Syrische Armee nimmt zwei Dörfer südöstlich von Deir Hafr ein

Am heutigen Montag ist es der syrischen Armee in der nordsyrischen Provinz Aleppo gelungen, südöstlich der Stadt Deir Hafr die beiden bislang von ISIS-Terroristen beherrschten Dörfer Qusayr und Janat Al-Salamah einzunehmen.

Die syrische Armee passiert die ISIS-Hochburg Deir Hafr weiter im Süden von Westen nach Osten und macht die inzwischen von drei Seiten umzingelte Stadt Deir Hafr für die Terrorgruppe ISIS zunehmend unhaltbar. Auf einer Karte sieht die Lage bei Deir Hafr damit gegenwärtig wie folgt aus:

Die syrische Armee hat nun die Option, entweder den Ring um Deir Hafr im Osten zu schließen und dann die Stadt zu stürmen oder von den beiden heute eingenommenen Dörfern aus erstmal weiter durch eher leichtes Gelände nach Südosten vorzurücken, damit die Front für die ohnehin überlasteten ISIS-Kräfte noch länger zu machen und dabei möglichst viele Zivilisten zur vorübergehenden Flucht aus Deir Hafr zu bewegen sowie ISIS-Terroristen aus gut befestigten Stellungen in der Stadt Deir Hafr und der nahegelegenen Jirah Airbase heraus ins offene Gelände zu locken, um dann nach einiger Zeit diese gut befestigten Stellungen von ISIS leichter oder gar weitgehend kampflos einnehmen zu können.

Wie es die syrische Armee auch macht, so ist klar, dass die Terrorgruppe ISIS in der Gegend viel zu schwach ist, um sich der Einnahme der kompletten Gegend Deir Hafr durch die syrische Armee noch lange entgegenstämmen zu können. Stärker und besser lokal verankert sind die ISIS-Kräfte rund 100 km nordwestlich von Palmyra an der einzigen Straße von Damaskus nach Aleppo. Dort, im Osten der Provinz Hama, haben starke ISIS-Kräfte mehrere Abschnitte und Checkpoints an der Straße nach Aleppo angegriffen, wobei es ihnen gelungen ist, den Verkehr nach Aleppo zu unterbrechen.

Dieser Angriff auf die Straße nach Aleppo dürfte im Wesentlichen von regional operierenden ISIS-Kräften ausgeführt worden sein, die gerade in und um Palmyra trotz offener Unterstützung durch die israelische Luftwaffe eine herbe Niederlage einstecken mussten, und zum Ziel haben, die syrische Armee dazu zu zwingen, Kräfte aus dem aufgrund der dort reichhaltigen Gas- und Ölfelder lukrativen Raum Palmyra zur Sicherung der Straße nach Aleppo abzuziehen.

Die syrische Armee bemüht sich, das Problem mit der Sicherheit der Straße nach Aleppo mit den vorhandenen Reserven ohne Beeinträchtigung für den Anti-Terror-Kampf an anderen Fronten wie Deir Hafr, Palmyra oder Damaskus zu lösen, und man darf angesichts der erfolgreichen Sicherung der Straße seit vier Jahren und der allgemeinen Schwäche von ISIS hoffnungsvoll sein, dass das in den nächsten Stunden auch gelingt. Und die Stimmung in Aleppo ist nun ohnehin recht gelassen bezüglich der einzigen Straßenverbindung nach Damaskus, denn sollte die Straße nun überraschenderweise mal nicht so zügig wie üblich freizubekommen sein, dann gibt es seit der erfolgreichen Offensive der syrischen Armee zum Euphrat letzten Monat nun immerhin noch eine Straßenverbindung in die kurdisch dominierten Gebiete im Nordosten Syriens, aus denen heraus die Millionenstadt Aleppo auch eine ganze Weile mit dem nötigsten versorgt werden könnte.

Und daran, dass es Israel und Saudi Arabien noch gelingen kann, den Krieg zugunsten ihrer Schützlinge von ISIS und Al Kaida zu drehen, glaubt ohnehin so gut wie niemand mehr.

