AfD-Bundesvorstand beschließt Parteiausschlussverfahren gegen Björn Höcke

Am heutigen Montag Morgen hat der AfD-Bundesvorstand auf einer Telefonkonferenz mit Zweidrittelmehrheit beschlossen, gegen den Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke ein Parteiausschlussverfahren einzuleiten.

Was in der AfD nach hiesiger Einschätzung nun passieren dürfte, ist ein offener Machtkampf zwischen unterschiedlichen Flügeln mit ungewissem Ausgang. Jürgen Elsässer berichtet wer da wo steht:

Der Bundesvorstand der AfD hat heute, Montag früh, Björn Höcke aus der Partei hinausgeworfen. Die Entscheidung fiel mit 9:4 Stimmen auf Antrag von Frauke Petry. Die vier Gegenstimmen kamen von Andre Poggenburg, Alexander Gauland, Jörg Meuthen und Armin-Paul Hampel.

Es ist bei dem Machtkampf durchaus möglich, dass es Frauke Petry in dem von ihr selbst gesuchten Machtkampf ähnlich ergehen wird wie Bernd Lucke und sie daras letztlich mit einer finalen Niederlage hervorgeht.

Die weitere Entwicklung im Zusammenhang mit der knapp über die notwendige Zweidrittelmehrheit verfügenden Vorstandsentscheidung, die von den bundesdeutschen Massenmedien besonders gern attackierte Gallionsfigur der zumindest auf Landesebene recht erfolgreichen Thüringer AfD aus der Partei rauszuwerfen, wird die zukünftige Ausrichtung der AfD wahrscheinlich ähnlich stark prägen wie einst der Abgang von Parteigründer Bernd Lucke.

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68 Gedanken zu “AfD-Bundesvorstand beschließt Parteiausschlussverfahren gegen Björn Höcke

  1. Die Petry ist im Machtrausch angekommen. Die träumt schon von Merkels Stuhl. Dafür muss sie sich vor der gesetzlich festgeschriebenen Geschichtsschreibung tieeeeef bücken; und dem neuen Bundespräsidenten brav das Pfötchen geben.

    Wie hieß eine Abhandlung Kants gleich, Von der Vierfüßigkeit des Menschen?

    1. Die sind einfach zu groß geworden . Simple

      Jetzt haben sie den Befehl bekommen sich zu teilen.
      Bitte frage dich nicht woher kommt der Befehl,
      das wollen „DIE“ nicht das der Wähler zu viel nachdenkt.

      Also weiter so

    1. Hallo Johannes,

      das ist der Kern der Auseinandersetzung.

      Aber ich glaube nicht das es einen Ausschluss von Höcke geben wird.
      Ich hatte gehofft das die Klärung erst nach der BW 2017 stattfindet, aber kommen musste sie.

      Worum es geht hat Höcke er hier gesagt:

      „Wir sind die Antwort auf das vollständige Versagen der Alteliten, die Deutschland mit Millionen Migranten geflutet und durch ihre ruinöse Euro-Politik die deutschen Steuerzahler in unvorstellbarer Höhe verschuldet haben. Ganz bewusst setzten sie die Guthaben der Sparer und die Renten heutiger Arbeitnehmer aufs Spiel, damit sie Banken retten und ihre destruktive Politik in Südeuropa betreiben konnten. Die Alteliten haben die EU in eine Brüsseler Zentraldiktatur verwandelt, sie haben mitgeholfen, den Nahen Osten in Brand zu setzen und so die Flüchtlingsströme nach Europa erst möglich gemacht. Deutschland braucht nicht einige kleine Reformen, es braucht eine grundsätzliche politische Wende, die nur unsere AfD erzwingen kann. Dazu aber müssen wir uns von den verbrauchten Altparteien fernhalten. Bedenken wir immer: Wir begreifen uns als letzte friedliche Chance für unser Land. Wir wollen nicht, wie die Funktionäre und Repräsentanten der Altparteien, von der Politik leben, sondern für sie. Liebe Freunde, eine Koalition ist grundsätzlich möglich. Aber noch nicht jetzt. Und sie ist nur mit einer Altpartei als Juniorpartner zu verantworten. Dazu muß sich ein möglicher kleiner Koalitionspartner programmatisch und personell erneuern. Das heißt, er muß seine verbrauchte Führungsschicht entsorgen und für die Rolle des Juniorpartners bereitmachen.“

      aus: http://www.derfluegel.de/2016/09/09/es-gibt-keine-alternative-im-etablierten/

      Also dann Jetzt!

      Es hat auch seine guten Seiten, die Mobilisierung der Anhänger der AfD (beider Flügel) nur bitte kein Hauen und Stechen. Argumente, Argumente, Argumente! Wenn das gelingt ist es ein Zeichen von funktionierender Demokratie.
      Ausgetragen wird der Kampf zwischen den Ansichten „Absetzung der Eliten und Stärkung der Macht des Volke“ gleich Erneuerung der Demokratie gegen „Kampf um Aufnahme in die Elite“ mit systemkonformen Änderungen.

      Wobei ich meine das die Alternative besser ist als ein „Weiter so“.

      Interessant ist auch diese Meldung:

      http://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Ermittlungen-gegen-Dresdner-AfD-Richter-Maier-eingestellt
      Das ist der Richter der auch bei der Ballhausrede dabei war. Ich glaube also nicht das dort etwas strafbares passiert ist.

      Gruß Paule.

      PS: Bitte macht weiter so.
      P.


      1. PAule sagt:

        13. Februar 2017 um 14:22

        Hallo Johannes,

        das ist der Kern der Auseinandersetzung. “

        .

        Das Problem in meinen Augen ist der „Kern“ Der Aussage etwas „Rechtslastig“. Ich würde es begrüßen wenn er es zurücknimmt.

  2. Die intern nie in Frage gestellte Domestizierung der AfD wird nun auch öffentlich voran getrieben. All das ist zeitlich gut orchestriert, so dass das CDU-Derivat rechtzeitig Bundestags-wahlfähig ist. Damit kann die Agenda der vergangenen zwei Jahrzehnte nahtlos weiter geführt werden und ein Großteil der Protestwähler wird erfolgreich „heim ins Reich“ geholt. Und das war – aus meiner Sicht – von Anfang an das strategische Konzept für diese „Protest“-Partei; Unzufriedene einsammeln und wieder geordnet der Alternativlosigkeit zuführen.

    Beste Grüße

      1. Selbst, wenn dies das Konzept sein sollte, glaube ich nicht, dass die „Protestwähler“ mehrheitlich mitmachen. Die AfD ist nur so lange akzeptabel, als sie eine tatsächliche Alternative zumindest anbietet. Sie hat aber, da keine Tradition, auch keine traditionellen Stammwähler. Bei einer Spaltung dürfte der „offizielle“ Teil Schwierigkeiten mit der 5% Hürde bekommen. Sicher wäre der andere Teil für diese BTW marginalisiert, aber das Potential der „Deplorables“ wird nicht kleiner, sondern vorhersehbar eher größer. In 4 Jahren ist solch ein Stunt dann nicht mehr durchführbar.

  3. Dieser Machtkampf nützt nur der Einheitspartei aus CDU/CSU/SPD/Grüne und FDP.

    Zumindest bei der Bundestagswahl 2017

    1. Um es mal ganz klar zu sagen.
      Wer die AfD (im Grunde eine CDU Abspaltung) wählt der garantiert Frau Merkel eine dritte Amtszeit.

      Aber das ist auch egal den wie die aktuellen Vorhänge in den USA zeigen wird der Westen eh nicht von den angeblich gewählten Regierungen gewählt sondern von den Geheimdiensten und den Kräften die hinter den Geheimdiensten stehen und die über die Sprachrohre verfügen/sie kontrollieren (Medien).
      Nicht umsonst twitterte Trump ja das er sich über die ganzen Leaks wundere.
      Die USA und damit der Westen, werden von einer zuzuordnenden Schattenregierung regiert.
      Der FBI forcierte Rücktritt ist der letzte Beweis für das was man seit Snowden und Merkels Handy eigentlich bereits wusste.
      Dieser Rücktritt und die aktuelle Erklärung Trumps (so der Spiegel) das Russland die Krim zurückgeben müsse hat den geneigten Seiten offensichtlich die Sprache verschlagen denn ihnen wird klar das Trump nun ganz vom System eingefangen wurde und damit so kontrollierbar für die Schattenregierung geworden ist wie kaum ein Präsident zuvor.
      Jeder Versuch von Trump die Geheimdienste und damit die Schattenregierung anzugehen ist das Ende der Amtszeit des mit 46,1% der Wählerstimmen „gewählten“ Trump.

      Es bleibt daher nur die spannende Frage was seine Wähler und Gegner (die wollten ja nicht alle Clinton) tun wenn auch dem letzten klar wird das sich nichts ändern wird.
      Zu Russland (ich glaube nicht das Putin auch nur eine Sekunde ernsthaft geglaubt hat das Trump dem System entkommen könnte) und zu Syrien sage ich mal nichts sondern wundere mich nur über allzu viele Halbheiten (Ich habe höchstens den privaten Verdacht dass man/Russland alles gezielt köcheln lässt).
      Tschuldigung das ich etwas vom Thema abkommen musste da wie gesagt die einschlägigen, eher pro Trump, Seiten offensichtlich tief getroffen nach fast einem Tag noch im Koma liegen.

  4. R.I.P. AfD – weitere Spenden kann ich mir sparen.

    Das schrieb ich schonmal – aber damals geschah einmal ein Wunder und der geplante Basta-Vorsitzende Lucke, der die sechste linksgrünneoliberale Einheitspartei in die Quasselbude führen sollte, wurde es doch nicht. Das folgende Gewitter konnte man tatsächlich und nicht nur beschönigend als „reinigend“ bezeichnen – die Partei ging wirklich gestärkt daraus hervor, die Wahlergebnisse sprechen für sich.

