Weitere Gebiete im Großraum Damaskus befriedet

Am heutigen Dienstag ist es der syrischen Armee und ihren Partnern gelungen, weitere Gebiete südwestlich, nordwestlich und östlich von Damaskus zu befrieden.

Aus dem Gebiet südwestlich von Damaskus wurde gemeldet, dass Versöhnungen in den Ortschaften Beit Sabr, Kafr Hawar und Beit Teema erfolgreich waren und grüne Busse unterwegs sind, um die nicht versöhnungsbereiten Terroristen von dort zu Al Kaida nach Idlib zu evakuieren. Ähnliche Versöhnungen sind auch in Kanakir, Zakiyah und Al Taybeh etwas weiter östlich unterwegs. Von PetoLecem gibt es eine Karte dazu:

Aus dem Gebiet nordwestlich von Damaskus wurde gemeldet, dass die syrische Armee und Hisbollah gegen Terroristen in den Orten Ain Al Fejah und Basimah im Wadi Barada vorgegangen sind und dabei im Ort Basimah Fortschritte gemacht haben, wodurch sie ihrem Ziel, die Wasserversorgung von Damaskus gegen die anhaltende terroristische Sabotage zu sichern, näher gekommen ist. Unterstützer von Al Kaida und Co versuchen gegen diese Fortschritte der syrischen Armee und ihrer Partner im Wadi Barada gegenwärtig eine Propaganda-Kampagne zu fahren, der zufolge die syrische Armee und Hisbollah mit der Sicherstellung der Wasserversorgung von Damaskus den von der Türkei und Russland ausgehandelten Waffenstillstand brechen würden. Da die die Wasserversorgung von Damaskus im Wadi Barada beherrschende Terrorgruppe Al Kaida vom Waffenstillstand ausgenommen ist, lügen die Freunde von Al Kaida in der sogenannten westlichen Wertegemeinschaft, es würde da gar keine Al-Kaida-Terroristen geben, obwohl Al Kaida ganz stolz damit bei Facebook hausieren geht, dass sie da die Kontrolle haben.

Östlich von Damskus sind die von der saudisch-wahhabitischen Diktatur unterstützten Takfiri-Gruppen Islam-Armee und Failaq Al Rahman mit ihrem Versuch gescheitert, eine frisch eroberte Luftverteidigungsbasis nahe der Ortschaft Hazrama im Osten der Terroristentasche Ost-Ghouta zu halten. Die syrische Armee und Hisbollah haben da bei einem Konter heute nicht nur die Kontrolle über die Luftverteidigungsbasis zurückerlangt, sondern sind zur Sicherheit auch in der Umgebung der attackierten Basis etwas vorgerückt.

Der Flickenteppich aus noch unbefriedeten und teilweise befriedeten Gebieten, durch die die Saudis und Israelis Waffen an die große Terrortasche Ost-Ghouta schmuggeln, ist damit heute wieder etwas sicherer geworden, aber bis der Terrorismus im Großraum Damaskus besiegt ist, bleibt noch viel zu tun.

31 Gedanken zu “Weitere Gebiete im Großraum Damaskus befriedet

  1. Ein frohes neues Jahr dem Parteibuch und allen anderen Informationslieferanten,

    danke erstmal für den sachlichen Blog. Lese schon etwas länger mit und hab nun einige Fragen in meinem ersten Kommentar. Wäre dankbar, wenn jemand Infos liefern könnte:

    Wie finanziert sich Assad seit 5 Jahren gegen diesen Überfall?
    Seine Öl-/Gasgeschäfte sollen ja beinahe bei Null liegen und es war die Haupteinnahmequelle.
    Hatte Syrien wirklich so riesige Reserven, so dass 5 Jahre Krieg finanzierbar waren? Falls nicht, wer finanziert Assad und zu welchen Konditionen?
    Russland selber hat ja seit dem Ölpreisangriff auch seine Reserven massiv angezapft, so dass ich bezweifel, dass Russland neben dem teuren Kriegseinsatz auch noch das Geld liefern kann.

    Zum Blog noch eine Frage @Parteibuch:
    Mich überrascht die konstant hohe Qualität an Kommentaren der Leser, was ich im Inet einfach nicht gewohnt bin, da sonst die Trolls die Kommentarfunktion kapern oder Esoterikerprofessoren regelm. krude Vorlesungen halten (zb. saker.de).
    Sind hier also tatsächlich sachliche und fähige Leser versammelt oder schafft es das Parteibuch so gut auszumisten?

