Irakische Armee macht beim Vormarsch auf Mossul rapide Fortschritte

Nach der Verkündung des Beginns der Operation zur Befreiung der von ISIS-Terroristen beherrschten nordirakischen Metropole Mossul letzte Nacht hat die irakische Armee beim Anmarsch auf Mossul von ihren Positionen südlich der Stadt aus am heutigen Montag rapide Fortschritte gemacht.

Berichtet wird, dass die irakische Armee von ihren Positionen in Qayyarah über 50 Kilometer südlich von Mossul den Tigris 40 Kilometer aufwärts bis nach Hammam al-Alil vorgerückt ist und sich damit im Süden nun nur noch etwas mehr als zehn Kilometer von der Stadtgrenze Mossuls entfernt befindet. Möglich gewesen scheint dieser rapide Anmarsch auf Mossul erstens dadurch, dass sich auf der ersten Hälfte der Strecke gleich östlich des Tigris von kurdischen Peshmergas beherrschtes Gebiet befindet, zweitens dadurch, dass die irakische Armee umfangreiche Luftunterstützung hat und drittens dadurch, dass die Terrorgruppe ISIS es offensichtlich vorzieht, zu versuchen, sich in der Großstadt Mossul zu verschanzen anstatt in vorgelagerten Stellungen in der weitgehend menschenleeren Wüste gegen die irakische Armee zu kämpfen.

Eine Karte zeigt den Arm der von Süden nun schon fast an Mossul heranreichenden Positionen der irakischen Armee in rot:

Gleichzeitig zum Anmarsch der irakischen Armee von Süden wird berichtet, was auf der Karte oben noch nicht verzeichnet ist, dass kurdische Peshmerga-Kräfte unter Inkaufnahme einiger Verluste in die Ortschaften Bartella östlich von Mossul und Bakhdida südöstlich von Mossul eingerückt sind, womit sich im Osten die Entfernung zur Stadtgrenze Mossuls auch auf etwa zehn Kilometer verkürzt. ISIS soll zum Aufhalten der Fortschritte der Armee und zur Behinderung der Luftwaffe angeblich mit Öl gefüllte Gräben angesteckt haben.

Auf der internationalen Ebene gibt es weitere Irritationen durch die Türkei. Obwohl der irakische Regierungschef Abadi in seiner gestrigen Fernsehansprache zur Verkündung des Beginns der Operation zur Befreiung Mossuls erklärt hat, dass die sich widerrechtlich im Irak aufhaltenden türkischen Truppen von der irakischen Armee als „Feind“ betrachtet werden, erklärte der türkische Präsident Erdogan, es komme für die Türkei nicht in Frage, sich aus der Mossul-Operation herauszuhalten. Regierungsnahen türkischen Medien zufolge erklärte der stellvertretende türkische Regierungschef Kurtulmus dazu weiter, dass 3.000 von der Türkei trainierte „irakische Kräfte“ an der Befreiung von Mossul teilnehmen und die Türkei versuchen werde sicherzustellen, dass „ethnische Politik“ Mossul dominiert.

Der russische Präsident Putin forderte unterdessen die USA und Frankreich auf, dafür Sorge zu tragen, dass bei der Befreiung von Mossul zivile Opfer minimiert oder besser noch, gänzlich vermieden werden, fügte jedoch hinzu, dass Russland deswegen – anders als die Partner im Westen – nicht Hysterie anfachen werde, weil Russland verstehe, dass Terrorismus bekämpft werden muss und es keinen anderen Weg als aktiven Kampf gibt.

In Mossul sollen sich Schätzungen der UNO zufolge noch rund eine Million Zivilisten aufhalten. Militärisch gilt es in Mossul als sehr schwierig, beim Kampf gegen sicher hinter Zivilisten versteckenden ISIS-Terroristen zivile Opfer zu vermeiden. Russland steht zusammen mit seinen Partnern beim Kampf gegen Al-Kaida-Terroristen in der nordsyrischen Metropole Aleppo vor einem ähnlichen Problem, das der Westen dazu ausnutzt, um zu versuchen, anti-russische Stimmung zu schüren.

