Syrische Armee verbreitert Verbindungskorridor nach Nordostsyrien

Die syrische Armee hat am gestrigen Dienstag den am Vortag östlich der Stadt Al Bab geschaffenen engen Verbindungskorridor von den unter Regierungskontrolle stehenden Gebieten Westsyriens zu den kurdisch dominierten Gebieten in Nordostsyrien durch die Einnahme weiterer bislang von der Terrorgruppe ISIS beherrschten Dörfern auf inzwischen rund acht Kilometer verbreitert.

Die Namen der drei von der syrischen Armee zur Verbreiterung des Korridors im Nordosten der Provinz Aleppo eingenommenen Dörfer wurden in Meldungen mit Taiha, Halesiyah und Amudiyah angegeben. Dazu, wo genau zwei dieser drei Dörfer liegen, boten unterschiedliche Karten im Laufe des Tages zwar leicht unterschiedliche Informationen an, aber es scheint jedenfalls ungefähr in der Gegend zu sein, wo Wikimapia die drei Dörfer gegenwärtig verortet. Außerdem gab es Berichte, denen zufolge SDF-Kräfte ISIS nahe dem Korridor die Kontrolle über mehrere Dörfer abgenommen hat, was es der syrischen Armee einfacher machen dürfte, die Terrorgruppe ISIS aus der Gegend rauszudrücken und den Korridor dadurch weiter zu verbreitern.

Die aktuelle Lagekarte von der Gegend, die wir nach einigen Nachforschungen für der Realität am nächsten kommend halten, stammt von Al Masdar News:

Etwas mehr Übersicht bietet allerdings die Karte von @A7_Mirza:

Sehr plausibel sind auch die von anonymen Editoren gerade sehr zeitnah gepflegten Positionslinien in Wikimapia, die militärisch in aussichtsloser Lage befindliche Orte, die auf anderen Karten noch ISIS zugerechnet werden, etwa Abu Mandil und Birah, inzwischen den SDF zurechnen. Klar veraltet scheint hingegen die am späten Dienstag Abend vom Militärmediennetzwerk veröffentlichte Karte zu sein.

Sollten die Karten so einigermaßen stimmen, dürfte der Verbindungskorridor von den unter Regierungskontrolle stehenden Gebieten Westsyriens zu den kurdisch dominierten Gebieten in Nordostsyrien gegenwärtig an der engsten Stelle schon rund acht Kilometer breit sein und zumindest eine einspurige Straße durch den Verbindungskorridor könnte inzwischen auch verfügbar sein. Diese Situation ist natürlich noch unbefriedigend, aber schon etwas besser als gestern, wo der Korridor nur etwa drei Kilometer breit war und es da bloß einen Feldweg gab, und sehr viel besser als die Situation der letzten vier Jahre, wo es gar keine Landverbindung nach Nordostsyrien gab, die nicht durch von Jihadi-Terroristen beherrschtes Gebiet verlief. Mit weiteren Verbesserungen bezüglich der Breite, Sicherheit und Passierbarkeit des Korridors ist in allernächster Zeit zu rechnen.

Ansonsten scheinen Meldungen aus der Gegend recht übereinstimmend dahingehend zu sein, dass die von Russland und Iran unterstütze syrische Armee und die von den USA unterstützten Kräfte der kurdisch geprägten YPG/SDF reibungslos zusammenarbeiten, während die von der Türkei unterstützten Jihadis sich sowohl mit der syrischen Armee als auch mit den SDF-Kräften reihenweise Gefechte liefern. Etwas unklar ist, wer da treibende Kraft ist. Auch wenn einige Gerüchte besagen, dass die türkische Armee treibende Kraft und in die Gefechte involviert sei, ist es trotzdem denkbar, dass die türkischen Jihadi-Proxies da auf eigene Faust Gefechte mit der syrischen Armee und den SDF-Kräften anzetteln, wobei sie von den SDF-Kräften gestern zwei Dörfer erobert haben sollen. Was jedoch ziemlich klar ist, ist, dass die vom neuen Präsidenten Trump geführte US-Regierung eindeutige Signale gesendet hat, dass das US-Militär auf Seiten der SDF kämpfen wird, wenn die Türkei oder ihre Jihadi-Proxies sie angreifen. Von Russland und Iran dürfte es eine ähnliche Nachricht an die Türkei bezüglich Angriffen auf die syrische Armee gegeben haben.

Wie dem auch sei, das Ergebnis dieser offenbar auf ein russisch-amerikanisches Einverständnis an höchster Stelle zurückgehenden Teamarbeit im Raum Al Bab ist jedenfalls, dass der türkische Präsident Erdogan nun plötzlich öffentlich zum Rückzug bläst anstatt weiterhin türkische Eroberungsabsichten bezüglich Manbij und Raqqa zu verbreiten.

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58 Gedanken zu “Syrische Armee verbreitert Verbindungskorridor nach Nordostsyrien

  1. Urgent- Daech-Irak
    Le chef de daech, Abou Baker Al-Baghdadi aurait donné un ordre à tous ses djihadistes de se retirer d’Irak. Mais pas de Syrie.
    Comme par hasard, cette annonce intervient à la suite d’une visite éclaire du chef de la diplomatie saoudienne en Irak!!!
    QUI EST ALORS LE VRAI CHEF DE DAECH?

    Fritz Otto Deutsche Übersetzung/ Traduction allemande: DRINGEND DAECH-IRAK – SYRIEN – Der Führer von DAECH/ ISIS Abu Baker Al-Baghdadi soll an alle seine Djhadisten den Befehl ausgegeben haben, sich aus dem Irak zurück zu ziehen! ABER NICHT AUS SYRIEN! — Wie scheinbar zufällig kommt diese Ankündigung kurz nach einem Blitz-Besuch des Leiters des Saudischen Diplomatischen Corps im IRAK!!! – – WER IST ALSO DER EIGENTLICHE DIRIGENT VON DAECH!????
    Gefällt mir nicht mehr · Antworten · 1 · 2 Min · Bearbeitet

    1. Solange keine plausible Erklärung geliefert wird, wie die Quelle an diesen Befehl gekommen ist, würde ich die Meldung erst einmal als Fake einstufen. Aber egal ob der Befehl echt oder erfunden ist, es dürfte schwierig sein ihn auszuführen, da die irakische Armee die Verbindung zwischen dem Hauptteil der ISIS-Streitkräfte im Irak in Westmosul und Tal Alfar nach Westen hin unterbrochen hat; ISIS versucht schon seit Monaten vergeblich die Blockade zu durchbrechen.

