SDF-Kräfte nehmen Tabqa-Damm ein, syrische Armee Deir Hafr

Nach der überraschenden US-Luftlandeoperation nahe Tabqa gestern haben heute vom US-Militär unterstützte SDF-Kräfte den nahegelegenen Tabqa-Damm im Handstreich eingenommen.

Der rund 60 Meter hohe und fünf Kilometer lange Tabqa-Damm zur Stauung des Euphrat ist sicherlich das wichtigste Bauwerk in ganz Syrien.

Die Einnahme durch die SDF-Kräfte beendet die Sorgen, dass die Terrorgruppe ISIS den Damm sprengen könnte, um eine Flutkatastrophe zu erzeugen und dadurch vom Kampf gegen den Terror abzulenken. Die Terrorgruppe ISIS kontrolliert nun zwar noch den rund 15 Kilometer stromabwärts gelegenen Baath-Damm, doch dieser Damm ist ein wesentlich kleinerer Nachschaltdamm zum Ausgleich der bei der Stromerzeugung mit dem Tabqa-Damm entstehenden Wasserschwankungen, sodass er durch Stauung des Euphrat-Wassers am Tabqa-Damm für eine Weile weitgehend trocken zu legen sein dürfte, womit die von einer möglichen Sprenung des Damms durch ISIS-Terroristen ausgehende Gefahr deutlich kleiner ist.

Einer baldigen Befreiung der von ISIS-Terroristen beherrschten Provinzhauptstadt Raqqa durch die von den USA unterstützten kurdisch geprägten YPG/SDF-Kräfte dürfte mit der Einnahme des Tabqa-Damms also nichts mehr im Wege stehen.

Die syrische Armee hat unterdessen rund 60 Kilometer weiter nordwestlich in der Provinz Aleppo die Stadt Deir Hafr sowie ein weiteres Dorf in der Nähe eingenommen, nachdem die ISIS-Terroristen aufgrund ihrer ausweglosen Lage von dort geflohen waren.

Dass die syrische Armee mit der Einnahme von Deir Hafr östlich der Metropole Aleppo nun einen weiteren Meilenstein im Kamp gegen die Terrorgruppe ISIS erreicht hat, trifft sich gut, denn damit können nun einige der bislang dort eingesetzten Soldaten an die Front im Norden der Provinz Hama verlegt werden, wo es gerade darum geht, eine von über 6000 Terroristen unter Führung von Al Kaida gestartete Großoffensive überzeugend abzuwehren.

Eine Karte von @BosnjoBoy zeigt, wie weit die Terroristen da schon vorwärts gekommen sein wollen.

Doch die Verstärkungen der Armee und der pausenlose Einsatz der Luftwaffe in der an Zielen reichen Gegend fordern bei den Terroristen zunehmend Tribut, sodass am Donnerstag Abend vermeldet werden konnte, dass die syrische Armee im Norden der Provinz Hama mit Gegenangriffen vorwärts kommt und beispielsweise die Ortschaft Kawkab schon wieder unter Kontrolle der Armee ist. Die letzte Karte von @PetoLucem von der Front in Nordhama sieht denn auch schon wieder etwas freundlicher aus.

Die Dinge im Norden der Provinz Hama entwickeln sich gerade recht schnell, und das wohl in die richtige Richtung.

Aber bis die gegenwärtige Terroroffensive dort zurückgeschlagen ist, wird es aufgrund der Vielzahl der daran beteiligten Terroristen und ihrer recht guten Bewaffnung natürlich trotzdem noch eine ganze Weile dauern.

Nachtrag: hier ist noch eine Karte zur Gegenoffensive der syrischen Armee nördlich der Stadt Hama:

Es scheint für die syrische Armee wieder deutlich voranzugehen.

2. Nachtrag am Freitag: Die Nachricht, dass SDF-Kräfte den Tabqa-Damm eingenommen haben, war gestern voreilig in die Welt gesetzt worden. Eine Sprecherin der SDF erklärte nun, dass SDF-Kräfte den Tabqa-Damm „erreicht“ haben und es dort heftige Kämpfe gebe.

