Putin ordnet neue humanitäre Feuerpause für Aleppo an

Wie der Chef des russischen Generalstabs Valery Gerasimov am heutigen Mittwoch mitteilte, hat der russische Präsident Putin in Abstimmung mit der syrischen Staatsführung beginnend ab Freitag neun Uhr eine neue zehnstündige humanitäre Feuerpause für Aleppo angeordnet.

Gerasimov zufolge soll die humanitäre Feuerpause dazu dienen, sinnlose Opfer zu vermeiden, indem Bewaffnete und Zivilisten die umzingelten Terroristengebiete von Ost-Aleppo verlassen und Verletzte evakuiert werden können. Die Operationen der syrischen und russischen Luftwaffe in Aleppo seien bereits seit dem 18. Oktober gestoppt worden. Da die USA unfähig seien, die Opposition von Terroristen zu trennen, wandte sich Gerasimov direkt an alle Führer bewaffneter Gruppen in den Terroristengebieten und rief sie dazu auf, die Kämpfe einzustellen und die umzingelten Terroristengebiete in Aleppo zu verlassen. Der Journalist Alaa Ebrahim fügte ergänzend dazu, dass die Feuerpause nur für die umzingelten Terroristengebiete von Ost-Aleppo und nicht für die Front im Westen der Stadt gelte.

Terrorgruppen in Ost-Aleppo reagierten auf die Ankündigung der neuen humanitären Feuerpause durch Putin mit empörten Erklärungen, dass sie es ablehnen, Aleppo zu verlassen, und auch die Zivilisten nicht gehen wollten, weil sie Angst vor der Regierung hätten. Bei der letzten humanitären Feuerpause vor zwei Wochen war allerdings nicht zu übersehen, dass es sehr wohl zahlreiche Personen gab, die aus den Terroristengebieten in Ost-Aleppo in den von der Regierung beherrschten Westen fliehen wollten, Terroristen jedoch die Flucht größerer Gruppen von Menschen dadurch verhinderten, dass sie die von Russland und Syrien eingerichteten humanitären Korridore gezielt unter Feuer nahmen.

Bei der Betrachtung des Hintergrundes der Anordnung diesen neuen humanitären Feuerpause für Aleppo ist nicht zu übersehen, dass sie wenige Tage vor der vom Ausgang her noch völlig offenen US-Präsidentschaftswahl erfolgte, wo sich die russophobe kriegstreiberische demokratische Kandidatin der Israel-Lobby, Hillary Clinton, und der vergleichsweise Russland-freundliche republikanische Kandidat Donald Trump gegenüberstehen. Gleichzeitig finden am Dienstag auch Wahlen zum US-Kongress statt, wo sich russophobe Kandidaten der den Kongress dominierenden zionistischen Kriegslobby ebenfalls in zahlreichen Wettbewerben Gegenkandidaten stellen müssen.

Natürlich können Ereignisse im von den USA, Al Kaida und anderen Kräften gemeinsam geführten Terrorkrieg gegen Syrien Auswirkungen auf die Wahlen in den USA haben. Und so mag man in der Anordnung der neuen humanitären Feuerpause und der fortdauernden Aussetzung der syrisch-russischen Luftangriffe auf Stellungen von Terroristen in Ost-Aleppo natürlich einen Versuch Putins erkennen, dadurch dafür zu sorgen, dass kein Wasser auf die Mühlen der in den USA zur Wahl stehenden Kriegstreiber getragen wird, sondern stattdessen freidfertigeren Kandidaten Rückenwind für ihre Position geliefert wird, dass die USA mit Russland eigentlich gut auskommen sollten und könnten. Durch die fortwährende Aussetzung der Luftwaffenoperationen und die humanitären Feuerpausen gerät zwangsläufig eher der Terrorismus in den Fokus der Öffentlichkeit, während der Anti-Terror-Kampf ansonsten unvermeidlich mit Kollateralschäden einhergeht, was den Terroristen und ihren Unterstützern mehr Ansatzpunkte liefert, mit den für sie typischen Methoden wie gestellten Massakern und False-Flag-Terror wirkungsvolle anti-russische Kriegspropaganda zu machen, die sich dann in der Stimmung der Bevölkerung und besseren Wahlergebnissen der Kriegstreiber widerspiegelt.

