Russischer Schiffsverband unterstützt Anti-Terror-Kampf in Syrien

Wie der russische Verteidigungsminister Schoigu heute bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Putin mitteilte, hat Russland um 10:30h und 11:00h heute Morgen eine großangelegte Operation gegen Positionen der Terrorgruppen „Islamischer Staat“ und „Jabhat al-Nusra“ in den syrischen Provinzen Homs und Idlib begonnen.

Die russischen Streitkräfte lieferten massive Schläge gegen Waffenfabriken der Terroristen, führte Schoigu weiter aus. Die Schläge würden außerdem auf Waffendepots und Ausbildungszentren der Terroristen sowie Anlagen zur Produktion von Massenvernichtungswaffen zielen. Zuvor seien die Ziele sehr sorgfältig aufgeklärt worden. Überwacht würden die Schläge von Aufklärungsflugzeugen und Drohnen, so dass basierend auf den Ergebnissen weitere Schritte im Kampf gegen den Terror in Syrien ergriffen werden können, erklärte Schoigu weiter.

Wie russische Medien berichteten, nahmen an der Operation unter anderem auf dem russischen Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ stationierte Su-33 Jagdflugzeuge teil.

Die Fregatte „Admiral Grigorovich“ setzte Cruise Missiles vom bereits zuvor in Syrien eingesetzten Typ Kalibr ein. Außerdem, und das ist eine Neuheit, setzten die russischen Streitkräfte ein landgestütztes Raketensystem vom Typ Bastion ein.

Eigentlich ist das mit Antischiffsraketen vom Typ Onyx arbeitende System Bastion ein auf die Abwehr von Schiffen spezialisiertes Küstenverteidigungssystem, doch offensichtlich wurden die Raketen mit einer neuen Zielvorrichtung ausgestattet, die es erlaubt, mit Onyx-Raketen nun auch Landziele zu bekämpfen.

So wie es auf den veröffentlichten Videos ausschaut haben die russischen Angriffe ihre Ziele gut getroffen. Die Terroristen und ihre Unterstützen reagierten auf die russischen Angriffe auf Positionen von Al Kaida mit der Verbreitung der Behauptung, es seien durch syrische oder russische Luftangriffe drei Krankenhäuser in der Provinz Aleppo getroffen worden. Das russische Verteidigungsministerium wies diese Behauptungen umgehend als simple Lügen zurück und erklärte weiter, Russland habe seit 28 Tagen überhaupt keine Luftangriffe in Aleppo durchgeführt. Das Militärmediennetzwerk berichtete allerdings dem nicht widersprechend, dass die syrische Luftwaffe heute Morgen in Rashideen westlich von Aleppo durch einen Angriff auf das dortige Hauptquartier der FSA-Terrorgruppe „Armee der Mujahideen“ mindestens neun Terroristen eliminiert und weitere verletzt hat.

Die große Frage ist nun, welche taktischen und strategischen Pläne im Anti-Terror-Kampf der russischen Operation zu Grunde liegen. Was die Onyx-Raketen angehet, erklärt Konstantin Siwkow, Präsident der Akademie für geopolitische Probleme, über die russische Nachrichtenagentur Sputnik freimütig, der heutige Einsatz der Onyx-Raketen habe dazu gedient, die Raketen im Einsatz gegen landgestützte Ziele unter realen Kampfbedingungen zu testen. Das Gleiche lässt sich sicherlich auch vom Einsatz des Flugzeugträgers „Admiral Kusnezow“ und der Fregatte „Admiral Grigorovich“ sagen. Und, das darf man sicher getrost hinzufügen, die schicken Videos vom heutigen Einsatz heute sind sicherlich bestes Werbematerial, um die Leistungsfähigkeit russischer moderner Waffentechnik den terroristischen Gegnern, dem Publikum zu Hause sowie Zuschauern in aller Welt zu demonstrieren, was der Position Russlands auf dem internationalen Waffenmarkt nicht abträglich sein dürfte. Praktisch hätte Russland die heute attackierten terroristischen Ziele vermutlich einfacher mit Flugzeugen vom russischen Luftwaffenstützpunkt in der syrischen Provinz Latakia aus bekämpfen können, aber wo die Terroristen sich schon freiwillig als werbewirksame Ziele für die russische Waffenindustrie zur Verfügung stellen, da wollte Russland die Gelegenheit zur Demonstration der Fähigkeiten der russischen Waffentechnik unter realen Bedingungen und vor großem Publikum offenbar nicht auslassen.

