SDF-Kräfte in der Provinz Deir Ezzor bis an Euphrat vorgerückt

Kräfte der kurdisch geprägten SDF sind am heutigen Dienstag in der ostsyrischen Provinz Deir Ezzor von Nordosten her bis an den Euphrat vorgerückt und haben da die bislang von der Terrorgruppe ISIS beherrschte Al-Kibar-Militärbasis eingenommen.

Die Al-Kibar-Militärbasis liegt rund 50 Kilometer stromaufwärts von der Provinzhauptstadt Deir Ezzor entfernt, wo auf der südwestlichen Seite des Euphrat syrische Truppen und rund 100.000 Zivilisten seit Jahren in einer 100 Quadratkilometer großen umzingelten Enklave, die durch einen ISIS-Angriff vor ein paar Monaten auch noch in zwei Teile gespalten wurde, angreifenden ISIS-Terroristen erbitterten Widerstand leisten.

Das Vorrücken der unter anderem von den USA unterstützten SDF-Kräfte ist für die syrische Armee in Deir Ezzor recht hilfreich, weil sie dadurch regionale Kräfte der Terrorgruppe ISIS an einer neuen Front in Deir Ezzor bindet, wodurch ISIS weniger Kräfte für Kämpfe mit der syrischen Armee in Deir Ezzor zur Verfügung stehen.

Nicht ganz undenkbar ist es auch, dass die SDF-Kräfte auf der Höhe der Al-Kibar-Militärbasis den Euphrat überqueren und dann die verbliebenen noch rund 35 Kilometer flussabwärts bis zur umzingelten Enklave der syrischen Armee in Deir Ezzor vorrücken. Sollten die SDF-Kräfte das beabsichtigen, dann dürfte es für sie dabei hilfreich sein, dass es in unmittelbarer Nähe der Al-Kibar-Militärbasis eine Ponton-Brücke über den Euphrat gibt. Die ist gegenwärtig zwar größtenteils zerstört, aber falls die SDF-Kräfte dort einen Brückenkopf über den Euphrat sichern, könnte sie bestimmt sehr schnell wieder hergerichtet werden.

Für die Terrorgruppe ISIS wäre ein Brückenkopf der SDF-Kräfte über den Euphrat nahe der Al-Kibar-Militärbasis jedenfalls ein schwerer Schlag, denn damit würde auch die noch von ISIS beherrschte südwestliche Seite des Euphrat zwischen Raqqa und Deir Ezzor unter großen Druck kommen, mit der Perspektive nicht nur der Herstellung einer Überland-Versorgungslinie zu den eingeschlossenen Kräften der syrischen Armee in Deir Ezzor, sondern auch der Umzingelung der von ISIS beherrschten und von Norden von SDF-Kräften belagerten Provinzhauptstadt Raqqa auch von Süden her.

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8 Gedanken zu “SDF-Kräfte in der Provinz Deir Ezzor bis an Euphrat vorgerückt

  1. Von der Al-Kibar-Militärbasis eine Brücke über den Euphrat und ein Brückenkopf , das ist der schnellste Weg nach Deir Ezz Sour. Aber die SAA müßte das selber machen. Und die SDF müßte sie durch ihr Gebiet lassen.
    Da ist noch viel zu verhandeln, aber nachdem was in den letzten Tagen bei Manbidsch passiert, wäre auch das möglich.

  2. Will ja nicht jammern
    aber in der Ukraine passieren gerade viel interessantere Sachen. Das Achmetow Imperium wird gerade zerlegt ___ DER Ober-Oligarch in der Ukraine __ alle wissen es aber man kann es nicht oft genug wiederholen.

    Das sind normale „Menschen“ die nie in der Presse auftauchen, höchstens wenn sie bei ihren Betrügerreinen selbst betrogen werden ( wie war das nochmal mit dem Achenbach und Albrecht Aldi )

    Zurück zu Achmetow
    Eigenartig an der Sache ist der Auslöser könnte eine Blockade von DNR und LNR sein (und möglicherweise der Mord an Givin ). Die Blokade wurde aber von einem Vasallen des Gönners iniziert und auch nach den ersten Warnschüssen nicht gestoppt.

    Als erstes gab es Steuern auf Betriebe, die in EU Kiew „Steuern“ zahlen und ihren Besitz in den Republiken haben. OK OK Symbolische Steuern. Dann gab es höhere Steuern und jetzt Zwangs-Enteignungen. Und was das Wichtigste ist an der Geschichte, Dauerpräsenz von Achmetow in den Medien. Wie schon gesagt solche Leute erscheinen nie in der Presse. Siehe Oetker – da gab es auch 20 Jahre kein Bild von ihm

    Da ist was richtig Dickes im Gang
    Entweder zerlegen „Sie“ Achmetow oder EU WWf Kiew
    Ich denke EU Kiew und den WWf

    1. Weil das nicht hierher gehört, bloß ganz kurz: Achmetow ist gewiß nicht „der Oberoligarch“. Seit dem Februarputsch von 2014 ist er sogar eine eher randständige Figur unter den Oligarchen. Abgesehen davon, was soll die dämliche Photomontage mit Grischins Visage?

      1. Das sagte ich ja am Anfang es gehört hier nicht rein, aber ist momentan viel interessanter. Denn in der Ukraine hängt viel Geld drin vom Westen und vom IWF

        Quelle des Fotos ist hier – denke du kannst russisch
        http://colonelcassad.livejournal.com/3281984.html

        Das mit „randständige Figur“ halte ich für ein ganz ganz großes Gerücht. Denn eben dieser „randständige“ Oligarch soll ja die halbe Rada auf seiner Gehaltsliste haben und einige der Nazi Bataillone

  3. Ob die SDF-Kräfte den Euphrat überschreiten werden, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Der Euphrat scheint die unsichtbare „Grenze“ zu sein, östlich davon hat die SDF Narrenfreiheit, westlich davon sind Aktionen wohl nur in Rücksprache mit der SAA und der syrischen Regierung möglich. Nördlich von Rakka wurde der Tabaka-Damm acu nicht überschritten bisher, obwohl der eigentlich eine bessere Gelegenheit bieten würde für eine Euphratüberschreitung.

    Was aber für die SDF Sinn ergeben könnte und ebenso auch für die SAA sowie für Deir-ez-Zor hilfreich sein würde, wäre eine Befreiung der westlichen Euphratgebiete bis hinunter an die Seitenflusseinmündung. Damit wäre Deir-ez_Zor zumindest teilweise entlastet. Damit wäre eine provisorische und dringend notwendige Versorgung der dortigen Kräfte über das Gebiet der SDF auf dem Landweg wieder möglich.

    Ich persönlich werde den Eindruck nicht los, dass man zur Eroberung Rakkas auf die SAA wartet, respektive auf freiwerdende US-Kräfte nach der Eroberung Mossuls.

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