Fortschritte im Zentrum von Aleppo

Am gestrigen Dienstag sind der syrischen Armee und ihren Partnern unmittelbar nordwestlich der Zitadelle im Zentrum von Aleppo nennenswerte Fortschritte im Kampf gegen von Al Kaida geführte Terroristen gelungen.

Wie die syrische Nachrichtenagentur SANA mitteilte, haben Einheiten der Armee den Bezirk Farafira vollständig unter Kontrolle gebracht. Inoffiziell wurde außerdem berichtet, dass die syrische Armee auch im naheglegenen Bezirk Aghyol im Zentrum Aleppos etwas vorangekommen ist.

Auf einer Karte von ganz Aleppo sehen die Fortschritte vom Gebiet her klein aus, doch handelt es sich dabei um Altbau-Gebiet, wo der syrischen Armee seit Jahren jeder Meter Fortschritt schwerfällt, weil die syrische Regierung da nicht nur den Terrorismus eliminieren, sondern auch möglichst viel von der empfindlichen historischen Bausubstanz, die der Stadt Aleppo ihren unverwechselbaren Charakter gibt, retten will, und die syrische Armee deshalb in den dicht bebauten Gassen der Altstadt von Aleppo kaum schwere Waffen zum Einsatz bringen kann.

Schaut man sich diese Fortschritte der syrischen Armee im Zentrum von Aleppo auf einer Detailkarte an, so drängt sich die Vermutung auf, dass das taktische Ziel der syrischen Armee in der Altstadt ist, sämtliche Gebiete nordwestlich einer gedachten Linie zwischen Zitadelle und der wenige Meter weiter nordöstlich gelegenen Hanano-Basis durch gleichzeitig von allen Seiten erfolgende Bodenoperationen unter Kontrolle zu bringen. Die Terroristen hatten da in ihrer Front in der Altstadt eine kleine Nase gen Westen, und diese Nase dürfte die syrische Armee nun nach vier Jahren Terrorherrschaft wieder unter Kontrolle bringen.

Möglich wurde das Vorrücken der Armee dadurch, dass die von Terroristen beherrschten Bezirke Ost-Aleppos inzwischen nahezu völlig menschenleer sind und auch die Anzahl der Terroristen in Ost-Aleppo inzwischen recht niedrig ist, jedenfalls im Verhältnis zu der langen Front, die sie in Aleppo halten wollen. Der russische Botschafter bei der UNO sagte am Sonntag in seiner Rede im UNO-Sicherheitsrat, in den umzigelten Gebieten Ost-Aleppos gebe es gerade einmal noch rund 3500 Terroristen.

Die Schwierigkeiten der in Aleppo umzingelten Terroristen, ihre für ihre geringe Personalstärke viel zu großen Gebiete und viel zu langen Fronten in Aleppo zu halten, werden dadurch verstärkt, dass die syrische Armee und ihre Partner nicht nur an der Front im Zentrum Aleppos attackieren, sondern seit Tagen gleichzeitig Offensiven an der Peripherie führen, etwa in Amiriyah und Sheikh Saeed im Süden Aleppos und im Bezirk Camp Handarat weit im Nordosten Aleppos. Vorstadtbezirke wie Amiriyah, Sheikh Saeed und Camp Handarat bieten den Terroristen zwar anders als die historische Altstadt keinen Schutz gegen die schweren Waffen der Armee, doch ihre Kontrolle ist für die Terroristen absolut notwendig, wenn sie sich die Hoffnung darauf erhalten wollen, dass der Ring der Armee um ihre Bezirke von Aleppo noch einmal gebrochen werden kann. Die Terroristen in Aleppo dürften also vor dem Dilemma stehen, welche Fronten sie möglichst stark halten wollen, und welche sie soweit ausdünnen, dass Durchbrüche der syrischen Armee und ihrer Partner nicht ausgeschlossen sind.

Für die syrische Armee dürfte der Fall hingegen klar sein, dass sie die Terroristen lieber in der Peripherie Aleppos als in der historischen Altstadt von Aleppo sieht. So erklärt es sich vermutlich auch, dass die syrische Armee sich aus dem Bezirk Camp Handarat nach seiner Befreiung unter dem Druck einer Gegenoffensive von Terroristen überraschend wieder zurückgezogen hat, und es erklärt auch, warum die Armee in den Bezirken Sheikh Saeed und Amiriyah zwar kämpft und gelegentlich etwas vorrückt, aber die Bezirke nicht einnimmt, obwohl die Terroristen auch da längst viel zu schwach sind, um die menschenleeren Bezirke gegen einen entschlossenen Angriff der Armee zu verteidigen.