    1. Pollewetzer

      Da wäre für mich die erste Frage, ob das von Said Hilal Al Charifi verbreitete Gerücht denn überhaupt stimmt. Mein Tip: nein, es stimmt nicht, und wenn es stimmen würde, würde der Befehl von Abu Baker Al-Baghdadi – lebt der eigentlich noch? – nicht befolgt.

    1. Gregor

      Nichts neues. Die syrische Armee eliminiert da weiterhin Terroristen.

      http://sana.sy/en/?p=101049

      Ansonsten: langsam, aber stetig geht es wieder in Richtung Vereinigung der umzingelten regierungstreuen Gebiete. ISIS hat das Ziel verfehlt, die Positionen der syrischen Armee in Deir Ezzor einzunehmen und durch den Angriff große Verluste erlitten, was ISIS da demnächst anfällig für einen Gegenangriff machen dürfte.

      Andersherum gesagt sieht es immer mehr so aus, dass ISIS mit dem Angriff in Deir Ezzor in eine Falle getappt ist, und der Käse darin die Durchtrennung der regierungstreuen Gebiete da ist.

      1. Danke für die Antwort, laut einer russischen glaubwürdigen Quelle operieren dort seit ca. paar Wochen auch russische Speznaz-Einheiten. Die IS-Banditen sind nun wirklich nicht zu beneiden…

  2. Kann jemand türkisch?

    Wie wird denn das Gequatsche von Erdogan aufgenommen, in der Türkei?

    Der macht sich doch zum totalen Dummschwätzer.

  3. Eine interessante Analyse über Syrien die davon ausgeht, dass Erdolf bereits jetzt ein falsches Spiel spielt und die auf eine Teilung Syriens hinausläuft.

    https://elijahjm.wordpress.com/2017/03/01/putin-is-expected-to-lead-the-anti-trump-front-in-syria-or-to-engage-in-bargaining-with-trump/

    Meine Meinung zum Punkt Erdolf ist, dass er erst sein wahres Gesicht erst zeigen wird , wenn er sein Präsidialreferendum durchgeboxt hat. Unds wird bedeuten Krieg, Krieg und noch mehr Krieg.

    Außerdem ist zu befürchten, dass sich der Egomane Erdolf und der Egomane Trump wieder verbünden werden.

    1. Die türkische Armee hat derzeit das gleiche Problem, wie die Irakische. Man hat die Führungsebenen, und damit alle erfahrenen Führungskräfte abgesetzt. Der Rest hat selbst gegen die IS-Strauchdiebe ziemlich hohe Verluste erlitten, was sich in den meisten Fällen direkt auf mangelnde Führung zurückführen lässt.
      Ich denke daher nicht, daß Erdolf sich mit besser geführten Einheiten auf eine ernsthafte Konfrontation einlassen wird.

    2. Trump ist kein Egomane, sondern ein gewiefter Taktiker. Wenn ihn alle gleich durchschauen würden, wäre er nicht so erfolgreich. Also würde ich mich mit psychologisierenden Ferndiagnosen zurückhalten.
      Erdogan hat zwar eine große Klappe, ist aber auch ein schlauer Hund. Mag sein, dass er von Krieg träumt. Aber ich halte ihn für realistisch genug, dass er sieht, dass das gerade alles andere als günstig wäre, aus mehreren Gründen:
      – Bei al-Bab hat sich gezeigt, dass die türkische Armee alles andere als kampfstark ist. Mit indirekter Unterstützung der SAA, mit russischer und alliierter Luftunterstützung haben sie es so gerade geschafft, nach mehreren Wochen eine Kleinstadt einzunehmen.
      – In dem Moment, wenn sie türkische Armee versucht, sich mit YPG, SAA und russischer Luftwaffe anzulegen, wird denen so richtig die Fr*sse poliert.
      – Erdogan hat im eigenen Land noch erheblich zu schaffen mit den transatlantischen Seilschaften, die ihn entmachten wollen, damit die Türkei ihren geopolitischen Kurs ändert und sich wieder dauerhaft (nicht nur taktisch) für die NATO entscheidet. Erdogan steht zwar nicht mehr mit dem Rücken an der Wand wie im Juli letzten Jahres. Nach meiner Einschätzung ist seine Macht aber noch lange nicht solide gesichert.

      Die militärische Lage legt nahe, dass es mit „Euphrates Shild“ jetzt ein Ende hat. Die SAA hat gerade einen Sperrriegel errichtet, so dass die türkische Armee nicht weiter ins Zentrum Syriens eindringen kann. Eine Eroberung von Manbij ist für die türkische Armee in der derzeitigen Verfassung völlig unrealistisch, und eine Offensive auf Rakka – oh, Erdogan, träume weiter. In Rakka ist die YPG am nächsten dran. Wobei mich das etwas beunruhigt – Rakka ist eine arabische Stadt und die Kurden sind da fehl am Platz. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die geheimen Abmachungen mit Russland das zulassen. Allerdings kann ich auch noch nicht sehen, was die Alternative dazu ist. Die SAA ist gerade beschäftigt in Ost-Aleppo (Provinz), um bis an das Ufer des Euphrat zu kommen und arbeitet sich bei Palmyra ab (der strategische Sinn dieser Aktion blieb mir bisher verborgen). Da gibt es die nächsten zwei Monate keine Kapazitäten für eine Offensive auf Rakka. Und strategisch gesehen ist es viel wichtiger, Deir Ez-zor zu halten und dauerhaft zu sichern.

  4. Die nächsten 30-40 km Richtung Süden wird die SAA ziemlich zügig erobern können, falls genügend Resourcen zur Verfügung stehen. Kampfkräftige Verteidigungslinien wird der IS in diesem wüstenähnlichen Gebiet nicht mehr aufstellen können.

