Syrische Armee nähert sich Al Bab weiter

Am heutigen Freitag hat die syrische Armee die Ortschaft Abu Taltal eingenommen, womit sie sich von Süden her bis auf rund einen Kilometer an die von ISIS-Terroristen beherrschte Großstadt Al Bab östlich der Metropole Aleppo angenähert hat.

Die heutige Einnahme von Al Bab gelang der syrischen Armee obwohl es gestern südwestlich von Al Bab beim Kampf gegen ISIS-Terroristen offenbar erhebliche Probleme bei der Abstimmung mit der türkischen Armee und den dortigen von der Türkei unterstützten „moderaten“ Jihadisten-Gruppen gegeben hat, die der Terrorgruppe ISIS ideologisch recht nahestehen. Gestern hatte die syrische Armee in erheblichen Kämpfen die Ortschaften Deir Qaq und Shamawiyah von ISIS-Terroristen eingenommen, die südwestlich von Al Bab noch einen schmalen Zipfel Land beherrschten, zu dessen Norden von der Türkei unterstützte Jihadisten-Gruppen präsent sind.

So wie es aussieht, ist die syrische Armee dabei von einer Richtung aus unter Beschuss gekommen, von wo aus sie türkisch-russischen Vereinbarungen zufolge eigentlich nicht hätte unter Beschuss kommen dürfen, nämlich aus der direkt nordöstlich von Deir Qaq liegenden Gegend der von türkischen Proxy-Kräften beherrschten Ortschaft Abu Zandin. Vertreter der zionistisch-wahhabitischen Achse frohlockten angesichts dieser Auseinanderesetzungen, dass die Türkei nun endlich wieder klar an der Seite des Kampfes gegen die syrische Regierung stehen würde und die syrisch-iranisch-russischen Abmachungen mit der Türkei zum gemeinsamen Kampf gegen ISIS durch die Kämpfe in der Gegend von Abu Zandin platzen würden.

Im Laufe der Auseinandersetzungen nahe Abu Zandin hat die syrische Armee Luftunterstützung angefordert und bekommen. Die türkische Armee warf der syrischen Luftwaffe daraufhin vor, durch die Luftangriffe in der Gegend türkische Soldaten getötet zu haben. Anschließend übernahm jedoch das russische Militär die Verantwortung für die Luftangriffe und erklärte, dass das ein Unfall gewesen sei und die Ursache für die russische Bombardierung der türkischen Soldaten offenbar ein Missverständnis war. Der russische Präsident Putin rief den türkischen Präsidenten Erdogan an, um ihm zum Tod der türkischen Soldaten zu kondolieren und vereinbarte mit der Türkei, den Vorfall gemeinsam zu untersuchen und sich im Antiterrorkampf noch enger abzustimmen. Damit gab sich die türkische Seite zufrieden. Doch so ganz reibungslos scheint das Verhältnis trotzdem nicht zu sein. Am heutigen Freitag erklärte die russische Seite, dass Russland die falschen Koordinaten für den fehlgeleiteten Luftangriff von der Türkei erhalten hatte, während das türkische Militär verlauten ließ, dass das nicht stimme und Russland vielmehr korrekte Positionsdaten türkischer Soldaten erhalten habe. Ob von Dritter Seite in sozialen Medien verbreitete Behauptungen zutreffen, dass es in der Gegend Abu Zindan auch heute wieder Auseinandersetzungen zwischen türkischen Proxy-Kräften und der türkischen Armee einerseits und der syrischen Armee andererseits gab, lässt sich bisweilen nicht klären, da die syrische Seite zu diesem heiklen Punkt bislang sehr schweigsam ist.

Da das türkisch-russische „Missverständnis“ recht kurz nach dem ersten Telefonat des neuen US-Präsidenten Trump mit dem türkischen Präsidenten Erdogan am Dienstag aufgetreten ist und praktisch zeitgleich zu einem dabei vereinbarten Dringlichkeitsbesuch des neuen CIA-Chefs Mike Pompeo in der Türkei am Folgetag stattfand, wäre es nicht fernliegend, anzunehmen, dass es da einen Zusammenhang welcher Art auch immer gibt.