Mit einer Sprengung des Ringes der Armee um die Terroristegebiete in Aleppo ist ohnehin nicht mehr zu rechnen. Selbst Al-Kaida-Führer Muhaisny, dessen Großoffensive zur Sprengung des Belagerungsringes im August mit Pauken und Trompeten – und unter hohen Verlusten – gescheitert ist, hat sich inzwischen an die Front im Norden der Provinz Hama aufgemacht, was zum Ausdruck bringen dürfte, dass auch er keine Chance mehr sieht, den Sieg der syrischen Armee und ihrer Partner in der nunmehr über vier Jahre andauernden großen Schlacht um Aleppo zu verhindern, die allgemein als kriegsentscheidend angesehen wird.

43 Gedanken zu “Fortschritte im Zentrum von Aleppo

  1. V orsicht, wenn die USA wiederum einen „irrtümlichen“ Luftangriff auf die SAA in Aleppo starten könnten.

    1. biersauer

      Da müssten die USA dann auch damit rechnen, dass ihr Flieger dabei irrtümlich von einer russischen S-400 Rakete vom Himmel geholt wird.

      Und mit einem Luftangriff können die USA da ohnehin nichts reißen, die Kräfte der syrischen Armee und ihrer Partner dürften im Raum Aleppo an die 100k Mann gehen. Da bräuchte es eine monatelange Kampagne, um die aus der Luft entscheidend schwächen zu können. Nur, das geht eben auch nicht so einfach, weil es in Nordwest-Syrien sehr leistungsfähige russische Flugabwehrsysteme gibt, die gerade noch mit einer Flugzeugträgergruppe verstärkt werden. Wenn die USA das doch versuchen wollen, bedeutet das (einen umfänglichen direkten) Krieg gegen Syrien und Russland, wie US-Stabschef General Joseph Dunford gerade dem von der Israel-Lobby preisgekrönten Al-Kaida-Freund John McCain im Kongress erklärt hat.

      1. Hallo.

        Das war nicht McCain sondern Senator Roger Wicker dem der General auf die Frage nach der Kontrolle des syrischen Luftraums so geantwortet hat.

        Gruß

      2. Wenn bis zur Rolleneinführung des neuen Lakaien der in Washington herrschenden Kredit- und Kriegsindustrie bereits Siegesfeiern des syrischen Volkes und Wiederaufbauarbeiten bombardiert werden müssten, um zu behaupten, die Rebellenoppositionsterroristen zu retten, wäre das auch für unsere Friedensinteressen wohl sicher nicht das Schlechteste.

  2. Viele kleine Erfolge addieren sich über die Zeit auch auf. In einem Kessel ohne Luftnachschub zermürbt es, wenn jeden Tag eigene Kräfte fallen oder verletzt werden. Die Vorräte begrenzt sind und weniger werden. Das Gebiet kleiner wird. Sie sich jeden Tag fragen müssen, warum sie ausharren und nicht mit ihren Kleinwaffen über die Castello-Straße abrücken.

    Andererseits reden wir immer noch häufig um gerade mal 2 bis 10 km, welcher der Umzingelungsring hat. Es gibt viele militärische Szenarien, wie in einem halben Jahr der Ring noch einmal richtig durchbrochen werden könnte.

    – Die Rebellen bekommen eine Luftabwehr und viel mehr moderne Waffen. (Afghanistan-Szenario)
    – Die Türkei maschiert von Al Bab nach Aleppo.
    – Die NATO versucht noch mal ein Libyen- oder Kosovo-Szenario.

    Sowohl über die Türkei wie Jordanien gibt es nach wie vor Nachschub. Die Golfstaaten zahlen auch weiter. Zudem operieren irgendwo Spezialeinheiten oder Ausbilder der USA, GB und Frankreich. Offiziell kämpfen sie zwar gegen ISIS. Doch noch haben sich die Staaten nicht vom Regime Change verabschiedet.