    Interessant wird es erst wieder werden ob sich der IS im stark befestigten Deir Hafr einkesseln lässt oder ob sie sich aus diesem mittlerweile für beide Seiten strategisch bedeutungslosen Ort mit hinhaltenden Widerstand zurückziehen werden.

    1. kaeptngarfield
      Deier Hafr wartet ja schon Monate (seit Ende der Blockade des Militäflughafens in Ostaleppo) auf den Angriff. Heißt, vielleicht fehlt das Personals, es dürfte aber mit z.B. Minen usw, sowie Tunnel gut geschützt sein. Eine Überlegung könnte sein, DEir Hafr zu ignorieren und enlang des Assad-Stausees nach Süden zu gehen und dabei der IS einen schmalen Korridor (am Besten mit Feuerkontrolle: alleses raus, nichts rein) lassen. Das scheint die IS am ehesten dazu verleiten, lieber ab zu ziehen und der SAAwürden viele Opfer erspart, die bei einem direkten Angriff zu erwaten sind.

  5. Paar kurze Informationen.
    An oberste Karte Violet gefärbte Dörfer sind Niemands Land. Dörfer sind leer und Tiger haben mit Artelerie türkische Proxis gehindert in Dörfer einmarschieren.
    USA hat in letzte Tage viele Fotos getwittert mit ihre Soldaten zusammen mit Kurden in Manbij Gegend. Eine wichtige Botschaft an Türkei. Aber Türkei ist wichtige Partner von USA und ich glaube nicht, dass USA werden wegen Kurden diese Partnerschaft opfern. Ein Deal könnte sein, dass Kurden sich hinter Euphrat ziehen und SAA in Manbij einmarschiert. Damit werden alle zufrieden. Aber das sind nur meine Wünsche.
    Erste Demos in Idlib gegen Revolution und für Assad. Das war gestern für mich wichtigste Nachricht. Rebel haben laut Sidorenko alle Demonstranten verhaftet.
    In Damaskus Qabun würden mehrere Farme befreit und 2 Tunele nach Ost Ghuta erobert. In Daraa eine Gegenofensive Moderate gegen Extreme ist gescheitert.

  6. Wenn der US Präsident Trump, die von seinen Vorgängern geschaffenen Terrortruppen , wirklich bekämpfen will, dann hat er als erstes, die Versorgung, dieser Höllenkreaturen, mit Waffen ,Drogen und Dollar eingestellt und diese müssen nun mit den gebunkerten Vorräten auskommen. Die werden dann, nicht mehr allzu lange reichen, so das sie immer weniger Kampfkraft haben und die Achse des Widerstandes, in eine immer bessere Position kommt. Die Versorgung und die Luftwaffeneinsätze,für ihre Höllenbrut, gelingt Israel, ja auch nur noch, an seiner “ Staatsgrenze“.
    Die Unterstützung, aus dem Israel/Barsani Kurdistan, ist ohne die Amis, wenig Effektiv.

  7. Warum bläßt der Erdogan zum Rückzug und baut eine Mauer zu Syrien -über die sich übrigens niemand beschwert-?

    Sollte die Türkei das eigentliche Opfer in dem sieben Staaten Plan (Offenbarung des Wesley Clark) sein, und der Iran wurde nur als Täuschungsmanöver genannt. Oder hat während des Syrienkrieges eine strategische Umorientierung vom Iran zu der Türkei hin stattgefunden??

    Der stümperhafte und hastige Putschversuch gegen Erdogan zumindest spricht für eine Umorientierung. Aber in der Hinterhand der englischen Kolonialpolitik muss die Zerschlagung der Türkei doch geplant sein; auch wenn der Ami generell als ausführendes Organ über diesen Schachzug nicht (rechtzeitig) eingebunden wurde.

    -Churchills krachende Niederlage bei Gallipoli zumindest hätte so zum hundersten Jahrestag Satisfaction erlangt-.

    Möglicherweise liegen hier auch Uneinigkeiten zwischen dem „Empire“ (siehe Lyndon B. Larouche) und dem willfährigen Schläger USA vor???

    In diesem Zusammenhang sollte auch die negative Berichterstattung über Trump in Deutschland einmal betrachtet werden, denn diese wird eher aus England als aus den USA gesteuert.

    Man betrachte zum Jahrestag der vorsätzlichen Ausmordung deutscher Zivilisten in den Städten von Dresden bis Pforzheim die erhöhte Berichterstattung über das edle und über alle Zweifel erhabene Königshaus an -mit dem schießwütigen Prinz Harry vorne weg.

    Und wie sagte Churchill als Premierminister: Die Deutschen mögen braten wie die Gänse? War das seine Rache für Gallipoli, wo der deutsch-jüdische General Liman von Sanders die türkischen Truppen zum Sieg gegen England organisiert hatte?, und den damaligen Marinemininister Churchill das Amt kostete??

    Kurzum: Die englische Hochpolitik ist nach wie vor gierig und rachsüchtig und bis heute nichts anderes als was Ernst Graf zu Reventlow bereits 1915 in dem Buch „Der Vampir des Festlandes. Eine Darstellung der englischen Politik nach ihren Triebkräften, Mitteln und Wirkungen“ beschrieb.

    1. Hans

      Britannien spielt in der heutigen Geopolitik mangels Größe und Stärke kaum noch eine Rolle.

      Die heutige geopolitische Situation ist vielmehr durch das US-zionistische Empire geprägt, dessen „unipolarer Moment“ gerade zu Ende zu gehen scheint.

      Ich glaube, der unsinnige Terrorkrieg gegen Syrien war der Auslöser dafür, dass Obama in seiner zweiten Amtszeit dazu übergegangen ist, heimlich, aber gezielt die Auflösung des Empires zu betreiben, was nun von Trump offen fortgesetzt wird. Trump hat gestern etwa vor dem Kongress gesagt: Mein Job ist nicht Präsident der Welt, sondern Präsident der USA. Es ist durchaus vorstellbar, dass ein potentieller NATO-Austritt der Türkei von Obama- und Trump-Leuten als ein begrüßenswertes Ereignis auf dem Weg zur Auflösung des US-zionistischen Empires gesehen wird, ähnlich wie Trump Brexit begrüßt hat.