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26 Gedanken zu “Syrische Armee nimmt zwei Dörfer südöstlich von Deir Hafr ein

  1. Das die israelischen Luftangriffe wieder mal das Startzeichen waren für die diversen Offensivoperationen der „moderaten Rebellen“ und IS-Angehörigen ist ja nichts neues. àhnliche zeitliche Abläufe gab es schon widerholt.
    Was aber viel entscheidender ist, die Unterschiede zwischen diesen beiden „Oppositionsgruppen“ verwischen zusehends und es wird für die Freunde Syriens zusehends schwieriger überhaupt noch ein Unterschied zu vertreten zu können. Die Unterscheidung IS (Al-Quaida) = böse Rebellen und „moderate Rebellen“ = gute Rebellen lässt sich immer weniger aufrechterhalten. Die angebliche Unterscheidung auf den diversen Fronverlaufskarten in grün und schwarz ist defintiv überholt. Die Bruchlinien zwischen „halbwegs moderat“ und extremistisch verlaufen längst innerhalb der Farben. Die Mitläufer bei den moderaten machen inzwischen an diversen Orten Druck sich auf die Versöhnungsabkommen mit der Regierung einzulassen.
    Nicht zuletzt auch durch die türkische Unterstützung diverser Gruppen (wohl im Einvernehmen mit den „Freunden Syriens“) und der aktuellen Rethorik, die die Türkei gegenüber dem Westen pflegt, ist im Westen ein Sinneswandel durch öffentlichen Druck in Gange. Ich persönlich habe ein gewisses Verständniss für die aktuelle türkische Rethorik und Provokationen gegen die EU/Europa. Muss sich doch die Türkei in Sachen Syrien ziemlich verraten vorkommen durch die „Freunde Syriens“, bzw. durch den Putschversuch (da war ausländische Hilfe dabei, ob durch die Gülenbewegung ist offen) geradezu als Opfer und weiteres geostrategisches Spielfeld.

    1. es gibt wesentlich einfachere Einteilungen…Seit der letzten „großen“ Waffenruhe gibt es keine „gemäßigten“ Rebellen mehr die haben damals nämlich zu 90% alle die Befriedungsaktionen mitgemacht. Wer damals die SF reporte verfolgt hatte konnte immer wieder die Sätze lesen „die SAA hat heute mit x Dörfern Waffenruheverinbarungen geschlossen“ Diese Gebiete sind heute alle Rot und gesichert. Wer damals nicht mitgemacht hatte war bezahlt um Stunk zu machen oder vom IS.
      Man kann deswegen heute sagen das „Grün=bezahlte Söldner der Freunde Syriens“ „Schwarz=IS“ ist. Und das die Söldner oder Söldner im allgemeinen mindestens ebensolche Maden wie die Fanatiker sind, ist durch die Jahrhunderte gut belegt und aktuell auch wieder durch die Enthauptung des Kindes in Aleppo bewiesen. Wenn man sich die Entstehung des IS ansieht könnte man diese ebenfalls zu den Söldnern zählen. Und um dann die Urheber zu nennen sollte man eigentlich die Karte Rot-Blau färben. Nato Blau. Vieleicht mit ein paar tupfern Arabisch grün und Quatar rot dann hat man eine relativ akkurate Beschreibung der derzeitigen Frontverläufe.

  2. Liebes Parteibuch.

    Die durch die westlichen Propagandaschleudern völlig unterdrückte Doppel-Sensation, daß Syrien erstens den Staffan de Mistura -intriganter UNO-Sonderabgesandter zur Förderung des Syrienkrieges- zur unerwünschten Person in Syrien erklärt hat, und das zweitens Moskau den israelischen Botschafter ob der Luftangriffe in Syrien einbestellt hat, zeigt doch auf, daß Damaskus / Moskau nun zum Angriff auf diplomatischer Ebene blasen, um die letzten Kriegsfeuer in Syrien auszupusten.

    Von westlicher Seite hat der Senator Rand Paul durch Veto im Kongress den Beitritt Montenegros zur Nato verzögert, damit die Gefahr eines neuen Kriegsschauplatzes verhindert werden kann; was ihm einige Beleidigungen durch den infantilen und kriegsgeilen Greis, McCain, eingetragen hat.

    Der Präsident Trump und / oder die Leute der Administration haben zu obigen Sachverhalten keinen Kommentar abgeliefert; was als stillschweigende Zustimmung zu dem Friedensprozess erkannt werden darf?

    Nebenbei gesagt, wird das moderate Auftreten des Außenminister Rex Tillerson in China als politische Unerfahrenheit und sogar als Naivität verkauft.

