YPG/SDF drängen von Türkei unterstützte Takfiris westlich von Al Bab ab

Kurdisch geprägte Kräfte der YPG/SDF haben am heutigen Mittwoch im nördlichen Aleppiner Umland westlich der noch von ISIS-Terroristen beherrschten Großstadt Al Bab die Ortschaft Tel Madiq und ihre Umgebung von von der Türkei unterstützten Takfiri-Terroristen, die unter dem Label FSA auftreten, erobert.

Auch wenn die Berichte diesbezüglich noch nicht ganz eindeutig sind, scheint zu den von der SDF von den türkischen Proxy-Terroristen eroberten Ortschaften auch Tel Jijan rund vier Kilometer östlich von Tel Madiq zu gehören, womit die kräfte der SDF nun von Westen her bis auf rund 14 Kilometer an die Großstadt Al Bab herangerückt wären.

Auf einer Karte von @EmmanuelGMay sieht das Vorrücken der SDF auf Al Bab wie folgt aus:

Bemerkenswert ist dabei, dass die türksichen Proxy-Terroristen Tel Madiq und Tel Jijan nebst einigen weiter nördlich gelegenen Ortschaften erst gestern von ISIS-Terroristen erobert haben wollten, was möglicherweise allerdings lediglich ein Umflaggen von ISIS zu den von der Türkei unterstützten Takfiri-Gesinnungsbrüdern war. Auf der nachfolgenden Karte der türkischen Proxies sind die Ortschaften, die die türkischen Proxy-Terroristen gestern erobert haben wollen in blau eingezeichnet, wobei Tel Madiq und Tel Jijan ganz im Süden des blauben Gebietes liegen.

Anschließend beschwerten sich die türkischen Proxies, sie seien in Tel Jijan bei ihrem Kampf gegen ISIS von der syrischen Luftwaffe mit „Fassbomben“ beworfen worden, weshalb sie sich von da nach drei Toten und zehn Verletzten hätten zurückziehen müssen. Von syrisch-russischer Seite wurde zwar bestritten, dass die syrische Luftwaffe kurdische Kräfte im Kampf gegen die türkischen Proxies unterstützt hat, doch unzweifelhaft sind die kurdischen SDF-Kräfte nördlich von Aleppo in den letzten Tagen überraschend stark aufgetreten, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass die USA vor einigen Wochen einen Schwenk von der Unterstützung von Kurden zur Unterstützung der Türkei und ihren Proxy-Terroristen gemacht haben. Nicht nur haben die SDF-Kräfte nördlich von Aleppo eine Großoffensive der Türkei und ihrer Proxies auf Tel Rifaat und weiter nach Aleppo abgewehrt, sondern die SDF-Kräfte befinden sich nun nördlich von Aleppo auch noch in der Offensive gegen die türkische Armee und ihre Proxies. Ohne staatliche Unterstützung ist das kaum denkbar.

Die Misserfolge seiner Proxies bei ihren Offensiven auf Aleppo haben den türkischen Präsidenten Erdogan nun dazu veranlasst, öffentlich zu erklären, dass er keine Pläne mehr für Aleppo hat, er mit anderen Worten die Schlacht um Aleppo verloren gibt. Gleichzeitig hat er dabei allerdings erklärt, die türksichen Militäroperationen in Syrien würden darauf abzielen, die Städte Al Bab und Manbij zu erobern. Da die vor einigen Monaten von SDF-Kräften mit US-Unterstützung von ISIS eroberte Stadt Manbij für die türkische Armee und ihre Proxies schwer erreichbar sein dürfte, bleibt als türkisches Angriffsziel die noch von ISIS beherrschte Großstadt Al Bab. und in der Tat sah das Vorrücken der türkischen Proxies gestern in Tel Madiq und Tel Jijan nach einem türkischen Vorrücken auf Al Bab aus. Durch ihre Eroberung von Tel Madiq und Tel Jijan haben die Kräfte der SDF/YPG die Türkei aber nun vom Weg nach Al Bab abgedrängt, es sieht nun vielmehr so aus, dass den YPG/SDF der Weg nach Al Bab offensteht.

