Osprey Down nahe Radaa in Jemen

Am frühen Sonntag Morgen meldete die Ansarullah nahestehende jemenitische TV-Station Al Masirah, dass die Luftwaffe der saudisch-amerikanischen Aggression im direkt nördlich der Stadt Radaa gelegenen Bezirk Qurashiyah der jemenitischen Provinz Bayda einen Überfall auf ihre eigenen Söldner durchgeführt und auch zahlreiche Häuser in der Gegend bombardiert hat.

Al Masirah schrieb dazu weiter lapidar, es sei nicht das erste Mal, dass die heuchlerischen Kräfte der Aggression ihre eigenen Söldner liquidieren, nachdem sie ihre Aufgaben erfüllt haben.

Am Abend veröffentlichte das Zentralkommando der Streitkräfte der USA eine Mitteilung, derzufolge ein US-Soldat bei einer Bruchlandung während einer Operation zur Erstürmung eines Hauptquartiers von Al Kaida im Jemen ums Leben gekommen und drei weitere verletzt worden seien. Schätzungsweise 14 Al-Kaida-Terroristen seien bei der Operation getötet worden und wertvolle Informationen seien gewonnen worden, die eine Einsicht in die Planung zukünftiger Terroranschläge geben würden. Dies sei die erste Operation in einer Serie von aggressiven Schritten gegen Terrorplaner im Jemen und weltweit gewesen. Ähnliche Operationen hätten in der Vergangenheit Informationen über die Logistik und Bemühungen zur Rekrutierung und Finanzierung von Al Kaida erbracht, hieß es in der Mitteilung des Zentralkommandos weiter.

CBS meldete unter Verwendung von AP, bei dem Einsatz gegen Al Kaida im Dorf Yakla nahe Radaa habe es neben einem toten US-Soldaten rund 30 weitere Tote gegeben, darunter Frauen und Kinder. Der Nachteinsatz sei vom neuen US-Präsidenten Trump angeordnet worden und vom Navy SEAL Team 6 durchgeführt worden. Im Verlauf der Operation sei ein Kipprotor-Flugzeug vom Typ MV-22 Osprey bruchgelandet und habe, da das Fluggerät nicht wieder abheben konnte, daraufhin von den US-Streitkräften gezielt zerstört worden. Ein Mitglied der Familie Awlaki habe AP erzählt, unter den Toten soll sich eine achtjährige Tochter des vor einigen Jahren mit einem gezielten Luftangriff getöteten US-Bürgers Anwar Al Awlaki befunden habenm die dort, wo der Überfall am Sonntag stattfand, gerade zu Besuch gewesen sei, heißt es da weiter, und auch seien einige saudische Bürger ums Leben gekommen.

Das Ereignis ist hochinteressant, denn es hat den Anschein, als würden die USA unter Präsident Trump den Al-Kaida-Teil der saudisch geführten Kriegskoalition gegen den Jemen energischer bekämpfen wollen. Die Gegend von Radaa war über Jahre eine Hochburg von Al Kaida, die da unter der Patronage der jemenitischen Regierung in Sanaa und ihren saudischen Sponsoren standen, bis die Gegend nach der gemeinsamen Machtübernahme von Ansarullah und GPC in Sanaa in gemeinsam von Ansarullah und von den USA ausgerüsteten und ausgebildeten Militär- und Paramilitärkräften des Jemen Ende 2014 von Al Kaida gesäubert wurde. Nachdem Milizionäre von Ansarullah und Sicherheitskräfte des Jemen auch angrenzende Gegenden von Al Kaida gesäubert hatten, hat Saudi Arabien im Verbund mit Al Kaida eine bis heute anhaltende Gegenoffensive mit massiven Bombardierungen durch die Luftwaffe gestartet, um die alten Verhältnisse und die Herrschaft von Al Kaida in weiten Teilen des Jemen wiederherzustellen.

