Intensität der Kämpfe im Westen Aleppos lässt nach

Nachdem es gestern im Rahmen der von den von Al Kaida geführten Terroristen am Freitag begonnenen „epischen“ Großoffensive „Abu Omar Saraqeb“ zu schwersten bewaffneten Auseinandersetzungen in Aleppo mit vielen Toten und Verletzten Seiten gekommen war, hat die Intensität der Kämpfe in Aleppo am heutigen Montag nachgelassen.

Zwar wurden heute etwa aus dem in den letzten drei Tagen bereits umkämpften Bezirk Minyan aufgrund einer neuen Offensive von Terroristen weitere Gefechte gemeldet, wobei da aktueller Stand sein soll, dass die Terroristen im Süden und Westen des Bezirks sind, während die syrische Armee den Norden und Osten des Bezirks beherrscht.

Auch wurden heute weiterhin „schwere Gefechte“ aus den auch in den letzten Tagen umkämpften Bezirken 1070 und Al Assad gemeldet.

Und weiterhin gab es auch Angriffe von Terroristen in Richtung des Bezirks 3000, die die syrische Armee und ihren Partner abwehren mussten.

Doch insgesamt scheint die Intensität der Kämpfe in Aleppo heute im Vergleich zu gestern deutlich nachgelassen zu haben, und ebenso kann von signifikanten Verschiebungen der Front heute keine Rede sein. Auch Befürchtungen, die Terroristen würden heute die Versorgungsrouten nach West-Aleppo über Ramouseh und die Kastello-Straße angreifen, bestätigten sich bislang nicht. Anzunehmen ist, dass die epischen Verluste, die die Terroristen in den ersten drei Tagen ihrer großen Terroroffensive gegen Aleppo erlitten haben, ihren Angriffseifer heute etwas gebremst haben. Nichtsdestotrotz haben die Terroristen allerdings weiterhin Wohngebiete in West-Aleppo mit Raketen beschossen und dadurch dort heute drei Menschen ermordet und fünf weitere verletzt.

Bedeutsamer als die insignifikanten Fort- oder Rückschritte auf dem Schlachtfeld in Aleppo scheint heute eine Äußerung des russischen Außenministers Sergey Lavrov zum Terrorismus in Aleppo zu sein. Lavrov sagte der russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge heute unter anderem: „Wir rufen einmal mehr unsere westlichen Partner und Partner in der Region, die direkte Kontakte zu und direkten Einfluss auf verschiedene Oppositionsgruppen haben, dazu auf, sofort zu verlangen, dass sie das Gebiet verlassen und mit Jabhat Al-Nusra brechen, sodass wir uns auf den Kampf gegen Terrorismus fokussieren können. Sollte das nicht geschehen, dann machen sie sich selbst faktisch zu Komplizen von Jabhat Al-Nusra und sind deshalb ein legales Ziel in Übereinstimmung mit den entsprechenden Entscheidungen, die vom UNO-Sicherheitsrat getroffen wurden.“

Die Argumentation von Lavrov ist schwer von der Hand zu weisen. Wer gemeinsam mit der vom UNO-Sicherheitsrat geächteten Terrorgruppe Jabhat Al Nusra kämpft, mit ihr militärische und terroristische Angriffsoperationen ausführt und sich von der Terrorgruppe Jabhat Al Nusra nicht separieren will, der macht damit selbst zum Terroristen, der genau wie Jabhat Al Nusra militärisch bekämpft werden muss.

In diesem Zusammenhang könnte es bedeutsam sein, dass mehrere von der Türkei und anderen Staaten als „moderate Oppositionsgruppen“ im Zuge der laufenden Terroroffensive auf Aleppo gerade eine gemeinsame Erklärung mit Jabhat Al Nusra unterzeichnet haben, in der weitere Angriffe auf verschiedene West-Aleppiner Stadtbezirke angekündigt werden. Die kurdische Firat News Agency berichtet, dass diese Erklärung über die Absicht weiterer gemeinsamer Angriffe von folgenden Gruppen gemeinsam unterzeichnet wurden: Al-Nusra (Jabhat Fateh al-Sham), Ahrar al Sham, Nureddin Zengi Brigade, Jabhat al-Shamiyah, Jaysh al-Islam, Katibat-ul Abu Omar, Al Fajrul Awwal, Fustaqim Battalion und Mujahids of Sham. Macht Russland mit der heutigen Erklärung von Lavrov demnächst ernst, könnten all diese Gruppen, die praktisch alle wichtigen bewaffneten Gruppen in Ost-Aleppo beinhalten, gemeinsam mit Jabhat Al Nusra offiziell zu Zielen einer mit russischer Beteiligung geführten militärischen Anti-Terror-Operation erklärt werden. Und vor diesem Hintergrund könnte man auch den angeblich auf westlichen Geheimdienstinformationen basierenden Bericht der britischen Hasbara-Schleuder „Times“ sehen, der nahelegt, dass Russland nach der Ankunft des Flugzeugträgers Admiral Kuznetsov vor der syrischen Küste in einigen Tagen einen Großangriff auf – die von Terroristen beherrschten Gebiete in – Aleppo starten werden.

