Offensive zur Befreiung des Westteils von Mossul

Nachdem der östlich des Tigris gelegene Teil der von ISIS-Terroristen beherrschten irakischen Millionenstadt Mossul durch eine im Oktober begonnene Offensive nach einigen Monaten harter Kämpfe eingenommen werden konnte, haben irakische Sicherheitskräfte am gestrigen Sonntag Morgen die langerwartete Offensive zur Einnahme des Westteils der Stadt gestartet.

Ähnlich wie bei der Offensive zur Einnahme des Ostteils der Stadt gab es auch in den südlichen Randgebieten des Westteils von Mossul gleich am ersten Tag erhebliche Fortschritte:

Wie im Ostteil der Stadt dürfte die Terrorgruppe ISIS auch im Westen der Stadt darauf konzentrieren, die enger bebauten Gebiete näher am Stadtzentrum zu verteidigen, aber angesichts des Kräfteverhältnisses ist ähnlich wie schon im Osten von Mossul auch im Westen damit zu rechnen, dass die Linien der Terroristen nach einigen Monaten harter Kämpfe letztlich nicht halten und irgenwann im Frühjahr oder Sommer die vollständige Einnahme von Mossul durch irakische Sicherheitskräfte verkündet werden kann. Was danach im irakischen Anti-Terror-Kampf noch zu tun bleibt, ist nicht mehr viel, im Grunde kaum mehr noch als die Gegenden Hawija und Tel Afar sowie den Euphrat von Haditha nach Westen rauf bis zur syrischen Grenze.

Und in Syrien muss der Terror natürlich auch noch weiter den Euphrat entlang über Deir Ezzor weiter nach Nordwesten bis nach Rakka bekämpft werden. So wie es im Moment aussieht, ist es nicht unrealistisch anzunehmen, dass das in etwa ein bis zwei Jahren bewerkstelligt werden kann und wird, gerade weil es nicht nur für die irakischen Sicherheitskräfte, sondern auch für die syrische Armee und andere Anti-Terrorkräfte in Syrien seit einigen Monaten an praktisch allen Fronten wirklich recht gut läuft, was nicht zuletzt damit zusammen hängen dürfte, dass die Terroristen durch den Wahlsieg von Trump ziemlich demotiviert sind.

Advertisements

17 Gedanken zu “Offensive zur Befreiung des Westteils von Mossul

  1. Zwar sind bereits Schwächen dieser Zion-gesteuerten Kräfte erkennbar, abe r kein Grund zum Aufatmen.
    Verlogennheit und Angriffslust ist ungebrochen.
    Die derzeit in den USA anbrollenden Anti-Trump Proteste, müssen genau analysiert werden, um die jeweiligen Strukturen bekämpfen zu können und sind allesamt Zemtralgesteuert und mittels Gewerkschaftsmittel gestützt. So wie bereits am Maidan erkennbar , 20 Dollar und eine Flasche Vodka(Wiskey) etc. für den Arbeitslosen/Obdachlosen als Taggeld.

    1. Meier

      Wenn ich mir die Geschwindigkeit vergangener Operationen so anschaue, dann tippe ich, dass die Befreiung von Mossul sich etwa bis in den späten Frühling hinziehen wird. Anschließend dürfte es noch jeweils bis die Gebiete von Hawija südöstlich von Mossul und Tel Afar westlich von Mossul geklärt sind, und damit wären wir schon etwa beim Jahresende. Zum Jahreswechsel könnte es dann im Irak energisch den Euphrat raufgehen und dann auch weiter über die syrische Grenze hinauf, aber da sind mehrere Hundert Kilometer in recht dicht besiedelten Gebieten zu bewältigen, weshalb ich meine, dass das wohl mindestens nochmal drei bis sechs Monate dauern wird, womit wir dann etwa bei Mitte nächsten Jahres wären.

      Die Befreiung von Irak und Syrien vom Terror kann auch nicht schneller gehen, es sei denn die Bewohner der von ISIS beherrschten Gebiete bringen selbst von sich aus die Kraft und den Willen auf, die Herrschaft von ISIS abzuschütteln. Würden die Sicherheitskräfte grober und schneller vorangehen, kämen die soziologischen Prozesse bei den Bewohnern, die dafür sorgen, dass die Befreiung der Gebiete auch nachhaltig ist, nicht zum Tragen.