    Aber die absoluten Zugpferde der Partei, die östlichen Landesverbände, SO vor den Kopf zu stoßen, nachdem sie Wahlergebnisse jenseits der 20% einfuhren – das wird die AfD in dieser Form nicht überleben. Ein einfacher Hinweis, daß der Osten immer noch etwas anders tickt, hätte völlig ausgereicht. Weitere Forderungen nach „Distanzierung“ seitens der Medien sollten einfach ignoriert werden, diese hören sowieso niemals auf.

    Ob die Rede so klug von Herrn Höcke war, darüber können jetzt wieder die Gelehrten streiten. Aber wie viele Steilvorlagen aus aller Welt braucht man noch, bevor hier endlich die Political Correctness stirbt? Hey, man kann auf die heulenden Medien sch… und US-Präsident, also MÄCHTIGSTER Mann der Welt werden! Wenn nicht jetzt den Mund aufmachen, wann dann?

    Mein Trost ist, daß Deutschland ein Nebenkriegsschauplatz ist. Dann müssen wir eben auf die harte Tour lernen und werden vom neuen Zeitgeist überrollt, anstatt ihn mitzubestimmen. Die Großen Drei (USA, Rußland, China) werden sich hoffentlich zusammenraufen, Europa spielt eh nur noch eine der letzten Geigen.

  5. Da zeigt sich Aufgabe und Funktion dieses Vorstandes. Er macht sich auf, die einzig verbliebene Opposition zu fragmentieren. Gratulation. Es wird ihm gelingen die AfD in die Bedeutungslosigkeit zurückzuführen.

  6. Für mich ist die AfD nicht mehr wählbar! Petry ist genauso eine grführte Strohpuppe wie alle anderen Parteigänger.

  7. @ Parteibuch
    Schade! Ich hab das gelesen und mich auf eine Einschätzung und Beurteilung gefreut – aber nix. Nur Meldung. Ich wüsste gern, wofür die Petrie und der Höcke stehen. Ob man das Verfahren also unterstützen sollte, oder nicht.
    Wer ist dieser Höcke?

    @ Hans mein Igel
    Und? Bückt sie sich, oder nicht? Verwässert sie die Positionen ihrer Partei? Verrät sie ihre Mitglieder? Oder bleibt sie gar standhaft?

    1. Johanniskraut

      Sorry, für eine Analyse war heute Morgen keine Zeit mehr.

      Mein Bauchgefühl sagt mir, dass der AfD-Vorstand gegen Björn Höcke ein Parteiausschlussverfahren wegen Kritik am „Schuldkult“ eröffnet, wäre etwa so, wie wenn der Parteivorstand der Linken ein Parteiausschlussverfahren gegen Sahra Wagenknecht wegen „kommunistischer Umtriebe“ eröffnen würde. Ich glaube, das Parteiausschlussverfahren gegen Höcke ist parteischädigend, nicht Höckes Reden.

      Höcke hat 2014, als es den AfD-Rückenwind durch Merkels Flüchtlingspolitik noch nicht gab und Lucke Parteichef war, in Thüringen satte 10,6% geholt, und liegt derzeit in Thüringen in Umfragen bei lockeren 20%.

      http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/thueringen.htm

      Unterstützt wird Höcke unter anderem von André Poggenburg, der in Sachsen-Anhalt letztes Jahr 24,2% geholt hat.

      http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/sachsen-anhalt.htm

      Um es anders auszudrücken: der Bundesvorstand der rechtskonservativen Partei AfD will ihren rechtskonservativen Superstar Höcke offenbar wegen rechtskonservativer Tendenzen rauswerfen, weil die Systemmedien ihn genausowenig leiden können wie die AfD, und der Bundesvorstand sich zu den anstehenden Wahlen bei den Systemmedien anbiedern will.

      Höcke setzt sich übrigens auch für ein besseres Verhältnis zu Russland ein…

      Ich gestehe allerdings, dass ich mich mit meinem Bauchgefühl auch irren könnte.

      1. interessant ist, dass der Ansatzpunkt für den Parteiausschluss gar nicht der „Schuldkult“ ist, sondern die Aufforderung an die Jungen, erst eine Ausbildung abzuschließen und eine Familie zu haben und DANN Politik zu machen. Genau das, was die Mandatsjäger vornehmlich im Westen gerne anders hätten. Höcke tritt ihnen allen auf die Füße, deswegen wollen sie ihn weg haben. Er ist zu gefährlich, wenn er jetzt noch seinen Redestil anpassen würde, wäre Petry schnell der Rang abgelaufen. Und das weiß sie, sie wartet ja schon seit Monaten auf eine Gelegenheit. Um Themen geht es nicht, sie duldet niemanden neben sich.
        Die vermeintlichen Granden im Bundesvorstand schielen auf die Umfragen und extrapolieren, dass der augenblickliche Gegenwind mit der dauerhaften Nazikeule allein auf Höckes Rede zurückzuführen ist. Und jetzt bekommen sie Fracksausen, dass all die schönen Posten, die schon an Vertraute versprochen wurden, vielleicht doch nicht vergeben werden können. Und deswegen soll er weg, der Unbequeme, der nicht mitspielen will, sondern verändern. Dabei haben die letzten Wahlen gezeigt, was von Umfragen zu halten ist. Und der Sommer 2017 wird auch wieder Erlebnisse bringen.

  8. Nun mal langsam…..natürlich ist das ein Machtkampf….aber der ist noch gar nicht entschieden…..der Vorstand kann viel beschließen…entscheidend sind die Schiedskommissionen….die Thüringer werden ihren Chef nicht gehen lassen…die Bundesschiedskommission hat schon einige Beschlüsse des Vorstandes eliminiert….
    für mich ein normaler Vorgang…..wo gesellschaftliche Veränderungen kommen, müssen auch Entscheidungen getroffen werden…diese gehen nicht ohne harte Auseinandersetzungen über die Bühne….
    die Frage ist doch wie weit DE bereit ist seine Geschichte und seine Entwicklung als voll souveränes Land zu bewerkstelligen und ein neues Selbstbewußtsein zu erlangen um den die alten Schuldkomplexe aus den Köpfen der heranwachsenden Generationen heraus zu bekommen…
    DE Geschichte ist mehr als die Zeit von 33 bis 45 des alten Jahrhunderts…
    Das muss reifen….

  9. Mit diesem Entscheid ist AfD out of order!
    Es bleibt zwar weiterhin die Option der Wahl, aber nicht mit diesem Vorstand.
    AfD ist derzeit Zion-geführt und gibt Gedanken und Meinung vor.
    Das ist schnellstens zu reorganisieren, denn so ist das nix!

  10. Ich kann mich Euren Kommentaren nicht anschließen. Höcke ist eine echte Belastung für die Partei. Die AfD wäre längst bei 25% bundesweit ohne solche Spinner. Auf mich wirkt er immer so als ob er gleich in sein Wasserglas beißen würde. Er hat sich wahrscheinlich zu oft „Reichsparteitage“ angeschaut. Auf so eine Folklore und seine stets unglückliche Rhetorik steht doch keiner wirklich. Für die guten Menschen bietet er immer ein gefundenes Fressen um erfolgreich ihre Nazikeule schwingend von den eigentlichen Themen ablenken zu können…

    1. Ja und die CDU war bei 40%. Was nützt eine AfD mit 25% die dann reine Altparteienpolitik macht?

  11. Habe Frauke Petry letzte Woche in Hermsdorf Live erlebt und die Woche davor mit Wiebke Muhsal auf einer anderen Veranstaltung ein kurzes Gespräch gehabt. Ich wollte mir mal einen wirklich hautnahen Eindruck darüber verschaffen, was die AfD denn nun tatsächlich ist, bzw. wie sie rüber kommt. Rein subjektiv natürlich, von meiner Perspektive.
    Bei den Veranstaltungen waren natürlich auch einige AfD Mitglieder von Ortsgruppen dabei. Ich denke, dass diese Partei ohne Zweifel ein großes Potential in sich birgt. Einerseits ist sie die einzige wirkliche neu angetretene Oppositionspartei die durchaus zu einer Massenbewegung werden und ein entsprechendes Wählerpotential aufbieten könnte. Sie existiert wohl so an die 4 Jahre und das ist eine relativ kurze Zeit. Ich spürte, dass die Partei sich immer wieder neu findet und dass es einige Probleme hinsichtlich Struktur, innerer Organisation und sicher halt auch in den Kompetenzen, bis hin zum Partei- und Wahlprogramm gibt. Andererseits hat sie sich auch gegen einen regelrechten Orkan an Anfeindungen, Intrigen und sonstigen zersetzenden Störfaktoren von außen zu erwehren. Denken wir mal an die Aussagen, welche die Medien, Institutionen, die anderen Regierungsparteien, zig andere Organisationen und Personen transportieren. Mein Eindruck ist, dass Frauke Petry entweder voll erkannt hat, dass Höcke ein U-Boot ist, es aber zumindest vermutet. Ich hatte da mal (nicht bei der Petry) kurz auf den Zahn gefühlt, und erntete ein paar verdrehte Augen.
    Sei es nun dahin gestellt, jedenfalls sieht die Aktion nach meinem Eindruck ganz so aus, als dass Petry keinesfalls einen rechten Rand in ihrer Umgebung gut findet und ihn gar dulden will. Ich spürte, dass sie da auch ein kleines Problem mit der Basis hat. Die Basis die ich auf diesen Veranstaltungen mehr erahnt hatte, machte teilweise durch lautstarkes Getöse auf sich aufmerksam. Ich war mir nicht ganz sicher, was da für Typen versammelt waren von denen viele andere Besucher der Veranstaltungen der Meinung war, das wären AfD Mitglieder der Ortsgruppen. Auf meine Frage, wie denn die Mitglieder gewonnen werden, bekam ich folgende Antworten. Man könne einen Zettel oder Visitenkarte hinterlassen, man würde sich bei demjenigen melden. Oder man schreibt auf der Internetseite und wartet dann auf Antwort. Bei den Veranstaltungen wurde jedenfalls die Tür offen gehalten, dass man sich über jeden freuen würde, der in der AfD aktiv mitarbeiten wolle. Mein Eindruck war, dass es in bestimmten Regionen an aktiven und vor allem auch fähigen Parteimitgliedern fehlt. Sicher scheint von Frauke Petry und den von mir gesehenen Funktionären der Wille nach einer intellektuell geprägten bürgerlichen Partei ausgeprägt zu sein. Darin sehe ich auch den allergrößten Beweggrund in diesem Höcke-Ausschluss. Anzumerken wäre auch, dass Frau Petry bei dem Wort Partei wohl etwas Bauchschmerzen hat und lieber von einer Bürgerbewegung sprach. Dies käme ihrem Auftrag und ihrem Ansinnen wohl näher.
    Habe mir irgendwann auch einmal die Frage gestellt, aus welchen Töpfen sich die AfD finanziert. Was Mitgliedsbeiträge angeht, da pflegen sie ja eine recht lockere Handhabung und ich kann mir nicht vorstellen, dass diese annähernd für die derzeitige Arbeit kostendeckend sind.
    Schauen wir mal, bis Oktober sind noch ein paar Tage Zeit. Momentan habe ich noch mehr Fragen als Antworten.

