Putin sagt Reise nach Paris ab

Wie die russische Nachrichtenagentur Tass berichtet, hat der russische Präsident Putin am heutigen Dienstag Morgen eine für den Mittwoch nächster Woche geplante Reise nach Paris abgesagt, in deren Verlauf unter anderem ein Treffen mit dem französischen Präsidenten Hollande geplant war.

Zur Begründung verwies der Kreml darauf, dass der französische Präsident geplante gemeinsame Programmpunkte des Besuchs, darunter die Eröffnung eines russischen Kulturzentrums, aus Termingründen ohne Abstimmung mit der russischen Seite gestrichen habe. Der russische Präsident Putin habe vor der Reise von Anfang an erklärt, er würde zu einem Zeitpunkt nach Paris reisen, wo es Hollande genehm sei. Sollte Hollande ein Besuch zu einem anderen Zeitpunkt genehm sein, werde Putin erneut einen Besuch von Paris in Betracht ziehen.

Frankreichs Präsident Hollande hatte trotz des vereinbarten gemeinsamen Programmes am Sonntag im französischen Fernsehen erklärt, er wisse noch nicht, ob er sich mit Putin treffen wolle, und er frage sich, ob das hilfreich und notwendig sei, ob das Treffen dazu benutzt werden kann, Druck auszuüben, und ob er Putin stoppen könne, mit dem syrischen „Regime“ zu machen, was er macht, wobei er den russischen Anti-Terror-Einsatz in Syrien als ein „Kriegsverbrechen“ beschrieb. Der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault legte am Montag nach, Hollande würde es von der Situation in Aleppo abhängig machen, ob er Putin empfange, was ein offensichtlicher Versuch war, Putins geplanten Besuch in Paris dazu zu nutzen, Druck auf Russland auszuüben.

Damit hat Putin den Spieß umgedreht. Anstatt dass Hollande Putin damit unter Druck setzt, dass die Weltmacht Frankreich Putin nicht zur Audienz vorlässt, wenn Russland weiterhin Frankreichs Lieblingsterroristen von Al Kaida eliminiert, die Hollandes Ex-Außenminister Fabius zufolge „auf dem Boden einen guten Job machen,“ steht nun Hollande als jemand da, der mit seinen Provokationen dafür gesorgt hat, dass in Paris gegenwärtig keine Weltpolitik mehr stattfindet. Stattdessen darf Hollande nun wohl, wenn er für Frankreich Weltpolitik betreiben will, nächste Woche Mittwoch nach Deutschland fliegen, um sich in Berlin mit Putin zu treffen.

In London hat unterdessen das Parlament der Weltmacht über den Vorschlag des konservativen Ex-Ministers Andrew Mitchell diskutiert, syrische und russische Flugzeuge in Syrien mit britischen Defensivwaffen abzuschießen, um so Al Kaida und Konsorten vor der Niederlage in Aleppo zu schützen. Dass Britannien Krieg gegen Russland führt, wolle er aber nicht, sondern lediglich Russland konfrontieren, meinte Mitchell zu seinem Plan sinngemäß beschwichtigend weiter. Und außerdem soll das Parlament nicht die Regierung der Weltmacht Britannien dazu aufrufen, russische und syrische Flugzeuge abzuschießen, sondern die NATO. Sonderlich interssiert waren die britischen Abgeordneten an der Debatte zum Führen eines Angriffskrieges gegen Russland zur Rettung von Al Kaida in Aleppo allerdings nicht. Die Reihen waren im Parlament ziemlich leer.

Das nahezu leere Unterhaus zeigt, dass die ganze Debatte um einen Krieg gegen Syrien und Russland nicht mal von den britischen Politikern ernst genommen wird, ohne dass die USA den Krieg gegen Russland zur Rettung von Al Kaida und Konsorten in Syrien anführen. Da US-Präsident Obama dazu aber nicht mehr geneigt zu sein scheint, dürfte die Eskalation damit wohl erst wirklich gefährlich werden, falls Hillary Clinton, die ihren Sponsoren einen US-geführten Krieg gegen Russland und Syrien versprochen hat, demnächst US-Präsidentin werden sollte. Was bei der britischen Debatte dann rausgekommen ist, war, dass Andrew Mitchell außer zum Krieg gegen Russland aufzurufen, auch noch den bereits abgelehnten Vorschlag gemacht hat, Russland für die Eliminierung von Al Kaida in Syrien mit dem Entzug der Fifa-Fußballweltmeisterschaft 2018 zu bestrafen, und der konservative britische Außenminister Boris Johnson zu anti-russischen Demonstrationen vor der russischen Botschaft in London aufgerufen hat. Die Schatten-Außenministerin der von Jeremy Corbyn geführten Labour-Partei, Emily Thornberry, rief demgegenüber über die BBC dazu auf, dafür zu sorgen, dass die Jihadisten Aleppo verlassen, und dann ein Waffenstillstand geschlossen wird, was ziemlich genau das ist, was die syrische Regierung und Russland für Aleppo auch wollen.