Und für den Krieg in Syrien dürfte das auch strategisch geschickt sein. Ihre Nutzung als werbewirksame Ziele für die russische Waffenindustrie dürfte recht demotivierend auf die Terorristen wirken. Russland und der russischen Waffenindustrie als werbewirksame Ziele nützlich zu sein, dürfte so ziemlich das letzte sein, was die Terorristen in Syrien und ihre Unterstützer wollen. Da wird möglicherweise nun der eine oder andere Terrorist den spätestens seit dem Wahlsieg von Trump ohnehin völlig hoffnungslosen Kampf lieber aufgeben und flüchten oder eine Versöhnungsvereinbarung unterschreiben, was Russland und die syrische Regierung natürlich nur begrüßen würden. Insofern wird es sich noch zeigen, ob die heutigen großangelegten Luftangriffe auf Positionen von Terroristen in Nordsyrien den Auftakt für eine Bodenoffensive der syrischen Armee und ihrer Partner in den Provinzen Idlib und Aleppo bilden oder ob den Terroristen zunächst noch eine weitere Chance zur Kapitulation oder Flucht gegeben wird.

In Bezug auf die in der Metropole Aleppo umzingelten Terroristengebiete gab es da heute unterschiedliche Signale. Franz Klinzewitsch, erster Vize-Vorsitzender des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses im russischen Föderationsrat, erklärte russischen Medien zufolge, „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ würden die syrische Armee, die russische Luftwaffe und ihre Partner Kampfhandlungen zur Verdrängung von Terroristen aus der Stadt Aleppo bereits in den nächsten 24 Stunden aufnehmen, während der Sprecher des russischen Präsidenten auf Nachfrage darauf hinwies, dass die heutige Erklärung des russischen Verteidigungsministers Aleppo nicht erwähnte, was man so interpretieren kann, dass noch keine Großoffensive zur Befreiung der Stadt Aleppo vom Terrorismus unmittelbar bevorsteht. Es gab heute auch einige Meldungen über Luftangriffe in den umzingelten Terroristengebieten von Aleppo, aber solche Meldungen hatte es vor ein paar Wochen schon einmal gegeben, und später stellten sie sich als falsch heraus, so dass man diese Meldungen wohl nicht überbewerten und als sicheres Zeichen für eine unmittelbar bevorstehende Bodenoffensive zur Einnahme der Terroristengebiete in Aleppo nehmen sollte.

Sollten Meldungen sich als zutreffend erweisen, denen zufolge Zivilisten im Ost-Aleppiner Bezirk Bustan Al Qasr Lager von Terroristen gestürmt haben und sie den Terroristen vorwarfen, korrupt zu sein und Versorgungsgüter zu bunkern, und sich das zu einem größeren Aufstand gegen die Terroristen ausweiten, dann könnte sich eine Militäroperation zur Erstürmung der Terroristengebiete von Aleppo möglicherweise weitgehend erübrigen.

Nachtrag 18:30h: Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA teilt soeben mit, dass das russische Verteidigungsministerium bekannt gegeben hat, dass weder die russische noch die syrische Luftwaffe Angriffe auf Ziele in Aleppo durchgeführt haben.

Nachtrag 20:30h: Übrigens, möglicherweise hängt der Zeitpunkt der heutigen russischen Anti-Terror-Operation in Syrien mit dem Telefonat zusammen, dass Putin und Trump gestern hatten. Trump hatte nach dem Telefonat bekanntgegeben, er freue sich auf eine starke und dauerhafte Beziehung mit Russland, und Putin hatte nach dem Telefonat mitgeteilt, er und Trump würden eine „phänomenal ähnliche“ Ansicht zur Außenpolitik haben. Neocon-Kriegstreiber John McCain versprüht deswegen schon Gift. Ein Auftauen der amerikanisch-russischen Beziehungen sei „inakzeptabel“ lässt er das neokonservatove Kriegshetzer-Blättchen „Washington Post“ verbreiten.

46 Gedanken zu “Russischer Schiffsverband unterstützt Anti-Terror-Kampf in Syrien

  1. Liebe Parteibuch
    In nächsten Tagen werden wir sehen wo SAA zuschlägt? Heutige Luft und Raketten Angrife sind verteilt an ganze Homs und Idlib. Es gibt keine Konzentrierte Angriffe auf bestimmt Frontabschnitt, so das ich auch ein Sturm in nächste 24 Stunde nicht erwarte. Aber ich gebe auch zu, dass Russland will sich keine schlechte Werbung machen mit Tagelange bombardierung von Aleppo.
    Egal was passiert, werden wir in paar Tage schlauer. Aber ich finde niergendwo, was passieren wird, wenn türkische Islamisten Al Bab annehmen. Was passiert wann sie sich SAA und Erdogan Halsabschneider gegenüber stehen? Ich erwarte nicht ein Krieg aber Verhandlungen. Wahrscheinlich werden dann diese Islamisten Titel bekommen „Moderate Oposition“ und werden legale Verhandlungs Partner. Ich glaube auch nicht, dass Russland wird sich trauen sie zu zerbomben? Welche Meinung hat Parteibuch über diese Szenario?

