Syrische Armee rückt in der Provinz Aleppo weiter Richtung Euphrat vor

Die syrische Armee hat am heutigen Samstag wieder einige Dörfer östlich der nordsyrischen Metropole Aleppo eingenommen und ist damit bereits bis auf etwa 16 Kilomer an den dort zum Assad-See gestauten Fluss Euphrat herangekommen.

Auf einer aktuellen Karte von @PetoLucem sieht die Lage inzwischen wie folgt aus:

Sollte die syrische Armee in den nächsten Tage weiter mit der gegenwärtigen Geschwindigkeit nach Osten vorankommen, und davon ist angesichts des Zusammenbruchs der Kampfkraft der örtlichen ISIS-Terroristen auszugehen, so ist es nicht unwahrscheinlich, dass die syrische Armee den Euphrat in der nächsten Woche erreichen wird, sie die nahe Al Khafsa gelegenen Anlagen zur Wasserversorgung von Aleppo einnehmen wird und sämtliche noch von ISIS beherrschten Gebiete nördlich des gegenwärtigen Vorstoßes praktisch kampflos an die syrische Armee gehen werden. Weiterhin ist dann im Folgenden damit zu rechnen, dass die syrische Armee den Luftwaffenstützpunkt Jirah einnehmen wird, von dem sie gegenwärtig noch rund zwölf Kilometer entfernt ist, wodurch die Lage für ISIS in Deir Hafr und Umgebung ausweglos werden dürfte, sodass Deir Hafr und Umgebung über kurz oder lang auch ohne sonderlich großen Aufwand an die syrische Armee fallen dürften.

In der zentralsyrischen Stadt Palmyra ist es der syrischen Armee unterdessen gelungen, den im Osten der Stadt gelegenen Flughafen einzunehmen. Lizzie Phelan berichtet des Weiteren für RT aus der Gegend von Palmyra, dass die Terrorgruppe ISIS in der Umgebung von Palmyra sehr schwere Verluste hinnehmen musste. Angesichts dessen, dass ISIS schon seit einiger Zeit praktisch keinen Nachschub an frischen Kämpfern mehr bekommt, ist es damit sehr zweifelhaft, ob es ISIS nochmal gelingt, eine neue Front in Zentralsyrien aufzubauen, oder ob die syrische Armee weiter rapide gegen die kollabierende Terrorgruppe vorwärts kommen wird. Ein sehr gutes Zeichen ist in dem Zusammenhang auch, dass die USA sich unter dem neuen Präsidenten Trump durchaus hilfreich bei der Rückeroberung von Palmyra durch die syrische Armee verhalten haben.

Es läuft also weiterhin rund für die syrische Armee.

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18 Gedanken zu “Syrische Armee rückt in der Provinz Aleppo weiter Richtung Euphrat vor

  1. Was den Nachschub des IS betrifft, seh ich das anders. Allen anschein nach gibts immer noch reichlich Wege worüber der IS Nachschub beziehen kann. Sowohl Material als auch Personal.
    Auch der Sold scheint weiterhin gut zu fließen. Es gibt scheinbar immer noch viele Leichtgläubige oder billige Söldner die aufseiten des IS kämpfen. Auch wenn der Höhepunkt des IS längst vorbei ist, sollte man ihn nicht unterschätzen.
    Der einzige Vorteil gegen den IS ist, das er sich an „Dair er-Zor“ stark aufgerieben hat und zur Zeit an vielen Fronten kämpfen muß.

    Taktisch unklug ist es das die SAA momentan versucht südwestlich von Aleppo vor zu stoßen, die sind dort gut befestigt.
    Taktisch schlau wärs gewesen südlich von „Khanaser“ eine weitere Front zu eröffnen Richtung Palmyra. Das würde den IS warscheinlich überfordern und ein relativ leichtes vorrücken mit wenigen Verlusten ermöglichen.

    Zudem wird die Rolle der Türkei als Kriegspartei unterschätzt, angesichts der laufenden Scharmützel und scheinbar weiteren Aufrüstung, hat Erdogan noch was vor. Schlau wars einige Dörfer im SDF bereich um zu flaggen scheint aber die Türken nicht von ihren plänen ab zu halten. Erdogan spielt da ein sehr gefärliches Spiel.

    Ein weiterer wichtiger Factor den ich seh ist das die Russen verstärkt Spezialeinheiten einsetzen, so wie ich das seh will Putin endlich größere Erfolge sehen. Ich glaube das die Russen das ganze stark unterschätzt haben, sie haben sich komplett verkalkuliert!
    Interessannt ist aber welche Technik die Russen verwenden. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen das die Russen Syrien als Test und Ausbildungsgebiet sehen, Waffen lassen sich viel besser in „realen Umgebungen“ testen was die Russen sehr aktiv machen. Außer die Bombern werden ja mitlerweile auch viel stärker Helekopter eingesetzt, scheinbar haben die Russen ihre Abwehrsysteme darin verbessert.

