Syrische Armee nimmt Kafr Haddad südlich von Aleppo ein

Am heutigen Samstag haben die syrische Armee und ihre Partner die Ortschaft Kafr Haddad und die Umgebung des Ortes rund 25 Kilometer südlich der nordwestsyrischen Metropole Aleppo eingenommen.

Der Vorstoß soll vergleichsweise einfach gewesen sein, weil die Front der Terroristen da aufgrund der Wahlniederlage ihrer Schirmherrin Hillary Clinton in den USA weitgehend zusammengebrochen zu sein scheint. Auf einer Karte wird dsa von der syrischen Armee heute südlich von Aleppo eingenommene Gebiet wie folgt ausgewiesen:

Ob der heutige Vorstoß der syrischen Armee Auftakt einer größeren Offensive gegen Al Kaida und Co war oder ob die syrische Armee da lediglich mit sehr begrenzten Zielen eine günstige Gelegenheit ergriffen hat, bleibt abzuwarten.

Die Lage in den umzingelten Terroristengebieten von Ost-Aleppo scheint sich unterdessen einstweilen auch ohne einen Vorstoß der Armee zum Räumen des Kessels günstig zu entwickeln. Dort haben sich heute mal wieder Terroristen gegenseitig eliminiert, diesmal sind Terroristen der Gruppe Ahrar Al Sham und Terroristen der Zanki-Bande, die beide zum Al-Kaida-Netzwerk gehören, aufeinander losgegangen.

Nachtrag 21:30h: Aus dem Westen von Aleppo wird berichtet, dass die syrische Armee nun auch das Sägewerk nahe Menyan wieder eingenommen hat.

Nachtrag 22:00h: Aus dem nahegelegenen, gestern von der Armee wieder eingenommenen Bezirk Al Assad gibt es inzwischen Videomaterial:

Da im Bezirk Al Assad vornehmlich Soldaten der nahen Al-Assad-Militärakademie wohnen, dürften die Einwohner da über die Zerstörungen allerdings nicht so schockiert sein wie Einwohner im Bezirk 1070 es waren, von denen sicher manch einer zuvor noch mit den Rebellen sympathisierte:

27 Gedanken zu “Syrische Armee nimmt Kafr Haddad südlich von Aleppo ein

  1. Es tut sich was an den verschiedenen Fronten. Den Kessel von Ostaleppo kann man so getrost noch ein wenig beigehalten, das Problem scheint sich ja teilweise selber zu „erledigen“.

    Al Masdar berichtet von russischen Helikopterangriffen auf 3 Ortschaften an der Strecke Palmyra Richtung Ar Rakkah. Eventuell die Vorbereitung dafür, dass Flüchtende aus Ar Rakkahbei der SDF/YPG-Offensive weniger auf die ostseite des Euphrats wechseln, insbesondere Bewaffnete.
    https://www.almasdarnews.com/article/isis-offensive-east-homs-foiled-syrian-army/

  2. Vielfach habe ich gelesen das die Kriegsentscheidene Schlacht in Syrien die Schlacht um Aleppo ist.

    Die Schlacht um Al Bab erscheint mir aktuell deutlich Bedeutsammer zu sein, da hier die Karten auf den Tisch kommen.
    Werden die Russen/Syrer die EuphratSchild FSA/Türken dort akzeptieren?
    Wie reagieren die Kurden?
    Wie reagieren die Amerikaner? Fällt mir gerade Schwer zu glauben das Trump den Türken dafür deckung gibt.

    Was denkt das Parteibuch hierrüber ?

    1. Jörg

      In Nordsyrien ist Aleppo die wichtige Schlacht, danach kommt erst mal lange gar nichts. Wenn Aleppo gesichert ist, strahlt das auf die ganze Gegend aus, und über kurz oder lang wird die Gegend wieder zu Aleppo gehören, so wie es immer wahr. Al Bab ist eine viel kleinere Stadt ohne strategische Bedeutung für den Krieg. Die Öffentlichkeit mag da nun die Absichten der einzelnen handelnden Parteien erkennen, die die Geheimdienste längst kennen dürften, aber das war es auch schon, was die Bedeutung angeht.