    1. zgvaca

      Wie immer, wenn die syrische Armee und Jihadis sich gegenüberstehen, wird es darauf ankommen, wie die Jihadis sich verhalten. Verhalten sie sich friedlich, hat die syrische Armee besseres zu tun, als sie anzugreifen, verhalten sie sich nicht friedlich, werden sie eliminiert.

      Wenn es nötig sein wird, weil sie sich nicht benehmen können, wird Russland selbstverständlich der syrischen Armee dabei helfen, gegen die türkischen Proxy-Jihadis vorzugehen.

  2. Blöds JihadJulian tobt, lügt und tobt auf twitter, also wird z.Z. alles richtig gemacht. Voraus angekündigte Angriffe sind i.A. keine gute Idee. Zu unerwarteten Zeiten und an überraschenden Orten ist normalerweise erfolgreicher.

  3. Der IS hat Qabasin bis auf Nachhutgefechte kamplos geräumt. Strategisch war das sogar richtig. Die Frage ist jetzt, ob der IS al-Bab wirklich verteidigen will oder sich vielleicht insgesamt in die grobe Richtung Raqqa zurückziehen will. Rein strategisch betrachtet kann er ohnehin nur wieder an Schlagkraft gewinnen, wenn er sein Gebiet radikal verkleinert und damit die Frontlänge insgesamt verkürzt. Andererseits nehme ich natürlich jeden weiteren Fehler des IS wohlwollend zu Kenntnis🙂

    1. Dietmar

      Vielen in der Gruppe IS dürfte längst klar sein, dass IS dem Untergang entgegengeht. Der einzige Weg, den es zur Rettung gibt, ist die Fahne zu wechseln. Unter der Fahne der FSA gedeckt von der Armee von Sultan Erdogan kann die Ideologie des IS jedoch möglicherweise weiter gedeihen.

      Flaggenwechsel verkauft als Rückzug statt Niederlage ist bei den IS-Strategen angesagt.

      1. Welches Ziel sieht das Parteibuch in Nato-Erdogans Aggressionskrieg gegen sie Syrische Arabische Republik? Könnte Nato-Erdogan sich in Syrien dauerhaft festsetzen wollen? Werden Syrien und Alliierte abwarten, bis genügend Wahhabi-Mörderbanden sich gegenseitig eliminiert haben, den Rest aufwischen und dann den, um den Preis S-300-Bekanntschaften zu machen, in syrischem Luftraum bereits jeder bewaffnete Flugverkehr verbotenen Erdogan-Truppen zeigen, wo der Heimweg ist? Was wollen Washingtons antisyrische Aggressionskrieger mit ihrem Kurden-Kanonenfutter im syrischen Raqqa erreichen?

      2. Clearly

        Erdogan will das ottomanische Reich so gut es geht, wieder auferstehen lassen, und betrachtet Nordsyrien als Teil der Türkei, der ihr vor 100 Jahren ungerechterweise geklaut wurde.

      3. „Erdogan will das ottomanische Reich so gut es geht, wieder auferstehen lassen, …“

        Vielen Dank für die Antwort. Bei weiterem Vorgehen in dieser Weise, sehe ich in etwa vier Jahren das Ziel erreicht, in den dann 100 Jahre zurückliegenden Grenzen von 1920:

  4. @parteibuch
    „Übrigens, möglicherweise hängt der Zeitpunkt der heutigen russischen Anti-Terror-Operation in Syrien mit dem Telefonat zusammen, dass Putin und Trump gestern hatten. Trump hatte nach dem Telefonat bekanntgegeben,“

    Normal setzt man sowas ein wenn die Flugzeuge nicht fliegen können.
    Wenn die Flugzeuge in Gefahr geraten abgeschossen zu werden oder
    * geringer Sicht * Nacht * schlechtes Wetter.

    Die Raketen flogen bei wunderschönen Flugwetter und schlugen dort ein wo Drohnen sie gefahrlos filmen konnten

    Die Bastion wurde ja nach Kaliningrad geliefert, die Antwort auf das Raketenschild
    Zur Bastion, keine Rakete kann sie abfangen. Entweder die stürzt alleine ab oder sie trifft. Es gibt keine weitere Variante

    PS
    Das bekommt der Chefstratege aus dem WH aufs Brötchen gelegt.

