Donald Trump nominiert General James Mattis als Verteidigungsminister

Nachdem der designierte US-Präsident Donald Trump General James Mattis nach einem Treffen vor zehn Tagen in den höchsten Tönen gelobt hat, ist es keine ganz große Überraschung mehr, dass er ihn nun als Verteidigungsminister nominiert hat.

Was seltsam an der Nominierung erscheint, ist, dass während der Vorwahlen im April Geschichten veröffentlicht wurden, denen zufolge führende Neocons General James Mattis über ein gezielt herbeigeführtes Patt im Electoral College und eine anschließende Auswahl des US-Präsidenten durch das Abgeordnetenhaus zum Präsidenten machen wollten, um auf diese Weise eine Präsidenschaft von Trump oder Clinton zu verhindern. Und ausgerechnet diesem General Mattis will Trump nun also mit dem Verteidungsministerium das wohl wichtigste Ministerium in seinem Kabinett anvertrauen. Die Vorliebe führender Neocons für General Mattis erklärt sich unter anderem dadurch, dass Mattis stets als leidenschaftlicher Iran-Hasser und Putin-Feind aufgetreten ist, Eigenschaften, die auch im Weltbild der Neocons fest verankert sind.

Das muss aber nicht bedeuten, dass die Neocons mit ihrer Einschätzung von James Mattis richtig liegen. Es ist kein Geheimnis, dass Trump seinen designierten Nationalen Sicherheitsberater, Ex-DIA-Chef Generalleutnant Mike Flynn, mit Veto-Macht bezüglich der Ernennung eines jedweden, die nationale Sicherheit betreffenden Posten in der Administration Trump ausgestattet hat. Es ist durchaus möglich, dass Mike Flynn seine Ex-Generalskollegen besser kennt und einschätzen kann als es die Neocons können, die meist von zivilen Schreibtischpositionen in „Think Tanks“ oder „Lobbygruppen“ aus agieren. Und im Unterschied zu den zionistisch dominierten Medien, Wall Street und der Israel-Lobby ist das Militär eine Bastion der Unterstützung für Trump und seine Agenda. Und daran, was seine Agenda ist, lässt Trump, der gegenwärtig durch das Abhalten von Großkundgebungen wie im Wahlkampf dafür sorgt, dass seine Bewegung weiter energiegalden bleibt, keinen Zweifel aufkommen: Amerika Zuerst!

„Amerika Zuerst“ kommt bei vielen Militärs, auch und gerade solchen in Sptzenpositionen, gut an. Und „Amerika Zuerst“ steht in offenkundigem Gegensatz zu der Devise von Neocons und Israel-Lobby, die bekanntlich „Israel Zuerst“ lautet.

Sucht man etwas weiter bei General Mattis, dann findet sich da nicht nur Hetze gegen Iran und Russland, sondern auch eine an Ketzerei grenzende Einschätzung der US-Unterstützung von Israel. Nach seiner Pensionierung sagte General Mattis im Juli 2013 auf dem Aspen Forum: „… Ich habe als Kommandeur von CENTCOM jeden Tag einen militärischen Sicherheitspreis dafür bezahlt, weil die Amerikaner als parteiisch mit der Unterstützung für Israel gesehen wurden. …“

Mit anderen Worten: die US-Unterstützung für Israel ist keine unumschränkt gegenseitig vorteilhafte Partnerschaft, sondern eine Last für die USA, für die die USA in der Region einen hohen Preis bezahlen, und wenn ein Kommandeur wie Mattis das sagt, der ein paar Sätze zuvor über hohe Verluste geredet hat, dann ist damit natürlich auch ein Preis in Blut gemeint. Mit Trumps Devise „Amerika Zuerst“ beißt sich die unbedingte parteiische US-Unterstützung für Israel, und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis dieser Interessenskonflikt zwischen Trump und seinen Anhängern einerseits und Israel und der Israel-Lobby andererseits offen zutage tritt.

Die Auswahl von Mattis als Verteidungsminister könnte sich da auch ehrlicher linker Kritik zum Trotz als geschickter Schachzug von Trump erweisen. Minister brauchen schließlich die Zustimmung vom Senat, bevor sie ihr Amt antreten können. Einerseits sind die Chancen gut, dass die Israel-Lobby und die Neocons, die im Senat die Mehrheit haben, nicht umhin kommen, trotz jüngster Bedenken der ZoA eben wegen des oben zitierten Interviews der Ernennung von Mattis zum Verteidigungsminister zuzustimmen, und andererseits scheinen Trump und Flynn fest davon überzeugt zu sein, dass Mattis bei der wohl demnächst großen Auseinandersetzung des Amerika-Zuerst-Lagers mit dem Israel-Zuerst-Lagers fest auf der Seite von Trump stehen wird.

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9 Gedanken zu “Donald Trump nominiert General James Mattis als Verteidigungsminister

  1. @ Parteibuch

    Bei Sputnik ist ein Bericht über die Trumpschen Personalentscheidungen:

    „Im Wahlkampf wetterte er noch gegen die Finanzelite. Nun macht Donald Trump den Wall-Street-Insider Steven Mnuchin zum Finanzminister und den Milliardär Wilbur Ross zum Handelsminister. Der Bestsellerautor und Wirtschaftsexperte Marc Friedrich schließt daraus im Sputnik-Interview: „Viel Change wird sich auch unter Trump nicht einstellen.“

    https://de.sputniknews.com/politik/20161202313609011-trump-wall-street/

    Was sagt das Parteibuch dazu?