Auch die Nachricht von der Einnahme der Stadt Deir Hafr durch die syrische Armee war voreilig. Zwar ist die Stadt von der syrischen Armee umzingelt und scheint auch von ISIS so ziemlich verlassen worden zu sein, aber die syrische Armee ist bislang nicht hineingegangen, weil es da sehr viele Minen geben soll, heißt es nun, was immer das auch bedeuten mag.

Im Norden der Provinz Hama sind am Freitag die von Al Kaida geführten Terroristen wieder in die Offensive gegangen und sind in die SAA-Hochburg Qomhana eingedrungen. Al Masdar News meldet dazu, dass den Terroristen das Eindringen nach Qumhana nicht gut bekommen sein soll. Schauen wir mal, wie sich das weiter entwickelt.

3. Nachtrag am Freitag: Folgendes sollen frische Bilder aus der heute von Al Kaida und Konsorten massiv attackierten Stadt Qomhana sein:

Es sieht nicht so aus, als würden die syrischen Soldaten da eine Niederlage betrauern. Syrische TV-Reporter sind wohl auch vor Ort.

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40 Gedanken zu “SDF-Kräfte nehmen Tabqa-Damm ein, syrische Armee Deir Hafr

  1. Liebe Parteibuch
    Laut Balkan Forum ist Deir Hafer noch nicht befreit. Und sogar Tabqa Damm nicht ganz in Hände von Kurden. Auch Kontraangriff von SAA Soldaten würde mehrmals zurückgeschlagen. Es gibt Quelle welche sagen, dass nicht mal Kawkab befreit ist. Wir werden in Verlauf des Tages mehr wissen.
    Grüss

    1. Eigentlich war man sich zu Deir Hafer einig: Am Donnerstag früh sind die IS im Bogen aus der Stadt getürmt. die SAA ist nicht nachgerückt, weil man erst die Minenräumer reinlassen wollte, ob die Ihre Arbeit beendet haben, ist mir nicht bekannt. Es soll wohl praktisch keine Kämpfe gegeben haben.
      Da es ja schon lange Absetzbewegungen gegeben haben, kann man wohl davon ausgehen, das die Stadt im Augenblick menschenleer ist. Die Tiger sind ja wohl schon in Hama.

      1. Lieber Lutz
        Ich kann nur aus meinen Quellen bestätigen, dass Stadt vermint ist. Aber Tiger vermutet, dass auch paar Islamisten sich noch dort befinden um in richtigen Moment Sprengfalle zu aktivieren. Deswegen wartet man noch.

  2. Vielleicht wird die Hama-Offensive doch noch zur Chance, dort zusammengebrachtes Material ausschalten zu können.

    Raqqa24 meldet, dass die Amis nach Einrichtung von Checkpoints westlich von Tabqa wieder weg sind.
    Das heißt, sie sind soch schon der Gefahr bewusst, dass da noc diverse Selbstmordkommandos erheblichen Schaden anrichten könnten.

    Die SDF derzeit auch östlich von Raqqa aktiv, nehmen immer mehr Orte am nördlichen Euphrat-Ufer ein.

    Kennt jemand aktuelle Zahlen, wie viele das jetzt sind am besten noch aufgeschlüsselt in einzelne Gruppen, YPG und arabischen?

  3. South Front war da wohl etwas voreilig, viele Dementis, SAA noch nicht in Deir Hafr.
    Aus Vorsichtsgründen, dürfte vollgestopft mit Bomben sein, und es können natürlich immer Selbstmordkommandos dort verblieben sein.

    Aber natürlich nur eine Frage der Zeit.

    Spannender wird es sein, ob noch genug Tiger in Ostaleppo geblieben sind, um weiter vorzurücken, oder ob das andere übernehmen können; ISIS wankt, muss an vielen Stellen nur noch angeschubst werden, um umzufallen.

    Andererseits gibt es für die SDF keine Veranlassung, weiter nach Westen zu gehen, insofern eigentlich keine Eile dort; dagegen hat man jetzt alle Argumente, massiv in Idlib/Hama vorzugehen, auf seiner Seite, es kann ja jetzt sich keiner entblöden und mit „Waffenstillstandsbruch“ ankommen.