      Bezogen auf ganz Syrien ist einzig die Schlacht um die Hauptstadt Damaskus noch wichtiger als die um Aleppo. Aber da die Terroristen in Damaskus ohnehin längst keine Chance mehr haben, ist Aleppo der einzige noch verbliebene Schlüssel, um den Krieg zu gewinnen.

      1. einparteibuch

        Eine Stadt sollte man noch erwähnen, wenn es darum geht, welche Städte sind wichtig: Idlib.
        Die Städte sind wichtig, aber auch weitere Sachen:
        Wasser, Flüsse (Euphrat), Speicherbecken, Kanäle
        Rohstoffe: Gas, ÖL
        Energie: Kraftwerke, Fernleitungen
        Straßen und Eisenbahnverbindungen

        Sicher vieles kann man neu aufbauen, nur Syrien muss vieles neu aufbauen….

  3. Ich denke, das vom „WerteWesten“ bezahlte Pack ( gegen meinen Willen, auch von mir )
    hat Angst vor der geballten Cruise Missile Feuerkraft an der syrischen Küste .

    Die haben sich erstmal aus dem Staub gemacht. Aber fieses Pack ist nicht aus der Welt. Mal sehen wo die wieder auftauchen

  4. @Parteibuch
    Ich habe hier mal eine technische Frage. Ich bitte da um Entschuldigung. Wie kann ich meine Beiträge Grau untermalen um damit als Kontrast deutlich zu machen dass sie Antworten auf einen Kommentar sind so wie Du es machst?

    1. Karsten

      Tags benutzen, etwa so:

      <blockquote>Zitat …</blockquote>

      Und bitte an die aus Newsgroups bekannte Etikette halten, beim Zitieren jeweils nur die für die Antwort relevanten Stellen zu zitieren, sonst werden die Threads unnötig schlecht lesbar.

  5. Kurze Meldung zu Kafr Haddad. SAA hat gemerkt, dass keine Islamisten in Dorf sind und sind einfach einmarschiert. An diesen frontabschnitt sind von beide Seite nur weniger Einheiten vor Ort.

  6. was passiert in deir ez zor. ?? Ich glaube die Satdt ist sehr wichtig und ich habe lange nichts gehört.

    1. ulrich

      In Deir Ezzor passiert im Moment wenig, was strategisch bedeutsam ist. Die Terroristen haben die syrische Armee da westlich des Euphrat immer noch umzingelt und es gibt nach wie vor Kämpfe.

  7. Laut Angaben der Orks hatten sie bei dem jetztigen Versuch den Ring zu sprengen Verluste von 250 Kämpfern und ca.10 Einheiten gepanzerter Technik. Herangekarrt hatten sie aber angeblich 10000 Mann + X Panzer/BMPs. Wie passt das zusammen? Bricht eine Offensive bei solch relativ geringen Verlusten zusammen`?
    Selbst die SAA spricht nur von 500 toten Orks, wenn das so ist dann ist es auch alles andere als ein großer Sieg über die Terroristen. Da müssten 5000 von den Zotteln liegen.

    1. narf

      Das sind schon hohe Verluste.

      Zu den Toten ist noch ein Vielfaches an kritisch Verletzten hinzuzurechnen. Und die Verluste sind sicher nicht gleichmäßig verteilt. Wenn Truppen, die bestimmte kritische Funktionen ausführen, etwa als Schocktruppen eingesetzt werden, deutlich höhere Ausfallraten als der Durchschnitt haben, dann bricht so eine Offensive natürlich zusammen und die Motivation geht in den Keller und so fort.

  8. Was ich mich schon lange frage. Warum verbreitert man nicht den Versorgungskorridor nach Aleppo. Die Gegend westlich des Korridors Richtung Abu ad Duhur scheint doch nur sehr dünn besiedelt zu sein (oder Wüste?). Dieser Frontabschnitt erscheint mir endlos lang. Wenn es dort eine Begradigung der Frontlinie geben würde könnte man doch sehr viele Soldaten frei bekommen oder ist dort kaum jemand stationiert?

