Boris Johnson akzeptiert mögliche Wiederwahl von Bashar Al Assad

Der britische Außenminister Boris Johnson hat heute bekannt gegeben, dass Britannien es akzeptieren werde, wenn es in Syrien eine Volksabstimmung oder Wahlen mit Bashar Al Assad als Kandidaten geben sollte, vorausgesetzt die Wahl würde von der UNO überwacht.

Den Wechsel der politischen Position Britanniens erklärte Boris Johnson damit, dass Britannien der geänderten Realität in Syrien ins Gesicht sehen müsse. Der Zeitpunkt seiner Erklärung unmittelbar vor dem Besuch der britischen Regierungschefin Theresa May beim neuen US-Präsidenten Donald Trump legt allerdings nahe, dass die neu erkannte Realität nicht zuletzt darin besteht, dass es in den USA einen neuen Präsidenten gibt, der kein Interesse am Regierungssturz in Syrien zeigt.

Ob damit das letzte Wort in Britannien bezüglich Syrien gesprochen ist, ist allerdings noch nicht ganz klar. Unmittelbar nach der Bekanntgabe des britischen Positionswechsels durch Außenminister Boris Johnson dementierte ein Sprecher der britischen Regierunsgchefin Theresa May den Positionswechsel nämlich und erklärte, es könne keinen nachhaltigen Frieden mit Bashar Al Assad an der Macht in Syrien geben, da es für ihn unmöglich sei, eine glaubwürdige Regierung für ganz Syrien zu bilden. Wahrscheinlicher dürfte es allerdings sein, dass das britische Eingeständnis der Niederlage im Terrorkrieg gegen Syrien der Öffentlichkeit nun der Salamitaktik folgend scheibchenweise verabreicht werden soll.

Der erwartete Positionswechsel in den USA zu Syrien dürfte biparteilich erfolgen, denn nicht nur der republikanische Präsident Trump will den Wechsel in der Syrienpolitik. Mit Tulsi Gabbard kam gerade die große Hoffnungsträgerin der demokratischen Partei von einem Besuch in Syrien zurück, zeigte sich anschließend entsetzt über das unter anderem von den USA beim illegalen Versuch des Regime Changes in Syrien angerichtete Leid und sagte, jeder in Syrien hätte ihr bestätigt, dass es da keine moderaten Rebellen gibt. Und außerdem erzählte sie:

„Sie zeigten sich glücklich und freudig, eine Amerikanerin durch ihre Straßen laufen zu sehen. Aber sie fragten auch, warum die USA und ihre Verbündeten Unterstützung und Waffen bereitstellen für Terrorgruppen wie al-Nusra, al-Qaida oder al-Sham, und ISIS, die da auf dem Boden auch sind, und das syrische Volk vergewaltigen, entführen, foltern und ermorden. Sie fragten mich, warum die USA und ihre Verbündeten diese Terrorgruppen in Syrien unterstützen, die Syrien zerstören, wo es doch die Terroristen von Al Kaida waren, die die Vereinigten Staaten bei 9/11 angegriffen hatten, und nicht Syrien. Und ich hatte keine Antwort für sie darauf. … Wie auch immer die Namen dieser Gruppen sind, die stärkste Kampfkraft am Boden in Syrien darunter hat al Nusra, oder al Qaida, und ISIS. Das ist Fakt.“

Letzte Woche hatte bereits der stellvertretende türkische Regierungschef beim Weltwirtschaftsforum in Davos erklärt, dass die Türkei realistisch sein muss, die Fakten auf dem Boden in Syrien sich dramatisch geändert haben und die Türkei deshalb nicht mehr auf eine Lösung ohne Assad bestehen kann.

Die anderen sich Refgierungschefs souveräner Staaten schimpfenden Orgelpfeifen dürften dem US-Schwenk bezüglich Syrien bald folgen. Der Israel-Lobby schmeckt das zwar gar nicht, aber sie kann ihre Al-Kaida-Schützlinge nicht mehr retten.

Aus Syrien selbst wurde heute berichtet, dass im Wadi Barada inzwischen 2600 Terroristen kapituliert haben, während die syrische Armee in Deir Ezzor dabei ist, den dortigen ISIS-Terroristen eine schwere Niederlage beizubringen.

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25 Gedanken zu “Boris Johnson akzeptiert mögliche Wiederwahl von Bashar Al Assad

  1. Die normative Kraft des Faktischen, entfaltet seine Macht.
    Die Fakten sind, S 400, Su 34, Kalibr, T 90, Buritino, usw usw usw

  2. Der Johnson sol sich um sein Land kümmern. Die haben ihre eigenen massiven Probleme ( naja bei solchen Typen in der Regierung kein Wunder )

    1. @sg

      Völlig richtig. Das sollte nicht vergessen werden: Der Westen hat nicht einmal ein völkerrechtliches Mandat, gegen ISIS in Syrien vorzugehen – zu einem Regimechange schon gar nicht. Assad zur Disposition zu stellen war und ist einfach nur absurd.