    2. @Hans mein Igel

      Warum bläßt der Erdogan zum Rückzug und baut eine Mauer zu Syrien -über die sich übrigens niemand beschwert-?

      Weil die Türkei plant, sich aus Syrien zurück zu ziehen, aber eine Phobie gegen über den Kurden hat. Diese Phobie wird einerseits irrational durch die „Partner“ aus Übersee über den tiefen (türkischen) Staat betankt.
      Erdogan wird zu den Vereinbarungen mit den Russen stehen, sich aber für die Zukunft absichern (ich spreche jetzt aus seiner Sicht – nicht aus meiner!). Er befürchtet (siehe auch meine letzten Postings) einen Kurdenstaat an seiner Südgrenze. Und das hat natürlich auch rationale Gründe, weil DAS das Minimalziel von US-Strategen bei der Operation Syrien ist – ein verkleinertes Syrien und ein neuer Staat Rojava (oder wie auch immer er heißen mag). Damit kann auch später schön gezündelt werden.

      Sollte die Türkei das eigentliche Opfer in dem sieben Staaten Plan (Offenbarung des Wesley Clark) sein, und der Iran wurde nur als Täuschungsmanöver genannt. Oder hat während des Syrienkrieges eine strategische Umorientierung vom Iran zu der Türkei hin stattgefunden??

      Dort gibt es – auch aus Sicht der pathologisch handelnden US-Geostrategen NUR Opfer – einzige Ausnahme ist ihr „Baby“ Israel. Die ganze Kurdenproblematik in der Türkei selbst lässt sich – für mich – nicht ausschließlich mit übersteigertem Nationalbewusstsein erklären. Da gibt es starke Einflüsse über den tiefen Staat in Richtung Armee und Geheimdienst, die diesen Konflikt am Laufen halten WOLLEN, weil das der Türkei schadet! Eine starke Türkei ist den USA (gegen jede Behauptung) genauso ein Dorn im Auge wie ein starker Iran oder auch eine (wirklich) starkes Saudi-Arabien. Also werden denen permanent die Flügel gestutzt und sie gegeneinander ausgespielt. Gerade wie sich derzeit Saudi-Arabien derzeit runiniert und seine Öleinnahmen statt in die Entwicklung seines Landes nun in offene und verdeckte Kriege steckt, spielt der US-Israel-Connection perfekt in die Karten (und wird mit Sicherheit gefördert).

      Der stümperhafte und hastige Putschversuch gegen Erdogan zumindest spricht für eine Umorientierung. Aber in der Hinterhand der englischen Kolonialpolitik muss die Zerschlagung der Türkei doch geplant sein; auch wenn der Ami generell als ausführendes Organ über diesen Schachzug nicht (rechtzeitig) eingebunden wurde.

      Das sehen Sie schon richtig. Doch ersetzen Sie „Zerschlagung“ durch Schwächung und erfassen sie es als anglo-amerikanische Geopolitik, dann passt das.

      Was den tiefen Staat betrifft (ich nenne ihn in meinen Artikeln Schattenstaat), der in der Türkei eine Jahrzehnte alte Tradition hat, empfehle ich wärmstens Lars Schall. Dieser Link hier ist zwar keine Punktlandung betreffs Türkei, zeigt jedoch gut, was ich meine: http://www.larsschall.com/2014/01/14/tiefenereignisse-und-die-globale-drogen-connection-der-cia/

      Herzliche Grüße, ped43

    3. Die Ursache des Mauerbau steckt in der Angst Erdogans, dass er sich in Syrien eine blutige Nase holt und nun eine starke Grenzbefestigung braucht.
      Dass seine Panzerarmee bereits von den Barfusskriegern derart geschädigt wurde ist ein Hinweis auf diese Angst. Erdogan kann sich hinter seine Grenze zurückziehen und hat die NATO als Stütze. Syrien wird diese Mauer respektieren.

      1. @biersauer

        Syrien wird diese Mauer respektieren.

        Ungeachtet der Tatsache, dass diese Mauer auf syrischem Boden steht?
        Eine Mauer schützt nicht vor kriegerischen Handlungen, sie ist eine Grenzsicherungsmaßnahme und soll vor YPG-PKK-Infiltration schützen, nämlich wenn es zu einem kurdischen Staatsgebilde an der Südgrenze kommen sollte.
        Sollte es einen Kurdenstaat geben, wird auch diese Mauer stehen bleiben und weitere Konflikte sind vorprogrammiert. Gelingt die Wiederherstellung der vollständigen syrischen Souveränität, wird sich auch die Türkei vollständig von syrischem Boden zurück ziehen und die Mauer kommt wieder weg. Es ist eine Frage des Machtkampfes im Hintergrund, nämlich zwischen den USA und der Türkei – und wer sich beim Thema Kurden durchsetzt.
        Für die syrische Allianz lautet die Devise, Schritt für Schritt vorzugehen und jetzt – für den Augenblick – nicht zu viel zu wollen. Aktuell muss der IS zerschlagen werden. Das stabilisiert Syrien enorm und jeder „Partner“ ist willkommen.
        Und nachdem, was die russische Diplomatie dort in den letzten zwei Jahren geleistet hat, habe ich da schon ein gewisses Vertrauen. Denn die hat tatsächlich nicht nur einen Plan A ….

        Beste Grüße, ped43z

  8. Gott zum Gruß,

    wenn ich die Informationen von den Kurden um Brazani im Irak und die der Israelis und einiger US-quellen richtig deute, sollen wohl die Kurden des Iraks mit Panzern und etwa 1000 Mann als Unterstützung der SDF in Richtung Deir ez-Zor, auf gebrochen sein.
    Man betonte in die „ölreichen Gebiete um Deir ez-Zor“. 😉
    Gleichzeitig sagte Barzani, das Referendum zur Ablösung der Kurdengebiete vom Irak betreffen natürlich nicht die Gebiete in Syrien. 🙂
    An andere Stelle heißt es das die Unabhängigkeit der Kurden von der BRD und der -tataa- Türkei und der USA unterstützt würde.

