Klown-Frage

Psst, streng geheim! „Ich weiß, wer es wird, aber ich sage es nicht.“ Allerherzlichst.

In der Möchte-Vielleicht-Gern-Friedenspartei SPD, die neuerlich mal wieder ein neues Mitglied bekommen hat, da gibt es ja gerade ein großes Geheimnis. Und nein, damit ist nicht gemeint, wer auf Platz 1 der SPD-Landesliste in NRW kandidiert, denn das ist ja bekannt. Es ist die sogenannte Klown-Frage.

Bei den Genossen gibt es schon Witze. „Du kannst dir gar nicht vorstellen, welchen Clown der Dicke zur Lösung der K-Frage gefunden hat.“ „Bestimmt nur vom Besten.“ „Pruuust.“ „Nun sag schon!“ „Einen abgehalfterten Eurokraten.“ „Sag nicht sowas.“ „Nein, wirklich, und obendrein einen lispelnden Arbeiterführer mit dem Charme eines Kleinstadtbürgermeisters.“ „Und ich dachte, bei uns gäb’s nur Doppelkinn. Machen wir jetzt auch Doppelspitze?“ „Nein, bei uns gibt es das alles in einer Person.“ „Tätää! Projekt 18, wir kommen!“

Also, seit lang über einem Jahr sucht ja die SPD bekanntlich nach einem Clown, der Sigmar Gabriel das Himmelfahrtskommando Kanzlerkandidatur 2017 abnimmt. Im Januar soll dann das große Geheimnis gelüftet werden, ob sich jemand gefunden hat, der die Klatsche einstecken will.

Das trifft sich gut, weil im Januar ein neuer EU-Parlamentschef gewählt wird, was ein fetter EU-Spitzenposten ist, für den die Eurokraten ausgekungelt haben, dass ihn diesmal die Euro-CDU bekommen soll. Und der bisherige Posteninhaber stünde dann ohne Posten da. Das geht natürlich gar nicht. So kommt eins und eins zusammen. Wohl dem, der keinen Fernseher hat und so im nächsten Jahr um neun Monate volle Dröhnung Euro-Schwafelei herumkommt.

Fazit: 2017 zweitstärkste Partei im Bund zu werden, könnte für die AfD ein durchaus realistisches Ziel sein.

11 Gedanken zu “Klown-Frage

    1. Naja Martin Schulz kann ja nicht einmal „europäisch“ sagen!
      Alle „isch“ werden zu „ich“.
      Für mich hört sich das immer schrecklich an!

  1. Das System in seiner jetzigen Form hat sich überlebt. Es werden immer mehr politische Resourcen verschlungen und so wird dann 2017 mindestens ein drei Parteien Bündnis gebraucht um zu überleben.
    Die AfD ist die einzige Partei die wirklich in Opposition zum Merkelkurs steht. Die anderen haben auch eine brillianten Sarah Wagenknecht und einen Oskar Lafontaine, doch gegen Weitersokipping und Kollegen wird auch die nächste Wahl vergeigt.

    1. Springer/Bertelsmann Spiegel-Welt-Bilds mit dem ablenkenden Überfremdungsthema aufgebrachtes AfD-Gebilde steht keineswegs in Opposition zum antidemokratisch-neoliberalistischen Merkelkurs, sondern ist der Turbo des antidemokratisch-neoliberalistischen Merkelkurses, so wie es kaum noch klarer und deutlicher formuliert im Wahlprogramm zu lesen ist; möglichst vor dem Wählen.

      1. Hmm, dann wunderts mich aber, dass die AfD genau die Rentenversicherung machen will, die alle Linken gerne haben wollen: Die Rente als Bürgerversicherung in die Alle einzahlen und ohne Beitragsbemessungsgrenze.

        Inzwischen bin ich der Überzeugung, daß man all dieses „Links, Rechts, Fascho, Anarcho, Kapitalist, Sozialist ect.“ Zeug den Locus runter spülen kann, da diese keinen Inhalt mehr haben, nur noch als leere Metaphern benutzt werden um „Gefühle“ zu bedienen und „Stimmungen“ zu erzeugen.