    Dieses unausgesprochene Haupt-Narrativ der „Eliten“: Frieden und Handel ist Schwäche und langweilig, Krieg und Raub ist Stärke und aufregend, wirft ein bezeichnendes Schlaglicht auf die Propagandaschleudern und deren Steuerleute, Kapitäne und Eigner; einen Mann wie Tillerson quasi als Idioten verkaufen zu wollen, das grenzt schon an Dummheit.

    Syrien aber bleibt das Nadelöhr, durch welches das Weltkriegskamel hindurch gezwängt werden soll. Und am Ende kommt die verbeuelte und verrostete Kriegstrompete gegen die zarten und frühlingshaften Töne der Friedensschallmai nicht an-.

  3. @QalaatAlMudiq

    E. #Damascus: Ahrar Al-Sham inside Spinning Factory after takeover from Regime. http://wikimapia.org/#lang=en&lat=33.533883&lon=36.327109&z=15&m

    Wenn der bekannte Terroristensupporter damit recht hat, und es gibt ein Video wie die „Rebellen“ dort durchlaufen, dann ist es jetzt verdammt eng zum Durchbruch nach Qabon, laut wikimapia ist nur noch die Autobahn dazwischen.
    Und da ist bestimmt nicht sehr kuschelig, wenn in den großen Gebäuden nebenan Feinde sitzen.

    Wenn jetzt Al Nusra, Ahrar al Sham und co massenhaft nach Qabun einströmen können, ist natürlich Ende mit den Versöhnungsverhandlungen, es gibt mehr auf dem Boden zu tun.

    Andererseits kann man das ja dann als Chance sehen, keine Zivilisten, die Stadtteile ohnehin weitgehend „verloren“, also frei räumen für den Wiederaufbau.

  4. Liebes PB, Danke für die stets aktuellen und brillanten Informationen zur aktuellen Lage in Syrien. Ich mache mir auch weder um Deif Hafr noch um Palmyra Gedanken. Nach meinen Informationen ist der Highway auch schon wieder geöffnet. Es könnte sich dabei auch um eine Art Durchbruchsversuch in die Provinz Idlib gehandelt haben… Mich interessiert wie es in Ost-Ghouta aussieht und natürlich in Deir-Ezzor. Woher nimmt AQ die Ressourcen für immer neue Angriffe wie kürzlich in Jobar?

    1. Zweites SVBID auf Souran in Nordhama und Artilleriebeschuss, nächste größere Offensive der „Rebellen“?

      Und dann jammern, dass der Waffenstillstand nicht eingehalten wird, wenn zurückgeschossen wird.

      Mal sehen, ob die Offensiven gegen ISIS gestoppt werden müssen, um die Verteidigung zu stärken und Gegenoffensiven zu starten.

    2. Es sind immer noch Zigtausende unter Waffen.
      Diverse Gebiete wurden geräumt, da sind Kämpfer frei geworden, die suchen neue Ziele.

      Waffen sind auch noch im Überfluss vorhanden. Es kann sein, dass der Nachschub jetzt schleppender fließt, die offiziellen Programme der US-Geheimdienste etc. dürften wohl auch deutlich reduziert wenn nicht beendet sein. Aber die alten sind ja noch da, und wenn die Türkei nicht mehr offen unterstützt, heißt das ja nur, dass der Nachschub teurer wird, und in Wahhabistan gibt es genug Ölmilliarden.

      Es gab Kämpfe um Waffendepots, Al Nusra hat sich einiges unter den Nagel gerissen.

      Die besetzten Gebiete laufen ja als kleine Kalifate, da wird es sicher „Revolutionssteuern“ und „Sicherheitsabgaben“ oder sonstwas geben, an die dort stationierten Kräfte.

      Also auch wenn der US-Support gänzlich ausbliebe, trocken die „Rebellen“ nicht sehr schnell aus.
      Aber man kann hoffen, dass der Nachschub langsamer fließt, weniger Geld kommt, manche der Söldner sich umorientieren (der Übergang zur örtlichen Mafia dürfte fließend sein) und Syrer sich wiedereingliedern lassen.

      Mich hat es eher gewundert, dass es lange keine größeren Offensiven gab; jetzt jubeln die Terrornterstützer,sollen sie kommen, und richtig auf die Mütze bekommen.