    1. Die SDF ist ja schon im Westen. Während die SAA in Hama massiv beschäftigt ist, kassiert die SDF zeitgleich syrische Assets (nach Tishreen- nun Tabqa-Damm, demnächst folgt die gute (!) Tabqa-Airbase sowie Ölfelder bei Deir Ezzor usw.). Damit wäre ein „SDF Staat“ (wie Kurden im Nordirak) ökonomisch möglich, während Syrien sich vom Krieg kaum erholen kann.

      Auf dem Tabqa Damm stehen bereits US und sogar französische Truppen (= Anti ISIS.-Koalition, die aber auch Assad strangulieren will).
      http://tinyurl.com/mnteot2

      Trotz (noch) guter SAA / SDF Zusammenarbeit zählen letztendlich leider die Fakten am Boden. Bin gespannt auf russ. Reaktion.. Gibt zudem ein Treffen Putin / Rohani am 27. Wird spannend.

  4. Eine Einschätzung vom Parteibuch bezüglich zukünftiger Spannungen / Kooperation zwischen
    SDF und SAA würde mich sehr interessieren. Der Tabqa-Damm wurde als wichtigstes
    Bauwerk von ganz Syrien bezeichnet. Ist es vorstellbar dass die SDF dieses in Zukunft
    wieder an den Syrischen Staat übergibt? Was sind denkbare Gegenforderungen?
    Die Kurden haben keinen eigenen Zugang zum Meer. Eine gewisse Abhängigkeit wird also
    immer bestehen bleiben. Dazu kommt fehlendes technisches Know How, Material, usw. um den
    Damm selber Instand zu halten. Ganz zu schweigen von der fehlenden Infrastruktur
    um den Damm selber zu nutzen.

    1. tau

      Wenn die Bedrohung des Tabqa-Damms durch den Terror beendet ist, wird der Damm sicherlich wieder an Ingenieure und Techniker übergeben werden, die ihn zur Stromerzeugung und für die Wasserwirtschaft nutzen und betreiben können. Es gibt da sicherlich ein gemeinsames Interesse von syrischem Staat und YPG/SDF, die Technik wieder sinnvoll zum Laufen zu bringen.

      Die Leute, die den Damm betreiben, instandhalten und schützen, werden dafür etwas Geld brauchen. Das werden sie sicherlich bekommen, sei es als Gegenleistung für produzierten Strom oder aus allgemeinen Steuermitteln des syrischen Staates, von der SDF/YPG beherrschten Gebieten oder beidem. Es wird da wahrscheinlich etwas Zank um Geld geben, aber das ist nicht so dramatisch, und wer den Damm beherrscht oder beschützt auch nicht. Wichtig ist, dass der Damm geschützt ist und wieder seinen angedachten Zweck erfüllt.

  5. Selbstmordfahrzeuge bedürfen Werkstätten und Ausrüstung, das braucht Zeit und Geld und ist nicht sofort zu haben.
    Gegenwehr ist schnell geschaffen mittels schwerer MGs.
    Werden auch die Selbstmörder langsam knapp.

  6. Die Jihadistenoffensive bei Hama wäre ohne eine Unterstützung aus dem Norden, also der Türkei, nicht in diesem Umfang möglich gewesen. Das bedeutet nichts anders, als dass Erdogan zu Putin wieder auf Konfrontationskurs geht. In diesem Zusammenhang warte ich auf eine russische Antwort? Es kann doch nicht sein, dass die SAA und ihre Verbündeten Aleppo erobern und am Ende Hama verlieren.

    Hier im Parteibuch wird zwar immer wieder geschrieben, dass man die Angreifer kommen lassen und dann vernichten will. Ob dies gegenwärtig gelingt, weiss ich nicht.
    Wie es scheint, haben sich Kaida und Konsorten auf diese Offensive sehr gut vorbereitet. Die Vorbereitungen für den Gegenangriff scheinen dagegen noch nicht abgeschlossen zu sein.

    1. oleander

      Die Gretchen-Frage dabei ist, ob die Hama-Offensive der Terroristen schlecht oder gut für die syrische Armee ist. Ich glaube, sie ist gut für die syrische Armee. Die Terroristen haben mit der Hama-Offensive einen Riesenfehler gemacht.

