Eine andere Welt

Viele Details von der jüngsten Reise des Machthabers des zionistsichen Apartheidregimes nach Moskau sind nicht bekannt, doch eine Geschichte ist doch durchgesickert.

Der israelische Regierungschef Netanjahu wollte wohl dem russischen Präsidenten Putin in Moskau eintrichtern, dass Iran Böse ist und instrumentalisierte dazu die anstehenden jüdischen Purim-Feiertage, wo Netanjahu zufolge Juden dessen gedenken, dass Perser vor 2500 Jahren angeblich alle Juden vernichten wollten.

Putin soll Netanjahu darauf RT und AFP zufolge geantwortet haben, dass wir nun in einer anderen Welt als vor zweieinhalbtausend Jahren leben. Das ist wohl dumm gelaufen für Netanjahu, der mit dummer anti-iranischer Propaganda zur persischen Geschichte punkten wollte.

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26 Gedanken zu “Eine andere Welt

  1. Tja – das sind die ewig gestrigen! – Die haben in der Geschichte schon so einiges verpasst und werden wohl leider auch noch einiges Weitere verpassen! Zum Geldverdienen reicht es aber wohl doch immer noch!

    1. Als die „ewig gestrigen“ würde ich das nicht abtun. Wenn Putin mehr über die Theologie wüsste, dann hätte er Bibi auch theologisch hinterfragen können. Bibi hat das sehr geschickt formuliert, wenn er sagte, dass Perser vor 2500 Jahren alle Juden vernichten wollten. Geschickt ist es deshalb, weil er nicht gesagt hat, dass es DIE Perser waren. Es war nämlich – nach biblischem Befund – nur einer, ein gewisser Haman. Und es war der persische (!) König Ahasveros, der dafür sorgte, dass dieser Haman sein Ansinnen mit dem Tode bezahlte. Dieser König war übrigens mit einer sehr schönen Jüdin, Ester, verheiratet. Insoweit verdankt das jüdische Volk diesem persischen König Ahasveros sein Überleben. Man könnte auch darüber nachdenken, inwieweit es eine Parallele zu dem biblischen Bericht darstellt, wenn sich Iraner heute für eine Ein-Staat-Lösung ohne Apartheid einsetzen.

      Worüber man aber aus heutiger Sicht auch sprechen muss, das ist die Rache, die das jüdische Volk an dem ganzen Hause Hamans nahm. Da kamen 75.000 Menschen ums Leben. Da ging es darum „zu vertilgen, zu töten und umzubringen samt den Kindern und Frauen und ihr Hab und Gut zu plündern.“ Insoweit wäre Bibi zu fragen, wen genau er unter den Iraner in der Nachfolge Hamans sieht (Beweise!) und ob er auch plant, gemäß dem biblischen Vorbild sich an den Frauen und Kindern der Haman-Nachfolger zu rächen? Wie will Bibi das allen zivilisierten Kräften dieser Welt verklickern wollen?

      Du bist in den letzten Jahren zu weit gegangen, Bibi! Es sind genug Menschen heimatlos geworden und gestorben. Es ist an der Zeit, zur Besinnung zu kommen und Frieden zu finden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass G’tt etwas anderes will.

      1. Noch ein Nachtrag:

        Die angegeben Quellen zitieren nicht in wörtlicher Rede, ob Bibi von Persien oder Persern sprach. Auf alle Fälle verbieten sich Kollektiva nach den o.g. Ausführungen. Ich finde es immer wichtig, genau hinzuschauen, wenn sich jemand auf Religion beruft.

      2. Liebes Parteibuch,

        kurz die Rückmeldung: Es war sehr gut, dass der iranische Außenminister und auch der jüdische Vertreter im iranischen Parlament, Netanjahus eigenartige Purim-Deutung öffentlich hinterfragten. Ich entdeckte den Hinweis darauf diese Woche auf zwei deutschsprachigen Seiten, die eher christlich-zionistisch ausgerichtet sind (bzw. waren) – und las dort mit großem Interesse die Reaktionen. Dass die Seiten das überhaupt aufgegriffen haben, zeigte mir, dass bei denen wenig Interesse an einer militärischen Auseinandersetzung mit dem Iran besteht. Sehr gut!

        Besten Gruß!

  2. So so, einer der Gründe, sich so gegen den Iran zu positionieren, liegt also an einem (vermeintlichen) historischen Ereignis vor zweitausendundfünfhundert Jahren (!!)… ein anderes (verbrieftes) historisches Ereignis, nicht mal achtzig Jahre her, stellt aber keine Probleme dar, eine „intensive und gute Beziehung“ mit dem anderen Part zu führen.
    Ich habe gestern gelesen, dass die Hamas, oder zumindest größerer Teile dieser Truppe, eine Einigung mit Israel unter Anerkennung der „ 67er Grenzen u.U. akzeptieren würden… eine sensationelle Nachricht wäre das, sollte es sich nicht um eine FN handeln. Das wäre dann sicherlich der „größte Angriff“ auf Israel seit 2500 Jahren 😉

    1. kaumi

      Hamas und auch Iran haben schon vor über 10 Jahren erklärt, dass sie die saudi-arabische Friedensinitiative von 2002 unterstützen, also Rückzug von Tel Aviv auf die international anerkannten 67er Grenzen gegen diplomatische Anerkennung. Es ist das zionistische Regime, das eine Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts basierend auf dem Völkerrecht ablehnt.