    1. Nun steht die Frage: Versucht die NATO nun einen Test Ihrer Waffen gegen die russischen in Manbij? Im Augenblick sieht es eher so aus, das die USA das nicht wollen und lieber mit den Russen sind. Die Gründe könnte klar sein,
      Die Türkei dürfte bei den Waffen NATO-Standard haben, die Syrer zum Teil neuestes russisches Testmaterial.
      Durch die Säuberung nach den Putsch hat sich die türkische Armee selbst geschwächt, die Syrische ist durch den Krieg perfekt geschult, während die Türken Ihre Waffen noch nicht unter Kriegsbedingungen eingesetzt haben.
      Das könnte zu einer schmachvollen Niederlage führen. Das hätte negative Folgen auf die NATO und die USA, da die türkische Armee ja die Zweitgrößte NATO-Armee ist.
      Potentielle Waffenkäufer könnten sich überlegen, lieber bei den Russen zu kaufen.
      Da die NATO für einen Schutz nicht mehr garantieren kann, könnten einige Länder ihre strategische Ausrichtung weiter ändern, wie die osteuropäischen Länder, aber auch Korea, Japan.
      Und die Abschreckung durch pure Anwesenheit würde nicht mehr funktionieren.
      Übrigens, das damit die Zusammenarbeit Türkei-Russland hinfällig wäre, muss nicht sein. Putin braucht Erdogan und für Erdogan könnte es ein Machtkampf im System sein, ähnlich Malta. Für Erdogan könnte die Frage sein: Wer hat bei einer Zusammenarbeit das Sagen im arabischen Raum.

      1. Es geht da nicht um Waffentest NATO vs Russen. Da schaut die NATO schon die ganze Zeit mit ihren AWACs, Spionage Satelieten und Aufklährungsdrohnen was die Russen so drauf haben. Ich denke da werten die ganz genau aus welche Fähigkeiten die Russen haben.

        Und die Türkische Armee ist nicht geschwächt, der Putschversuch hatte auf die Fähigkeiten keine Auswirkungen. Al-Bab hat auch gezeigt das das türkische Militär keineswegs so gut ist wie sich Erdogan erhofft.
        Wichtig ist das man erkennt das Erdogan nicht die Standpunkte der NATO vertritt sondern ganz eigene Ziele verfolgt und ihm ist egal was andre über ihn denken. Erdogan gehts ganz klar um Landraub und Stärkung seiner Regionalen Machtposition und dafür geht er sogar Bündnisse mit Terroristen ein.

        Was die Zusammenarbeit zwischen Türkei und Russland angeht, da gibt es keine, da macht jeder sein eignes Ding. Wenn es eine Zusammenarbeit da gäbe, würde die Türkei nicht weiterhin massiv die Terroristen in Syrien unterstützen.
        Die Russen arbeiten nur im Bereich von „Turk-Stream“ zusammen, weil die Russen die Pipline unbedingt brauchen da sie eine große Einnahme quelle sind und für Erdogan ebenso da er aus Transit gebühren massiv provitieren würden.
        Ich schätze Putin ist sich bewust welches Spiel Erdogan spielt und wird Erdogan nicht im entferntesten trauen.

        Und die Syrische Armee ist keineswegs sogut wie man glaubt. Sie verfügen im Grunde nur über 3 gute Offensive Einheiten, der Rest ist eher defensiv. Palmyra hat gezeigt das die Verteidigungstruppen eher schwach sind, sie hatten gute Verteidigungspositionen und auch Ausrüstung und haben sich dennoch überrennen lasssen. Auch Südlich im Raum Idlib war es so.
        Auch ist die Syrische Armee nicht sogut ausgerüstet, sie hat massive Verluste im Equiptment erlitten.
        Der größte Rückhalt der Syrer ist die Hisbolla die da erstarkt ist.
        Wenn man den Einsatz von selbstgebauten Waffen auf seiten der Syrischen Armee sieht, das spiegelt nur die schlechte Ausrüstung wieder. Sicher verfügt Syrien auch über ein paar moderne Systeme aber in viel zu geringer Anzahl. Sinnvoll wäre die massive Aufstockung von T90 Panzer mit moderner aktiv Panzerung.

      2. alfonso

        Was du hier erzählst, ist offensichtlich falsch. Natürlich gibt es russisch-türkische Kooperation, und das nicht nur im Bereich Energiewirtschaft, sondern in zahlreichen weiteren Bereichen auch, darunter der Bereich Militär.