      Unzählige Terroristen haben für diese Offensive ihre Deckung durch menschliche Schutzschilde verlassen. In „ihren“ Dörfern in der Provinz Idlib ist es sehr schwer für die syrische Armee, die unverbesserlichen Terroristen zu identifizieren und zu eliminieren, ohne dass dabei Zivilisten zu Schaden kommen. In den Dörfern, die die Terroristen gerade nördlich von Hama erobert haben, ist es vergleichsweise einfach. Die zivile Bevölkerung ist da komplett geflüchtet als die Terroristen gekommen sind. In diesen frisch von Terroristen eroberten Gebieten nördlich von Hama gibt es nun nur noch Terroristen. Die Terroristen bieten da, anders als in „ihren“ Heimatdörfern in Idlib, ein sehr gutes Ziel, und kein Zivilist steht der Eliminierung der Terroristen da im Weg.

      Die syrische Armee und ihre Partner können nördlich von Hama alles an schweren Waffen einsetzen, was sie haben, und davon reichlich, um möglichst viele der Terroristen zu eliminieren. Anschließend dürfte es auch einfacher werden, die Provinz Idlib zu befrieden.

      1. Hallo Parteibuch.
        Ich weiß das eure/deine Artikel meist von Optimismus geprägt sind und das ist ja auch, im Kontrast zu einer dramatischen Berichterstattung die mit Ängsten spielt, sehr zu befürworten aber woher stammt die oft erwähnte Einschätzung, das die von der SAA kontrollierten Städte im Grenzgebiet, bei Rückzug evakuiert werden?

        Das ist doch selbst für ein kleines Dorf ein immenser organisatorischer Aufwand, wenn man das innerhalb eines Tages schaffen will. Da würde im Prinzip jeder Zivilist ständig auf gepackten (Notfall-)Koffern sitzen, Transportfahrzeuge bereit stehen und ein Alarmsystem installiert sein. Das es das dort flächendeckend gibt, konnt ich mir bisher nur schwer vorstellen.

      2. Georg

        Das sind private Informationen. Steht mutmaßlich eine Eroberung durch Terroristen bevor, kommt die SAA mit Mannschaften, LKWs und Bussen, um jeden und alles schnell zu evakuieren. Die Soldaten passen dabei auf, dass nach Möglichkeit auch wirklich nichts von Wert zurückbleibt, also die Leute etwa auch ihre Badezimmer-Armaturen mitnehmen. Der SAA ist es enorm wichtig, dass die Terroristen nichts erobern, was sie zu Geld machen können, weil das die Terroristen stärken würde.

        In Orten, die schon mal die Hand gewechselt haben, gibt es allerdings meist ohnehin nicht mehr viel, was bei einer Evakuierung mitgenommen werden muss. Und Einwohner nahe der Frontlinie rennen heutzutage auch praktisch alle von allein weg, wenn Terroristen im Anmarsch sind, weil sie schließlich ihren Kopf behalten wollen.

        Noch was, was auffällig war: in den Videos, wo die Terroristen in den letzten Tagen die Befreiung von Ortschaften nördlich von Hama gefeiert haben, gab es praktisch keine befreiten Zivilisten zu sehen. Das spricht eine sehr deutliche Sprache.

      1. Menschmaschine

        Das angeblich aus Hama stammende Video mit dem türkischen ACV-15, dem die Fotos davon entnommen sind, stammt unserer Einschätzung nach aus dem Norden der Provinz Aleppo. Wir sind uns zwar nicht ganz sicher, aber ziemlich.

  7. Die Auftragsstaaten scheinen ihren Proxy-Kriegern keine zivile Perspektive anzubieten. Vielmehr werden weiter Waffen gestellt, damit sich die Krieger vor das Mündungsfeuer der SAA stellen.

    Woher der Glaube kommt, den Krieg jetzt doch noch drehen zu können, bleibt mir schleierhaft. Auch kann ich nicht erkennen, dass versucht wird militärische Erfolge in Genf in politische Erfolge umzumünzen.