  5. Heute wurde von neuen Reiseregelungen der USA berichtet: USA verschärfen Handgepäckregeln
    (https://www.tagesschau.de/ausland/elektrogeraet-verbot-103.html)

    Das wirklich interessante an der Meldung sind die betroffenen acht (!) Länder: Ägypten, Jordanien, Kuwait, Marokko, Katar, Türkei, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate

    Denn das sind andere (!) Länder als die, die Obama und Kongress als die Terrorverantwortlichen ausmachten und gegen die Trump versuchte, eine Einreisestopp zu verhängen.

    Es scheint sich etwas in die richtige Richtung zu tun.

    1. Meier

      Das würde ich eher nicht so sehen. Es sind – abgesehen von Israel – vermutlich einfach die einzigsten Flughäfen der Region, von wo aus es überhaupt noch Direktflüge in die USA gibt. Reisende aus anderen Ländern der Region, etwa Pakistan, müssen, wenn sie überhaupt in die USA rein dürfen, in Europa, Nahost oder Ostasien ohnehin das Flugzeug wechseln.

      1. Stimmt, liebes Parteibuch. Terroristen aus den bisherigen sieben Terrorländern könnten in die nun genannten neuen acht Terrorländer, ähmm, da sind natürlich keine Terrorländer darunter, sondern alles unbescholtene Staaten, reisen und dazu benutzen, ihre terroristischen Anschläge in den USA zu begehen 😉 Aber im Ernst: Ich finde es schon bemerkenswert, dass es nur diese acht Länder – und keine anderen der ganzen Welt – betrifft. Das muss einen Grund haben.

  6. Souran und Mardes in ein paar Stunden, ach Sch…e.

    Diverse Einheiten von der Palmyra-Offensive sind anscheinend nach Damaskus unterwegs.

    Die Tiger dann wieder nach Hama, wie beim letzten mal?

    ISIS wird feiern; und wahrscheinlich auch eine Offensive in der konzertierten Aktion starten?

  7. >>>
    Der ehemalige Terrorberater des Premiers, Nitzan Nuriel, schätzt das Potenzial für eine Eskalation mit Russland im Gespräch mit der „Welt“ indes als niedrig ein: „Moskau wird schon aus wirtschaftlichen Gründen alles tun, um ein direktes Aufeinandertreffen zwischen israelischen und russischen Waffen zu vermeiden.“ Denn wenn bekannt würde, wie unterlegen ihre Waffensysteme seien, würde sich „das sehr schlecht auf Russlands Waffenexporte in alle Welt auswirken.“
    >>>

    Steht in der Welt.

    Bittet da jemand nicht direkt um eine Demonstration?
    Wobei sich wohl beide Seiten nicht restlos sicher sein können, wie eine direkte Konfrontation ausginge.

    1. Andreas

      Allerherzlichst!

      Und vermutlich ist es dann Nitzan Nuriel zufolge so: damit das nicht auffällt, dass die russischen Waffen den israelischen so unterlegen sind, fliegt Bibi seit Jahren quer durch die Welt, um zu versuchen, irgendwie zu verhindern, dass Russland Waffen wie S-300/S-400 und Iskandr an den Iran oder Syrien liefert. Bibi denkt dabei nur daran, dass die russische Waffenindustrie Schaden nehmen könnte, denn nichts anderem gelten seine Sorgen.

      https://www.rt.com/news/250833-obama-s300-iran-controversy/

      https://sputniknews.com/politics/201509191027248063-netanyahu-putin-israel-russia-syria/

      1. Den Artikel in der WELT über Nitzan Nuriel habe ich auch gelesen. Der Autor sprach davon, dass es bisher einen „Pakt“ zwischen Russland und Israel gab, Angriffe der Israelis zu dulden. Ist dem so, liebes Parteibuch? Der Zwischenfall von Ende letzter Woche mit den vier Fliegern ist ja nicht die erste Operation der Israelis – und die Russen werden es ja sicherlich immer mitbekommen haben, wenn eine israelische Mücke in den syrischen Luftraum eingedrungen ist.