Bemerkenswert ist in dem Zusammenhang eine heutige Meldung der iranischen Fars News Agentur, wo berichtet wird, ein Kommandeuer der mit Syrien verbündeten Kräfte, man mag da nicht ganz zufällig an Iran denken, habe der Türkei gegenüber nun eine scharfe Warnung ausgespochen. Jeder Versuch, der Türkei, in Richtung Al Bab vorzurücken, werde nun mit Macht konfrontiert. Weiter wird in der Meldung die Meinung eines pensionierten syrischen Militär zitiert, der sagt, die syrische Armee und die kurdischen YPG/SDF hätten sich zusammengetan, um Al Bab von ISIS zu erobern, explizit mit dem Ziel, die Türkei aus Al Bab rauszuhalten, und damit die Errichtung einer nennenswerten türkischen EInflusszone im Norden der provinz Aleppo zu verhindern.

Im Parteibuch wurde bereits vor einigen Tagen darüber spekuliert, dass die überraschende Stärke der YPG/SDF-Kräfte im Kampf gegen Erdogans Proxies nördlich von Aleppo auf Unterstützung von iranischen Elitetruppen für die YPG zurückgehen könnte.

27 Gedanken zu “YPG/SDF drängen von Türkei unterstützte Takfiris westlich von Al Bab ab

  1. Mich wundert, dass die Türken so blöd sind. Der Angriff von westlich Al Bab provoziert doch gerade den Vormarsch aus Afrin. Wenn die halbwegs strategisch dächten, wären sie unter Umgehung von Afrin von Norden oder Nordwesten, von Akhtarin oder Birice auf Al Bab vorgedrungen und hätten in Richtung Afrin nur eine Defensivstellung aufgebaut. Selbst im worst case, dass entweder SAA von Süden oder SDF aus dem Raum Manbij dann eher in Al Bab gewesen wären, hätte man den Sperriegel gegen ein vereinigtes Kurdengebiet erhalten.

    So droht der worst case für die Türken, dass sich die kurdischen Einheiten von Westen und Osten in Al Bab vereinigen. Um das zu verhindern, hatten sie doch die Aktion gestartet. Und statt sich aufs wesentliche zu konzentrieren, holen sie sich blutige Köpfe bei Tal Rifaat und verlieren den Raum südlich und südwestlich Marea. Erdy scheint mit den Putschisten auch seine qualifizierten Militärs verloren zu haben, und die Kampfstärke der „FSA“ ist eh lächerlich.

    1. aquadraht
      „Wenn die halbwegs strategisch dächten, wären sie unter Umgehung von Afrin von Norden oder Nordwesten, von Akhtarin oder Birice auf Al Bab vorgedrungen….“

      Das ware ja richtig, wenn das Hauptziel ware, so viel Land wie möglich zu erobern, die Priorität dürfte aber sein, zu verhindern, das die Kurden ein zusammenhängendes Gebiet erhalten. Unter dem Gesichtspunkt macht der Versuch ein weiteres Vorrücken der YPG nach Osten zu verhindern, schon Sinn.

      Bei dem Ganzen ist auch das geeiere der USA interessant: Man hat erklärt, man will nach Mosul dann Raqqa angreifen und das ohne SAA und Russland (was praktisch schon unmöglich ist) Und dann treibt die Türkei die letzte Einheit die Raqqa angreifen könnte (Kurden) in die Arme der SAA. Sicherlich will man in Jemen wieder Kräfte ausbilden, das wird aber nicht reichen. Der USA wird nichts anderes übrig bleiben, wie ein Machtwort zu sprechen, ohne den NATO-Partner zu ärgern.