        Und ebenfalls ist es in den letzten Monaten sehr deutlich geworden, dass es auch russisch-türkische Absprachen in Bezug auf Syrien gibt. So hat die Türkei etwa bei der Trennung zwischen Terroristen und Befehle befolgenden türkischen Söldnern in Idlib und Aleppo geholfen, in dem Erdogan seine Söldner nach einer Absprache mit Russland nach Jarabulus beordert hat, was der Einnahme von Aleppo behilflich war. Ebenfalls war in den letzten Monaten klar zu sehen, dass es zur Gegend von Al Bab eine türkisch-russische Absprache gab. Da sind türkische Proxies mehrfach aus Orten wieder abgezogen, nachdem die Türkei ihnen das aufgrund eines Verstoßes gegen die Absprache mit Russland befohlen hatte. Diese von dir hier ausgeblendeten Sachverhalte sind auch überhaupt nicht strittig.

        Nach dem du hier neu hinzukommen bist und gleich mit zahlreichen falschen Behauptungen um dich wirfst, habe ich eine Frage an Dich: warum machst du das?

        Lies doch erstmal eine Weile mit, bevor du ellenlangen Unfug postest.

    2. Bezüglich Nachschub muß ich dir widersprechen: Die Verluste des IS alleine in Palmyra, das ist aber nur eine Front:

      http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13951214001141

      Die Schmuggelrouten aus Richtung Türkei sind komplett blockiert, Mossul und Tal Afar sind auch eingekesselt, Jordanien bekämpft mittlerweile auch aktiv den IS, von und nach Raqua kommt man auch nur mehr auf Umwegen, wirklich offen sind ja nur mehr die Routen entlang des Euphrats, die relativ dünn besiedelt sind. Die kleinere Anzahl der Routen erleichtert es natürlich auch der Luftwaffe Versorgungsconvoys aufzuspüren und zu zerstören.

      Ich gehe davon aus, dass der Nachschub von Panzern, gepanzerten Fahrzeugen, Pickups mit SMGs und auch Öltankern komplett blockiert ist und dass der IS speziell in diesem Bereich bald ausgeblutet ist.

      Auch sehe ich nicht wo der IS noch eine größere Anzahl von neuen Kämpfern rekrutieren könnte.
      Die Munitionsmengen für einen Vielfrontenkrieg wachsen auch nicht auf Bäumen.

    3. Sehr geehrter alfonso, aus welchen Tatsachen, nehmen sie denn diese Meinung ?
      *** sie haben sich komplett verkalkuliert! ***
      Etwa aus der Tatsache, das Russland, mit seinem Einsatz, die Syrischen Alawiten, Christen und Moslems, die mit dem Islamo Faschismus, nichts am Kopp haben wollen, vor dem Genozid bewahrt haben ? Oder aus der Tatsache, das große Gebiete von den Syrern befreit werden konnten. Oder aus der Tatsache, das die Russische Versöhnungkommision, schon sehr sehr viele Versöhnungsabkommen gestiftet hat.
      Russland will nicht möglichst schnelle Ergebnisse, so nach Hollywood Plot, sondern so Lebend schonend, wie nur eben möglich und das dauert dann länger, als alles mit B 52 platt zu machen.

      1. zur Zusammenarbeit zwischen Russland und der Türkei;
        Sie versuchen vieleicht eine zusammenarbeit aber die finded nicht wirklich statt, militärisch gesehen.
        Weil; die Syrische Armee hat Tadef eingenommen und Tadef wurde anschließend vom ES (Euphratschild) angegriffen, zudem gibts an der Frontlinie immer wider Scharmützel was auch die aktuelle Gefangennahme Syrischer Milizen zeigt. Zudem greift der ES SDF Stellungen an und weitere Kriegstechnik wird an die Front gebracht.
        Das Zeigt mir das es da keine zuverlässigen Absprachen gibt.
        Die Eroberung Alleppo^s wurde nicht begünstigt dadurch das die Türken ein paar Leute abgezogen haben, der massive Einsatz der russischen Luftwaffe und die Einkesselung waren der Grund. Die haben trotz der 2000-3000 Mann die abgezogen wurden immer noch reichlich Personalstärke.
        Momentan spielt da der interne Konflikt der Terroristen der SAA in die Hände.

        Nachschub IS:
        Ein Teil kommt durch Bestechung, selbst durch Kurdisches Gebiet. Der Rest kommt aus den Süden durch die Saudies unterstützt. Zudem hat der IS warscheinlich auch immer noch gigantische Waffenlager übers ganze Land verteilt. Über die Route kommt sicher auch frisches Personal, solange die Saudies immer noch fleißig den Sold finanzieren wirds kein Abriss an Söldner geben.