Ansonsten scheint das wichtigste Ereignis im Anti-Terror-Kampf in Syrien heute die erfolgreiche Verhinderung eines recht groß angelegten Angriffs von Terroristen nahe Ibtaa in der südwestsyrischen Provinz Daraa durch die syrische Armee gewesen zu sein.

Wie die staatliche syrische Armee berichtet, gelang es der syrischen Armee dort, eine größere Horde von Terroristen, die vier zu Bomben umfunktionierte Fahrzeuge mit sich führten, mit einem Hinterhalt zu überraschen. Dabei seien rund 90 der Terroristen getötet worden, die vier zu Bomben umfunktionierten Fahrzeuge zerstört worden, 16 von den Terroristen zur Aufklärung eingesetzte Drohnen abgeschossen worden und Dutzende weitere Terroristen verletzt worden, von denen die meisten dann zur Behandlung ihrer Verletzungen nach „Israel“ geflüchtet seien. Ein syrischer Feldkommandeur erklärte dazu weiter, dass sich unter den Terrorgruppen, die an dem versuchten Angriff teilnahmen, die Gruppen al-Muhajirin und al-Ansaar, Jabhat al-Nusra, Faloujet Houran, Jaish al-Yarmouk, Bait al-Maqdes, Liwa’a al-Karama, Mujahidi Houran, al-Liwa’a al-Rade’a, Ahrar Nawa, al-Mu’taz Bellah sowie Jund al-Malahem und weitere vom israelischen Feind unterstützte Gruppen, der zu diesem Zweck eine Verbindungseinheit zur Unterstützung von Terrororganisationen in Syrien eingerichtet hat, befunden haben.

Nachtrag 23:45h: Ruptly hat ein Video von der Abwehr der heutigen Terroroffensive gegen West-Aleppo veröffentlicht, das scheint in Minyan zu sein:

39 Gedanken zu “Intensität der Kämpfe im Westen Aleppos lässt nach

  1. Bei den Entwicklungen in Syrien und Yemen wird mir schon komisch im Magen.

    Russland soll, wenn die Meldung stimmt, 3 Uboote nach Syrien geschickt haben. Was dann? Totales Bombardement? Werden die USA dann direkt eingreifen?

    Britische Zeitungen schreiben nach wie vor „Rebellen“ und trapped people 270.000, sollen es sein – woher stammen diese Zahlen? Es sind immer noch Menschen dort, ja, aber bestimmt nicht so viele und die Rebellen sind Kopfabschneiderbanden – punkt aus.

    Abd Rabbo Mansur Hadi hat den UN Vermittlungsvorschlag angelehnt, ebenso werden die „Flip-Flop“ Soldiers bestimmt nicht den Saudis ihr Land überlassen und bis zum letzten Mann kämpfen. Ich habe mehrere Videos von denen gesehen. Diese Kämpfer sind zäh und sie wollen ihr Land verteidigen.

    Niemand weiß, was als nächstes passiert. Diese vielen Waffen, Schiffe, Uboote und das ganze Kriegsgetöse. Es kommen immer noch Terroristen aus den Unterstützerstaaten an die Front – das erscheint sich alles ohne Ende fortzusetzen.

    1. @ Rainer P.