    Ich kann mir auch keinen Staat vorstellen, welcher es auf eine offene Konfrontation mit der russischen Luftwaffe ankommen läßt. Sich jetzt, wo die USA kein Interesse zeigen, selbst mit eigenen Truppen voll einmaschieren möchte. Die Türkei könnte das Spiel in Idlib zwar noch mal wiederholen: Sie kämpft mit der FSA gegen Al Quaida. Doch das Risiko für die Türkei ist jetzt schon sehr hoch.

    Der Krieg wird für alle lokale Akteure zu einem Verlustgeschäft. Richtig etwas gewonnen hat, außer der Rüstungsindustrie, keiner etwas. Der Blow Back hat viele Regierungen noch nicht erreicht. Die Eigendynamik der Gewalt wird, wenn es nicht mehr gebraucht wird, sich einfach ausschalten lassen.

    1. Die Eigendynamik der Gewalt wird, wenn sie nicht mehr gebraucht wird, sich NICHT einfach ausschalten lassen.

    2. „Der Krieg wird für alle lokale Akteure zu einem Verlustgeschäft.“

      Einen Gewinner gibt es doch: Israel

      In den Jahren vor dem Ausbruch des Konflikts konnte Syrien aufgrund günstiger wirtschaftlicher Entwicklung nach langer Durststrecke endlich wieder beginnen, in signifikantem Ausmaß in die Modernisierung seiner Streitkräfte zu investieren. Die Aussichten standen nicht schlecht, dass es Syrien innerhalb absehbarer Zeit gelingen würde, eine glaubwürdige militärische Position gegenüber Israel aufzubauen und Israel zu Verhandlungen gezwungen wäre.

      All das hat sich jetzt natürlich zerschlagen. Von dieser Perspektive aus gesehen macht es auch Sinn das Ende des Krieges möglichst lange hinauszuzögern, auch wenn das Ende feststeht.

      1. Die aktuelle Regierung in Israel mag von dem Krieg kurzfristig profitieren. Sie erhofften sich ja, dass nach einem Machtwechsel eine neue Regierung in Damaskus den Golan für immer an Israel überschreibt. Zudem haben sie ein Interesse, dass es nicht einen gemeinsamen islamisch/arabischen Machtblock gibt, welchen einen Friedensvertrag zwischen Israel und Palestina international erzwingt. Sie bauen auf Bruchkanten innerhalb ihrer Gegner.

        Die Frage ist nur, ob die Dynamik langfristig nicht auch heftig sich gegen die israelische Regierung wenden wird. Die israelische Gesellschaft wird immer mehr von der nationalreligiösen Siederbewegung dominiert. Die Generäle können kaum mehr verhindern, dass in den unteren Diensträngen es keine militärische Disziplin mehr gibt sondern offene Lynchjustiz betrieben wird. In diesen äußerem Spannungsfeld geht völlig unter, dass die soziale Spaltung im israelischen Staat immer größer wird. Dieser Staat verliert immer schneller die Reste von liberalen Werten. Sie versuchen immer weniger mindestens nach außen als Rechtsstaat aufzutreten.

        Die Regierung von diesem Staat isoliert sich international immer mehr. Doch damit steht plötzlich der Golan wieder auf der politischen Forderungsliste. Das Ende vom Lied wird sein, dass Israel den Golan zurückgeben muss, die Zeit des eingefrohrenen Waffenstillstandes vorbei ist. Israel hat den Krieg wieder aufflammen lassen. Doch wie wollen sie ihn diesmal stoppen? Sie mussten sich aus Süd-Libanon zurück ziehen, da die israelische Gesellschaft die andauernde Verluste an Menschenleben nicht mehr bereit war zu zahlen. Dies wird sich auf dem Golan wiederholen.

        in 4 oder 8 Jahren gibt es in der USA eine Regierung ohne Trump. Doch bis dahin kann das Ansehen von Israel auf jenes von Nord-Korea gesunken sein. China hat irgend wann kein Veto mehr gegen Resolutionen gegen Nord-Korea eingelegt. Die USA wird sich fragen müssen, wieso sie ihr Nord-Korea weiterhin mit einem Veto unterstützen.

