Breitbart macht Stimmung gegen Paul Ryan

Es gibt ein erstes Anzeichen dafür, dass der designierte US-Präsident Donald Trump wirklich gedenkt, mit dem ihm feindlich gewinnten neokonservativen Establishment in Washington ein Stück weit aufzuräumen.

Die Nachrichtenseite Breitbart, die der Trump-Kampagne im Wahlkampf besonders nahestand, macht gerade heftig Stimmung gegen Paul Ryan, den republikanischen Sprecher des US-Repräsentantenhauses, von dem Neocon-Ikone Jennifer Rubin sich noch im Juli gut vorstellen konnte, wie er mit Neocon-Darling Hillary Clinton zusammenarbeiten könnte.

Donald Trump hatte Paul Ryan im Laufe seines Wahlkampfes vorgeworfen, zu versuchen, ihn zu unterminieren, um dann selbst 2020 Präsident werden zu können, nachdem er 2012 auf dem Ticket von Mitt Romney, einem fanatischen Trump-Gegner, mit der Kandidatur zur Vize-Präsidentschaft gescheitert werden.

Am Donnerstag meldete die Hasbara-Schleuder ABC, Trump habe sich mit Paul Ryan getroffen, um eine Beziehung aufzubauen und eine Agenda zu planen. Paul Ryan sagte demzufolge nach dem Treffen, er habe bei dem Treffen herausgefunden, dass Donald Trump ein Mann der Tat sei. Wie Murdochs Fox News berichtet, hat Donald Trump, nachdem er am Donnerstag Paul Ryan getroffen hatte, noch einmal Prioritäten seiner Präsidentschaft wiederholt: sich sehr stark zu Einwanderung zu bewegen, sich sehr stark zur Gesundheitsversorgung zu bewegen, und für Jobs zu sorgen, Jobs in der großen Liga. Ein lobendes Wort für Paul Ryan hatte Donald Trump nach seinem Treffen mit ihm offenbar nicht übrig.

Am Freitag legte dann die Webseite Breitbart los. Zunächst zitierte Breitbart den ausgehenden republikanischen Abgeordenten Timothy Huelskamp aus Kansas mit der Behauptung, Paul Ryan habe trotz republikanischer Mehrheit im Abgeordnetenhaus nicht die 218 Stimmen, die er braucht, um als Vorsitzender des Abgeordnetenhauses wiedergewählt zu werden. Kurz darauf machte Breitbart darauf aufmerksam, dass der republikanische Abgeordnete Thomas Massie aus Kentucky erklärt hat, Paul Ryan werde seine Stimme nicht bekommen. Trump habe dem Kongress ein Mandat gegeben, während Ryan ihm eine Verfassungskrise beschert habe, führte er weiter aus, und wenn sich niemand anderes finde, werde er selbst gegen Ryan antreten. Und am Samstag legte Breitbart noch einmal dar, dass Ryan sich zwar nach dem Sieg von Trump als Unterstützer positioniere, er jedoch am Tag vor der Wahl noch öffentlich betont habe, die republikanische Partei sei nicht die Partei von Trump.

Breitbart wird finanziert von Robert Mercer, einem Poker-Spieler und Mitgesellschafter der Finanzfirma Renaissance Technologies, der zunächst den Präsidentschaftswahlkampf von Ted Cruz finanzierte, während er gleichzeitig Breitbart auf Trump-Kurs brachte, und später mit über 15 Millionen Dollar der mit Abstand größte Einzelspender für die Trump-Kampagne wurde.

Das könnte möglicherweise auch auf die Zukunft des republikanischen Parteivorsitzenden Reince Priebus Auswirkungen haben. Priebus hat zwar Trump loyal unterstützt nachdem seine Nominierung zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten nicht mehr zu verhindern war, doch gleichzeitig ist von Priebus bekannt, dass er seit Jahrzehnten ein enger Freund von Paul Ryan ist, der wie er selbst aus Wisconsin stammt. Am Tag nach der Wahl zeigte sich das zeitweise zum Hasbara-Konzern Time Warner gehörende Establishment-Blättchen TIME noch überzeugt, dass Trump Priebus aufgrund seiner Loyalität und guten Kontakte zum Stabschef des Weißen Hauses machen werde, eine enorm einflussreiche Position. Time Warners Skandalsender CNN zeigte sich davon jedoch kurz darauf nicht mehr ganz so überzeugt, und meldete, Priebus würde vorn liegen, doch könnte es auch sein, dass der Ex-Goldman-Banker Steve Bannon, Trumps Kampagnen-Leiter seit August, der dafür von seiner Funktion als Manager von Breitbart beurlaubt wurde und der sich dann prompt mit dubiosen Antisemitismus-Vorwüfen konfrontiert sah, Stabschef des Weißen Hauses wird.

Am Samstag twitterte Politikberater Roger Stone, ein langjähriger Vertrauter von Donald Trump, der sich selbst als Mann für’s Grobe betrachtet, dass die Ernennung von Priebus zum Stabschef von Trumps Weißem Haus eine Rebellion an Trumps Basis auslösen würde, und fügte lakonisch „Ryans Laufbursche“ hinzu.

Damit ist freilich noch nicht klar, dass Priebus nicht Trumps Stabschef wird, und auch wenn er es nicht wird, bedeutet das noch nicht, dass Bannon den Job bekommt. Es könnte auch sein, dass Stone selbst als Vertrauter von Trump den Job bekommt, oder jemand ganz anderes. Was damit aber mit der Breitbart-Kampagne gegen Paul Ryan klar ist, ist, dass die Neocons und die zionistische Lobby es unter Trump, anders als unter Obama, wo sie angefangen bei Stabschef Rahm Emanuel und nicht endend bei Kriegsminister Robert Gates und Außenministerin Hillary Clinton direkten Zugriff auf praktisch alle wichtigen Posten hatten, nicht einfach haben, ihren Einfluss zu behalten.

Auch was den wichtigen Sicherheitsbereich angeht, dürfte die zionistische Lobby bei Trump keinen Stich machen. Jeff Sessions scheint als Verteidigungsminister gesetzt zu sein, ebenso wie Michael Flynn als nationaler Sicherheitsberater. Als Trostpreis für Sheldon Adelson und Benjamin Netanjahu könnte dann Newt Gingrich unter Trump US-Außenminister werden, wobei nach der Amtszeit von John Kerry vielen klar sein dürfte, dass der Außenminister in den USA zwar viel schwätzen darf, aber nichts wichtiges entscheidet.

65 Gedanken zu “Breitbart macht Stimmung gegen Paul Ryan

  1. Was ist von diesem Artikel auf Heise bzw. Telepolis zu halten? Telepolis ist ja auch eine eher west kritische Zeitung.

    Ich zitiere mal das Wichtigste:

    „Donald Trump hat sich im US-Wahlkampf als Vorkämpfer für die Interessen des kleinen Mannes ausgegeben. Er hat versprochen, ins Ausland verlegte Arbeitsplätze zurückzuholen, Millionen gut bezahlte neue Arbeitsplätze zu schaffen und den Lebensstandard sowohl der Mittelschicht, als auch der Arbeiterschaft kräftig anzuheben. Er ist sich als „Feind des korrupten Establishments“ aufgetreten und hat angekündigt, „den Sumpf in Washington“ trockenzulegen.

    Schon in der Wahlnacht dürften seine Anhänger sich verwundert die Augen gerieben haben. Nach monatelangen Forderungen, Hillary Clinton ins Gefängnis zu werfen, zollte er ihr in seiner Siegesrede „den höchsten Respekt“ und lobte sie in blumigen Worten.

    Es war nicht die erste Überraschung, die Trumps Wähler hinnehmen mussten. Drei Tage zuvor hatte er bereits angedeutet, Steven Mnuchin zu seinem Finanzminister machen zu wollen. Steven Mnuchin ist ein ehemaliger Goldman-Sachs-Banker und ein Intimus eines der berüchtigtsten Spekulanten der Welt, des Milliardärs George Soros. Soros war in Trump-Wahlvideos als Beispiel für die unersättliche Raffgier der Ultrareichen gezeigt worden.“

    Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Donald-Trump-der-letzte-gewaehlte-US-Praesident-3464531.html

    1. S.K.

      Was Ernst Wolff da schreibt, zeugt meiner Meinung nach vornehmlich davon, dass er wenig Ahnung davon hat, wovon er schreibt.

      Schau nur hier:

      Es war nicht die erste Überraschung, die Trumps Wähler hinnehmen mussten. Drei Tage zuvor hatte er bereits angedeutet, Steven Mnuchin zu seinem Finanzminister machen zu wollen.

      Steven Mnuchin war als Finanzmanager der Kampagne von Donald Trump im Wahlkampf reichlich präsent. Und nun sagt Ernst Wolff, es sei eine Überraschung für Trumps Wähler, dass Trump den Finanzchef seiner Wahlkampagne zum Finanzminister machen könnte. Ich glaube, es ist eher umgekehrt: Trumps Wähler erwarten zurecht, dass die Leute, die mit Trump im Wahlkampf auf der Bühne standen, nun auch Jobs in einer Trump-Regierung bekommen. Das gleiche gilt für Chris Christie, dessen mögliche Auswahl für das Kabinett Trump Wolff kritisiert. Christie stand in den wichtigsten Momenten von Trumps Kandidatur mit ihm auf der Bühne. Es wäre interessant zu wissen, was Ernst Wolff glaubt, was die Trump-Wähler wollen, wer die Top-Regierungsjobs bekommt, wenn nicht die Leute, die im Wahlkampf mit Trump publikumswirksam auf der Bühne standen.

      1. Ja, Ernst Wolff ist ein Angstmacher und ignoriert IN JEDEM seiner Artikel völlig die geostrategischen Einflüße.

      2. Danke für die Einschätzung. Ich will es glauben, doch es ist irgendwie noch zu schön um es glauben zu können. Ich hab immer noch das Gefühl das da was faul ist an der Sache. Wieso sollten die es zulassen das jemand Präsident wird den sie nicht kontrollieren können? Das gabs seit Kennedy nicht mehr.

        Vielleicht wollten sie auch in Wirklichkeit Trump, tun aber nur mit den Protesten und der Medienhetze so als ob sie ihn nicht wollen. Wie auch immer, wir werden sehen was die Zukunft bringt. Bin halt immer vorsichtiger geworden. Weiß ja noch damals, wie wir uns alle gefreut haben als Obama gewann. Ein schwarzer Präsident. Der wird garantiert für Frieden sorgen… Und es gab mehr Kriege und Waffenverkäufe als unter Bush.