    Quellen zB:
    http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59548
    https://www.nzz.ch/international/nahost-und-afrika/interview-mit-masud-barzani-kurdistan-ist-reif-fuer-die-unabhaengigkeit-ld.84043 (daraus Barzani: Lob für Erdogan)

    Vermutung: wir werden Erdogan in den SDF-Gebieten in Syrien wiederfinden, halt mit anderen Stellvertretern.

    Wenn man sich erinnert das waren schon immer die Taktik des osmanischen Diwans. Täuschen und tricksen aber aber nicht locker lassen. Wenn ich Syrien oder Russland wäre würde ich Erdogan nicht trauen und US-Boy erst recht nicht. Es gibt immer noch einen Plan B hinter den Plan C.

    Grüße an alle Paule
    Ps:

  9. Zum zweiten:

    Wenn die Bündnisaufforderung des israelischen Außenministers nicht so irre wäre, müsste man lauthals loslachen.

    Auf dem Niveau der Nato soll dieser Beistandspakt basieren. Oder doch eher auf dem Niveau des Nichtangriffspaktes zwischen den Nazis und der Sowjetunion?

    Und wie lange soll dieses Bündnis zwischen den ideologieverseuchten Partnern halten?? Und das noch nicht befriedete Syrien als polnischer Puffer der Habgierigen und als Hintertür zum nächsten Krieg der Fressfeinde gegeneinander???

    Mit solch einem Bündnis der nahöstlichen Kernstaaten zumindest wäre Russland sauber abschaltbar, weil als Agressor gegen die Bündnisinteressen der nahöstlichen Kernstaaten präsentabel. Und Israel hätte selbstverständlich die Position des leitenden Architekten mit einer eigenen kleinen Bau- und Schlägerfirma, um in die geplanten Konflikte dieses giftigen Bündnisses entscheidend steuernd einzugreifen -damit Erez Israel auch wirklich wird.

    Syrien zumindest würde bei solch einer Konstellation nachträglich doch noch aufgerieben werden können. Und Assad sieht das und kann wenig dagegen tun. Und was wissen die Russen über diese Ränkespiele, was weiß Trump darüber. Und wer überhaupt kann diesen neo-nahöstlichen Nahtod unter der Leitung Israels unterbinden?

    Fragen über Fragen: Liebes Parteibuch; eine Antwort wäre nett.

    1. Hans

      Man darf durchaus lachen. Liberman verkennt die Trump-Administration offenbar völlig und ohne die USA ist ein offenes israelisch-saudisches Bündnis nichts als grotesker Klamauk.

      1. @pb

        Klar, man kann das wirklich lustig finden. Aber ich glaube nicht, dass die Dinge, die jetzt passieren, nicht auch einer Planvorlage (Plan B) – womöglich gar aus Tel Aviv – entspringen, oder? Wenn man wirklich vorhat – oder besser gesagt: einem nichts mehr anderes übrig bleibt – als sich zu vertragen, dann muss man irgendwie ins Gespräch kommen, muss das dem Volk auch irgendwie verkaufen. Was liegt da näher als dass man einen Strohmann als gemeinsamen Feind aufbaut (Iran). Think Tanks arbeiten doch gerne mit solchen Figuren.

        P.S. Ich habe bei Dir schon öfter den Begriff „Takfiri“ gelesen. Der iranische Außenminister gebrauchte den Begriff ebenfalls in seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Sind aus iranischer Perspektive alle Saudis Takfiri? Gibt es da so ein Verständnis von kollektiver Schuld, also dass jeder saudische Staatsbürger automatisch kraft Pass, kraft Geburt Takfiri ist? Und was sagt man denn im Iran zu dieser „Koalition der Moderaten“ (außer dass man auch ein wenig darüber lachen muss)? Werden die 72, die damals so einen tollen Vorschlag zur Reaktion auf Trumps Einreiseverbot machten, jetzt vorschlagen, der „Koalition der Moderaten“ beizutreten? Es müssen ja alle irgendwie ins Gespräch kommen.

      2. Meier

        Zum Begriff des Takfirismus: eine Takfiri ist jemand, der Takfir praktiziert, das heißt, es sich anmaßt, einen anderen (Muslim) zu einem (vogelfreien) Ungläubigen zu erklären.

        Der Begriff wird gerade deshalb verwendet, um Schuld nicht als Kollektivschuld-Schublade zu betrachten, in die unter anderem die im Geiste des Quasi-Staatsgründers Wahhab erzogene saudische Bevölkerung durch den Begriff „Wahhabit“ gesteckt wird, sondern Schuld und Schande nach dem individuellen Verhalten, und zwar unabhängig davon, ob jemand Wahhabit ist oder nicht, abhängig zu machen.

        Takfirismus ist zwar unter Wahhabiten sehr verbreitet, doch kein Wahhabit wird dazu gezwungen, Takfir zu beghen, und so ist es stets eine individuelle Entscheidung des Täters, diese anmaßende und verheerende Schandtat zu begehen, die Mitmenschen ihre Menschlichkeit und den Schutz durch den Koran und Gott abspricht. Gleichzeitig umfasst der Begriff Takfiri aber auch nicht-wahhabitische Täter, etwa die den Wahhabiten nahestehenden Deobandis, wo die Praxis des Takfir auch sehr verbreitet ist.

      3. @H Meier:
        Ein nicht unwesentlicher Teil der Bevölkerung von Saudi Arabien besteht aus Schiiten. Die 3 Grenzprovinzen am Jemen stehen den Jemeniten nahe, die vom Iran unterstützt werden. Der Klan der Sunniten, der Mekka beherrscht, das sind eigentlich keine Wahhabiten gewesen. Saudi Arabien verfügt über eine größere Menge von Sollbruchstellen. Der Iran ist sich dessen bewusst.

