ISIS und Co verlieren auf breiter Front

Während in Genf die von Russland unterstützte nächste Gesprächsrunde zur Aufgabe des internationalen Terrorkriegs gegen Syrien begonnen hat, verlieren ISIS und ihre takfiristischen Terrorkameraden sowohl in Syrien als auch im Irak auf breiter Front.

Direkt westlich der Metropole Aleppo mussten die Terroristen von Ahrar Al Sham und ihre Al-Kaida-Kameraden heute hohe Verluste durch Luftangriffe hinnehmen, die angeblich von Russland geflogen sein sollen.

Östlich der nordsyrischen Metropole Aleppo hat heute die Terrorgruppe ISIS in der Großstadt Al Bab kapituliert und die Kontrolle über die Stadt an Proxy-Gruppen der Türkei abgegeben, die im Streben nach Selbständigkeit inzwischen so eng mit Russland zusammenarbeitet, dass sie russische S-400-Luftabwehrsysteme anstelle von ähnlichen NATO-Waffen kaufen möchte. Einige Kilometer südöstlich der Stadt Al Bab hat unterdessen die syrische Armee ISIS die Kontrolle über die Dörfer Rasm Al-Hermel und Rasm Al-Sheikh abgerungen, womit die nahegelegene ISIS-Hochburg Deir Hafer zunehmend unter Feuerkontrolle der syrischen Armee gerät. Auf einer Karte sieht das wie folgt aus:

Was auf der Karte oben noch nicht verzeichnet ist, ist, dass die Terrorgruppe ISIS direkt östlich und nordöstlich von Al Bab gerade auch noch die Städte Bzaa und Qabasin an die türkischen Proxy-Gruppen verloren hat.

Weiter nach Osten blickend hat die Terrorgruppe ISIS heute ein gestern umzingeltes, rund 500 qkm großes, Wüstengebiet östlich von Raqqa an von der US-Luftwaffe unterstützte kurdisch geprägte SDF-Einheiten verloren, womit die von ISIS-Terroristen seit fast drei Jahren besetzte syrische Provinzhauptstadt Raqqa inzwischen von drei Seiten umzingelt ist.

Etwas weiter den Euphrat hinunter hat die syrische Armee heute in Deir Ezzor ISIS-Terroristen mit Unterstützung der russischen Luftwaffe die Kontrolle über einen weiteren Hügel in der Friedhofsgegend abgenommen, was ein weiterer Schritt dazu ist, die seit 40 Tagen durch eine mit hohen Verlusten durchgeführte ISIS-Offensive voneinander getrennten Regierungsenklaven in Deir Ezzor wieder zu vereinigen und anschließend die Niederlage von ISIS in Deir Ezzor herbeizuführen.

Noch weiter östlich im Irak hat die Terrorgruppe ISIS heute in Mossul den Flughafen und das westlich des Flughafens gelegene Militärlager Ghazlani an die irakische Bundespolizei verloren.

Außerdem sind irakische Volksmobilisierungseinheiten heute westlich von Mossul in der Umgebung der ISIS-Hochburg Tel Afar vorgerückt, wodurch ISIS in Mossul stärker eingeschnürt wird.

Außerdem hat die syrische Armee in Daraa ganz im Südwesten von Syrien damit begonnen, eine Gegenoffensive gegen die dortigen friedensunwilligen Takfiri-Terroristen durchzuführen.

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39 Gedanken zu “ISIS und Co verlieren auf breiter Front

  1. Kaum ist Obama nicht mehr im Amt, wendet sich das Blatt…so ein Zufall aber auch.
    Vielen Dank an das PB für die intelligente und unermüdliche Berichterstattung.

    1. Gutes Zeitfenster dank Trump, alle profitieren, außer Syrien selbst. TK-Proxis kassieren Al Bab, Quasabin usw. SDF gewinnt mal eben 500 km2 , SAA gewinnt heldenhaft 2 Dörfer und 1 Hügel – statt das Daesh-Vakuum ausnutzend massiv zum Euphrat (wg. Wasserversorgung Aleppo) und dann runter nach Tabqa und Palmyra zu gehen.