    1. Bohnennase

      Dort ist kaum ein Soldat stationiert und es fehlt anscheinend auch an Bevölkerung, die von der Armee beschützt werden möchte, weshalb es sich wohl nicht lohnt, im Gebiet westlich der offenen Nebenstraße Aleppo – Hama Soldaten zu stationieren.

  9. Das Rennen um Al Bab scheinen erst mal die Türken entschieden haben.

    SAA droht mit Angriff auf Ostaleppo. Da in letzter Zeit aus der Region praktisch nur noch fasche Drohungen kamen, könnte das u.a. bedeuten, das ein Angriff Richtung al Bab bevorsteht.
    Paralell schiebt sich Hizbolla wohl wieder in Richtung Khan Touman voran.

    Natürlich kann auch mal die Drohung war sein (wenn man nur lügt, hat das keine Wirkung mehr) und klopft mal in Ostaleppo auf den Busch – ein bisschen Druck kann nicht schaden.

  10. Ich bin immer erstaunt, dass derart viele User einen Vorstoss der SAA auf al-Bab erwarten. Dabei befindent sich die syrische Armee dort in der beneidenswerten Lage, dem IS, dem euphrat shield und den Kurden beim batteln um die Stadt und vor allem das nördliche Gelände davon zuzusehen. Und da der euphrat shield heute so vehement bis 2 km vor al-bab gepusht hat, wird er dort wohl auch bald Farbe bekennen müssen, den die Kurden halten sich im Osten wie im Westen auffällig zurück. So der IS al-Bab wirklich ernsthaft verteidigen will, werden sich die oft noch sehr jungen Kämpfer des euphrat shields dort vermutlich eine blutige Nase holen, während SAA und Kurden gepflegt zusehen können. Und da der euphrat shield ohnehin personell dünn besetzt ist, würden hohe Verluste in der ersten wirklichen Schlacht ungeahnte Folgen haben. Wir dürfen also gespannt sein.
    Grundsätzlich muss eine entscheidende Schwächung des euphrat shields in seiner offensiven Ausrichtung aber im Interesse der SAA sein. Denn es ist völlig klar, das die weitergehende Zielsetzung des euphrat shields, so es die Lage hergibt, auch die Deblockierung von Ost-Aleppo und der Durchbruch in die Rebellengebiete westlich von Aleppo ist.

    1. Dietmar Winter
      „Ich bin immer erstaunt, dass derart viele User einen Vorstoß der SAA auf al-Bab erwarten.“

      Damaskus hat noch viele Kämpfer in Aleppo, die in einen großen Kampf ziehen wollen, wohin?
      Den Korridor im Norden und Westen wird man nicht schließen wollen, im Westen sind die feindlichen Berge in Sicht, nach Osten gegen den IS würde man indirekt die Türken unterstützen. Idlib direkt macht keinen Sinn. Bleiben 2 reale Optionen: Al Bab und Khan Thuman (+Ostaleppo, wo man aber lieber erst noch Kämpfer und Zivilisten rausholen will)

      Vor einer Stunde soll es heftiges Artillerie und Raketenfeuer in West und Südaleppo, das deutet wohl darauf hin, das man die Achse Al Eis-Aleppo entlang der Autobahn ausräumen will, und somit indirekt Idlib in Bedrängnis bringen will.
      Wenn das real sein sollte, müssten morgen die Schlagzeilen lauten: Hizbolla greift de Berg Al Eis an und rückt auf Khan Tuman vor. Die Tiger kämpfen sich entlang der Autobahn nach Damaskus durch die Wohngebiete. Die Luftwaffe bekämpft die Straßen von Idlib nach Damaskus…

      Wenn nicht, steht Al Bab wieder als Angriffsziel.