      Don´t panic Rainer! Die Amies werden ihre Füße schön still halten, wenn die Russen und Syrer den Aleppokessel ausräumen! Auch mit Clinton als Präsident wird es keine ernsthafte Eskalation geben. Lies dazu:

      http://analitik.de/2016/10/13/willkommen-in-der-multipolaren-welt/

      und

      http://analitik.de/2016/10/28/noch-mehr-stimmen-des-gefallenen-koenigs/

      Alles Kriegsgeschrei des Westens ist reines Futter für die zombiefizierten Mainstreammedien-User. Die unsrigen Eliten erreichen dadurch, das wir in einem Angstzustand gefangen bleiben. Dadurch sind wir leicht manipulierbar, denn wir können dann nicht mehr klar denken.

      1. Ja, guter Artikel. Aber nur weil der König fiel ist sein General nicht gefallen.
        Solange die Zombie Gruppe im Pentagon nicht unter Kontrolle ist wird es keinen Frieden geben.

      2. triangolum

        Über die US-Streitkräfte hat der US-Präsident Befehlsgewalt, was einen wesentlichen Teil seiner Macht ausmacht. So kommt es, dass das US-Militär in den letzten vier Jahren manchmal durchaus hilfreich im Kampf gegen die zionistische Kriegsmafia war.

        Die zionistische Kriegsmafia wird in den USA und auch global natürlich ein Machtfaktor bleiben, auch wenn die Welt stückchenweise multipolarer zu werden scheint und Trump die US-Wahl gewinnt. Falls Trump die Wahl gewinnt, dann ist zwar damit zu rechnen, dass das US-Militär eine eher hilfsreiche Kraft im Kampf gegen die zionistische Kriegsmafia bleiben wird, doch die zionistische Kriegsmafia weiter über andere wichtige Bereiche der USA herrschen, insbesondere über den Kongress, über das Finanzwesen/Wall Street und über die Massenmedien/Hollywood. Das ist immer noch eine Menge Macht, wo damit zu rechnen ist, dass die zionistische Kriegsmafia versuchen wird, sie erneut dazu zu missbrauchen, neue US-Aggressionskriege im vermeintlichen Interesse „Israels“ anzuzetteln. Außendem ist auch noch nicht ganz klar, ob oder inwieweit es der zionistischen Kriegsmafia gelingen wird, Trump in wesentlichen Fragen wie denen von Krieg und Frieden unter ihre Kontrolle zu bringen.

    2. Die U-Boote und die anderen Lenkwaffenzerstörer (insgesamt sind in Kürze 20 russische Kriegsschiffe vor der syrischen Küste, plus eine unbekannte Anzahl an U-Booten) dienen dazu, Syrien zu schützen, falls die USA auf die Schnapsidee kommen sollten, einen massiven Angriff mit Marschflugkörpern durchzuführen. Das ist für die USA kurzfristig die einzige realistische Möglichkeit, das syrische Staatswesen doch noch zu zerstören. Zur Zeit ist in Syrien viel kaputt, und der Krieg wird noch eine Weile anhalten, bis alle Terroristennester ausgeräumt sind. Aber das Staatswesen ist nicht in Gefahr, der Krieg ist strategisch gewonnen. Und immerhin – diese Zahl werden Sie in den Wahrheitsmedien natürlich nicht lesen – leben heute 17 der 22 Millionen Syrer wieder in Gebieten, die von der Syrischen Armee und anderen loyalistischen Kräften kontrolliert werden.
      Die von manchen westlichen Politikern geforderten Flugverbotszonen (Euphemismus für NATO-Angriffskrieg) können Sie vergessen, denn mit bemannten Flugzeugen werden sie sich nicht hineintrauen – dafür sind die Piloten zu wertvoll und die übliche Masche der USA (wie beim Angriff auf Irak, Libyen, etc.), zuerst die Flugabwehr zu zerstören, wird in Syrien nicht funktionieren – da sind die Russen besser aufgestellt.
      Bleibt als Möglichkeit nur noch ein sogenannter Saturierungsangriff mit Marschflugkörpern. Dabei werden so viele Marschflugkörper gleichzeitig abgefeuert, dass die Luftabwehr überlastet ist, also nicht mehr den größeren Teil davon abschießen kann. Wenn mit diesen Marschflugkörpern eine größere Zahl von Regierungs- und Verwaltungsgebäuden, Militäreinrichtungen und Infrastruktur auf einen Schlag zerstört würde, wäre Syrien am Ende. Ein derartiger Angriff wäre für die USA ein extrem riskantes Spiel, denn es gäbe die Wahrscheinlichkeit, dass die USA eine große Klatsche zurück bekommen und dann die Eskalation zu einem großen konventionellen Krieg mit Russland nicht mehr aufzuhalten ist.
      Um genau diese Art von Angriff abzuwehren, zu parieren und für die USA extrem teuer zu machen, sind die zusätzlichen Schiffe da. Im Falle eines Angriffes würden
      a) soviele Marschflugkörper wie möglich abgefangen werden
      b) die Quellen der Marschflugkörper ausgeschaltet werden, also die US-Kriegsschiffe im Mittelmeer versenkt werden und die dafür benutzen Flughäfen an Land zerstört werden. Ganz oben auf der Liste wird Incirlic stehen, das für die globale Kriegsmaschinerie der USA sehr wichtig ist (sofern die Türkei den USA die Nutzung von Incirlic für einen derartigen Angriff gestattet, was nicht sicher ist).
      Wenn die USA dann ausweichsweise Flughäfen in Jordanien, Saudi-Arabien, Georgien benutzen würden, wären das die nächsten Ziele. Da die russische Raketentechnologie einen ergeblichen Vorsprung vor den USA haben, gehe ich davon aus, dass dieser Gegenschlag sehr erfolgreich sein wird. Und man bedenke, wie die USA dastehen, wenn einmal bewiesen ist, dass ihre Flugzeugträger versenkt werden können.
      Nähere Details zu militärischen Überlegungen sind hier nachzulesen:
      http://thesaker.is/making-sense-of-the-russian-naval-task-force-off-the-coast-of-syria/