      Demnächst hat die SDF alle Gebiete und Ressourcen östlich des Euphrats. Während West-Syrien TK-Proxis und Türkei versorgte Idlib-Rebellen noch am Hals hat. Da könnte dann eine Einheit Syrien diplomatisch unverhandelbar werden.

  2. Heißt Kapitulation sich ergeben und der Justiz überstellt oder nur umuniformiert, um an der Seite der FSA (Erdogans Büttel) gegen Manbij zu ziehen?

    1. Kurt

      Der Gedanke, irgendetwas in Erdogans Jihadi-Proxies Justiz nennen zu wollen, ist schon recht komisch. Nein, kapituliert heißt, ISIS in Al Bab ist zum Teil weggelaufen und der Rest in Al Bab hat die Waffen niedergelegt und sich der Gnade der türkischen Sieger überantwortet.

      Dass die Türkei gegen die YPG, die USA, Russland und Iran einen Feldzug auf Manbij versuchen wird, halte ich eher für unwahrscheinlich.

      1. Angeblich war Mc Cain in Syrien und verlangt von Kurden ein 20 KM breite Korridor für türkische Truppen um Raqqa anzugreiffen. Ich glaube nicht, dass Kurden diese Deal annehmen werden, aber bei Kurden und ihre Logik habe ich mich schon mehrmals überaschen lassen.

      2. Nach verschiedenen Quellen gab es ein Abkommen für den geordneten Abzug von ISIS mit der türkischen Seite – was mit den Fakten gut übereinstimmt. Die spannende Frage ist jetzt, wo die abziehenden ISIS Kämpfer als nächstes eingesetzt werden. Am wahrscheinlichsten dürfte wohl Deir Hafer sein. Glücklicherweise sollen zuletzt nur noch wenige hundert Kämpfer übrig geblieben sein, das sollte die Tiger Forces vor keine allzu große zusätzliche Arbeit stellen.

      3. Menschmaschine

        Ich vermute, die meisten der aus Al Bab abziehenden ISIS-Terroristen werden versuchen, als „Flüchtlinge“ nach Deutschland zu kommen.

  3. Liebe Parteibuch. Während Kurden in 5. Gang Gebiet um Raqqa reumen, geht SAA mit Ameisen Schritten Vorwärts. Ich sage nicht, dass West Aleppo oder Daraa nicht wichtig ist, aber zur Zeit steht IS Gebiet unter Sonder Angebot. Statt dort Truppen zu schicken und ein grösse Kuchen abschneiden, schaut SAA was am Schluss für sie übrig bleibt.

  4. Das Ende des IS könnte näher sein als die meisten hier denken. Voraussetzung dafür ist dass die derzeitigen Koalitionen, wobei einige davon doch sehr brüchig sind und dass Deir Ezzor nicht doch noch in die Hände des IS fällt, wofür derzeit ohnehin nichts oder wenig spricht.

    Der Wermutstropfen des heutigen Tages ist , dass es einen Deal zwischen Türkei und IS gegeben haben soll(zwitscherei), dass der IS mit allen schweren Waffen aus AL Bab abziehen konnte.

    Gibt es diesbezüglich schon neuere und andere Erkenntnisse?

    1. kaeptngarfield

      In den Deal zum Abzug von ISIS aus Al Bab war ganz offensichtlich auch die syrische Armee einbezogen, sonst hätte die nicht gezielt einen Fluchtkorridor für ISIS offengelassen, sondern den Korridor zugemacht und damit ISIS und türkische Proxies in Al Bab gegeneinander gedrückt.

  5. Lutz, zgvaca

    Die Ereignisse der letzten Wochen in Syrien und im Irak weisen allesamt darauf hin, dass es genaue Absprachen zwischen Russland, der Türkei, Iran, Syrien und neuerdings auch den USA gibt, wer da wie vorwärts geht oder nicht vorwärts geht. Es kommt deshalb nicht drauf an, dass die syrische Armee irgendwo schneller als andere vorangeht, um irgendwelche Gebiete zu bekommen.