      1. Ich denke ein konzentrischer Angriff mit den Tiger-Einheiten südlich entlang der M5 macht am ehsten Sinn, weil dort die gepanzerten Einheiten sehr gut eingesetzt werden können. Wenn man von al-Rashidin 4 absieht, was sehr gut befestigt sein soll, dürfte das auch recht gute Aussichten auf Erfolg haben und würde alle weiteren Ansätze von Großoffeniven, die das Ziel haben Ost-Aleppo vom Süden oder Osten her zu deblockieren, zunichte machen.
        Was al-Bab angeht, so halte ich einen Angriff der SAA in diese Richtung zum jetzigen Zeitpunkt für falsch, weil die türkischen proxys schon 2km vor den Stadtoren stehen und jetzt erstmal Qebasin nördlich davon einnehmen müssen. Also hier werden sich zwangsläufige zwei feindliche Parteien heftig batteln und gegenseitig schwächen. Die Kurden halten sich ja im Osten und Westen auffällig zurück und verfolgen offenbar eine ähnliche Strategie wie ich. So sie dann irgendwann von beiden Seiten Richtung al-Bab vorrücken und die bereits gegen den IS im Kampf befindlichen türkischen proxys in die Zange nehmen, wäre dann auch für mich der Zeitpunkt gekommen, dass die SAA losschlägt. Dann könnte das Gebiet südlich von al-Bab komplett aufgerollt werden. Bei dem Kampf um die Stadt selbst würde ich keine Prognose wagen, da sich in sie ein sehr fieser Höhenzug reinzieht, über den man praktisch die ganze Stadt unter Feuer nehmen kann.
        Hier wäre die syrische Armee mit ihren Verbündeten auch gut beraten, erstmal den Verlauf der Kämpfe unter den anderen Parteien abzuwarten und erst im günstigsten Zeitpunkt zuzuschlagen.
        Rein strategisch gesehen haben wir im Raum al-Bab jedenfalls eine hochinteressante Lage, wo auch kleine Fehler recht schnell Flächenwirkung entfalten können…

  11. In Mitternacht geht weiter. Angeblich hat SAA an jede Mobilni Telefon in Ost Aleppo Nachricht geschickt, dass bis Mitternacht Zeit haben sich zu ergeben. In russische Luftbase Engels in Kampfbereitschaft ausgerufen. Angeblich wird an 10 Abschnitten angegriefen werden aber meistens Sheich Saaed und Hanano Park. Das melden Balkan Forum.

  12. Es bleibt Frage alle Frage, was passiert, wenn IS sich in Al Bab umgezogen hat und direkt unter türkische Schutz steht? Wie wird dann Verhältnis zwischen SAA und Islamisten oder Russland und Türkei?

  13. Ich denke alle Aktionen der syrischen Armee bzgl. Ost-Aleppo, wie Flügblätter abwerfen, SMS-Wellen oder Massenanrufe, haben nur ein Ziel: Die Zivilbevölkerung aus dem Stadtgebiet rauszubekommen.
    Das diesen Aktionen wirklich eine Großoffensive folgt, die das Ziel hat weite Teile von Ost-Aleppo zu befreien, ist wohl nicht zu erwarten. Wohl aber begrenzte und sehr lokale Angriffe, wo man sich step by step vorarbeitet. Also im Prinzip so, wie man es beginnend vom Handarat-camp Richtung Süden bislang getan hat.

  14. Naja, das Ganze ist natürlich auch ein Nervenkrieg, in dem die Terroristen in Ostaleppo ein Sch***leben haben, nicht zum Schlafen kommen und ständig fürchten müssen, dass es losgeht. So kriegt man die Kampfmoral auch kaputt. Immerhin haben sie sich ja schon beharkt, und das wird weitergehen. Munition und Treibstoff wachsen auch nicht auf Bäumen, mal abgesehen davon, dass es davon in Ostaleppo so viele nicht gibt.

    Natürlich werden jetzt die Propagandaoffensiven zugunsten der armen Zivilisten in Ostaleppo verschärft hochgefahren. Das ist die Munition, über die die Terroristen und ihre Helfer im Westen im Überfluss verfügen, massenhaft Bilder trauriger Kinderaugen. Widerlich, wie skrupellos das eingesetzt wird.

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