      1. „Der USA wird nichts anderes übrig bleiben, wie ein Machtwort zu sprechen, ohne den NATO-Partner zu ärgern.“

        Und genau diese Macht traue ich den USA gegenüber Erdogans Türkei derzeit nicht zu. Erdogan wird mit allem leben können, nicht aber mit einem wie auch immer gearteten Kurdenstaat in Syrien.
        Und genau hier treffen sich seine Interessen mit denen Syriens und Russlands. Dieses Zweckbündnis lässt die US-Strategen, so mein Eindruck, derzeit ziemlich ratlos zurück. Denn die Türkei kämpft, wenn sie gegen die YPG antritt irgendwo auch gegen die Interessen dessen „Partners“.
        Ansonsten ist derzeit, auch nur meine Ansicht, das große Umflaggen angesagt. Der IS wird zu „Moderaten“ ummodelliert, um als Hilfstruppe zur Einhegung der Kurden auflaufen zu können.
        Damit gibt es keinen „kurdischen Korridor“ (gut für Erdogan) und keinen Staat „Rajova“ oder wie auch immer (gut für Syrien). Schlecht für die „Gestalter“ von Großkurdistan.

        Beste Grüße, ped43z

  2. Tell Jijan ist schon noch ein paar Kilometer von Tel Madiq, derzeit scheint mir auch möglich, dass die Türkenproys nach ihrem gescheiterten Angriff auf die SDF doc noch die Nase vorn haben im Rennen auf Al Bab.
    Aber das wird sich ja bald zeigen.

  3. Die SAA und die SDF haben ja auch gemeinsame Interessen. Der SDF möchte eine Landverbindung und die SAA hätte mit dem SDF Hilfstruppen, welche die türkische Proxys im Norden beschäftigt. Falls da mal ein türkischer Panzer“drauf geht“ kann Syrien das abstreiten. Die Türkei wird in Nord-Syrien ihren Abnutzungskrieg bekommen.

  4. Interessante Entwicklung, vielen Dank für die Zusammenstellung.

    Fragt sich nur ob Erdogan sich strategisch verrechnet oder ob er schlicht und einfach vorgeschickt wurde, um den Handlungsspielraum auszuloten.
    Neben den direkten FSA-Angriffen auf die YPG/SDF im Efrin-Bezirk gab es ja die vergangenen Tage mehr als genügend Provokationen auf die östliche Seite des Efrin-Bezirkes direkt von Türkischem Boden aus. Von kurzzeitigen Grenzüberschreitungen bis Artilleriebeschuss.
    https://www.almasdarnews.com/article/turkish-military-push-idlib-prepare-assault-kurdish-afrin-province/

  5. Will man die Vormarsch der Kurden auf Al Bab unterstützen, dann wäre es sicher hilfreich wenn die SAA, den IS zwischen Kurden und SAA, eliminieren würde und dadurch den Kurden den Rücken frei halten würde.

  6. Priorität hat Aleppo, dann Hama. Erst wenn Hama abgeschlossen ist, soll Al-Bab Thema werden. Gibt am Freitag in Moskau Konferenz u.a. dazu (mit Syrien, Iran). Dafür wären genug SAA Truppen in Aleppo (südwestlich – die sind beschäftigt und nördlich – die tun nichts). Al-Bab braucht Syrien selber (als Puffer für Aleppo und für die Zeit nach dem Krieg, wenn´s um Grenzen geht). Die Russen wissen das, aber die syr. Militärführung ist halt wenig fähig.

    1. Peacekeeper

      „Die Russen wissen das, aber die syr. Militärführung ist halt wenig fähig.“

      Du scheinst zuviel Hasbara konsumiert zu haben, dass du so einen Unfug verbreitest. Oder bist du ein Troll?

      1. Sorry PB, denn trotz des tapferen Kampfes der SAA, die Wende brachte erst das massive Eingreifen der Russen, Iraner und der Hisbollah, die dutzende eigene fähige Kommandeure den SAA Einheiten vorgesetzt haben, ganz abgesehen vom direkten Kampf von zusammen bis zu, je nach Quelle, 15.-20.000 Kämpfern der Hisbollah, IRG und irakischer Schiitenmilizen.
        Und die absolute Lufthoheit über Syrien hat auch erst Russland erzwungen, incl. Reparatur und Instandsetzung weiter Teile der SAA Luftwaffe, die zuvor einen Klarstand von unter 20% hatte.
        Davor war die SAA fast auch überall im Rückwärtsgang.
        Und trotz massiver Waffenhilfe aus Iran und Russland, hat bei der SAA nur jeder zweite einen Helm, jeder zehnte eine Schussweste und jeder hundertste ein Nachtsichtgerät o.ä.
        Moderne Infanteriewaffen sieht man zu 95% auch (noch) nicht, dafür fast immer nur 50 Jahre alte AK47 und RPGs.
        Bei den SDF und NDF ist die Bewaffnungs und Ausrüstungslage noch schlechter.
        Das Aufarbeiten und Ausgleichen dieser Gefizite wird noch viele Milliarden an Waffenhilfe kosten und wohl noch Jahre.