US-Präsident Obama hat einerseits die saudische Bombenoffensive gegen den Jemen unterstützt, etwa durch die Bereitstellung von Munition und Tankflugzeugen, und andererseits ab und an mal vereinzelte Drohnenangriffe gegen hochrangige Mitglieder von Al Kaida im Jemen durchführen lassen, die kaum praktisch Wirkung hatten. Sollte US-Präsident Trump nun stärker gegen Al Kaida im Jemen vorgehen wollen, wofür sowohl sein Wahlprogramm als auch der Angriff in der Nacht zum Sonntag spricht, dann würde er damit die Kräfte von Ansarullah und GPC gegen die saudische Aggression stärken, von der Al Kaida profitiert. Wie der neue US-Präsident Trump sich wirklich zum Jemen positionieren will, ist bislang nicht bekannt, da er sich zum Jemen bislang nicht geäußert hat. Sollte er den Kampf gegen Al Kaida ernst meinen, würde Trump im Jemen aber kaum umhinkommen, sich an die Seite von Ansarullah und dem Militär des GPC gegen die saudisch geführte Kriegsallianz zu stellen, denn im Jemen sind Saudi Arabien und Al Kaida praktisch untrennbar eng miteinander verwoben.

Ansonsten soll es im von westlichen Medien weitgehend vergessenen Krieg gegen den Jemen in den letzten 24 Stunden allein in der Gegend von Mocha an der Küste des roten Meeres rund 120 Tote gegeben haben. Die saudisch geführte Koalition, die vorgeblich eine Exilregierung in Riad unter Fürhung von Ex-Präsident Hadi unterstützt, versucht die Hafenstadt einzunehmen, während die Streitkräfte der international nicht anerkannten Regierung in der Haiputstadt Sanaa und Ansarullah versuchen, das zu verhindern. Die UN teilten indes mit, dass der unter saudischer Blockade stehende Jemen im Jahr 2017 vor einer gewaltigen Hungersnot stehen dürfte und mehr als 2/3 der Bevölkerung Hilfe benötigen.

Nachtrag: Gerade eben hat US-Präsident Trump mit dem saudischen König telefoniert. Hier ist eine Mitteilung dazu:

Vielversprechend sieht das eigentlich nicht aus. Vielleicht hat Sputnik das Wesentliche an dem Telefonat erfasst mit der Schlagzeile: „Trump und Salman unterstützen „strikte Umsetzung“ des Atomdeals mit dem Iran.“ Die Auflösung des Iran-Deals, gegen den Netanjahu und die US-Israel-Lobby so hart gekämpft haben, dürfte damit einstweilen vom Tisch sein. Bei Trumps Gespräch mit dem saudischen König gibt es noch einen interessanten Punkt: der saudische König sieht sich zwar als Führer aller Muslime und Araber, hat aber den Einreisebann gegen sieben muslimisch-arabische Staaten offenbar nicht angesprochen, obwohl deswegen gerade massenhafter Zorn in zahlreichen muslimisch-arabischen Ländern kocht. Das unterminiert den Führungsanspruch des saudischen Königs weiter.

Mit dem Kronprinzen von Abu Dhabi hat Trump übrigens auch telefoniert. Da scheint es praktisch nur um Safe Zones für Flüchtlinge im Jemen gegangen zu sein. Offen könnte aber sein, was damit eigentlich gemeint ist. Die VAE unterstützen die Saudis beim Krieg gegen den Jemen, mehr als jeder andere Staat.

Advertisements

24 Gedanken zu “Osprey Down nahe Radaa in Jemen

  1. Trump wird die offizielle Politik der USA nicht ändern können ohne eine direkte Konfrontation mit Sau-Arabien zu riskieren.

    Abgesehen davon,dass sich Trump eine offene Konfrontation mit den Sau-Arabern zur Zeit gar nicht leisten kann, fehlt offenbar auch der Wille von Trump dazu.

    Besonders schlimm für die Houthis ist auch der Verlust von Moccha(der einzige Hafen über den noch Nachschub für die Houthis ins Land gebracht werden konnte).