    Was für ein Zufall der FNP Träger ist gerade in GR
    GR hat Seerrechte in der Äigais — Durchfahrt nach Syrien
    Der andere ist gerade in TR ( Bospurus )

    PS2
    Die Wertehumanisten wollen die Lieferungen nach Syrien stoppen

  5. Hier wieder mal ein Beispiel, wie mit Halbwahrheiten von Journalisten Stimmung gemacht und das von einer Zeitung, die einer Linken Partei nahesteht:
    https://www.neues-deutschland.de/artikel/1032291.sos-kinderdoerfer-setzen-nothilfe-fuer-aleppo-aus.html
    Kein Hinweis, ob die SOS-Kinderdörfer in Ost- öder Westaleppo war (meines Wissens auch in Westaleppo). Wieso die Gefahr zunimmt, wo doch 28 Tage weniger gebombt wird in Ostaleppo.

    Was man der Nachricht wohl wirklich entnehmen kann: Die Ratten verlassen das sinkende Schiff (Ostaleppo), weil keiner mehr Hoffnung hat.

    1. Lutz

      Die Vertretung der Organisation „SOS-Kinderdörfer“ war natürlich nur in West-Aleppo. Die Leiterin ist schon vor ein paar Monaten damit an die Öffentlichkeit gegangen, dass sie gern ins westliche Ausland emigrieren möchte, offenbar weil sie da glaubt, mehr Geld verdienen zu können.

      Das ND – oder die Deutsche Propaganda-Agentur – von der das zu kommen scheint, dürfte diesen Zusammenhang ganz bewusst verschwiegen haben.

    2. Die SOS-Kinderdörfer sind schon 2013 nach Damaskus umgezogen, wo sie auch einmal Opfer eines Granatangriffs der Terroristen, zum Glück ohne grosse Schäden, wurden. Hier geht es wohl um 15 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die bei der Versorgung von Flüchtlingen mitgearbeitet haben.

      Wenn im ND nicht Karin Leukefeld berichtet, sind die Artikel meist ein Abklatsch der Agenturmeldungen.

  6. Hamza Hemze meldet Kämpfe zwischen ISIS und SDF in Arima, den Ort, wo die kurdische Offensive nach der Überquerung des Euphrats nach Westen endete.
    Laut Karte ist die Stadt kurdisch-arabisch.
    https://twitter.com/sergermedx

    Wenn diese Kämpfe heftiger werden, könnte dies ein Fingerzeig auf die Umflaggung sein; wenn die Türkenproxys anrücken, löst sich die örtliche ISIS-Front meist geräuschlos auf.

    Und SRO meldet Vormarsch der SDF um Arima herum, bos in die Nähe von Quabasin, einer krudischen Stadt, die gestern von den Türkenproxys eingenommen wurde.

    Mal sehen, ob es noch zu Kämpfen kommt; vielleicht gibt es da auch schon eine weitgehend abgestimmte Karte, wer weiß das schon.

    Derweil treten die „Moderaten syrischen Rebellen“ in Nordaleppo mit immer türkische aussehenden Flaggen auf, auch türkische waren schon zu sehen. Passt ins Bild.

  7. DWN
    „Am Dienstag sind nach Angaben der Regierung in Damaskus bei Gefechten zwischen der Al-Nusra-Front (Jabhat al-Scham) und der Söldner-Truppe Dschaisch al-Fatah gegen die syrische Armee (SAA) etwa 500 Söldner getötet worden. Die Kämpfe fanden im westlichen Teil der Stadt Aleppo statt. Doch nach Informationen der Söldner sollen lediglich etwa 200 Männer in ihren Reihen ums Leben gekommen sein, berichtet das militärische Analyse-Portal South Front.“

    Umpff, die schreiben doch gelegentlich sehr gute Artikel, und dann sitzt da ein komplett Ahnungsloser und verbreitet dümmliche Gerüchte; bzw. liefert die Basis für diese.

    Eine Schlacht mit 700 Toten,wann gab es die zuletzt, hat jemand eine Idee?

    1. andreas

      Da hat DWN falsch abgeschrieben. Der Satz hätte wie folgt lauten müssen: Nach Angaben der Regierung in Damaskus vom Dienstag sind in den letzten Wochen bei Gefechten zwischen der Al-Nusra-Front (Jabhat al-Scham) und der Söldner-Truppe Dschaisch al-Fatah gegen die syrische Armee (SAA) etwa 500 Söldner getötet worden.

      1. Klar.

        Nur wer sitzt denn da und schreibt sowas ohne Plausibilitätsprüfung?
        Schlachten mit 700 Toten am Tag. Und zwar ohne Meldung, dass 300 Krankenhäuser und 400 Kuscheltierfarmen bombardiert wurden.