        Wenn die unopolare Welt durch eine multipolare Welt abgelößt sein wird, hat die USA sicherlich andere Sorgen als sich auch noch um einen bis dahin immer mehr zu wilkürherrschaftlichen verkommenen Israel zu kümmern.

        Der Krieg jetzt beschleunigt Prozesse, welche die Welt verändern werden. Gerade Israel in seiner heutigen Form wird es nicht mehr geben. Der konservative Rollback wird die Gesellschaft verändern. Die Siedler rauben nicht nur Land, sie werden auch das konservative Familienbild wieder vollständig einführen. Nicht nur in Jerusalem sondern auch in Tel Aviv.

        Ob wohl die letzten liberale Offiziere, welche dann in Europa Asyl beantragen werden, die ABC-Waffen mit evakuieren werden? Da könnte es parallelen zu Südafrika geben.

        Mittel bis langfristig werden die heftigsten Veränderungen gerade Israel betreffen. Ihre Rolle, als Luftwaffe für ISIS gebombt zu haben, wird man nicht so schnell vergessen.

  8. Nur ein wenig OT 😉

    Ich liebe Syrien, ich liebe Fußball und ich bin eigentlich nicht so nah am Wasser gebaut…
    Vor zwei Tagen besiegten die „roten Adler von Qassiun“ (syrische Nationalelf) in einem Qualifikationsspiel Usbekistan mit 1:0 und wahrten ihre sensationelle Chance, sich direkt für die WM in Russland 2018 zu qualifizieren.
    Wenn man bedenkt, dass die Jungs nicht ein einziges Spiel zuhause vor ihrem Publikum bestreiten durften und dennoch, mittlerweile in der dritten Runde der Ausscheidungsspiele, so nah am wundersamen Ziel der Qualifikation sind (wäre überhaupt die aller erste gelungene Qualifikation), kann man nicht umher, diesen verschworenen Haufen in tiefer Verbeugung und höchstem Respekt zu begegnen.

    Ayman Al Hakim, unser Trainer, konnte denn auch seine Gefühle nach diesem Spiel in der Pressekonferenz auch nicht mehr zusammenhalten: “ Dieser Sieg erfüllte die Hoffnugen unseres Volkes. Dieser Sieg ist für alle Syrer“..

    Sie spielen nicht für sich, aber sie spielen mit allem, was sie geben können, für die Hoffnung und das Selbstwertgefühl ihrer Brüder und Schwestern, ganz egal, wo sie jetzt sein mögen!

    1. Eine bewegende Reaktion des Trainers. Und nur zu gut zu verstehen. Möge Syrien zur WM fahren – und dann von Deutschland geschlagen werden 😉 „Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen die Deutschen.“ (Gary Lineker)

    2. Werden seit sechs Jahren von Händen fake-religiös menschenhasserischer Terrorsöldner und deren wertewestlichen Unterstützern im Dienste der privaten Kredit- und Kriegsindustrie auf unterstem auch moralischen Niveau imperialistisch, also vom Faschismus angegriffen, doch halten dagegen unter ständiger Lebensgefahr sogar ein Kulturwesen aufrecht, wo Akteure anderer Staaten längst dem Lockruf der Zahlungsmittel folgend ins Ausland geflüchtet wären. Des Volkes von Syrien jedes Kind, jede Frau und jeder Mann, alles Helden. Möge ihr Lohn baldiger Friede sein.

      Und auch wenn es doch bloß unwissender Teil des in der Literatur schon hinreichend beschriebenen historischen Ablaufes ist – möge das verräterische vollkommen friedens- und sozialfeindliche humanitär-linksliberal, konservativ oder wie auch immer getarnte im Ergebnis somit gleichermaßen kriegslüsternd rechtsextremistische „Pegida“- und „Refugees Welcome“- Pack da schmoren, wo es ganz besonders heiß ist.

  9. Auch Saudi haben sich im Jemen ordentlich verrannt, bereits 2 Kriegsjahre und kaum was erreicht, außer eigene Schäden am Material.
    Jemeniten haben auch gelernt wie man Raketen baut und da dürfte noch einiges
    zu erwarten sein.
    Nervosität auch in Israel weil nun die Angriffe beantwortet werden.