Dass die türkisch-russische Kooperation nach wie vor steht und die syrische Armee heute wieder Fortschritte im Raum Al Bab gemacht hat, legt dabei allerdings den Schluss nahe, dass, wer auch immer gestern versucht hat, die türkisch-russischen Beziehungen durch den Beschuss der syrischen Armee nahe Abu Zandin zu sabotieren, damit nicht erfolgreich gewesen ist. Dass die Trump-Administration versucht, die türkisch-russischen Beziehungen zu sabotieren, und noch dazu, durch ein solch plumpes Manöver, ist eher unwahrscheinlich, da der neue US-Präsident Trump sich weit aus dem Fenster gelehnt hat, um die Beziehungen zu Russland zu verbessern. Ein Dorn im Auge sind bessere Beziehungen hingegen den Neocons, Israel, Saudi Arabien, vielen der türkischen Proxy-Kräfte in Syrien und, wie die Ermordung des russischen Botschafters in der Türkei gezeigt hat, auch einigen Al Kaida nahestehenden Angehörigen der türkischen Sicherheitskräfte.

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21 Gedanken zu “Syrische Armee nähert sich Al Bab weiter

  1. Liebe Parteibuch
    Krieg in Syrien ist ein Lauf gegen dier Zeit geworden. Und SAA ist ein Marathon Leufer und kein Sprinter. Wie aussieht werden die Türken Al Bab annehmen. Auf andere Seite Kurden befinden sich 5 KM von Raqqa entfernt. Kurden haben mehrere Dörfer mit leichtigkeit erobert, während sich SAA mit paar Hügel in Ost Homs Zähne ausbeisst.In Ost Ghuta versuchen Seit Tagen SAA Einheiten in Tiefe vorzudringen auch erfolglos. Viele Einheiten welche nach Befreiung von Aleppo frei geworden sind stehen in Reserve. Jetzt wäre Gelegenheit an mehrere Fronten gegen IS vorzurücken und eine Menge an teritorium zu befreien, statt desen wartet SAA ab und lässt sich mit 1 Dorf pro Tag zufrieden. Ich weiss nicht, wie sich Assad vorstellt regieren über Al Bab, Manbij, Raqqa und andere Städten wo Fremde Mächte stehen.
    Aber es sieht so aus, dass Kurden aus Efrin gegend werden sich mit Assad zufrieden geben.

      1. @Karsten Laurisch

        Ich kann zgvaca sehr gut verstehen. Das – wie pb schreibt – türkisch-russische „Missverständnis“ ist auch nicht gerade sehr erbauend. Und wenn ich mir anschaue, was von der Leyen nach dem Gespräch mit Mattis an die Presse sagte, dann wird mir nicht gerade hoffnungsvoll ums Herz, insbesondere wenn sie ankündigte, „alle möglichen Beiträge zum Kampf gegen den Terror zu bewerten und weiterzuentwickeln. Der Kampf gegen den IS müsse auch im Cyberraum geführt werden“. Warum ist dieses ISIS-Häufchen nicht schon längst besiegt, hätte man Frau von der Leyen fragen müssen und ob sie fortan mit Russland Teil der zivilisierten Kräfte dieser Welt gegen den Terror sein will. Und bei dem Thema „Cyber“ sehe ich eben all‘ die Millionen in Zitis&Co und noch mehr Geheimdienstrechten verschwinden. Steuergeld! Ich sehe eben auch, wie all‘ die Jahre der Kampf gegen ISIS nicht wirklich geführt wurde, nicht nur um gegen Assad vorzugehen, sondern mit dieser fortwährenden Terror-Blase immer schön die Legitimation für noch mehr Überwachungsstaat gegenüber uns Bürgern zu haben. Das ist ein riesiges Geschäftsmodell, gerade in Zeiten, wo alternative Rendite-Möglichkeiten immer kleiner werden. Durch Snowden kam diese Perversion seit 9/11 sehr „schön“ ans Tageslicht. Zudem befürchte ich, dass man der gegenseitigen Gesichtswahrung doch sehr viel zubilligen wird. Sonst hätte es wohl schon klarere Worte gegeben von Trump. Und das wirklich perverse bei dieser ganzen Syrien-Terror-Show ist, dass sich manche daran dumm und dusselig verdienen und dass diese die Toten und Heimatlosen nicht die Bohne interessiert und dass die dann auch noch die Frechheit besitzen, uns diese ganze widerliche Show mit diesem Willkommenskultur-Geschwätz auch noch als Gipfel der Humanität verkaufen zu wollen. Aber diese moralische Ebene des Willkommenskultur-Diskurses hat auch etwas Gutes, denn den moralischen Anspruch kann man eben auch an die Politik zurückspiegeln und auch von Politikern einfordern.