    Ohne ein solcherart koordiniertes Vorgehen wären die großen Fortschritte der letzten Wochen kaum möglich. Aus diesen Vereinbarungen auszuscheren, ist auch für die Türkei nahezu unmöglich, weil sie sich damit sämtliche anderen Mitglieder des koordinierten Vorgehens gegen den Terror zum Gegner machen würde.

    1. PB
      Mag ja sein, das es Absprachen gibt, nur was sind sie Wert? Wenn dieTürken zu erst mit allen Mitteln versuchen über die Autobahn zu kommen und als wichtiges den Kreisverkehr von Al Bab einnehmen. zweifele ich da stark. Die Autobahn hat für die Türken kaum Bedeutung, für die SAA wäre sie wichtig. Und wenn es jetzt gezwitcher im Internet gibt, das die Türken eien Angriff auf Tadef planen, ware es ein verdammt schlechter Kuhhandel für die SAA.
      Und das die YPG wieder vermehrt die Proxis angreift, zeugt auch nicht für enge Zusammenarbeit.
      Das die Türken die SAA für Al Bab brauchten, weil Ihre Proxis eher schlecht aussahen war ja offensichtlich. Nur gehen die Abreden über Al Bab hinaus?
      Und der Schwachsinn, das die Türken Raqqa einehmen wollen, läßt mich an Absprachen zweifeln.
      All diese Problem lassen mich vermuten, Russland und die SAA waren wieder mal sehr blauäugig.
      Ansonsten teile ich die oben genannte Meinung: IS-Gebiete gibts gerade im Schlussverkauf und da sollte man in Ostaleppo zuschlagen.
      Sicher die Menschen in Westaleppo haben die Nase voll vom ständigen Beschuss, nur warum gerade Jetzt (OK vielleicht wegen Genf) da vorgehen, wenn die Wasserversorgung von Aleppo immer noch gefährdet ist.

      1. PB

        Kleine Ergänzung:
        Erdogan wichtigstes Ziel ist seine Krönung und da kommt ein Anschein, des Abdrifftens nach Osten ganz gelegen. OB er dann nach dem Referendum die westlichen Mrd. verschmäht, glaube ich eher nicht und die NATO braucht die Türkei: Gesorgien, Bosporus, Flughäfen in Reichweite des Nahen Ostens, Nachbar des Irans… um mal einiges zu nennen.
        ERdogan will Herrscher über Arabien warden,und die Macht wird er sicher nicht mit dem Iran oder Russland teilen wollen.
        Ich kann da nur von Wunschträumen warnen.

      2. Also die Nachrichten von heute früh zeigen mir, das es mit den Abstimmungen mit den Türken doch nicht so weit her ist.
        Wenn die SAA heute früh AlQeteh und Manazar AlJaraf genommen haben. heißt das für mich: Die SAA rückt mit 2 Verbänden parallel vor und die Nachricht kommt sehr früh am Tag. Heißt wohl die SAA hat es eilig, es bildet sich ein Keil aus, untypisch für die Truppen in Aleppo. Dieser Keil zeigt nach Nordost.
        Die Idee, das das Ziel der SAA Deier Hafr ist, scheidet damit aus, auch das Ziel Pumpstation am Stausee liegt eher südöstlich. Es geht wohl eher darum die Kurdengebiete im Nordosten zu erreichen und das auf kürzesten Weg.
        Für mich sieht es eher danach aus, das die SAA unbedingt verhindern will, das Erdogan weiter südlich vorrücken kann. Ein deutliches Zeichen, das es mit Absprechen mit den Türken nicht weit her ist

  6. Hut ab vor den ganzen Experten hier und an dieser Stelle einmal mehr vielen Dank für die Informationen.
    Was mich trotz allem bei diesem Artikel stutzig macht: nach einigen erfolgreichen Vorstößen ins Stadtzentrum wurden die Proxy-Gruppen der Türken in Al-Bab noch bis gestern vom IS massiv zurückgedrängt; Stand heute morgen hatten Sie nicht mal mehr 40% der Stadt unter Ihrer Kontrolle.
    Eroberungen im Osten um B’zaa wurden ebenfalls vom IS umgehend wieder egalisiert.