      3. SK

        „Wieso sollten die es zulassen das jemand Präsident wird den sie nicht kontrollieren können?“

        Wie wir hier schon mehrfach dargelegt haben, geht in den USA ein tiefer Riss mitten durch die Reichen und Mächtigen, und im Zentrum des Streits steht die Außenpolitik.

        Um die US-Wahl mal kurz etwas grob zusammenzufassen: Israel-Lobby, Wall Street und Hollywood haben verloren, Öl und Militär haben gewonnen.

      4. So, wie sich das mir darstellt als gelegentlicher Leser bei Telepolis:
        Ernst Wolff erinnert mich oft an Robert Kurz. Er betrachtet die Welt vor allem aus einem theoretischem Blickwinkel, sieht die Systemzusammenhänge des globalen Kapitals, ist davon überzeugt, und das mit gutem Grund, daß die latente und sich jetzt zuspitzende Finanz- und Wirtschaftskrise ihrem Ende, einem drastischen Zusammenbruchszenarium entgegengaloppiert. Wobei Kurz das absolute Ende des Kapitalismus an sich unvermeidlich heraufdämmern sah. Wie sich dies bei Wolff darstellt, kann ich nicht beurteilen. Aber in ihrem Pessimismus angesichts der gegenwärtige Krise des Kapitals und seinen Auswirkungen besteht zwischen beiden Autoren Ähnlichkeit. Und dieser Pessimismus ist aus meiner Sicht berechtigt und kann alle aktuell-politischen und -gesellschaftlichen Fragen über den Haufen werfen und eine völlig neue Situation im globalen Gefüge hervorrufen, die nicht unbedingt ein unmittelbar folgender Neubeginn zum Besseren sein muß, sondern zunächst in eine Phase zunehmender Barbarisierung einmündet, wie dies von Robert Kurz gesehen wurde. Mit anderen Worten: Ein dunkle Epoche der Menschheitsgeschichte könnte uns bevorstehen. Aber auch dies ist von der geistigen (Bewußtseins-) Verfassung der Menschen abhängig und wird, wenn es denn passiert, logischerweise mit regionalen Unterschieden hervortreten.
        Ernst Wolff, aber auch Tomasz Konicz, der ja ebenfalls bei Telepolis und u.a. bei Streifzüge und Exit zu finden ist, stellt sich mir also vor allem als Systemkritiker radikaler Provenienz dar. Wolff und Konicz heben den geopolitischen und globalen Systemzusammenhang hervor, streichen insbesondere auch die imperialen Bestrebungen der Machtzentren heraus, was überhaupt nicht verkehrt ist, vernachlässigen dabei jedoch bzw. beachten nicht genügend, daß hinter allem Machtgefüge Menschen stehen, die einen persönlichen geistigen Hintergrund herausgebildet haben, welcher von der jeweiligen sozial-gesellschaftlichen Herkunft her beeinflußt wird und auf diese durch Denken und Handeln mehr oder weniger schöpferisch und auch fetischunabhängig und eben auch dialektisch-verändernd zurückwirkt bzw. zurückwirken kann. Konicz insbesondere tendiert stark dahin, die politisch-geistigen Akteure gleichermaßen in nahezu vollkommener bzw. konstitutiver Abhängigkeit vom Kapital und seinem Warenfetisch zu sehen und dabei individuelle Abweichungen der regional verschiedenen Akteure und hier insbesondere hinsichtlich Rußlands und u.a. Putins nicht in den Blick zu nehmen. Hier ist auch der starke Einfluß R. Kurz als einer der Hauptvertreter der Radikalen (Gesellschafts-) Theorie und vor allem als Kritiker des (bürgerlichen) Subjekts spürbar. Wolff im Gegenzug entgeht auf diese Weise der Einfluß, den Persönlichkeiten wie Trump auf die Entwicklung des menschlichen Lebens im jeweiligen politisch-gesellschaftlichen Zusammenhang ausüben können. Dieser Faktor der persönlichen Einflußnahme wird meines Erachtens von diesen Autoren sehr unterschätzt und verfälscht das Gesamtbild. Und es geht nicht alles einfach seinen systematisch-gesetzlichen Gang. Die Menschen sind als Wesen der Freiheit, eine Freiheit, die individuell unterschiedlich ausgeprägt ist, letztlich nicht berechenbar, ein Umstand, der sich u. a. den bürgerlichen Ideologen und Machern immer wieder als großes unberechenbares Ärgernis in einer Welt des Machtkampfes in den Weg stellt und deren Absichten untergräbt wie gerade jetzt in den USA. Und Rußlands große Geschichte und die Mentalität der Menschen dort (auch wenn das jetzt sehr pathetisch klingen mag) lassen auf eine sehr viel bedeutendere und möglicherweise rettende Antwort hoffen, die dieses Land mit seinen Menschen der Welt am Abgrund zu geben vermag. Aber auch dies steht in großes Gefahr, zu scheitern, fehlzulaufen, eine Gefahr, die im weitesten Sinne (eben auch im geistigen) ebenfalls innerhalb und außerhalb dieser Nation droht.

      5. Dieser Artikel zeigt, dass es auch noch Linke gibt, die, obwohl sie gegen Trump sind, noch klar im Kopf sind:
        https://linkezeitung.de/2016/11/12/trump-wahl-eliten-erschuettert/
        … und nicht einfach auf die Propaganda hereinfallen, Trump hätte nur gewonnen, weil er rassistische Resentiments und Angst geschürt hätte. Da lese ich zur Zeit eine Menge Müll, auch von Leuten, die sonst intelligent sind. Trump wird immer noch als Vollidiot dargestellt, der von Tuten und Blasen keine Ahnung hat und der nicht weiß, was er will. Offenbar hat der Schock bei einigen – nicht nur Politikern – zu einem kollektiven Schwund an Hirnmasse geführt. Nun, zum Glück kann ich noch selbst denken und stelle fest: Trump hat fast alle ausgetrickst: die Republikanische Partei, die Demokraten, die Massenmedien, die Wall Street-Lobby und noch ein paar mehr. Und ich soll glauben, der sei ein Volpfosten? Wahrscheinlich ist er cleverer als das ganze Establishment in Washington D.C.
        Also, ich kann nur empfehlen: selbst Kopf einschalten und sich nicht auf vermeintliche Schlauberger verlassen – auch nicth auf welche aus dem linken Lager.

  2. Eigentlich alles perfekt. offensichtlich.
    Es suggeriert uns eine Schwäche des Empires.
    Diese Schwäche ruft nach Aufräumarbeiten und jetzt wird eben „aufgeräumt“.
    Juhu – es lebe der König.

    Wenn wir aber die von Obama angestoßene Konfrontation bzw. Eindämmungspolitik anschauen.
    Das Empire positioniert sich gegen die Chinesen und die Europäer wenden sich gegen die Russen, dann haben wir momentan vielleicht keine Aufräumarbeiten sondern einfach nur Umgruppierungen und Konzentration der Kräfte. Trump hält sich genau an diese von Obama angestoßene Feindpolitik. Ich kann nur sage Vorsicht mit Jubelorgien. Es hat sich NIX in der Grundrichtung geändert nur die Aufgaben werden fein säuberlich abgegrenzt.

    Es wird glaube nur umgruppiert nicht aufräumen.
    Die Europär waren beim Start von „Obamas“ Idee noch nicht ausgerichtet und nicht positioniert. Sie brauchten noch „Unterstützung“ Jetzt langsamm sind sie aufgerüstet und auf der Spur, Das Empire brauch nicht mehr helfen und zieht sich zurück,

    Für seine geplannte Aufgabe.
    Das wird als Niederlage des Empres interpretiert.
    Ist es eine ? Wir wissen es noch nicht

    Die EU hat immer noch einen Hauptfeind , siehe gestern Abend die Hetze gegen das „Doppng Russland“ im Sportstudio in Anwesenheit von deM.

    1. „Die Europär waren beim Start von „Obamas“ Idee noch nicht ausgerichtet und nicht positioniert. Sie brauchten noch „Unterstützung“ Jetzt langsamm sind sie aufgerüstet und auf der Spur, Das Empire brauch nicht mehr helfen und zieht sich zurück,“

      Europa auf der Spur? Ernsthaft?
      Momentan zwar auf der Spurschiene „aufgegeleist“, aber da sind zuviele Räder mit Unwucht dabei. Was militärisch vielleicht noch einigermassen funktioniert oder zu funktionieren beginnt, ist gesellschaftlich ganz und gar nicht vorhanden. Sobald der Zug Europa gegen Russland Fahrt aufnehmen soll, springt der Zug aus der Schiene und zerfällt in kleinere Einheiten. Mögliche Bruchstellen gibt es gleich mehrere.
      Europa/EU wird/würde weitere 1-2 Generationen (25 oder 50 Jahre) brauchen um zu einer stabilen Einheit zu werden.

      1. Verdrängen steckt in der Natur des Menschen und auch aufwachen im falschen Film .

        —————-

        Wenn wir uns die Kritik Trumps an die Nato anschauen dann wird auch einiges runder.
        ok bei dieser Kritik ging um Geld – aber die Folge dieser Kritik wird auch dort ein „aufgeräumt“ sein

        Das Problem mit der Nato – Im Kriegsfall der Europäer gegen die Russen – stecken die Amis mitten im Krieg und nicht auf Konfrontation mit den Chinesen. Dort sind die Grenzen noch verschwommen.

        Wir werden sehen was bei dieser Veränderung in der Nato passiert
        Die „liebe nicht ferngesteuerte“ Frau aus dem BK hat ja eine EU Armee angestossen. Die „Gute“

        ——————
        Meine Meinung
        Der Trump ist ein wahrer Enkel Obamas, die logische Fortführung desen Strategie
        Kommt natürlich drauf an was man sehen will und was man nicht sehen will

      2. sg

        „Der Trump ist ein wahrer Enkel Obamas“

        Dem stimme ich zu. Trump bedeutet im Großen und Ganzen eine Fortsetzung der politischen Richtung von Obama, und erst nach langer Zeit wird es sich zeigen, ob Trump seiner Präsidentschaft eine eigene Richtung gibt. Man denke an Obama, der hat auch in vielerlei Hinsicht die Politik von GWB über viele Jahre weitergemacht, gerade auch die Regime-Change-Politik im nahen Osten, und erst mit dem Iran-Deal 2015 hat Obama etwas fundamental anders als GWB gemacht.