        Hoffentlich gibt es morgen bessere Nachrichten! Besten Gruß, auch an zgvaca!

      2. @H. Meier
        „……….Das ist ein riesiges Geschäftsmodell ……“

        Ist es auch.

        Der grösste Oligarch unserer Demokratie ist DOS Dieb Billy bzw MAC Kupferdieb Billy. Also der der Genome für Nahrungsmittel patentiert und Teilhaber von Monsanto ist ( könnte auch alles dort haben ). Genau der hat den Petro-Oligarch abgelöst und damit auch die Strategie der Übersee Demokratie bzw neu ausgerichtet.

        Dieser Oligarch hat die Hoheit über jeden Hardware Treiber und kann dort tun und lassen was er will. siehe Snowden

        Dieses Sicherheitsmodel sollte den Petrodollar ablösen, aber jetzt haben die Chinessen ihre eigenen Chips und ihre eigenen proprietären Treiber, mal sehen wie es weiter geht. So wie Pflanzenpatente Billy es will, wird es möglicherweise nicht werden ( frage mich ob es nur Patente auf Pflanzen Genome sind )

        hier ein Link – ähnliche Richtung – ohne Oligarch
        https://einarschlereth.blogspot.de/2017/02/chinas-intelligente-waffen-werden-immer.html

  2. Heute haben Türkische Einheiten mehrere Punkte in Al Bab eingenommen. Ich nehme an, dass nur noch wenige IS Kämpfer noch dort sind. SAA ist nah an Al Bab gekommen, aber ohne Tadif zu befreien ist über einen Angriff auf Al Bab nicht zu denken. Und Tadif ist ein grösse Stadt. Das bedeutet, während SAA um Tadif kämpft wird Al Bab türkisch. SAA hat zu lange gewartet und mit sehr wenger Kräfte ihre Ost Aleppo Ofensive gestartet. Und auch wenn sich Türken unter irgendwelche Umstände zurückziehen, SAA wird nie Al Bab angreifen ohne dabei mehrere Flanke zu sichern. Das bedeutet, dass SAA muss zuerst Bzaah (IS) in Osten befreien und mehrere Hügel in Westen und dabei Türken von dort vertreiben. Und das wird nicht passieren.

    1. Ich teile schon länger zgvacas Befürchtungen dass es früher oder später zu einem Deal zwischen dem IS und den Türkenproxies bezüglich Al Bab kommen wird. Das wichtigste wäre aber, dass die türkisch gesteuerten Terroristen wirklich in Al Bab stehenbleiben. Dafür werden hoffentlich die Russen sorgen.

      Zur gesamtstrategischen Lage im Kampf gegen den IS. Der Zeitpunkt an dem IS die Fronten insgesamt nicht mehr halten kann, ist wohl nicht mehr allzu fern.

      Ohne geregelten Nachschub kann der IS einen Stellungskrieg an mehreren Fronten nicht lange durchhalten. In der Gegend von Raqqa sollen sich ja schon größere Gruppen von IS-Kämpfern abgesetzt haben.