        P.S.: trotz der hervorragenden und hochgeschätzten Informationsarbeit von Euch, sollte man abweichende Meinungen nicht immer gleich auf der „Gegenseite“ vermuten und als Trolle oder Hasbaristen betiteln.

      2. Ich konnte mit Russen / Genf reden, die vor Ort waren/sind. Ist deren Meinung (die wir dann auf Karten sehen). Wenn Dschihadisten was machen, dauert es immer noch Wochen, bis deren Gewinne revidiert sind (Hama, Aleppo SW usw.). Und in AlBab will keiner Türken mit Artillerie sehen, die Aleppo bedrohen könnte usw. Aber russ. Prioritäten (z.b. Raumsicherung) werden ohnehin langsam offiziell (z.b. Middle East Institute).
        http://tinyurl.com/jyolrzd

      3. ElCommandante

        Moment mal. Was du hier als Beleg dafür anführst, dass die syrische Armee keine fähigen Kommandeure habe, nämlich veraltete und nicht moderne Ausrüstung, sind zwei verschiedene paar Schuhe.

        Syrien hatte vor dem Krieg ein monatliches BIP/Kopf von ungerechnet rund 200 USD, oder zusamengerechnet ein BIP von 60 Mrd Dollar pro Jahr. Die Syrien angreifende NATO/GCC/Israel-Staatenkoalition der sich „Freunde Syriens“ nenenden Feinde Syriens verfügt demgegenüber über ein Jahres-BIP von etwa 20.000 Milliarden US-Dollar. Anders ausgedrückt betrug die gesamte Leistung der syrischen Volkswirtschaft rund ein Zehntel des US-Militärbudgets, oder etwa soviel wie der zu den Angreifern Syriens gehörende US-zionistische Propaganda-Konzern Walt Disney (dem unter anderem ABC News gehört) an Jahresumsatz macht. Soviel mal zu den Größen- und Finanzverhältnissen.

        Dass man da in Syrien nicht massenhaft neueste Militärtechnik erwarten kann, versteht sich von selbst, zumal für die Militärtechnik sowieso nur das in Frage kam, was von Syrien selbst oder den Freunden Syriens produziert wurde.

        Und trotz der sehr beschränkten finanziellen Mittel und Auswahl an Lieferanten hat es die syrische Staats- und Armeeführung verstanden, einen besonders wichtigen Teil der Armee so zu modernisieren, dass der NATO/GCC-Plan zum Regime Change entscheidend durchkreuzt wurde, nämlich die Luftverteidigung. Man erinnere sich bloß an die abgeschossene türkische Phantom, mit der die Luftverteidigung getestet werden sollte, was die Botschaft gesendet hat, dass da für die NATO heftige Verluste zu erwarten sind, und ein wesentlicher Grund dafür war, dass das Libyen-Szenario in Syrien nicht realisiert werden konnte.

        Dass erst das offene Eingreifen Russlands die Wende im Krieg brachte, ist ein Märchen der zionistisch-wahhabitischen Russlandhasser, die es der syrischen Armee- und Regierungsführung nicht zugestehen wollen, fähig und kompetent zu sein. Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache. Ende 2012 galt Syrien in Russland und China noch oft als verlorene Sache, wo bezweifelt wurde, dass Syrien den Krieg gewinnen kann, doch die syrische Armee, die damals nur von einer handvoll Einheiten von Hisbollah und Pensionären der iranischen Revolutionsgarden unterstützt wurde, strafte sie lügen. Die Entscheidung von DM Freij 2012, den Schutz des syrischen Volkes dem Schutz des syrischen Landes vorzuziehen und sich auf die Verteidigung der wichtigen Bevölkerungszentren zu konzentrieren, erwies sich als goldrichtig. Gegen alle Chancen hat es die syrische Armee unter Führung ihrer Kommandeure geschafft, das Blatt zu wenden, sodass Russland und China klar sehen konnten, dass Syrien den Krieg gewinnen kann und eine Unterstützung Syriens keine chancenlose Sache ist, sich mit einem Sieg über die globale Achse des Terrors bezahlt machen wird.