    1. Gerhard

      Die israelische Unterstützung für Jabhat Al Nusra und andere Terrorgruppen in Syrien ist bereits vor einiger Zeit bekannt geworden. Israel macht da auch kaum ein Geheimnis draus, wenngleich auch die Massenpropaganda in den zionisierten westlichen Staaten die israelische Unterstützung für Terroristen in Syrien als Tabu-Thema betrachtet und dazu weitgehend schweigt.

      Lavrov hat sich aber bei seiner Drohung, mit Jabhat Al Nusra verbundene Gruppen zukünftig als Ziele einzustufen, nicht auf Staaten, sondern auf nicht-staatliche Akteure in Syrien bezogen.

    1. Tobi

      Offiziell gibt es sie nicht, da jeder in allen Einheiten dienen kann. Inoffiziell gibt es aber wohl doch Einheiten, in denen praktisch nur kurdisch gesprochen wird. Wir hatten hier im Parteibuch vorgestern beispielsweise über die neugegründete und der Syrischen Republikanischen Garde zugeordnete Kafr Saghir Märtyrer Brigade berichtet.

    1. @Karsten Laurisch
      „Die Terroristen beschuldigen ihren Befehlshaber al-Muhaysini “

      Beschuldigungen sind das Salz in der Suppe.
      Jetzt hoffen wir nur noch das al-Muhaysini sich wehrt mit weiteren Beschuldigungen.

      Wenn das passiert kann sich die SAA zurücklehnen und es den Moderaten überlassen was da so schief lief. Sie darf natürlich Gerüchte streuen , bestätigen , dementieren …

      Später darf die SAA die Reste der Moderaten auflesen.

  2. Diese zurückgeschlagene Offensive sofort zu verfolgen und die vernichteten EInheiten weiter zu schlagen, wäre die gebotene Taktik, das daraus erfolgte Chaos auszunutzen.
    Ostaleppo kann einstweilen warten!
    Eine solche Gelegenheit gibt es kein zweites Mal.

  3. In Nordaleppo gibt es interessante Entwicklungen.

    >>>
    Syrian Rebellion Obs
    ‏@Syria_Rebel_Obs
    #SRO – As SRO revealed months ago, operations started to control Aqil hills. Controlling it, it’s controlling #Bab and #Turkey knows it (1)
    >>>

    Die Kurden wollen den höchsten Punkt der Region einnehmen, um zumindest die „Feuerkontrolle“ zu bekommen.
    Danach ist laut SRO Tadif, südlich von Al Bab das Ziel der SDF.
    Der war in den letzten Monaten sehr gut informiert, postete auch Pläne lange vor der Ausführung.