      4. @pb

        Vielen Dank. Ich habe das natürlich bewusst so formuliert, weil ich erfragen wollte, wer evtl. im Iran den Takfirismus praktiziert bzw. darüber nachdenkt. Eine sog. Waffengleichheit herzustellen, ist der beste Weg, um auf andere Ebenen zu steigen. Im Christentum gibt es da die berühmte Rede von Splitter und Balken. Dinge sind immer nur so lange dialektisch, bis es einen umfassenden Oberbegriff gibt. Du nennst das „Schutz durch den Koran und Gott“. Ich halte übrigens nichts von all‘ den westlichen Ansätzen, DEM Islam eine liberale Aufklärung beibringen zu wollen, weil es sich dabei meistens um atheistische Ansätze handelt, die weder einen Kant noch die Welt wirklich verstanden haben. Wo das hinführt, müsste jedem klar sein, der auf die Entwicklung des Westens genauer schauen mag. Aber natürlich nicht nur beim Westen – man denke nur an die Anti-Religiosität einer kommunistischen Sowjetunion und ihrer Partner. Da freut es mich besonders, dass in Russland ein Umdenken stattgefunden hat (auch wenn der eine oder andere darin „nur“ eine ordnungspolitische Maßnahme sehen mag). Wer Veränderung will, der muss den inner-islamische Diskurs auf religiöser Ebene ankurbeln – und auch konstruktive Anfragen anderer Religionen einbeziehen. Da geht es nicht um eine Wohlfühl-Einheitssoße, sondern da sollen verbal (!) auch ordentlich die Fetzen fliegen. Alles jedoch, was über das Verbale hinausgeht, kann nicht von Gott kommen. Jeder, der etwas anderes behaupten will, der sollte ihn fragen – und im Zweifel noch einmal und noch einmal …

        Beste Grüße!

  10. Zum dritten:

    Der Igel formulierte im Forum dieses Blogs seinerzeit, daß Syrien das Nadelöhr sei, durch welches das Weltkriegskamel hindurch gezwungen werden müsse, um einen Großbrand zu entfachen.

    Ob dieser Großbrand als dritter Akt und somit als Peripetie vor dem retadierendem Moment als vierter Akt vor der Katastophe tatsächlich geplant ist und war, bedarf noch des Beweises.

    Zumindest bewegen diese Oberherrscher des irdischen Wahnsinns sich teilweise sehr gepflegt an der klassischen Struktur der Schöpfung entlang (doch Angst?-). (Wie anders sollte es auch gehen?) Aber der blanke Schwachsinn der Selbstzerstörung ist diesen Weltmachtseroberern inhärent; deren seelisches Vermögen nicht einmal bis zum Mond geschweige denn bis zu den Sternen reicht; als seien sie hier eine Sklavenrasse.

    Echte Träume?: Fehlanzeige!

    Da hat sich ein Gelichter zusammen gerottet. Und wer sich nicht rechtzeitig um den freien Atem des Geistes bemüht hat, lebt heute in sehr unangenehmer stickiger Luft.

    Mitleid?: Ja, aber bedingt. Denn durch das Internet und früher bereits durch die Bücher liegen und lagen alle Fenster nach draußen zur Verfügung der Erkenntnis.

    Unwissenheit heutiger Tage ist also entweder Dummheit oder Faulheit.

    (Mit dummen Menschen übrigens läßt sich etwas respektvoller umgehen als mit faulen Menschen 🙂

    1. Hans mein Igel
      „daß Syrien das Nadelöhr sei, durch welches das Weltkriegskamel hindurch gezwungen werden müsse, um einen Großbrand zu entfachen.“

      Es sieht so aus, das der Fokus der EU und vor allem D in Nordafrika ist. Unter dem DeckmantelFlüchtlinge beginnt man da zu stänkern. SYrien scheint geschwächt genug, das man sich jetzt anderen Zielen zuwenden kann.

      Was mich heute fast genervt hat, da die Terroristen eine intensive Kampanie fahren. Alte Kamellen werden aufgewärmt. Ist das ein Schrei nach neuen Sponsoren. Fehlt etwa ein neues Ziel für das jemand paar Millionen locker machen würde? IN Nordaleppo zieht sich erdogan eher zurück, In Idlib ist Alkaida Land. IS könnte Zahlungsprobleme haben. Wer bezahlt jetzt den Sold und die Prämien (Israel im Süden?)

      1. @Lutz

        Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass die Massen-Flüchtlingströme aus Afrika gezielte Ablenkung vom Syrien-Israel-Konflikt sind. Diese angebliche afrikanische Massenmigration ist mehr als auffällig. Warum sollte sie gerade jetzt kommen? Vielleicht ist sie auch nur ein Druckmittel an Europa a la „Wenn Ihr nicht in Syrien in unserem Sinne mitmacht, dann hetzen wir Euch ganz Afrika auf den Hals“. Oder es handelt sich bei den afrikanischen Staaten nur um Trittbrettfahrer. Oder es geht wieder einmal nur um das Geschäft, also dass man Kopien des Merkel-Erdogan-Paktes mit westlichen wirtschaftlichen Geschäften verknüpft. Wer weiß das alles schon so genau.

        Aber völlig unabhängig gilt: Es wird leicht übersehen, dass der alte Westen die Migration aus Syrien gezielt ausgelöst hat durch Regime-Change-Versuch, Sanktionen, Streichung der UNHCR-Mittel, IS … Dieses Muster ist speziell – und passt nicht auf andere Länder.

        Besten Gruß!

      2. Meier

        Vor allem hat der Westen, genauer gesagt zionistische Seilschaften unter Führung von Frankreich, USA und UK, die Massenimmigration aus Afrika in die EU dadurch ausgelöst, dass der Westen den libyschen Staat durch einen – unter dem Deckmantel eines angeblichen Schutzes von Zivilisten – völkerrechtswidrigen Angriffskrieg vollkommen zerstört hat.

        Da liegt der Hase im Pfeffer.