      Den einzigen Schwachpunkt in der Taktik der SAA sehe ich derzeit in Deir Ezor. Dort verbluten zur Zeit zwar haufenweise IS-Eliteeinheiten, aber ein Fall von Deir EZor(zumindest den Teil mit dem Flughafen) kann man nach wie vor nicht ausschließen. Zu wichtig ist Deir Ezor für die Strategie der Amis……

      1. „Das wichtigste wäre aber, dass die türkisch gesteuerten Terroristen wirklich in Al Bab stehenbleiben.“

        Es scheint so, als der türkischen Führung angesichts der langwierigen und verlustreichen Belagerung von Al Bab die Lust an weiteren Eroberungen vergangen ist:

        https://komnews.com/turkeys-last-stop-in-syria-will-probably-be-al-bab-says-deputy-pm/

        „Dort verbluten zur Zeit zwar haufenweise IS-Eliteeinheiten, aber ein Fall von Deir EZor(zumindest den Teil mit dem Flughafen) kann man nach wie vor nicht ausschließen. Zu wichtig ist Deir Ezor für die Strategie der Amis……“

        ISIS haben schon so ziemlich alles gegen Deir Ezzor geworfen, was sie hatten und sie haben es überlebt. Die Lage scheint unter Kontrolle zu sein, zumindest solange es dort nicht weitere „versehentliche“ US Luftangriffe zur Unterstützung von ISIS gibt.

      2. @kaeptngarfield

        „Den einzigen Schwachpunkt in der Taktik der SAA sehe ich derzeit in Deir Ezor. Dort verbluten zur Zeit zwar haufenweise IS-Eliteeinheiten, aber ein Fall von Deir EZor(zumindest den Teil mit dem Flughafen) kann man nach wie vor nicht ausschließen. Zu wichtig ist Deir Ezor für die Strategie der Amis……“

        Die Lage von Deir ez-Zor ist sicher nach wie vor Kritisch, da die Versorgung weitgehend aus der Luft erfolgt. Die Gefahr war aber auch schon wesentlich grösser.
        Grund dafür ist der Zusammenbruch der israelischen und jordanischen Proxys und Vasallengebiete Namens „Southfront“. Die zwar als moderate Rebellen galten, aber deren Nähe zum IS ebensowenig abzugrenzen ist wie andernorts. Der Versorgungs- und Ausbildungsstützpunkt auf syrischem Boden Al-Tanf würde geschlossen und seither gibt es Terroranschläge sowohl in Jordanien wie auch jüngst Raketenangriffe auf Israel aus diesen Gebieten.
        Ebenso ist in Israel die 2-Staatenlösung wieder in die Diskussion gerückt nach langer Abstinenz, was die Vermutung nahelegt, dass die Absicht das Westjordanland ethnisch zu säubern und die Vertriebenen ins südliche Syrien zu schicken ebenso gescheitert ist wie Jordanien zugang zu Öl- und Gasvorräten zu verschaffen. Deir ez-Zor hat in diesen Plänen als westlichster Grenzpunkt und Wasserzugang durchaus eine Rolle gespielt.
        Nach der weiteren Strategie für dieses Gebiet wird nach wie vor gesucht und der Unmut der Rebellen über den Verrat entlädt sich in Anschlägen bei den ehemaligen Unterstützern.

        Das Tor für den Landzugang zu Deir ez-Zor ist nun mal Palmyra. Auch wenn einem die Fortschritte der SAA als langsam erscheinen, die Raumsicherung eroberter Gebiete hat die SAA weitgehend im Griff, dies im krassen Gegensatz zun den Türkenproxies. Diese Raumsicherung ist deutlich bedeutender als die schnelle Eroberung.

  3. Absimmungsschwierigkeiten? Schaut für mich eher so aus als ob da wer getestet hat wie weit er gehen kann. Jetzt wird zurückgerudert und von einem „Missverständnis“ gesprochen.
    Ich befürchte der Selbsternannte türkische Sultan wir noch grosse Probleme machen bevor er Syrien wieder verlassen muss.
    Wie heist es so schön der Feind meines Feindes ist mein Freund ich hoffe die Kurden verstehen endlich das Assad der ist mit dem sie sprechen sollten.
    In Aleppo gab es doch ein kleines kurdisches Gebiet hat die geneigte Lesserschaft von Parteibuch informationen wie es dort jetzt aussieht?