      1. Liebes Parteibuch,

        ich habe immer noch den Beschluss der Außenminister der Anti-IS-Koalition vom vergangenen Jahr vor Augen. Danach sollten Mossul und Raqqa bis zum Herbst letzten (!) Jahres befreit sein. Es hieß auch, dass die ganze Maßnahme mit Flüchtlingslagern flankiert werden soll, an deren Finanzierung sich vor allem auch die Amerikaner beteiligen wollten. War das nur eine mediale Blase? Existierte da kein militärischer Plan? Der bisherige Nichterfolg spricht dafür.

        Ich bin gespannt, was aus Trumps Memorandum Plan (https://www.whitehouse.gov/the-press-office/2017/01/28/plan-defeat-islamic-state-iraq), insbesondere aus Sec.2 ii, wird.

        Und zur Soziologie: Gibt es da auch irgendwelche Pläne? Neue Pläne für „The day after“? Also offizielle, sozusagen „von oben“? Was meinst Du mit Nachhaltigkeit – und in welche Richtung? Entscheidend – auch um antiwestliche Einstellungen zu transformieren – wird sein, hinsichtlich Syrien die Sanktionen aufzuheben. Deshalb sprach ich das oben an.

        Besten Gruß!

      2. Meier

        Die Erklärungen zur Befreiung von Mossul und Raqqa im Laufe des letzten Jahres waren aus US-wahlkampftaktischen Gründen erzeugte politisch-mediale Blasen, von denen jeder Militär wusste, dass sie nichts mit der Realität zu tun hatten.

        Mit „soziologischen Prozessen“ ist im Wesentlichen das Wachsen der Einsicht bei wesentlichen Bevölkerungsteilen gemeint, dass Takfirismus, Terror und Krieg falsch sind und zu nichts als Zerstörung führen. Das ist enorm wichtig, weil ohne diese Einsicht nach der Befreiung von Gebieten durch die Armee eine Art Guerilla entstünde, die diese Befreiung wieder zunichte macht.

        Bestes Beispiel ist vielleicht die schnelle Eroberung von Mossul durch die Amerikaner 2003. Da wurden schnellstens Flaggen gehisst, Basen besetzt und Governeur eingesetzt, doch die Bevölkerung da akzeptierte das nicht, und in Wirklichkeit ließen die US-Kriegsgegner sich da einfach möglichst verlustarm überrollen und dann regierte in Mossul während der US-Besatzung eine Art Al-Kaida-Schattenregierung von Saddam-treuen Stämmen, die 2014 als ISIS in Mossul wieder ans Licht der Öffentlichkeit trat und offiziell die Macht übernahm. Die USA hatten damals Mossul so schnell befreit, dass dabei in der bewaffneten Bevölkerung von Mossul kein soziologischer Prozess stattfand, außer dem, zu gegebener Zeit Rache nehmen zu wollen.

        Das ist übrigens kein Problem, was nur die imperialistischen USA betrifft. Ähnliches ist der syrischen Armee übrigens im Frühjahr 2011 in Duma in Ost-Ghouta passiert, wo sie einmal mit großer Militärkraft durch Duma gerauscht ist, nur um danach zu sehen, dass die Takfiris sich direkt anschließend in Duma mit Unterstützung durch weite Teile der Bevölkerung noch besser organisiert haben.

        Minimiert werden solche Rückschlagseffekte durch eine langsame und vorsichtige Befreiung, wo gleichzeitig mit Verhandlungen und Gesprächen sozialen Prozessen, dass die Bevölkerung die militärische Befreiung auch akzeptiert, Raum und Zeit gegeben wird, sich zu entwickeln.

  2. Solange solche Kriegstreiber wie Jihadifreund John Mccain in Washington noch Einfluss haben solange wird der Terror weltweit kein Ende nehemen , schon gar nicht in Nah/Mittelost .