      3. H. Meier

        Wir haben Jahrzehnte auf Kosten Afrikas gelebt und leben weiter und fördern mit der Art der Finanzhilfe geradezu gefördert und wenn man den Menschen die Lebensgrundlagesuchen sie sich einen neuen Lebensstandard, das ist nicht neu und dauert ja schon lange. In Frankreich dauert es ja schon Jahrzehnt.
        Und ich hatte ja auch nur gesagt, das dies der Vorwand ist in Nordafrika eine Art 2. Arabischen Frühling an zu zetteln. Außerdem dürften bald viele Söldner auf Arbeitssuche sein

      4. @pb

        Natürlich ragt Libyen da hervor, gleichwohl übertreffen die Maßnahmen des alten Westens gegen Syrien auch Libyen. Syrien ist da sehr speziell – wohl weil es direkter Nachbar von Israel ist und eben die religiöse Dimension berührt.

        @Lutz

        Alles richtig. Das wollte ich gar nicht in Abrede stellen, sondern nur auf die besondere Situation hinsichtlich Syriens hinweisen – und dass die Lösung dort woanders zu suchen ist, nämlich in einem Ende von Israels Landnahme- und Apartheidpolitik.

        Beste Grüße!

    2. „ist also entweder Dummheit oder Faulheit“

      Das mag man denken. Aber das ist nicht ganz fair. Propaganda ist so mächtig. Wer hat schon die Zeit, sich durch den Wust an Informationen zu arbeiten. Wer versteht schon die ganzen unterschiedlichen Folien, die man zur Erklärung auf den Syrien-Konflikt packen kann auf Anhieb in der Tiefe – und kann dann noch eine Wertigkeit bestimmen? Geht es mehr um Öl und Gas – oder doch schlussendlich um Religion? Das ist alles nicht ganz einfach zu begreifen.

      Besten Gruß!

  11. Schaut mal aktuell bei militarymaps.info auf Palmyra – hier geht’s richtig los, auf breiter Front – IS flieht – vielleicht reicht der Schwung bis D.A.

    1. An ein Vorrücken bis Deir Ezzor glaube ich nicht in nächster Zeit, aber ich hoffe, dass man wenigstens bis Arak oder besser Al-Sukhnah vorrückt.
      Die in der Vergangenheit vergebene Chance eine Pufferzone östlich von Palmyra zu etablieren, hat sich ja bekanntermaßen bitter gerächt.

      Zumal ich bis heute nicht die militärischen Hintergründe verstehe – freies Feld, ein paar Hügelchen, kaum zivile Infrastruktur, dafür mehrere ökonomisch-wichtige Erdgas-Förderstationen.

      1. @pragmatisch Die SAA hatte ganz einfach zu wenige Resourcen dafür, bzw. die für Angriffe ohne große Verluste notwendigen Eliteeinheiten wurden zu diesem Zeitpunkt wo anders nötiger gebraucht.

        Diesmal wird die SAA diesen Fehler wohl nicht mehr machen, zumal sich das Kräfteverhältnis immer mehr zu Gunsten der SAA neigt.

      2. Auch diese leere Wüste mit paar Hügel und drauf 3 Fanatiker kann ein richtige Problem werden. Auf so einen Hügel positionieren sich paar Islamisten und graben sich in ihren Löcher an. Sie wissen, da sie da sterben werden und brauchen kein Fluchtkorridor. Nehmen sie paar Snaiper und etwas TOW mit sich. Und noch mit einen kleinen Minenfeld und da kommt keine Armee schnell voran. Da hilft auch nicht Luftwaffe. Da muss jede einzelen beseitigt werden. Wenn Du Bilder schaust von diesen befreiten Hügel siehst Du immer paar Löcher mit getöteten Islamisten.

  12. Hallo,
    bei Telepolis steht heute zu lesen, dass der IS Al-Bab den Türken überlassen hat, dem stünde wahrscheinlich ein Deal zugrunde, über den man nur spekulieren kann.
    Ich habe rumgesucht, ob sich die News bestätigen lässt, wurde aber nicht fündig.
    Wie ist hier der Wissensstand über Al-Bab, ist da was dran oder eher nicht ?

    1. Nun, die Deutschen haben Stalingrad letztendlich auch den Russen überlassen, wenn man das so sehen will ….

    2. Ste
      Wie ist hier der Wissensstand über Al-Bab,

      Wissensstand ist zu viel gesagt aber es war schon offensichtlich, das es ja schon lange immer hin und her ging, eventuell sind sogar so Waffen an IS gelangt. Eigentlich gab es nie 100% Beweise. Wahrscheinlich wirst Du auch zu AL Bab nichts finden. Jeder ahnt es, nur läuft es alles schon so lange, das man weiß, wie man die Wahrheit verheimlichen kann. Es sind alles Söldner, die auch schon mal auf der anderen Seite gekämpft hat, so kennt man sich, so das Handschlag ausreicht. So macht sich keiner die Mühe da nach zu grasen.

  13. Ich werde einfach aus dem Verhältnis YPG zu Assad nicht schlau. liveuamap meldet gegenseitige Verhaftungen in Qamishli und Hasakah. Kaum kommen mal positive Meldungen von der einen Front, knallt es am anderen Ende. Was passiert eigentlich, wenn die Türkei sich offiziell aus dem syrischen Territorium zurückzieht und das besetzte Terrain den „Gemäßigten“ überlässt? Die proben ja schon jetzt das große Kloppen mit den Kurden bei Manbij. Dass Russen und SAA die als gemäßigt verunglimpften Terroristen angreifen um El Bab und Jarabulus zu erobern, wird die Westpresse kaum stillschweigend hinnehmen, dass die Kurden Afrin und Manbij vereinen, wird die Türkei nie zulassen. Letztere bombardiert ja schon fleißig bei Tal Rifaat. Frage mich wirklich, wie man dort Frieden hinbekommen soll.

    1. „Ich werde einfach aus dem Verhältnis YPG zu Assad nicht schlau.“

      .

      Ein schwieriges gesellschaftliches Verhältnis weil die YPG ist eher kommunistisch orientiert und Assad da eher konservativ. Das Problem ist in meinen Augen dass die YPG und die Bath Partei bisher nicht wirklich miteinander geredet haben. Ich hoffe dass sich das ändern wird.

