Trump gibt Neocons keinen Spitzenposten

Nachdem der designierte US-Präsident Donald Trump Dan Coats für den Posten des „Direktors der Nationalen Geheimdienste“ nominiert hat, ist klar, dass die mächtige zionistische Kriegstreibertruppe der Neocons bei den Spitzenposten der Regierung Trump völlig leer ausgegangen ist.

Das diese notorisch russophoben Kriegstreiber draußen bleiben ist ein noch besseres Ergebnis von Trumps Personalauswahl als es unmittelbar der Wahl den Anschein hatte, denn einige Neocons hatten sich trotz der offenen Feindschaft zwischen Trump und den einflussreichsten Führern der Neocon-Bewegung an die Wahlkampagne von Trump drangehängt, so etwa der New Yorker Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani und der Ex-US-Botschafter bei der UNO John Bolton, die schon ab Januar 2016 Lobeslieder auf Trump gesungen haben, und Ex-CIA-Chef James Woolsey, der allerdings erst im September auf die Seite von Trump geschlagen hat.

Das geschah offensichtlich in der Hoffnung im Fall eines Wahlsieges von Trump Regierungsposten zu bekommen und Einfluss auf Trumps Außen- und Sicherheitspolitik nehmen zu können oder zumindest mitbestimmen zu können, wer unter Trump wichtige Regierungsposten in den Schlüsselbereichen der Außen- und Sicherheitspolitik bekommt, wobei man im Fall von John Bolton vielleicht noch hinzufügen darf, dass er sich möglicherweise bloß deshalb so früh hinter Trump gestellt hat, weil kein aussichtsreicherer Kandidat mit ihm als selbst für republikanische Verhältnisse durchgeknallten Hyper-Kriegstreiber in Verbindung gebracht werden wollte. Wie dem auch sei, nun, wo die wichtigsten Posten verteilt sind, zeigt sich, dass Donald Trump weder John Bolton oder Rudy Giuliani noch sonst irgendeinem ausgewiesenen Neocon einen Top-Job gegeben hat, und das, obwohl die zionistischen Massenmedien seit Wochen voll von hoffnungsvollen Spekulationen waren, dass die Neocons auch unter Trump wieder Spitzenjobs bekommen würden.

Wie grob die Hasbara mit ihren hoffnungsvollen Spekulationen bezüglich Top-Jobs von Neocons unter Trump ständig daneben lag, lässt sich prima an den Spekulationen des zionistischen Kampfblättchens „New York Times“ zur Vergabe von Top-Jobs an Neocons unter Trump erkennen. Am 16. November, also eine Woche nach Trumps Sieg, als Trump außer der Ernennung von Reince Priebus zum Stabschef des Weißen Hauses und Steve Bannon zum gleichberechtigten strategischen Chefberater noch keine Personalentscheidungen getroffen hatte, hat die New York Times noch reihenweise Neocons und Vertreter der zionistsichen Kriegslobby im Kabinett von Trump vorhergesagt. Als Favoriten für den Job des Außenministers sah die New York Times etwa den Hyper-Neocon John Bolton, und wenn der es nicht würde, dann würde es wohl Senator Bob Corker, Sheldon Adelsons Vertrauter Newt Gongrich, Rudy Giuliani, Zalmay Khalilzad oder Stanley McChrystal werden – was allesamt den Neocons und der zionistsichen Kriegslobby nahestehende Figuren sind. Stattdessen hat Trump dann Wochen später mit Exxon-Boss Rex Tillerson einen Träger des russischen Ordens der Freundschaft für den Job nominiert. Ähnlich sah es die New York Times beim Verteidigungsminister: als Favoriten sah die New York Times für den Job den entschiedenen Trump-Gegner und Neocon-Senator Tom Cotton gefolgt von George W. Bushs Neocon-Bürokrat Stephen Hadley. Dahinter hat die New York Times immerhin noch die Möglichkeit erwähnt, dass Trump auch den Abgeordneten Duncan Hunter, Ex-Senator Jon Kyl oder den einflussreichen Trump-Unterstützer Jeff Sessions als Verteidigungsminister nominieren könnte. Stattdessen hat Trump dann aber General James Mattis nominiert. Als Trumps Favoriten für die Posten des CIA Direktors und des Direktors der Nationalen Geheimdienste hatte die New York Times Ex-DIA-Chef Ron Burgess, den Ex-Abgeordneten Peter Hoekstra und George W. Bushs Heimatschatz-Berater Fran Townsend ausgemacht. Die ersten beiden Tips der New York Times für die Posten waren zwar falsch, aber wohl immer noch vernünftig, während die Nominierung von Fran Townsend wirklich seltsam gewesen wäre, da er sich im März in einem offenen Brief gemeinsam mit Dutzenden anderen Neocons explizit als unversöhnlicher Trump-Gegner positioniert hatte. Ebenso falsch wie die Shortlists von Trumps Spitzenkandidaten in der Außen- und Sicherheitspolitik waren übrigens sämtliche Tips der New York Times bezüglich Trumps Nominierungen für die Kabinettsposten Interior Secretary, Commerce Secretary, Labor Secretary, Health and Human Services Secretary, Energy Secretary, Education Secretary, Homeland Security Secretary, E.P.A. Administrator, U.S. Trade Representative und U.N. Ambassador. Trumps damals unmittelbar bevorstehende Entscheidung für Mike Flynn als seinen Nationalen Sicherheitsberater hatte die New York Times zwar richtig vorhergesehen, dabei jedoch falsch dazu behauptet, er würde für den Job als kürzlich in den Rudestand getretener Soldat eine Ausnahmegenehmigung des US-Kongresses brauchen. Lediglich Trumps Nominierungen für die Jobs des Finanzministers und des Justizministers hatte die New York Times richtig auf der Shortlist, und dass obwohl das war, nachdem Chris Christie und Mike Rogers zum Missfallen der Hasbara vom Personalauswahlprozess entfernt worden waren.