In Aleppo selbst dürfte die wichtigste Nachricht des Tages gewesen sein, dass die syrische Regierung es endlich geschafft hat, für die rund eineinhalb Millionen Einwohner der von Al Kaida und Konsorten terrorisierten Stadt ein neues Internetkabel in die Stadt zu legen. Vom Anti-Terror-Kampf in Aleppo berichtete RT heute, dass die syrische Armee leichte Fortschritte in der Altstadt und im südlichen Stadtbezirk Sheikh Saeed mache. Die Luftwaffe unterstützte den Anti-Terror-Kampf in Aleppo Meldungen aus Aleppo zufolge auch heute, doch Sputnik berichtete, dass ein Vorankommen derzeit auch mithilfe der Luftwaffe schwierig sei, weil Al Kaida und Konsorten in Aleppo gezielt Zivilisten als menschliche Schutzschilde in ihre Frontstellungen verbracht hätten.

Das Militärmedienzentrum hat am heutigen Dienstag ein Video veröffentlicht, aus dem hervorgeht, wie nah die syrische Armee und die Quds-Brigade gestern an den Verkehrsknotenpunkt Jandul im Norden der Stadt herangekommen sind:

Dem Video nach zu urteilen, liegt der Verkehrsknotenpunkt Jandul, anders als mehrfache vorherige Meldung von seiner Einnahme durch die Armee nahelegen, gegenwärtig im Niemandsland zwischen der Armee und Terroristen.

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20 Gedanken zu “Putin sagt Reise nach Paris ab

  1. Bisher hat die SAA erst die Erhebungen genommen und dann die tiefergelegenen Dörfer, südlich von Handarat hat man das wohl anders gemacht, damit standen die Terroristen wohl über den Kreisverkehr, so genannte Feuerkontrolle.
    Bei der vielen Propaganda bin ich nicht schlau geworden: Ich gehe davon aus, das Putin sich die Einweihung der Kirche nicht nehme lässt, also nach Frankreich reist, nur finden keine offizielle Gespräche statt, stimmt das etwa so?

    1. „Ich gehe davon aus, das Putin sich die Einweihung der Kirche nicht nehme lässt, also nach Frankreich reist, nur finden keine offizielle Gespräche statt, stimmt das etwa so?“

      Das geht ja nun gar nicht, als Präsident vom Präsidenten des kleineren Landes nicht empfangen zu werden und trotzdem hinzufahren.
      Da bietet es sich ja geradezu an, eine neue Strophe vom Lied des „isolierten Putins“ als Wahrheit zu pressen.

  2. ….scheint gefährlich zu werden, für die „westliche Wertewelt“……

    …denke, es wird mit der Befreiung Ostaleppos, eine „Propaganda-Niederlage“; Ersten Grades geben….. man wird auf den Laptops, der „US-Zionisten-Terroristen“; sehr viele Daten finden……

    ….aber noch interessanter wird werden, wenn das gefangene Gesindel des CIA, NATO usw., der Weltöffentlichkeit vorgeführt wird….. wie im Donbass 2014….

    …die Franzosen, sowie Engländer, sowie die vsa; haben da ja ALLES, zu verlieren…..
    ….bin neugierig, auf entsprechende Bilder, aus Damaskus…. ???
    ….sonst würden doch die Zionisten-Puppen, in Frankreich und England, nicht so schreien….
    …WAS, haben diese „Diener“ der CITY of London, zu verbergen……

    ….da ihre Reaktionen, immer kopfloser werden, ist es offensichtlich, RUS, hat das von den Nordamerikanischen Ostküsten-Gesindel, erschaffene Islamistische Gesindel, um die Dollarherrschaft zu erhalten, sowie die Herrschafft, der Zionisten, möglichst weltweit zu erhalten, oder auf RUS und CHIN auszudehnen,

    …MILITÄRISCH STOPP, gesagt, wie in der Ukraine…… da CHIN, dahintersteht, können sie nichts mehr machen……

    ….der Traum, der Zionisten, als NEOCONS getarnt, die Gesamte Welt zu übernehmen, ist damit ausgeträumt……. das west-gesindel, in der eu oder bäh-er-däh, interessiert nicht…

    …..egal, wer in den vsa „gewinnt“, Ostaleppo wird befreit und damit sind ALLE PLÄNE, der us-Zionisten-Terroristen, begraben…..