    Und im Zuge dieser Befreiungsschläge ergibt sich der IS plötzlich und ergreift die Flucht von heute auf morgen? Kommt mir mehr als Spanisch vor.

    Kann es nicht viel mehr so sein: die SAA hat sich wieder Erwarten nicht um Al Bab gekümmert, sondern marschiert weiter gen Osten auf Deir Hafer zu. Die Türken schauen ungläubig zu, bekommen feuchte Hände und vereinbaren mit ihren Freunden beim IS hinter den Kulissen den Deal eines freien Abzuges, u.a. Richtung Deir Hafer. Der Vorstoß der SAA wird verlangsamt und was bleibt übrig:

    ein 30km breiter „IS“-Korridor zwischen Kurden und SAA-gehaltenen Gebieten. Würden die Türken dort jetzt bis zum Euphrat vorstoßen (können), hätte man das Kurdengebiet um Manbij von 3 Seiten eingekesselt.

    Manbij und die Türken? Da war doch was:

    „President Recep Tayyip Erdogan vowed to drive the Kurdish YPG militia from the Syrian town of Manbij yesterday.“ Datum der Meldung: 27.10.16

    Von daher: ja, ich bin mir auch sicher, dass es inzwischen enge Absprachen zwischen Syrien, Russland, USA und der Türkei gibt. Aber ich befürchte Erdogan spielt ein falsches Spiel (wie schon so oft in jüngster Vergangenheit) und will seine eigenen Pläne durchsetzen.

    1. @Pragmatisch
      „Von daher: ja, ich bin mir auch sicher, dass es inzwischen enge Absprachen zwischen Syrien, Russland, USA und der Türkei gibt. Aber ich befürchte Erdogan spielt ein falsches Spiel (wie schon so oft in jüngster Vergangenheit) und will seine eigenen Pläne durchsetzen.“

      .

      Absprachen gibt es schon. Nur was das „falsche“ Spiel angeht, da magst Du nicht unbedingt danebenliegen. Nur das wissen alle Beteiligten.

    2. Angeblich hatte ISIS zuletzt nur noch 200 Kämpfer in Al Bab, gegen mehr als 10.000 FSA / Türkische Armee. Irgendwann ist auch mal Schluss, egal wie mäßig die Kampfkraft von Erdogans Proxy Söldnern auch sein mag. In Taleb südlich von Al Bab ist ISIS noch präsent, mal sehen wie lange sie dort noch durchhalten…

  7. Man kann davon ausgehen, dass es im Hintergrund auch noch Kontakte zwischen der Türkei und ISIS gibt.
    Allerdings ist auch offensichtlich, dass es erhebliche Kämpfe mit Verlusten auf Seite der Türkenproxys und der Türken selber gab.
    Also es scheint unwahrscheinlich, dass das Verhältnis so ist, dass die Türken ISIS Vorgaben machen können, was sie als nächstes tun sollen.

    Al Bab war einfach nicht mehr dauerhaft zu halten, der Rückzug also eine logische Entscheidung; da es keinen geschlossenen Ring gab, kann man auch das schwere Gerät mitnehmen, auch die totale Luftüberlegenheit kann das nicht mit Sicherheit verhindern.

    Zum Vorgehen der SAA.
    Nord-östlich vom Euphrat ist derzeit und auch absehbar nichts zu holen für die Regierung, mit eigenen Truppen.
    Insofern ist die wünschenswerte Situation, dass möglichst Truppen die Gebiete einnehmen, mit denen man gut auskommen kann.
    Also „gelb“ ist besser als „grün“.

    Und möglichst eher kleine Truppen; die SDF tritt zwar als ganzes auf, es sieht aber so aus, als ob bei den Vorstößen tief in sunnitische Gebiet jeweils arabische Verbände mit eigenen Fahnen zumindest nach außen eine wichtige Rolle spielen, schon allein um weniger Widerstand bei der dortigen Bevölkerung zu erzeugen.

    Das sind dann allerdings eher kleine Einheiten, die Wahrscheinlichkeit ist größer, dass sie sich einen Platz in einem Damaskus-geführten Nachkriegssyrien suchen werden, statt dagegen zu kämpfen; natürlich muss man ihnen etwas anbieten.