    Danke und bitte weiter so wie in 2016…

    1. NureinstillerLeser

      Syrien hat nie viel exportiert, war immer eine Binnenwirtschaft, die nahezu alles, was gebraucht wurde, selbst geschaffen hat. Auch Öl und Gas wurde nicht viel exportiert, es reichte kaum für den Eigenverbrauch. Den Krieg finanziert Syrien nun auf Pump und durch einen noch geringeren Lebensstandard der Bevölkerung.

      Die zerstörten Ölfelder ersetzt Syrien durch Ölimporte auf Kredit zu extrem günstigen Konditionen aus dem Iran, der nach wie vor mehr Öl produziert als er wegen der US-/EU-Sanktionen anderweitig exportieren kann. Waffen kommen aus Russland auf Kredit, und was sonst noch so gebraucht wird, liefert im Großen und Ganzen wohl China auf Kredit. Ein klein wenig exportiert Syrien gegenwärtig Nahrungsmittel – etwa syrische Spezialitäten – und Handwerksware nach Iran, Russland und China, so dass die Beziehungen nicht total einseitig sind. Ein klein wenig wird auch dadurch aufgefangen, dass der syrische Staat gegenwärtig aufgrund von Emigration und der Hilfe von internationalen Hilfsorganisationen weniger Leute versorgen muss als vor dem Krieg, und die Terroristen bekommen ihren Sold ja nun auch von ihren ausländischen Sponsoren, sodass da der syrische Staat keine finanzielle Last mit dem Unterhalt der Leute hat. Aber dass sich da keiner Illusionen macht: Syrien war schon vor dem Krieg ziemlich arm, und ist nun noch viel ärmer.

      Trolle bekämpfen wir hier im Parteibuch durch eine ziemlich rabiate Zensur und eine Moderation, die mit einem Plonk schnell zur Hand ist.

      1. Das Wort Zensur trifft es nicht richtig…
        eher wer nicht SACHLICH bleibt kommt hier mal nicht zu wort.

        Und das ist gut so, denn nur so kommt man in der Sache weiter.

        Also eher gute Moderation von Euch, Hut ab übrigens und danke für eure Aufklärungsarbeit, ohne Euch wäre alles schwerer!

    1. Liebes Parteibuch

      Zum Thema Syrien war öfters vor dem Krieg in Syrien , Der Staat Syrien wie Ich gehört haben soll ,soll keine Schulden gehabt haben.
      Die Haushälter zahlten fast keinen Strom vielleicht in den Großstädten.
      Gesundheitswesen war einen Krankenhaus oder Hausarzt Besuch fast Kostenlos auch das Wasser in Syrien hat nichts gekostet. Das das Schulsystem sei ist Schule oder Studium ist auch finanziert vom Staat
      Syrien hat dem Libanon Strom geleitet auch in Jordanien man konnte für wenig Geld in Syrien sich vieles leisten . In Irak war es genau so wie in Syrien mit Strom ,Gesundheitswesen es gab auch pro Woche Öl und Kartoffeln ,Reis vom Staat in den Zeiten vom Saddam Hussein.Zum Vergleich mit dem Nachbarn, In den Libanon auch wenn du am sterben liegst, ohne Geld kommt man nicht ins Krankenhaus .
      Schule ,Studium Nahrungsmittel, Medizin kostete viel Geld .
      Zum Vergleich Syrien als Staat und Volk hat gut gelebt und die meisten Syrer wissen es und blicken an die Zeiten zurück .

      1. Hamzi

        Ja, sicher, das stimmt. Syrien war zwar arm, aber Not gelitten haben die Syrer nicht. Was wirklich gebraucht wurde, gab es in Syrien, und das zu Spottpreisen wie Nahrung und Energie, oder gleich ganz kostenlos, wie die Gesundheitsversorgung. Ein bisschen mag man sich das vorstellen wie die DDR oder Kuba.

      2. Das Bruttosozialprodukt als Wohlstandsindikator misst ja nur gezahlte Preise für geschaffene Güter und Dienstleistungen.

        Damit wird der tatsächliche Wohlstand von Menschen in Staaten mit großem öffentlichen und sehr preiswerten Sektor zwangsweise deutlich unterschätzt. Man denke sich ein Medikament, welches einmal zum Herstellungspreis (Cent) verbucht wird, in der „Marktwirtschaft“ dagegen zum Mondpreis des Monopolisten.