      1. Karsten

        Der kommunistische Anstrich der PKK ist für die syrische Baath-Partei überhaupt kein Problem. Das Hauptproblem ist, dass sowohl die PKK als auch ihre syrischen Ableger seit geraumer Zeit enge Kontakte zu zionistischen Kriegstreibern pflegen und sich immer wieder bereitwillig dazu nutzen lassen, die Region im israelischen Interesse zu destabilisieren.


      2. einparteibuch sagt:

        1. März 2017 um 22:24

        Karsten

        Der kommunistische Anstrich der PKK ist für die syrische Baath-Partei überhaupt kein Problem. Das Hauptproblem ist, dass sowohl die PKK als auch ihre syrischen Ableger seit geraumer Zeit enge Kontakte zu zionistischen Kriegstreibern pflegen und sich immer wieder bereitwillig dazu nutzen lassen, die Region im israelischen Interesse zu destabilisieren.“

        .

        Generell kein Wiederspruch. Nur Kommunisten sind auch nur Menschen. Menschen können sich irren bei ihren Entscheidungen und Propaganda unterliegen. Sorgen wir gemeinsam dafür dass die Menschen, egal welcher Ausrichtung, nicht mehr der Propaganda verfallen.

    2. Sehr geehrter Herr Lenk, es ist so wie es IMMER ist, bei einer Organisation, die Hierarchisch strukturiert ist, da kommen die Economic Hite Men und machen den Führungsfiguren, in alter US Mafia Tradition, ein Angebot, das man nicht Ablehnen kann. Entweder weil man ein Charakterschwein ist und selbst die Mutter, für Koffer voller Dollar verkaufen würde, oder die Menschen haben Angehörige und Freunde und sich menschliches Empfinden bewahrt.
      Siehe Tsipras in Griechenland.

  14. Während es momentan doch gut läuft in Syrien und Irak, sieht es an der Front im Jemen zunehmend schlechter aus. Der Blick auf die Karte heute, vor allem an der Westküste und etwas landeinwärts im Jemen, war wieder deprimierend.

  15. @ Hans mein Igel :
    Da hat sich ein Gelichter zusammengerottet

    @ Paule : sollen wohl die Kurden des Irak mit Panzern und etwa 1000 Mann als Unterstützung des SDF Richtung Deier Ezz Zour ….
    @ pollewetzer : Al Baghadi soll an seine Anhänger den Befehl ausgegeben haben, sich aus dem Irak zurückzuziehen aber nicht aus Syrien.

    Ist das alles nur Propaganda oder will das ganze Gelichter jetzt nach Deier Ezz Sour. Ich habe schon immer vermutet, dass da Gold vergraben ist und die saudisch-israelische Terrorachse will diesen Platz unbedingt haben.

    Wenn die Kurden des Irak Unterstützung sagen meinen sie Besitzanspruch.

    Syrien ist von Räubern befallen wie Deutschland im dreißigjährigen Krieg.

    Die YPG dagegen wäre eigentlich der ideale Parner der SAA zur Befreiung Syriens. Natürlich sind sie auch nicht völlig immun gegen zionistische Propaganda, aber zumeist verfolgen Sie ihre eigenen Interessen und sie haben eine antiimperialistische Haltung. Man muß Ihnen auch zugute halten, dass sie sich 2014 in Kobane ihre Verbündeten nicht aussuchen könnten.

    Die Kurden sind nicht homogen. Sie halten nur dann zusammen, wenn es gegen sie als Volk geht, ansonsten gehen sie auch gegeneinander vor.

    Die Barsani Kurden des Irak sind Gegner der YPG und die werden immer versuchen, eine Verständigung zwischen YPG und SAA zu verhindern, auch eben durch bezahlte Provokateure. Aber der Verlauf des Krieges zeigt viele Gemeinsamkeiten und die jahrelange Belagerung von Aleppo wurde gemeinsam von YPG und SAA durchgestanden, da hat sich die YPG als verläßlich erwiesen.
    Ich hoffe da auf die kluge russische Vermittlungspolitik. Um das Gelichter aus Syrien herauszuschmeissen braucht es Verbündete.

    Viele Grüße an alle, das war heute ein ganz spannender Blog

  16. Ich hoffe auch, dass die YPG mit der SAA zur Verteidigung Syriens zusammenarbeiten. Manchmal kann
    man zwar verzweifeln, aber …
    Heute haben die SAA und YPG auf Vermittlung der Russen vereinbart, einen Teil des YPG gebietes westlich von Manbij von der SAA gegen die Türken und ES zu verteidigen.
    Einen Angriff der Türken gegen Manbij wie letzte Tage von den Türken angekündigt, wäre jetzt ein Angriff gegen die SAA und nicht nur gegen die Kurden – mit Rückendeckung der Russen.
    Ein guter Schachzug, wie ich finde.

    1. Hab Kind
      Ein guter Schachzug, wie ich finde.

      Da muss man erst sehen, wie es ausgestaltet wird, ob z.B. die SAA wirklich komplett übernimmt oder regionale Verteidigsgruppen unter Führung der SAA. Es ist ein Riesengebiet und vielleicht grift Erdogan nicht an, aber wahrscheinlich die Proxys. Sollte die SAA komplett übernehmen ware eine mächtige Truppe dort gebunden, die die tewas unterbetzte SAA dringend braucht.

      Das politische Zeichen ist aber sehr gut:SAA und YPG arbeiten weiter gut zusammen. Außerdem haben die YPG nur mit Zustimmung der USA das machen können. Das könnte ein Zeichen sein, das die USA Interesse an ein Eibinden der Kurden in einen syrischen Staat haben, was ja die Türkei beruhigen könnte.
      Außerdem ist die Aktion wohl ein starkes Zeichen, das die Kurden Ihre Pläne für den Korridor aufgegeben haben und Ihnen der SAA/YPG Koridor reicht. Könnte Erdogan den Abzug erleichtern.

      Ich bleibe dabei, was in der Gegend Al Bab militärisch läuft hat wohl wenig Bedeutung, aber die Politischen Zeichen sind hochinteressant

  17. Sehr interessante Situation. Jetzt stehen sich zwei NATO-Armeen gegenüber.
    „Turkish government has threatened to block US use of İncirlik Airbase if the latter continues support for PYD“

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