    1. Welches Risiko geht Präsident Trump durch eine Konfrontation mit Saudi-Arabien ein?

      -militärisch kann Saudi-Arabien durch die stationierten US-Kräfte im geografischen Herzen Saudi-Arabiens beinahe handstreichartig genommen werden; inclusive der Kontrolle der Ölvorkommen.

      -das Einfrieren saudischer Dollarguthaben und Sachgüter in den USA und der Vasallenstaaten bedarf des Federstriches durch Präsidialdekret (Begründung: Gefährdung der nationalen Sicherheit durch Sau-A.)?

      Saudi-Arabien ist als Hauptkriegsverbrecher in Syrien und Jemen lange enttarnt. Und nur weil die Presseköter des Mainstream dieses unwiderlegbare Faktum bestmöglich totschweigen, ist die politische Isolation Saudi-Arabiens nicht mehr rückgängig zu machen. Das ändert auch kein mehrtägiger Besuch durch die Flintenuschi.

      Der wohlriechende Braten liegt also fein serviert vor dem hungrigen Maul der USA -von Bush bis Obama im Ofen der geostrategischen Intrigen vorgegart.

      Und Präsident Trump wird mit Präsident Putin zum Thema Saudi-Arabien wohl konferiert haben?—

      1. @ Hans mein Igel

        „…durch die stationierten US-Kräfte im geografischen Herzen Saudi-Arabiens beinahe handstreichartig genommen werden“

        MAN, WÄR DAS GEIL!
        Die ganze inzüchtige Königsfamilie einknasten, und den ganzen Laden mal eben übernehmen! Dann irgendeinen Revulotionshoschi da an die Macht bringen und einfach abziehen.

        Damit wären zwei riesen Probleme auf ein mal gelöst. Der Krieg im Jemen und der Krieg in Syrien. Das wäre ein Regimechange, der es in sich hätte und tatsächlich bedeutsam zur Konfliktlösung beitragen würde!

        Ich würde ihm das glatt zutrauen. Das wäre ein echter Trump!

  2. „… Vielversprechend sieht das eigentlich nicht aus… “ — passt zu Trump

    Schaut euch doch nur die mit Einreiseverboten verfluchte Länder an und die Länder woher die Dschihadisten herkommen.

    Die Länder die Dschihadisten stellen, können noch ein und ausreisen. Die Länder die mit einem Fluch belegt wurden, waren eigentlich nie in Terroranschlägen im Westen involviert.

    Meine mit dem Trump-Fluch belegten Länder, haben noch nie druckfrische Pässe irgendwo verloren

    1. sulem

      Ja, du hast völlig recht, die Länder, die nun von Trumps Einreisebann in die USA betroffen sind, sind nicht primär die Staaten, von denen der Terror ausgeht. Da hätte Saudi Arabien Nummer 1 auf der Liste sein müssen.

      Aber, und das ist der spannende Part: hast du Trumps Executive Order mal gelesen? Da stehen überhaupt keine Ländernamen drin! Trump zitiert da lang und breit das Versagen der Visa-Behörden bei 9/11, und verweist dann auf Gesetze, wo die sieben Ländernamen als Terrorstaaten dringstehen, die nichts mit 9/11 zu tun hatten:

      https://theconservativetreehouse.com/2017/01/28/epic-is-team-trump-baiting-liberal-media-and-refugee-protesters-by-using-obamas-own-policy/

      Die falschen Ländernamen der angeblichen Terrorsponsorstaaten kommen vom Kongress und von der Obama-Administration! Trump hat darauf heute auch aufmerksam gemacht – die Liste der angeblichen Terrorstaaten kommt noch von Obama, sagt Trump, diese sieben wurden von der Obama-Regierung ausgesucht, während 40 andere muslimische Staaten das Label von Obama nicht bekommen haben.

      Das könnte duchaus Ziel des Ganzen sein: der Öffentlichkeit in einem richtigen Skandal klarmachen, dass die USA über 15 Jahre lang höchstoffiziell die falschen Staaten als Terrorstaaten betrachtet haben.

      1. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, man muss höllisch aufpassen bei diesen ganzen Fake News, wieder mal danke für die Arbeit.