    1. Anna

      Soweit mir bekannt, hat die SAA die Kontrolle über Sheikh Maqsud bekommen, lässt sie aber im Großen und Ganzen von freundlichen Kurden ausüben. Die den Terroristen nahestehenden kurdischen Einheiten mussten den Bezirk verlassen. Das war insoweit nicht überraschend.

      Interessanter ist, dass gerade einige Ortschaften nördlich von Aleppo, die früher mal von FSA/Qaeda kontrolliert wurden und jetzt unter SDF-Kontrolle stehen, Versöhnungen mit der syrischen Regierung durchgeführt haben.

      https://www.almasdarnews.com/article/kurdish-towns-reconcile-syrian-government-aleppo/

      Da scheint sich also was zu tun, dass mehr Kurden erkennen, dass sie syrisch sind und die SAA ihr Partner ist.

      1. Es gibt auch Gerüchte, dass ein gemeinsamer Vorstoß von SAA und YPG von Norden her Richtung Deir Ezzor geplant ist.

        Wegen dem russischen Luftangriff auf türkische Truppen:

        Wenn ich das richtig verstehe wird in der türkischen Verlautbarung behauptet, dass die Kooperation so funktioniert, dass die türkischen Streitkräfte der russischen Luftwaffe ständig aktualisiert mitteilen, wo sich alle ihre jeweiligen Einheiten und Proxy Rebellen jeweils befinden und die russischen Piloten anhand dieser langen Liste entscheiden was sie NICHT angreifen dürfen.

        Ein solches Verfahren erscheint mir, gelinde gesagt, etwas unpraktikabel. Die russische Darstellung, wonach es so funktioniert, dass die Türken sagen, was angegriffen werden soll, erscheint da wesentlich glaubwürdiger.

      2. Menschmaschine

        Das für mich wahrscheinlichste Szenarium: Es war an der Autobahn. Nun gibt es 2 Möglichkeiten: eine Türkische Einheit ist über die Autobahn. Da es Absprachen Syrien/Türkei geben soll, das die Türken nur bis zur Autobahn sollen. Deshalb hat die Truppe oder das Oberkommando falsche Daten weiter gegeben. Oder die SAA-Truppe vor Ort war der Meinung, die haben hier nichts zu suchen.

        Das es Absprachen gibt, sieht man daran, das die SAA den Kessel nicht komplett schließt. Normaler Weise hat sich das als günstig für die SAA erwiesen, aber jetzt kommen die Terroristen auf Gebiet, was die SAA beräumen muss. Macht sie zu, ist es eher ein Problem für die Türken.

        Macht sie zu könnte man auch sehr Zügig zum anderen Kurdengebiet gelangen, was den Vorteil hätte, sollte es Absprachen mit den Kurden zu Deier Azor geben, könnten man über den zwar langen aber sicheren Weg die schwere Technik bereit stellen

        PB
        Da scheint sich also was zu tun, dass mehr Kurden erkennen, dass sie syrisch sind und die SAA ihr Partner ist.

        Da ist aber auch die einfachere Überlegung möglich: Syrien und Türkei könnten sich einigen, Kurden und Türken eher nicht, also ist man eher bei der SAA auf der Seite des Friedens, was wohl das Ziel der meisten inzwischen sein.

  4. Wenn Trump jetzt wieder die Annäherung an die Türkei sucht und damit die Fehler seines Vorgängers wieder gut machen will, so ist dies aus seiner Sicht nur vernünftig und muss nicht bedeuten, dass dies gegen Syrien und Rußland gerichtet ist. Die antisyrischen Kräfte beim türkischen Militär haben aber wahrscheinlich Morgenluft gewittert und versucht die Verbindung Türkei/Rußland zu schädigen und Mißtrauen zu schaffen. Die Türkei ist sicherlich kein verläßlicher Bündnispartner und kann auch wieder die Seiten wechseln, aber gerade darum halte ich es für wichtig, dass die Vereinbarungen zwischen
    Rußland und der Türkei möglichst genau eingehalten werden. Wenn es so ist, dass die Autobahn , auch in Al Bab die Grenze sein soll, was sich ja anbieten würde, da diese auch aus der Luft erkennbar ist, dann sollte dies auch so gemacht werden. Putin hat sich wohl wegen dieser Wichtigkeit auch persönlich engagiert.

