SDF-Kräfte nehmen weitere Ortschaften am Euphrat ein

Während die syrische Armee nach dem Erreichen des Euphrat in der nordsyrischen Provinz Aleppo vor drei Tagen zunächst einmal ihre Positionen zu konsolidieren scheint, haben die unter anderem von den USA unterstützten kurdisch geprägten Kräfte der SDF weitere Örtlichkeiten stromabwärts am Euphrat zwischen Raqqa und Deir Ezzor eingenommen.

Al Masdar News meldete am Morgen beispielsweise, dass SDF-Kräfte 40 Kilometer Land am Euphrat, darunter die Ortschaften Muqlah Kabirah, Khass Hibal, Khass Dakur und Khas Ujayl, eingenommen haben. Die Nachrichten dazu sind zwar noch etwas widersprüchlich – Al Masdar News schreibt etwa, die Ortschaften würden am nördlichen Ufer des Euphrat liegen, doch laut Wikimapia liegt Muqlah Kabirah am südlichen Ufer, weshalb die Einnahme des Ortes bedeuten würde, dass die SDF-Kräfte da bereits einen Brückenkopf über den Euphrat errichtet haben -, doch klar ist, dass die SDF-Kräfte in der Gegend große Fortschritte gegen die ISIS-Terroristen machen. Am Vormittag wurde etwa berichtet, dass SDF-Kräfte auch die nördlich des Euphrat gelegene Ortschaft Mataab eingenommen haben.

Nachfolgende Karte ist zwar von vorgestern, aber trotzdem ist darauf gut zu sehen, dass SDF-Kräfte von Nordosten kommend die Terrorgruppe ISIS an weiten Teilen des nordöstlichen Euhrat-Ufers zwischen Raqqa und Deir Ezzor attackieren.

Und zwischenzeitlich sieht es eben so aus, dass die Attacken der SDF gegen die Terrorgruppe ISIS da erfolgreich waren, und ISIS die Kontrolle über Dutzende Kilometer des nordwestlichen Euphrat-Ufers verloren haben dürfte. Zu der Frage, ob es den SDF-Kräften in der Gegend bereits gelungen ist, einen Brückenkopf über den Euphrat zu errichten, oder ob das noch bevorsteht, wird man vermutlich in den nächsten Tagen mehr hören. Die Terroristen von ISIS machen im Moment jedenfalls nicht den Eindruck, als dass sie das komplette südwestliche Ufer des Euphrat zwischen Raqqa und Deir Ezzor noch lange halten können.

Nachtrag: Wer sich eine Vorstellung machen will, wie das praktisch aussieht, da: hier sind ein paar Bilder, die die gestrige Einnahme des Dorfes Hajaj durch SDF-Kräfte zeigen sollen.

Da kräht der Hahn und in einem Schuppen steckt der Feind. So sieht der Krieg gegen die Terrorgruppe ISIS in dieser sehr abgelegenen ländlichen Gegend aus.

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26 Gedanken zu “SDF-Kräfte nehmen weitere Ortschaften am Euphrat ein

  1. Tiger Einheiten Waren gezwungen Ofensive zu stopen nach dem Sie bei einen Selbstmordanschlag 11 Soldaten verloren haben. Gleichzeitig haben Türkische Proxis bei einen Artelerie Angriff 8 Soldaten getötet haben und 11 verletzt haben. Auch Angriff auf Flughaffen würde zuerst zurückgeschlagen. Tiger wartet sicher auf Resultate von Putin-Erdogan Treff in Moskva um Ehen wie weiter vorzugehen.
    Nächste Ziel muss Flughaffen sein und dann Räumung von Deir Hafer Tasche. Erst dann kann man Blick auf Tabca werfen.

    1. Eine Frage, taucht doch bei diesen permanenten Selbstmord Fahrzeugen auf, die Soldaten müssten es doch jetzt mal langsam wissen, warum werden die Fahrzeuge, nicht mit Kornet Panzer Raketen rechtzeitig abgeschossen. Haben die etwa, keine Kornet ???

  2. Ich gehe mal davon aus, dass es von einer Euphrat-Querung Bilder gäbe, also wohl eher eine falsche Namenszuordnung.

    Es dürfte nur eine Frage von Tagen sein, bis sie die Vorstöße zum Euphrat verbinden; dann wird man sehen, ob sie auch weiter nach Süden gehen.

    Wäre wohl logisch, vor dem direkten Angriff auf Raqqa noch mehr Hinterland von ISIS abzuschneiden.