        Die Produktivität in Landwirtschaft und Industrie hat heute ein Niveau erreicht, womit jedem Menschen ein gesichertes Leben samt Teilhabe an der Gesellschaft (Bildung, Sport, Kultur, Kunst, Verkehr etc.) möglich werde, gegen eine angemessene Beteiligung (für den Anfang vielleicht 20 Wochenstunden, Tendenz sinkend).

        Mal sehen, wo das zuerst umgesetzt werden wird, im nationalen Rahmen.

    2. santa

      Das war vermutlich für die Galerie. Trump zeigt, dass er Wirkung erzielt – auch gegen den Kongress.

      1. Hallo Parteibuch,

        den Lob der Leserschaft will ich mich aus Überzeugung anschließen und ich wünsche Euch und uns ein erfolgreiches Neues Jahr.

        Was Trump angeht – ich denke das ist nicht für die Galerie.

        Ich halte das für einen Schuss vor dem Bug, aus Gründen des Selbsterhalts.
        Die Ethikkommission war gegründet worden weil es eine paar Fälle von nicht zu versteckender Korruption gab (2008, 2 Parlamentarier gingen wohl in den Knast für längere Zeit).
        Donald hat versprochen Korruption zu bekämpfen – das wäre also Futter für den politischen Gegner. Der Mann ist klug.
        Und noch ein Aspekt was macht man mit Leuten aus dem eigenen Lager oder des Gegners? Wer soll den die Leichen finden die nicht nur diese Leute im Keller liegen haben?
        Also das ist doch ein günstiges Werkzeug für die Mächtigen.

        MfG Paule

      2. Korrektur zu:
        “ Und noch ein Aspekt was macht man mit Leuten aus dem eigenen Lager oder des Gegners?“
        Dieser Satz sollte heißen:
        Und noch ein Aspekt was macht man mit Leuten aus dem eigenen Lager oder des Gegners die man weg müssen, weil sie nicht tun was sie sollen?

        Gruß Paule

  2. Guten Tag,

    War kürzlich in Syrien für 6 Tage und kann die Einschätzungen des Blogs nur bestätigen. Habe mit Thierry ein gutes Interview gemacht. Es ist schon erstaunlich, welche Kräfte Syrien TATKRAEFTIG untersützt haben und noch heute unterstützen. Werde in ca. 4 Monaten mit Touristen nach Syrien gehen. Mit bestem Gruss Vital Burger, Emmenbrücke, Schweiz

    1. Sehr geehrter Herr Burger, wir freuen uns alle schon , auf ihre authentischen Berichte aus Syrien.

  3. Liebe Parteibuch
    In Balkan Forum gibt Diskussion über Mustafa Tlassa. Angeblich sind Russen mit ihm in Kontakt getretten und wollen, dass er nach Syrien zürickkehrt. Türkei und Russland wollen FSA Einheiten unter seine Komando stellen und diese Einheiten in SAA integrieren. Was Parteibuch mehr darüber?

    1. Mustafa Tlass ist DIE EINE Person, über die sich seit seiner absolut kryptischen „Flucht“ die Legenden ranken… und zwar mit pansyrischer Ausbreitung.
      Wer es noch nicht weiß: Tlass Jr. galt als einer der engsten Freunde Bashar Assads. Er führte das Leben eines Priveligierten Sugarboys. Tlass ist ein smarter und cooler Typ, attraktiv und weltoffen. Sein Vater war bereits über Dekaden enger politischer Gefährte von Hafez Al Assad.
      Nachdem Mustafas Cousin in Rastan ein Commandeur der FSA wurde, saß Tlass zwischen zwei Stühlen. Er entzog sich der Öffentlichkeit und verließ wenug später Syrien. Aber, und das ist das Entscheidende, nicht fluchtartig und geheim sondern unter ausdrücklicher Billigung von Bashar.
      Und hier beginnt die Legende: Seit dem hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Mustafa von der Regierung ausgeschleust wurde, um ihn später als „oppositionellen“ Rückkehrer wieder eingliedern zu können. Was bemerkenswert ist, ist die Tatsache, dass Tlass im Westen nie als großer Agitator gegen die syrische Regierung aufegtreten ist.
      Ich bin selbst sehr gespannt, wie sich die Geschichte mit Tlass entwickeln wird.

  4. Liebes Parteibuch

    Habe von Familienmitglieder gehört und es wurde vom Präsidenten Aaun des Libanon bestätigt, dass ein Spender von Hezbollah durch Mossad getötet wurden ist in Angola. Ein Hamas unterstützer in Tunesien ,ebenfalls durch Mossad umgebracht der einen deutschem Pass besaß.