      2. ok lass uns abwarten
        ich kenne bloß diese Liste – Basis meines Post .

        Selbst auf dieser Liste fehlen mir die französischen Kolonien
        die KOMPLETT aus Paris geführt werden – Die würde ich als erstes drauf setzen zu 100%

    2. Interessant wird die Geschichte wenn man sich die vom Terror betroffenen Länder anschaut.
      UND die jeweiligen Länder betrachtet woher die Terroristen herkommen

      zB
      * Türkei
      viele aus der ExGUS und Kurdistan, keine aus den Ex FR Kolonien und aus „Arabien“

      * EU
      alle aus den EX FR Kolonien keine aus ExGUS und „Arabien“

      * RU ExGUS und keine aus ,,,

      * US
      alle aus Arabien + Ägypten, Pakistan
      keine aus EX FR und keine aus EX GUS ( ausser die Tschanaiew Brüder )

      * UK
      Saudies / Pakistaner

      * Israel
      nur Palistinänser

      ja so ist es
      das sieht nach Einfluss durch den Geheimdienst aus
      oder irre ich mich?

      1. Ich glaube, da irrst du dich gründlich.

        UK gehört zum Beispiel zur EU. Und auch bei den Ländern, wo die Terroristen jeweils herkommen, ist das nicht so klar. Siehe hier zum Beispiel:

        https://www.theguardian.com/uk-news/live/2016/aug/04/london-stabbing-russell-square-knife-attack-live

        Wo ich eher einen Zusammenhang sehen würde, ist, dass viele Menschen, die Terrorakte in westlichen Staaten begehen, vielleicht ohnehin Wut auf ihre frühere Kolonialmacht haben, und aus den früheren Kolonien auch einfach viele Menschen da sind.

        Auch bei der Auswahl der am Meisten vom Terror betroffenen Länder irrst du.

        Weit vorn wären da Syrien – meist begangen von Syrern, aber auch nahezu aus der ganzen Welt kommend, Irak – meist begangen von Irakern, die von Wahhabiten aufgestachelt wurden, Jemen – ditto, Pakistan – selbiges mit Deobandis, Afghanistan – ditto…

        Übrigens zu Trumps „Muslim Bann“ scheint sich bei den liberalen US-Alternativmedien endlich ein bisschen was zu tun. Jimmy Dore hat dazu ein prima Video veröffentlicht:

        Wenn Obama die Leute in den sieben Ländern zu Tausenden totgebombt hat, hat das fast niemanden aufgeregt, auch die ersten Drphnenmorde von Trump störten niemand, aber eine Einreisesperre von Trump gegen die gleichen Länder, das treibt massenhaft Leute dann zu wütenden Demonstrationen. So sieht liberales Selbstverständnis heute in den USA aus.

  3. Was hieße denn „Sicherheitszonen“ im Jemen,man muss ja den Begriff mit Inhalt füllen.

    In einer Sicherheitszone sollten Zivilisten sicher leben können, also geschützt vor direktem Krieg und vr Luftangriffen.

    Mit massivem Lufteinsatz könnte man versuchen, auch den Krieg von einem Gebiet fern zu halten, wer sich mit schwerer Bewaffnung nähert, wird beschossen.

    Aber es braucht zwingend starke Kräfte am Boden. Also die militärisch über ein Gebiet herrschenden Kräfte müssen mit im Boot sein.

    Für Houthi und co wäre es natürlich kein Problem, wenn Gebiete ausgewiesen werden, in denen es keine Luftangriffe und auch keine sonstigen Angriffe der „Koalition“ gibt.
    Aber so wird das ja wahrscheinlich nicht gemeint sein.

    Kombinierbar mit der Ankündigung, gegen Terroristen vorzugehen, wären neu befriedete Zonen in bisherigen Al Quaida und IS – Gebieten.
    Das ist aber auch nicht einfach zu bewerkstelligen, ohne größere Bodentruppen.