        Schlüssel dazu war, dass die syrischen Armeekommandeure sich als ausgesprochen fähig und strategisch vorausschauend planend erwiesen haben.

      4. Peacekeeper

        Ob oder was irgendwelche „Russen/Genf“ dir bei was auch immer für einer Gelegenheit erzählt haben, kann weder ich beurteilen noch irgendjemand sonst. Ohne Quelle würde – und werde – ich diese deine Behauptung in die Rubrik „Streuen rufschädigender Gerüchte gegen die SAA“ einordnen. Meine Information aus Russland ist, und soweit och mich erinnere, vertritt Putin diese Meinung auch öffentlich, dass die russische Staats- und Militärführung schwer beeindruckt ist vom Siegeswillen und von den mit sehr begrenzten Resourcen demonstrierten Fähigkeiten der syrischen Armee – und ihrer iranisch/libanesischen Unterstützer, und das dass ein ganz wichtiger Grund dafür war, dass Russland sich nun in Syrien engagiert.

        Mit dem, was du dann als einzige Quelle für deine Behauptungen angibst, bestätigst du allerdings meinen Verdacht, dass du zuviel zionistisch-wahhabitische Propaganda konsumiert hast und diese Hasbara-Lügen nun hier im Parteibuch in die Kommentarspalte auskippst. Willst du uns ernsthaft weismachen, die verkommene Hasbara-Bude „Middle East Institute“ – über die unter anderem die zionistischen Al-Kaida-Führungskräfte Robert Ford und Charles Lister ihre Hasbara absondern – mache mit ihren gewohnheitsmäßigen Lügen irgendetwas langsam offiziell? Ich glaube ja bislang nicht, dass du hier vorsätzlich Hasbara-Lügen wie die vom MEI streust, sondern ich glaube, du merkst es selbst gar nicht, weil die Gehirnwäsche der Hasbara im Westen so total ist, dass viele Leute gar nicht mehr mitbekommen wie sie gehirngewaschen werden.

        Andersherum kann in einer vernünftigen Analyse ein Schuh draus werden. Die Frage lautet dann: warum tischt die verlogene Hasbara-Bude MEI der Öffentlickeit nun zum Beispiel die platte Lüge auf, Russland wolle nicht, dass die Türkei und ihre Proxy-Terroristen Al Bab erobern, weil die türkischen Proxy-Terroristen dann in Schlagdistanz zu Aleppo kommen würden? Die Hochburg der türkischen Proxy-Terroristen Marea liegt schließlich, wie jeder auf einer jeden Karte selbst nachmessen kann, deutlich näher an Aleppo als Al Bab, womit die Behauptung des MEI, die türkischen Proxy-Terroristen kämen mit der Eroberung von Al Bab in Schlagdistanz zu Aleppo, eine klare Lüge ist.

        Meine erste Vermutung wäre hier, dass die Hasbara-Bude MEI diese Lüge nun streut, um im Westen Sympthien für eine türkische Terrorinvasion von Al Bab als Hilfsversuch für „die arme notleidende Bevölkerung“ von Ost-Aleppo verkaufen zu können, womit eine türkische Al-Kaida-Invasion von Al Bab natürlich die Solidarität der ganzen westlichen Wertegemeinschaft verdient hätte.

      5. @Peacekeeper und ElCommandante

        Man kann die Syrische Regierung und deren Armee für vieles kritisieren, sollte aber die Hintergründe dazu nicht ausblenden.