  3. Paul Ryan war der Anführer des Putsches gegen Trump ca. 4 Wochen vor der Wahl. Hat das „Pussy“ Video als Vorwand verwendet, um in einer Telefonkonferenz die Kongressabgeordneten dazu zu bringen, sich gegen Trump zu stellen. Und weil zwischen „Pussy“ Video und Putsch die 2. Debatte dafür gesorgt hat, daß das Video – schneller als geplant – kalt wurde bzw. der Impuls nachließ, hat sich einer von Ryans Medien-Leuten öffentlich dafür eingesetzt, daß die Massenmedien sich doch bitte noch etwas länger damit beschäftigen sollen. Allerdings haben dann nach Aussage Trumps einige Abgeordnete umgekehrt gegen Ryan gemeutert, sodaß der Putsch gescheitert ist.

    Trump und Ryan waren zwar nie wirklich Freunde aber sie hatten sich arrangiert. Paul Ryan mußte ja auch erst die Vorwahl gewinnen und hat sich nach dem Arrangement / Konvent, usw. zurückgehalten … um Trump dann bei der ERST BESTEN Gelegenheit das Messer in den Rücken zu stoßen. Wer solche Parteifreunde hat, braucht keine Feinde mehr …

    Priebus hat sich übrigens – zumindest öffentlich – nach meiner Beobachtung NICHT am Putsch beteiligt. Trumps Reaktionen u.a. am Wahlabend legen nahe, daß Priebus im Gegenteil seinen Job gemacht hat, der darin bestand, die Partei zusammenzuhalten.

    In der Politik ist es durchaus zielführend, einerseits Verräter zu bestrafen aber andererseits auch Leute, die durch ihre Loyalität in entscheidenden Situationen den Sieg herbeigeführt haben, zu belohnen. So setzt man die richtigen Anreize und sendet die richtigen Botschaften.

    1. Karsvo

      „Priebus hat sich übrigens – zumindest öffentlich – nach meiner Beobachtung NICHT am Putsch beteiligt.“

      Das “ – zumindest öffentlich – “ ist genau der Punkt. Stabschef ist eine Vertrauensposition und eine Position, die die Präsidentschaft prägen kann. Und wenn da zuwenig Vertrauen da ist, dass der Mann auch nicht-öffentlich loyal ist und Trumps Politik unterstützt, dann ist er der falsche Mann auf dem Posten des Stabschefs.

      1. Meine Aussagen waren nicht unbedingt auf den Stabschef Posten bezogen. Bei dessen Besetzung werden wohl grundsätzlich bei niemandem nur öffentlich zugänglichen Informationen ausreichen. Ich denke, das wird naturgemäß eine vorwiegend persönliche Entscheidung werden.

        Bei der Postenbesetzung i.a. gilt wie immer: Loyalisten in einflussreiche Positionen, alle anderen Helfer aber nicht vergessen sondern mit „Geld“ abfinden.

        Und bei Verrätern nicht auf Wendemanöver, Turniertänzerlächeln und aufgesetzte Priesterstimme reinfallen sondern konsequent kaltstellen. Insbesondere Paul Ryan hat seine Hinterlistigkeit und Entschlossenheit unter Beweis gestellt. Er sollte das einfach einsehen und den Weg für einen Neuanfang frei machen statt weiterhin eine Belastung darzustellen.

  4. Habe noch vergessen wenn man sich überlegt dass eigentlich fast jede NORMALE Frau bzw normaler Mann gegen Trump gewonnen hätte und wenn wir uns erinnern wir diese „Figur“, die noch die alte Position ( gegen Russland ) vertritt, auf die demokratische Liste gekommen ist dann wissen wir es läuft eine riesen Schweinerei. Die natürlich irgendjemand ausbaden darf.

    keinen Plan ob ich Recht habe,
    aber irgendwie stinkt her alles von A – Vorwahlen bis Z Aufräumarbeiten

    1. sg

      Was ist schon normal? Mehr als ein Dutzend republikanische Vorwahlkandidaten haben gegen Trump krachend verloren. Natürlich kann man nun sagen, dass die alle nicht normal waren, aber Trump war schon ein ziemlich starker Kandidat, viel stärker als dass die Politikstrategen des Establishments gedacht hatten.

      1. bezweifelt ihr das jede Putzfrau aus dem demokratischen Establishment höhere Siegchancen gehabt hätte ?

        Was innerhalb der Republikaner passierte ist nicht mein Thema

        das ist keine Kritik an das Parteibuch

      2. sg

        Ja. Da käme es dann auf die Putzfrau an.

        Aber falls du damit meinen solltest, die Dems waren dumm, dass sie ausgerechnet die mit schwerem Gepäck aus der Vergangenheit belastete Clinton aufgestellt haben, dann stimmt das natürlich.

  5. „Trump-Wähler“

    Das ist ja kein homogener Block, sondern eine Ansammlung sehr verschiedener Gruppen.
    Ablehnung des bis Hass auf das Establishment kann man vielleicht als Klammer sehen; aber die speist sich aus verschiedenen Quellen.

    Die meisten Goldman-Sachs-Banker dürften wohl als Kernelemente des Establishments durchgehen. Insofern.

    Allerdings muss man sich natürlich Leute holen, die die Jobs auch können.

    Ein erheblicher Teil der Trump-Wähler dürften ‚common people‘ sein.
    Wie sich die bisher angedeuteten Politikmaßnahmen auswirken werden, bleibt abzuwarten.
    Starke Investitionsprogramme zur Erneuerung der Infrastruktur haben erheblichen Effekt auf Konjunktur und Arbeitsplätze.
    Protektionismus kann Teile des Globalisierungswahns zurückdrehen; aber da wird es schon sehr schwierig, einen kurzfristig wirksamen Pfad zu finden, der keine erheblichen Friktionen mit sich bringt.

    Die Steuersenkung für Unternehmer sorgt ziemlich sicher für weitere Umlenkung von Einkommen von unten nach oben; wenn diese nicht wieder investiert, sondern zu Geldvermögen werden sollen, braucht es weitere Verschuldung, zwingend.

    Und es ist völlig offen, wie Trump bei deutlich sinkenden EInnahmen drastisch höhere Ausgaben für Investitonen stemmen will.
    Das Militär soll ja auch etwas zusätzlich kriegen.

    Denkbar ist weitgehend private Infrastrukturfinanzierung; da es zuerst um die Renovierung bestehender geht, Neubauten brauchen lange Vorlaufzeit, wäre das eine Privatisierungswelle.

    Kann man auch Verscherbelung des Gemeinvermögens nennen. Denn die zukünftigen Gewinne der Investoren zahlen die Nutzer.

    1. andreas

      „Und es ist völlig offen, wie Trump bei deutlich sinkenden EInnahmen drastisch höhere Ausgaben für Investitonen stemmen will.“

      Neben so etwas wie einer expansiven Fiskalpolitik – etwas, was Republikaner ansonsten regelmäßig scharf bekämpfen -, darf man mit einer höheren Staatsverschuldung durch Trump rechnen.

      Da geht sicher noch was, wenn die internen politischen Widerstände überwunden werden können. Japan etwa ist als Faktor vom BIP viel höher verschuldet als die USA es sind, und das, obwohl Japan nicht mal die Weltreservewährung druckt.

      1. Auch das Fazit von Ernst Wolff ist ja: Er kann das alles nicht Finanzieren deshalb wird es nicht gehen.
        Obama hat das Dept mehr als verdoppelt. Warum sollte Trump nicht noch expansiver weitermachen.
        Die Schulden werden eh nicht zurückbezahlt. Und die Gesamtverschuldung nimmt alle 21 Tage um 100Mrd zu. Trump ist Geschäftsmann, er war schon mehrmals pleite und solange der Dollar so gut funktioniert kann er nichts falsch machen. Wenn die Staatsverschuldung gemessen am Bip die Stärke einer Währung bestimmen würde dann würden diese Gedanken Sinn ergeben.
        Trump hat garkeine andere Möglichkeit.

        Für eine Konfrontation mit dem Establishment halte ich den Posten des Justizministeriums mit der Kontrolle über das FBI für entscheidend. Giuliani ist da im Gespräch
        Wie denkt das Parteibuch darüber.

      2. einparteibuch
        „Japan etwa ist als Faktor vom BIP viel höher verschuldet als die USA es sind“

        Ja nur Japan kommt deshalb auch seit Jahren nicht mehr auf die Beine…

        Ein Fluten mit Dollar würde den Dollar abwerten gegenüber den Euro. Das würde der Europäischen Wirtschaft noch weiter Probleme machen. Das würde wohl Europa zerreißen. Ein mit sich selbst beschäftigtes Europa würde aber die Rolle der USA in der Welt schwächen.

        Nun gut, die Außenpolitik dürfte bei Trump eine untergeordnete Rolle spielen, er wird sich wohl auf die USA selbst konzentrieren (müssen).

      3. Tom

        Der Justizminister hat wenig Budget und kann in der Auseinandersetzung mit dem Establishment wenig bewegen.

        Neben, vor oder nach dem Stabschef, der die tägliche Kontrolle über alle Regierungsmitarbeiter ausübt, ist der mit Abstand wichtigste Posten im US-Kabinett der des Kriegsministers. Der hat ein riesiges, relativ frei verfügbares Budget, mit dem er Trump gegenüber loyalen Firmen satte Profite bescheren und Trumps Gegner durch Entzug von Aufträgen in die Pleite treiben kann. Und obendrein hat der Kriegsminister großen Einfluss darauf, wer welche Kriege gewinnt und wer welche verliert – oder anders ausgedrückt, der Kriegsminister ist dafür zuständig, dass Trumps Gegner von der zionistischen Kriegslobby die von ihnen angezettelten Kriege verlieren. Nichts ist zerstörerischer für einen Gegner als verlorene Kriege. Und außerdem setzt der Kriegsminister um, dass Generäle und Offiziere in medienwirksame Spitzenpositionen kommen, die ihren obersten Befehlshaber dann mit politisch relevanten Botschaften stützen und seine Gegner unterminieren. Obama hat ein klares Zeichen gesetzt, dass er die übergroße Bedeutung des US-Kriegsministerpostens erkannt hat, als er in seiner zweiten Amtszeit Chuck Hagel zum Kriegsminister gemacht hat.