Wer sich den Spaß machen will, kann über verschiedene Archivversionen der Kabinettsvorschauseite der New York Times im Deatil nachvollziehen, dass die New York Times in den letzten Monaten nie den Schimmer einer Ahnung hatte, wen Trump für sein Kabinett nominieren würde. Man betrachte da bloß den Unfig auf der Seite in den Versionen vom 18. November, vom 24. November, vom 30. November, vom 5. Dezember, vom 10. Dezember, vom 13. Dezember, vom 15. Dezember, vom 23. Dezember und vom 28. Dezember. Praktisch nie hatte die New York Times die von Donald Trump letztlich für den Spitzenjob nominierten auf der Shortlist, oft nicht einmal direkt vor der Ernennung. Zuletzt hatte die New York Times bis gestern lediglich die Neocons General David Petraeus, Admiral Mike und Frances Townsend als Kandidaten für den Job des Nationalen Geheimdienstdirektors auf ihrer Shortliste, während sie dann davon überrascht wurde, dass Dan Coats, der wie Trumps designierter Vize-Präsident Mike Pence aus Indiana kommt, die Nominierung bekommen hat. Offenbar von der Peinlichkeit genervt, dass sich ihre Voraussagen zu Trumps Nominierungen ständig als falsch herausstellten, hat die New York Times heute ihre Voraussagen für die letzten beiden verbliebenen Nominierungen für Trumps Kabinettsposten, Agrarminister und Minister für Veteranen, von ihrer aktuellen Webseite entfernt.

Dass das zionistische Kriegshetzerblättchen New York Times nie eine Ahnung hatte, wen Trump für sein Kabinett nominieren würde, beduetet übrigens nicht, dass die New York Times schlechter informiert ist als der massenmedialen Hasbara, was ja auch schlecht geht, weil die ihre Fake News sowieso immer nur voneinander abschreiben, sondern dass offenbar das ganze zionistische Establishment keine Ahnung von und keinen Zugang zur Regierung Trump hat. Bis zuletzt hatte das zionistische Establishment vergeblich gehofft, dass die Neocons mit dem „Nationalen Geheimdienstdirektor“ doch noch einen Spitzenposten bekommen würden. Stunden nachdem der Job an Dan Coats ging, trat dann Trumps Neocon-Seniorberater James Woolsey zurück, mit der bemerkenswerten Begründung, er sei in die Entscheidungsprozesse nicht eingebunden gewesen, und er möchte durch den Titel „Senior-Berater“ von Trump keinen falschen Eindruck mehr erwecken.

Damit wurden die Neocon-Kriegstreiber der Israel-Lobby nun von Trump wohl komplett abserviert, und, das sei als Kommentar hinzugefügt, das Problem hat Trump recht elegant gelöst, auch wenn die staatliche deutsche Hasbaraseite „Tagesschau“ zu seinem Kabinett Gift und Galle versprüht.

14 Gedanken zu “Trump gibt Neocons keinen Spitzenposten

  1. Die falschen Vorhersagen dienen auch einem Zweck: da ja jetzt alle „wissen“,dass Trump die „Falschen“ in die Regierung nimmt, kann man ihn wieder als unfähig hinstellen.

    Mal sehen, wie es mit der Neocon-freien Regierung wird, wie der Machtampft mit Neocons und „Liberalen Interventionisten“weiter geht, ob sich Medien doch mal der Realität annähern, Teile gar „die Seiten wechseln“.