      2. Meier

        Ein Pakt ist wohl zuviel gesagt. Aber nachdem Russland 2015 in Syrien offiziell mit Luftabwehr und Flugzeugen aufgetaucht ist, gab es ein Einverständnis zwischen Netanjahu und Putin, dass sich daraus kein russisch-israelischer Krieg entwickeln soll. Und es soll wohl auch so etwas wie ein russisch-israelisches Dekonfliktierungsabkommen auf militärischer Ebene geben, sprich, wenn israelische Flugzeuge sich über Syrien gegenüber Russland als solche identifizieren, wird die russische Luftwaffe und Luftabwehr sie nicht attackieren. Im Gegenzug dazu, die IAF Nadelstiche gegen Hisbollah in Syrien ohne Gegenmaßnahmen der russischen Luftabwehr ausführen zu lassen, hatte wohl Russland von Israel erwartet, dass Israel damit aufhört, Al Kaida, ISIS und andere Terrorgruppen zu unterstützen.

        Doch da ist natürlich ein Fehler in der Logik: Hisbollah kämpft bei Palmyra gemeinsam mit Syrern und Russen gegen ISIS, dementsprechend bringen israelische Luftangriffe auf Hisbollah da zwangsläufig eine Unterstützung von ISIS mit sich, und eine Gefährdung russischer Soldaten obendrein. Das scheint nun auch eben der Punkt zu sein, der dem israelischen Botschafter in Moskau gerade bei seiner Einbestellung erläutert wurde, und weshalb Russland Israel da für den Wiederholungsfall offenbar ein russisches Eingreifen auf der Seite von HIsbollah und Syrien gegen Israel in Aussicht gestellt hat.

        Und eben das missfällt den Israelis offenbar sehr, zumal das US-Militär Israel dabei keine Rückendeckung gab, sondern der Pentagon-Sprecher von einer bilateralen israelisch-syrischen Angelegenheit sprach. Das bedeutet, wenn Israel sichwegen angeblicher Waffenlieferungen an Hisbollah zu einem Krieg gegen Hisbollah entschließt, können Israel es dabei wohl mit Hisbollah, Syrien, Iran und Russland zusammen zu tun bekommen, während Israel bei dieser „bilateralen Angelegeneheit“ keine Unterstützung von den USA erwarten kann. In dieser Konstellation stünden die Chancen von Israel, aus so einem Krieg ohne größere eigene Verluste und siegreich hervorzugehen, natürlich sehr schlecht. Mit anderen Worten: Israels jahrzehntelange totale regionale Dominanz durch von den USA gesetzlich garantiertes QME dürfte gerade Geschichte geworden sein.

      1. Man sollte sich nie zu sicher fühlen.
        Wie viele Raketen können die in Syrien stationierten Systeme abfangen?
        Wie viele können die Israelis abfeuern?

        Rational ist so ein Szenario nicht nach herkömmlichen Maßstäben, ein paar Milliarden losballern nur um „Recht“ zu haben, man kann so ein System ausschalten.
        Aber danach kann man israelische Politik wohl nicht beurteilen.

      2. „Rational ist so ein Szenario nicht nach herkömmlichen Maßstäben, ein paar Milliarden losballern nur um „Recht“ zu haben, man kann so ein System ausschalten.
        Aber danach kann man israelische Politik wohl nicht beurteilen.“

        .

        Rational war Militär noch nie zu beurteilen. Militär ist Schizophren.

  8. @H. Meier
    “ H. Meier sagt:
    21. März 2017 um 23:13
    Den Artikel in der WELT über Nitzan Nuriel habe ich auch gelesen. Der Autor sprach davon, dass es bisher einen „Pakt“ zwischen Russland und Israel gab, Angriffe der Israelis zu dulden. …“

    Es ist ohne weiteres möglich dass es so eine Vereinbarung mal gab. Nur in Anbetracht der Tatsache dass dort im Angriffstreifen der israelischen Flugzeuge es auch russische Pioniere die Mienen beseitigen und ein Opfer hätten werden könnten, denke ich dass diese Vereinbarung hiermit gekündigt worden ist.

    https://deutsch.rt.com/international/47937-un-gesandter-russland-untersagt-israel-angriff-syrien/

    1. Lieber Karsten, liebes PB,

      es ist gut, dass dieser „Pakt“ – oder wie immer man es nennen mag – offensichtlich Geschichte ist. Doch was hat Russland einst bewogen, einen solchen „Pakt“ einzugehen? Ich kann mir das bisher nur so erklären, dass in der Ära vor Trump eine Konfrontation mit Israel eben auch eine Konfrontation mit den USA bedeutet hätte – und das kann Russland auch nur in homöopathischen Dosen gewollt haben, und hat somit die Israelis (zähneknirschend) gewähren lassen. Die offiziellen Signale aus Washington waren nun sehr eindeutig, wenn der letzte Luftangriff zur syrisch-israelischen Sache erklärt wurde. Ich hoffe, dass die Israelis diese Botschaft verstanden haben und zur Besinnung kommen. Die Israelis sollten nun alle ihre Energie in die Umsetzung einer Ein-Staaten-Lösung ohne Apartheid stecken. Einen besseren Weg gibt es nicht.