    Zur Zeit keine Berichte mehr über von den Türken beschossene Regierungssoldaten; ist Vernunft eingekehrt?

    Dafür zündelt es etwas zwischen den Türkenproxys und den Kurden im Gebiet Afrin, da war ja auch noch einiges.

  3. Der Fluß gibt doch eine wunderbare natürliche Panzersperre ab, oder? Um Raqqa zu umzingeln braucht man auch nicht südlich des Flusses zu sein. Ich sehe für den SDF auch mittelfristig, bis Raqqa befreit wurde, kein strategisches Ziel südlich der „natürlichen Panzersperre“.

  4. der Flughafen kann gut befestigt sein, es gibt da sicher Tunnel
    und Bunker. Deir Hafer ist auch stark befestigt, aber nur ein Kleiner
    Ort. Meine Meinung: die Tiger sollten die Belagerung abbrechen und
    durch SDF Gebiet nach Deir Ezz Sour fahren.
    Da werden sie dringend gebraucht , und da wird wohl auch der Krieg entschieden.

    1. Der Krieg könnte nur noch am Verhandlungstisch oder ähnliches umentschieden werden; selbst ein Fall von Deir ez Zur, und dort sieht es ja weiterhin stabil aus, brächte ISIS nicht mehr auf die Beine.

      Wenn die SAA dorthin vorstieße, gäbe es trotzdem keine direkte Verbindung zu dem eingeschlossenen Gebiet. Der Euphrat ist recht breit, und eine Brücke basteln dauert, das Material muss auch erst mal hingebracht werden.

      Und was sollen sie dann dort machen? Offensiven von dort aus sind schwierig, binden viele Mann und Material, bieten ein präsentes Ziel für die immer noch wohl 15 Tausend ISIS-Kämpfer.

      Und wenn die Dshcihadistenfreunde in Idlib oder Hama oder Homs zu einer Großoffensive starten, kriegt man die Truppen nicht sehr schnell zurück, eingenommene Gebiete müssten wieder aufgegeben werden.

      Also solange sich die Truppen dort gut halten, denke ich nicht, dass es demnächst so eine Aktion geben wird.
      Naheliegender scheint ein Vormarsch auf Tabqa, auch über die Straße von Itria, und wenn das Gebiet gesichert ist vielleicht eine Verbindung mit der Palmyra-Front.
      Oder es geht doch recht zügig koordiniert gegen Raqqa, das braucht alle verfügbaren Offensivkräfte.

    2. Nein die Strategie ist absolut richtig. Die Offensive muss mindestens bis Flugplatz Taqba laufen

    3. Sehr geehrter Herr Meier, wie gut das die Russische Luftwaffe, Bunker brechende Bomben in ihrem Arsenal hat. Durch SDF Gebiet, da unten, da müssten sie erst mal die USA und Barsani / Israel bitten und wie diese Bitte beantwortet wird, das ist jetzt schon klar. Da niemand so viele Dollar druckt, wie die FED, wird es auch nicht möglich sein, Barsani Umzustimmen.

      1. @ Felix Klingenberg

        „… wird es nicht möglich sein, Barsani umzustimen.“

        Barsani Kurden sollte man natürlich nicht fragen, ich geh davon
        aus, dass die YPG bei den SDF bestimmt. Wenn Barsanis
        Peschmerga nach Deir Ezz Sour gehen wollen, es gab hier ja mal
        so ein Gerücht, dann wäre das ein Grund mehr, dass die SAA sich
        dort verstärkt engagiert, damit die Saudi-Israel Proxies die Stadt
        nicht bekommen.

  5. Hallo, ein Partei Buch, du hast mich in deinem Kommentar als Troll bezeichnet, ok deine meinung, bin ich keiner. Das war ein Artikel von Jurasymi mit dem Foto , dafür kein ist nchts. Die Tatsache ist, dass ich den Presindenden von Ukraine persönlich kenne, bzw. war befreundet mit seinem Bruder Michael Poroshenko, der 1995 oder 1996 verstorben bzw. umgebracht worden ist

  6. Liebes Parteibuch.

    Welche Beteiligung am hat die Türkei konkret am Krieg in Syrien mit wem und gegen wen noch?

    Die Annäherung an Russland wird nun in Westeuropa als Zeitzünderbombe massiv abgestraft. -Wunderlich allerdings, daß türkische Politiker bei den 500.000 Türken in England scheinbar keine Wahlwerbung machen (wollen oder dürfen?).

