Konzentrat aus alle dem, was die Weltpolitik an Intrigen, Kniffs, Spiele und Machthunger zu bieten hat. Und dabei lasse ich die tickenden Zeitbomben des sogenannten „erweiterten Nahen Ostens“ noch komplett unberücksichtigt:
        Ägypten, Libyen, Saudiarabien, Bahrain, Iran, und der Rest Nordafrikas (Algerien, Tunesien, vor allem Marokko). Da kann einem aber mal ganz warm ums Herz werden… und wir dürfen an allem teilhaben.
        Spannende, historische Zeiten eben!

    1. Frank

      Die kritische Meinung würde ich erstmal nicht Global Research, sondern Russia Insider zurechnen, von wo Global Research den Artikel übernommen hat. Und ich halte Russia Insider für eine reputierte Quelle.

      Wo Russia Insider meiner Meinung nach falsch liegt, ist folgende Kernthese:

      „A foreign army that is illegally operating in a sovereign nation can just march in and cut off the legitimate army of said sovereign nation from liberating its own city from terrorists.“

      Sicherlich stimmt es, dass das, was die USA da tun, illegal ist. Und das sollte man auch nicht vergessen. Aber meiner Meinung nach würde sich die syrische Armee im Moment recht schwer tun, Raqqa vom – zumindest bis vor kurzem von den USA geförderten – Terrorismus zu befreien. Es ist dabei nicht so, dass die Soldaten der syrischen Armee nicht tapfer sind und kämpfen können, ganz im Gegenteil. Nur, die syrische Armee ist im Moment auch sehr stark ausgelastet an anderen Orten, sodass für eine Großoffensive auf Raqqa die Ressourcen bei der SAA ohnehin „mehr als knapp“ sein dürften.

      Was mich weiter optimistisch stimmt, ist, dass die SAA und die SDF – endlich – recht gut miteinander zu können scheinen. An der SAA hat das schon seit Jahren nicht gelegen, dass das nicht besser war. Assad selbst hat kurdisch geprägte YPG-Gruppen schon vor Jahren dafür gepriesen, dass sie ihre Heimat gegen den Terrorismus verteidigen. Aber bei den SDF scheint es da allmählich ein Umdenken zugunsten der SAA zu geben, wobei ich nicht zuletzt auch größere Mächte im Hintergrund wirken sehe.

      Und dann gibt es da noch einen weiteren strategisch bedeutsamen Punkt: mehr Gebiet unter US-gestützter SDF-Kontrolle treibt die Türkei weiter in Richtung NATO-Austritt. Schon jetzt redet Erdogan über ein Referendum zur Aufgabe des türkischen EU-Beitrittsversuches. Der logische nächste Schritt danach wäre der türkische NATO-Austritt. Geschieht das, wäre das eine wichtige historische Zäsur in Richtung multipolare Welt, also in die richtige Richtung.

    1. andreas

      „Das russische MoD hat diese Karte veröffentlicht; kann jemand erkennen, was die Farben zu bedeuten haben?“

      Die Auflösung der Karte von Ost-Damaskus und der Legende dazu ist zu unscharf, um sie einfach komplett im Detail lesen zu können. Eine größere Version der Karte habe ich auch nicht gefunden. Trotzdem könnte sie wichtig sein.

      Ich mach mal einen ersten Versuch mit der Übersetzung der Legende:

      – Durchgängige violette Linie: Zone des Regimes der Ruhe
      – Grün: Bezirke, die am Einverständnis teilnehmen
      – Blau: Bezirke, die (unleserlich) zur Befriedung
      – Rosa: Bezirke, die nicht an der Befriedung teilnehmen
      – Hell-Orange: Gebiete, die durch Kampfhandlungen befreit wurden
      – Zwei grüne Übergangsstriche: Humanitärer Korridor
      – Zwei blaue Übergangsstriche: (unleserlich) Korridore
      – Blauer Teich: (unleserlich)
      – Grüner Teich: Besiedelte Punkte, wo es (unleserlich) Prozess der Befriedung
      – Rosa Teich: Gebiete, wo es (unleserlich) „Nusra Front“

      Ohne mehr Details zu kennen sieht das so aus, dass die Syrer und Russen die Terroristen in Ost-Damaskus nun am Wickel haben wie ihre Kumpane vor ein paar Monaten in Aleppo. Befriedete Zonen, nicht-befriedete Zonen, Korridore, und bald ist die ganze Karte SAA-rot.