    1. Weil in jeder Beziehung vollkommen abhängig, viel leichter zu erledigen als gegen den Iran: Konten einfrieren, Waffenembargo, überall Einreiseverbot für die Saudis sowie den Rest der von seinen Vorgängern als stellvertretend herrschende Diener auf den Erdölfeldern Arabiens installiert an der Macht gehaltenen Wahhabi-Wüstengangsterbande, schon könnte der ganze Jemen eine Sicherheitszone werden. Nur auf etwas Profit aus Geschäften, die offenbar auch er mit diesen fake-islamischen Terrorpaten macht, müsste Don Trump dann wohl verzichten, was jedoch ihm als Präsident, dessen erklärtermaßen größte Sorge dem Schutz des US-Volkes gilt, natürlich eine selbstverständliche Selbstverständlichkeit sein dürfte.

      1. clearly

        Die von dir eingefügte Grafik oben ist ein typisches Beispiel für Fake News.

        Nicht Trump, sondern der letzte Kongress und Obama haben die Länder der Besorgnis – wie die vom Einreisebann betroffenen Länder offiziell heißen – ausgesucht. Es ist wirklich schwer vorstellbar, dass Obama und der letzte Kongress die Länder nach dem Kriterium ausgewählt haben, ob Trump da Business hat oder nicht.

        Nur, siehe oben, nach dem Kriterium von berechtigten Sicherheitsbedenken haben sie sie eben auch nicht ausgewählt, sonst hätte Saudi Arabien dabei sein müssen.

      2. Die nicht betroffenen „Terror“-Länder erhalten US-Militärhilfe oder beherbergen US-Basen. Verbündete mit Einreisestopps zu belegen, ist meist ungeschickt.

        Darüber hinaus ist das Diplomatensprech im Telefonatsbericht auch ein einer Stelle unauffällig interessant. „The president requested and the King agreed [safe zones}“. Mit anderen Worten: Trumps hat angeordnet und der König zähneknirschend zugestimmt. Wäre alles einvernehmlich gewesen hätte da etwas anderes gestanden, wie z.B. „The president and the King spoke about the joint plan to…“

      3. Ergänzung: https://twitter.com/ZanettiCartoons/status/825987641531183104

        Kurz zusammengefasst: Es werden in Syrien und den Nachbarländern „Sicherheitszonen“ eingerichet um Flüchtlinge aufzunehmen, statt sie nach Europa oder den USA zu schicken. Die Reisebeschränkungen sind vorsorglich getroffen worden, um die USA gegen den Fallout der in ca. einem Monat anlaufenden Großoperation gegen Daesh und alQaida abzusichern.

        Zwar nur eine Theorie, scheint mir aber durchaus eine plausible Möglichkeit zu sein und würde dazu passen, dass Trump seit geraumer Zeit sagt, er habe einen Plan und mit seinem Erlass vor ein paar Tagen lediglich den militärischen Teil delegiert.

  4. Liebes PB,

    in vielem sind wir uns einig, in vielem tendieren wir zumindest in die gleiche Richtung – bei Trump sehe ich die große Ausnahme.
    Trump setzt vieles schnell um und schert sich dabei einen Dreck um die Meinung anderer… da gehen wir noch per konsensium, denn auch finde, dass es ein höchst erfrischendes Merkmal der neuen Epoche ist.
    Danach wird es aber schwierig für mich, den Weg des Positiven weiter mitzugehen. Inhaltlich erfordern seine Entscheidungen wie der Mauerbau, der höchst selektive Islam-Bann oder seine aktuelle politische Richtung hinsichtlich Netanjahu meine ganze Widerstandskraft. Schwer das alles als „geniale Winkelzüge oder kluge Strategie“ zu interpretieren. Für mich zumindest.
    Wie gesagt, Trumps größter Sieg – in meinen Augen- bestand darin, Clinton zu verhindern. Jetzt gilt es, seine Entscheidungen ganz aufmerksam und ohne Filter zu bewerten.