  12. Wer soll da noch durchblicken? Alles Inszenierung?

    Zur Erinnerung:

    Während alle auf Höckes „Schande“ schossen und es immer noch tun, ihn jetzt sogar aus der Partei werfen wollen, hat der Bundestag in seiner diesjährigen Holocaustgedenkstunde erstmals (!) eine Opfergruppe in den Fokus gerückt, die nichts mit dem Holocaust zu tun hat: Die Euthanasiemorde. Es ist noch nicht so lange her, da hätte man angesichts des Verhaltens des deutschen Bundestages von einer Relativierung des Holocaust gesprochen.

    Insoweit kann man feststellen, dass Höcke und Medien nur reden – der Bundestag aber Fakten schuf. Vielleicht hat man sich auch abgesprochen? Wer weiß.

    Man stelle sich einmal vor, Höcke hätte als Politiker vor zehn Jahren gefordert, am Holocaustgedenktag auch anderer Opfergruppen wie z.B. der Euthanasie-Morde zu gedenken, also genau das zu machen, was der Bundestag jetzt veranstaltet hat. Unvorstellbar.

    Für wen wird dieses Theater veranstaltet? Jeder weiß, dass in Auschwitz und anderswo schreckliche Dinge passiert sind, die sich niemals wiederholen dürfen. Jeder weiß auch, dass im Nachgang das Grauen noch grauenhafter gemacht wurde, als es war. Jeder bemerkt, dass die Geschichte ganz langsam umgedeutet werden soll.

    Eine Verifizierung ist keine Relativierung. Ein Mythos kann nicht wichtiger sein als die Wahrheit. Höcke ausschließen zu wollen, die Dinge nicht offen zu diskutieren, zeugt von wenig demokratischem Politikverständnis – und das bei einer AfD, die sich sonst immer beschwert, dass mit ihr nicht fair und demokratisch umgegangen wird.

    Wer soll da noch durchblicken? Alles Inszenierung?

    1. Noch ein Nachtrag:

      Interessant finde ich die Beobachtung, dass Meuthen für Höcke stimmte – also der Meuthen, der die Causa Gedeon (falls sich noch irgendwer daran erinnert und auch daran, worum es da in der Sache ging) veranstaltete. Entweder ist Meuthen aufgewacht oder er denkt nur an die Wählerschaft in BaWü. Letzteres wäre schrecklich, weil es dann Meuthen auch nicht um Inhalte geht, sondern ums Taktieren.

      Wann fragt die AfD endlich wie Trump: Warum ist ISIS nicht schon längst besiegt? Oder weist darauf hin, dass Assad uns Deutsche nicht auf dem Berliner Weihnachtsmarkt angegriffen hat. Oder weist drauf hin, dass Trump keinen Einreisestopp gegen Syrien verhängen sollte, weil Assad nicht Amerika angegriffen hat, naja, wenn Israel zu Amerika gehört (oder umgekehrt), dann ist Assad natürlich eine Bedrohung für Israel. Schließlich sind beide Länder spätestens seit 1967 im Kriegszustand.

      Die Partei, die sich diesen Dingen endlich stellt, bekommt im September meine Stimme(n). Eigentlich ist es gut, dass die Causa Höcke so viele Monate vor der Wahl kommt. Da kann noch einiges geklärt werden in dieser schnelllebigen Zeit.

      Nebenbei: Interessieren würde mich auch, wann der heutige WELT-Herausgeber Aust sein Schweigen in der Causa Meyer (https://de.wikipedia.org/wiki/Fritjof_Meyer#Kontroverse_um_Auschwitz-Opferzahlen) bricht. Das ist bis heute dunkel, warum der Artikel 2002 nicht im SPIEGEL erscheinen durfte bzw. wer das verhindert hat. Aber diese Causa gehört wohl auch in den Bereich, dass es nach wie vor Dinge gibt, über die nicht sachlich gesprochen werden kann, weil zu viele Mächtige noch ganz andere Interessen haben und jede sachliche Auseinandersetzung zu verhindern wissen. Schöne Demokratie! Und wenn ich es mir recht überlege, dann wird es sogar immer schlimmer: Was gab es nach Walsers Paulskirchenrede noch für gehaltvolle Diskussionen! Heute gibt es nur eins mit der verbalen Keule über den Schädel. Schöne Demokratie!

      1. Es geht ums Taktieren. Meuthen kann sich nur gegen Petry durchsetzen, wenn er Höcke im Boot hat.

  13. ohne interne Kenntnisse der AFD kann ich keine Analyse abgeben,
    aber irgendwer manipuliert da gewaltig. Zunächst hieß es ja, Höcke bekommt eine Rüge wegen parteischädigem Reden, und dabei hätte es bleiben können.
    Und dann kam Pretzel in Koblenz mit seinem Bekenntnis zu Israel. Der Mann ist entweder verrückt oder vom Geheimdienst gesteuert. Und sein Landesverband
    ist so schlecht aufgestellt, dass er wohl die wenigsten Stimmen bekommen wird.
    Hauptprogrammpunkt ist der Schutz der Gartenzwerge vor bösen Windrädern.

    Ich sehe auch durchaus Paralellen zu der Situation bei den Linken, nur umgekehrt. Da sitzen die parteiinternen Zerstörer im Osten, bei der AFD im Westen.

    Und im übrigen bin ich der Meinung, dass Deir Ezz Sour gehalten werden muss und mehr Hilfe braucht.

  14. Ich stelle mal die Frage, was wichtiger ist : ist es das Ideal, dass man
    in D wieder unbelastet und „neutral“ diskutieren können sollte, oder
    ist es eher erfolgversprechend die potentiellen Wähler (viele eher
    konservative Ex-CDU-Wähler, viele ältere Menschen) dort abzuholen
    wo sie tatsächlich sind : entwurzelt vom nervenden Mainstream, aber
    doch auch geprägt von 30 – 50 Jahren West-Rhetorik und einem Reflex
    bei bestimmten Themen, den man nicht wegdiskutieren kann.
    Es gibt sicher kühle Rechner : bringt ein Ausschluss von Höcke in
    den westlichen Bundesländern mehr, als man im Osten einbüsst ?
    Ich habe den Eindruck, dass die AfD so ein bisschen das deutsche
    Equivalent zu den Republikanern unter Trump sein soll, allerdings
    vor dem Hintergrund eines völlig anderen Systems und mit weniger
    „nationalem Selbstbewusstsein“ – das ist wichtig für die Bereitschaft,
    den etablierten Medien adieu zu sagen.
    Seien wir doch mal ehrlich : ich bin im Westen sozialisiert und
    empfinde so manche Aussage von den Leuten der Ost-AfD als
    plump und reisserisch – auch wenn sich das inhaltlich bei genauer
    Analyse eventuell anders darstellt. Wenn ich nun mit anderen
    Leuten diskutiere, die nur die verkürzte Schlagzeile des Main-
    streams im Kopf haben, wie soll ich jemanden zum Nachdenken
    bringen, wenn sich manche Führungspersonen keine Gedanken
    machen wie ihre Aussage wirken wird ?
    Ich fürchte, das Problem mit den „U-Booten“ ist grösser als es
    kalkuliert werden kann. Einige schiessen von Anfang an quer,
    andere werden 2 Wochen vor der Wahl ne Bombe hochgehen
    lassen. Eine junge Partei, die so viele alte CDU-Mitglieder hat,
    muss sich darauf einstellen, dass lieber mal einer zuunrecht
    oder zu rasch entsorgt werden muss, nur um wieder Ruhe
    einkehren zu lassen. Ohne Partei-Disziplin geht es nicht –
    daraus leite ich noch keinen Verrat ab – und die Gefahr zum
    „Establischment“ zu werden existiert immer – eine Frage der
    Pöstchen und der Bequemlichkeit. Als Konstante bleibt da
    nur die zuverlässige Hetze der grossen Medien.