        Naja, die Personaldecke da ist erkennbar dünn, ist auch nachvollziehbar.

  8. Ist das Rennen auf Al Bab doch noch nicht entschieden?

    Nach dieser Karte hat ISIS Quabasin von den „Moderaten“ zurück geholt, während die SDF heute deutliche Geländegewinne verbuchen konnten.

    Dazu gibt es ein Statement der YPG, dass sie aus Manbic etc. abziehen, um gegen Raqqa zu ziehen.

    Dazu ist zu sagen: die YPG soll gehen,keinesweg die SDF und schon gar nich tdie EInheimischen, die jetzt militärisch ausgebildet wurden. Und es dürfte wohl kaum verwundern, wenn dort YPG-„Berater“ dabei bleiben.

    Und: beim letzten Angriff der YPG und SDF „auf Raqqa“ wurden die Gebiete westlich des EUphrat eingenommen.

    Natürlich ist auch über Al Bab ein Weg nach Raqqa.🙄

  9. „Wenn diese Kämpfe heftiger werden, könnte dies ein Fingerzeig auf die Umflaggung sein; wenn die Türkenproxys anrücken, löst sich die örtliche ISIS-Front meist geräuschlos auf.“

    In der ZEIT hat sich heute (ineinem Bericht zu Syrien) wohl sowas wie „verplappert“. Die Türkenproxys wurden dort als „Ahrar al-Sham“ genannt. Entweder ist das „Märchen“ der FSA bicht mehr aufrechzuerhalten oder aber da ist was durchgerutscht.
    So langsam aber sicher verheddert man sich im eigenen Lügengeflecht und es ist amüsant dabei zuzusehen.

    1. In Azaz gab es ja gestern oder so infights, am Ende gewann Ahrar al Sham.

      Die wurden doch auch in deutschen Talkshows von Politikern als „nichtdschihadistische Islamisten“, also „moderat“, gefeiert. Insofern.

      (was die deutschen Gerichte dazu sagen, wenn du die unterstützt als Person, ist ja etwas ganz anderes.)

    1. Stiller Leser

      Wir sind skeptisch, was den Wahrheitsgehalt der Meldungen über eine SAA-Bodenoffensive im Nordosten oder Südwesten von Aleppo angeht.

      Al Masdar News musste ja gerade auch schon die Masdar-Meldung von der angeblichen Befreiung von Aqrab wieder zurücknehmen. Nun berichtet Masdar News bloß noch von Kämpfen und nicht näher ausgeführten „Fortschritten.“

      Wenn wir da mehr als Gerüchte sehen, werden wir berichten.

    1. Salander

      Der Grundgedanke von Norbert Häring ist vernünftig, nämlich dass die „überraschenden“ Schwarzer-Schwan-Ereignisse wie Brexit und die Trump-Wahl keine Zufälle oder spontane „Volksaufstände“ sind, sondern von mächtigen Personen orchestriert wurden, die bislang weitgehend im Dunkeln stehen. Auch mit den US-Geheimdiensten als treibende Kraft hinter diesen Schwarzer-Schwan-Ereignissen liegt Norbert Häring nicht ganz verkehrt. Man schaue nur, dass etwa Ex-CIA-Boss James Woolsey ein wichtiger Berater von Trump ist. Und man schaue auch, dass der etwa über den russischen Sender RT Werbung für Trump gemacht hat, und noch macht:

      https://www.rt.com/usa/367082-trump-adviser-james-woolsey/

      Aber, es sind nicht nur die US-Geheimdienste, sondern es ist auch das US-Militär. Man denke nur an Top-Trump-Berater Michael Flynn:

      https://levantreport.com/2015/08/06/former-dia-chief-michael-flynn-says-rise-of-islamic-state-was-a-willful-decision-and-defends-accuracy-of-2012-memo/

      So, gehen die US-Geheimdienste und das US-Militär nun eigene Wege, oder haben die einen Chef, dem sie gehorchen? Natürlich haben die einen Chef, dem sie gehorchen, und der hat mal viel „Change“ versprochen und hört auf den Namen Barack Obama. Zu seinem wichtigsten Projekt wollte er die Lösung des Israel/Palästina-Konflikts machen, doch Israel und die Lobby wussten das bislang zu verhindern. Obama hat in seiner zweiten Amtszeit den Repubikaner Chuck „Kongress und Außenministerium sind israelisch besetzte Territorien“ Hagel zum Verteidigungsminister gemacht, mit Syrien einen CW-Entsorgungsdeal abgeschlossen anstatt die Armee zu bombardieren und dann auch noch den Iran-Deal gegen den erbitterten Widerstand von Netanjahu durchgepaukt.