    Ich bin, wie mein Vorredner (@garfield), absolut der Überzeugung, dass du als schneidender Führer eines Staates wie die USA nicht umhinkommst, dich von zwei bleiernen Zöpfen zu trennen, wolltest du tatsächlich der eigenen Politik einen U-Turn verpassen. Diese Zöpfe, die es abzuschneiden gelte, sind die Zio-Regime in Tel Aviv und Riad. Eine Koalitions-Ausgeburt der dunklen Macht.
    Trump muss sich in Israel und in seinem Land liberale, linkere Kräfte suchen, weit weg vom Likud und noch rechtere Parteien, mit denen er eine neue Epoche einläuten kann, auf dem Weg zur Lösung dieses Molochs im Nahen Osten.
    Und die erste Maßnahme ausserhalb Israels zur Lösung des Molochs des NO bestünde darin, den Schlangenkopf sauber abzutrennen. Die Saud-Familie muss zugunsten einer offeneren, alle Strömungen des Islams vertretenden Sippschaft ersetzt werden. Und: die geisteskranke paranoide Haltung zum Iran muss auf sachliche, objektive Beine gestellt werden. Das wiederum wird nur mit einer linkeren Regierung in Tel-Aviv zu machen sein. Wie man sieht, ist ein Punch in die Richtung eine Sache, die viele Dekrete und viel Willen erfordert.
    Bis dahin werde ich den blonden Präsi der USA so sehen, wie ich es bis jetzt wahrnehme: absolut unberechenbar. In alle Richtungen.

    1. Es gibt aktuell keine linken Kräfte, mit denen man IRGENDETWAS bewirken könnte, da sie alle zu sehr in ihrer genderisierten „alle Nazis außer Mutti, ähh, sich als weiblich identifizierendes Elter“-Blase gefangen sind.

      Mexiko baute 2010 eine Mauer im Süden, um Armutsmigration aus Guatemala und Belize einzudämmen. Den Devisenabzug aus den USA per Drogen und Illegaler Einwanderung nimmt man natürlich trotzdem gern mit und finded willige Helfer in der Linken und den Super-Experten aus Hollywood. Da stört es dann auch nicht, dass die Mauerplanung, sowie die Bewilligung der Gelder schon unter Obama stattgefunden haben. Trumps einzuge Neuerung ist, dass er das Geld so oder so von Mexiko zurückholen will.

      Das gleiche gilt für den Einreisestopp. Die Länderliste und die Maßnahmen sind Gesetz, verabschiedet vom Kongress unter Obama und in dieser Form lediglich als umzusetzende Sofortmaßnahme verordnet. Aber wen stören schon solche Details, wenn man bashen kann?

      Entrüstung ist auch ein Filter. Und einer mit dem Trump vortrefflich spielt. Die ganze Netz- und Medienentrüstung in ihrer ganzen Weldfremdheit, Ignoranz und autoritärer Annahme man hätte die Definitionsmacht erreicht genau eines: Trump wird stärker. Die eher neutralen Institute haben eine Unterstützung für Trump zwischen 58 und 66 Prozent ermittelt. CNN naturgemäß nur 38.

      Normale, arbeitende und steuerzahlende Bürger fühlen sich nicht angesprochen, sondern abgestoßen, wenn Leute mit Plastikmösen um den Hals und Hidjab auf dem Kopf auf der Straße mit dem Schlachtruf „Vagina! Vagina!“ protestieren. Sie fühlen sich ebenfalls abgestoßen, wenn eine sich für moralisch hüherstehend haltende, aber nichts leistende mediale und politische „Elite“ ihnen tagein, tagaus vorschreiben will, wie sie zu denken, zu reden und zu handeln haben.

      Die Menschen werden mit dieser moralinsauren Schmierendarstellung überladen und wer sich noch nicht angewidert, oder zumindest desinteressiert abgewendet hat, tut es jetzt. Je lauter und dümmer die Linke und die Medien greinen, desto mehr werden sie marginalisiert.

      Und zu recht.