        Kriegsminister von Donald Trump müsste meiner Einschätzung nach Jeff Sessions werden, den ich als so etwas wie das strategische Gehirn der Trump-Kampagne bezeichnen würde. ich glaube, es ist kein Zufall, dass Jeff Sessions, ein „erzkonservativer“ Senator aus dem Südstaat Alabama und Mitglied des Streitkräfteausschusses, sich ganz früh im US-Präsidentschaftsrennen hinter den liberalen New Yorker Weiberheld Donald Trump gestellt hat, im Gegenteil, wenn Sessions und seine Mitstreiter die Präsidentschaft erringen wollten, dann mussten sie so einen Kandidaten aufstellen, denn ein erzkonservativer Südstaatler wie Sessions – der sozial nach dem Geschmack von Sessions Leuten wäre – hätte nie die wichtige Vorwahl in New Hampshire oder die Hauptwahl im liberalen Rostgürtel gewonnen. Und dafür, dass der liberale Weiberheld Trump dann in den erzkonservativen Südstaaten dick abgeräumt hat, haben dann Sessions und seine Leute gesorgt. Sessions ist in Alabama so populär, dass er da keinen Gegenkandidaten mehr findet, der gegen ihn antritt. Ein Fingerzeig im August 2015 von Sessions und die Leute da haben seinen Mann, den liberalen New Yorker Weiberheld Donald Trump, zum Sieger im Süden gemacht.

        Jeff Sessions‘ 30 Jahre junger Mitarbeiter Stephen Miller soll im Kern Trumps außenpolitisches Konzept geschrieben haben. Es dürtfe keine Frage sein, wer wirklich dahintersteckt: Sessions.

      4. Lutz

        „Ein mit sich selbst beschäftigtes Europa würde aber die Rolle der USA in der Welt schwächen.“

        So what? Trumps Wähler haben für das Ende des US-Empires gestimmt, und wenn Trump ihnen das nun liefert, was soll daran auszusetzen sein? Trumps Gegner im Establishment werden zwar schreien und jaulen, aber Trumps Beliebtheit dürfte das nur weiter steigern.

      5. @Lutz

        „Japan etwa ist als Faktor vom BIP viel höher verschuldet als die USA es sind“
        Ja nur Japan kommt deshalb auch seit Jahren nicht mehr auf die Beine…

        Woran machen Sie das fest? Am Wirtschaftswachstum? Der Glaube, dass Wirtschaftswachstum ein Indikator für eine gesunde Volkswirtschaft ist, ist doch genau die Krux und Teil der Matrix, quasi der Basisbetrug über den man uns auch den anderen Wirtschaftsmist verklickert.

        Und Japan hat nach wie vor eine niedrige Arbeitslosigkeit (seit Jahren unter vier Prozent) und (im Durchschnitt, ja natürlich) hohe Einkommen. Die machen es also – so meine Sicht – völlig richtig! Die Verschuldung ist eine in Giralgeld, eine Fiktion, was solls? Warum soll eine Wirtschaft, die acht Prozent der Weltproduktion hebelt, weiter wachsen?

        Entscheidend ist, dass die Menschen ein Auskommen haben und damit menschenwürdig leben können. Und es sieht so aus, als ob das in Japan der Fall ist.

        Beste Grüße an Sie; ped43z

      6. @Andreas

        Trump, bzw. sein Team (Jeff Session) können nicht einfach zugeordnet werden, weil durch alle gewachsenen US-Strukturen, allen voran dem ersten Duopol der Nord-Südstaaten, später dem Öl und Banken-Duopol, dann die Ost-Westküstenspaltung seit geraumer Zeit – ich schätze mit der Absage Putins an die Unterordnung unter den damals noch koordinierenden Welthegemon, um/ ab 2007, hat sich in allen diesen Gruppierungen und ihren Überlagerungen jeweils noch eine patriotische und eine kriegszionistische Fraktion gebildet, überall, in der Presse, im Pentagon, in den Diensten, im Außenministerium in den Lobbygruppen AIPAC und den Evangelikalen, überhaupt in fast allen gesellschaftlichen Aggregationen.

        Deswegen ist jetzt nur der Durchbruch, nicht der Beginn/ die Ursache, der bereits lange angelegten Transformation zu sehen und es ist nicht wahrscheinlich, dafür nur einen Hauptakteur zu lokalisieren/ bestimmen.

        Vergleichbar ist die Lage näherungsweise mit der Entwicklung des europäischen Faschismus und Totalitarismus in Spanien ab 34, Italien, Deutschland und Kroatien (dazu K.H. Deschner), der ebenfalls sehr komplexe Entstehungsmomente auf sich vereinigte, angefangen beim entmachteten Adel, über die dubiose Rolle der beiden Vatikanfürsten Pius, 11 u. 12, den Ultramontanisten, den Industriebossen und schließlich den, auf nationale Formation setzenden Sozialisten unterschiedlicher Strömungen, wie Strasserbrüder, Hitler und sein Erfinder Goebbels.

        Und die Verschuldung einer Staatsbank kann und darf nicht aus betriebswirtschaftlicher Sicht beurteilt werden, wie uns propagandistisch immer wieder vorgebetet wird.

        Zu Japans tatsächlicher volkswirtschaftlicher Entwicklung hat Richard A. Werner mit dem Mythos gebrochen, selbsttragende Wirtschaftsentwicklung könne durch Zinsmanipulation ‚angekurbelt‘ werden. Das kann sie nicht, wie er statistisch sauber belegt. Sein Modell ist nicht sehr weit entfernt von den geschlossenen Systemmodellen von Leonhard Miksch und dem hier genannten Wilhelm Lautenbach.

        Kurz gesagt, postmodernes Sklaventum in Form von Finanzprekariat und Neokolonialismus ist keine Form intelligenten Wirtschaftens und Planens, eher ein Atavismus (Rückfall) wie es auch die derzeitigen extremistischen Neoreligonen sind (Pseudoreform-Wahhabismus mit Führerschein für gutbetuchte Muslima und Kriegs-Hartz4).

      7. ped43z
        „Der Glaube, dass Wirtschaftswachstum ein Indikator für eine gesunde Volkswirtschaft ist, ist doch genau die Krux und Teil der Matrix, quasi der Basisbetrug über den man uns auch den anderen Wirtschaftsmist verklickert.“

        Durch Rückläufiges Wachstum die Probleme der Menschheit zu lösen. So gern ich diesen Wunsch aus ökologischer Sicht auch unterstützen würde, aber er verstößt nicht nur gegen ökologische Gesetze sondern auch gegen Naturgesetze.
        Jede Spezis muss sich weiter entwickeln. Wer das nicht macht, sortiert sich selbst aus. Wenn wir nicht wachsen, kommt es zu Verwerfungen, wie in den USA (Vorallem in den Roststaaten) oder auch Europa und es wird wieder in Dreckschleudern investiert.
        So sehr ich diese Verwerfungen in der aktuellen Situation für gut empfinde, da sie die sozialen Duck erzeugen, der einen Wandel ermöglicht, muss man doch irgendwann wieder zu normalen Leben zurück kehren und das heißt, es muss Wachstum geben
        Was rückläufig sein kann, ist das industrielle Wachstum, das muss an anderer Stelle dann kompensiert werden (Themen: Internet, Kommunikation, Pflege, Soziale Betreuung…).
        Man kann durch Rückgang oder gar negatives Wachstum des industirellen Wachstums die ökologischen Probleme lösen, muss dies aber durch anderes Wachstums kompentieren, sonst wird der Plan hinweggefegt.
        Jetzt steht die Frage, was sind die neuen Wachstumsfelder? Wer diese Frage beantworten kann, kann auch die derzeitigen Probleme lösen. Fest steht wohl, dases wohl in Richtung geitige Arbeit geht.
        Deshalb bleib ich bei dem Parameter Wachstum als Idikator für die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Und wer die Wirtschaft als Mist betrachtet und nicht als wichtiges Teil unserer Gesellschaft wird sich festlaufen. Man muss die Wirtschaft neu organisieren, will man das, darf man sie nicht verteufeln.

        einparteibuch
        „Trumps Wähler haben für das Ende des US-Empires gestimmt, und wenn Trump ihnen das nun liefert, was soll daran auszusetzen sein?“

        Leider nur kurz: Die USA ist ein Teil der globalen Welt und wenn Trump versucht sich da heraus zu lösen, wird es zu Verwerfungen kommen… Wenn es zu Verwerfungen kommt, wird schnell vergessen sein, das man es selbst so wollte…. Kennen wir ja in D von den CDU-Wählern…

    2. „Die Steuersenkung für Unternehmer sorgt ziemlich sicher für weitere Umlenkung von Einkommen von unten nach oben; wenn diese nicht wieder investiert, sondern zu Geldvermögen werden sollen, braucht es weitere Verschuldung, zwingend.“

      Das Thema auf seinen Kerninhalt gebracht. Das Ziel muss es sein, mehr Geld im Umlauf zu halten und zwar dort wo es viel Arbiet/Jobs generiert. Das ist nun mal nicht die Finanzwirtschaft, da dort ein paar Kommastellen mehr oder weniger kaum Mehrarbeit verursachen.
      Die Steuersenkungen sind nur drin, wenn im Gegenzug daffür wieder zusätzliche Wertschöpfung (Vorprodukte) im eigenen Land generiert wird. Das verteuert zwar die Produktion insgesamt, kann aber durch zusätzliches und höheres Steuersubstrat wieder wettgemacht werden.
      Es wird darum von den konkreten Bedingungen, unter welchen die Steuersenkungen gewährt werden, abhängig sein ob die Rechnung/Wette am Ende aufgeht.

  6. Liebes Parteibuch, ich habe da mal eine Frage: Wie sieht das eigentlich mit den Wahlmännern aus? In manchen Bundesstaaten sind die doch nicht gesetzlich verpflichtet ihre Stimmen für Trump abzugeben. Können die das Wahlergebnis noch kippen? Oder wozu dient dieser Zirkus der Wahlmänner?

    1. Theoretisch können sich die Wahlmänner nach ihren „Gewissen“ entscheiden, das ist wohl heute eher theoretisch möglich und der Vorsprung Trumps zu groß.

      Als der erste Präsident gewählt wurde, gab es höchstens Telegraphie und in diesem riesigen Land, war es die vernünftigste Lösung, das man aus den Staaten die Vertrauenswürdigsten Personen an einen zentralen Ort zusammenbringt, wo dann der beste gekürt wurde. Und an der Tradition hält man fest.
      Bei uns gibt es diese Tradition so auch noch auf Parteiebene mit den Parteitagen, wo dann die Delegierten z.B. den Parteichef wählen.
      Die Wahlmänner sind aber ein deutliches Zeichen, das mit der weiteren menschlichen Entwicklung, auch die demokratischen Elemente weiter entwickeln sollten….