      Und jetzt gibt es den geopolitischen „Change“ – den Obama versprochen hatte, aber nicht liefern konnte, in Form von reihenweise geopolitischen Schwarzer-Schwan-Ereignissen, vorangetrieben von Militärs und Geheimdienstlern, die Obama ernannt und gegen den von der Israel-Lobby dominierten Kongress durchgeboxt hat. Russland hat nach der Wahl von Trump schon klargemacht, dass es illusorisch ist, Russland und China zu trennen. Das ist auch nicht das Ziel der US-Militärs und US-Geheimdienstler hinter den Schwarzen-Schwan-Ereignissen. Die haben ein anderes Ziel: die wollen ihr Land zurück. Und genau das ist auch Trumps Botschaft:

      Das Angriffsziel von Trump und den ihn unterstützenden mächtigen Leuten ist nicht China, sondern Israels 5. Kolonne in den USA!

      Dazu ist es für sie sehr nützlich, mit Russland, Iran und China über Bande zu spielen und zusammenzuarbeiten. Israel kann nur existieren, wenn die USA ein Empire sind, wo die Vasallen ebenso wie die USA von der Israel-Lobby beherrscht werden. Also bauen sie das Empire ab und drücken die Vasallen Israels in den US-Vasallenstaaten von der Macht weg. Die Israel-Lobby versucht das Gegenteil, etwa in der Ukraine, in Syrien, aber unter anderem weil das US-Militär unter Obama nicht mitspielt, geht der Israel-Lobby praktisch alles schief.

      Mit dem rechtsaußen stehenden „Israel-Freund“ Trump als Präsident zerstören sie nun auch noch die Bindungen des mächtigen liberalen jüdischen Establishments zum rechtsaußen stehenden Apartheidstaat Israel.

      Ich denke, das ist es, was gerade geopolitisch geschieht, nicht ein Schwenk zur Aggression gegen China.

      1. Vielen Dank!!! Das mit „über Bande spielen“ hatte ich noch nicht so ganz auf dem Schirm, zumal Aggression gegen das Mauerland ja totaler Schwachsinn wäre. Und wie immer ist D wieder der Trottel. Wird das beim letzten Berlintrip Thema sein? Erika hat sich vielleicht deswegen bisher noch nicht über 2017 geäußert.

      2. Moment mal, dann wäre Obama eigentlich für Trump gewesen, und hätte Hillary nur zur Ablenkung unterstützt?? (obwohl da was dran sein mag, erstens hat sie dadurch wahrsch. nur Stimmen verloren und zweitens ein Präsident, der öffentlich den nächsten Kandidaten unterstützt?), ist das so gemeint? … die Amis reden übrigens viel über Wahlfälschung – auf beiden Seiten – wahrsch. hätte Trump, wenn alles mit rechten Dingen zugegangen wäre, noch viel deutlicher gewonnen

      3. santa

        Ja, so sieht es unserer Ansicht nach aus.

        Obama war zwar nicht auf Trump fixiert und hätte einen Sieg von Sanders sicher für besser gehalten, aber er war als Patriot bereit zu tun, was notwendig war, um die Herrschaft der Israel-Lobby über die USA zu brechen und so die reihenweise von der zionistischen Mafia vorangetriebenen US-Angriffskriege zu stoppen. Der Stop der von der zionistischen Mafia vorangetriebenne US-Angriffskriege, seien sie offen wie gegen den Irak oder indirekte Terrorkriege wie gegen Syrien, sind auch der wichtigste Punkt, wo sich das Interesse von Obama, Sanders, Trump, China und Russland vollständig deckt.

        Dabei wollte Obama nicht als demokratischer Verräter angesehen werden, und hat Israels Puppe Clinton deshalb öffentlich genauso pflichtschuldig unterstützt wie Sanders. Umso besser ist nun die Position des Sanders/Obama-Lagers bei den Dmeokraten, nachdem Clinton verloren hat. Clinton & Co können dafür nun nicht Sanders und Obama verantwortlich machen, was vermutlich dazu führen wird, dass das Sanders-Lager über kurz oder lang die dominante Strömung in der demokratischen Partei wird, und nach vier oder acht Jahren die Macht wieder von Trump übernimmt. Mit Keith „9/11-Reichstagsbrand“ Ellison als neuen designierten DNC-Vorsitzenden ist in diese Richtung schon ein Anfang gemacht.

        Bei Merkel würde ich übrigens acuh genaun hinschauen. Es ist durchaus denkbar, dass sie mit Trump viel besser auskommt, als es allgemein erwartet wird.