    Auch in Israel wird von Ziofaschisten alles Erdenkliche dafür getan ihren Traum vom Einstaat bis hin zu Grossisrael um zu setzen , da wird vor nichts zurück geschreckt,Unterdrückung,Terror und sogar ein heisser Krieg sind all tägliche Mittel.
    Und hier wird immer noch die Story von den armen,verfoglten Juden geglaubt die „nur“ für Ihr Recht zu leben demonstrieren,keiner von den fragt sich mal wieso der „reiche“ Staat Israel keinen einzigen Kriegsflüchling aus Nahost aufnimmt oder sich überhaupt nur daran beteilgt diese irgendwie/wo zu versorgen,dass wird dann lieber dem am existens schwankenden Staat Libanon und dergleichen überlassen.

    Solche leicht zu manipulierenden Menschen sind für Rattenfänger Supermartin leichte Opfer .
    Ja anderes Thema , sorry…..
    Aber all diese un/gutgläubigkeit ist doch mit der Grund das sich das alles entwickeln konnte, z.B. Powell bei der UN und Massenvernichtungswaffen von Saddam.

  3. Wie lange der IS auf diesem Niveau weiter kämpfen kann, wird in 1. Linie vom militärischen und finanziellen Nachschub von außerhalb abhängen. Keine Ahnung, wie es diesbezüglich weitergehen wird.
    Wenn der Nachschub einmal nicht mehr funktioniert, wird die militärische Struktur des IS sehr schnell zusammenbrechen, viele verbündete Stämme werden auch die Seite wechseln usw…

    In Ostaleppo ist es zum Schluß auch sehr schnell gegangen, obwohl man die Situation nur teilweise vergleichen kann.

  4. Der Begriff „Irakische Sicherheitskräfte“ assoziiert den Werkschutz eines industriellen Gebäudes oder den Schutz einer hochrangigen Figur aus diplomatischen Kreisen oder anderer wichtiger Figuren, im Zweifel auch die Türsteher eines edlen Puffs.

    -Igel übrigens tragen den Werkschutz immer auf dem Rücken mit sich herum-

    Und welche militärischen Kräfte sind denn im Irak bei Mossul zur Zeit tätig?, liebes Parteibuch.

    Das interessiert doch den geneigten Leser deines wunderbaren Blogs.

    1. Hans

      „Und welche militärischen Kräfte sind denn im Irak bei Mossul zur Zeit tätig?“

      An der Offensive zur Einnahme von West-Mossul sind PressTV zufolge „irakische Regierungskräfte“ und „Einheiten der Volksmobilisierung“ (Milizen, oft schiitisch geprägt) beteiligt. Zu den beteiligten irakischen Regierungskräften gehören neben dem irakischen Militär auch die irakische Bundespolizei und als ERDs (Emergency Response Divisions) bekannte Anti-Terror-Einheiten des Innenministeriums. Peshmerga (Kurdische Einheiten, die zumeist von der Türkei und anderen NATO-Staaten unterstützt werden) scheinen bei der Offensive gegen West-Mossul hingegen bislang nicht dabei zu sein.

      IrakLiveUpdate zeigt, welche Kräfte wo am Werk sein sollen:

      1. Danke sehr!

        Hieße das ungefähr, das Trump Wort hält und die AWACS aus dem Nahen Osten abgezogen hat?

      2. Hans

        Soweit ich weiß, sind die AWACS – obwohl da, wenn ich mich recht erinnere, vor ein paar Tagen mal irgendwas von wegen Rückzug von Aufklärungskapazitäten zu hören war – noch da. Die spannendere Frage finde ich, was mit den gewonnenen Daten passiert, und die gilt auch für die deutschen Tornado-Daten. Ich wäre nicht mal überrascht, wenn die Aufklärungsdaten über das US-Militär via Bagdad letztlich auch an Russland gegeben werden und die militärische Zusammenarbeit zwischen den USA und Russland in Bezug auf Syrien und Irak im Geheimen schon seit geraumer Zeit sehr viel besser als öffentlich dargestellt ist.

      3. @pb

        „im Geheimen schon seit geraumer Zeit sehr viel besser als öffentlich dargestellt ist“

        Nur zum Verständnis: Warum verbleibt das im Geheimen? Für wen wird das (geheime) Theater veranstaltet?