    Und wie sich die „Transatlantiker“ in Europa verhalten werden.

    Wie gesagt,dass deutsche Modell, an dessen „Erfolg“ man sich jetzt besäuft, wird vor großen Problemen stehen; wenn der Euro nach unten ausbröckelt, um so drastischer.

    Man wird dann nicht weit damit kommen, Trump und Putin zu dämonisieren.

    1. andreas

      Bislang sieht es so aus, dass die Massenmedien vor allem sich selbst und ihre bevorzugten Establishment-Figuren als unfähig entlarvt haben.

      Während Trump bei der anti-russischen Hetze von Massenmedien und Geheimdiensten nicht mitmacht, war es nun schon sehr peinlich, dass die Washington Post nun zugeben musste, dass die Geschichte über den russischen Hack eines Kraftwerks im Bundesstaat Vermont ein totaler Fake war. Auch dass Trump den anderen anti-russischen Propaganda-Geschichten des Establishments die Stirn bietet, dürfte bei vielen Wählern gut ankommen, egal ob die Leute noch glauben, dass an den Geschichten etwas dran ist oder nicht.

      Geradezu grotesk ist die Kritik der Massenmedien daran, dass Trump twittert und damit Erfolge erzielt. Unternehmen wie Ford schaffen nach einem Tweet von Trump plötzlich Jobs in den USA anstatt in Mexiko, der Kongress will nach einem Tweet von Trump plötzlich den Ethikrat erstmal behalten, Boeing will nach einem Tweet von Trump die Kosten der – noch von Obama bestellten – zukünftigen Präsidentenmaschine reduzieren, und selbst Lockheed Martin will nach einem Tweet von Trump plötzlich die Kosten für den budgetmäßig außer Kontrolle geratenen Kampfjet F-35 senken. Besonders absurd sind dabei die vorgeblich „linken“ Kräfte des Establishments, die mangels anderer Kritikpunkte Trump nun vorwerfen, zu wenig Feindschaft mit Russland zu wollen und durch seine Tweets zu außer Kontrolle geratenen Kosten für Börsenkurseinbrüche von Rüstungsfirmen wie Lockheed Martin zu sorgen.

      Da hat Trump in der Auseinandersetzung mit den Massenmedien und dem Establishment die große Mehrheit der Bevölkerung völlig auf seiner Seite, und man kann schon auf Basiskampagnen aus der Bevölkerung warten, die Trump auffordern, trotz der Kritik der Massenmedien an seiner Twitterei mehr zu twittern, eben weil er damit reihenweise handfeste Erfolge erzielt.

      1. Schadenfreude ist die schönste Freude. Wenigstens für ein paar Sekunden, Stunden, Tage…

        Trump hat vielleicht eine Machtbasis von 5%, das zionistische Banken-Medien-CIA Kartell locker 90% plus.

        Meine Befürchtung ist, dass die Zionisten Trump nach allen Regeln der Kunst in die Hitler-Ecke manövrieren werden, via Finanz- und Wirtschaftskrise Manipulationen und hundert anderen Tricks.

        Also: nicht zu überschwänglich jubeln und dafür umso genauer beobachten, wie sich die Sache entwickelt. Wir durchleben historisch einmalige Zeiten, die Kulminationsphase von 3000 Jahren jüdischer Dominanz via Schuld-Sklaverei. Dank Internet können wir erstmals einen Schlüsselmoment der Menschheitsgeschichte live mitverfolgen, dokumentieren und interpretieren. Der Erkenntnisgewinn, den wir daraus erzielen können, wird für Geschichtswissenschaft, Kriegsstrategie, Psychologie der Massen-Kontrolle, usw. einzigartig sein.

      2. smr

        „…3000 Jahren jüdischer Dominanz…“

        Ich glaube, dein Geschichtsbild hat einen schweren Sprung in der Schüssel.

  2. Sehe ich das richtig, das Präsident Trump, keine 5. Kolonne in seiner Mannschaft hat, damit stünde er ja besser dar, als Präsident Putin, der immer noch etliche von der 5. Kolonne, in seiner Mannschaft hat. Was beide auch Verbindet, sie wenden sich beide, gerne direkt an die Bevölkerung, gibt weniger Informations-Interpretation. Selbst Erdogan hat dieses Erfolgsrezept, für die Niederschlagung, des US / NATO Umsturzversuch erfolgreich genutzt.
    Man stelle sich mal vor, unsere Leerraute, wurde es machen: Sie ruft ihr Volk und hört nach einer Weile absoluter Stille, nur ihr Echo!