    Trump äußert sich zu dem gemeinsamen türkisch-russischen Vorgehen nicht, und Putin lobt Erdogan für die kooperative Haltung in Syrien.

    Bleiben also nur England oder Israel, welche diese anti-Erdogan-Kampagne in Westeuropa steuern.

    In Kürze wird T. Meysan von voltaire.net sicherlich einen Artikel zu diesem Thema bringen.

  7. Zum zweiten:

    Gibt es bei dem Parteibuch oder bei den Foristen nähere Erkenntnisse zu der Zusammenarbeit der Trump-Administration mit den Russen in Syrien?

    Da läuft etwas sehr still und gut. Vielleicht ließe sich aus der militärischen Sachlage auf die politische schließen!

    1. Hans

      Ganz offensichtlich läuft die amerikanisch-russische Zusammenarbeit der Militärs in Bezug auf Syrien gegenwärtig in ziemlicher Stille recht gut. Und ebenso klar ist, dass da auch andere US-Behörden einen Beitrag zu leisten.

      So war zu lesen, dass die CIA die Waffen- und Finanzhilfe über die Türkei für „Rebellen“ in Syrien nach dem Amtsantritt von Trump eingefroren hat:

      http://www.reuters.com/article/us-mideast-crisis-syria-rebels-idUSKBN1601BD

      Und nun hat das US-Außenministerium die bis vor kurzem noch von der CIA unterstützte Kopfabschneidergruppe Nur Al Din Zanki mitsamt der ganzen HTS-Allianz offiziell zu Al-Kaida-Terroristen erklärt:

      https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Tahrir_al-Sham&oldid=769852759#Designation_as_a_terrorist_organization

      Dass Ahrar Al Sham von den USA noch keine Designation als Terrorgruppe erhalten hat, mag dabei sogar hilfreich sein, denn das fördert gegenwärtig den Zwist unter den Terroristen in der Provinz Idlib.

      Ich stimme dir völlig zu, dass man da von der militärischen Sachlage auf die politische schließen kann. Öffentlich gute Beziehungen zu Russland zu annoncieren, ist im Moment aufgrund der anti-russischen Hexenjagd der Lakaien von Wall Street und AIPAC schwierig für die Trump-Administration, aber unter dem Radar der breiten Öffentlichkeit unternimmt Trump offenbar längst praktische Schritte, um die Beziehungen zu Russland wieder zu verbessern.

      1. Danke sehr! Die Großwetterlage wird zu wenig besprochen. Geostrategisch denken heißt auch, sich im Denken des Geostrategischen irren zu können. Deshalb scheuen viele potente Köpfe einen großen Wurf aus Angst, im Irrtum zu sein. Das ist schade.

        Das stickige klein-bei-klein ist ermüdent. Und wenn das Detail selbstverständlich wichtig ist: :“Im kleinsten Feld die ganze Welt.“ (Keller oder Fontane?), dann ist doch der großzügigen und weitherzigen Sichtweise der Vorzug zu geben. Denn das Detail läßt sich erarbeiten, das Ganze aber läßt sich nur schauen. Vor allem kann man sich auch im Detail fürchterlich vertun.

        „Die durch den Irrtum zur Wahrheit reisen, / Das sind die Weisen.
        Die im Irrtum verharren, / Das sind die Narren.“ (Keller?)

  8. Zum dritten:

    Auf Sputnik oder RT wurde ein aktuelles Bild des Ehepaares Assad gezeigt. Die Erschöpfung des Präsidenten Assad und die der Gattin ist erschreckend; und zeigt als Schlaglicht sicherlich stellvertretend die Erschöpfung des ganzen syrischen Volkes durch diesen verfluchten Krieg.

    Sollte Syrien diesen Krieg als geographische und staatliche Organisation als Ganzes überstehen, dann hat England einen Krieg verloren.

    Das wäre fabelhaft in dem Sinne, daß der Löwe (von Damaskus) mit dem (russischen) Bären den Drachen (der City) bewältigt hat…

  9. Hier eine interessante Einschätzung von Korybko und Haddad, die ich im MoA (Moon of Alabama)-Forum gefunden habe.

    Andrew Korybko has analyzed the USA’s Race for Raqqah strategy in great detail:
    The Race For Raqqa And America’s Geopolitical Revenge In “Syraq”–1
    http://orientalreview.org/2015/10/14/the-race-for-raqqa-and-americas-geopolitical-revenge-in-syraq-i/
    The Race For Raqqa And America’s Geopolitical Revenge In “Syraq”–2
    http://orientalreview.org/2015/10/14/the-race-for-raqqa-and-americas-geopolitical-revenge-in-syraq-ii/
    Andrew Korybko is the American political commentator currently working for the Sputnik agency.
    Hamsa Haddad is the Syrian researcher based in Moscow.