      4. Meier

        Ich vermute, dass das US-Militär heimlich anstatt offen mit dem russischen Militär kooperiert, weil die anti-russischen politischen Kräfte in den USA – insbesondere die zionistische Lobby und ihre Lakaien, Neocons, Brzezinski, Medien, der israelisch besetzte US-Kongress und so fort – so stark sind, dass US-Präsidenten politische Probleme bekommen, wenn sichtbar wird, dass sie mit Russland kooperieren.

        Dem Militär ist es im Unterschied zu den politisch-ideologisch motivierten anti-russischen Kräften jedoch zumeist sehr eingängig, dass es besser ist, im Kampf gegen den Terror mit Russland zu kooperieren als durch Nicht-Kooperation Niederlagen zu erleiden und dabei womöglich obendrein „aus Versehen“ den Dritten Weltkrieg zu starten.

        Die Lösung des Problems dürfte heimliche Kooperation sein, beziehungsweise eine heimliche Ausweitung des Themenbereiches der etwa im Rahmen der „Dekonfliktierungsvereinbarung zu Syrien“ offiziell existierenden Militär-zu-Militär-Kontakte, und ich vermute, dass sowohl Obama als auch Trump die – gut gegen Abhören und andere Spionage gesicherten – militärischen Kontakte mit Russland auch dazu nutzen, um bezüglich anderer Dinge als den unmittelbaren Anti-Terror-Kampf mit Russland sicher zu kommunizieren, gerade weil US-Außenministerium und US-Geheimdienste so von radikalen Zionisten und anderen Russland-Hassern durchsetzt sind, dass von da nur Sabotagen der Beziehungen zu Russland zu erwarten sind.

        Anders ausgedrückt: wenn ich mich als US-Präsident heimlich und vertraulich mit Russland zu welchen wichtigen Fragen auch immer abstimmen wollen würde, so dass Netanjahu, McCain und Co davon nichts mitbekommen, würde ich dazu vermutlich bestehende Kommunikationskanäle von Militär zu Militär nutzen. Die Kommunikationskanäle von Militär zu Militär sind so sicher gegen Abhören wie es nur sein kann, die Militärs gelten als dem Präsidenten gegenüber loyal und zuverlässige America Firster und sie sind zum Bewahren von Geheimnissen verpflichtet.

    1. Das war dieser russische ehrenwerte Mann in der UNO, welcher sich von der rothaarigen Powers nicht mit Gift und Galle hat anspucken lassen?

      Sein Grab mag mit den schönsten Blumen geschmückt werden für alle Zeiten.

  5. Was die Einnahme von West-Mossul angeht, denke ich das sie länger dauern wird als die Eroberung des Ostteils. Es sind nicht nur die engen Gassen der Altstadt, die vortrefflich für Selbstmordattentätter geeignet sind, sondern ich mache meine Annahme an den erheblichen Verlusten der Elite-Einheit der „Goldenen Division“ fest, die den Osteil wegen des Ausschlusses von nördlich stehenden Einheiten, praktisch im Alleingang nehmen musste. Wie immer, wenn die zentrale Eliteeinheit so fahrlässig dezimiert wird, hat das Folgen auf die nachfolgenden Kämpfe. Daher wird es mit dem Westteil wohl etwas länger dauern…

    1. Dietmar

      Ja, es gibt einige Dinge, die dafür sprechen, dass der Westteil von Mossul länger dauern wird als der Ostteil, etwa die, die du angesprochen hast, und, wenn ich das recht sehe, ist der Westteil von Mossul auch erheblich größer als der Ostteil.

      Es gibt aber auch einige Dinge, die dafür sprechen, dass der Westteil von Mossul schneller und leichter gehen wird als der Ostteil, etwa dass ISIS in Mossul durch die Kämpfe im Ostteil erheblich geschwächt wurde, dass Munition und Ausrüstung von ISIS zur Neige gehen könnten und die Nachschublinien von ISIS nach Mossul extrem schlecht sind, und dass die Kampfmoral von ISIS in Mossul nun aufgrund der schier aussichtslosen Lage schlechter werden könnte.

      Welche Effekte dann letztlich überwiegen, wird erst die Zukunft zeigen. Ich habe für meine Vorhersage der Einfachheit halber die naive Prognose gewählt, dass der Westen von Mossul etwa genauso lange dauern wird wie der Osten. Das kann aber in der Tat auch anders kommen.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.