    2. Data

      „Wie sieht das eigentlich mit den Wahlmännern aus? In manchen Bundesstaaten sind die doch nicht gesetzlich verpflichtet ihre Stimmen für Trump abzugeben. Können die das Wahlergebnis noch kippen?“

      Nein, auch wenn es in der Geschichte schon mal den Fall gegeben hat, dass ein Wahlmann anders als versprochen abgestimmt hat, sind die republikanischen Wahlmänner im Großen und Ganzen Trumps Leute. Da brennt nichts an.

      „Oder wozu dient dieser Zirkus der Wahlmänner?“

      Das ist Tradition, eine Verfassung geschrieben in einer Zeit, als die Leute noch mit Pferdekutschen reisten. Um das Wahlmännersystem zu ändern, bräuchte man die Zustimmung aller wesentlichen Kräfte in den USA, und die ist nicht in Sicht, schon weil vielen Republikanern die traditionelle Verfassung quasi heilig ist. Es gibt aber auch heute andere gute Argumente als ein generelles „Festhalten an einer bewährten Verfassung“ dafür, das Wahlmännersystem beizubehalten. Das Wahlmännersystem zwingt Kandidaten beider Parteien dazu, den Erfolg in der Mitte zu suchen und hilft damit dabei, eine Spaltung des Landes zu verhindern. Anders gesagt, Kandidaten müssen um die unentschlossene Mitte, die Swing-Staaten, kämpfen, und können die Wahl nicht dadurch gewinnen, dass sie ihre eigenen Hochburgen, etwa Texas bei den Republikanern oder New York bei den Demokraten, mit extrem auf solche Hochburgen zugeschnittenen Botschaften zu größerer Wahlbeteiligung anfeuern, um damit den Verlust der unentschlossenen Mitte auszugleichen.

      Genau daran ist Clinton nun gescheitert: sie konnte die Mitte nicht von sich überzeugen, was Donald Trump hingegen gelang – auch wenn sich viele Leute aus der Mitte bei seiner Wahl die Nase zugehalten haben mögen, Clinton fanden sie noch schlimmer.

      1. Bei uns werden Präsident und Regierungschef auch nicht direkt gewählt. Sondern von Bundesversammlung bzw. Bundestag.
        Das Wahlmännersystem in den USA hängt eng mit der Tatsache zusammen, dass die USA keine Demokratie wie bspw. die Schweiz, sondern eine repräsentative Republik aus Bundesstaaten mit vergleichsweise großen Autonomie sind.

  7. @1_Parteibuch und vielen Dank für die sehr instruktive, aktuelle Nahübersicht.

    Mensch kann sich ja gar nicht genug wundern. Wer hätte denn vor 5 Jahren gedacht, dass solche Artikel im Freiwildgehege und nicht im Forstamt, dem us-lizensierten, politisch einmal reflektierenden Wochenmagazin erscheinen, dieses nur noch matter Abglanz seiner selbst ist, seinem Ende entgegen schreibend, längst nicht mehr meinungssetzend agierend, genau wie seine Mitspieler in der Oberliga?

    Politisches Feuilliton, at it’s best, professionell recherchiert, zeigt was realistisch erwartet werden kann und was nicht. –

    Trump hat handfestes Sanieren, Verkaufen und Organisieren gelernt und aus Intuition und mit seinem Beraterteam, konkurriert. Das ist seine erübte Stärke und dem Haifischteich der hohen Politik hat er sich bereits vor einem ´Jahrzehnt angenähert.

    Wer immer noch herum psychologisiert an diesem Geschäftsmann, mit Ambitionen zu mehr, der mache sich doch bitte einmal klar, wie drücken CEO’s und Inhaber ihre Loyalität und Vertraulichkeit praktisch-konkret aus? Indem sie ziemlich unkorrektes politisches, wie persönlich-intimes, Wissen mit ihren Gesprächs-/ Geschäftspartnern teilen.

    Trump hat genau das mit dem gesamten Teil des vergessenen Souveräns, der ältesten Demokratie der Neuzeit, gemacht, wenn wir die Genfer Republik eines Rousseaus einmal außen vor lassen – als Teil von ‚Old Europe‘.

    Er hat vermitteln können, dass die Mehrzahl der Bürger keinerlei Vertretungsberechtigung mehr im zionistisch geführten ‚US-NeoConzern‘ genießt, faktisch!, nicht einmal mehr auf repräsentativen Um-Wegen. Dieses Husarenstück ist ihm gelungen, genauso wie die gelegentliche Umgehung von Bauverboten in Naturreservaten, das kann wahrlich nicht jeder!

    Was er nicht kann und auch wohl nicht will, den Turm zu hoch oder ohne Fundament zu bauen, sprich alle Übel gleichzeitig, nach Manier und Wunschbild der politischen Theoretiker und Vielerwarter, anzugehen. Da bleibt er bei seinem leisten, wählt bedächtig Polier, Vermessungs- und Geoingenieur und Bauleiter aus und baut schlicht stockwerksweise und nicht von oben nach unten, wie postfaktische Geisteswissenschaftler es fordern, bevor sie ihre Taxijobs annehmen oder im Gemeinderat brillieren.

    Der/ ein Russlandliebhaber schrieb im VS.de, dass Trump daran zu messen sei, was er alles im Kleinen zu verhindern weiß, was alles nun nicht mehr geschieht – um ein patriotisches Reset zu erreichen, keine Revolution! Richtig und das schreibt nur ein Geisteshandwerker, zu deren Zunft ich mich auch berufsbedingt zählen darf/ kann, kein Berufsschreiber.

    Wenn die Wahlmänner diesmal nicht ausscheren oder ein Scharfschütze seine Sonderprämie kassieren darf, dann hat Trump bereits jetzt die Welt stärker verändert, als alle US-Präsidenten seit 1989 dies zusammengenommen vor ihm getan haben, ‚einschließlich‘ des Staatsterrors vom 11.9.2001.

    Warum, die konsistent gewordene US-Vorherschaft des MIK, eingebettet gleich in mehrere Lagen von abhängiger Korporativherrschaft, diesen Virus übersah, ist noch ungeklärt. Vielleicht aber war sie biogenetisch ‚überreif‘ und glaubte bereits ihren eigenen Verstellungen und Manipulationen, was das Geschrei der Bezahlschreiber und Medienhuris halbwegs nahelegt.

    Mitten in die mediale Wüste platzt dann: „[…]Kurz darauf machte Breitbart darauf aufmerksam, dass der republikanische Abgeordnete Thomas Massie aus Kentucky erklärt hat, Paul Ryan werde seine Stimme nicht bekommen.“ Zitat 1_Pb

    Ja was ist das denn, da fällt ein dicker fünfpfundiger Schraubschlüssel von der 45. Etage direkt auf’s öffentliche Pflaster, klirrend und ein Loch im Asphalt schlagend?

    Es bleibt Donalds Genie überlassen, nur das anzupacken, was real leistbar ist und alles andere auf Warteposition zu legen. Das hat er seinen Spindoktoren und gelernten Anwaltskollegen, auf allen Seiten, voraus. –

    Donald ist Seiteneinsteiger, methodisch. Rein formalgenetisch betrachtet gibt es Ähnlichkeit mit der Karriere des Gefreiten aus Linz.
    Beide waren sie Architekturverliebte und beide bedienten sich ungewöhnlicher Mittel.
    Der Unterschied.

    Trump ist sein eigener Agent und braucht dazu keinen bayrischen Staatsauftraggeber und der Mann mit dem amerikanischsten Namen, gleich nach Homer Simpson, hat seinen ‚Professor Goebbels‘ in der Persönlichkeit bereits integriert, was erhebliche Vorteile hat eben, nicht so leicht von Dritten wegmanipuliert zu werden, weg von seinem Mitschöpfer aus Rheydt, wie es Adolf Anglophilus erging, sintemal er nicht Geschöpf seiner selbst war, ein gefährliches Homunkulusexperiment.

    Und Letzteres, diesmal in weiblicher US-Fassung, zeigt ja, wie schnell fremdes Licht auch wieder verschwindet, wenn abgeschaltet. –

      1. @1_Parteibuch

        Ihr Hinweis auf Jeff Session und Stephen Miller kann interpretiert werden:
        a) Session hat Trump spintechnisch kreiert, bzw. auf Linie gebracht oder
        b) Trump, der Handwerker, hat sich seine Fachingenieure sehr gut ausgewählt, wie Ihre Analyse oben belegt.

        Für die unmittelbare Wirkung Trumps, nämlich die patriotischen Ambitionen von Obama fortzusetzen, ist es unerheblich, ob a oder b dominiert, es könnte auch eine freie Mischung oder Koinzidenz aus a + b sein, dass am Morgen des 9.11. erstmal die Patrioten, näherungsweise auch Öl und Technik/ Realwirtschaft (jedenfalls nicht komplett der seit 1950 auswuchernde MIK), gegen die Kriegsfalken/ Finanzindustrie/ NeoCons gewonnen haben, wenigstens einen Etappensieg erringen konnten.

        @Profil
        ja wenn Sie zitieren, dann doch bitte unmissverständlich ohne vorsätzliche Verkürzung. Lückenzitation ist was für Lückenpressler, vergessen Sie das nicht. Der Terminus ‚Professor Goebbels‘, den Sie oben anführen und mir gerne zuschreiben würden, wurde vom Betreiber der Analitikseiten kreiert, ist dort alles noch nachzulesen. –
        Ich hätte eher auf ‚lehrbeauftrager Goebbels getippt, aber das ist auch egal.
        Ja und das Formen sich in Strukturen einer Genese entfalten habe ich nicht erfunden und wird von Ihnen hier sinnfremd deplatziert, soll wohl in semantischer Verschiebung meinen, Conrath, der Agent natürlich (Analitikthema), hat irgendwie mit dem englandbegeisterten GröFaz zu tun. Warum?

        Na klar, ein Historiker der Wirtschaftsgeschichte muß dann auch reich, ein Totalitarismusforscher totalitär sein und Maler essen ihre Farben usw…

        Gut, Herr/ Frau Profil, im Kindergarten fällt Naturalismus als Welterklärungsmodell weiter nicht auf. In einem guten Blog, wie dem diesigen, allerdings schon.