    Noch haben die Rebellen Hoffnung. Sie hoffen auf mehr Unterstützung. Doch welche Hoffnungen haben die Regierungen der NATO-Staaten und der Golf-Staaten? Noch setzten sie weiter auf die militärische Karte zum Regime Change. Doch wird der Einsatz für sie nicht langsam sehr hoch? Es soll ja auch vorkommen, dass in anderen Staaten die Regierung ausgewechselt wird. In Demokratien geht das unblutiger. In Monarchien gibt es mit Frankreich und Russland auch zwei Staaten, welche als Beispiel herhalten könnten 🙂

  3. Aus dem letzten Bezirk in Homs dürften die Islamisten ja in den nächsten Tagen freiwillig abziehen. Ist bekannt wieviel Soldaten und Hilfstruppen dadurch frei werden?
    Bei Darayya sollten ja kurz davor ca. 3500 Truppen freigeworden sein.

    1. Bohnennase

      Mit Waer sind sicher nicht viele Truppen der Armee beschäftigt, das ist ein kleines, gut mit Betonmauern abgrenztes Gebiet.

      Ich würde sagen, da sind vielleicht Hundert oder ein paar Hundert Soldaten im Einsatz. Aber dahinter stehen wohl einige mehr Homser NDF, und von denen könnten dann sicher mehr weiter nördlich Richtung Talbiseh und Houla zum Einsatz kommen und die Armee dort entlasten, sodass durch die Kapitulation der Terroristen in Waer am Ende indirekt vielleicht doch 500 Soldaten oder so für neue Aufgaben frei werden.

  4. Das mediale Gejaule der NATO Ziopresse in Deutschland geht gerade täglich quer über alle Kanäle, vom TV, Radio, Internet bis zum Printgewäsch. Rund um die Uhr. Man kann das als Indikator für die totale Frustration der Zio-Achse werten, deren lange aufgebaute Jewhaddisten-Brut gerade im Hagel der TOS-1 thermobarischen Raketen und Bunkerbrecher KAB-500 verglühen.

    Offenbar ist es doch nicht mehr so einfach, schlagkräftige Jewhaddisten für die Sache Tel Avivs zu rekrutieren. Masse wird man aus den Koranschulen noch als Schlachtvieh herankarren können, aber schlagkräftige und erprobte Kämpfer gibt es wohl mehrheitlich nur noch als verwesende Kadaver in Verwandlung zu syrischer Erde. Da wundert es nicht, wenn die westliche Zio-Achse offen und verdeckt mit eigenen Spec-OPs reingeht und deshalb frustriert ist, weil die genauso der totalen Luftüberlegenheit und dem erbarmungslosen Bombardement ausgeliefert sind. Auch die werden gerade mit gegrillt. Das tut natürlich in den Planungsstäben sehr weh, denn auch in Europa, den USA und Israel wachsen Elitesoldaten nicht auf Bäumen. Deswegen verstehe ich das Geheule von wegen Kinder, Krankenhäuser, Aushungern, Bunkerbrecher vor denen man sich nicht mal in Kellern schützen kann, Barbarisches russisches Bombardement, Putin der Erfüllungsgehilfe und anderen Bullshit von SpOn bis ZON …sehr gut.

    Hehehe. Mein Mitleid hält sich enorm in Grenzen, wenn ich die Bilder vom Schlachthaus des IS zum Islamischen Opferfest vor zwei Wochen mir ins Gedächtnis rufe, wo Gefangene an Fleischerhaken gefesselt wurden und wie Schafe im Schlachthaus geschächtet und Enthauptet wurden. Die Schlächter wateten dabei bis zu den Knöcheln im Blut der Menschen. Brennen sollt ihr Jewhaddis! Dieser Tod ist für die immer noch zu human, gemessen an den Enthauptungen selbst bei Kindern, wie zuletzt bei dem palästinensischen Jungen durch die Nuri-Al-Zengi „Moderaten“ von Kerry und Obama. Da bin ich sehr gelassen, wenn die jetzt Russland drohen. Die Ami-Mörder und Ihre Zio-Master aus Tel Aviv können jetzt nur noch den 3. WK auslösen, … wenn die das vorhaben, kann die eh nichts mehr aufhalten, so dass Russland stoisch einfach alles abräumt was das sich in Ost Aleppo am Boden tummelt. Gut so!