  5. OT

    Le Pen hat sich heute gegenüber Reuters zu Plänen für eine Währungsreform geäußert:
    http://www.reuters.com/article/france-election-le-pen-euro-idUSL9N1DU03U

    Aber recht nebulös, zumindest was Reuters da aufgeschrieben hat.

    Interessant wäre ja ein Pfad, wie das vonstatten gehen soll; aber da jeder dieser Pfade selbstverständlich Probleme beinhaltet und die von den Gegnern groß ausgebreitet werden.

    So wird es wohl eher bei allgemeinen Ankündigungen bleiben.
    Letztlich ist das Ziel klar, es gibt wieder nationale Währungen, statt eines Euro kann man einen neuen ECU installieren, mit dem man auch bezahlen kann.
    Dafür kann man auch gleich den alten Euro nehmen.

    Der Vorteil: für die anderen Länder ändert sich erst mal nichts, jedes Land welches will behält den Euro, und man kann daneben auch eine nationale Währung einführen.
    Vielleicht bleiben sogar beide im Rang eines gesetzlichen Zahlungsmittels, für verschiedene Zwecke.
    Und wenn Ab-bzw- Aufwertungen nötig sind, dann können die stattfinden, ohne dass die Welt untergeht (wie es immer war).

    1. andreas

      Was Le Pen da vor hat, finde ich nicht sonderlich nebulös. Das ist ein möglichst sanfter Austritt Frankreichs aus dem Euro. Ein Austritt aus dem Euro ist zwar in den EU-Verträgen nicht vorgesehen, aber als Präsidentin könnte Le Pen den natürlich von der EU trotzdem fordern. Ob sie sich damit auch durchsetzen kann, dürfte dann davon abhängen, ob die Franzosen auch bereit sind, die EU zu verlassen, wenn Le Pen sich in Verhandlungen mit der EU nicht durchsetzt. Ein entsprechendes Referendum hat Le Pen ja für den Fall, dass sie sich gegen die EU nicht durchsetzt, ja ohnehin schon im Programm.

      Das Programm von Le Pen scheint mir also ziemlich klar. Fraglich ist da eher, ob die Franzosen mehrheitlich gewillt sind, das auch zu tun: zunächst Le Pen zur Präsidentin zu wählen, und dann für einen Austritt Frankreichs aus der EU zu stimmen – oder da die Umfragen wenigstens so knapp zu machen, dass die Möglichkeit reell ist. Ich tippe da eher auf Nein, womit Le Pen eine schwache Präsidentin wäre, die nicht tun kann, was sie versprochen hat, weil die Bevölkerung dann doch mehrheitlich dagegen ist.

      Aber: bei den Italienern vermute ich, dass sie die EU tatsächlich mehrheitlich verlassen wollen. Wenn da die M5S 2018 an die Regierung kommt – und danach wie versprochen ein Referendum zum EU-Austritt abhält, dann käme richtig Schwung in die Sache, und dann wäre eine französische Präsidentin Le Pen auf einmal sehr stark in der EU.

      1. Als (Ex-) Ökonom meinte ich die Details; mit einem Gesetz, wir führen heute den Neuen Franc mit Wechselkurs X zum Euro ein, ist es nicht getan.
        Aber wie gesagt, das sollte man aus der politischen Diskussion ohnehin rauslassen.

  6. Bellincats „Analyse“ zur Quellensprengung:
    https://www.bellingcat.com/news/mena/2017/01/04/wadi-barada-happened-damascuss-water/

    >>>Given the regime bombing in close proximity to the spring, as well as video evidence of a bomb impacting the spring structure itself, the most likely scenario is that the regime was responsible for the damage to the spring structure. This bombing is also probably the most likely reason for diesel entering the water supply, whether from a damaged fuel tank, generator, or otherwise. If the rebels wished to cut the water supply they could simply block or divert the spring, as they had done in the past. Preparing one of the tunnels for demolition appears to be an act of deterrence, giving the rebels a “nuclear option” in case of regime attack. Destroying the spring structure itself removes any leverage they have and would give the regime a reason to launch an offensive to take the Barada Wadi. Considering reports of heavy fighting around Barada Wadi, the damage to the Fijeh Springs indeed appears to have sparked a regime offensive on this pocket.>>>

    Aha.
    Weil die „Rebellen“ also kein Interesse daran haben, die Quelle zu sprengen, weil sie die noch als Druckmittel behalten wollen, haben sie sie nicht gesprengt.