    Andererseits sollte die SAA auch möglichst mit der YPG kooperieren.
    Diese haben sich in den vergangenen Jahren durchaus überwiegend als zuverlässig und kampfstark erwiesen und sind langfristig ein besserer Partner zum Aufbau eines vereinten Syriens als die Türkei.
    Soweit ich das sehe, haben sich die Russen auch nicht darauf eingelassen, gegen die YPG vorzugehen, obwohl die Türken sich das gewünscht haben.
    Es ist für die SAA jetzt ein Spagat mit Türken und Kurden gleichzeitig zusammen zu gehen, aber es kommt am Ende darauf an, was für Syrien gut ist und als Gegner sind beide schlecht.

    Deir Ezz Sour ist sehr wichtig und braucht Unterstützung. Wenn es da für die SAA eine Chance gibt, eine Verbindung durch die kurdischen Gebiete zu schaffen, und einen Entlastungsangriff von Norden zusammen mit den SDF Einheiten zu führen, dann sollte die genutzt werden.
    Die zionistischen Unterstützer des IS werden sicherlich alles versuchen, das zu verhindern, indem sie SDF und SAA wieder gegeneinander aufhetzen.

  5. @ulrich meier

    Ich stimme Ihnen zu und denke die Priorität Russlands ist es Überzeugungsarbeit zu leisten um weitgehende Zustimmung für den Anfang Februar übermittelten Verfassungsentwurf zu erreichen.
    Sollte dieses Unterfangen gelingen, ist es eigentlich unerheblich wie zuverlässig die Partner derzeit auch erscheinen, denn die politische Macht wird im Endeffekt durch die wahlberechtigte Syrische Bevölkerung demokratisch geregelt und der politische Opposition im Ausland steht es ja frei sich ja weiter in Istanbul, Paris, Berlin etc. zu treffen und den Fehlschlag diskutieren 🙂

    Info zum Verfassungsentwurf für Syrien:

    Artikel in de betreffend Wortlaut des von Russland in Astana vorgelegten Verfassungsentwurfes für Syrien .
    (Der Volltext des Verfassungsentwurfs in en ist im Artikel verlinkt)

    https://de.sputniknews.com/politik/20170201314353072-russlands-verfassungsentwurf-fuer-syrien-text/

    mfg

    1. „……Priorität Russlands ist es Überzeugungsarbeit zu leisten …..““

      Ich glaube nicht das die Russen probieren zu überzeugen.
      Seit Anfang Oktober ist damit Schluss. Immernoch

      Die Bedingungen sind

      * „Fahrt die Panzer aus den baltischen Staaten wieder nach Hause “
      * „zügelt euren Vasallen in Kiew“
      * „respektiert die Grenzen von Syrien und vom Iran und die Jemeniten“

      Wenn nicht, befreien wir weiter Syrien und werden die Ostukraine ( das seit Ende Jan ) noch mehr unterstützen

      Es gab durch die letzte Obama Sanktion und die Wahl einen Eindruck die Russen probieren die Hand auszustrecken. Das ist aber eine totale Fehleinschätzung

      Die letzten Obama – Sanktionen adekvat beantworten bedeutete US Botschafter nach Haus zu schicken die jetzt sowieso ausgewechselt werden. So dumm sind die Russen nicht, die paar Wochen vorher „adekvat“ nach Hause zu schicken.