Und andersherum ist natürlich auch so, dass der Wahlausgang in den USA den Krieg in Syrien beeinflusst. Kommt Kriegstreiberin Clinton an die Macht, so ist damit zu rechnen, dass sie Al Kaida und Konsorten den Rücken stärkt und den Krieg gegen Syrien eskaliert, was dem russisch-syrischen Ziel einer Beendigung des Krieges abträglich ist. Und andererseits dürfte ein Sieg von Donald Trump, der Al Kaida und Konsorten gemeinsam mit Russland bekämpfen will, der Kampfmoral der Terroristen in Syrien durchaus abträglich sein. Gewinnt Trump, ist es durchaus denkbar, dass sich zahlreiche Terroristen ergeben oder den Kampf einstellen, weil sie wissen, dass sie ohne die von ihnen erhoffte Verstärkung ihrer Unterstützung durch eine Präsidentin Clinton keine Chance mehr haben. Von daher macht es durchaus Sinn, mit einer Großoffensive im Anti-Terror-Kampf in Aleppo zu warten, bis Clinton hoffentlich die Wahl verloren hat, denn der Kampf könnte dann aufgrund der zusammenbrechenden Moral eines Teils der Terroristen leichter werden. Das Risiko, auf einen Sieg Trumps spekulierend mit der Eliminierung des Terrorismus in Aleppo noch eine Woche zuzuwarten, ist gering. Gewinnt Clinton doch, dann kann bis zu ihrer Amtseinführung am 20. Januar immer noch eine Großoffensive gegen den Terrorismus in Aleppo durchgeführt werden.

Doch in den USA sieht es gegenwärtig danach aus, dass ein kontinuierlicher Strom an Enthüllungen die Kriegstreiberin Clinton immer weiter nach unten zieht und sie, wenn das so weitergeht, die Wahl verliert. Heute berichtete beispielsweise die Hasbara-Schleuder AP unter Berufung auf von Wikileaks veröffentlichte E-Mails von John Podesta, dass das US-Außenministerium sich beim Umgang mit dem Verdacht des Geheimnisbruchs durch Hillary Clinton mit ihrem Wahlkampfteam abgestimmt hat. Weiterhin ist heute durch von Wikileaks veröffentlichte E-Mails von John Podesta öffentlich geworden, dass ein führender Mitarbeiter des Justizministeriums Clintons Wahlkampfteam „privat“ Detailinformationen zum Stand der gegen Clinton laufenden Ermittlungen gesteckt hat.

Die Hasbara-Schleuder „The Atlantic“ diskutiert zwischenzeitlich, ob Clinton mit ihrer aggressiven Wahlkampfstrategie gegen Trump womöglich einen Fehler gemacht hat, der sie die Präsidentschaft kosten wird. Eine Umfrage der führenden zionistischen Propaganda-Institutionen Washington Post udn ABC meldete heute zudem einen 8%-igen Umfragenvorsprung von Trump bezüglich der Einschätzung der Redlichkeit der Kandidaten durch die Wähler und der republikanische Senator Johnson forderte öffentlich, im Falle eines Wahlsieges von Clinton umgehend ein Amtsenthebungsverfahren gegen sie wegen des Verdachts auf kriminelles Verhalten einzuleiten. Und die von der zionistischen Mafia dominierten Börsen beben, was nicht mal mehr die führende Hasbara-Schleuder Reuters übergehen konnte.

In Aleppo selbst ist heute nicht viel neues passiert. Es wird berichtet, dass es in Aleppo beim Beschuss von Wohngebieten durch Terroristen erneut zahlreiche Opfer gegeben hat. Ruptly hat ein neues Video zum Anti-Terror-Kampf an der Front im Westen von Aleppo veröffentlicht.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldet, dass die syrische Armee bei ihren Bemühungen zum Ausräumen der Terrortasche Khan Al-Shih südwestlich von Damaskus wieder ein Stück vorangekommen ist.

19 Gedanken zu “Putin ordnet neue humanitäre Feuerpause für Aleppo an

  1. Heute das Gerücht gehört, die erneute Waffenruhe um Aleppo diene nur dem Zweck den westlichen Militärberatern (insbesondere türkischen) den „gesichtswahrenden“ Abzug aus der Stadt zu ermöglichen. Dazu soll es eine Reihe politischer-türkischer Kontakte sowohl mit Russland als auch mit Syrien gegeben haben.