      1. PB:
        „Es ist das zionistische Regime, das eine Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts basierend auf dem Völkerrecht ablehnt.“

        Absolut korrekt. Rabins tragischer Abgang war ja Beweis genug.
        Wenn aber das Entgegenkommen der Hamas nun medial ausgeschlachtet wird und eine Eigendynamik erhielte, sähe sich die Tel Aviver- Zio-Gruppierung einem enormen Druck ausgesetzt.
        Sie wollen keine Zweistaatenlösung, sie blockieren eine Ein-Staaten-Lösung. Sie reagieren destruktiv auf die „Friedensinitiative und das Angebot“ der Hamas… in der Außendarstellung und vom Image her bliebe den Bibis und Liebermanns nicht mehr viel übrig, um eine Geschichte zu konstruieren, die deren Friedensblockaden rechtfertigen… es sei denn, die große Nebelkerze namens „Satan Iran“ wird bis zum letzten ausgereizt. Aber spielen ihre vormals so treuen Flügelmänner USA, GB, D und Fr dann alle immer noch mit?

      2. Wichtiges Detail: Meines Wissens hat Imam Chamenei das unter der Einschränkung gesagt, dass wenn die Bevölkerung Palästinas – einschließlich der Vertriebenen – sich in einer Abstimmung für eine solche Einigung entscheiden würde.

      3. Mahmoud

        Ja, natülich. Eine Lösung der Palästina-Frage kann es nicht über die Köpfe der Palästinenser hinweg geben.

        Aber so wie es aussieht, würden die Palästinenser vermutlich jedem halbwegs gerechten – und sogar einem völlig ungerechten – Frieden zustimmen, und das schon seit vielen Jahrzehnten.

        Das, woran es mit dem Frieden hapert, ist die völlig fehlende Friedenswilligkeit des israelischen Regimes.

  3. Cyrus the Great respected the customs and religions of the lands he conquered.[13] This became a very successful model for centralized administration and establishing a government working to the advantage and profit of its subjects.[8] In fact, the administration of the empire through satraps and the vital principle of forming a government at Pasargadae were the works of Cyrus.[14] What is sometimes referred to as the Edict of Restoration (actually two edicts) described in the Bible as being made by Cyrus the Great left a lasting legacy on the Jewish religion, where, because of his policies in Babylonia, he is referred to by the Jewish Bible as Messiah (lit. „His anointed one“) (Isaiah 45:1),[15] and is the only non-Jew to be called so.[16]
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    Wiki

  4. Das was Netanjahu in Moskau von sich gegeben hat, entspricht der typischen Denke ultraorthodoxer Juden, die mittels des Zionismus auf diese Weise Landraub legitimieren.

    In einer Grundsatzrede aus dem Jahre 2009 sagte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu unter anderem:

    Die Verbindung des jüdischen Volkes mit diesem Land existiert seit über 3500 Jahren. Judäa und Samaria (Anm.: die offizielle israelische Bezeichnung für die besetzte Westbank), die Orte, an denen unsere Vorväter Abraham, Isaak und Jakob schritten, unsere Vorväter David, Salomo, Jesaja und Jeremia – dies ist kein fremdes Land, dies ist das Land unserer Vorväter.

    Das ist genau das gleiche Muster. „Wir waren vor ein paar tausend Jahren schon mal dort, also gehört das uns.“
    Für Netanjahu sind die Dinge ganz einfach – gefesselt wie er ist – in seiner selbstgerechten Welt:

    Unser Recht, hier, im Lande Israel, unseren souveränen Staat aufzubauen, ergibt sich aus einer einfachen Tatsache: Dies ist das Heimatland des jüdischen Volkes, hier wurde unsere Identität geformt.

    So sind von Haus aus Eroberer aufgetreten. Sie fanden immer einen Grund, mit dem sie den Angegriffenen zum Schuldigen stempeln konnten … Sie müssen das tun, denn das dadurch entstandene Feindbild, versetzt sie tatsächlich in die Lage zu glauben, sie würden und müssten sich verteidigen.
    aus: https://peds-ansichten.de/2017/01/israels-aktuelle-syrien-politik-versuch-einer-einordnung/

    Da frage ich mich doch, wo der Unterschied zur Ideologie eines Neo-Osamanischen Reiches der Türken ist, ob dessen Erdogan als der Irre vom Bosporus tituliert wird (was ich übrigens primitiv und undifferenziert finde) und ziehe meine (bestätigenden) Schlussfolgerungen zu unseren Leitmedien, wenn beim israelischen Premier die Parallele nicht gesehen werden will.