    Und

    Hassan Ridha ‏@sayed_ridha 52 Min.Vor 52 Minuten
    Opp source: IS regain control of Bur’an, al-Wāsh, Tanouza, Thalthanah, Jubb al-Assi, al-Barouza & al-Ghuz Sth of Akhtarin #EuphratesShield

    Dazu gibt es eine Karte

    Das vor einigen Tagen zwischen Türkenproxys und SDF unkämpfte Tel Jijan ist zwar nich terwähnt, die Orte liegen weiter westlich, also nicht direkt an der Kontaktlinie zwischen „Moderaten“ und SDF.
    Aber nicht sehr weit weg.

    Wenn das kein reiner Fake ist, wird das den Türken gar nicht schmecken; auch wenn es keine echten Kämpfe gab (weil einfach ISIS sich zurückzg, und von den Türkenproxys quasi niemand eingerückt ist), hilft das ihnen nicht beim „Rennen auf Al Bab“.

  4. Noch ergänzend.

    Hamza Hemze حمزة‎ ‏@sergermedx 51 Min.Vor 51 Minuten
    ISIS recaptured 4 Kurdish villages in Al bab countryside from FSA.
    With no Kurds in its ranks FSA is not able to hold Kurdish areas.

    Die Aussage ist in ihrer Allgemeinhalt wohl falsch, es gibt ja kurdische Dörfer, die gehalten werden.

    Aber es zeigt sich wieder mal, wie dünn die Türkenproxys insgesamt aufgestellt sind; sie konzentrieren sich auf einen Bereich in der Offensive, und ISIS kann mit wenig Kräften an anderer Stelle im Ping Pong diverse Dörfer zurückholen.

    Es dürfte quasi ausgeschlossen sein, dass die in einem echten Kampf AL Bab einnehmen, falls nicht die Türken ganz offen mitmarschieren.

    Und wie genau die Verhandlungslösung im Hintergrund aussieht, weiß man nicht.

    Wenn man einen Kurdenkorrior vermeiden möchte, sollte die SAA an einer Stelle aktiv werden; denn es gilt, eine Grenze „moderate „Türkenproxys zu ISIS zu vermeiden, und eine große Offensive Richtung Raqqa steht ja derzeit nicht an.

    1. andreas

      „Wenn man einen Kurdenkorrior vermeiden möchte, sollte die SAA an einer Stelle aktiv werden“

      Der SAA wäre ein „Kurdenkorrior“ sicherlich recht, wäre er doch ein nahezu perfekter Sperrriegel gegen Angriffe auf die SAA aus der Türkei.

      Übrigens, meines Wissens ist zwar Al Bab selbst weitgehend arabisch geporägt, die meisten Dörfer nördlich von Al Bab jedoch eher kurdisch. Von daher müssten die SDF/YPG-Kräfte beim Vorrücken auf Al Bab gegenüber den türkischen Proxy-Takfiris im Vorteil sein.

  5. „der britischen Hasbara-Schleuder „Times“ sehen, der nahelegt, dass Russland nach der Ankunft des Flugzeugträgers Admiral Kuznetsov vor der syrischen Küste in einigen Tagen einen Großangriff auf – die von Terroristen beherrschten Gebiete in – Aleppo starten werden.“

    Das die Ankunft der Admiral Kunznetsov etwas mit einer etwaigen Offensive in Aleppo zu tun hat, ist schon aus elementaren militärtechnischen Gründen unwahrscheinlich: Die Admiral Kuznetsov hat keine Katapulte, weshalb die auf ihr stationierten Su-33 Kampfflugzeuge nur mit reduzierter Waffen- und Treibstofflast starten können. Das ist für die ihr zugedachten Aufgabe der Flottenluftverteidigung nicht weiter problematisch, um Luftangriffe auf Rebellen in Aleppo zu fliegen dagegen offensichtlich sehr wohl.

    1. Admiral Kuznetzov => Hmeimim Air Base zum nachtanken und aufmunitionieren => Payload verbrauchen = Admiral Kuznetzov oder Hmeimim, je nach Lage.

      Denkbar, aber nicht unbedingt wahrscheinlich.