    Ob daran wirklich was ernsthaftes dran ist, kann ich nicht belegen, aber gänzlich ausgeschlossen scheint es mir auch nicht zu sein. Insbesondere die Veränderungen im Frontverlauf und neugebildeten Allianzen nördlich von Aleppo, lassen das Ganze nicht gänzlich unplausibel erscheinen.
    Das sich die syrische Regierung hinter die kurdischen Organisationen gestellt hat, hat wohl die „Befreiung Alppos“ und weiteres (Teilnahme an der „epischen Grossoffensive) durch die Türkenproxies FSA verhindert. Plötzlich geht es wieder „gegen“ den IS und es herrscht weitgehend Ruhegegen die Kurden. Ist wohl nichts geworden mit der Ausdehnung des Neo-osmanischen Reiches nach Aleppo und Syrien.

    1. MAK
      „Heute das Gerücht gehört, die erneute Waffenruhe um Aleppo diene nur dem Zweck den westlichen Militärberatern (insbesondere türkischen) den „gesichtswahrenden“ Abzug aus der Stadt zu ermöglichen.“

      Ich würde solche Meldungen nicht überbewerten. Auch in Moskau und Damaskus versteht man sich auf das Streuen von Informationen. Wie oft wurden schon Angriffe vorhergesagt, die dann nicht statt gefunden haben.
      Man will wohl mit aller Macht die Terroristen und Zivilisten ohne militärische Mitteln aus Ostaleppo herausholen und da passen die Gerüchte, das mit dem Ende der Feuerpause der Flugzeugträger vor Ort ist und das die „Berater“ das sinkende Schiff verlassen.
      Ich würde mir ja auch wünschen, das dann am Samstag (oder nach der US-Wahl) endlich aufgeräumt wird, nur die Erfahrungen der letzten Monate lassen mich zweifeln…

  2. Wichtig ist vielleicht, zu erwähnen, dass laut Farsnews die Terroristen nicht nur ihre „epische“ Niederlage eingeräumt haben, sondern ebenfalls 2500 Verluste. Auf dem Schlachtfeld in und um Aleppo hat nun die SAA mit ihren Verbündeten die Initiative.

    1. Alo das ist mir bis jetzt nicht aufgefallen, dass die SAA rund um Aleppo die Initiative übernommen hätte, obwohl sie es aufgrund der Truppenkonzentrationen könnte.

      Vllt. wird wirklich auf die Wahl des US-Präsidenten gewartet, oder einfach nur auf die Feuerpause am Freitag…..

  3. Ein weiteres Zeichen dafür, dass Clinton unter ungeplanten Druck gekommen ist: die Clinton-Kampagne geht plötzlich nochmal mit Negativ-Werbung gegen Trump in die Vollen. Das ist ein Anzeichen von Panik bei Clinton, denn die Negativ-Kampagne kann auch nach hinten losgehen, wenn Clinton nun als miese Stimmung verbreitende Kandidatin erscheint, die mit Dreck wirft, um von ihren eigenen Verbrechen abzulenken. Vor ein paar Tagen hatte die Clinton-Kampagne noch öffentlich angekündigt, sich in der letzten Woche vor der Wahl auf positive Botschaften und Wohlfühlstimmung konzentrieren zu wollen. Würde die Clinton-Kampagne noch glauben, dass sie gewinnt, wenn sie einfach weiter wie geplant macht, hätte sie diesen riskanten Strategiewechsel so kurz vor der Wahl sicher nicht mehr vollzogen.

  4. Bin im Zweifel, ob die US- Strategie bezüglich Syrien vom Wahlausgang abhängt. Es scheinen Weichen gestellt zu sein und der Zug ist aufgesetzt und unter Dampf….

    Diese Woche im Handelsblatt zu lesen, von einem US- Amerikaner, wie man sich die Sache in Syrien weiter vorstellt: Es war u.a. die Rede davon, *auf sicherem Gebiet* *Exildörfer* einzurichten, von denen aus die Syrer jederzeit wieder nach Syrien zurückgehen könnten. Die USA und die Nato hätten dort bereits Voraussetzungen geschaffen, junge Männer, die als Soldaten in Syrien kämpfen wollten, auszubilden, damit sie dann ihre Heimat befreien….