  15. Ich möchte mich sicher nicht zu einem- mit Ausnahme des Syrienskomplexes – Don Quijote hier im Forum entwickeln, aber bei den durchaus vergleichbaren Themen „Trump und AfD“ erwische ich mich nun öfter dabei, leicht unterschiedliche bis konträre Meinung zu vertreten.
    Zu Trump habe ich in früheren Kommentaren schon einiges gesagt. Zur AfD kann ich das, der Aktualität dieses Thema angepasst, nun nachholen.
    Am Anfang empfand ich es als höchst überfällig, dass es eine alternative Neugründung im Segment des Einheitsbreies gab. Aber was nützt mir diese neue Alternative, wenn sich am Ende zeigt, dass die Architektur dieser Partei so windschief ist wie der berühmte Turm in Pisa?
    Gauland, Petry, Höcke… nur Luftpumpen. Entweder auf eigene Machtsicherung bedacht oder tief braun angehaucht. Entweder erschreckend konzeptlos, oder aber mit einem derart rechten Konzept unterwegs, dass zumindest ich keine wirklich wählbare Alternative erkenne.
    Das große schwarze Loch der Alternativen – aka deutsche Parteienlandschaft – erhält mit der AfD ein neues Mitglied, fürchte ich.
    Einzig der „Taxifahrer“, Joachim Radke, überzeugt mich mit klarer Aussage, politischer Botschaft und Auftreten. Der an der Spitze könnte einiges verändern. Er wird aber keine Chance erhalten.

    1. kaumi

      Ich glaube, für überzeugte Linke kann und soll die AfD auch gar keine Alternative sein. Für Linke oder Linksliberale kann die Marschrichtung nur sein, in linken Parteien Linke und SPD (wieder) feste Friedenspositionen zu verankern und die zionistischen & transatlantischen Kriegstreiber da zu entmachten und raus oder wenigstens an den Rand zu drängen.

      Ich glaube weiter, um wirklich einen friedenspolitischen Wechsel in Deutschland zu bewirken, bedarf es aber auch – und mindestens ebenso dringend – eines solchen friedenspolitischen Wechsels im politischen Spektrum, wo die zioatlantischen Rechtsparteien CDU/CSU und FDP fischen. Und da kann die AfD durchaus begrüßenswerten Druck machen, insbesondere wenn sie den zioatlantischen Russlandhassern in CDU und FDP durch das Voranstellen des nationalen deutschen Interesses an guten Beziehungen zu Russland das Wasser abgräbt.

      1. Lieber PB,

        dein Wort in Gottes Ohren.

        Ich musste ein wenig schmunzeln, als ich im linken Spektrum verortet wurde. Das passiert mir regelmäßig, wenn ich in politische Diskussionen stecke. Vielleicht bin ich ja auch eher links – ohne es zu wissen oder zu wollen – aber ich würde gern mal deine Meinung hören, wo du folgende „Parteiprogramme und politische Anker“ spektral-politisch einordnest:
        – Gegen Einmischung in souveräne Staaten
        – Gegen Imperialismus
        – Gegen Kommunsimus
        – Gegen politischen und religiösen Extremismus
        – Gegen Zionismus
        – Gegen Antisemitismus
        – Für Aufnahme echter Flüchtlinge
        – Für Ausweisung von kriminellen Flüchtlingen
        – gegen wirtschaftliche Globalisierung
        – Für ethnische Vielfalt
        – Gegen Rassismus
        – u.a…

        Welche politische Partei würdest du mit diesen Standpunkten wählen und wo verortest du jemanden politisch, der so tickt?
        Danke für die Antwort im Voraus 😉

      2. kaumi

        Linke, das klingt fast wie Sahra Wagenknecht.

        Aber wenn links nicht zu deinen Vorstellungen in der Wirtschaftspolitik passt, dann Mitte, nur gibt es da in Deutschland keine außen- und friedenspolitisch passende Partei. So eine Partei fehlt in Deutschland.

      3. „Aber wenn links nicht zu deinen Vorstellungen in der Wirtschaftspolitik passt, dann Mitte, nur gibt es da in Deutschland keine außen- und friedenspolitisch passende Partei. So eine Partei fehlt in Deutschland.“

        @ Parteibuch: Die Deutsche Mitte (von Christoph Hörstel)? Wie ist eure Einschätzung dazu? Würde mich schon sehr interessieren.

    2. kaumi

      Die Gründung Afd ist eindeutig ein Konstrukt der Mächtigen, als Folge eines offensichtlichen Problemes. um den Unmut zu kanalisieren.

      Wenn das Problem Normalität ist,wird die Partei aus dem Innerren zerlegt.

      Piraten – nach dem NSA Enthüllung –
      am Ende hat auch keiner über Spionage gesprochen sondern nur noch über ….
      Ist Zustand = Wenn interessiert noch die Totale Überwachung ?

      Afd – Lügenpresse
      Es spricht auch fast keiner mehr über Lügenpresse dort
      Ist Zustand = „Es wird immer noch gelogen aber es interessiert keinen – siehe AI Bericht“

      Immer die gleichen

    3. Liebes PB,

      danke für die Mühe.

      „nur gibt es da in Deutschland keine außen- und friedenspolitisch passende Partei. So eine Partei fehlt in Deutschland.“
      Genau so sieht es wahrscheinlich aus. Wie tragisch.
      Was mich an der „Linken“ massiv stört, ist der Flügel der Zio-Linken (Antideutsche). Das mach sie für mich unwählbar.

      1. „nur gibt es da in Deutschland keine außen- und friedenspolitisch passende Partei. So eine Partei fehlt in Deutschland.“

        …und was ist mit Hörstels neugegründeter Partei „Deutsche Mitte“? Mal abgesehen vom Namen, gibt es doch heere Ziele, die sie mit Hilfe von kompetenten Beratern wie Hörmann gesetzt haben: Börsentransaktionssteuer, marode Banken verstaatlichen usw. und einige der Punkte von Kaumis Auflistung oben.

        Was meint den das PB dazu?

      2. Na wir arbeiten daran und wir brauchen eure Hilfe:

        http://kueken-partei.de/
        Kinder – Verantwortung – Zukunft
        KUEKeN Kreis für Umwelt, Erwachsene, Kinder und ernsthafte Nachhaltigkeit (Arbeitstitel)

        Unser Programm ist an dem Menschen und seinen Bedürfnissen ausgerichtet. Als einfache Bestimmung der Menschlichen Bedürfnissen dienen die Bedürfnisse der Kinder, die unsere Sorge bedürfen. Diese durch Verantwortung gestiftete Sorge ist essentieller Leitfaden unser Politik und unseres Programms.

        Die Grundbestimmungen:

        * Pazifismus
        * Säkularismus
        * Gegenwartsbezogenheit
        * Strukturelle Unabgeschlossenheit
        * Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen
        * Solidarität
        * Gerechtigkeit
        * Lebenszeit als Schatz
        * Kooperation statt Wettbewerb
        * Bekenntnis zu den universellen Menschenrechten

        Wir auch sind die einzige Partei die (im ersten Schritt) Werbung die auf Kinder zielt verbieten will.

        „Heute, da der freie Markt zu Ende geht verschanzt sich in ihr [der Reklame] die Herrschaft des Systems. Nur wer die exorbitanten Gebühren, welche die Reklameagenturen, allen voran das Radio selbst, erheben, laufend bezahlen kann, also wer schon dazu gehört oder auf Grund des Beschlusses von Bank- und Industriekapital kooptiert wird, darf überhaupt den Pseudomarkt als Verkäufer Betreten.“

        Horkheimer/Adorno, „Dialektik der Aufklärung“, Fischer Verlag 21 Auflage 2013, S.171

    4. @kaumi

      „Entweder auf eigene Machtsicherung bedacht oder tief braun angehaucht.“

      Es wundert mich, dass da noch keiner nachgefragt hat. Was meinst Du mit „braun“?

      Ich kann mit dem Begriff nichts mehr anfangen. Aus vielerlei Diskussionen weiß ich, dass wenn tiefer gebohrt wird, irgend etwas in Richtung „Antisemitismus“ kommt, was dann auch wieder zusammenbricht, wenn einmal tiefer gebohrt wird – und am Ende bleibt dann noch die Israelkritik, die dann auch noch zusammenbricht, bei genauerer Auseinandersetzung. Oder es kommt die Ausländerfeindlichkeit, die auch zusammenbricht, wenn man fragt, wer hier eigentlich der Ausländerfeind ist, wenn der Westen einen völkerrechtswidrigen Regime-Change in Syrien veranstaltet, Sanktionen verhängt, die UNHCR-Mittel streicht, den IS nicht besiegt und deshalb so viele Syrer vor Hunger und Krieg (in den Merkel-Erdogan-Pakt) fliehen müssen – und dieser Westen dann auch noch die Frechheit besitzt, mit breiter gesellschaftlicher Unterstützung – und was mir am meisten weh tut: auch noch der Kirchen – diese ganze ausländerfeindliche Sauerei mit aller medialer Propaganda uns auch noch als Willkommenskultur verkaufen will. Heuchlerischer geht es nicht mehr.

      Die AfD hat – wie alle anderen Parteien auch – die Dinge bisher nie in der Tiefe angesprochen. Sie erscheint mir wie ein Punchingball, also mimt die Islamophobe, die Ausländerfeindliche und der Westen kann voll draufhauen mit „unseren Werten“. So kloppt man sich tagaus, tagein – lenkt aber gemeinsam (!) von den wirklichen Fragen ab.

      Nach meiner Erfahrung sind sich linke und rechte Wähler gar nicht so fern – sofern sie noch Idealisten sind. Da geht es eigentlich immer um eine gewisse Gerechtigkeit – und das muss nicht einmal eine kommunistische oder sozialistische Gleichmacherei sein, sondern da geht es Moral, um Fairness, also dass man kein Problem damit hat, wenn jemand wegen herausragender Leistungen auch über ein entsprechendes Vermögen verfügt, dass es Privatwirtschaft gibt … sondern sobald jemand den Boden der Moral verlässt, die Gemeinschaft verar…t, nur noch an sich denkt und das auch noch auf Kosten der anderen, das finden Menschen ungerecht. Ich denke deshalb, dass momentan die Trennlinie nicht zwischen links und rechts zu ziehen ist, sondern dort wo Trump ansetzt, also gegen die Eliten ohne Moral vorzugehen (wie er es seinen Wählern versprach) – und diese Trennlinie zufällig (oder nicht) auch ziemlich genau mit der Haupttendenz dieses Blogs zusammenfällt.