  10. Das ist ein etwas größeres Dorf, direkt vor Deir Hafr; das könnte darauf hin deuten, dass ISIS in und um Deir Hafr schon auf dem Rückzug ist, der Ort war ja seit der Befreiung Kuweires direkt an der Frontlinie und sollte gut befestigt sein.

    Yusha Yuseef sagte
    Yusha Yuseef‏Verifizierter Account @MIG29_ 13 Std.Vor 13 Stunden

    Some info , ISIS wanted to sinking The Syrian army by Al-Fourat Water if Tigers Advance into Dier Hafer amd its East Villages

    The Tiger order to stop advance there , and went to the northen villages to prevent Al-Fourat forces progress and avoid sinking

    Now , All ways are opened to Attack Dier Hafer And other Villges South of Kouiers airbase

    Ich nehme an, Al Fourat ist der Kanal, zur Bewässerung; und wenn man die Schleusen „richtig“ öffnet, steht alles ringsum unter Wasser.
    Jetzt ist das Problem gelöst? Er schreibt ja nicht, wie.

    Aber egal, anscheinend geht es los, nach vier Tagen Pause.

    ————————–

    Und in Homs grüne Busse, der Deal in AL Waer steht.

      1. ah Danke.
        Das Wasser muss ja irgendwie in die Fläche, also wahrscheinlich schon über Bewässerungskanäle?

        Unklar bleibt, wieso sich jetzt die Situation geändert hat, logisch wäre die Kontrolle über irgendwelche technischen ANlagen, man kriegt ja das Wasser nich tienfach so aus dem Stausee heraus.

        Wie auch immer;

        Yusha Yuseef‏Verifizierter Account @MIG29_ 41 Min.Vor 41 Minuten
        Mehr
        Breaking || SAA Tiger forces full control Humimiah Segirah village south of Humimiah Kbirah East Of Kuieres AirBase

        Es geht weiter.

      2. andreas

        Ja. ISIS hat vor ein paar Wochen schon mal Wasser aus dem Euphrat über einen Bewässerungskanal missbraucht, um damit Ortschaften zu fluten, damit die syrische Armee sie nicht einnimmt.

        Vor ein paar Tagen hat die syrische Armee nun den Zugang zu den Bewässerungskanälen eingenommen, weshalb die Gefahr nun gebannt ist. Und ebendrum konnte die Armee heute nun in Klein- und Groß-Humimiah vorrücken, ohne befürchten zu müssen, dass ISIS-Terroristen das wieder durch eine künstliche Flut zu verhindern versuchen.

        Interessant ist, dass die syrische Armee bislang nicht die Jirah Airbase eingenommen hat. Das deutet darauf hin, dass ISIS die Basis sehr stark verteidigt, dafür aber nun die Front westlich von Deir Hafr nicht halten kann.

  11. Inzwischen hat das Wasserwerk in Khafsa Strom bekommen vom Tischrin-Staudamm und
    soll schon Wasser pumpen. Der Staudamm scheint also tatsächlich nicht mehr von ISIS besetzt zu sein, sondern von den SDF-Einheiten.

    Außerdem ist Humimiah Saghira westl. von Deir Hafer ebenfalls befreit worden.

    1. Hab Kind

      Was da passiert ist, ist, dass ISIS-Terroristen den Pumpen am Tabqa-Damm nahe Raqqa den Strom abgestellt haben. Nun helfen die YPG/SDF-Einheiten der syrischen Regierung mit Strom für die Aleppo-Pumpen vom nahe Manbij unter ihrer Kontrolle stehenden Tishrin-Damm aus.

      Da gibt es nun offenbar eine weitere Kooperation der insbesondere US-gestützten SDF/YPG mit der insbesondere russisch-gestützten SAA. Das ist nicht nur gut für die Einwohner von Aleppo, sondern auch ein erfreuliches Zeichen dafür, dass die amerikanisch-russische Kooperation am Boden in Syrien und überhauot in der Welt vermutlich besser ist als es die Massenmedien im Westren zeigen.

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