        1. Die Syrische Regierung hat gewisse landesinterne insbesondere soziale Entwicklungen zu lange unterschätzt unterschätzt, respektive deren Lösung verzögert angegangen. Dazu zählt ganz besonders die Bevölkerungsentwicklung, wo die Regierung quasie Opfer ihrer Grundlagenverbesserung wurde. Die Perspektivenschaffung für die jüngeren kam den Entwicklungen nur mühsam hinterher
        Ich empfehle dazu Professor Gunnar Heinsohn „Söhne und Weltmacht“ (Zitat: Besonders gefährlich wird es laut Heinsohn, wenn die Altersgruppe der 15 bis 24-jährigen einen Anteil von 20 Prozent an der Gesamtbevölkerung übersteigt.)
        2. Die Syrisch-arabische Armeewar auf Gegner von aussen ausgerichtet und nicht auf interne Bedrohungen. Gleichzeitig reichten aber die Kräfte nicht aus sich mit übermächtigen Gegnern wie der USA zu messen ohne massive eigene Verluste in Kauf zu nehmen. Da hat man sich nach den Möglichkeiten gerichtet die man hatte. Es ist richtig, dass mit der den iranischen, schiitischer und teilw. auch russischer Hilfe erst das Wissen und Strategie für den Umgang mit einer Bürgekrigessituation richtig Eingang in die syrische Militärdoktrin fand. Aber Traning und Umsetzung funktionieren ganz leidlich, wenn man die vielen ethnischen und religiösen Sachzwänge in Syrien berücksichtigt.

        3. Seit dem Krieg um die Golanhöhen, hat Israel wiederholt militärische Ausrüstung und Stellungen der der SAA angegriffen und neuere Systeme vernichtet. Das gilt ganz besonders für Mittel die die Lufhoheit betreffen. Die israelische Armee wird aber dauerhaft und jährlich alimentiert von den USA. Die SAA kann aber erst seit rund einem guten Jahr auf die volle tatkräftige Unterstützung durch einen „Grossen Bruder“ zählen. Interessant was sich seither alles verändert hat.
        4.Die Ursache für die vielen Nahostkonflikte gehen aber zurück auf die Grenziehungen im Sykes-Picot-Geheimabkommen von 1916. Damit haben Frankreich und Grossbritanien in Verkennung viler Gegebenheiten die Grundlage gelegt für das Pulverfass Nahost. Eine Ansammlung lauter ungelöster Probleme durch den Westen, die man mit Militärpräsenz und militärischem eingreifen mehr schlecht als recht zu kontrollieren versucht. Assad und Syrien sind aber in Ungnade gefallen, da sie in diesen Machtspielchen des Westens nicht mehr Spielfiguren sein wollen, sondern eine eigenständige Rolle und Politik verfolgen. Ganz ähnlich übrigens Erdogan und die Türkei, wo wohl schon bald ein weiterer Umsturzversuch droht.

      6. Nachsatz zum Middle East Institute-Link weiter unten: ich habe mit dem US think tank nichts zu tun, aber bei „securing the gains around Aleppo“ (Stichwort: Raumsicherung) vermuten die russische Absichten halbwegs richtig. Das hörte ich nämlich selber zu oft.

        Zur PB-Vermutung dazu: Marea ist klein + dort sind Kurden, aber AlBab weit größer, politisch wichtiger und näher (!) zu Kuweris Airbase. Die braucht (km weiten sicheren und manpad-freien) Raum für Vollbetrieb. Heute gab´s ja leider (wie zur Bestätigung dessen) Angriffe auf diese Airports. Hoffe, mich klar gestellt zu haben.

  7. Es gibt wohl keine Richtige Strategie in einem Vielfontenkrieg. Es kann dann kaum an allen Fronten gleichzeit angegriffen werden. In welcher Reihenfolge dann Ziele angegangen werden bzw. wo sogar Rückzüge stattfinden ist eine Kunst.

    Es ist ja klar, dass die Schwarzen von der Landkarte genommen werden. Wer diese Stücke erben wird liegt aber auch mit in der Entscheidung von Schwarz. Wo kämpft Schwarz erbitterlich, wo räumen sie Positionen? Überall gibt es Frontabschnitte, wo beide Seiten nichts machen. Beide Seiten liegen eingegraben in ihren Verteidigungsstellungen.