      P.S. Und allen Linken, die immer noch von offenen Gesellschaften träumen, denen sei ans Herz gelegt, worüber kluge Köpfe längst schon nachdenken: Wie wird es in Zukunft sein, wenn es dank Automatisierung und Digitalisierung immer weniger Arbeitsplätze gibt? Das sind wichtige Fragen, gerade auch im Hinblick darauf, wie viele Arbeitsplätze heute schon künstlich am Leben erhalten werden.

      https://www.zdf.de/gesellschaft/precht/precht-166.html


  16. Ich stelle mal die Frage, was wichtiger ist : ist es das Ideal, dass man
    in D wieder unbelastet und „neutral“ diskutieren können sollte, oder
    ist es eher erfolgversprechend die potentiellen Wähler (viele eher
    konservative Ex-CDU-Wähler, viele ältere Menschen) dort abzuholen
    wo sie tatsächlich sind : entwurzelt vom nervenden Mainstream, aber
    doch auch geprägt von 30 – 50 Jahren West-Rhetorik und einem Reflex
    bei bestimmten Themen, den man nicht wegdiskutieren kann.“

    Gute Frage.
    Möglicherweise stellte sich diese der Parteivorstand einen Monat lang.

    Oder die Überlegung: mit solchen Inszenierungen bleibt man in der öffentlichen Debatte (auch schlechte Publizität ist Publizität), und bleibt sowohl für die eine Seite als auch die andere Seite wählbar.
    Normalerweise wird es Parteien angekreidet, wenn sie einen zu großen Spagat versuchen; andererseits sind eine Merkel-CDU, die CSU oder auch eine SPD (da sollten sich ja vereinzelt auch noch wirklich links denkende Menschen finden, neben den neoliberalen Agendisten und ihren Technokraten) durchaus auch mit einer sehr großen Bandbreite an Positionen vertreten.

    „Das wird man doch wohl noch sagen dürfen“, oder eben nicht.
    Die Grenze verschiebt sich etwas.

    In der Sache hat der Historiker Höcke durchaus guten Grund, den „Schuldkult“ zu thematisieren.
    Im Gegensatz zur strafbewehrten Holocoust-Leugnung ist die Zelebrierung des ritualisierten Gedenkens ja weder von Siegermächten noch von Gesetzen vorgeschrieben.

    Aber Höckes Art und Weise macht es natürlich sehr leicht, da überhaupt keine sachliche Auseinandersetzung zu hören, sondern nur rhetorische Griffe, um ganz rechts außen zu aktivieren.

    Es dürfte in den nächsten Jhren eine Neubewertung geben, was man „darf“, und was nicht, um nicht sofort von der versammelten Medienmeute pfui bäh angegangen zu werden.

    Möglicherweise ist gerade das Parteiausschlussverfahren, was ja jetzt über längere Zeit durch die Medien laufen wird, ein Baustein dabei.

  17. Sicherheitsberater Flynn wurde zurückgetreten.

    Der Standard schreibt:
    Flynn hatte Ende Dezember mit dem Botschafter telefoniert, etwa zur gleichen Zeit, als der scheidende Präsident Barack Obama neue Sanktionen gegen Russland verhängte. Das Weiße Haus bestätigte die Kontakte. Trumps Sprecher Sean Spicer sagte damals jedoch, dabei sei es nicht um die Sanktionen gegangen. Diese Aussage wurde später auch von Pence öffentlich wiederholt. US-Gesetze verbieten Verhandlungen Die „Washington Post“ berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, es sei sehr wohl um die Sanktionen gegangen. Ein Sprecher Flynns sagte der Zeitung am Donnerstag, dass dieser sich zwar nicht an eine Erwähnung der Sanktionen erinnern könne, aber auch nicht gänzlich ausschließen könne, dass es nicht um das Thema gegangen sei. – derstandard.at/2000052571079/Trumps-Sicherheitsberater-Michael-Flynn-tritt-zurueck

    Wieder mal diese ominösen „Regierungskreise“.

    Da scheinen noch etliche U-Boote unterwegs zu sein.
    Ein Profi wie Flynn muss allerdings auch nicht so einfaches Material liefern.

    1. Flynn raus? Das ist sehr schlecht!
      Aber Flynn ist nicht blöd; warum also tat er das? Wollte er vermitteln, um Russland von zu harschen Reaktionen abzuhalten? War das eine Falle aus den eigenen Reihen, um ihn dann als Bauernopfer abschieben zu können? Flynn war für seine sachliche und moderate Art bekannt; er brachte die Rattenlinie (Waffen- und Terroristenexport von Libyen nach Syrien) seitens der DIA ins Gespräch.
      Der Machtkampf da drüben läuft auf vollen Touren und Flynn´s Abdankung schwächt die Moderaten deutlich. Mist.

      VG ped43z

      1. „Aber Flynn ist nicht blöd; warum also tat er das?“

        Ein Schmierentheater; Logan Act, was für ein Witz.

        Die DWN dazu:
        „Die damalige amtierende Justizministerin Sally Yates sei zu dem Schluss gekommen, dass sich Flynn dabei möglicherweise erpressbar gemacht habe. Yates, die von Trump später wegen ihrer Weigerung, den Einreisestopp durchzuführen, gefeuert wurde, teilte ihre Einschätzung mit den scheidenden Geheimdienst-Chefs Clapper und Brannon, die beide rabiate Gegner von Trump und Flynn sind. Die drei kamen zu der Erkenntnis, dass Flynn sich einer Verletzung des wenig bekannten „Logan Acts“ schuldig gemacht haben könnte: Dieser verbietet Nicht-Regierungsbeamten, sich in die US-Außenpolitik einzumischen. Wie die Washington Post einräumt, wird der Logan Act nie angewendet – weil sich in den USA naturgemäß viele Nicht-Regierungsbeamte in die Außenpolitik einmischen. Harvard-Jurist Alan Dershowitz sagte auf Fox, wenn die Maßstäbe, die auf Flynn angelegt wurden, für alle anderen auch gelten würden, müssten Jimmy Carter und Jessie Jackson eine Gefängniszelle teilen, weil beide wiederholt ohne Amt eine aktive Rolle in der US-Außenpolitik gespielt hatten “

        Intrige, von Yates ins Rollen gebracht; ließ ich wohl nicht mehr stoppen, und das Schuldeingeständnis („nicht informiert“) von Flynn möglicherweise, um Pence zu schützen.

    2. Habe ich auch gelesen und war schon mittelmäßig geschockt. Das ist keine herbeigeredete Regierungskrise, sondern ein schwerer Schlag gegen Trumps Regierung. Denn ich halte Flynn für sehr zentral für Trumps Strategie, die Neocons zu entmachte. Ich frage mich allerdings, warum er so leicht aufgegeben hat. Bei jeder anderen Regierung hätte man gesagt, es sei doch sehr sinnvoll, wenn die in Kürze ins Amt tretende Regierung schon mal ihre Fühler ausstreckt zu wichtigen Partnerländern. Flynn wird ein Strick daraus gedreht. Das hätte mich nicht erschüttert. Es wäre für mich in einer Reihe in der Rethorik von „Trump bricht noch vor dem Amtsantritt alle Wahlversprechen“, dann, als er sich zügig an die Umsetzung der Wahlversprechen machte „Trump redet immer noch so, als wäre er im Wahlkampf“, und überhaupt wird keine Gelegenheit ausgelassen, um Trump durch den Schmutz zu ziehen. Aber Flynn ist kein Politik-Anfänger, und der tritt sicher nicht wegen einem Windhauch zurück. Also frage ich mich: war ging wirklich vor, um ihn zum Rücktritt zu veranlassen?
      Gab es vielleicht andere Gründe, die es taktisch günstiger erschienen lassen, ihn erst einmal aus der Schusslinie zu nehmen? Denn dass er bei Trump in Ungrade gefallen ist, mag ich nicht wirklich glauben.

  18. Die AfD ist leider trotz aller positiven Hoffnungen zumindest in einigen Teilen eine reaktionäre, deutschtümelnde Vereinigung mit verbreitetem Desinteresse an allem, was Weltpolitik und den Nahen Osten betrifft. Die hochgestellten „Aleppo“ Busse in Dresden ärgern die Anhänger der AfD. Aber vor allem, weil sie schmutzig und rostig sind. Der Skandal, dass sie von Ahrar al-Scham stammen und dass sich hinter diesem „Mahnmal“ eine Werbung für die Zerstörung des syrischen Staates verbirgt, bekommen viele – nach meinem Eindruck – gar nicht so richtig mit.

    1. Gut gebrüllt, Robert.

      Ich habe mit einem Dresdner gesprochen (war beruflich vor zwei Tagen dort). Ich kann zwar nicht versichern, dass er AfD-Wähler ist, aber zumindest Dresdner und Gegner dieses bescheuerten „Denkmals“. Sein Argument: „Jetzt dürfen die Flüchtlinge ausgerechnet hier in Dresden ihren Dreck mitbringen und aufstellen“… eine tiefere Ebene der Argumentation ersparte ich mir, da offensichtlich keinerlei Reflektionsbereitschaft und/oder Reflektionswille zu erkennen waren.

    2. @Robert

      „Der Skandal, dass sie von Ahrar al-Scham stammen und dass sich hinter diesem „Mahnmal“ eine Werbung für die Zerstörung des syrischen Staates verbirgt, bekommen viele – nach meinem Eindruck – gar nicht so richtig mit.“

      .

      Das ist richtig, denn die einzigen von den Beteiligten die das wirklich wissen sind wohl der „Künstler“ und unsere „Nachrichtenleute“ von der Tagessau, ZDF und Konsorten . Ich befürchte der Oberbürgermeister und alle anderen beteiligten Personen in Dresden, die das auf den Weg brachten, ist auf Grund der bisherigen Berichterstattung in unseren Medien dieser Zusammenhang nicht bewusst. Also lasst uns weitermachen und Aufklären.