    2. Dass nun ausgerechnet Zuckerberg der Teil des Establishments sein soll, der an einem krassen Wechsel interessiert sein soll, erscheint nicht sonderlich plausibel; warum?

      Eher dürfte „facebook“ nicht so richtig als Faktor vorher wahrgenommen worden sein.
      Außerdem ist es auch schwierig, da etwas entgegen zu setzen; es tummeln sich sicher bezahlte Kräfte, aber gegen Menschen mit intrinsischer Motivation der Gegenseite ist das schwierig.

      Dass auch Teile des alten Establishments Trump zumindest teilweise unterstützen, ist dagegen sehr wahrscheinlich.

      „Geheimdienste“ wären da aberauch nicht mein erster Verdacht.

      1. Die Behauptung, Mark Zuckerberg sei ein Unterstützer Trumps, ist totaler Blödsinn.

        Zuckerberg ist ein Gegenspieler der Trump-Bewegung. Jeff Sessions hat ihn schon vor Jahren als typischen Beispiel der widerlichen globalistischen „Masters of the Universe“ gebrandmarkt:

        http://www.dailymail.co.uk/news/article-2753527/Senator-rails-against-amnesty-workers-pushed-people-like-Mark-Zuckerberg.html

        Das Business-Establishment hinter Trump dürften die Koch-Brüder und ihr christlich-rechtes Netz sein:

        https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2016/05/11/hat-das-koch-netz-die-neocons-zurueck-in-den-keller-befoerdert/

  10. Der IS nimmt Qabasin in nur wenigen Stunden wieder ein, nachdem er es tags zurvor nahezu kampflos geräumt hat. Dafür zieht er wiederum kampflos aus Dörfern östlich von Qabasin ab, überlässt sie der SDF und riskiert damit eine Taschenbildung in einigen davon noch nördlich gehaltenen Dörfern. Welchen Sinn macht das militärisch? Ist darin die Strategie zu erkennen, dass der IS versucht die Fronten von SDF und türkischen Proxys am Ende so zu arangieren, dass sie für ihn selbst günstig aufeinendertreffen, während der IS zeitgleich vielleicht sogar noch al-Bab hält?

  11. Hier http://www.antikrieg.com/aktuell/2016_11_15_fluechtlingsmacher.htm ist der Hinweis zu einer Reuters-Meldung zu finden, nach der die EU die Sanktionen gegen Syrien ausgeweitet hat. EU puts Syrian central bank governor under sanctions (14.11.2016) > http://www.reuters.com/article/us-mideast-crisis-syria-eu-idUSKBN1391IO

    Der Artikel Die Supermacht Europa > http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59483 bietet partielle Erklärungen, weshalb die Mitglieder der EU den Begriff Demokratie wie eine Monstranz vor sich hertragen. Die einzelnen Globalisten-EU-Zwerge leihen sich ihre Identität von der selbsterklärten Supermacht Europa, die für ihre umstrittenen Ziele in Syrien u.a. rechtswidrige Sanktionen verhängt.

    1. Das lustigste ist das die WH ääää BW ääää EU Armee
      ( jetzt habe ich es – ist nicht einfach die Begriffe für ein und das Selbe Chronologisch zu sortieren )

      ***

    1. Alberich

      Der Skandal ist nicht, dass die Takfiri-Truppe von Ibrahim Abou-Nagie verboten wurde, sondern dass das solange gedauert hat.

      Was die Berichterstattung in der Märchenschau angeht, da wird leider nach wie vor, wenn denn mal berichtet wird, die saudisch-katarische Ideologie des Wahhabismus oft in einen Topf mit der Weltreligion Islam geworfen.

  12. Der Wind hat sich gedreht und die Misere lässt die „über Bande“ finanzierten proxy-Fabriken folglich schließen. Endlich!

  13. Als zusätzliche Sicht der Dinge hier ein Auszug aus einem Artikel von wsws.org/de

    Kämpfe in Syrien verschärfen sich – militärische Eskalation unter Trump wird wahrscheinlicher
    Von Bill Van Auken
    18. November 2016

    Die syrische Regierung und ihr wichtigster Verbündeter, Russland, haben eine erneute Offensive gegen die islamistischen Milizen begonnen, die von den USA und ihren regionalen Verbündeten unterstützt werden. Die Offensive richtet sich sowohl gegen den belagerten Ostteil von Aleppo, als auch gegen die Gouvernements Idlib und Hama im Nordwesten des Landes.