      2. Vielen Dank für die Antwort, die Frage ist wirklich interessant. Also zu den beiden Hauptpunkten im Einzelnen:

        „Hmm, dann wunderts mich aber, dass die AfD genau die Rentenversicherung machen will, die alle Linken gerne haben wollen: Die Rente als Bürgerversicherung in die Alle einzahlen und ohne Beitragsbemessungsgrenze.“

        Was sollten den Gleichwertgrundsatz aller Menschen erkennbar befürwortende, also diesen Grundsatz in davon charakterisierte Gesetzesform bringende, also wirklich Linke auch anderes wollen als die einzig funktionierende, zuvor bei uns bereits ansatzweise entwickelte, jedoch von offensichtlich den Gleichwertgrundsatz aller Menschen ablehnenden, also höchstens links maskierten Rechten ausgehöhlte umlagefinanzierte Rentenversicherung, in die sowohl der Rechtsanwalt als auch seine Putzfrau einzahlt, wie es sogar in der kapitalistischen Schweiz geregelt ist, doch über gegenteilige Bekundungen hinaus, ein sozialpolitisch rückschrittlich neoliberalistisches Gebilde wie „AfD“ dies natürlich überhaupt nicht wirklich wollen kann.

        „Inzwischen bin ich der Überzeugung, daß man all dieses „Links, Rechts, Fascho, Anarcho, Kapitalist, Sozialist ect.“ Zeug den Locus runter spülen kann, da diese keinen Inhalt mehr haben, nur noch als leere Metaphern benutzt werden um „Gefühle“ zu bedienen und „Stimmungen“ zu erzeugen.“

        Öffentlichkeitswirksam wurde der Bedeutungshorizont für die Durchsetzung der menschlichen Friedens- und Solidarinteressen zentraler politischer Begriffe bis 1933 ausgeweitet, bis kaum noch jemand etwas mit ihnen zu tun haben wollte, im Nebel der Verwirrung den Gleichwertgrundsatz aller Menschen offen verneinende, tatsächlich vom Großkapital gesteuerte, Sozialisten ermordende, also Rechtsextremisten sowie terroristische Menschenhasser, also Faschisten sich selbst „Sozialisten“ nennen, dafür in Deutschland bis zu 44 Prozent der Wählerstimmen bekommen und als die Zustimmung rapide nachließ, sich mit einem fingierten Reichstagsbrand an die Macht putschen konnten statt als lebensgefährliche politische Betrüger noch rechtzeitig hinter Schloss und Riegel gebracht worden zu sein. Nur so als kurz in Erinnerung gebrachter Erfahrungswert.

    2. Genau!
      Sahra Wagenknecht und Lafontaine sind die einzigen, die ich als Kanzler für Deutschland mir gut vorstellen kann. Die würden Deutschland wieder in Schwung bringen.
      Aber sonst kenne ich KEINEN fähigen Politiker.

      Vielleicht hätte Steinmeier eine Chance gegen Merkel, aber doch nicht diese Type M.Schulz.
      Wer soll denn den wählen?

      1. “ (…) Vielleicht hätte Steinmeier eine Chance gegen Merkel, aber doch nicht diese Type M.Schulz.“

        Ganz genau. Wie ich es weiter unten so ähnlich ja auch schon schrieb.
        Nicht „können“ ist das Problem, die WOLLEN gar nicht stärkste Partei werden.

  2. Die Kraft-los ja ob über ihres sensationellen PR-Coups beinahe geplatzt sein, wäre die heiße Luft nicht anderweitig rechtzeitig noch entwichen.

    Das ist ja alles sooooooooo spannend. Und ganz Deutschland darf nun mitfiebern, welcher Clown zur Belustigung des Stimmenviehs als nächstes nun die Manege betreten wird. Das ist alles sooooooooo spannend.

    Danke auch Frau Kraft-los für dieses glänzende Lehrstück an Infantiliät.

  3. „Der Einzige, mit dem ich diskutieren möchte, ist der US-Botschafter – ich ziehe es vor, mit dem Eigentümer des Zirkus zu sprechen statt mit den Clowns.“

    Evo Morales, seit 2006 vom Volk gewählter Präsident der Republik Bolivien vor den Wahlen von 2002 als Begründung es abzulehnen mit Kandidaten zu sprechen, die von Washington bevorzugt wurden.

  4. Die SPD hätte mit DIE Chance gehabt, mit Steinmeier eine wirklich Gefahr für Merkel um den Kanzlerposten aufzustellen, weil dieser laut Umfragen (die man natürlich immer kritisch beobachten muss, aber in der Tendenz hier sicherlich stimmen) der aktuell beliebteste deutsche Politiker ist.
    Wenn sie sich jetzt stattdessen für die graue Maus aus Würselen entscheidet, ist das ein klares Zeichen dafür, dass sie gar nicht (wirklich) gewinnen möchte.
    Warum auch im „Viele Namen und Farben, aber eine Partei“-System? Was macht Groko mit mehr rot oder mehr schwarz schon für einen Unterschied? Genau.

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