    Eigentlich ist das alles *Schema F*, dasselbe, was die USA bereits seit Jahren tun, den Aufbau einer *moderaten bewaffneten Opposition*. Von aussen betrachtet, waren diese Operationen erfolglos, die Kämpfer samt Waffen landeten bei den Islamisten. Gemäß Einstein ist es Zeichen von Dummheit, immer wieder dasselbe zu tun, aber ein anderes Endergebnis zu erwarten…

    Ergo ist es so gewollt. Auch weiterhin. Ein Sieg der Syrer und ihrer Alliierten ist wohl noch fern…

  5. Colorado letzte Umfrage tie, in Pennsylvania nur noch zwei für Clinton; die Wahrscheinlichkeit für Trump steigt.

    ————–

    MOHAMMED HASSAN ‏@MHJournalist 43 Min.Vor 43 Minuten
    SDF press conference in Alhassaka about Al Raqqa operation..

    Wer kann kurdisch? Na wird wohl bald Infos geben.

    Gäbe es eine echte „Koalition gegen ISIL“ würde man natürlich genau jetzt mit Operationen gegen Raqqa beginnen, mit Kräften, die bisher nicht am Kampf beteiligt sind. Das schwächt ISIL, macht de Logistik erheblich schwieriger.
    Möglicherweise beschleunigt es auch die Entscheidung, Mossul aufzugeben, aus Sicht der imaginären Koalition natürlich ein voller Erfolg.

    Nun gibt es diese Koalition nicht wirklich, da haben alle Beteiligten neben dem Kampf gegen ISIL andere Interessen; und bei einigen ist der Kampf gegen ISIL nur vorgeschoben, um andere Interessen zu pushen.

    Obama hat natürlich ein Interesse, ISIL bis zum 20.01. so klein wie möglich zu kriegen, fürs Geschichtsbuch. Wie viel er noch wirklich in der Hand hat, sei dahingestellt.

    Für die Kurden ist es auch unabhängig von amerikanischer Unterstützung sinnvoll, gerade jetzt gegen Raqqa zu ziehen; einfach mal sehen, wie stark ISIL noch it, vielleicht auch die Reaktionen der Bevölkerung testen, und das Zusammenspiel zwischen den arabischen Einheiten, die dort „das Gesicht“ der Aktionen sein sollten, mit den kampfstarken kurdischen EInheiten zu testen.

  6. Ich denke mal spätestens nächste Woche Mittwoch bricht über die Wahabi-Menschenfresser in Syrien die Hölle herein. Egal wer die Wahl gewonnen hat.

    Diese „Waffenruhe“ (ich hasse diesen Begriff, weil ich genau weiß dass bei den Kopfabschneidern die Waffen so ziemlich das Gegenteil von dem machen werden was man unter „Ruhen“ versteht) ist ein Anzeichen dafür, dass in der Welt nicht nur ich allein Trump die Daumen drücke. Naja, lasst uns konstruktiv denken. Was soll ich für nächste Woche Mittwoch kaltstellen? Krimsekt oder lieber nen Bourbon?

    1. Taximan:

      Was soll ich für nächste Woche Mittwoch kaltstellen? Krimsekt oder lieber nen Bourbon?

      Momentan wohl eher gar nichts. Es wird keine schnellen Erfolge der SAA in und um Aleppo geben, außer die Terroristen ziehen sich wider Erwarten aus Ostaleppo zurück….

  7. In Ostaleppo wären beweglich Betonschilde gegen den Beschuss von Fluchtwegen einzusetzen, womit Zivilpersonen heraus geholt werden können.
    Die derart leergeräumten Häuser sind von der SAA zu besetzen. EIne Teilung von Ostaleppo in mehrere Abschnitte kann so erzwungen werden ohne dass Opfer dabei entstehen.

    1. biersauer
      „In Ostaleppo wären bewegliche Betonschilde gegen den Beschuss von Fluchtwegen einzusetzen,“

      Das müsste also auf Terroristengebiet geschehen und was ist am Ende der Schilde, richtig Terroristengebiet, wo diese immmer noch Feuern können.
      Müsste man also erst Ostaleppo befreien, um die Schilde aufbauen zu können, auch richtig, da braucht man sie nicht mehr….

  8. Die Moderaten heute wieder mit drei Selbstmordfahrzeugen und Gasangriffen.

    Moderater kann man kaum auftreten.

    1. Man könnte noch verwesende Köpfe getöteter Feinde per Katapult schießen. Wurde im MA schließlich auch gemacht…

  9. Diese Sinn-freien Waffenstillstände, kosten jedes mal und immer wieder, hunderten Menschen ihr Leben.

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