  19. Die AfD zwingt die CDU sich selbst zu positionieren. Die CDU hatte sich in einigen Themenfeldern tatsächlich mehr der Mitte der Gesellschaft zugewendet. Denn rechts von ihr gab es ja nur die „unwählbaren“ „neo-faschistischen“ Parteien von NPD, DVU …. . Jetzt können sich konservative Wähler entscheiden zwischen zwei Parteien. In den letzten Monaten war ja gefühlt die CSU mit die größte Oppositionspartei. Bei Frau Merkel wusste man ja überhaupt nicht mehr, für was sie eigentlich steht. Für oder gegen Atomkraftwerke. Für oder gegen offene Grenzen? Für eine Lastenteilung innerhalb der EU in der Flüchtlingsfrage? Aber auch die CSU kann gleichzeitig in Bayern gegen Gentechnik sein und in Berlin und Brüssel für Gentechnik!

    Eine große Frage sehe ich derzeit darin, ob die Parteien die EU erhalten oder wirtschaftlich zerbrechen lassen wollen? Ein einheitlicher Währungsraum ohne eine einheitliche Wirtschaftspolitik und ohne einem Länderfinanzausgleich muss ökonomisch gegen die Wand laufen. Die Ökonomieen der anderen Staaten werden vom Wirtschaftsraum Deutschland zerdrückt. Ein Exportweltmeister braucht auf der anderen Seite auch immer Importländer. Die Handelsbilanzunterschiede werden Europa zerbrechen lassen. Zudem wird sich die Frage stellen, wer denn letztlich mehr Macht hat: Die Fugger oder jene Könige, welche bei den Fugger verschuldet sind? Wer wird seine nur auf dem Papier vorhandene Vermögenswerte abschreiben wenn sich die Schulden als nicht rückzahlbar darstellen? Das Projekt EU steht vor einer Weiche: Wird sie auch eine Sozialunion oder zerbricht sie zurück in die ehemaligen Nationalstaaten? Die AfD steht für ein zurück in die Nationalstaaten durch einen geordneten politischen Prozess. Die Linke und die Grüne stehen für eine Sozialunion. Die CDU/CSU, SPD und FDP stehen für eine weitere Zuspitzung der Krise mit dem kurzfristigen Gewinner Deutschland. Doch dem Brexit werden dann unweigerlich weitere Grexit, Frexit, Itexit, Spexit, …. folgen begleitet von heftigsten politischen Erdbeben in den überschuldeten Staaten. Spareinlagen werden nicht sicher sein. Ob es noch staatliche soziale Absicherungssysteme oder Renten gibt, wird nicht sicher sein. All jene Menschen, welche derzeit besonders von der Politik der CDU/SPD betroffen sind, all die Grichen, Spanier, Portugiesen, Italiener können im Herbst bei den Wahlen nicht mit abstimmen. Für einen geordneten Übergang hoffe ich, dass CDU/CSU/SPD auch mit der FDP im Herbst keine Mehrheit mehr haben.

    1. Reisender

      Ich glaube, die EU leidet vor allem unter einem Kommunikationsproblem. Und zwar leidet sie nicht nur unter einem Kommunkationsproblem derart, dass „die in Brüssel“ nicht in der Lage sind, zu kommunizieren, was sie da Sinnvolles machen, selbst wenn die „Eliten“ da wirklich mal Sinnvolles machen, anstatt sich nur die eigenen Taschen und die ihrer „Sponsoren“ vollzuschaufeln.

      Vielmehr geht es meiner Meinung nach bei dem Kommunikationsproblem darum, dass die meisten einfachen Leute in der EU nicht in einem gemeinsamen Informationsraum leben. Wer nicht fließend englisch kann, kann nicht mal mit seinen Mit-EU-Bürgern kommunizieren, und selbst die, die es können, können zumeist nur mit denen kommunizieren, die auch englisch können. Welcher Deutsche oder Pole versteht schon den Humor von Beppe Grillo? Und den Polen und Italienern geht es ja nicht anders, auch mit deutschsprachigen Politikern und Kulturschaffenden. Und wer von den Italienern und Deutschen kann schon mitlachen, wenn Polen Witze erzählen? Auch die europäischen Medien sind praktisch allesamt keine Euro-Medien, sondern vielmehr regionale Medien, die eine nationale Persepktive bieten. Wo es Dutzende Sprachen gibt, ist es kein Wunder, dass es jenseits der multisprachlicher Bildungsbürger und Adeliger kaum ein „europäisches Gemeinschaftsgefühl“ gibt.

      Ohne ein tragfähiges und breit verankertes „europäisches Gemeinschaftsgefühl“ dürfte es aber kaum möglich sein, so etwas wie eine Fiskal- und Sozialunion, oder gar einen europäischen Staat, aufzubauen. Was stattdessen passiert, ist, dass sich in der EU-Hauptstadt Brüssel so etwas wie eine herrschende elitäre Mafia einrichtet, die ständig mehr Macht an sich reißt, von der aber kaum ein einfacher EU-Bürger weiß, was die da eigentlich macht, abgesehen davon, dass sie sich die eigenen Taschen vollstopft.

  20. Offensive der „Rebellen“ in Daraa.
    Es wird gerüchtet, dass der „MOC“, die jordanischen Führungsoffiziere der „FSA“ in Südsyrien, droht, das Salär zu kürzen.

    Man will sich wohl als so richtig moderat einstufen. Das Geld kommt ja bestimmt nicht aus Jordanien.

  21. Said, Egon

    Christoph Hörstels „Partei der Mitte“ halte ich für Etikettenschwindel und in Wirklichkeit für eine – rechte – Splitterpartei.

    Außenpolitisch halte ich Christoph Hörstel für durchaus interessant, aber bei anderen Themenfeldern liegt Christoph Hörstel so völlig neben einer mittleren Spur, dass er damit jeden Versuch diskreditiert, aus der „Partei der Mitte“ eine seriöse Alternative in der Mitte zu machen, siehe etwa der antiwissenschaftliche Homöopathie-Unfug und Chemtrails-Blödsinn.

  22. @H.Meier

    „braun“ wird als Synonym für extrem rechts verwendet, nationalsozialistisch eben.
    Sobald eine Kohorte in den unseligen Schnack der Reichs-Demagogen von 1933 verfällt, ist für mich eine Enddifferenzierung erreicht und eine „Braunfärbung“ zu attestieren.
    Wie bei den Linken gibt es auch in den Reihen der „Braunen“ durchaus Israel- und US-Liebhaber. Verbindend an der Ideologie ist die nationalistische Tendenz und die Überhöhung der eigenen Rasse.

    Dabei ist patriotische Denke in meinen Augen gar nicht zu verurteilen. Im Gegenteil, Nationalbewusstsein und sichere Identität braucht der Mensch, um eine sichere Boje zu haben, um die er manövrieren kann, ohne sich im Meer zu verlieren.
    Sobald aber das eigene Recht bloß aufgrund der Zugehörigkeit zu einer bestimmten „Rasse“ über das Recht anderer gestellt wird, haben wir den Salat mit dem braunen Dressing.

    Ich denke, eine für mich wählbare deutsche Partei zu finden, wird vorerst weiterhin ein Ding der Unmöglichkeit sein.

    Ps.: bezüglich Deraa. Dutzende islamistischer Deppen sind bei oben genanntem Angriff getötet worden. Ein gefangen genommener „Kommandeur“ soll geschluchzt haben: „hätten wir diese Offensive doch nur nie begonnen“…http://breakingnews.sy/ar/article/86416.html

  23. @kaumi

    Tut mir leid, aber ich weiß immer noch nicht, was Du unter „braun“ wirklich verstehst. Wenn Du nun von „extrem rechts“, „nationalsozialistisch“, „Kohorten“ und „Reichs-Demagogen von 1933“ redest, so sind wir uns wohl darin einig, dass wir diese Zeiten beide nicht wieder wollen. Wer will das schon? Um das jetzt der AfD unterstellen zu können, müssten aber erst einmal die Begriffe, die Du verwendest abgeklärt werden, also was Du da im Blick hast und wo Du das bei der AfD heute siehst. Vielleicht kannst Du also noch ein wenig nachlegen zur Erklärung? Denkst Du, dass die AfD Juden ins Gas schicken will?

    Beste Grüße!

    1. @H.Meier

      Muss man „Juden erst ins Gas schicken“ um als echter „Brauner“ zu gelten??
      Ich kann noch gerne etwas ausholen:
      Wenn Höcke ein Denkmal als Schande empfindet, das an einen Mord erinnern soll, von Deutschen überwiegend und millionenfach an Deutschen und Europäern in Deutschland und in Europa begangen, dann beschreibt diese Tatsache eben das, was ich als „braun“ betitele und du als weiteres Nachlegen wünschst. Höcke setzt sich und seines Gleichen also über andere Deutsche und Europäer, weil er „der weiße Mann“ ist, und somit, in seiner Ideologie, den Genannten ethnisch, religiös und „völkisch“ überlegen ist. Glaubt zumindest der Idiot. Und die anderen, die ihn unterstützen, machen das wohl aus Gründen der Gleichfarbigkeit.
      Also, wie rechts und rassistisch darf man sein, um sich den Titel „Brauner“ zu verdienen?

      1. kaumi

        Wenn ich die Rede von Höcke richtig zitiert gelesen habe, dann hat Höcke da im Kern nicht angeprangert, dass der Holocaust eine Schande für Deutschland ist, sondern angeprangert, dass der deutschen Schande ein zentrales Denkmal gesetzt wurde, während andere Länder nicht ihrer Schande, sondern ihrem Stolz ein Denkmal setzen.