    Gruß Yorck, Fränzelsmühle

    1. Nein, sind sie nicht, die Pläne. Politiker mögen dümmer als 3 Meter Feldweg sein, die Planungsstäbe sind es aber nicht. Und das offensichtliche ist meist nicht der Plan.

      Ein Beispiel: Russland ist jetzt aus der Reserve gelockt und engagiert sich militärisch. Die Regierung hat versucht, dieses Engagement so klein und kurz wie möglich zu halten, sind nun aber gezwungen, sich erheblich und langfristig in die Schlacht zu werfen.

      Was bedeutet das jetzt und in der Zukunft? Kann Russland hinter den in Syrien gesetzten Standard in anderen Teilen der Welt, bei anderen Konflikten zurückstehen? Ich denke, dass genau dieser Gedanke einer der Treiber der ursprünglichen Zurückhaltung war. So wie früher das Wettrüsten, kann jetzt der Militäreinsatz Russlands als ökonomisches Druckmittel gebraucht werden. Russland hat, anders als die USA, keinen Haufen williger Kolonien in einer Organisation (NATO), die entweder mitbomben, oder zumindest zahlen (BRD).

      Also ist jetzt und in absehbarer Zukunft ein indirekter „war of attrition“ möglich, weil Russland in Syrien sozusagen geblinzelt hat, nachdem sie das Pokerface in der Ukraine noch bewahrt haben. Man darf damit rechnen, dass jetzt „Terror“ in den islamischen ehemaligen Sowjetrepubliken vermehrt auftritt und wie gerufen wurde aktuell ja auch IS Warnungen (also Anschlagsankündigungen) für Kirgisien oder so ausgestoßen.

      Und das ist nur ein Szenario. Auch scheinbare Niederlagen können kalkulierte Mittel sein, um bestimme Entwicklungen anzustoßen. Wie z.B. dass aufgrund der „peinlichen Niederlage“ in Syrien, die amerikanischen Streitkräfte neu umgruppiert werden müssen um „jetzt nicht auch Asien und Afrika zu verlieren“, oder so was. Syrien ist auf jeden Fall als Gegner Israels für lange Zeit ausgeschaltet. Selbst bei einem „Sieg“ wird es sehr lange dauern, den Wiederaufbau unter der ständigen Drohung terroristischer Anschläge hinzubekommen. Siehe Libanon damals.

      1. @De profundis

        „Syrien ist auf jeden Fall als Gegner Israels für lange Zeit ausgeschaltet.“

        Israel wird es auch sein. An der Zwei-Staaten-Lösung und Lösungen für die völkerrechtswidrig besetzten syrischen Golan-Höhen führt kein Weg vorbei. Ich hab‘ inzwischen ein gutes Gefühl, dass ich dieses, was ich nie für möglich gehalten hätte, noch erlebe.

      2. H. Meier

        „Israel wird es auch sein. An der Zwei-Staaten-Lösung und Lösungen für die völkerrechtswidrig besetzten syrischen Golan-Höhen führt kein Weg vorbei.“

        Doch, die Einstaatenlösung. Das ist im Grunde ganz einfach: alle Menschen da, gleich welcher Religion, bekommen gleiche Rechte in einem säkularen Staat, und wer demokratische Wahlen gewinnt, bestimmt die Regierung. Ja, ich weiß, das ist ein Albtraum für Zionisten, denn ein säkularer Staat wäre das Ende des zionistischen Rassetraums von Israel, aber im Grunde hatte dieser Flecken Land schon seit vielen Jahrhunderten oft viele Immigranten aller abrahamitischen Religionen. Und schlechter machbar als eine Zwei-Staaten-Lösung ist es auch nicht, insbesondere wenn man bedenkt, dass eine Zweistaatenlösung das Apartheid-Problem nur auf zwei Staaten verteilen, aber nicht lösen würde.