    Syrische Kampfflugzeuge und Hubschrauber flogen Angriffe gegen Ost-Aleppo, wo Russland im letzten Monat alle Luftoperationen eingestellt hatte. Russland bestätigte derweil, dass es erstmals Luft- und Raketenangriffe von der Kriegsflotte aus durchgeführt hat, die es vor der syrischen Küste im östlichen Mittelmeer stationiert hat. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, seine Streitkräfte hätten Angriffe gegen den IS und den ehemaligen Al Qaida-Ableger Al Nusra im Umland von Idlib und Hama geflogen.

    Das US-Außenministerium reagierte auf die neuerliche Offensive mit einer hysterischen Stellungnahme, in der es Russland „völkerrechtswidrige“ Luftangriffe vorwirft. Dabei führen die USA selbst – und noch dazu ohne Erlaubnis der syrischen Regierung – ähnliche Luftangriffe in ihrem Kampf gegen den IS in Syrien und im Rahmen der Offensive gegen die Stadt Mossul im Irak durch. Die Sprecherin des Außenministeriums warf Russland außerdem vor, es würde „keine Lebensmittel oder Hilfsgüter nach Ost-Aleppo durchlassen.“ Allerdings konnte sie auf Nachfrage nicht erklären, was Russland getan habe, um die Lieferung von Hilfsgütern zu blockieren…

    weiter geht es hier https://www.wsws.org/de/articles/2016/11/18/syri-n18.html

    mit vielen Informativen Zitaten aus der US Medienlanschaft und anderen Sprachrohren… ich hoffe das ist interessant auch für andere die sich nicht sicher über die Vorgänge und Personen in den USA sind.

    1. Ben

      Bill Van Auken plappert den Unfug der westlichen Lügenmedien nach und dreht dann die Schlussfolgerungen um, weshalb da am Ende bloß Quark rauskommt. Einige Beispiele:

      „Die Offensive richtet sich sowohl gegen den belagerten Ostteil von Aleppo,“

      Das ist einfach falsch. Es gibt keine größere Offensive gegen die umzingelten Terroristengebiete in Ost-Aleppo.

      „als auch gegen die Gouvernements Idlib und Hama im Nordwesten des Landes.“

      Auch das ist falsch. Die russischen Streitkräfte haben einige isolierte Schläge gegen ISIS und Al Kaida in den Provinzen Idlib und Homs – nicht Hama, wie
      Bill Van Auken behauptet – sowie westlich von Aleppo durchgeführt. Tatsächlich läuft eine Offensive der Armee in der Provinz Damaskus bei Khan Al Shih.

      „Syrische Kampfflugzeuge und Hubschrauber flogen Angriffe gegen Ost-Aleppo“

      Das wurde behauptet, aber bislang nicht bestätigt – auch wenn es sich heute auf den Achsen Sheikh Saeed und Bayadin vielleicht bestätigen könnte.

      Und so weiter und so fort. Basierend auf einer völlig falschen Realitätsbeschreibung kann bei Bill Van Auken hier natürlich nichts gescheites rauskommen, auch wenn seine Artikel sonst oft lesenswert sind.

      1. Ist schon ein Dilema für jeden Leser wenn man die Ressourcen nicht hat alles zu verifizieren… das macht die Benutzung des Internet so aufwändig, aber ich vertraue auf die wsws Seite da ich schon manchen guten Bericht zu Hintergründen gelesen habe… so wie ich das hier auch tue… Zeit und Wissen werden schon sehr beansprucht…

      2. Ben

        Ja, das ist so. Es ist gegenwärtig mal wieder sehr schwer, in Bezug auf Syrien Fakten von Gerüchten zu unterscheiden.

        Das Dilemma scheint auf Bill Van Auken auch zuzutreffen. Dem wird auch die Zeit fehlen, sich mit der Lage in Syrien so intensiv auseinanderzusetzen, dass er in der Lage wäre, Fakten von Gerüchten zu unterscheiden.

  14. Das Militärmediennetzwerk berichtet heute allerdings tatsächlich von Fortschritten der Armee und der Quds-Brigade im Bereich Bayadin:

    Hosein Mortada berichtet, dass dabei auch Luftwaffe zum Einsatz gekommen sein soll:

    Ob das allerdings tatsächlich eine größere Offensive oder nur ein Scharmützel ist, muss sich erst noch zeigen.

  15. Sieht alles noch eher nach Vorbereitungen aus

    https://www.almasdarnews.com/article/syrian-army-intensifies-assault-strategic-south-aleppo-district/

    Die Jihadis werden konstant unter Druck gesetzt, ständig in die Irre geführt und die eigentliche Offensive kann jede Nacht beginnen. Das muss der Horror sein, aber den gönne ich den werten Söldnern

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