        Versuchen Sie’s beim Nächstenmal noch etwas engagierter, so wird noch kein Meisterpropagandist aus Ihnen.

  8. Hallo Einparteibuch

    Eigentlich lese ich hier nur mit und schreibe nichts, weil ihr eine Toparbeit macht und eh besser informiert seit als ich. Bei mir kämen bestenfalls Trollbeiträge raus. Deshalb stelle ich auch nur eine Frage.

    Ich habe eine Meldung gelesen die ich auf Einparteibuch bisher vermisse:

    „Donald Trump: US Should Stop to Support Syrian Opposition & Focus on Fighting ISIS“

    During an interview with The Wall Street Journal, President-elect Donald Trump said that the US should stop to support Syrian ‘moderate’ opposition, as the country has “no idea who these people are.”

    https://southfront.org/donald-trump-us-should-stop-to-support-syrian-opposition-focus-on-fighting-isis/

    Wie deutet ihr diese Meldung?

    1. Bernd

      Wir deuten das so, dass Trump signalisiert, dass er bislang zu seiner im Wahlkampf zu Syrien geäußerten Meinung stehen will und die Zeit der US-Unterstützung für die Terroristen in Syrien vermutlich bald vorbei sein wird.

      Da war nun in den ersten Tagen nach seinem Wahlsieg auch keine Änderung zu erwarten. Spannend wird es erst nochmal, wenn sich definitiv zeigt, wen Trump zum Außen- und Kriegsminister ernennt, und wenn die dann anfangen, Trumps Wahlkampfversprechen in praktische Politik zu überführen. Da geht es dann nicht nur um Syrien und es könnte da durchaus noch die eine oder andere Überraschung geben, zum Guten wie zum Schlechten.

      Spannender als Trumps Wiederholung seiner Wahlkampfaussagen erscheint uns aus den USA in Bezug auf Syrien diese Sache hier:

      Obama directs Pentagon to target al-Qaeda affiliate in Syria, one of the most formidable forces fighting Assad

      Nach seinem Treffen mit Trump nimmt Obama damit vermutlich schon einen Teil von dessen zukünftiger Linie vorweg. Zu erwarten ist da weiter, dass Al Kaida und alle die mit Al Kaida gemeinsame Sache machen, demnächst zu Zielen der USA erklärt werden. Das sollte es dann für die Terroristen, moderate Rebellen oder wie auch immer die sich da nennen, im Großen und Ganzen gewesen sein. Sie können jede Hoffnung aufgeben: ihre Schirmherrin CLinton hat die Wahl verloren.

  9. Hillary’s Süsshaolzgeraspel am Tag nach der Wahl,
    in der sie Trump gratuliert und ihm anbietet mit ihm zusammenzuarbeiten
    ist – wie Alles was diese Frau von sich gibt, reine show.

    In diesem video ein paar Schnipsel wie die amerikanische Antifa
    gegenwärtig auf offener Straße Leute terrorsiert, die sich darüber freuen . dass Trump gewonnen hat.

    http://investmentwatchblog.com/paul-joseph-watson-trump-supporters-are-being-physically-attacked-in-schools-across-america-yet-this-is-the-story-the-media-focuses-on/

    George Soros , das alte Krokodil, wird seine Freude daran haben.

    1. Weil politisch gebildeten Arbeitern immer bewusst war, dass der links, religiös, esoterisch oder wie auch immer getarnte Faschismus, der Terrorismus des Großkapitals ist, mit dem, entgegen der historischen Entwicklung, der Kapitalismus letztlich durch Krieg aufrechtzuerhalten werden soll, hat zum Beispiel hier der wahre Antifaschismus seine Wurzeln in der Arbeiterklasse und ihren Gewerkschaften vor der bürgerlichen Machtübergabe an den Hitler-Faschismus und im Gegenteil wurden bejubelt und angefeuert von der Medienmeute, die antifaschistischen Versammlungen der Arbeiter brutal überfallen von Faschistentrupps, die ihren wahren Zweck verschleiernd irgendetwas mit „Schutz“ oder „Wehr“ genannt wurden, ähnlich wie vor und seit dem ebenfalls bürgerlich eingeleiteten faschistischen Februarputsch von 2014 in der Ukraine auch zuerst die sozialen Einrichtungen der Arbeiterorganisationen zerschlagen und deren Gewerkschaftshäuser angegriffen wurden.

      Daher hat auch diese Randale in den USA rein gar nichts mit einer Politik des sozialem Fortschritts oder den objektiven Friedens- und Solidarinteressen des Volkes, also mit links zu tun.

      Im Gegenteil ist eher der alte Trick rechtsextremer Interessen des Großkapitals zu erkennen, schon damals angewandt, um den Hitler-Faschismus aufzubringen, und auch von solcher angeblichen „Anti Fa“ bleibt in der Realität nur „Fa“.

      Folgerichtig dürfte die Gewalt von der vollkommen verblendet sich links wähnend, in Wahrheit rechts bei den Kapitalinteressen verorteten Clinton-Jugend ausgehen, von keinen Sanders-Anhängern.

      1. @Clearly

        Ihr Argument ist folgenschwer. Der als ‚links‘ ausgegebene Straßenprotest, eine weitgehend gekaufte, farbenrevolutionäre Aktion des Kapitals?

        Ja,
        allerdings die Aktion des Finanzkapitals und des Manipulationskorporativs (NeoZioCons)!

        und Nein,
        die Aktionen sind nicht Spaltung des Ganzen in Klassen. Der vergessene mittlere abgehängte Teil von Amiland konnte seine politische Isolation für einen kurzen geschichtlichen Moment überwinden, flankiert von den vielen Protestwählern gegen das System, nicht für Donald. –

        Der stringente (transzendent überhöhte) Klassenbegriff stammt übrigens von Moses Hess und wurde von Marx & Engels lediglich adaptiert.

        Wie sich im Blick auf den weiteren Verlauf der Weltkonkurrenzordnung herauskristalisierte, war diese strikte begriffliche Aufspaltung des ‚geschlossenen Handelsstaates‘ (mit J.G. Fichte gesprochen) nicht aus der Empirie (als Erfahrungsurteil), sondern aus der ‚Mottenkiste der Religionen‘ gewonnen. Eine so strikte Spaltung läßt sich eben ‚endlich‘ nicht mehr aufheben, verweist also auf seine (falsche) Transzendenz und wird dann zur Religion des permanenten Klassenstreits (die 5. Kolonne läßt grüßen). –

        Was der letzte Hegemon gerade durchleidet, lehrbuchhaft, ist die Auseinandersetzung der Patrioten mit den Finanzinternationalisten und dann bleibt Ihre Einschätzung des pseudolinken Straßenmobs in New York weiterhin mit vollem Recht bestehen!

      2. „Ihr Argument ist folgenschwer. Der als ‚links‘ ausgegebene Straßenprotest, eine weitgehend gekaufte, farbenrevolutionäre Aktion des Kapitals?“

        Als was hat die Werbeindustrie die, da erklärtermaßen vom Großkapital zur „Rettung des kapitalistischen Systems“ aufgebrachten, vom Großkapital gesteuerten und am Ergebnis erkennbar, für die Profitinteressen des international organisierten Großkapitals arbeitenden, also klar rechtsextremistischen Hitler-Faschisten der öffentlichen Meinung verkauft? Als „Sozialisten“, also vorgetäuscht links; so „sozialistisch“, dass sie Sozialisten ermordet haben, wo immer sie derer habhaft werden konnten, bis hin zu der Tatsache, das dies zu einem Teil der Geschichte auch meiner Familie gemacht wurde.

        1933 in Deutschland, als die vom Großkapital gesteuerten Faschisten die Wahl verloren hatten, wurden, durch die Massenmedien angefeuert, Proteste organisiert, mit Gewaltausweitung das Land unregierbar gemacht, alles begleitet von vortäuschender Rhetorik links zu sein; im Namen der Sicherheit, des Guten, mit der Ausrede des Reichstagsbrandes haben die links getarnten Rechtsextremisten geputscht und nun sehe sich jeder genau an, was derzeit in den USA betrieben wird.

        Einmal mehr zeigen Clinton und Soros, wo sie politisch verortet sind: rechts, nicht links von Trump.

      3. @Clearly

        Der Straßenprotest wurde durch die PR der Herrschenden aufgeheizt, darin sind wir uns einig. Aber die Herrschenden zerfallen mindestens in die Lager Patrioten und Finanzinternationalisten, das sollte berücksichtigt werden, bevor es zu einem Vergleich mit 33 im DR kommt. Dort gab es einen geschürten Wettbewerb um die Farbe rot. Es gab sogar einen gemeinsamen Kampf (Berliner Verkehrsgesellschaft) und die Interessen, dass sich beide Lager feindlich gegenüberstanden.

        Der Dissens, weit über den Köpfen der unmitttelbar Beteiligten/ Betroffenen, ein Sozialsimus der nationalen Einheit tritt gegen einen Sozialismus der Internationalen Klassenspaltung, als unumstößliches Programm, jeweils weitgehend unversöhnlich an.

        Neben den Strasserbrüdern und den nordwestdeutschen nationalen Sozialisten gab es in der NSDAP das Münchener Lager mit ganz anderen Interessen und Bündnissen, keine Parteieinheit wie uns die Umerziehungsgeschichtsbücher dies nahelegten.

        Die internationale Seite war ebenfalls gespalten in die gemässigten und die progressiv-gewaltbereiten Flügel usw…

        Was lernen wir ganz simpel daraus?

        Jede Spaltung mit Gewalteinsatz verunklart die Lage – nämlich die Machteinheit nationalorganisierter Kapitalverfügung und die Organisation von Gewerkschaften und Parteien über Ländergrenzen hinaus (einmal als pragmatische Organisation und einmal als strikte Fundamental.

        Tatsächlich standen sich zwei, im jeweiligen Kern, fanatisierte Gruppen gegenüber deren Mitglieder nur einen Teil der Terrorplanungen durchschauten.

        Genau das hat Ähnlichkeit mit der Gegenwart, mMn.

    1. @Karsten Laurisch

      Donald und der 11. September passen eben nicht zusammen, bzw. stoßen einander ab.

      Warum?