        Ich bin mir dabei der Untertöne der Rede von Höcke bewusst, und ich glaube, sie sind bewusst so gewählt, dass er versucht, Sympathien von Holocaust-Leugnern und Leuten mit ähnlichen Meinungen zu gewinnen. Trotzdem glaube ich, dass Höcke mit der Kritik im Kern einen validen Punkt anspricht, den etwa auch der weit links stehende Friedensaktivist Norman Finkelstein in seinem Buch „Die Holocaust-Industrie“ angesprochen hat: nämlich dass aus einem richtigen und aufrichtigen Gedenken an die deutsche Schande des Holocausts, und aller der mit der Katastrophe verknüpften geschichtlichen Fakten, ein inhaltsleerer Popanz, ein Geschäft und ein Kult gemacht wurde.

        Dass die Tonlage der Kritik bei jemandem wie Höcke, der von rechts argumentiert, anders ausfällt als beim linken Finkelstein, halte ich für beinahe zwangsläufig. Wäre Höcke Mitglied der Linkspartei, würde mein Bauchgefühl auch sagen, dass es richtig wäre, wenn sie Höcke wegen der tendenziösen Rede ausschließt. Aber Höcke ist nicht in der Linkspartei, sondern in der AfD.

      2. PB

        Die Argumentation ist mir sehr vertraut.
        Wenn man Finkelsteins Aussagen in „höck` scher Sprache“ übersetzt, dann sagt er, dass es eine Schande ist, dass Zionisten und deren Mittelsmänner den Holocaust instrumentalisieren, ihn also für ihre eigene Agenda zweckentfremden.
        Höcke aber sagt, dass es eine Schande ist, dass sich Deutschland so eine Erinnerung leistet. Und das mitten in ihrer Hauptstadt.
        Das sind zwei gänzlich unterschiedliche Botschaften!

      3. @kaumi

        Hab‘ herzlichen Dank für Deine Antwort, mein Lieber. Ich sage Dir aber, dass ich es dennoch noch (!) nicht ganz verstehe, was Du genau meinst. Ich könnte Dich jetzt noch einiges rückfragen, aber da Du die Causa Höcke ansprichst, so will ich Dir mit einem Ausflug antworten:

        Als Walser in seiner berühmten Paulskirchenrede 1998 von Auschwitz als „Moralkeule“ und der

        „Monumentalisierung der Schande“

        durch das Berliner Holocaust-Mahnmal sprach gab es kräftigen Applaus. Im Gegensatz zur Causa Höcke gab es im Nachgang wenigstens noch eine öffentliche Debatte zwischen Walser und dem damaligen Zentralratsvorsitzenden Bubis, wo Walser unter anderem schrieb:

        „Meine drei Kinder lassen sich nicht mehr erpressen, nötigen – und was m. E. noch schlimmer ist – langweilen. Kommentar aus der Schule: Drei Themen langweilen nur noch: 1. Auschwitz, 2. Aids und 3. Drogen. Mit weihnachtlichen Grüßen.“

        Um Höcke gibt es – wie um Gedeon – keine öffentliche Debatte in der Sache. Öffentlich werden nur noch verbale Keulen geschwungen. Das wird immer schlimmer. Warum ist das alles so? Weil der Begriff „Antisemitismus“, weil der Hinweis auf Nazis, weil der Begriff „Auschwitz“ alles Begriffe sind, die bisweilen völlig zu verbalen Vorposten der Abwehr einer Israelkritik verkommen sind. Womöglich hat dieser Staat deshalb auch so viel Geld in NSU- und NPD-V-Männer gesteckt, um das Märchen von genetisch bedingten deutschen Judenhasser aufrecht zu erhalten. Wer weiß das schon so genau? Auskunftsersuchen enden ja immer an den „Interessen der Bundesrepublik Deutschland“.

        Ich finde übrigens Walsers Begriff „Monumentalisierung der Schande“ viel besser und treffender als Höckes Rede. Das hat Walser eindeutig besser gemacht bei seiner Provokation. Es bekam dadurch auch eine andere Richtung. Denn: Jeder weiß, dass in Auschwitz und anderswo grauenhafte Dinge passiert sind, die sich nicht wiederholen dürfen. Jeder weiß auch, dass das Grauen im Nachgang grauenhafter gemacht wurde, als es wirklich war.

        Und dagegen richtete sich auch Walsers Rede. Natürlich wusste auch Walser, dass für die Propaganda das Grauen nicht grauenhaft genug war. Woher kam denn die Rede vom einzigartigen Verbrechen in der Menschheitsgeschichte, warum erzeugte man bei Schülern die Vorstellung, die Nazis hätten in Buchenwald systematisch Lampenschirme aus Menschenhaut hergestellt (vgl. dagegen https://www.buchenwald.de/1132/) … warum brachte man Schülern bei, in Auschwitz seien vier Millionen Juden vergast worden (davon redet heute keiner mehr)? Warum redet heute keiner mehr davon und entscheidend – mit welchem Recht war einst davon die Rede?

        Mit dieser Frage sind wir auch bei der „Monumentalisierung“. Mit dieser Frage sind wir bei der Frage, mit welchem Recht das Grauen noch grauenhafter gemacht werden musste als es wirklich war.

        Und bei der Frage, warum der Mythos nur gaaannz langsam heruntergefahren wird? Warum durfte Fritjof Meyer (https://de.wikipedia.org/wiki/Fritjof_Meyer#Kontroverse_um_Auschwitz-Opferzahlen) seine Ergebnisse 2002 im Spiegel nicht veröffentlichen? Warum wurde ein Oskar Gröning (https://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Gr%C3%B6ning) „nur“ für 300.000 Opfer angeklagt, obwohl er doch bis kurz vor der Befreiung von Auschwitz „Teil der Mordmaschinerie“ war und die offizielle Opferzahl immer noch um ein vielfaches höher liegt? Niemand hat gegen die Opferzahl bei Gröning protestiert von jüdischer Seite. Niemand hat protestiert von jüdischer Seite als der deutsche Bundestag – während die Medien auf Höckes Rede schossen – erstmals (!) eine Opfergruppe in den Fokus der Holocaust(!)-Gedenkstunde rückte, die nichts mit dem Holocaust zu tun hat: die Euthanasie-Morde – und im Gegensatz zu Höcke, der nur redete, damit Fakten schuf.

        Die Situation scheint richtig verlogen. Und sie auch deshalb verlogen, weil es bisweilen um furchtbar viel Geld und wirtschaftliche Verflechtungen und (Israel-)Politik geht – und nicht um die Opfer von einst.

        Und noch kurz dieses: Wenn es bei der Antifa wirklich um den Kampf gegen Neonazis ginge, dann würden jene Meuthen wegen seines Kampfes gegen Gedeon und die neun Bundesvorstände wegen ihres Kampfes gegen Höcke schon längst für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen haben. Tun sie aber nicht. Es muss da um etwas anderes gehen.

        Was will ich Dir mit diesem Ausflug sagen? Ich will nichts leugnen an deutscher Schuld (ist übrigens nicht meine – und ich gehe davon aus, auch nicht Deine – „Braunheit“ ist nicht vererblich). Ich will nichts relativieren (jeder, der das versucht, kriegt von mir verbal eins auf die Fr.sse ). Ich möchte verifizieren.( Verifizierung ist keine Relativierung.) Ich möchte erst einmal die Wahrheit um die Schuld wissen. Und was mich wirklich stutzig macht, was mich wirklich ärgert, ist, dass keine Verifizierung gewünscht ist, sondern dass nur scheibchenweise die Wahrheit ans Tageslicht kommen darf. Ich denke auch, dass es das ist, was die Menschen spüren, schon immer spürten. Menschen haben bisweilen ein sehr feines Gespür dafür, ob die Dinge mit rechten Dingen zugehen. Aber Propaganda ist mächtig. Angst vor Marginalisierung ist mächtig. Das haben wir doch alle mitbekommen, wenn wir uns gegen die ganze Propaganda um den Syrien-Konflikt an die Wahrheit herantrauen wollten. Wie oft habe ich mich gefragt in den letzten Jahren, wie das alles möglich ist, dass ich ständig denke, dass irgendetwas an der Darstellung durch die Medien nicht stimmt. Wie kann das sein? Alle sagen etwas anderes, aber in mir ist die Stimme stark, die sagt, dass die alle nicht recht haben, weil die Geschichte nicht stimmig ist. Da ist es dann sehr beruhigend, wenn es Blogs, wie diesen hier gibt. Die Zeiten haben sich geändert. Wir können froh sein, dass wir heute die mediale Diversifikation haben. Das gilt auch für die Wahrheit um den Holocaust.

        Sorry, ist jetzt doch ein wenig länger geworden. Aber ich hoffe, dass Du ein paar Denkanstöße bekommen hast und wir uns hier oder bei irgendeinem anderen Anlass hier weiter austauschen können.

        Besten Gruß!

        P.S. Sehr erhellend finde ich übrigens auch den Kampf um die Wahrheit einer gewissen Gaby Weber. Wenn Du magst: https://www.gabyweber.com/index.php/de/artikel/1-eichmann

      4. kaumi

        Ich verstehe durchaus, dass die in gewisser Weise ähnlichen Botschaften von Höcke und Finkelstein zur deutschen Erinnerungskultur beileibe nicht die gleichen sind.

        Trotzdem bin ich der Meinung, dass die Kritik im Grunde am selben Problem ansetzt: einem falschen Gedenken, das natürlich von links und rechts unterschiedlich kritisiert wird. Von links ist die Kritik eher, dass das richtige Gedenken zu einem oberflächlichen Kult geworden ist, ähnlich einer Kritik an Weihnachten als sinnentleerter Geschenkeverteiltag, während die Kritik von rechts eher beanstandet, dass aus dem Gedenken an die Schandpunkte Deutschlands ein Kult geworden ist, und sie es lieber hätten, aus dem Gedenken an ruhmreiche Episoden Deutschlands einen Kult zu machen.