    Daraa und Westaleppo muss man in den Kontext der Genfer Gespräche setzen.
    Derzeit läuft es ja „on the ground“ für Assad, der IS wird zerrieben, die anderen Dschihadisten sowie moderate Terroristen als auch die letzten moderaten Waffenbrüder der Terroristen und Dschihadisten erhalten anscheinend weniger Unterstützung au dem Ausland, zerlegen sich teilweise gegenseitig.

    Es dürfte innerhalb der „Rebellen“ eine rationale Fraktion geben, die angesichts der Ereignisse zu wirklichen Verhandlungen bereit ist, weil sie sehen, dass in ein paar Monaten nichts mehr zu verhandeln übrig sein könnte.

    Andere wollen ums Verrecken nicht verhandeln, manche mit Assad, andere mit niemandem; das sollen sie gerne wörtlich kriegen.

    Je uneiniger die „Opposition“, um so besser für die Regierung.

    Angriffe auf Terroristen und ihre „Moderaten“ Verbündeten machen es diversen Warlords schwieriger, auf Verhandlung umzuschwenken.
    Sie sind aber in der Logik der bisherigen Verhandlungen nicht zu beanstanden, Al Quaida und andere Terrorgruppen dürfen natürlich bekämpft werden, wer sich mit ihnen in den Schützengraben legt hat halt Pech.

    Sollten die Vertreter vom „HNC“ wieder keifend vom Verhandlungstisch aufspringen und mit dümmlichen Forderungen (zuerst muss Assad weg) abziehen, werden vor allem die Geldgeber und Koordinatoren in Wahhabiti-Arabien das Heulen kriegen.
    Und das kann nicht schlecht sein.

    Srien braucht Frieden, klar; aber es ist nicht egal, welchen Frieden.

  8. Ich glaube, dass für syrische Regierung Deir ez Zoir wegen seine Oel Felder mehr Bedeutung hat als Raqqa. Und ich finde ohne Al Bab könnte Erdogan gar keine Bedienungen stellen. Jetzt mit Al Bab wird er mitbestimmen und syrische Verfassung mitschreiben. Alle diese Milizen in Idlib werden neue Uniformen bekommen und Teil Erdogans 5. Kolone zu sein.
    Russische Drang mit allen zu sprechen hat Zukunft Syrien erschwert und verunmöglicht. Wenn sich Türkei und USA noch einigen wie in Nord Irak mit Bersani, dann kann Assad 40% von Syrien vergessen.

    1. Ich habe schon ganz früh im Rahmen dieser Unruhen gesagt, dass am Ende die Kurdenfrage, die am Kompliziertesten zu lösende sein wird.
      Da`esh, Rebellen, IS, Franzosen, Türken… alle werden am Ende des Tages in Syrien geschlagen sein. Aber die Kurden gehören zu Syrien, bzw. in die syrisch-kurdischen Regionen. Die kannst du nicht einfach wegbeamen. Du musst diese Akte bearbeiten.
      Und nachdem die Kurden so was wie die einzigen Gewinner der „Revolution“ sein werden, wird es ein Ding der Unmöglichkeit, die geöffnete Büchse wieder einfach so zu schließen – auf das Niveau von 2011.
      Im Grunde hängt viel davon ab, wie sich die Kurden selbst entscheiden werden: Forcieren einer kurdischen Autonomie, oder, Sonderstatus in einem vereinten Syrien.

      „…40% von Syrien vergessen.“. Nein, so viel würde es auch im schlimmsten Falle nicht werden. Schwerer wiegt eher die Tatsache, dass oben rechts die Ölfelder liegen…

      Womit ich dir aber Recht gebe: Im Nachgang wird die Lösung dieses Problems den größten Umfang einnehmen.

      Ps.: Netanjahu hat in Australien bekräftigt, dass der Golan „nie wieder an Syrien zurückgegeben wird“.
      Diesen feuchten Traum darf er gerne mehrmals in der Nacht haben. Aber wenn er morgens aufwacht, schaut er aus dem Fenster und muss feststellen, dass die da drüben einfach keine Ruhe geben…

    2. Ohne eine Lösung der Kurdenfrage wird es keine stabile Lösung in der Region geben.
      Dabei sind verschiedene Konstruktionen denkbar. Eine gewaltsame Unterdrückung wie in der Türkei kommt für Syrien derzeit nicht in Frage, selbst wenn man wollte, dafür sind einfach keine Ressourcen vorhanden.