    Aber die Regierung, die muss ja dann offenbar ein echtes Interesse daran haben, die Wasserversorgung ihrer Hauptstadt abzuklemmen; wie gut dass es solchen „investigativen Journalismus gibt“.

    Kein Wort darüber, wie sauber dass Dachsegment abgesprengt wurde.
    Könnte man ja einfach mal vergleichen mit Flugzeugbombenabwürfen von oben.

  7. @ Parteibuch

    Meinst Du, dass die Franzosen den Euro und die EU nicht genauso satt haben, wie wir? Ich glaube, wenn man das Volk darüber abstimmen ließe, ob wir den Euro und EU behalten wollen, dann würde es sich gegen Euro und EU positionieren. Hier und auch in Frankreich.

    1. Johanniskraut

      Ja, das Brüsseler Konstrukt war in Frankreich außerordentlich populär und das ist es im Grunde eigentlich immer noch. Ich glaube deshalb, dass die Mehrheit der Franzosen inzwischen zwar den Euro ablehnt, aber die EU im Kern eigentlich gern behalten würde und am liebsten so etwas wie „die guten alten Zeiten der EWG/EG“ zurückhätte. Ich glaube, Le Pen sieht die Wünsche und Träume der Franzosen ähnlich, und das ist der Grund dafür, dass sie nun von einer Art neuem ECU spricht.

    2. Eine Euroabschaffung hätte in einer Volksabstimmung in D keine Chance.

      Man muss sich ja nur ausmalen, wie die DIskussion verlaufen würde.

      Bei einem Austritt Ds springt der Wechselkurs zum Dollar und zum ECU sofort deutlich hoch, bis der Exportüberschuss weitgehend weg ist.

      Das sind derzeit 200 Milliarden Euro, die an Exporterlösen fehlen. Das sind 2 Millionen Arbeitsplätze direkt. Und bestimmt 2 Millionen bei Zulieferern, Dienstleistern, und noch etliche bei Ausrüstern etc.
      Der Investitionsbereich bricht erst malzusammen.

      Damit sind unmittelbar alle Sozialsysteme in extremer Schieflage, die sind nur wegen der Überschussexportarbeitsplätze derzeit einigermaßen im Gleichgewicht.

      Die positiven Effekte, dass man deutlich mehr für seine Arbeit kriegt (sinkende Importpreise, billigerer Urlaub im Ausland), und es natürlich keine Euro-Rettung mehr gibt, haben dagegen keine Chance in der DIskussion.

      Jeder Politiker, jeder Moderator, jeder Zeitungsschreiber hat mit der Muttermilch die „Wahrheit“ aufgesogen, dass „hohe Wettbewerbsfähigkeit“ gut ist, und durch die Abwertung der anderen wäre die ja wieder reduziert. Die einfache logische Erkenntnis, dass es nur ein Verzerrung des Wechselkurses durch die Eurokonstruktion hat wird kaum eine Rolle spielen in der Öffentlichkeit.

      Nein, in D kannst du damit keineswegs eine Mehrheit gewinnen.

      Dafür braucht es Länder, die neben dem Lohndumpingland D durch den Euro in extreme Probleme gekommen sind, aus denen es auch keinen wirklichen Ausweg außer einer ganz tiefen Deflationsdepression gibt.

      1. Sarah Wagenknecht war gerade im Morgenmagazin. Das Interview mußte unterbrochen werden, weil sie den Moderator komplett an die Wand ge hat.

        Nach der Pause wurde ihr Nähe zur AFD und zu Trump unterstellt.
        Die Antwort sinngemäß : Wo die Recht haben haben die Recht.

        Die sogenannten Anti Terror Kriege hätten genau das Gegenteil bewirkt,
        nämlich den Terrorismus befördert. Frau Merkel hätte ja gerne auch bei dem Irak Krieg schon mitgemacht, nur zum Glück saß sie damals noch in der
        Opposition.

        Wenn die sich in ihrer Partei weiter durchsetzt , dann gibt es doch eine Alternative zur Alternative für Deutschland.