  5. Kühlen wir uns wieder runter, was Israel betrifft.
    Das Eine sind markige Worte, um die hinter den Gewählten stehenden ultra-orthodoxen Zionisten zu streicheln. Und das ist andere ist die reale Politik. Und da testet Israel derzeit seine Möglichkeiten und – reagiert auf die „Vorladung“ in Moskau. Und hat verstanden, denn das hier klingt nicht nach Zuspitzung:
    —-
    Israelischer Minister lobt Koordination mit Russland und Syrien

    Al-Masdar zitierte den israelischen Geheimdienst-Chef Yisrael Katz aus einem Interview mit TASS:
    “The mechanism for coordinating military activities in order to prevent conflicts between Russia and Israel in Syria has been operating well, […] Israel does not interfere into the civil war in Syria but a few ‘red lines’ have been drawn concerning delivering weapons via Syria to Hezbollah fighters based in Lebanon as well as any kind of attacks from the Syrian territory on the Golan Heights. […] Russia knows about Israel’s ‘red lines’ and as far as we know, Russia has never stated that providing weapons from Syria to the Lebanese Hezbollah movement is legitimate”
    Quelle: https://www.almasdarnews.com/article/israeli-minister-lauds-coordination-russia-syria/

    Man beachte, hier spricht der Geheimdienst-Chef. Und da wiederhole ich meine Ansicht aus einem Post vor ein paar Tagen, die da heißt: Ruhig Blut. Und lese aus der Botschaft von Katz: Wir brauche ein Angebot, damit wir im Innern unsere Extremen besänftigen können, dann können wir uns hinstellen und sagen, dass wir durch unsere entschiedene Politik unseren Willen durchsetzen konnten. Sieg auf der politischen Ebene an der Heimatfront.
    Und da steckt auch das Signal: Liebe Russen, lasst Eure Diplomatie spielen und schenkt uns diesen kleinen Triumph. Dann können wir mit wenig Gesichtsverlust unsere martialischen Gebärden Syrien gegenüber einstellen.
    Wenn es also der russischen Diplomatie in Abstimmung mit Syrien gelingt, die Hezbollah etwas zurück gezogen von den Golan-Höhen operieren zu lassen (was auch Überzeugungsarbeit bedeutet!), womit die SAA dort die „Moderaten“ und Takfiris ohne die Sabotage der Israelis bekämpfen könnte, dann halte ich eine ausreichende Zurückhaltung Israels für möglich.
    Wie gesagt, der russischen Diplomatie traue ich sehr, sehr viel zu.

    Herzliche Grüße an alle, ped43z

  6. Korrektur; das hier ist falsch übersetzt:
    Israelischer Minister lobt Koordination mit Russland und Syrien

    Richtig muss es heißen:
    Israelischer Minister lobt Koordination mit Russland bezüglich Syrien

    Sorry und beste Grüße, ped43z

    1. @pedz43

      Vielen Dank für den Hinweis auf das Interview und auch Deine Deutung.

      Wer aber sind die „Extremen im Innern“? Gibt es da eine Differenz zu Katz? Und was sollten die „Extremen“ andernfalls veranstalten? Katz und Bibi absetzen? Wie? Die Luftabwehr in Syrien zerstören? Wie?

      Besten Gruß!

      1. In jedem Land gibt es eine heterogene politische Landschaft.
        Und extrem sind für mich die Ultra-orthodoxen, die Netanjahu an die Macht gebracht haben und die über AIPAC mit den US-Netzwerken verbunden sind. Extrem in ihren Ansprüchen halte ich z.B. die Siedlerbewegung. Sie verbinden den Landraub mit religiösen Motiven und verbinden ihre Aggressivität (fast zwangsläufig) mit Paranoia vor selbst gewählten Feinden.
        Aber wie bei uns und auch in den USA gibt es auch Strömungen, die das System nicht in Frage stellen, trotzdem einen Anspruch an Realpolitik haben, mit dem Machbaren im Auge, welches somit die eigenen Interessen schützt. Dazu zähle ich Katz – schlicht aufgrund der verwendeten Sprache.
        Dabei darf Katz nicht nur so denken, er darf es auch sagen! Unabgestimmt, glaube ich, werden solche Statements nicht verbreitet. Aber Netanjahu dürfte eben das nicht sagen – völlig egal wie er wirklich denkt. Denn dann wäre er politisch am Ende, denn er muss die Extremisten (seine Wählerschaft) bedienen. Es gibt hier also auch eine Art Aufgabenteilung.
        So meine (sicher nicht vollständig formulierte) Ansicht.