    Kriegsentscheidend für die SAA ist der Kampf gegen Grün. Ein Krieg endet ja nicht mit der militärischen Eroberung eines Landes sondern mit der Anerkennung der Grenzen mit dem Nachbarn und mit der Versöhnung mit der Mehrheit der Bevölkerung in den umstrittenen Gebieten. Die Ansprüche auf Anerkennung werden den Schwarzen ja international verwehrt. Die Grüne Proxy-Krieger haben jedoch ein paar durchgefütterte Marionetten in den Händen der „Freunde von Syrien“.

    Die SAA hat nichts gewonnen, wenn sie Grün zwar westlich von Aleppo verdrängt, sie aber nordöstlich von Aleppo rießige Gebiete gewinnen läßt.

    Ich vermute, dass die SAA die Lage sehr genau beobachtet und auf den richtigen Zeitpunkt wartet. Sie möchte nicht zu früh die Aufmerksamkeit von ISIS provozieren jedoch auch nicht zu spät eingreifen. Zudem gibt es sicherlich Absprachen mit der SDF. Dörfer, welche die SDF für sich beansprucht soll diese sich auch holen.

    Natürlich geht es um die Nachkriegsordnung. Es könnten sicherlich auch Gebiete zwischen der Türkei und Syrien getauscht werden um sie den geographischen oder sozioökonomischen Gegebenheiten anzupassen. Jedoch ein von Türkei besetztes Gebiet, in welchem Al Quaida herrscht, wird Syrien auf seinem Grund nicht dulden können.

    1. Am Wichtigsten ist es die Kessel bei Damaskus zu räumen. Weiterhin müssen die Fronten in Hama und Aleppo mindestens gehalten werden. Sind die Kessel beräumt werden zehntausende Truppen frei, die dann teils im Süden Richtung Daraa eingesetzt werden können und teils in Hama und Aleppo. Außerdem sollte man versuchen die Front gegen den IS in einigen Regionen zu begradigen, um weiter Mannschaften frei zu bekommen.

  8. @ MEP
    „Die Hochburg der türkischen Proxy-Terroristen Marea liegt schließlich, wie jeder auf einer jeden Karte selbst nachmessen kann, deutlich näher an Aleppo als Al Bab, womit die Behauptung des MEI, die türkischen Proxy-Terroristen kämen mit der Eroberung von Al Bab in Schlagdistanz zu Aleppo, eine klare Lüge ist.“

    Wie viel jetzt „deutlich näher“ ist, sei mal dahingestellt. ;–)
    Allerdings geht es bei der Eroberung von Al Bab auch um das Hinterland, welches jetzt noch von ISIS gehalten wird.
    Und wenn sich die SAA nicht aktiv bewegt, wird das an den fallen der AL Bab einnimmt bzw. wem es durch umflaggen zugeordnet wird.

    Und Tal Shair. Marran oder Shamer sind schon sehr nah an der Stadtgrenze von Aleppo.

    Ich weiß natürlich nicht, was sich die russischen Miitärs denken; ich allerdings wöllte mit Sicherheit keine „moderaten“, Al Quaida und Freunde, so nahe der Stadt haben.

    Nun haben die Türkenproxys bisher eher eine armselige Vorstellung abgeliefert, und stellten somit auch nahe der Stadt keine Gefahr dar; aber wer weiß, welche Mittel CiA und co. nach einer Neubesetzung maßgeblicher Stellen so noch finden.