    1. @ Felix Klinkenberg: Danke fuer den Lacher beim letzten Satz.

      Ans +1Parteibuch mal wieder DANKE fuer die super Informationen. Ich haette sonst nie die Zeit, mich derart tiefgehend zu informieren. Durch Ihren von Herzen kommenden Schreibstil ist es immer wieder sogar ein Vergnuegen, Ihre Artikel auch bei schwierigen Themen zu lesen.

  3. soweit ich mich erinnern kann, war Dan Coats in der Iran Contra Affäre, belastet

  4. „…auch wenn die staatliche deutsche Hasbaraseite „Tagesschau“ zu seinem Kabinett Gift und Galle versprüht.“

    Jaja.. Immer diese bösen, weißen Männer… Vor denen muss man sich in Acht nehmen. Na dann wollen wir mal hoffen, dass die Satansbrut aus lauter Verzweiflung nicht noch die Nerven verliert und bald „gedallast“ wird.

  5. Ich bin dem PB richtig dankbar für diese übersichtliche Klarstellung in
    Sachen Personal-Auswahl von D. Trump. Verständlich, dass man als
    Nicht-Insider und Europäer wenig mit den vielen Namen in den USA
    anfangen kann. Um so ärgerlicher war ich, als ich den Namen John
    Bolton im Zusammenhang mit einem Ministerposten hörte (diesen
    Namen hatte ich mir gemerkt angesichts eines üblen Interviews) ,
    und war richtig enttäuscht, da ich annahm Herr Trump wäre auf
    diese Linie von John Bolton eingeschwenkt. Da sieht man mal, was
    so eine Personen-Spekulation im Hirn anrichten kann … .
    Dennoch bin ich vorsichtig mit Erwartungen an die künftige Politik
    der USA – erst mal abwarten, was da effektiv heraus kommt.
    Skeptisch bin ich immer noch aufgrund der Person des Vize-
    Präsident Mike Pence – einem Evangelikalen. Ich habe nichts gegen
    Konservative !! Aber was unter dem Einfluss der radikalen Religion
    – hier der sog. Christen – passieren kann hatten wir ja unter
    „Dabbelju“ Bush erfahren – da stehen einem die Haare zu Berge.
    Da ich den Posten des Vize-Präsidenten für wichtig halte wäre ich
    dem PB sehr dankbar, wenn wirklich gesichertes-Konkretes zu dieser
    Person bekannt wird. Minister können schon mal gewechselt werden,
    aber vom Austausch des Vize habe ich noch nie etwas gehört. Da
    muss Trump in seiner Einschätzung doch sehr sicher gewesen sein.

    1. ka49mich

      Mit der evangelikalen Religion ist das in den USA so, dass manche religiöse Fanatiker sind, andere das jedoch eher auftragen, weil sie wissen, dass sie erfolgreicher, wenn sie ab und an mal Gott erwähnen und betonen, wie frömmig sie sind. Politiker im Bibelgürtel geben sich meist gottesfürchtig, weil sie mit Gott schlicht mehr Stimmen bekommen als ohne. Wie es dann wirklich ist, weiß selten jemand genau.

      Mike Pence scheint eng mit dem Koch-Netz verbunden zu sein:

      http://www.usatoday.com/story/news/politics/elections/2016/2016/07/14/indiana-gov-mike-pence-has-close-ties-charles-kochs-money-network/87083956/

      Die libertären Koch-Milliardäre scheinen seit Jahren eine Bündelung von – zumeist christlichen – Kräften gegen die Neocons und die Israel-Lobby organisiert zu haben, und Trump selbst hat zu dem Netzwerk auch gute Verbindungen:

      https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2016/05/11/hat-das-koch-netz-die-neocons-zurueck-in-den-keller-befoerdert/

  6. Gibt es bereits einen Artikel vom Parteibuch oder Hinweise, woraus der Unterschied zwischen Neocon und Neoliberal besteht?

    1. Martin

      Neokonservatismus ist im Wesentlichen eine von den Demokraten ins Lager der Republikaner abgewanderte jüdisch-zionistische Bewegung zur Steigerung der US-Rüstungsausgaben im israelischen Interesse, während Neoliberalismus eine wirtschaftspolitische Ideologie – im wesentlichen zur Minimierung des Staateseinflusses im Interesse von global tätigen Konzernen – ist.

      Falls du mit diesen unterschiedlichen Ideologien und Bewegungen so gar nichts anzufangen weißt, wirf einfach erstmal einen Blick in Wikipedia: da gibt es in praktisch jeder Sprache einen Artikel zu Neoconservatism, und einen zu Neoliberalism.

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