      Wer die Mühseligkeiten des konkreten Bauens selber näher kennt, Bauen aus dem eigenen Vermögen/ Kredit, zum Beispiel gut plant und überwacht, damit das Vermögen dabei nicht schmilzt, verwechselt eben nicht Show mit Realität, so einfach läßt sich das zusammenfassen. –

      Die Einstürzbewegung eines solchen Stahlriesen, schneller als der freie Fall, ist etwa so plausibel, wie für einen Jäger, der Fall ist/ wäre, dass nach einem Volltreffer auf Wildsauen, diese sich umgehend in Schnitzel verwandeln. –

      1. @Conrath

        „Zu Japans tatsächlicher volkswirtschaftlicher Entwicklung hat Richard A. Werner mit dem Mythos gebrochen, selbsttragende Wirtschaftsentwicklung könne durch Zinsmanipulation ‚angekurbelt‘ werden. Das kann sie nicht, wie er statistisch sauber belegt. Sein Modell ist nicht sehr weit entfernt von den geschlossenen Systemmodellen von Leonhard Miksch und dem hier genannten Wilhelm Lautenbach.

        Kurz gesagt, postmodernes Sklaventum in Form von Finanzprekariat und Neokolonialismus ist keine Form intelligenten Wirtschaftens und Planens, eher ein Atavismus (Rückfall)“

        Würde von Dir gerne zum Verständnis wissen: Wo siehst du Formen intelligenten Wirtschaftens und Planens? Jenseits oder noch Diesseits im Rahmen einer Warenwirtschaft? In welchem Verhältnis siehst Du entsprechend „Basis“ und „Überbau“, um mal diese alte marxistische Terminologie zu verwenden?

        Gruß dirkneu

      2. @dirkneu

        Basis und Überbau sind Schlagworte wie oben und unten.

        Der geschlossene Handelsstaat (Fichtes), geschlossen, weil als Zolleinheitsregim betrieben, ist ein Stichwort für die wirtschaftshistorische Herausbildung von ‚Nationalkapitalien‘ und ihre Formation(en).
        Diese haben eine Staatlichkeit nach sich gezogen, oder aus sich entwickelt, die sich dann der konkreten Ressourcen, Kultur, Sprache, Fähigkeitenpol, gemeinsame Erinnerungen und Rituale, nur bediente. –
        In reduktionistischer Sicht des 19. Jahrhunderts wurde daraus die ‚Überbaumetapher‘.
        An der Art wie der späte Engels diese Metapher immer weiter durch einen realistischeren Kulturbegriff ersetzte, zeigte sich bereits, dass es keine Idee von ewiger Gültigkeit ist und auch keine Prorität damit präjudiziert werden kann, wie es die Linkstheoretiker öfters mal versuchten.

        Das in Kurzfassung, weil es hier OT ist.

      3. „“Donald und der 11. September passen eben nicht zusammen, bzw. stoßen einander ab.
        Warum?““

        Conrad

        da muss ich mich bei Dir wohl entschuldigen dass ich den Zusammenhang nicht so dargestellt habe wie ich es wollte. Natürlich hast Du mit Deiner Aussage recht. Nur was ich aufzeigen wollte ist dass er von Anfang an, worauf Du zurecht hingewiesen hast, an die Variante mit dem Flugzeug alleine gezweifelt hat. Wenn er nun auf Grund seiner Zweifel von Damals die Ermittlungen erneut aufnehmen lassen sollte könnte es eng werden für die Hintermänner von 9/11 oder er wird umgebracht.

      4. @dirkneu

        Zum ersten Teil Deiner Frage noch dies.

        Die internationalen Bilanzierungsregeln für die Schöpfung von – und den Umgang mit (Giral-)Geld sind viele historische Annahmen als ‚bare Münze(n)‘ genommen, die wissenschaftlich nicht haltbare Voraussetzungen erfordern (u.a. Wertaufbewahrungstheorem,…).

        Auf universitärem Niveau verhandelt dazu Prof. Dr. Franz Hörmann, von der Uni Wien. Von ihm gibt es zahlreiche Videos und ganze Bücher im Netz. Er hat ein neues, besser ’neubilanzierendes Informationsgeld‘ entwickelt, welches den Ursprüngen der freien, wechselseitigen (anarchistischen) Geldschöpfung im alten China entspricht (Kreidekreisbuchungen), siehe dazu auch:
        https://osbeee.com/ueber-osbeee/

        Wesentlich an Hörmanns Ansätzen ist die reele Anschlussfähigkeit und Potenz, mit den neuen Mitteln auch bereichs- und schrittweise beginnen zu können, nicht erst auf den großen Gau an St.Nimmerlein warten zu müssen, wie bei den linken Katastrophikern es noch lange üblich war und mittlerweile von der puren ‚Absurdität des Realen‘ doch in den Schatten gestellt wurde.

        Osbeee kann u.a. die verschiedenen Regionalgeldinitiativen vernetzen, aber auch soetwas wie eine allgemeine Gesundheits- oder Verkehrs- oder Bildungsdividende finanzieren, näheres wäre wieder O.T..

        Vielleicht schreibt 1_Pb ja mal etwas dazu, wie im 21. Jahrhundert das Problem der Wohnungs- und Einkommensnot elegant gelöst werden kann/ könnte und zu Nachahmung (in Kooperation) anregen würde, wenn es irgendwo konkret gestartet wird??

      5. Conrath

        „Vielleicht schreibt 1_Pb ja mal etwas dazu, wie im 21. Jahrhundert das Problem der Wohnungs- und Einkommensnot elegant gelöst werden kann/ könnte und zu Nachahmung (in Kooperation) anregen würde, wenn es irgendwo konkret gestartet wird?“

        Das geht nur über eine vernünftige staatliche Geld-, Sozial- und Wirtschaftspolitik, insbesondere Industriepolitik. Tauschbörsen können zwar die durch eine unsinnige/korrupte Geld-, Sozial- und Wirtschaftspolitik entstandene Not hier und da etwas lindern, sond jedoch kein Ersatz für das demokratisch kontrollierte Geldmonopol des Staates – im Gegenteil, gerade bei den Ersatzgeldinitiativen und Tauscherleichterungsgutscheinen ist Korruption teilweise noch weiter verbreitet als beim staatlichen Geld.

      6. @liebe(r) 1_Pb

        Bilanzierungsregeln, etwa asymmetrische Bilanzverlängerungen beim Abschluß eines normalen Baukredits bei der Sparkasse müssen in Zukunft durch bessere Bilanzregeln ersetzt werden.

        Natürlich ersetzt dies nicht die Wiederaufnahme einer vernünftigen Wirtschaftspolitik. Die klassischen Mittel der Kreditlenkung, in DE bis Mitte der 80-iger, in Ö noch etwas länger gehandhabt, von dafür ausgebildeten und mit Statistiken arbeitenden VWL-ern, ist in den 0-ern bis 10-er Jahren durch eine völlig kopflose VWL-Doktrin abgelöst worden. Innerhalb gewisser Korridore hatte man versucht mässige Inflation um 1 nis 2 %/a zu halten und die erforderlichen Geldmengen (M1 bis M3) zur Verfügung zu stellen.

        All das ist durch die Entwicklung der EZB zunichte genacht worden und zwar in desaströsem Umfa´ng. Aber es gibt noch VWL-er aus der Zeit vor der extensiven Politik der EZB.

        Die Entwicklung des einen (Bilanzregeln) hat mit der klassischen Wirtschaftspolitik, dem anderen zu tun, ist aber nicht das gleiche, vergleichbar der Heizung und dem Frischwassersystem. Zentralheizung braucht Wasser, aber auch Gas/ Öl/ Pellets und Frischwasser erfordert ein Vorflutsystem, Aufbereitung und auch ein Abwassersystem, als sehr grober Vergleich.

        U.a. Bernd Senf hat zum ‚Ganzen der Wirtschaft‘ und ihrer erforderlichen, heute vernachlässigten, Grob- und Feinsteuerung vieles anschaulich beschrieben.

        Auch Sahra Wagenknecht hat in ihren 2 letzten Büchern kritisiert, dass Wirtschaftspolitik heute ohne Expertise betrieben wird, oder vorsätzlich wie BWL verstanden und praktiziert wird, was dann regelmässig schiefgehen muß!

        Die Doktrin der reinen ‚Zinsschraubendreher‘ geht zuende, dass zeigt sich, da sie ihre unwirksamen – eindimensionalen – Werkzeuge zu Steuerung eines mehrdimensionalen Prozesses überschätzt hatten und nun in der Methodensackgasse stehen, vorerst, jedenfalls.

      7. Conrath

        Wirtschaftspolitik wird heute nicht wie BWL betrieben, zumindest nicht im Sinne des Volkes. Was heute tatsächlich geschieht, ist dass Wirtschaftspolitik heute wie die organisierte Kriminalität der Mafia betrieben wird, ausgerichtet auf kurzfristige Profits und Kickbacks durch Bildung von Monopolen und Kartellen, Ausschaltung von Wettbewerb und Zerschlagung der industriellen Substanz, wo die Paten udn ihre Leutnants möglichst viel an sich raffen, bevor sie aus ihren Machtpositionen entfernt werden.

        Dabei wäre das Gegenteil notwendig: Aufbrechen von Monpolen und Kartellen, Wettbewerb und Aufbau von industrieller Substanz. Das geht, wenn die Privatwirtschaft nicht darin investiert, nur durch staatliche Investitionen in Industrie. Man schaue nur auf China, die fahren mit ihren staatlichen Großunternehmen ziemlich gut, auch wenn das der neoliberalen Doktrin völlig widerspricht. Und auch der zu einem guten Teil staatsbeherrschte Volkswagen-Konzern ist ja nicht grundsätzlich erfolglos, auch wenn die Abgas-Betrügereien und andere Skandale vorher natürlich hässlich sind. Das ließe sich auf viele Industriesparten übertragen. Man schaue nur an, wo die deutsche Industrie bei der Raketentechnik steht, bei Internet-Suchmaschinen, Transport- und Energienetze, und so weiter und so fort. Andere westliche Länder wie die USA und Britannien hat die neoliberale Doktrin zwar noch härter deindustrialisiert, aber da gilt es in die andere Richtung zu kommen, und zwar realwirtschaftlich, und wenn die Privatwirtschaft lieber Finanzcasino spielt als die reale Industrie zu pflegen, dann muss das der Staat tun. Das nennt sich Industriepolitik, und mit so einer klassischen Industriepolitik war die Bundesrepublik Deutschland vor ein paar Jahrzehnten schon mal ziemlich erfolgreich.

        Da steht dann natürlich auch noch die EU im Weg, die die neoliberale Doktrin der Privatisierung der Industrie zum EU-Gesetz erhoben hat. Aber mit den kriminellen Abzockerbanden an der Macht in Deutschland ist das natürlich ohnehin alles vergebene Liebesmüh, da überhaupt ans Anfangen zu denken.