        Beste Grüße zurück, ped43z

      2. Regierungsbildung ist in Israel traditionell schwierig. Weil es viele kleine Parteien gibt, sind meistens Koalitionen aus fünf oder sechs Fraktionen nötig, um eine Regierungsmehrheit im Parlament zu haben. Und da Linke/Liberale/Sozialdemokraten in Israel selten große Mehrheiten haben, bedeutet das, dass fast immer auch Parteien ultra-orthodoxer Juden und/oder extremistischer Siedler (das ist nicht unbedingt das Gleiche, auch wenn es Überschneidungen gibt) an der Regierung beteiligt sind. Die Regierung muss also darauf achten, diesen Parteien in bestimmten Punkten entgegenzukommen, damit sie an anderer Stelle „Kröten“ schlucken. Daher ist Taktieren angesagt – entgegen einer oberflächlichen Sicht von Außen sind Regierungen nicht einheitlich in ihrer Ansicht, sondern innerhalb der Regierung muss auch auf entsprechende Machtbalance geachtet werden. Von daher ist das Bemühen verständlich, den Extemisten die Aktion als Sieg zu verkaufen, während es in Wirklichkeit ein langsames Zurückziehen geben wird. Denn auch die israelische Regierung, so irrational manche Aktionen erscheinen, weiß, dass Israel ohne internationale Unterstützung nicht überleben kann. Und die USA und die RF haben gerade deutlich aufgezeigt, wo ihre rote Linie ist: Israel muss sich aus Syrien raushalten, sonst wird Israel die Unterstützung entzogen. Und das ist – auch wenn es eine israelische Regierung niemals öffentlich zugeben wird – eine Frage des Überlebens.

      3. @ped43z

        Ich will nicht die Heterogenität infrage stellen, sondern einfordern, dass auf den öffentlichen Tisch kommt, worin die Heterogenität wirklich besteht. Da verbleibt viel zu viel hinter verschlossenen Türen und unter vier Augen. Ich sehe keinen Menschen statisch. Jeder kann sich (weiter) entwickeln. Wenn Katz nun zur Umkehr gekommen sein sollte, sich aber dennoch gefangen unter Extremisten dünkt, so kann er auch aus freien Stücken zurücktreten oder zuvor den Extremismus öffentlich thematisieren. Der Hinweis auf die sog. Strukturen, insbesondere, dass da noch einer sei, der viel, viel extremistischer sei als man selbst, ist oft – wenn nicht gar nur – Ablenkung, die mit einem nebulösen Moment arbeitet.

        Und vielleicht muss ich es noch einmal deutlicher formulieren: Angesichts von Millionen syrischen Heimatvertriebenen und Hunderttausenden syrischen Toten weiß ich wirklich nicht, warum man denen, die (mit) dafür verantwortlich sind, einen „Triumph“ gewähren sollte. Angesichts der Opferzahlen ist jegliche Verhältnismäßigkeit so weit verlassen, so dass sich ein Philosophieren über Realpolitik auf abstrakter Ebene einfach nur verbietet.

        Besten Gruß!

      4. @Matthias

        „eine Frage des Überlebens“

        Es gehört zu den immer und immer wieder kolportierten Mythen Israels, dass alle anderen sie nur vernichten wollen. Verhindert eine Ein-Staat-Lösung ohne Apartheid und weitere Landnahmen das Überleben? Nein!

  7. @ped43z

    vielen Dank für deine differenzerte Darlegung. Bei der Wut über die Taten der zionistische Regierung und die weltweiten zionistischen Intrigen können einem leicht rassistische antijüdische Gedanken kommen.
    Bei genauerem Hinsehen gibt es da aber große Unterschiede, die sich auch innerhalb Israels zeigen. Das Parteibuch hat nach der Wahl von Trump bei einer Diskussion über Trumps jüdischen Schwiegersohn die Unterschiede zwischen Juden und Zionisten in Amerika dargestellt. Ich denke in Israel gibt es ähnliche Unterschiede, Israel ist zwar eine zionistische Idee und Gründung aber gegenwärtig ein heterogenes differenziertes Gebilde, wo es nicht nur Zionisten gibt. Im einzelnen kenne ich mich da aber nicht aus. Natürlich haben auch die zionischtischen Bewohner Israels Angst vor Raketen und von diesen Ängsten profitiert wieder die Regierung mit Ihrer harten Linie. Eine für alle Seiten verträgliche Friedenslösung mit Syrien unter Einbeziehung der Golan Höhen könnte dagegen die Zionisten schwächen.
    So etwas traue ich aber nur der russischen Diplomatie zu.

    1. Korrektur:
      natürlich haben auch die „nicht“ zionistischen Bewohner …Angst vor Raketen

    2. ulrich meier

      In „Israel“ gibt es, abgesehen von den Palästinensern, praktisch ausschließlich Zionisten. Es gibt zwar ein paar linke Nicht- und Antizionisten und auch einige ultra-orthodoxe Anti-Zionisten, aber das ist insgesamt nur eine kleine Minderheit im zionistischen Siedlerstaat.

      Was es allerdings gibt, sind tiefe Risse innerhalb der großen zionistischen Lager in „Israel“, gerade was Fragen wie Ein- und Zwei-Staatenlösung angeht.

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