        Einsatz der Russen:
        Klar ohne sie sähs wohl deutlich schlechter aus, warscheinlich gäbs ne Patt situation. Aber meine Einschätzung ist das die Russen davon ausgegangen sind das der massive Einsatz der Luftwaffe alleine ausreicht, darin haben sie sich aber getäuscht. Die Luftwaffe alleine reicht halt nicht aus, das ist das was ich meinte.
        Das sie jetzt verstärkt auch Bodentruppen einsetzten was zu Beginn nicht passieren sollte zeigt das die Russen jetz endlich größere Gelände gewinne erzielen wollen.

    4. „Taktisch schlau wärs gewesen südlich von „Khanaser“ eine weitere Front zu eröffnen Richtung Palmyra. Das würde den IS warscheinlich überfordern und ein relativ leichtes vorrücken mit wenigen Verlusten ermöglichen.“

      „Khanaser- Front“ Richtung Süden und Westen macht bei der derzeitigen Personaldecke der SAA wenig Sinn. An dieser Linie ist es seit Monaten weitgehend ruhig, da haben sich bei de Seiten weitgehend eingegraben und sind beiderseits gut befestigt. Zu holen gibt es auch nicht wirklich viel ausser schwach besiedelte Gebiete mit Bodenschätzen drunter. Das kann warten.
      Der Vorstoss von Aleppo in südwestlicher Richtung mach da schon deutlich mehr Sinn, aufgrund des Wasserzugangs am Lake Assad. Das hat auch das PB wiederholt festgehalten und begründet.
      Der derzeit unterbrochene Wasserzungang ist aus verschiendenen Gründen wichtig, sorgt er doch neben der Wasserversorgung auch dafür, dass die Bevölkerung ihren Nahrungsbedarf durch Eigenanbau weitgehend selber decken kann und für Beschäftigung. Syrien ist immer noch mit Sanktionen belegt, was die Versorgungslage zur Herausforderung macht.
      Die positiven Resonanzen einer funktionierenden Wasserversorgung sind für die syrische Regierung auch nicht zu unterschätzen, ins besondere auch in den noch zu erobernden IS-Gebieten um Deir Hafir

      1. @SW

        „taktische Einschätzungen aus weiter Ferne. Was werden die wohl wert sein?
        Nix ***“

        .

        Ich gebe hier ungern anderen Kommentatoren Recht, nur hier muss ich es. Genauso ist es, denn was wissen wir wirklich über den Zustand und der Stärke der beteiligten Kräfte auf allen Seiten? Außer Vermutungen recht wenig.

    5. Haben die Russen berichtet, hunderte Waffensysteme in Syrien erprobt und verbessert zu haben, wie zB. die Präzision der Bombentreffer.
      Wesentlich nützt es Fahrlässigkeiten zu vermeiden, VBIED, etc. das kostet ISIS viel Kraft.
      Solange die Autofahrer nach wie vor den Sprit aus Katar und Saudi kaufen, wird genug Geld für den Krieg da sein!

  2. Hier ein interessantes Bild ( Manbisch )
    Man beachte die Flaggen auf den LKW’s

    geht es jetzt gegen die Kurden und Amis ?

    1. fa

      Ich finde an den LKWs und Flaggen nichts auffälliges. Die sehen für mich aus wie die russischen LKWs, die Hilfsgüter in Syrien verteilen, seit Jahren aussehen.

    2. Was soll mit den Aufschriften auf den LKWs sein?
      Da steht unter den Flaggen: Hilfe für Syrien aus Russland

  3. Bei der Tagesschau scheint die Wochenendbesetzung zu sein. Ob der Schreiber weiß, was er da schreibt?
    http://www.tagesschau.de/ausland/syrien-fluechtlinge-137.html

    Die Menschen aus Al Bab und Tadef sind nicht in die wunderschönen Auffanglager der Türken an der Grenze geflohen, die ja auch von deutschen Steuergeldern leben, sondern zu den Kurden. Und diese bösen Kurden haben Özalan auf Ihren Uniformen, Zeigen Flaggen mit Hammer und Sichel und das Allerschlimmste, sie kooperieren mit Assad, dem Hauptfeind Deutschland, Also nein, was sich die Flüchtlinge trauen und die Tagesschau berichtet darüber

    Nun ja der Deal von Manbij überfordert wohl nicht nur die Redakteure der Tagesschau, z.B. auch für die Grünen scheint eine Welt zusammen zu brechen.

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