  10. Bei den DWN findet man die Details der trumpschen Steuerpläne aus dem Wahlkampf.

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/11/13/donald-trump-fantastisch-fuer-die-us-boerse-verheerend-fuer-den-staat/

    Kurz gesagt: verheerend.

    Ein Großteil der Trump-Wähler wird sich gewaltig vera*scht vorkommen, wenn dies umgesetzt wird.
    Wer nicht direkt einen Job bei anstehenden Infrastrukturprojekten bzw. im Umfeld kriegt, kriegt gar nichts; die Entlastung bei der Einkommenssteuer bleibt bei sehr vielen völlig wirkungslos, weil sie systematisch nur für mittlere und höhere Einkommen wirkt, und für höchste Einkommen exorbitant.

    Prinzipiell könnten die Reichen und Superreichen natürlich das jetzt zusätzliche Einkommen ausgeben, konsumieren oder investieren.

    Aber das ist eine unsinnige Erwartung; wenn es da eine Änderung geben wird, dann weil sich die Stimmung aufbessert, nicht weil mehr Geld zur Verfügung steht, wenn man ohnehin viel zu viel hat.

    Theoretisch spielt das keine Rolle, das Geld kann ja in Staatsanleihen umgesetzt werden, und der Staat damit die wegbrechenden Einnahmen kompensieren und Ausgabenprogramme stemmen.

    Ob die Republikaner da mitspielen, bleibt abzuwarten; wegbrechende Einnahmen durch Steuersenkungen sind kein Problem für sie, aber Ausgabenprogramme außerhalb des Militärs gelten einem Großteil der Partei als Teufelszeug.

    Langfristig ist die steigende Gesamtverschuldung ohnehin ein Problem. Es wabern immer mehr Fantastilliarden durch die Finanzsphäre, schlagen an immer neuen Orten in der realwelt auf und sorgen für „Blasen“, die letztlich platzen.

    Nach WWK I, 29-33, wurde die Gesamtverschuldung mit drastischen Maßnahmen reduziert. Davon ist heute nichts in Sicht, so ist zu erwarten, dass der ganz große Knall erst noch kommt.

    Allerdings ist es der Realsphäre egal, wie sie finanziert wurde, wenn Infrastruktur da ist ist sie da.
    Nur wie in D gerade die Autobahnen und co an „Investoren“ verhökert werden sollen, fließen dann auch satte Gewinne an die „Eigentümer“.
    Bis es knallt.

    Was passiert, wenn ein jetzt wohl kommender Trump-Boom in den USA verpufft ist, und die „common people“ beschi..ener da stehen als vorher?

    1. andreas

      „Was passiert, wenn ein jetzt wohl kommender Trump-Boom in den USA verpufft ist, und die „common people“ beschi..ener da stehen als vorher?“

      Bernies Leute werden dann die nächsten (oder übernächsten) Wahlen gewinnen.

  11. @Conrath

    Danke für Deine kurzen Ausführungen. So sehe ich schon mehr, in welche Richtung Du gehst.

    Du: „Wesentlich an Hörmanns Ansätzen ist die reele Anschlussfähigkeit und Potenz, mit den neuen Mitteln auch bereichs- und schrittweise beginnen zu können, nicht erst auf den großen Gau an St.Nimmerlein warten zu müssen, wie bei den linken Katastrophikern es noch lange üblich war und mittlerweile von der puren ‚Absurdität des Realen‘ doch in den Schatten gestellt wurde.“

    Ich habe da meine Zweifel, daß ein alternatives Organisationsangebot genügend Massen mobilisieren könnte, um der „Absurdität des Realen“ wirksam zu entgehen. Die Menschen sind derzeit sehr in der bürgerlichen Subjektkonstitution gefangen – hier gehe ich mit R. Kurz, einem der „Katastrophikern“. Als Ware definieren sich die Menschen direkt oder indirekt im erschreckenden Ausmaß. Da etwas aufzubrechen braucht es sehr wohl etwas Katastrophe offensichtlich. Denn ansonsten wird weiterhin fast alles geschluckt, was an Zumutungen in der kapitalistischen Normalität vorherrscht und jede Abweichung davon angstvoll und reaktionär-konservativ gemieden. Echte Freiheit (nicht die verlogene bürgerliche) als Pflicht zur echt authentischen, selbstbestimmten Verantwortung will man nicht, wird abgewehrt. Das Leben ist auf den Kopf gestellt: Der Mensch jagt heutzutage in der Regel der Wertverwertung selbstverleugnend hinterher. Ich glaube da nicht an eine homöopathische Dosis alternativer Lebensweise bzw. -organisation, welche darüber hinaus die Menschen auch nicht wirklich und umfaßend im Herzen ergreift und begeistern könnte. Aber gerade Letzteres wäre nötig.

    Recht hast Du: Basis und Überbau ist veraltet. Ich spiele aber dabei auf Freiheit (Überbau) und Notwendigkeit (Basis), Geist (Ü) und Natur (B) an. Von wem geht das soziale Geflecht primär aus: vom Menschen mit seiner geistigen Haltung, seiner geistigen Verfassung – Kapitalismus als Form der sozialen Beziehungen erniedrigster, unwürdigster Art bindet sich dagegen an die kapitalistischen Wertvorgaben. Das Proletariat als Ausdruck der Entfremdung des Menschen. Der Mensch als geistiges und primär handelndes Wesen muß sich und die sozialen Beziehungen entsklaven, vom Warenfetisch geistig befreien. Dazu bedarf es aber einer neuen Anthropologie, die sich um das Rätsel des Menschen bemüht und dieses erhellt, als Hilfe für alle nach Befreiung Suchenden.

  12. Habe gerade einen langen Text geschrieben und im Nirwana verloren, Funktion ist eingefroren, danach war er verschwunden.

    Nun gut. Kurz und Hörmann haben ganz andere Themen bearbeitet und wir müssten die Fragen schon etwas eingrenzen.

    H. braucht keinen neuen Menschen sondern verbessert einige, zum Teil sehr altbewährte, Verfahren (Kreidekreisbilanz der Chinesen). Und er hat einen konkreten Veränderungsanfang, das fehlte noch bei der Umsetzung des Sozialismus.

    Denkt an das Schild an einer Gasthoftüre:

    > Morgen gibt’s Freibier <

    Eine Vorstellung die erwärmt, aber leider nicht sätigt!

    Und Politikkritik ist vor und nach, nicht aber 'während' der technischen Findungs- und Umgestaltungsfrage- und Konzeptarbeit sinnvoll.

    Aber Politik ohne Konzepte haben wir schon genug geübt, das ganz kurz formuliert.

    Robert Kurz habe ich früher gerne gelesen und kritisiert, aber er behandelt andere Themen, perspektiert utopisch, Hörmann überlässt die Ausgestaltung Allen, konzentriert sich nur auf sein Spezialgebiet, der Reparatur von unsinnigen Buchungsregeln zu sinnigen.

  13. „Ich habe da meine Zweifel, daß ein alternatives Organisationsangebot genügend Massen mobilisieren könnte, um der „Absurdität des Realen“ wirksam zu entgehen.“ Zitatende 1_Pb

    Das muß es auch garnicht und alternativ würde ich es nicht nennen, es ist eine Aktualisierung. Alternativ klingt dagegen wie phantastisch. Es ist aber alles ganz elementar, bodenständig.

    Ich kann Schlitzschrauben oder Kreuzschlitzschrauben oder Imbusschrauben einsetzen, wenn ich das Werkzeug dazu habe, das sind handhabbare Varianten und Hörmann verhandelt ’nur‘ über bereits reale Vorgänge, die lediglich weitere Verbreitung brauchen und sich dabei selber erklären, wie eine neue Eissorte oder Medizin, oder ein neues Leuchtmittel, egal.

    1. Conrath

      „Es ist aber alles ganz elementar, bodenständig.“ Das ist auch richtig. Aber es ist nicht der Zweck. Arbeit ist nicht der Zweck, sondern das unabdingbare Mittel. (1) Arbeit als elementare Antwort auf die Forderungen der physisch-biologischen Natur, aber auch als Anstrengung als einer höheren menschlichen Schaffenskraft hin zur Fülle des Lebens, die geistig erfahren wird, ein wahrhaft ganzer, authentischer, freier Mensch sein zu können im Verbund mit anderen Menschen, mit unseren subjektiv humanistischen Quellen, die wiederum jeweils unser echtes Gewissen ausmachen und uns grundsätzlich Orientierungsfähigkeit verleihen in einer Welt, die nicht von vornherein in Ordnung ist oder jemals war (dies gilt auch für uns Menschen), sondern unserer Tat zur echten Befreiung hin bedarf.
      Ich denke, der Mensch ist mehr als nur die soziale Befreiung, und dieses Mehr halte ich darüber hinaus auch für grundsätzlicher: die Bestimmung des Menschen betreffend. Ich will vor allem freier geistiger Arbeiter sein, nicht elementarer, auf die Natur bezogener Sklave. Ich achte das Elementare und befinde mich auch in gewisser Abhängigkeit zu diesem, es darf mich aber als Mensch nicht bestimmen.

      1) Die Arbeitskritik von R. Kurz und Co. lehne ich übrigens ab.

      1. @dirkneu

        ja,
        Kurzens Arbeitskritk stellt sich vorallem gegen Engels noch naivrealistischen anthropologischen Arbeitsbegriff > Menschwerdung durch Arbeit.

        Und in einer Zeit von ‚Beschäftigungsanstalten‘ und grundgesetzwidrigem Arbeitszwang, ohne die Würde und freie Wahl, im Rahmen der Bildungsbiographie zu berücksichtigen, hat Kurz damit ja eine wesentliche Erweiterung des Würde-/ Arbeitsbegriffskomplexes im Sinn.

        Neuere Anthropologie und Wissenschaftstheorie (P. Janich) haben Engels Ansatz erweitert, durch das Primat des, auf gelingenden Handelns hin, kommunizierenden Menschen.

        Darin ist dann der Erwerbsanteil nicht so unantastbar, wie es noch beim ‚General‘ der Fall war, bzw. uns heutigen erscheinen muß, klar. –

        Aber rebellieren gegen elementare Verhältnisse ist noch keine Kultur, sicherlich aber eine ihrer stetigen Voraussetzungen. Können Sie/ kannst Du damit leben?

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