Britannien hat am Montag alle britischen Konten des russischen TV-Senders RT blockiert, vermutlich um so, wie vom britischen Außenminister Johnson gestern gemeinsam mit US-Außenminister Kerry gefordert, Russland wegen ziviler Opfer beim Anti-Terror-Kampf gegen Al Kaida in Aleppo zu sanktionieren, während Frankreich vor acht Tagen im UNO-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf zur Abstimmung vorgelegt hat, mit dem Russland aufgefordert wurde, sich unter Verweis auf zivile Opfer selbst für den Anti-Terror-Kampf gegen die Lieblings-Al-Kaida-Terroristen der sogenannten „westlichen Wertegemeinschaft“ in Aleppo zu verurteilen und eine „Flugverbotszone“ gegen sich selbst zu verhängen.

Nachtrag 16:00h: Von Union News gibt es auf Twitter ein paar Bilder und kurze Video-Snippets vom Kampf gegen ISIS an der Mossul-Front:

Das sieht nach der Nutzung massiver Feuerkraft aus.

Nachtrag 23:00h: Sputnik berichtet unter Berufung auf lokale Quellen, dass nach dem Beginn der Mossul-Offensive durch die irakische Armee in der nordsyrischen Stadt Raqqa Fahrzeuge mit ISIS-Terroristen aus dem Irak angekommen seien.

19 Gedanken zu “Irakische Armee macht beim Vormarsch auf Mossul rapide Fortschritte

  1. „Das sieht nach der Nutzung massiver Feuerkraft aus.“

    Nach Washingtons westlicher Lesart, „gegen Zivilisten“.

  2. Das Aufmarschgebiet scheint mir ziemlich dünn zu sein. Hoffentlich locken die US-Militärberater die irakische Armee nicht in eine Falle.

  3. Wieso versucht man nicht die Stadt Mossul einzukesseln in dem man zwar Unbedeutende Städte einnimmt in der weiten Wüste rundum Mossul aber erst dann richtig zuschlägt wenn ein stabiler Belagerungsring aufgebaut worden ist? Die ISIL Kämpfer werden in Kämpfen auf der Wüste wohl viele Kräfte Mossul aus gebrauchen um so einen Belagerungsring zu verhindern was aber nicht klappen wird.

    Da die Armee des Irak sowie die Peshmerga mit massiver Luftunterstützung rechnen kann und so viele ISIL Kämpfer drauf gehen was bedeuten wird das in der Metropole wenige Kräfte zur Verfügung stehen um Mossul zu „verteidigen“. Bei einem Belagerungsring gegen den IS in Mossul ähnlich wie in Aleppo gegen die Terroristen wird der Nachschub aus Ar-Raqqa fehlen zudem verhindert man das die Kämpfer und deren Anhänger sowie Angehörige Richting Ostsyrien marschieren oder schlimmer noch gen Europa ziehen. Zudem könnte ein grösseres Misstrauen gegenüber dem IS innerhalb der Bevölkerung die bisher die Terroristen gewähren liessen entfachen was einen schnelleren Zusammenbruch des IS gewährleistet. Kann aber auch im Gegenteil verkehren das die Bevölkerung den IS erst recht unterstützt. Dann wäre es zwar sehr schwer schnell voranzukommen und viele Zivile Opfer zu vermeiden aber dennoch wäre die Niederlage des IS besiegelt.

    Gut zur Nachricht das 9000 IS Kämpfer aus Mossul Richtung Syrien evakuiert werden sollen muss man aus russisch-syrischer Sicht keine Angst haben, den man hat seit dem russischen Eingreifen die Schlagkraft unter Beweis gestellt und denn IS unter Druck gebracht. Palmyra wurde erobert sowie weiter gen Osten gefahren.