    1. Naja, Millionen Yemeniten hungern sehr stark, vielleicht istes ja das, was sie erreichen wollten.

      6ooo sudanesische Milizen sollen jetzt nach Aden gegangen sein, um für die UAE zu kämpfen.

      Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber dass die Hauptkräfte aus Söldnern bestehen, ist klar.
      Damit wird die „Vietnam-These“ leider geschwächt; kostet zwar Mittel, aber nicht so viele Männer,dass es zu Hause schnell große Proteste gibt.

      Wieder eine unglaubliche Heuchelei der „Wertegemeinschaft“; ein E-Präsident mit wenig Unterstützung aus dem Land kämpft gegen große teile der Sicherheitsorgane und einen anderen E-Präsidenten und eine starke Kraft im Land; für uns ist aber klar wer der „richtige“ Präsident ist, und wenn Millionen verrecken, weil die Saudis und Freunde bombardieren und damit Hunger auslösen, na dann ist das bestimmt eine gute Sache (siehe Albright zu 500.000 toten irakischen Kindern).

    2. Zitat biersauer

      „Jemeniten haben auch gelernt wie man Raketen baut und da dürfte noch einiges
      zu erwarten sein.“

      Das glaube ich kaum. Die Jemeniten werden kaum Raketen bauen die hunderte Kilometer weit fliegen können. Die Raketen die in Saudi-Arabien oder in saudiarabischen Hauptmilitärstandorten einschlugen waren wohl kaum Raketen welche in Jemen gebaut wurden sondern die wurden irgendwann importiert.

  10. Wenn die Kurden in Rakka eingedrungen sind wette ich dass die Türken-Proxies einen massiven Angriff auf die Kurden starten werden.

    1. Wie vielesind das jetzt, haben die Türken noch weitere aus Idlib herausgeholt und umgruppiert?
      Die paar aus Al Wear machen dne Kohl nicht fett, das war eine eher lachhafte Truppe.

      Die Türken müssten schon massiv ihre eigenen Strukturen mit einbringen, Mann, Material etc.
      Das kann kaum unauffällig bleiben, und würde von den Russen und Iranern bei einem Angriff im großen Stil wohl auch nicht toleriert, das Dreierbündnis platzen zu lassen kann aber auch nicht Erdogans Ziel sein.

      Aber ja, wenn er denkt, dass ihm das beim Referendum Prozentpunkte bringt, dann kann es sein, dass er das macht,Folgen egal.

  11. >>>
    Raqqa24‏ @24Raqqa 14 Std.Vor 14 Stunden

    IMPORTANT: A new military landing failed of US forces near of #EuphratesDam. There were a group of #Daesh at that place with heavy guns

    At least 3 US soldiers wounded in midnight attack, 4 fighters of #SDF killed and 9 of #Daesh killed.

    #SDF backed by US forces attacked midnight locations of #Daesh near of #EuphratesDam then retreated because of strong defenses of Daesh
    >>>

    Also durchspaziert sind sie da nicht,so ein tief fliegender Hubschrauber kann schnel auch mal runtergeholt werden,keine schönen Bilder mit toten und noch viel mehr mit gefangenen amerikanischen Soldaten, von ISIS gefoltert oder geköpft oder so.

    Glück gehabt.

    Andererseits bleiben die Verluste auf jeden Fall begrenzt, bei raschen Erfolgen, Trump hat wohl entschieden, dass er das gut kommunizieren kann.

    Inzwischen soll der größte Teil des Damms in SDF-Hand sein, unterstützt von amerikanischen und französischen(!) Spezialkräften.
    Wobei man nsich in der Mitte wohl nicht sonderlich gut aufhalten kann, ist ja wie auf dem Präsentierteller, der südliche Zugang wohl noch von ISIS gehalten.

    Die gescheiterte Luftlandeoperation dürfte in der Nähe der Südseite gewesen sein,alles andere ergäbe keinen Sinn.

  12. Ist so eher mehr ein Wochenendausflug für Mädels und Jungs der Kurden, sich hinfliegen zu lassen südl. des Tabqua Dammes um die ISIS erfolgreich aufzumischen, ist ein bischen Überraschung mit dabei!
    ISIS dürfte dagegen wenig aufzubieten haben.