    2. Die SU-33 kann mit maximaler Waffenlast und reduziertem Treibstoff starten oder mit reduzierter Waffenlast und mit maximalem Treibstoff starten.
      Beides gleichzeitig nicht, aber ist das überhaupt nötig?
      In keinem Video habe ich russische Flieger in Syrien starten sehen mit maximler Waffenlast. Die waren maximal halb beladen, wenn überhaupt.
      Weiters sagen die Russen sie bräuchten keinen zweiten Stützpunkt in Syrien da sie von der Küste aus alles in Syien denkbare binnen einer halben Stunde erreichen könnten.
      Da die Derivate der SU-27 allesamt zu den Flugzeugen gehören die bezogen auf das Gewicht den meisten Treibstoff mitführen können wird alleine schon oberes Argument einleuchtend genug sein um zu zeigen das die Reichweite nie ein Problem darstellen wird sofern der Träger vor der syrischen Küste herumschippert.
      Und nun stell Dir vor: die Küstenflieger kümmern sich um das Landesinnere und die Trägerflieger um die Küstenregionen.
      Also, lieber Menschmaschine, liegst Du offensichtlich ganz falsch.

      1. Genaue Zahlen, um wie viel sich die Zuladung durch das Fehlen von Katapulten verringert konnte ich nicht finden. Es ist aber unzweifelhaft, dass diese Reduzierung ganz massiv ausfällt, schon allein weil sonst niemand (auch die USA nicht) seine Flugzeugträger mit Katapulten ausstatten würde, welche ja einen massiven Kostenfaktor darstellen (z.B. neuer britischer Flugzeugträger Queen Elizabeth Klasse, Kosten für ein Schiff: 3,1 Mrd Pfund; zusätzliche Kosten für die Ausrüstung mit Katapulten: 2 Mrd Pfund).

        Zudem stammen die Su-33 noch von Anfang der 90er Jahre und sind auf einem technologisch ziemlich altem Stand.

        Die russische und syrische Luftwaffe haben genug Flugzeuge um eine Offensive zu unterstützen und es gibt genügend Kapazität auf den Luftwaffenstützpunkten um diese Zahl wenn nötig noch wesentlich zu erhöhen.

        Es existiert schlicht und ergreifend kein rationaler Grund, weshalb man auf Biegen und Brechen eine bestenfalls minderwertige Trägerluftunterstützung der vorhandenen landbasierten Luftunterstützung vorziehen sollte, bloß um ein paar Flugzeugerträgerfans und NATO-Propagandajournaillenschreiber glücklich zu machen.

      2. Menschmaschine

        ich stimme Dir zu. Die Flugzeuge auf dem russischen Träger der Schiffsgruppe haben keine große Bedeutung, was die Feuerkraft der russischen Luftwaffe in Syrien angeht. Die würde ich eher als etwas erweiterte Sicherung der Schiffsgruppe sehen.

        Die große Frage, die aus meiner Sicht noch unbeantwortet ist, ist, was der russische Schiffsverband eigentlich an Ladung mitführt. ich vermute, das könnte eine ganze Menge Zeug sein, was auch immer.

      3. Russland schickt seine beiden wertvollsten Überwasserschiffe sicher nicht ohne Grund im Verband los. Meiner Meinung nach erfüllt die Fahrt nach längeren Werftaufenthalten beider Schiffe einen doppelten Zweck:
        1. eine Machtdemonstration „Wir sind wieder da“.
        2. eine nach der langen Pause dringend erforderliche Ausbildungsfahrt.
        Dabei ist es durchaus denkbar, dass der eine oder andere Einsatz über Syrien erfolgt. Warum sollte man auch teure Bewaffnung auf Übungsgelände feuern, wenn sich reale Ziele anbieten. Aber halt alles unter dem Gesichtspunkt der Herstellung der vollen Gefechtsbereitschaft, sprich Übung.

    3. Sehr geehrte Menschmaschine, schon mal dran gedacht, das die Verstärkung, der Kampfgruppe, im östlichen Mittelmeer, auch dazu dient, blöde Ideen des Imperiums, in Richtung Ägypten und Libanon, zu Unterbinden.

    4. Über die Startfähigkeit ab dem FT Admiral Kuznetsov scheiden sich die Geister. Wikipedia gibt bekannt, dass es keine Einschränkungen geben soll, sondern mit der vollen Last gestartet werden kann, dank der Schanze.
      Nur so als Vergleich, die neuen Träger für GB haben etwa diesselben Masse. Diese wurden ursprünglich auch mit Schanze aber ohne Katapult geplant, bzw. ein nachträglicher Einbau der Schanze ist immer noch in den Plänen enthalten. Die Schanze wurde nur überflüssig durch die geplante Bestückung mit den Senkretstartern F-35Lightning.