        Da sehe ich trotzdem Ähnlichkeiten in der Kritik, auch wenn andere, Finkelstein vermutlich eingeschlossen, das nicht so sehen.

      5. Die Nato mit USA und D an der Spitze ist Schuld an millionen von Toten. Ich möchte jetzt die einzelnen Länder nicht aufzählen die es getroffen hat, dürfte allseits bekannt sein. Als Ergebnis wird die Nato gepriesen und verehrt. Von der Leier will sogar noch mehr Geld haben und die anderen Nato Mitglieder werden auch zur Kasse gebeten. Und? Ist alles relativ, nicht wahr?

  24. Wie die Transatlantiker Lucke & Henkel gehört auch eine Frauke Petry zum „Club“! (Gauck ehrte Frauke Petry mit Verdienstmedaille)
    https://www.tag24.de/nachrichten/afd-chefin-petry-bekam-von-gauck-bundesverdienstmedaille-8542

    Und Frauke Petry machte eine gewissermaßen unvermeidliche Israel Reise für ihr Koscher-Siegel.

    PS: Wolfgang Gedeon
    http://www.anonymousnews.ru/2017/01/20/israel-lobby-in-deutschland-wird-die-afd-eine-zionistische-partei/
    http://www.wolfgang-gedeon.de/2017/01/afd-eine-zionistische-partei/

  25. Nanu, liebes Parteibuch, was war denn in meinem Text an kaumi neues drin, was ich hier an anderer Stelle nicht schon geschrieben hatte und was Dich von einer Veröffentlichung abhält?

    Dass ich kaumi gesagt habe, er sei nicht schuld? Das ist doch so. Dass ich mit ein paar Links darauf hingewiesen habe, dass der Holocaust auch (!) eine mythische Komponente enthält und diese nur langsam zurückgefahren wird? Das ist doch so.

    Und es ärgert mich wirklich, wie alle Wissenden dennoch den Mythos für irgendwelche politischen und wirtschaftlichen Dinge weiter ausschlachten und nur langsam herunterfahren. Diesen Vorwurf mache ich übrigens auch Russland. Dieser Welt wäre viel Leid erspart geblieben, wenn schon früher die Legitimationen Israels hinterfragt worden wären.

    Mich erinnert – vor allem auch die Emotionalität – bisweilen daran, was man in Russland um den Mythos um Panfilow gemacht hat und welche Widerstände es da gab und gibt – wohlgemerkt: Die Widerstände gibt es gegen die Wahrheit. Der Mythos ist wichtiger als die Wahrheit. Absurd. (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/luege-ueber-kriegsdenkmaeler-in-russland-empoert-russen-13720292.html)

    Also, irgendeinen Punkt muss ich auch bei Dir getroffen haben. Ich würde gerne wissen, welchen? ***

    Beste Grüße!

    1. Meier

      „was war denn in meinem Text an kaumi neues drin, was ich hier an anderer Stelle nicht schon geschrieben hatte und was Dich von einer Veröffentlichung abhält?“

      Nichts. Das war nicht die Moderation.

      Der Kommentar wurde vom automatischen WordPress-Spamfilter als Spam einsortiert, vermutlich weil er recht lang war und relativ viele externe Links hatte. Ich habe ihn gerade aus dem Spamordner gefischt und freigeschaltet. Wenn sowas wieder vorkommt, bitte einfach mal nachfragen, ob da zensiert wurde oder der Kommentar im WordPress-Spamfilter hängen geblieben ist.

      Davon abgesehen war mir dieser Satz von Walser bislang noch nicht bekannt:

      „Kommentar aus der Schule: Drei Themen langweilen nur noch: 1. Auschwitz, 2. Aids und 3. Drogen.“

      Danke dafür, könnte man leicht abgewandelt auch als Kommentarregel hier aufnehmen. Das dürfte hier auch viele Leser langweilen. Wenn diese Themen Überhand nähmen, bekäme es was von Trollen.

      1. @pb

        Vielen Dank! Ich denke jedoch nicht, dass es Walser wirklich langweilt, sondern dass er innerlich bisweilen kocht, immer gegen eine Wand des Schweigens und der drohenden Marginalisierung anrennen zu müssen. Ich denke, er beneidet eher seine Kinder, dass sie sich langweilen. Das Problem ist nur, dass seine Kinder, wenn sie groß geworden sind, gegen die gleiche Wand laufen müssen. Solange die Wand noch besteht, sind sie eben auch Nötigung und Erpressung ausgesetzt. Wirklich gut ist auch sein Grußwort – das hat eben auch seine ganz spezielle Richtung.

        Besten Gruß!

  26. H.Meier

    Auch vielen Dank für die Mühen, mich zu überzeugen 🙂

    In der Sache wird es vermutlich keine große Dissonanz geben, wie man erkennen kann.
    Es gibt zwei Hauptkritikpunkte am Holocaust:
    1). Die Kritik am Festhalten an der Erinnerung eines der dunkelsten Verbrechen der deutschen Geschichte.
    2). Die Kritik an der Instrumentalisierung der Erinnerung seitens einer Organisation, die für sich in Anspruch nimmt, die Hoheitsgewalt über das moralische Erbe der Opfer zu besitzen.

    Wenn wir dieses so von einander trennen, dürften die verschiedenen Standpunkte dann zweifelsfrei und ganz genau einem der beiden Punkte zugeordnet werden können.

    Und der Rest ist einfach. Alles, was in Schublade /1/ kommt, wird von mir persönlich vehement bekämpft und widersprochen werden. So täte es den Türken, den Amerikanern und den Spaniern ganz gut, ähnliche „Mahnmale der Schande“, als Erinnerung an begangene Verbrechen, zu etablieren, auf dass solches Grauen (und ich benutze diesen Begriff jetzt bewusst so) sich nie wiederholen möge.

    Alles, was in Schublade /2/ fällt, wird von mir persönlich vehement unterstützt und bestätigt. Es konterkariert das Andenken der Opfer, wenn eine spätere Kohorte dieses Grauen ausschlachtet, um eigene Politik zu machen und Kritiker dieser Politik mundtot zu machen.

    Nun bliebe nur noch zu beurteilen, in welche Schublade Höcke gesteckt werden darf…!?

    1. @kaumi

      Ich will Dich nicht „überzeugen“! Von was auch? Ich will Dich zum Nachdenken anregen. Was Kant unter Aufklärung verstand, das hast Du vielleicht auch in der Schule gelernt (Nebenbei: Was bei Kant meist unterschlagen wird – und deshalb schätze ich ihn besonders – ist, dass er ein tiefgläubiger Mensch war.).

      Und zu Deinem Punkt 1 sei angemerkt, dass Du höchstwahrscheinlich gar nicht so recht weißt, wie dunkel das Kapitel wirklich ist. Das ist eben auch ein Punkt, den ich anregen wollte darüber einmal nachzudenken. Da ist vieles noch im Nebulösen. In jedem Rechtsstaat ist z.B. die Bestimmung der Opferzahl elementar. Wir wissen in diesem Fall jedoch nichts genaueres, außer dass die offizielle Zahl kontinuierlich sinkt. Natürlich kann man einwenden, dass die Zahl nicht wichtig sei – aber sie ist gerade für die jüdische Seite so wichtig (gewesen).

      Darauf zielt auch meine Frage: Warum war das Grauen nicht grauenhaft genug?

      Und ich stelle die Frage aus mehreren Gründen. Zum einen interessiert es mich, zum anderen denke ich an die Gemeinschaft, an die Gerechtigkeit – und es ist auch eine Frage, die an einem Legitimationsmythos Israels rüttelt und so auch Druck auf den Friedensprozess ausübt. Übrigens ist die Reaktion auf die Frage meistens die gleiche, wie wenn Trump fragt: Warum ist ISIS nicht schon längst besiegt? Denn: Es gibt keine Antwort.

      Und man sollte bei aller Geschichtsbetrachtung auch niemals die aktuelle Zeit vergessen. Wie wär’s, wenn die Antifa einmal die aktuellen (!) Sauereien aller Bundestagsparteien hinsichtlich Syriens in den Blick nähme? Da könnte die Antifa zeigen, ob sie aus dem Dritten Reich etwas gelernt hat – aber sie beschäftigt sich lieber mit einer nebulösen historischen Schuld – an der sie aber keine Schuld hat.

      Und vielleicht noch kurz ein Wort zu Ethnie und Rasse, die Du oben ansprachst. Ich sehe das ganz banal (im Sinne von positiv einfach) unter einem psychologisch-anthropologischem (und auch theologischem) Aspekt der Gemeinschaft. Menschen, die gleiche Werte/Interessen/Traditionen/… haben, sollen sich zusammentun – so wie im kleinsten sich Mann und Frau zur Familie zusammentun und darauf weiter aufbauend zu höheren Gesellschaftsformen. Und jede dieser Gemeinschaften grenzt sich auch irgendwie ab. Das ist natürlich und gesund, und es vermittelt auch Sicherheit. An Rasseunterschiede glaubt heute eigentlich nur noch ein Volk – und das sind nicht wir.

      Besten Gruß!

      Achso, Höcke: Ich weiß nicht, in welche Schublade Höcke gehört. Sicherlich in viele. Frag‘ ihn doch. Mich hat nur sehr gewundert, dass ich die Frage „Warum war das Grauen nicht grauenhaft genug?“ nicht auf compact online stellen durfte. Das darf man heute ab und an wenigstens schon in den MSM.

      1. „Warum war das Grauen nicht grauenhaft genug“ … „Monumentalisierung der Schande“ oder Monetarisierung der Schande … „There is No Business like Shoah Business“ http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13680385.html (19.04.1993 Das Shoah-Business )

        Aber möglicherweise ist es ja ein Denkmal der Ehre in den Augen der oberen, wenn „Denkmal der Schande“ ein solcher Aufreger für die Mietmäuler Soros.

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