      Zur OST Ukraine,
      gestern hat das Parlament Steuern beschlossen. Oligarchen müssen jetzt dort Steuern zahlen, normal bekommen die die Steuereinahnen

      zu Iran
      Russland hat sich eindeutig positioniert. Klarer geht es nicht ( Auch der Flughafen wird jetzt genutzt )

      zu Syrien
      es gab dieses Jahr eine „grosse“ Lieferung. schwimmfähiger „Panzer“
      es gab modernste SU 25 und SU 35 sollen auch kommen
      es gab dieses Jahr eine „grosse“ Lieferung. T90 und modernisierte T62 ( damit kann ich nix anfangen – aber besser als nix )
      Gespräche mit den Kurden

      zu TR
      es gab das Quit ( so schreiben die meisten Leute bei Casander – ohne ein Beileid an TR )

      Im Jemen scheint ja auch was zu laufen

      Weiterhin was ich immer interessant finde ist wenn sich der Kadirow meldet , kann ich nicht einordnen aber das ist auch eine Botschaft an jemanden der es versteht

      ——————————————————————
      Fakt ist Russland probiert keinen zu überzeugen.
      Es gibt unerfüllte Bedingung

      * „Fahrt die Panzer aus den baltischen Staaten wieder nach Hause “
      * „zügelt euren Vasallen in Kiew“
      * „respektiert die Grenzen von Syrien vom Iran und die Jemeniten“

      Wenn nicht dann.
      Wir brauchen euch nicht !!
      Wir brauchen euch nicht zur Befreiung von Syrien der Partnerschaft mit dem Iran und in der Ukraine

      1. sgr

        Es gibt einen Punkt, der Russland am meisten bewegt, weil es vor seiner Haustür direkt liegt: Afghanistan. Hier hat die NATO mit tatkräftiger Hilfe Deutschlands ein Land destabilisiert. Hier scheint die Losung klar zu sein: Räumt da auf, sonst machen wir es mit China.

        Wenn man über Waffenlieferungen redet, muss man die wohl auch an die Verbündeten thematisieren. Das die Hizbolla nicht mehr nur mit Gewehren angreift, ist offensichtlich (Geld wohl aus Iran), was wohl auch Einfluss auf die Politik in Beirut hat

      2. @sgr

        „….Ich glaube nicht das die Russen probieren zu überzeugen….“

        Überzeugungsarbeit zu leisten bezog sich in meinen Beitrag hauptsächlich auf die Verhandlungen in Astana welche natürlich auch mit überzeugenden Militärischen und sowie Humanitärien Handlungen (Argumenten) in Syrien einhergehen.
        Ich werte einfach die politisch diplomatische Komponente nachhaltiger. Gerade die diplomatischen Bemühungen und Erfolge Russlands sehe ich als Stärke!

        „Die Bedingungen sind..“

        Die Bedingungen sind durchwegs berechtigt und wurden auch seitens Lawrow unmissverständlich präsentiert.
        Inwieweit und von welchen EU Politik(ern) die Bedingungen inzwischen als durchaus ernst gemeint verstanden werden kann ich nicht beurteilen.

        Zumindest in Nachrichten und Talkshows wurde doch schon stundenlang diskutiert und interpretiert was Russland will oder Putin meint .., auf den simplen Gedanken einfach manche Aussagen so zu verstehen wie getätigt kommt hier niemand !

        “ … die Russen probieren die Hand auszustrecken. Das ist aber eine totale Fehleinschätzung…“

        Die Russen streckten die Hand mehrmals in den letzen Jahren aus und warnten aber auch vor schweren Folgen der von den USA angestrebten monopolaren Weltherrschaft und der ungezügelten Militäranwendung. Leider ist diese Tatsache sowie Inhalte der Reden vor Bundestag, MSC. UNO etc. in der westlichen Bevölkerung nur unzureichend bekannt.
        Die gereichte Hand als Schwäche auszulegen ist natürlich eine totale Fehleinschätzung!

        „..Die letzten Obama – Sanktionen adekvat beantworten bedeutete …“

        Die Entscheidung Russlands Botschaftsangehörige und ihre Familien nicht auszuweisen etc. sonder ihre Kinder in den Kreml einzuladen war richtig und sicher die gelungenste PR Aktion der letzen Jahre :), ja die Obama Diplomatie wurde richtiggehend vorgeführt.