    1. Naja, vier Tote SDFler, drei verletzte Amerikaner,ein Spaziergang war es nun nicht.
      Und eine andere Landeaktion wurde verhindert durch starkes MG-Feuer, wenn die da ein TOW vor Ort gehabt hätten, ist so ein Hubschrauber ganz schnell runtergeholt, wenn er Truppen absetzt.

  13. >>>
    DAMASCUS, SYRIA (2:25 A.M.) – The Syrian Arab Army (SAA) is on the roll through the eastern Aleppo countryside after three more villages were captured around midnight.

    the Tiger Forces and pro-government Al-Baqir tribal fighters
    >>>

    Sagt AMN.
    Um Mitternacht, daraus lässt sich wohl schließen, dass der Gegner nicht übermäßig stark vertreten ist in der Region, bzw. ISIS schon komplett auf dem Rückzug.
    Das waren gestern 2+3 Dörfer,in dem Tempo ist man bald in Maskhanah, dort sollte es und in Jiha könnte es noch Widerstand von ISIS geben. Vielleicht haben sie auch an Bewässerungsgräben eine Verteidigungslinie aufgebaut,das würde man bald sehen.

    Ist der Al Baqir Stamm aus der Gegend?
    Das würde natürlich vieles erleichtern, insgesamt unter staatlicher Kontrolle,vor Ort aber Einheimische, das reduziert erheblich die benötigten Kräfte,um die befreiten Gebiete zu sichern.

    ————

    In Daara wurde ein General getötet,bei Kämpfen; was sagt uns das, wenn doch öfter Generäle sterben? Zu weit vorn, oder lassen sich die im Krieg relativ einfach ersetzen, weil viele Offiziere umfangreiche Erfahrungen sammeln können?

    1. andreas

      Wenn wie bei der syrischen Armee und den iranischen Revolutionsgarden häufiger mal Generäle im Krieg sterben, bedeutet das, dass die Generäle der betreffenden Seite selbst von der Front führen anstatt vom Schreibtisch oder sicheren Unterständen aus Kanonenfutter verheizen.

      Wenn Generäle mit ganz vorn im Schützengraben liegen, ist das gut für die Moral niedrigrangiger Soldaten, und auch gut für den Nachschub. Der General kann dann nämlich von vorn an der Front an die Logistik im Hintergrund Befehle erteilen, was er an Nachschub und Unterstützung braucht, um die Schlacht zu gewinnen, anstatt dass er ranghöhere Logistiker im Hinterland um angemessene Unterstützung bitten muss.

  14. @ Parteibuch

    damit haben sie einerseits sicher Recht. Andererseits sind Verluste auf Führungsebene schwerer zu ersetzen. Für mich unlogisch, Generäle an forderster Front bei Kampfeinsätzen zu verschleißen. Die Moral der Truppe kan anderweitig auf Vordermann gebracht werden und ist eigentlich anderen Diesntgraden überlassen.

    Eventuell ist der Feind schon soweit marschiert, dass er im Planungsstab angekommen ist. Würde mich nicht wundern.

    Gestern stand irgendwo dass der eingenommene Staudamm bersten würde. gibt es dazu schon erkenntnisse ihrerseits?

  15. Teile und Hersche!

    Schon vor dem 1WK war es das oberste Ziel der Amis Deutschland und Russland geographisch zu Trennen und zu schwächen.

    Was ist jetzt das oberste Zeil im Nahen Osten. Syrien und Irak + Iran von einnander zu trennen und zu schwächen.

    Deshalb halte ich es für unwahrscheinlich, das die US-Kurden in Raqqah stehen bleiben werden, denn es wäre viel zu gefährlich eine Hauptstadt am Rande einer Territoriums zu gründen. https://de.sputniknews.com/politik/20170327315058746-syrien-kurden-rakka/
    Viel warscheinlicher ist doch das die Kurden bis an die Grenze von Jordanien ziehen wollen.

    Eine solche Trennung würde sich im übrigen auch langfristig auf die russchischen Flugruten auswirken!

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