      3. Mag sein, dass es in der Syrischen Republik auch nach dem Sieg über den US-geführten religiös getarnt kapitalistisch-faschistischen Terror noch ständige Drohungen geben wird, mag sein, dass es Anschläge geben wird, doch bereits Tschetschenien konnte nach dem Sieg über den US-geführten Wahhabi-Terrorismus dennoch in kürzeszer Zeit neu aufgebaut worden und dass terroristisch-imperialistische Propagandaverbrecher sich heute auf jeden Zimmerbrand stürzen müssen, um von dort noch negativ berichten zu können zeigt, dass Washingtons rechtsextremistisch-destabilisierender Wahhabi-Terrorismus im Kaukasus derzeit chancenlos ist. Die etwa zwei Millionen Menschen dort haben sehr schmerzhaft gelernt, dass die der eigenen Kredit- und Kriegsindustrie gemeint ist, wenn Washingtons Westen von Freiheit spricht.

        Damals bestand der Schlüssel zum Frieden darin, die Washingtons hinter islamisch getarnt saudisch-wahhabitischer Maske im russischen Kaukasus terroristisch operierender CIA wegen der Unzufriedenheit viel Zustimmung eingebrachte zuvor betriebene Politik der Marginalisierung der Bevölkerung zu beenden und durch die heutige Politik spürbarer Wertschätzung zu ersetzen.

      4. ….liber De profundis, Sie müssen mal die Strategie, sehen, zu einer mulipolaren Welt zu kommen, die ist langfristig angelegt….

        Ich beziehe mich auf 2 Artikel, heute in SPUTNIK erschienen, der Erste, Aussage eines Russischen Politikers….

        „Parlamentarier: US-Monopol im Nahen Osten endete in einer Katastrophe“

        Mehr: https://de.sputniknews.com/politik/20161012312912728-us-monopol-naher-osten/

        Auszüge: „In über 20 Jahren haben die USA im Nahen Osten laut einem Mitglied des Oberhauses des russischen Parlaments, Alexej Puschkow, ausschließlich bedauerliche Ergebnisse erzielt. Nun werde ihrer Monopolstellung mittels der unbefristeten Stationierung der russischen Luftwaffe in Syrien ein Ende gesetzt……

        Puschkow zufolge wurde durch das neue Abkommen das US-Monopol auf die militärische Präsenz in der Region zerstört. Dieser Schritt sei außerdem absolut berechtigt.“

        …..DIE MONOPOSTELLUNG, der vsa; WURDE zerstört……

        Der Zweite Artikel….

        Zerwürfnis mit Moskau: „Die Syrien-Krise ist ein Stein am Hals des US-Einflusses“

        Mehr: https://de.sputniknews.com/politik/20161012312916701-syrien-stein-hals-us-einflusses/

        ….erschienen von einem Analysten…

        „Russland hat die atlantische Weltordnung herausgefordert. Die aktuelle Eskalation hängt damit zusammen, dass die Positionen der USA im Nahen Osten schwächer werden. Die Syrien-Krise stört den US-Einfluss, weshalb Washington Moskau unter Druck setzt, wie die russische Onlinezeitung vz.ru in einem Kommentar feststellt.

        „Russland und der Westen sind seit Sommer 2013 auf dem geopolitischen Kriegspfad – also seit dem Fall Snowden und der ausgebliebenen US-Attacke auf Damaskus. Alles Weitere, einschließlich der Ukraine, der Krim, der Sanktionen und des russischen Syrien-Einsatzes, war nur eine Folge und eine Fortentwicklung des damals begonnenen Konflikts……..“

        „Doch Russland, China und die ganze Menschheit haben keine plausible Alternative.“

        …denke, damit ist ALLES gesagt…. Russland, ist NICHT ALLEINE; wie die „superhelden“, von der Ostküste dachten….. warum baut China am Horn von Afrika, eine grosse Militärbasis ????

        …hier noch ein „Schmankerl“, von einem vs-general, wie er Russland, China, dem Iran usw. droht, in Deutscher Übersetzung…
        US General garantiert China, Russland & Iran vernichtenden WW III

        ….die Antwort, an den Verbrecherstaat vsa wird kommen, aber anders als sie es sich vorgestellt haben…..

        In Russland hagelt es Interkontinentalraketen
        Mehr: https://de.sputniknews.com/technik/20161012312919405-russland-raketenstarts/

        Wlaimir Putin, ist nicht Gorbatschow, Yeltzin, oder Ghaddafi….