    1. Biancoceleste

      „Wieso versucht man nicht die Stadt Mossul einzukesseln in dem man zwar Unbedeutende Städte einnimmt in der weiten Wüste rundum Mossul aber erst dann richtig zuschlägt wenn ein stabiler Belagerungsring aufgebaut worden ist?“

      Vermutlich möchte die irakische Armee mit dieser Taktik erreichen, dass ein möglichst großer Teil der Zivilbevölkerung von Mossul über diesen noch offenen Weg aus Mossul flüchtet. Dafür, größere Nachschubbewegungen über diesen Weg in Richtung Mossul zu unterbinden, dürfte die Luftwaffe zuständig sein. Das wird dann zwar nicht ganz dicht, was den Nachschub für ISIS in Mossul angeht, aber in der Abwägung könnte trotzdem die Aussicht auf weniger Zivilisten in Mossul den Ausschlag gegeben haben.

    2. „Wieso versucht man nicht die Stadt Mossul einzukesseln in dem man zwar Unbedeutende Städte einnimmt in der weiten Wüste rundum Mossul aber erst dann richtig zuschlägt wenn ein stabiler Belagerungsring aufgebaut worden ist?“

      Woher weißt du denn, dass es anders kommt?

      Die Operation zur Einnahme von Mossul wurde gestartet, aber es finden ja noch keine Kämpfe in Mossul statt.
      Sie arbeiten sich durch dünnbesiedeltes Gelände sehr schnell heran, wie es beim erreichen der Stadtgrenze aussieht, wird man sehen.

      Eine zumindest unvollständige Umfassung der Stadt ist naheliegend.

      Ob man noch möglichst lange einen kleinen Korridor offen lässt, über den möglichst viele Terrorkämpfer die Stadt verlassen, kann man diskutieren.

  4. „Das sieht nach der Nutzung massiver Feuerkraft aus.“

    Mal sehen, wie das aussieht, wenn es an die dichter besiedelten Gebiete geht.

    Mit dem Geheule über „Kriegsverbrechen“ hat sich die „Wertegemeinschaft“ in eine recht schwierige Position gebracht.

    Aber das kriegt man ja leicht hin, doppelten Standard zu verwenden.

    Im Jemen MUSS natürlich der „gewählte Präsident“ von den wahhabitischen Golfmonarchien zurück an die Macht gebombt werden, koste es jeminitische Menschenleben, was es wolle.

    Dass seine Amtszeit abgelaufen ist, er außerdem zurückgetreten war, spielt keine Rolle.
    Dass in so einer Situation eine Lösung anhand der tatsächlichen Kräfte im Lande gefunden werden muss, und der Großteil der Armee gegen den „gewählten Prsidenten, abgelaufen und zurückgetreten, ist, auch egal.

    Aber Assad, der nun leicht jede freie Wahl gewänne, muss natürlich weggebombt werden.

  5. Ich habe zwei Anmerkungen:

    1. Es wurde lt RT lediglich jetzt mitgeteilt, dass man die Banken- Geschäftsbeziehungen mit 4 -Wochenfrist aufkündigt.
    Von stattgefundener Kontosperrung ist nicht die Rede.
    Unter aller Sau ists natürlich trotzdem!

    2. Kann es sein, dass die USA tatsächlich bereits wie angekündigt mehrere Tausend Terroristen aus Mossul abgezogen hat und deshalb die für 19.10. anberaumte Hauptattacke ziemlich flott und erfolgreich laufen könnte?
    Und wie schätzt das Parteibuch die Gefahr ein, dass diese Freigestellten demnächst im Bereich Aleppo z. B. als zweite Front im Rücken der Regierungstruppen auftauchen könnten?

    Und: Vielen Dank für Eure wertvolle, geduldige und detaillierte Arbeit!!