  9. @Peacekeeper
    @ElCommandante

    Solche Plattitüden, einfach mal hergesagt, sind in den Ohren aller Syrer und deren Angehöriger eine Farce.
    „Nicht fähige syrische Militärführung“… das sagt sich wirklich nicht so leicht über die Verteidigungsarmee eines kleinen arabischen Landes, welches sich in den ersten 3 Jahren, nur mit Hilfe von Kampfbrüdern aus dem Libanon und den Iran, gegen hunderttausende Proxitruppen aus über 98 Staaten, gegen eine waffentechnisch, finanziell und strategisch formierte Westwand, bestehend aus Frankreich, Deutschland, USA, Großbritannien, Israel, Türkei, Saudiarabien, Qatar, Jordanien, nur um einige zu nennen, zu Wehr gesetzt hat, den Laden zusammengehalten hat, zehntausende Opfer zu beklagen hatte.
    Euch geht die Information völlig ab, dass sich die Fronten Syriens quasi entlang aller Grenzen des Landes ziehen. Und (!), zusätzlich, die Nester der bewaffneten Islamisten im Binnenland, quasi überall, auf ganzer Fläche, auszuräuchern, zu kontrollieren und zu sichern sind. Dazu braucht man nicht nur fähige, sondern verdammt fähige, schlitzohrige und clevere Strategen. Immerhin müssen sich geschätzte 18 Millionen Syrer zwischen Damaskus und Lattakia auf diese Jungs verlassen, was sie auch tun.
    Die hochgeschätzte US-Armee hat mit allem militärischem Knowhow und aller Finanzkraft in zig Jahren Irak-Einsatz es gerade mal geschafft, eine sogenannte sichere „Grüne Zone“ innerhalb Bagdads zu etablieren… findet ihr den Fehler?

    1. Wenn man aber in den sogenannten „kurdischen Gebieten“ ein halben Meter tief gräbt lassen sich ausschließlich assyrische Funde feststellen. Wo ist dieseHochkultur der kurden die so viele Tausend Jahre alt ist. Gibt es ein Museum wo man sich die kurdischen Errungenschaften bestaunen könnte?

      1. Empfehlung: Eigeninitiative zeigen und mittels einer Suchmaschine Ihrer Wahl selbst recherchieren. Das führt zu einer wirksamen Horizonterweiterung und Wissensgenerierung State-of-the-Art. Ratzfatz kann man sich in Informationen, die einen persönlich interessieren, vertiefen.

  10. wenn man sich die beiden Konflikte anschaut
    Ostukraine und Syrien

    Da erkennt man schon massive Unterschiede in der Ausrüstung sofort. Ok es gibt ein Embargo keine Frage und nicht so viel Geld in Syrien

    Aber Im Donbass sah man IMMER nach Kämpfen, die Abschlepplaster. Da wurde alles in die Werkstätten transportiert und reparierte.

    Dort sieht man auch eine viel höhere Anzahl an grossen bzw kleinen MGs. In Syrien eigentlih kaum auf SAA Seite, aller 20 oder 30 Videos mal eins

    Das haben die Russen ja auch als Probleme erkannt
    ( trotz Embargo )
    schwere Räumpanzer
    schwere MGs
    Panzerabwehrmittel
    usw

    Nach den ersten „geheimen“ T90 Lieferung
    gab es grossen Räumpanzer und MGs

    https://southfront.org/syria-receives-new-batch-of-russian-imr-2m-combat-engineering-vehicles/
    https://southfront.org/new-details-about-usage-of-russian-made-uaz-patriot-technical-vehicles-on-syrian-battlefield/

    Mit ihren geringen Mitteln haben die Syrer, grosses geleistet.
    Aber auch viele Fehler gemacht

    Panzer auf dem Schlachtfeld liegen lassen, daß darf nicht passieren !
    Dafür sind die Syrer alleine verantwortlich

    Schönreden gillt nicht

  11. Fängt hier jetzt das Syrien/SSA Bashing light an….so langsam, dosiert durch die Hintertür???

    Ich hoffe nicht. Ich hoffe das es „nur“ Meanstreamgeschädigte sind….hmmm…..aber warum dann das einseitige kritisieren?

    Mal sehen was noch kommt.

    1. Pitt

      Keine Sorge, hier wird strikt moderiert.

      Erweckt jemand den Anschein, einer der unzähligen Hasbara-Trolle zu sein, die tagein tagaus gratis oder für kleines Geld damit beschäftigt sind, Syrien, Iran und Russland zu bashen, gibt’s von der Moderation hier ruck-zuck ein Plonk und das war’s hier gewesen mit dem Troll.

      Einer der Vorzüge der konsequent strikten Moderation hier in unserem privaten Parteibuch-Wohnzimmer ist, dass die meisten Hasbara-Trolle inzwischen wissen, dass Trollen hier zwecklos ist, und dementsprechend selten hier noch aufschlagen. Und so soll es auch bleiben.

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