      Was sicher ist, dass die Katapultstarts deutlich weniger Platz benötigen. Die Katapulte sind nur gute 100m lang. Die USS CVN-78 Gerald R.Ford ist bereits mit den neuen Magnetkatapulten bestückt.
      http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/magnetkatapult-fuer-flugzeugtraeger-schneller-starten-a-1041716.html

  6. Haben die Terroristen wirklich aufgegeben oder bereiten sie sich auf die 3. Phase der epischen Schlacht um Aleppo vor?

    Oder plant gar die SAA eine riesige Gegenoffensive, Eliteeinheiten wie die Tiger Forces mit T90 Panzern wurden ja mittlerweile massenweise herangekarrt.

    Verlässliche Infos darüber sind mir bis jetzt noch nicht bekannt, bestenfalls Spekulationen über Tritter oder Almasdar und anderen Medien…..

    1. Massenhaft wird da sicherlich kein T 90 heran gekarrt. Dafür sind die viel zu kostbar.

      Nachdem die SAA mit der nicht ganz optimalen Taktik in Daria und Aleppo viele ihre modernen T72 BV (Reaktivpanzerung) und BMP 2 verpulvert hat, musste auf alte Mobilmachungs-Reserven zurück gegriffen werden. Deshalb fuhren ja soviele ältere T 55/62 und alte T 72 Versionen herum.
      Auch wurden wieder viele BMP 1 heran geschafft, die sind allerdings nur als leicht gepanzerter Truppentransporter zu gebrauchen lassen. Die Russen liefern allerdings keinen BMP 3, denn der wäre ja der Hammer.
      Die Selbstfahrlafetten 2S1 „Nelke“ Kaliber 122 mm und 2S3 „Akazie“ Kaliber 152 mm wurden wiederholt nach Syrien geliefert. Diese eignen sich nur auf große Entferungen (indirektes Richten) und sind leichte Beute der TOW und jeder RPG-Variante im Häuserkampf.

      Die Russen haben dann offiziell die T 90 geliefert, allerdings sind das auch ältere Ausführungen.
      In dem Ruptly Video beginnt das Kino mit T 90 A mit Schtora 1 Schutzsystem (jeweils 2 Blendscheinwerfer in rot neben der Kanone). Die sind nach dem TOW-Desaster auch dringend erforderlich.
      Der Scheinwerfer blendet sich in das Abschussgerät des TOW-Schützen hinein und liefert plötzlich falsche Daten für die Zielkorrektur. Man sieht ja am Heck der Raketen den roten Leuchtpunkt, der vom Rechner des Abschussgerätes immer angepeilt wird und dann mittels Draht die Lenkkorrektur ausführt.

      Bei 0:32 Min sieht man einen der ersten T 90 Ausführungen völlig ohne das Schutzsystem.
      Bedauerlicherweise haben die beiden Panzer noch die Originale grüne Farbe aus Russland, ich hätte den umlackiert.
      Im Häuserkampf ist der alte T 90 zwar besser als der T 72, aber eben kein Optimum.

      Eine andere Frage ist die Taktik der SAA. Ich hatte die schon ein paar Male kritisch angemerkt .

      Käfigpanzerungen, in Form von improvisierten Armierungsstählen, hatte in Daria in den Videos von anna-news nur der Kommandeurspanzer.
      Die Panzer standen sehr oft statisch in Stellungen und damit völlig ungedeckt herum, man hätte sie auch in gegrabenen Stellungen verstecken können und erst im Kampfeinsatz fährt er kurz heraus und / oder Gitternetze in der Höhe spannen können, um die TOW vorzeitig zur Auslösung zu bringen.

      Der TOW Schütze brauchte nur eine leichte Anhöhe auf 4 km Entfernung und hatte leichte Beute.
      Da gab es keinerlei Aufklärung seitens der SAA.

      1. Danke für die detaillierten Infos über die Waffensysteme.

        Allerdings könnten die T90 und auch andere offenive Waffensysteme für etwaige Gegenoffensiven nach Aleppo transportiert worden sein.

        Allein Al Quds soll mittlerweile 9.500 Mann in um Aleppo versammelt haben.