      1. Wenn Mexiko eine Mauer baut, dann ist ein Mauerbau seitens der „führenden“ Moralmacht um nichts besser oder relativierbarer.
        Gleiches gilt für den pseudo- Islambann. Wenn Trump nur eine fehlehafte Anordnung seines Vorgängers umsetzt, entlockt mir das kein Halleluja.
        Die linken Kräfte, die ich meine, sind keine hiesigen… ich meine relevante israelische Politströme, die ihrerseits mit der unversöhnlichen rechten Politik der Zionisten nichts anzufangen wissen.

        Wenn ich mir Trumps Zuckungen in Richtung Naher Osten und speziell Syrien anschaue, werde ich ganz vorsichtig. Und höllisch hellhörig. US-Botschaft nach Tel Aviv, Sicherheitszonen in Syrien, nun Panzerwagen für „Rebellengruppierungen“… schleichende und leise Bewegungen erfordern nicht nur im Naturreich besondere Aufnerksamkeit.

        Und was hier noch gar nicht im Zuge der vielen „Für` s“ und wenigen „wider` s“ in Sachen Trump-Israel thematisiert wurde:
        Macht man mal die Gleichung Trump-Israel-Islambann auf, so kann man als Ergebnis im Grunde nicht anderes als auf ein Ergebnis kommen, welches da lautet: Palästinenser, speziell die Hamas, sind (überwiegend) Moslems, teilweise islamistisch. Warum soll sich unser Trump gegen israel und für Moslems einsetzen?
        Die andere und m.E. einzige wahre Kraft, die sich würdevoll und in aller Konsequenz für die Belange der Palästinenser einsetzt, die Hizbullah, ist iranophil und somit ebenso wenig auf Trumps Buddy-Liste.
        Warum also soll sich Trump, so wie er sich bis jetzt präsentiert hat, gegen Israel und für Moslems und Iraner einsetzen?

        Ich bin ja gerne bereit, in Trump einen Erneuerer der desaströsen amerikanischen Außenpolitik zu akzeptieren. Aber ich muss auch die Eindrücke und Wirkungen seiner Eintscheidungen werten dürfen.
        Und hinsichtlich dieses bislang vorliegenden Ergebnisses komme ich zur aktuellen Überzeugung, dass man die Person Trump nicht – und bloß – wegen seines Gefechtes mit dem „Establishment“, überhöhen sollte. Vorsicht ist Mutter der Porzellankiste.

      2. @kaumi
        „Vorsicht ist Mutter der Porzellankiste.“

        .

        Ich widerspreche Dir in keinem Punkt. Wir sollten alle Aussagen immer an den Taten messen und nicht an den Worten. Und gibt es wirklich noch nicht wirklich ein gefestigtes Bild das man bewerten kann.

      3. @kaumi

        Wenn Mexiko eine Mauer baut, dann ist ein Mauerbau seitens der „führenden“ Moralmacht um nichts besser oder relativierbarer.

        So ist es und deshalb denke ich, dass Sie deshalb ganz bestimmt genauso vehement die Staaten der EU mit Deutschland an der Spitze verurteilen, die eine Mauer (äh Verzeihung, natürlich einen Zaun) um das Wohlstands-Europa bauen.
        Und da DIESER Zaun (Stichwort FRONTEX) auch uns mehr betrifft als eine Mauer (oder teilweise vielleicht doch nur ein Zaun?) zwischen Mexiko und den USA, sollte unsere Empörung beim Kehren vor der eigenen Haustür beginnen.
        Weil:
        es ansonsten nur verlogene Doppelmoral ist.

        Freundliche Grüße, ped43z

      4. @Ped43z

        „es ansonsten nur verlogene Doppelmoral ist.“

        Was genau meinen Sie? Man sollte FÜR einen Zaun (äh Mauer) um Europa sein, um kein Doppelmoralist sein?
        Also ich bin selbstredend gegen eine Isolation Europas, gegen eine physische Ausgrenzung seines auf Kosten anderer prosperierenden Landes. Genau so sehr verabscheue ich die gegenteilige Strategie mit gleichem Ergebnis, Witschafts-Boykotte gegen Staaten zu verhängen und Mauern der Knappheit und der Unterversorgung um Staaten zu bilden, um deren Volk zu bestrafen, wenn man deren Führer meint.
        Da wir hier schon lange und explizit Syrien diskutieren: Dieses Syrien hat aufgrund des besonderen politischen Werdegangs des Nahen Osten Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Erst aus Palästina, dann aus dem Libanon und schliesslich aus dem Irak. Und? Was sagen Sie dazu?