      Gleichwohl ist die Lage faktisch eine andere, weil Menschen wie der kürzlich verstorbene Elie Wiesel Wünsche hatten, wie er sie bei einem gemeinsamen Auftritt mit Obama im Washingtoner Holocaust-Museum angesichts des andauernden „Bürgerkriegs“ in Syrien äußerte: „An diesem Ort müssen wir uns fragen: Haben wir denn nichts gelernt? Wie kann es sein, dass (Präsident) Assad noch immer an der Macht ist?“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Elie_Wiesel)

      Insoweit ist es eine freudige Nachricht, von Boris Johnson diese Aussage nun zu hören. Die Zeiten ändern sich. Spannend wird sein, ob es für ehemalige Angriffskrieger, Kriegstreiber und Völkerrechtsverletzer aus dem Westen strafrechtliche Konsequenzen geben wird. Ich sähe sie alle gerne in Den Haag.

      1. @H. Meier

        Sicherlich ist das eine „gute“ Nachricht für Syrien.
        Aber das Kernproblem ist doch, es wird sich permanent in die Politik anderer Länder eingemischt ( siehe die Trumpnachrichtenschleife bzw Putinschleife ).

        Diese Politiker sollen Probleme in ihren Land lösen, dafür wurden sie gewählt und auch bezahlt. Die Aufgaben fangen an mit Korruption, Preisabsprachen, Steuerflucht und endet mit Lohndumping und Existenzminimum …..

        Wenn die über andere Länder reden wollen, da gibt es die UNO und auch die G20 oder andere Instrumente

        Also ist selbst diese gute Nachricht, eine Frechheit
        Weil es ihn nicht interessieren sollte, auch wenn dieser Typ Aussenminister ist

      2. Was Elie Wiesel betrifft, würde ich es so ausdrücken:

        Nein, er hat nichts dazu gelernt. Seine Worte sind die eines Gutmenschen, der zuallererst sich selbst dafür hielt.
        War er aber nicht. Er war auch nur ein ganz normaler Mensch – und mit ordentlich Feindbildern versehen. Schade.

        Beste Grüße, ped43z

      3. @sd

        Das „Kernproblem“ ist, dass ablenkend die Trump-Schleife gefahren wird, denn wichtige Aussagen und Ambitionen Trumps werden gar nicht (mehr) diskutiert. Was ist denn nun mit Israel? Was ist denn nun mit der Terrorbekämpfung mittels neuer (!) Bündnisse, weil Trump die Nato in ihrer bisherigen Form für obsolet hält, weil sie sich nicht um den Terror kümmere? Warum sind Mossul und Raqqa entgegen der Ankündigung für den Herbst vergangenen Jahres immer noch nicht befreit? Warum war Aleppo so wichtig, wichtiger als ISIS? Assad und Putin sind nicht für den Berliner Breitscheidplatz verantwortlich. Was ist denn nun mit Trumps Aussage, dass er Obama für den Gründer von ISIS hält? Was ist denn nun mit den Plänen neuer Sicherheitszonen in Syrien für Flüchtlinge? Warum kommen diese Vorschläge erst jetzt? Wer finanziert das? Warum hat der Westen Geld in einen Merkel-Erdogan-Pakt Geld gepumpt und nicht in das UNHCR in Syrien? …

        Fragen über Fragen, die alle nicht diskutiert werden, sondern eher ein „America First“ oder eine Mauer zu Mexico oder wieviele Menschen bei der Inauguration waren oder Trumps Sohn oder … Das ist bewusste Ablenkung.

      4. @H. Meier

        Wirklich viele Fragen und alle sind sie berechtigt. Aber viele dieser Fragen sind erstmal uninteressant für uns ( soweit wir nicht UNO Vertreter eines Landes sind )

        Wie kommen wir dazu uns in Familienangelegenheiten unserer Nachbarn einzumischen? Egal ob der Nachbar gut oder schlecht ist. Dafür gibt es die Polizei und ein Gericht ( UNO / Denhaag )

        Wir ( Wertewesten ) müssen lernen Volkeswille anderer Nationen zu respektieren und nicht zu kommentieren, vorallem nicht wenn es keine Notwendigkeit dazu gibt.