    1. DL

      „Kann es sein, dass die USA tatsächlich bereits wie angekündigt mehrere Tausend Terroristen aus Mossul abgezogen hat“

      Nein, die USA haben längst jede Kontrolle über ISIS verloren, wenn sie je welche gehabt haben sollten. Aber die Türkei könnte noch Einfluss innerhalb von ISIS haben. Da könnte eine türkische Rettungsaktion für ISIS im Grunde so aussehen, dass ISIS sich in Mossul von der türkischen Armee und türkischen Proxies, etwa unter kurdischer Fahne, erobern lässt, ISIS dann umflaggt zu irgendetwas wie „sunnitische Stammeskräfte von Mossul“ und unter diesem Deckmantel in Mossul alles weiterläuft wie bisher, nur dass die herrschenden Terroristen da sich dann zukünftig nicht mehr ISIS oder Al Kaida nennen würden. Der irakische Regierungschef Abadi scheint bei seiner gestrigen Erklärung, dass die irakische Armee die sich illegal im Irak aufhaltenden türkischen Streitkräfte als „Feind“ betrachtet und die Stadt Mossul bei ihrer Befreiung ausschließlich von der irakischen Armee und der irakischen Bundespolizei betreten werden darf, unter anderem so ein Szenario im Auge gehabt zu haben.

      „die für 19.10. anberaumte Hauptattacke ziemlich flott und erfolgreich laufen könnte?“

      Dass die Hauptattacke sehr, sehr flott gehen könnte, liegt durchaus im Bereich des möglichen, ebenso wie das Gegenteil, nämlich dass sie sich über viele Monate hinzieht. Die entscheidende, aber derzeit nur sehr schwer abzuschätzende Größe ist dabei, was die in Mossul mächtigen Stammesclans letztlich tun werden. Wenn sie sich gegen ISIS wenden, ist ISIS ruckzuck erledigt, stehen sie zum großen Teil weiter zu ISIS, wird die Befreiung von Mossul lang und blutig.

      „Und wie schätzt das Parteibuch die Gefahr ein, dass diese Freigestellten demnächst im Bereich Aleppo z. B. als zweite Front im Rücken der Regierungstruppen auftauchen könnten?“

      Selbst wenn es so sein sollte, dann machen diese paar international aktiven ISIS-Hanseln aus Mossul an den Aleppo-Fronten keinen großen Unterschied. Ich schätze mal, das würden dann, wenn überhaupt, kaum mehr als ein paar Hundert Mann sein, die dann die sicher mehrere Zehntausend Mann starken Terrorkräfte in der syrischen Provinz Aleppo verstärken würden. Ein Tropfen auf den heißen Stein. Die in Mossul wirklich mächtigen und starken lokalen Stammesclans, die da die Stärke von ISIS ausmachen, werden sicher nicht nach Aleppo kämpfen gehen.

      1. Wie gross der amerikanische EInfluss auf den IS ist darf tatsächlich bezweifelt werden.
        Der Abzug von IS-Kämpfern nach Al Rakka in Syrien ist aber eine Tatsache., dank saudischer Vermittlung und amerikanischer Toleranz.
        https://www.almasdarnews.com/article/us-saudi-arabia-grant-isis-terrorists-free-passage-mosul-syria-reports/

        Sogar das Rebelllensprachrohr berichtete darüber
        http://syria.liveuamap.com/en/2016/13-october-raqqa-10-buses-and-35-suv-chevrolet-with-iraqi

        So lässt sich eine „besetzte“ Stadt leicht erobern, wenn vorher ein solcher Transfer stattfindet.

        The Syrian Arab Army (SAA) is already combatting tens of thousands of Islamic State terrorists across the country; however, if this report proves true, the aforementioned terrorist group will receive a big boost in personnel near Palmyra and Deir Ezzor City.

  6. Wirtschaftliche Sanktionen oder Wirtschaftskrieg der Bankiers
    Die USA und der EU haben einen Krieg gegen Syrien, gegen den Iran und Russland ins Leben gerufen, der nicht seinen Namen sagt, nämlich den der »wirtschaftlichen Sanktionen«. Diese sehr gefährliche Taktik hat in den 1990er Jahren >1 Mio. Iraker das Leben genommen, ohne den geringsten Verdacht der westlichen Öffentlichkeit zu erwecken. Diese Taktik wird nun systematisch gegen Staaten umgesetzt, die sich weigern, sich der unipolaren Weltordnung zu unterwerfen (…) > http://www.voltairenet.org/article193749.html