      Beste Grüße!

      1. Da gibt es offenbar noch verschiedene Auffassungen.

        Der Luftschlag bei Palmyra war eine direkte Provokation, weil dort direkt Russen hätten getroffen.

        Israel hat ja direkt nachgelegt und einen Hisbollah-Kommandeur getötet, weit ab von Gegenden, in denen Russen sind.
        Daraufhin wurde wieder der Botschafter in Moskau einbestellt.

        Also entweder, die Russen haben das Abkommen gekündigt, die Israeli tun so, als ob es weiter gilt; dann bedürfte es noch der Verdeutlichung der Konsequenzen, für den nächsten Fall.

        Oder Moskau hat das „Abkommen“ nicht komplett gekündigt, sondern deutlich darauf verwiesen, dass auf keinen Fall Russen gefährdet werden dürfen.
        Und die Israeli verdammt noch mal die Provokationen lassen sollen, direkter neuer Luftschlag nach der Einbestellung des Botschafter, öffentliche Äußerungen“ die Russen können eh nichts“.

        Sondern wieder zum früheren stillen Übereinkommen zurückzukehren, es werden keine Russen gefährdet, und nicht drüber gesprochen.

        Es haben sich natürlich teilweise die Kräfteverhältnisse geändert; aber prinzipielle Überlegungen, dass man keine militärische Konfrontation mit Israel sucht, gilt ja immer noch, es läuft doch ansonsten ziemlich gut für die Russen, das könnte ein Risiko sein.

  9. >>>
    @Charles_Lister

    #pt: Three separate FSA sources tell me the MOM has resumed provision of “some“ support to vetted factions in Idlib, W. #Aleppo & N. #Hama.
    >>>

    MOM ist der türkische „Dachverband“ über die befreundeten Terroristen, oder?
    Erdogans Rache für den Coup der Abriegelung Manbics?

    Lister hat ja kürzlich entdeckt, dass AL Quaida „anfängt, die syrische Opposition zu schlucken“.
    Was für ein Idiot; aber seine Kontakte zur „Opposition“ dürften gut sein.

    1. Was für ein Idiot;

      Er ist kein Idiot, er ist ein lügnerischer Propagandist. Er weiß natürlich ganz genau, dass Al Qaida die „gemäßigte“ militante Opposition schon seit Jahren dominiert hat; er spielt es nur herunter.

  10. anscheinend will Israel den Krieg gegen Syrien allein, also ohne US Unterstützung, weiterführen. Es waren jetzt wieder, wie im Dezember vor dem Angriff auf Palmyra, israelische Luftangriffe das Signal für Angriffe von IS und Al Kaida. Jedenfalls zeitlich arbeiten beide zusammen und ich vermute, dass Israels Militär die Strategie bestimmt. Das strategische Ziel ist wohl nicht Damaskus, sondern wieder Palmyra und indirekt Deir Ezz Zour, weil in Palmyra Kräfte abgezogen werden nach Damaskus , die zur Verteidigung dort notwendig sind oder schon auf dem Weg nach Deir EZZ Zour waren.
    Ich glaube nicht, dass die Russen Krieg gegen Israel führen wollen, da gibt es auch nichts zu gewinnen, es geht nur um Verteidigung und Schadensbegrenzung.
    Es wäre wichtig, herausbekommen, was die eigentlich wollen und die Strategie zu erkennen, sonst läuft man immer hinterher und es kommen böse Überaschungen wie im Dezember in Palmyra.

    1. Sehr geehrter Herr Meier, ein solches Eroberung- und Okkupation Regime, das einem stabilen Kriegshaushalt, von 70% hat, ist ohne die Unterstützung, der USA und seiner Vasallen, nicht Machbar. Wenn der Rothschild Clan, seinen bissigsten Mastino , die USA verloren haben sollte, kann das ihr Pinscher EU, nicht ausgleichen.

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