  8. ulrich meier
    „Wenn die sich in ihrer Partei weiter durchsetzt , dann gibt es doch eine Alternative zur Alternative für Deutschland.“

    Da glaube ich eher, das sie in der Partei eher auf Abstellgleis geschoben wird, sie steht da ziemlich da. Schließlich sind die anderen scharf auf Pöstchen. Sie haben sich jetzt Jahrzehnte verbogen um der SPD zu gefallen und wo jetzt die SPD vielleicht, eventuell unter bestimmten Bedingungen… bereit wäre, wird man sich weiter verbiegen. Und das es nicht reichen wird, weil man dann weniger Stimmen bekommen würde und das die SPD wohl die 20% -Grenzen reisen wird und das man mit Alternativer Poltik auch gegen die SPD mehr bestimmen bekommen würde, wen interessiert es, Hauptsache mit der SPD (nicht) an die Macht.

    1. Lutz

      Ich glaube, das siehst Du falsch. Sahra Wagenknecht ist in der Linkspartei keineswegs allein, sondern sie spricht für den durchaus gewichtigen anti-imperialistischen Flügel der Linkspartei. Wäre das nicht so, wäre Sahra Wagenknecht auch nie eine von zwei Spitzenkandidaten der Linkspartei geworden. Es stimmt zwar, dass es in der Linkspartei auch einen starken, möglicherweise inzwischen sogar dominanten, Mossad-/Realo-Flügel gibt, aber dass Sahra Wagenknecht allein in der Linkspartei steht, stimmt definitiv nicht.

      1. einparteibuch
        „Es stimmt zwar, dass es in der Linkspartei auch einen starken, möglicherweise inzwischen sogar dominanten, Mossad-/Realo-Flügel gibt, aber dass Sahra Wagenknecht allein in der Linkspartei steht, stimmt definitiv nicht.“

        Da haben wir wohl unterschiedliche Auffassung über alternative Politik. Man hat ja wohl in letzter Zeit deutlich gesehen, wer das Sagen hat, wenn die Linke an die Macht gekommen ist: Beispiele Thüringen, MeckPom oder Berlin.

        Verstehe mich nicht falsch. Ich bin nie und werde nie in eine Partei gehen, bin aber im Kreis bei der Linken (PDS, zum Teil in der Endphase der SED) manchmal wöchentlich dort ein und ausgegangen. Das ich jetzt etwa 3 Jahre kürzer trete, liegt nicht daran, das ich nicht mehr will, sondern hat berufliche Gründe.
        Etwa 1990 waren wir (in den Diskussionsrunden der SED) uns einig, das die SED den selben Weg gehen wird wie die Grünen, weil bei jeder Wahl sich die Reales ein klein wenig mehr durchsetzen werden. Es gab damals auch keine Alternative zu dem Weg.
        Das die SPD Clara Zetkin nicht will, hat sie schon gesagt und die Realos wollen und werden da entgegen kommen. Übrigens war ich auf der Seite Lafontains und hatte mit Gysis nachplappern nichts am Hund, das zeigt wohl, das ich unter alternativer Politik etwas anderes verstehe, wie die Vielzahl der ostdeutschen Genossen.
        Das die Wähler schon lange Probleme mit den führenden Genossen haben, habe ich bei einer Kommunalwahl erlebt. Auf den ersten Plätzen die üblichen Unternehmer, wo ich mich immer noch Frage, wieso die nicht in der CDU waren. Auf einen der letzten Plätzen ein echter Antifaschist (also noch die vor 1945). Einer der auch mitdiskutiert hat. Am Ende hatte er trotz schlechten Listenplatzes die 2-meisten Stimmen

      2. Lutz

        „Man hat ja wohl in letzter Zeit deutlich gesehen, wer das Sagen hat, wenn die Linke an die Macht gekommen ist: Beispiele Thüringen, MeckPom oder Berlin.“

        Nee, das ist nicht repräsentativ für die Bundestagswahl. Die Mossad-/Realo-Fleischtopf-Fraktion in der Linken ist insbesondere im Osten Deutschlands stark, während die Anti-Imperialisten eher im Westen Deutschlands stark sind.

        Die östlichen Landesverbände bekommen prozentual mehr Wählerstimmen, stellen in Thüringen sogar den Landeschef, womit der Osten der Linkspartei besser wahrgenommen iwrd als der Westen, wo die Linkspartei oft an der 5%-Hürde scheitert, aber die östlichen Bundesländer sind insgesamt kleiner als der Westen. Bei einer Bundestagswahl gleicht sich das aufgrund der Größe des Westens eher aus. Realität ist, dass in Ost und West zwei sehr unterschiedliche Flügel in der Partei den Ton angeben, die sich gegenseitig brauchen, um bundesweit über die 5%-Hürde zu kommen.

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