    Man darf gespannt sein, welchen Spin die britische MI6 Hasbarabude SOHR über Mossul erdichtet …

    1. Profil

      „Man darf gespannt sein, welchen Spin die britische MI6 Hasbarabude SOHR über Mossul erdichtet …“

      Vermutlich keine. SOHR ist nur für Syrien zuständig. Aber intressant wird es, genau hinzuschauen, wie Al Jazeera, die saudische Massenpropaganda und regierungsnahe türkische Medien über Mossul berichten werden. Soweit ich das mitbekommen habe, gibt es Anzeichen, dass Al Jazeera Arabic sich faktisch auf die Seite von ISIS stellt, und versucht, eine sektierische Geschichte von bösen Schiiten und bösen ungläubigen Amis, die in Mossul arme unschuldige Sunniten massakrieren, zu etablieren.

    2. Profil

      hier ist noch ein aufschlussreicher Kommentar auf der englischsprachigen Webseite der dem saudischen Regime gehörenden Propaganda-Bude Al Arabiya – bei der Erwähnung der Befreiung von Mossul macht der für das saudische Regime tätige Propagandist Eyad Abu Shakr Anführungszeichen um das Wort „Befreiung“ – Ablehnung ausdrückende „Scare Quotes“ wie man das im englischen nennt:

      http://english.alarabiya.net/en/views/2016/10/17/The-tragedy-of-Aleppo-and-the-Syrian-people.html

      und ansonsten ist es recht lustig zu sehen, dass der für das saudische Regime tätige Propagandist mit Hillary Clinton plötzlich überhaupt nicht zufrieden ist, und das, obwohl das saudische Regime seit Monaten Unterstützung für HRC zusammenzutrommeln versucht.

  7. Zum Thema Stämme.

    Die DWN schreiben:

    “ Am Sonntag sind im irakischen Ninive die Führer von 400 irakischen Stämmen zusammengekommen, um ihre Solidarität mit der Türkei zu verkünden. Der irakische Premier Haidar al-Abadi und die Regierung in Bagdad hätten „dumm“ gehandelt. Al-Abadi hatte zuvor gesagt, dass die Türkei ihre Truppen aus dem Irak abziehen soll und sich nicht an der Operation auf Mossul beteiligen dürfe.

    Haber 7 zitiert die gemeinsame Erklärung der 400 Stammesführer: „Das irakische Regime hat seine Undankbarkeit erneut gegen jene Staaten unter Beweis gestellt und wieder dumm gehandelt statt die nationalen Interessen in den Vordergrund zu stellen. Wir, die Stammesführer des Irak, verkünden hiermit, dass wir den Beschluss des irakischen Parlaments, der gegen die Türkei, die die Iraker immer menschlich und militärisch unterstützt hat, beschlossen wurde, nicht anerkennen. Andere Staaten entsenden Milizen und Bomben in den Irak, doch die Türkei ergreift Partei für das irakische Volk und gegen den Terrorismus. Während die Einmischung anderer Staaten in die Angelegenheiten des Irak die Regierung in Bagdad nicht stört, behandelt die Regierung ausgerechnet die Türkei wie einen Feind.“

    Was sind das für 400, stehen die für eine große Mehrheit der sunnitischen Stämme, oder aus einem bestimmten Gebiet?

    1. andreas

      Danke für den Hinweis. Nach so einer Meldung hatte ich bereits gesucht.

      „Was sind das für 400, stehen die für eine große Mehrheit der sunnitischen Stämme, oder aus einem bestimmten Gebiet?“

      Man darf getrost davon ausgehen, dass das die Leute aus der Region Mossul und Tel Afar sind, die die wesentliche Kraft hinter dem extremistischen Phänomen sind, das das Rückgrat von Saddam Husseins Regime bildete, anschließend im Widerstand gegen die US-Besatzung als Al Kaida und Co auftrat und unter der Hand Mossul mit einer terroristischen Schattenregierung beherrschte und das heutzutage allgemein unter dem Kürzel ISIS bekannt ist.