    Beste Grüße, ped43z

    1. Sehr geehrte/r ped43z , Dann müssen sich, aber viele ganz warm Anziehen, sobald die Mongolen ihre Rechte Einfordern, auf alle Länder, die sie mal Inne Hatten. Das ist dann ganz EURASIEN


      1. Felix Klinkenberg sagt:

        10. März 2017 um 18:41

        Sehr geehrte/r ped43z , Dann müssen sich, aber viele ganz warm Anziehen, sobald die Mongolen ihre Rechte Einfordern, auf alle Länder, die sie mal Inne Hatten. Das ist dann ganz EURASIEN“
        .

        Nicht nur die Mongolen haben da Rechte. Aachen als Stadt wurden z.b. von den Römern gegründet wie Köln.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Aachen#Vorgeschichte_und_Antike
        https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6ln#Antike

        So gesehen ist nach dieser Logik Deutschland italienisch.

    2. @Felix, Karsten

      Sie haben verstanden, genau darum geht es; um ein universelles Prinzip.
      Hat man das erkannt, ist es eine gute Argumentationshilfe.

      Seien Sie herzlich gegrüßt; ped43z

  5. Die Israelis behaupten auch nur was ihnen gerade passt und denken alle anderen wären dumm. Dabei war das Verhältnis zwischen Juden und Iran unter den Sassaniden, also vor Mohammed überwiegend gut. Viele Juden
    hatten im Iran Zuflucht gefunden, während sie im Oströmischen Reich verfolgt wurden. Nachzulesen bei Franz Altheim “ Entwicklungshilfe im Altertum „.
    Da steht auch sehr viel über den Jemen drin, der damals genauso umkämpft
    war, wie heute. Die Juden haben in vorislamischer Zeit im Jemen und auch auf der arabischen Halbinsel eine große Rolle gespielt. Eine Feindschaft mit dem Iran gab es dabei nicht.

  6. Ganz so einfach wird es schon nicht gewesen sein. Ich vermute eher, dass darüber gesprochen wurde, wie ein Syrien nach dem IS und AQ aussehen wird und unter welchen Umständen die jetzt noch von „Rebellen“ kontrollierten Grenzgegenden wieder unser syrische Einfluss kommen. Die Stellung der Hizbollah wird dabei sicherlich ausführlich erörtert worden sein. Ich vermute: Hisbollah weg von Israels Ostgrenze – Status wie vor 2012 und dann können die „Tiger“ kommen. Eigentlich könnte man auch sagen: Alles wird gut!

  7. Heute ist Erdolf zu Putin gereist:

    Seine Wunschliste:

    To depose President Bashar al-Assad;
    To turn Syria into an Islamic parliamentary republic;
    To push a major pro-Turkish political block into the Syrian parliament (at least 30% of the seats);
    To form a coalition government led by a pro-Turkish prime minister, which will benefit to interests of Qatar, Saudi Arabia and Israel;
    To expel Kurdish political entities and Kurds from the Syrian politic, in general;
    To re-launch the Qatar-Turkey pipeline project.

    Spätestens nach Erdolfs Diktaturreferendum wird es ordentlich krachen.

  8. Witzig ist, dass das Trump-Bashing der Medien auf einen Schlag aufgehört hat, ich nehme an, seit seiner PC-Rede vor dem Kongress; ich habe nur deutsche Medien auf dem Radar, dürfte aber bei WP und NYT dasselbe Bild sein: er ist aus den Medien verschwunden; fast unheimlich das Ganze, wie einem Führer-Befehl gehorchend … (Council of Foreign Relations?)

    1. @santa

      Der Machtkampf ist im Sinne der neuen Trump-Administration (vorerst) entschieden, wenn die transatlantischen Medien plötzlich beginnen werden, Verständnis für Entscheidungen seiner Politik zu heucheln.
      Derzeit sind die Neocons bei der Bestandsaufnahme. Und sieht man die Aufwände, die sie betrieben, um das Geschehene rückgängig zu machen, kann das Ergebnis nur frustrierend sein. Wenn daraus die Erkenntnis reift, dass man nicht mehr die allererste Riege im Machtspiel darstellt, wäre das nicht die schlechteste für die Welt. Nur wissen wir, dass Dissonanz beim bisherigen Establishment so bislang nicht aufgelöst wurde.
      So nebenbei: Unsere interessierte Rolle als Beobachter; quasi der Zuschauer in der Manege des geopolitischen Spieles – genügt die eigentlich?

      Herzliche Grüße an alle, ped43z

      1. @ped43z
        „So nebenbei: Unsere interessierte Rolle als Beobachter; quasi der Zuschauer in der Manege des geopolitischen Spieles – genügt die eigentlich?“

        .

        Wir sind doch gar keine „Beobachter“ mehr. Schon lange nicht mehr. Seit wir die Menschen und Kommentatoren genau auf diese Zusammenhänge aufmerksam machen mischen wir genau da mit. Also mach einfach nur weiter so wie bisher und misch Dich weiter ein wie wir hier alle das gemeinsam machen.

        🙂

  9. Dürfte der Hauptakteur Soros einen Wink mit dem Zaunpfahl vernommen haben,
    sein Lederhosengesicht zuerst glatt zu bügeln, bevor er die nötige Ohrfeige empfängt.

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