        „Zur OST Ukraine,..“

        Den Parlamentsbeschluss betreffen Steuern habe ich nicht mitbekommen, danke für die Info.

        Trotzdem beschäftigen mich mehrere Fragen:
        Wo sieht die EU in der Ukraine ausreichende Fortschritte um weitere 600 Mio. Euro freizugeben?
        Wird EU- Geld freigegeben um den Ukrainekonflikt bewusst weiter anzuheizen ?
        Warum erfolgt die Ankündigung der Geldfreigabe eine Woche vor der MSC München ?

        zu Syrien
        „..Gespräche mit den Kurden..“

        „Der russische Außenminister hat in einem Interview erklärt, dass Moskau zwischen Damaskus und den syrischen Kurden vermittelt. Russlands Ziel dabei sei, Syriens Souveränität und Eigenstaatlichkeit zu bewahren. Die Gespräche würden positiv verlaufen.“

        https://deutsch.rt.com/international/46344-lawrow-kurdenfrage-ist-schlusselfaktor-um-syrienkonflikt-losen/

        „Fakt ist Russland probiert keinen zu überzeugen…“

        .. wie meistens liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte..
        .. verschiedenes wording bedeutet nicht zwangsweise grundsätzlich verschiedene Standpunkte zu vertreten..

        mfg

  6. Ich habe vor kurzem einen erhellenden Kommentar eines Beobachters der Lage um Al Bab gelesen: es ging um die Frage, ob Deir Hafer jetzt Plan B ist, nachdem man Al Bab wohl oder übel den Türken und der FSA überlassen muss. Antwort: wer sagt überhaupt, dass dies nicht von Anfang an Plan A war und die Geschichte um Al Bab einfach als Mittel zum Zweck genutzt wurde?

    Durchdenkt man sich die Lage genauer, macht dies sogar Sinn: Al Bab ist von mittelmäßiger strategischer Bedeutung, als Zankapfel zwischen Euphrates Shield/F´SA/YPG/IS kann man eigentlich nur verlieren, wenn man dort auch noch mitmischt. Also lieber mithilfe der Russen eine Demarkationslinie festlegen und der Belagerung aus der Ferne zuschauen.

    Viel interessanter ist ein südlicherer Vorstoß über Deir Hafer zum 20km entfernten Luftwaffenstützpunkt Jirah. Nimmt man diesen ein, hätte man einen Fuß in der Tür über die gesamten Maskanah-Ebenen. Die wichtige Khanaser-Fernstraße wäre endlich vor IS-Angriffen geschützt und man könnte sich einigermaßen geordnet auf Al Thawrah bewegen – das letzte Mal war es ja leider ein mehr als plumper Versuch, der umgehend zurückgeschlagen wurde.

    1. Die Zeichen verdichten sich: neue Meldungen bei Al Masdar bericjten über einen Vorstoß nach Osten in Richtung Deir Hafer.

      Somit könnte man auch in Richtung der Türken Fakten schaffen. Deren Sultan hat ja jetzt verkündet,man wolle mindestens Ar-Raqqa einnehmen. Die SAA tut gut daran, sich dieser Idee frühzeitig in den Weg zu stellen.

    2. Der meist gut informierte Twitter-Nutzer @Gjoene schrieb vor einer Stunde Folgendes:

      „#EuphratesShield seems to be getting pushed out of #AlBab again. Yesterday massive convoy of reinforcements arived: huge losses?“

      und

      „Meanwhile, #SAA seems to avoid #AlBab area for now & does not cut off #IS last supply lines.“

      Sprich: es ist eingetreten wie gedacht. Die Türken haben arge Probleme Al Bab einzunehmen und die SAA denkt nicht im Traum daran, dort auch noch mitzumischen. Lieber stößt man gen Osten in Richtung Deir Hafer vor um den Türken den Weg nach Ar Raqqa abzuschneiden. Chapeau!

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