        Gruß Yorck, Fränzelsmühle

      5. @Parteibuch

        „Doch, die Einstaatenlösung.“ Wie soll dieser eine Staat nach Meinung vom Parteibuch heißen?

        Ich habe von solchen Szenarien gehört – von beiden Seiten. Und ich halte nichts davon. Sich prügelnde kleine Kinder trennt man erst einmal. Ich hoffe, dass versteht jetzt niemand abwertend, sondern realistisch und pragmatisch. Das Kriegsbeil muss begraben werden.

      6. H. Meier

        „Wie soll dieser eine Staat nach Meinung vom Parteibuch heißen?“

        Das würde ich nicht so wichtig finden. Was neutrales wie Westjordanland wäre denkbar, ein Kunstwort wie Isratine genauso, aber auch Jerushalim auf hebräisch und Quds auf arabisch oder Israel auf hebräisch und Filistin auf arabisch. Aber auch Israel oder Palästina wären für mich OK, darüber könnte ja verhandelt werden, womit der Name ein Teil des Verhandlungsgegenstandes würde.

        „Und ich halte nichts davon. Sich prügelnde kleine Kinder trennt man erst einmal.“

        Das Probelm ist, dass es sich da nicht um Kinder handelt, die sich so einfach trennen lassen. Zur Trennung der Gruppen wären recht massive Bevölkerungstransfers (israelische Araber nach Palästina, israelische Siedler nach Israel) notwendig, die aber eigentlich auch kaum jemand wirklich will, geschweige denn, dass es gegenwärtig so aussieht, als ob sie sich jemals durchsetzen ließen.

        Praktisch aber spielt es erstmal sowieso keine Rolle, ob eine Ein- oder Zwei-Staatenlösung angestrebt wird. Beides ist im Moment nicht durchsetzbar, womit nur bleibt, Stück für Stück für die Rechte der Entrechteten einzutreten, etwa das Ende der Hauszerstörungen, die Beendigung der Zwei-Klassen-Justiz, insbesondere im besetzten Westjordanland, wo ganz offiziell über Nicht-Juden nach Militärrecht und über Juden nach Zivilrecht geurteilt wird, gleiche Wasserverteilung für Juden und Nicht-Juden, Wahlrecht für Palästinenser in besetzten Gebieten zur Knesset, und so weiter und so fort.

        Und um so etwas durchzusetzen, bedarf es natürlich Druck, insbesondere internationalen Druck, denn freiwillig schaffen die Israelis ihr Apartheidsystem nicht ab.

      7. @Parteibuch

        „Aber auch Israel oder Palästina wären für mich OK, darüber könnte ja verhandelt werden, womit der Name ein Teil des Verhandlungsgegenstandes würde.“

        Ich sehe Jahrhunderte von Diskussionen vor meinem geistigen Auge, die es unbedingt zu vermeiden gilt. An einer Trennung führt kein Weg vorbei. Bevölkerungstransfers halte ich für ein vorgeschobenes Argument, insbesondere wenn es von denen käme, die nicht mit der Wimper zucken, durch einen Krieg gegen Syrien und eine bewusst ausgelöste Migration als Kriegsmittel Millionen Menschen heimatlos zu machen.

        Noch eine ganz pragmatische Frage: Hält das Parteibuch einen Staat Palästina und einen Staat Israel jeweils wirtschaftlich für überlebensfähig ohne die Transferleistungen der bisherigen Jahrzehnte?

      8. H. Meier

        „Hält das Parteibuch einen Staat Palästina und einen Staat Israel jeweils wirtschaftlich für überlebensfähig ohne die Transferleistungen der bisherigen Jahrzehnte?“

        Ja. Nur würde die Wirtschaft ohne Transferleistungen eben schrumpfen.

  3. Re: Gross-Britannien
    In dem am 08.10.16 auf Moon of Alabama > http://www.moonofalabama.org/ veröffentlichten Artikel »A Desperate Obama Administration Resorts To Lying And Maybe More« ist folgendes zu lesen: »The MI-6 disinformation outlet SOHR in Britain, which quite reliably notes every claimed casualty and is frequently cited in „western“ media“« … Den übersetzten Artikel »Eine verzweifelte Obama-Administration greift zu Lügen und vielleicht noch mehr« gibt es hier > http://www.antikrieg.com/aktuell/2016_10_09_eineverzweifelte.htm mit dem treffenden Zitat, auf dessen Quelle man sich zukünftig also berufen kann: »Die MI6-Desinformationsstelle SOHR („Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“) im Vereinigten Königreich, die sehr verlässlich jedes behauptete Opfer meldet und häufig in den „westlichen Medien“ zitiert wird« …

    MI6-Desinformationsstelle SOHR (Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte) in GB – besser kann man alle Infos nicht auf den Punkt bringen. Ergänzen könnte man, dass es sich um eine One-Man-Show handelt und implizit die SOHR öffentlich als Tarnorganisation identifiziert.