      5. @kaumi

        Was genau meinen Sie? Man sollte FÜR einen Zaun (äh Mauer) um Europa sein, um kein Doppelmoralist sein?

        Richtig, das ist die eine Variante. Und die andere ist, dass man eben NICHT für einen Zaun (äh Mauer) ist. Aber, wenn schon denn schon! Wenn das so ist, dann sollte sich die Empörung über das, was mittels EU und speziell Frontex, geführt von Deutschland, passiert, auf einen deutlich höheren Niveau ansiedeln, denn das geht uns tatsächlich etwas an.

        Ich kann nun aber nicht gerade feststellen, dass die Gesellschaft leidenschaftlich Druck gegen Frontex ausübt. Dafür ist die Mauer an der mexikanischen Grenze in aller Munde und jeder fühlt sich berufen, Trump für etwas moralisch zu verurteilen, was lange vor ihm beschlossen und (als Zaun bei dem der DDR-Grenzzaun früherer Tage ziemlich schlecht ausgesehen hätte) schon teilweise umgesetzt ist. Spielte das Thema bei Obama eine Rolle? Nö. Warum jetzt bei Trump?

        Darum geht es. Wir heucheln Empörung, weil selbst „Aufgeklärte“ immer wieder auf Propaganda herein fallen. Hatten Sie vor Trump an die Mauer (oder den Zaun, ich sehe da prinzipiell keinen Unterschied) dort drüben gedacht? Vielleicht – aber ich glaube eher nicht. Ich übrigens auch nicht. Man hat uns darauf gestoßen, man hat uns emotional angetriggert. So funktioniert Propaganda.

        Genau das, mit dem Finger auf Trump zu zeigen, zu einem Thema das uns – salopp gesagt – nichts angeht und die im Prinzip gleich geartete Problematik im eigenen Haus geschmeidig zu verdrängen („wir können ja eh nichts tun“). Das begreife ich als Doppelmoral. Sie ist so wunderbar bequem und genau deshalb hat sie in unserer Gesellschaft Konjunktur.

        Freundliche Grüße an Sie, ped43z

  5. Im übrigen schält sich zunehmend der britische Einfluß (Thomson-Reuters Konzern) auf die Anti-Trump Bewegung heraus.

    Die City hat doch erheblich mehr Verluste zu befürchten als die USA bei einer Annäherung an Russland zu befürchten hat.

    Konnten die Engländer ihre Kriegstreibereien ähnlich Israel bisher hinter dem breiten Rücken der USA versteckt vollziehen, fällt diese Tarnung nun weg, hinter der diese englische Kriegsverbrecherkaste sich nahezu unsichtbar seit 1945 bewegen konnte, um als reales Empire existent zu bleiben.

    Und wenn Präsident Trump so weitermacht, steht das perfide Albion in Kürze als Kaiser ohne Kleider nackend und lächerlich vor aller Welt.

    Das wird ein großartiger Feiertag, wir werden ihn lieben 🙂

  6. @ Hans mein Igel

    Was bedeutet:
    Im übrigen schält sich zunehmend der britische Einfluß (Thomson-Reuters Konzern) auf die Anti-Trump Bewegung heraus.
    In welche Richtung nimmt dieser Konzern Einfluss?

    Was bedeutet:
    Die City hat doch erheblich mehr Verluste zu befürchten als die USA bei einer Annäherung an Russland zu befürchten hat.

    Was bedeutet:
    Und wenn Präsident Trump so weitermacht, steht das perfide Albion in Kürze als Kaiser ohne Kleider nackend und lächerlich vor aller Welt.
    Was hat Trump gegenüber England unternommen und würde zur Nacktheit Englands führen bei einer Weiterführung?

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.