      Ich gehe nicht davon aus, dass die Araber am Euphrat sich dauerhaft von Kurden beherrschen lassen wollen.
      Insofern sollt eine kurdische Autonomiezone nicht so groß ausfallen, wie die jetzigen „gelben“ Gebiete.

    3. Ich weiss ja nicht. Wieviel Einwohner hat das Kaff noch gleich? Und wieviel % der syrischen Gesamtbevölkerung sind das? Ich glaube es ist mehr so, wie ein syrischer Arbeitskollege sagt: was ist Al Bab? (Gleiches gilt auch für Raqqa)

    4. @Zgvaca
      „Ich glaube, dass für syrische Regierung Deir ez Zoir wegen seine Oel Felder mehr Bedeutung hat als Raqqa. Und ich finde ohne Al Bab könnte Erdogan gar keine Bedienungen stellen. Jetzt mit Al Bab wird er mitbestimmen und syrische Verfassung mitschreiben. Alle diese Milizen in Idlib werden neue Uniformen bekommen und Teil Erdogans 5. Kolone zu sein.
      Russische Drang mit allen zu sprechen hat Zukunft Syrien erschwert und verunmöglicht. Wenn sich Türkei und USA noch einigen wie in Nord Irak mit Bersani, dann kann Assad 40% von Syrien vergessen.“

      .

      In einem Punkt gebe ich Dir Recht. Das nächste und wichtigste Ziel zur Befreiung von Syrien vom Terrorismus ist die Befreiung von Deir Ezzor von der Belagerung und damit einhergehend auch von Palmyra. Anschließend kommt dann Raqqa und damit das Ende vom IS. Allerdings muss ich Dir auch widersprechen er hat al-Bab nicht wirklich. Das ist eine Schimäre.
      https://www.almasdarnews.com/article/graphic-content-18-50-turkish-backed-forces-killed-east-aleppo/

  9. Syrien erlaubt der irakischen Luftwaffe, ISIS auf syrischem Gebiet zu bombardieren.

    Der Irak hat natürlich auch ein Interesse, dass ISIS nicht einfach hin- und hergetrieben wird, sondern ausgeschaltet, zumindest die schweren Waffen.

  10. Zgvaca – ich sehe es eher so, dass es eine Art Territorium für diejenigen geben muss, die nicht mehr unter Assad leben möchten. Sie wären in einem künftigen Syrien ein ewiger Unruheherd. Erinnern wir uns an den Aufstand der Muslimbrüder in Hama, den Hafez Al-Assad niederschlug. Wenn es nicht eine Neuaufführung von „Ewig grüßt das Murmeltier“ geben soll, wäre es klug tief in sunnitischem Stammland eine Art Staat (warum nicht föderativ miteinander verbunden oder autonom) zuzulassen. Idlib wird es nicht sein können – warum dann nicht Raqqa?

    1. Du glaubst, die Muslimbrüder aus Homs, einer Großstadt, ziehen dann gerne „in den Busch“, nur weil sie dort die Scharia leben können?
      Und dann sind sie friedlich und es gibt keine Destabilisierungsversuche in der alten Heimat?

      Das scheint mir unrealistisch.

      Außerdem hat Syrien nicht sehr viele Öl- und Gasvorkommen, da kann man nicht einfach große oder wichtige Teile der Infrastruktur aufgeben, bzw. die Erträge daraus anderen überlassen.

  11. Der IS hat immerhin in al-Bab monatelang die Türken und seine militärischen Hilfkräfte aufgehalten, so das die SAA mit wenig Verlusten ein rund 350 Quadratkilometer großen Gebiet südlich davon einnehmen konnte. Von daher hätte sich der IS gerne auch noch länger in al-Bab halten können, aber wollen wir mal nicht unzufrieden sein.
    Momentan bauen die Tigers ihren offensiven Frontvorsprung ja etwas sehr steil aus. Ich hoffe nicht zu steil, da aus dem Norden sicher Feinkräfte des IS zurückfluten werden. Die Frage ist aber sicher auch, in welcher moralischen Verfassung sich diese Kräfte nach ihrer Niederlage im Norden befinden werden.