        Ausserdem was der Johnsen macht ist von seiner Unfähigkeit als Politiker abzulenken. Schaue dir doch die Zahlen in UK an. Arbeitslose / Reich Arm Gefälle / Kriminalität / Gesundheitsversorgung / Selbstmordraten usw

        Da hat er, mit seinen Fähigkeiten, Arbeit für Jahrzehnte,
        die ein normaler Politiker in Tagen / Monaten realisieren könnte

    2. Johnson ist nicht lange genug im Amt, als dass man ihm die Verantwortung geben könnte.
      Außerdem ist er Außenminister.

      Alle sollten sich um ihre eigenen Länder kümmern und nicht glauben, sich aus irgendwelchen imperialen Gründen überall einmischen zu müssen.
      Die Briten werden sich bald ausgiebig um ihr eigenes Land kümmern können, bzw. um die Interessen ihrer Bürger, ohne EU-Einmischung.

  3. moin moin Leute,
    was hat es aufsich mit der Forderung einer Flugverbotszone von Seiten der USA und der Ablehnung Astanas durch die Kurden.

    1. Mousti

      1. Flugverbotszone von Seiten der USA: Das stimmt nicht, ist Fake News. Zu den Details siehe die Kommentare zu unserem letzten Artikel.

      2. Die Kurden waren in Astana auf Druck der Türkei nicht eingeladen, von daher ist es keine Überraschung, dass sie da nicht freudig zustimmen.

  4. Der abgehalfterte britische Chauvinismus wird zum Ende seiner Tage religiös: Frau Theresa May hält die Assad-Regierung für unglaubwürdig. Die ehemals eiskalte englische Raubpolitik ist zur Glaubensfrage mutiert.

    Die Briten scheinen, wie der ganze Westen, echte Personalprobleme zu haben. Man vergleiche nur den clownesken Boris Johnson mit dem Superintriganten Lord Halifax-. Das ist fürwahr ein verdienter brillanter Niedergang in einigen Jahrzehnten.

    Und am Ende kann es ja nur als Segen verstanden werden, daß das Trio-Infernale der Gorgonen Clinton, May und Merkel nicht zustande gekommen ist: us-amerikanischer Größenwahn, britischer Chauvinismus und deutsche Kleinstgeistigkeit an einem Herdfeuer unter dem maroden Kessel der „westlichen Wertegemeinschaft—.

    1. Die russischen Matrosen müssen an Bord getanzt und gesungen haben, als die Briten ihre Kriegsschiffe vor ein par Tagen durch den Ärmelkanal eskortiert haben. Was für ne Show da abgezogen wurde, vom Allerfeinsten. Ehre, wem Ehre gebührt.

  5. Es wird wohl die Geschichte über diese Banditen und Raubtiere mit Urgenen aus der Vergangenheit, über sie richten. Sonst bleibt nur ein rascher EIntritt ins Paradies zu den 72 Huri.

  6. Ich glaube seit dem die Menschheit exisitiert galt immer das Recht des Stäkeren über den Schwachen. Von wegen Demokratie, Menschenrechte und Gleichheit für alle, die uns der Westen vorgaukelt. Hier sieht man mal wieder prima wie das funktioniert. Ein Boris Johnson akzeptiert doch ein Wiederwahl von einem Präsidenten eines souveränen Staates. Dass das überhaupt eine Meldung Wert ist in den Nachrichten bestätigt wieder diese Deutungshoheit, die der Westen für sich beansprucht. Mit welchem Recht kann sich ein Boris Johnson sowas leisten, frag ich mich immer.
    Wie wärs mal mit: Der philippinische Präsident Duterte akzeptiert nicht, dass ein Angela Merkel sich der Wiederwahl 2017 stellt. Oder der iranische Staatsmann Khamenei befüwortet den Women-March in den USA, die sowieso eine reine Inszenierung ist.
    Wäre doch mal lustig und abwechslungsreich sowas in den MSM zu lesen.
    Verrückte Welt….

    1. @Said

      Richtig

      aber das Problem des Stärkeren bringt es nicht auf den Punkt

      Es ist das Problem des Neides.
      * Ich will das was du hast.
      * Ich gönne dir nicht was du hast
      und dann kommt erst der Aspekt mit der Stärke.

      Wenn du es mir nicht geben willst, dann nehme ich es mir einfach, weil ich stärker bin.

      Wolfsrudelmentalität

  7. Peinlich das sich die NATO Verbrecher erneut einmischen, welche auch die Al-Nusra, White Helms Kopfabschneider finanzierten. Im Moment sind ja alle US Flugzeug Träger in der Heimat, weil es technischer Schrott ist

    1. @navy

      „navy sagt:

      27. Januar 2017 um 19:02

      Peinlich das sich die NATO Verbrecher erneut einmischen, welche auch die Al-Nusra, White Helms Kopfabschneider finanzierten. Im Moment sind ja alle US Flugzeug Träger in der Heimat, weil es technischer Schrott ist“

      .