    1. Johanniskraut

      Dass Trump als republikanischer Präsident nicht gerade Sozialisten auf die Finanzposten seiner Regierung setzen würde, war von vornherein klar. Bei den Milliardären, ehemaligen Goldmännern und so fort, die Trump nun auf die Posten gesetzt hat, lohnt es sich trotzdem genauer hinzuschauen. Manchmal sind Insider und Ex-Mitarbeiter nämlich auch Dissidenten.

      Trumps designierter Handelsminister Wilbur Ross beispielsweise scheint ein Gegner von multilateralen FTAs wie TPP zu sein. Und eine gute Beziehung von Trumps Ex-Goldmännern zu Goldman Sachs scheint mir auch fraglich zu sein.

      Es könnte auch sein, dass Trump sich gezielt Dissideneten sucht, die den Gegner gut kennen. Die Frage dürfte also sein: welche Politik wollen diese Leute verfolgen? Und da würde ich durchaus Potential für positive Überraschungen bei Trumps Leuten sehen.

      Das Argument, dass einige von Trumps Leuten Ex-Goldmänner sind, scheint mir eher so zu sein, wie wenn Trump Edward Snowden zum Geheimdienst-Chef machen würde, dann zu sagen: ah, schon wieder ein Insider der NSA, was soll sich da schon ändern, wenn so einer an die Macht kommt. Mit anderen Worten: das Argument, dass das Insider sind, finde ich nicht besonders überzeugend. Damit will ich andersherum jedoch nicht sagen, dass ich von Trumps Leuten unbedingt eine fortschrittliche linke Wirtschaftspolitik erwarten würde, im Gegenteil. Was es aber durchaus geben könnte, ist ein verbissener Machtkampf zwischen Trump und Wall Street.

  2. @ Pateibuch

    Danke für Eure Einschätzung!

    Und das:
    „Was es aber durchaus geben könnte, ist ein verbissener Machtkampf zwischen Trump und Wall Street.“
    …macht doch Hofnung!

    1. Ich verfolge die Mainstreammedien ja so gut wie gar nicht, aber ich denke wir hätten jubelndes, unüberhörbares Geschrei der selbigen gehört, wenn Trump nen verfi**ten Ziocon nominiert hätte! Kann also gut sein, dass Du recht behälst Parteibuch und wir bald einen erbitterten und offenen Machtkampf ztwischen dem Trumpteam und den Ziocons erleben werden. Ich denke, das alles lässt vorsichtigen Optimismus zu, dass der versprochene Change kommt. Man, ist das alles spannend!

  3. Breaking news

    Deutsche Wirtschafts Nachrichten

    Neue Eu Richtlinie:
    https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/12/02/gefaehrliche-eu-richtlinie-jeder-kritische-buerger-kann-ein-terrorist-sein/

    Zensur total?

    (…) Die erste unmittelbare Konsequenz dürfte sich im Bereich der Meinungs- und Pressefreiheit zeigen. So ist mit der neuen Richtlinie die Blockade von Websites über einen einfachen Verwaltungsakt möglich, wenn eine Regierung feststellt, dass eine Website die politischen und wirtschaftlichen Realitäten in einem Land „destabilisiert“. Des „Terrorismus“ machen sich dann nicht nur die Betreiber der Website schuldig, sondern auch die Besucher einer solchen Seite. Der Zweck dieser Maßnahme dürfte weniger in der Tatsache bestehen, dass die Regierung Website-Besucher wirklich einzeln verfolgt. Allerdings sollen die Konsumenten präventiv eingeschüchtert werden, um sie vom Besuch kritischer Websites abzuhalten. (…)

    Und vieles mehr…

  4. dreist,wir haben eine gescheiterte familienministerin,die als quereinsteigerin,den generälen zeigt was sache ist…

    deutschland ist in der merkelzeit zu einem land des gepfegten irrsinns verkommen…

  5. Danke für diese Einschätzung. Bei Mattis ist das erst mal nicht leicht.

    Einerseits befürwortete der Iran-Hasser 2012 den Sturz des syrischen Staatschefs Assad, weil er sich davon eine „strategische Schwächung des Iran“ versprach. Im Irak war Mattis für das Massaker an einer Hochzeitsgesellschaft mit 42 zivilen Opfern verantwortlich und lehnte anschließend eine Entschuldigung ab, was sicher seinen Spitznamen „Mad Dog“ rechtfertigt.

    Zweifellos ist Mattis ein harter Hund. Aber er scheint gleichzeitig ehrlich und gerade zu sein, weshalb er in der Truppe beleibt ist. Wohl auch, weil ihm nachgesagt wird, er hätte „ein Herz für seine Soldaten“. Wenn das so ist, wird er wohl nicht davon begeistert sein, seine Leute in unsinnigen Kriegen zu verheizen.

    Auch das passt ins Bild des aufrechten harten Hundes:
    Trump geht ab vom Versprechen, die Folter zurückzubringen
    General Mattis hat ihn überzeugt, dass diese nicht funktioniert
    http://antikrieg.com/aktuell/2016_11_24_trump.htm

  6. “When you men get home and face an anti-war protester, look him in the eyes and shake his hand. Then, wink at his girlfriend, because she knows she’s dating a pussy.”

    – General James Mattis

    Offenbar einer der Fälle von Persönlichkeitsstörung, die keine Diagnose braucht, man kann einfach die ganze Liste nehmen.

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