  12. Die obige Diskussion hat den befohlenen Rückzug der CIA aus Syrien nach Trumps Machtübernahme nicht eingepreist: kein Geld, keine Waffen, keine Drogen.

    Hat Erdogan, hat das Regime in Saudi-A. Rückrat genug, ohne sich hinter dem breiten Rücken der Amis verstecken zu können, diesen Kampf ernsthaft weiter zu befeuern ?-

    Israel bombardiert pünktlich einen Tag vor der Konferenz in Genf syrische Truppen und und die englischen Chauvinisten mögen auch noch weiter zündeln. Aber ohne die Amis ist dieser Krieg bald gelöscht; und schlimmer noch: Die wahren Drahtzieher werden entarnt.

  13. In Homs kam es heute früh zu einem Doppelanschlag, bei dem über 35 Menschen getötet wurden.
    Das Viertel Al Mahatta liegt recht zentral und gehörte zu den ruhigeren Vierteln der Stadt. Dieses Viertel grenzt direkt a „mein“ Viertel Al Inshaat… das tut weh.
    Die Angreifer, es sollen sechs gewesen sein, wurden kurz vor Selbstsprengung in ein Gefecht verwickelt, wodurch die Opferzahl wohl noch deutlich verringert werden konnte.
    Nach Lage der Dinge und aufgrund der Gegebenheiten in der Stadt ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass es sich um „Schläfer“ aus dem besetzten Viertel Al Waer gehandelt hat.
    SYrien wird noch viel Blut opfern müssen, bis eine relative Sicherheit erreicht werden kann. Und Syrien, das ist meine Meinung, muss dazu übergehen, infiltrierte Gegenden innerhalb von dicht besiedelten Regionen rigoroser zu bearbeiten. Ob aggressive Versöhnungsabkommen oder aggressive Säuberungen, wichtig ist, dass solche Terroristen ausgeräuchert werden.

  14. >>>
    Stork‏@NorthernStork 23 Min.Vor 23 Minuten

    5 HTS fighters stormed HQs of general and military security branchs in # Homs killed dozens including head of military security.

    Schon der Übergang zum Guerillakampf?
    Oder nur der Versuch, die Genfer Gespräche zu stören?

  15. Unterdessen gibt es markige Sprüche zu Manbic; Erdogan schickt verbal mal wieder seine Armee und Proxys los, die YPG erklärt, der ormarsch auf Raqqa wird beendet und Manbic verteidigt, wenn die Türken kommen.

    https://komnews.com/well-quit-raqqa-fight-manbij-turkeyfsa-attacks-ypg-officials-tell-us-military-reports/

    Trump hat sich ja sehr klar positioniert: sehr schnell den IS schlagen.
    Die SDF haben nun ganz klar gezeigt, wem man eher zutrauen kann, dies auf dem Boden zu erledigen, die Vorstellung der Türkenproxys mit zuletzt massiver Unterstützung der türkischen Armee war ja äußerst dürftig.

    Insofern dürfte die Entscheidung der US-Regierung klar sein; mal sehen, wie viel Nebenaußenpolitik aus dem Kongress und den Diensten noch stattfinden kann.

    1. Theaterdonner, viel Lärm um nichts…..
      die müssen noch eine zeitlang die Wunden von Al Bab lecken.

      p.s Saa hat soeben Tadef eingenommen

  16. Also laut unseren FakeNewsMachern waren ja in Aleppo russiche und syrische Luftangriffe Schuld an den Zerstörungen, wer war es dann nun in AL Bab (ein AFP-Bild v.23.2.17?

    Und da ja Erdogan und die Freie SA ja nur das Wohl der Bevölkerung sehen, wann beginnt der Wiederaufbau?
    PS: Ähnlich wie in Ostaleppo fehlen auch hier die Bombenkrater.

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