      Das gute an dem „Schrott“ ist, solange die Flugzeugträger „offiziell“ „Schrott“ sind fällt ein 3. WK aus wegen ist nicht.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Dritter_Weltkrieg

    2. „Im Moment sind ja alle US Flugzeug Träger in der Heimat, weil es technischer Schrott ist“

      Na hoffen wir das es nicht nur Schrott ist.

      Diese Typen wollen sich einmischen. Intrigen, Sanktionen, Drohen, Bomben ist ihre Wahl um Ziele zu erreichen. Für mehr reicht es nicht. Wenn die keine Flugzeugträger haben, dann haben die nur noch eine Alternative und das wäre die grosse Keule. Wer bezweifelt das sie diese auch nutzen würden

  8. Bei einer Rede in Philadelphia vor Abgeordneten der Republikaner sagte May: Die Zeit der Militärinterventionen für politische Änderungen im westlichen Sinne ist vorbei.

    Die britische Regierungschefin erklärte, Großbritannien wird nie wieder Militär in andere Länder entsenden, um dort Demokratie herzustellen.

    Sie erklärte die alte Politik ihres Landes und die der USA für gescheitert und betont, ihre Regierung wird niemals zu der alten britischen Politik zurückkehren.
    http://parstoday.com/de/news/world-i23027-britische_regierungschefin_may_kritisiert_westliche_einmischung_in_angelegenheiten_anderer_länder

    Mögen Ihren Worten auch Taten folgen!!! – Vielleicht sollten sie auch schon mal öffentlich über Reparationszahlungen nachdenken? – für all das Leid was sie diesen Menschen angetan haben! Aber an der NATO will Sie festhalten. Irgendwie passt das nicht zusammen.

    1. @Rolf

      Aber an der NATO will Sie festhalten. Irgendwie passt das nicht zusammen.

      Das passt schon zusammen. Die Dinges sind komplex und verschiedene Machtgruppen sind zu berücksichtigen. Ich meine, dass die Rede von Theresa May schon sehr weit geht. Das Thema NATO jetzt anzugehen (aus ihrer Sicht) wäre unklug. Wir sollten eher auf die militärischen Strukturen der EU achten, die immer weiter ausgebaut werden.

      Die ARD hat natürlich die May-Rede so verfälscht, dass diese angezeigte grundlegende Abkehr von der Interventionspolitik des Westens gar nicht auftauchte:

      https://peds-ansichten.de/2017/01/eine-rede-von-theresa-may-und-ein-selektiver-ard-bericht/

      Den Impuls zur Erstellung des verlinkten Artikels gaben Sie mir, Rolf, haben Sie herzlichen Dank dafür!

      Beste Grüße, ped43z

    2. @Rolf

      „Die britische Regierungschefin erklärte, Großbritannien wird nie wieder Militär in andere Länder entsenden, um dort Demokratie herzustellen.“

      Na, das wäre erst einmal abzuwarten. Mich interessiert zudem, ob mit May der Chilcot-Bericht (https://de.wikipedia.org/wiki/Chilcot-Bericht) noch einmal eine Öffentlichkeit bekommt, die er verdient. Ich habe immer noch die britischen Witwen und Waisen vor Augen.

      Zudem kann man gespannt sein, wann Deutschland folgt.

      Deutschland träumt noch von „Neue Macht – neue Verantwortung“ (https://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/projekt_papiere/DeutAussenSicherhpol_SWP_GMF_2013.pdf) von SWP und GMF – und sieht sich noch (nach altem amerikanischen Vorbild) als neue militärische Schutzmacht Afrikas (http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2014/01/140131-Muenchner-Sicherheitskonferenz.html)

      Deshalb will Schäuble den Wehretat bis 2020 um 10 (!) Milliarden (!) erhöhen (https://deutsch.rt.com/kurzclips/40409-schauble-westliche-militarinterventionen-nicht-immer/). Und es darf nicht vergessen werden: Irgendwer bezahlt dieses Geld – und irgendwer bekommt dieses Geld. Und dabei ist es gleichgültig, ob es „humanitären“ Erfolg gibt oder nicht. Aber das Steuergeld ist ja nicht weg, das hat dann nur jemand anderes.

  9. Deutschland wird wahrscheinlich das letzte westliche Land sein, welches die Realitäten und Kraftverhältnisse anerkennen wird und immer noch den Sturz Asads fordert .Aber die gesamte Welt fürchtet sich ja vor der berüchtigten “ von der Von der Leyen“ Armee“

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