    Das mit dem Entzug der Fifa-Fußballweltmeisterschaft 2018 ist ja inzwischen ein abgenagter Knochen; die CoL, mit ihrem russophoben Habitus ist sehr daran interessiert, diese anstatt auszurichten. Auch aus Prestige- und v.a. monetären Gründen. Sie wollen/brauchen die FIFA-Millionen.

  4. Neues aus der Matrix zur Ergänzung

    Beide verlinkte Artikelinhalte stehen für die Befürchtung dessen, was nach der vorstellbaren Niederlage ihres 2011 angezettelten Terrorkrieges in Syrien vom sog. Wertewesten an Propaganda derzeit vorbereitet und in sämtliche Medienkanäle gepumpt werden wird. Eine Übersicht liefert der Artikel »Washington und Paris beleben die Propaganda gegen das Regime von Baschar wieder«, Teil 8 der Serie Tagebuch des Wandels der Weltordnung > http://www.voltairenet.org/article193623.html Nachfolgender Artikel-Link, zu einer einstmals seriösen Wirtschaftszeitung, ist ein einleitender Vorgeschmack der Propaganda-Umsetzung > http://www.handelsblatt.com/politik/international/russlands-einsatz-in-syrien-hollande-droht-putin-mit-kriegsverbrechen-klage/14668934.html.

    re GB: Die russische Investmentbank VTB will vor dem Hintergrund des Brexit ihr europäisches HQ aus London in eine andere EU-Hauptstadt verlegen > https://de.sputniknews.com/panorama/20161011312897254-brexit-vtb-zentrale-london/

  5. Sehr geehrtes Parteibuch, in der vor Kolonialen Zeit, haben viele Jüdische Geister, die Einstaaten Lösung, als das einzig Menschliche Projekt gesehen und das Scheitern des Jüdischen Kolonialismus voraus gesehen. .
    Vor 1947 waren viele führende jüdische Intellektuelle überzeugt, dass ein binationaler Staat auf partnerschaftlicher Grundlage gebildet werden könnte. Einer der prominentesten frühen Vertreter dieser Idee war der bekannte jüdische Theologe Martin Buber. Im Jahre 1947 schrieb er: „Wir beschreiben unser Programm als das eines binationalen Staates, d.h. wir beabsichtigen eine Sozialstruktur auf der Grundlage zweier zusammenlebender Völker […] Das ist es, was wir brauchen, nicht einen ‚jüdischen Staat‘; denn ein Nationalstaat in einer riesigen, feindlichen Umgebung könnte absichtlicher nationaler Selbstmord bedeuten.“ Als der Staat Israel im Jahre 1948 die Unabhängigkeit erlangte, akzeptierte Buber ihn jedoch als ein positives Ergebnis des Zionismus.

    1. „Vor 1947 waren viele führende jüdische Intellektuelle überzeugt, dass ein binationaler Staat auf partnerschaftlicher Grundlage gebildet werden könnte.“

      Das ist das typische Verhalten.
      Zuerst machen sie auf lieb und gut. Wir bringen euch … zB Demokratie. Alle werden profitieren.

      Wenn sie aber einmal das Vertrauen gewonnen haben, dann zeigen sie ihr wahres Gesicht.

      Putin nannte das „süsse Reden“
      oder
      siehe Obama, denke die meisten hatten Hoffnung auf Besserung mit ihm. Jetzt stehen wir kurz vor einen 3ten WK durch ihn

      Wir sehen doch in unseren Land was für eine Demokratie wir haben und wie gut wir wahrhaft sind. Lohndumping , Bashing, Korruption, Manipulationen …. könnte weiter aufzählen bringt aber nichts.

      Das Problem liegt Hierzulande und es wird in die weite Welt hinausgetragen. Solange sich Hierzulande nix ändert ändert sich nichts in dieser Welt

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