        Andererseits hat AL-Masdar gerade wieder von einer neuen Großoffensive der Terroristen in Aleppo berichtet.

  7. #Parteibuch

    Ist es denn nicht Sinnvoll, wenn die Kurden nördlich von Aleppo weiter nach Osten vorstoßen, dass die SAA den Kessel Soran/ Rasm Al ABD endlich schließen.
    Es wären dann ja einige Truppen für den Kampf auf Aleppo übrig, was ja anscheinend (leider) notwendig ist. Wobei ich sehr positiv überrascht bin, dass die SAA den erneuten Angriff auf Westaleppo gut verteidigt hat.
    Auf gehts SAA…………….

    Viele Grüße

    1. @ „Lenny sagt:
      November 2016 um 20:34
      #Parteibuch
      Ist es denn nicht Sinnvoll, wenn die Kurden nördlich von Aleppo weiter nach Osten vorstoßen, dass die SAA den Kessel Soran/ Rasm Al ABD endlich schließen. …“

      Ich bin zwar nicht das Parteibuch. Trotzdem antworte ich. Sinnvoll wäre es schon nur bei diesem Gemengelage muss man auch die „persönlichen“ Animositäten berücksichtigen. Ich kann mir gut vorstellen dass es Seitens der SAA, auf Grund der Erfahrungen mit den Kurden, immer noch vorbehalte gibt.

  8. Wie zu erwarten war, jetzt wo die Wahrscheinlichkeit des Aufbrechens der Belagerung gegen 0 geht, ein weiteres Angebot die Belagerung zu Verlassen
    Hier die relative neutral Meldung aus der Schweiz:
    http://www.srf.ch/news/international/aleppo-soll-zur-ruhe-kommen-fuer-zehn-stunden
    hier unsere Propagandamedien (man beachte auch die ersten Kommentare, die wohl schnell zum schließen der Kommentarfunktion führten):
    http://meta.tagesschau.de/id/117317/aleppo-moskau-will-luftangriffe-am-freitag-aussetzen

    1. Diese neue Waffenstillstandsangebot am Freitag… soll direkt von Putin angeordnet worden sein.

      Ob das in militärischer Hinsicht *Sinn macht*, möchte ich nicht kommentieren. Eine propagandistische Absicht ist sicherlich dahinter, Russland zeigt *guten Willen*. Das *man* das honoriert, bezweifle ich allerdings.

      Was mich etwas stutzig macht, ist die Verlautbarung, dass diese einseitige zehnstündige Waffenruhe von Putin angeordnet und von Gerassimov lediglich verkündet wurde, so die darstellungen in russischen Medien.

      Entweder es zeigt sich hier ein Zerwürfnis zwischen der politischen und der militärischen Führung der RF (Oberbefehlshaber hin oder her),

      ODER aber ein Forist bei ZON hat den Finger drauf, der da meint, die Waffenruhe soll den im Kessel befindlichen Türkischen Offizieren die Möglichkeit zum gesichtswahrenden Entsatz geben, nachdem ja die *Rebellenoffensive* den Durchbruch nicht schaffte…

      1. @Hans aus Olb

        „ODER aber ein Forist bei ZON hat den Finger drauf, der da meint, die Waffenruhe soll den im Kessel befindlichen Türkischen Offizieren die Möglichkeit zum gesichtswahrenden Entsatz geben, nachdem ja die *Rebellenoffensive* den Durchbruch nicht schaffte…“

        Das ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Dieses „sch***“ Spiel wird unter Politikern auch „Realpolitik“ genannt.

  9. In einem modernen Krieg bedeuten 16.000 „Kämpfer“ nicht dass 16.000 wirklich an der Front sind. In einem modernen Krieg gibt Artellerie, Nachrichtentruppen, Aufklärung, Sanitätsdienste, Rückwertige Dienste zur Versorgung mit Verpflegung, Munition, Treibstoff und weiteren Materials. Das Ergebnis dessen ist das im Normalfall nur 1/3 der Kämpfer aktiv an der Front kämpfen und die anderen Unterstützungsaufgaben haben. Das heißt von den 16.000 Terroristen kämpfen ca. 5000 bis 6000 Kämpfer direkt an der Front. Der Verlust von 2500 Kämpfern bedeutet also fast die Hälfte des aktiven Kampfbestandes wurde beseitigt.
    http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13950812001030

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