      Ob, oder inwieweit diese Leute heute noch repräsentativ für die Stämme der Region Mossul und Tel Afar sind, ist die Gretchenfrage bei der gerade begonnenen Schlacht zur Befreiung von Mossul, deren Antwort von außen praktisch nicht abschätzbar ist. Was die Meldung jedoch nochmal glasklar verdeutlicht, ist, welches die Macht ist, die ganz besonders hinter der Stärke von ISIS und Co im Nordirak steht: die Türkei nämlich.

  8. Die Hasbara im zwangsgebührenfinanzierten deutschen Staatsfernsehen wird immer lächerlicher:

    Der Kampf gegen den IS sei am Ende ein ideologischer. Gewinnen werde man gegen die Terrororganisation nur, wenn man sunnitische Muslime besserstelle. Denn der IS behaupte, er sei der „Sachwalter der sunnitischen Muslime“. Erst wenn man „dieses Märchen“ aus der Welt räume, sei der IS auch tatsächlich besiegt, so Schwenck.

    http://www.tagesschau.de/ausland/schwenck-mossul-105.html

    Volker Schwenck und die ARD-Märchenschau versuchen, die Terrororganisation ISIS als Folge einer Unterdrückung von sunnitischen Muslimen darzustellen und so Sympathien für sie zu generieren. Je mehr Unterdrückung von Sunniten, um so stärker ist ISIS, versuchen sie dem verblödeten Publikum die absurde Hasbara schmackhaft zu machen.

    Wer meint die zionistische Mafia wohl, wer ihr das glaubt? Jeder, der mal einen Blick nach Libyen oder Afghanistan wirft, erkennt sofort, dass diese Behauptungen nichts als großer Unfug sind.

  9. Geht es so rasant weiter?
    So viele Truppen sind ja gar nicht da, um einen „Blitzkrieg“ durchzuziehen und abzusichern.
    Ob man bis zur Stadtgrenze einen oder fünf Tage braucht ist ja auch unerheblich.

    Ich hatte ja gesagt, dass der IS bezüglich der Wahl der Strategie derzeit auch etwas in der Luft hängt, vor der US-Wahl.
    Genauer geht es nicht nur um die Wahl, sondern um die Strategie, die die neue Ami-Führung verfolgen wird. Man muss ja unterscheiden zwischen den Sprüchen, gerade im Wahlkampf, und den tatsächlichen Handlungen.
    Man kann zwar erwarten, dass Killary die Konfrontation mit Russland vorantreibt und „Aufständische“, „Freiheitskämpfer“ aller Art mit schwersten Waffen versorgen wird. Aber wie genau, ist auch nicht klar, ich halte es für eher unwahrscheinlicher, dass sie ernsthaft eine „Flugverbotszone“ a la Libyen einzurichten gedenkt (die ja hier gegen UN-Votum und direkt gegen Russland gerichtet wäre).
    Die Frage wäre, wie modern die MANPADS sind, die die „Rebllen“ bekommen, etc.

    Insofern dürfte IS wohl versuchen, noch alle Möglichkeiten offen zu lassen.
    Umflaggung großer Teile der Truppen auf „Moderate sunnitische Unterdrückte, die für ihre Freiheit kämpfen“ oder noch besser gleich die lokale Kontrolle behalten.
    Oder „heroische“ Abwehrschlacht gegen alle Un- und Falschgläubigen, die das Kalifat, von Gott gewollt, angreifen.

  10. Was hat sich da wirklich abgespielt ?

    Euronews spricht von Erfolgen der Irakischen Armee und Sputnik von Selbstmordanschlag auf Irakische Soldaten – bei gleichem Videogrundmaterial ?

    Sputnik: Kämpfe um Mossul – Selbstmordattentäter tötet 70 Irakische Soldaten
    https://de.sputniknews.com/politik/20161017/312980967/irak-mossul-70-soldaten-bei-attentat-geteotet.html
    RT RUPTLY: Moment suicide bomber attacks Iraqi forces Mosul offensive

    Euronews: Sturm auf Mossul – Irakische Armee spricht von ersten Erfolgen

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