  5. Die Amis drohen ja grade damit die sog. Verhandlungen oder was immer die auch darunter verstehen platzen zu lassen wenn die Operation in Aleppo nicht gestoptt wird.

    Verstehe ich das richtig als „Wir haben es immerhin diplomatisch versucht..“ wenn die Syrer, Iraner und Russen mit Aleppo durch sind?

    1. Stiller Leser

      Die US-Drohung, mit Russland in Bezug auf Syrien nicht mehr zu reden, kann man etwa so übersetzen:

      Wir haben da einen Proxy-Krieg angefangen, den wir nicht mehr gewinnen können, weil der uns entglitten ist. Und wenn unsere Proxies den Krieg jetzt verlieren, stellen wir uns in die Ecke und schmollen und reden mit Euch nicht mehr.

      1. Genauso habe ich das auch interpretiert.

        Wir haben ein Böckchen. und hoffen mal, dass wir mit unserem Verhalten den Eindruck vermitteln, dass wir eigentlich bestimmen, wo es lang geht und wir die volle Kontrolle haben und den Gegner mit unseren Drohungen ganz doll einschüchtern.

  6. Ich frage mich schon lange, warum dem strategisch so bedeutsamen Flughafen von Aleppo kein größerer Sicherheitspuffer vor den Terroristen im Zentrum Ostaleppos geschaffen wird. Ist nicht jeden Flug durch Granat/Raketenbeschuss bedroht? Das sieht nach 1-2 Kilometern von Landebahn bis Nusra-Gebiet aus…

    Dass man die Terroristen in Handarat und im Süden binden will klingt sehr logisch. Aber nur, wenn man im selben Zug die Kontrolle zwischen Zitadelle und Flughafen herstellt.

    Konkretere Frage:
    Kann sich jemand vorstellen, dass es ein Abkommen zwischen syrischem Staat und Terroristen gibt, wonach der Flughafen nicht beschossen gegen z.B. eine gewisse Zurückhaltung der Armee an anderen Fronten? Er sieht jedenfalls sehr vulnerabel aus und die hauchdünne Straßenverbindung zur Versorung von über einer Million Aleppinern macht die Exponierung des Flughafens auch nicht verständlicher.

    1. @malkaye_

      Der Flughafen ist weit genug von den Terroristengebieten weg, dass sie da mit Handwaffen wie AKs und selbstgebastelten Hellfire-Kanonen nicht rankommen. Der An- und Abflug nach Aleppo erfolgt von/nach Osten, in steilem Sinkflug, um nicht von ISIS-Terroristen abgeschossen zu werden.

      Mit gewöhnlicher Artillerie kann der Flughafen praktisch von ganz Aleppo aus beschossen werden, und das wurde er schon häufig. Flugzeuge wurden dabei auch schon getroffen, allerdings am Boden, was jeweils zu Sachschäden führte.

      Die Verteidigung der syrischen Streitkräfte besteht darin, Feuerpositionen schwerer Waffen durch Gegenfeuer zu unterdrücken, und die schweren Waffen von Terroristen nach Möglichkeit zu zerstören, wo immer sie sind. Die Terroristen wissen, dass die syrische Armee harsch reagiert, wenn sie den Flughafen mit Granaten beschießen. Das ist der Deal: wer den Flughafen beschießt, wird besonders energisch bekämpft.

      Oft wird der Flughafen trotzdem beschossen. Um das zu unterbinden, muss ganz Aleppo vom Terror befreit werden.

    2. Auf dem Flughafen ist schon lange kein Flugzeug mehr gelandet. Eben weil Flugzeuge im Landeanflug ein leichtes Ziel darstellen.

      1. Reisender

        Stimmt. Meine Information ist arg veraltet gewesen aus der Zeit nach der Wiedereröffnung 2014.

  7. Seit längerem verfolge ich den Blog von „domihol“, der sich selbst als Schweizer mit arabischen Wurzeln beschreibt. Viele Seiten dieses Blogs sind ohne aktiviertes Javascript kaum zugänglich, aber was mir bisher dennoch zugänglich war, hatte immer Substanz, und vor allem Unrechtsbewußtsein. Sein derzeit neuester Artikel beleuchtet das Massaker-Marketing der weißbehelmten Soros-Organisation in Urum al-Kubrah: „Der Syrien-Krimi: Wer hat geschossen?“ h ttp://domiholblog.tumblr.com/post/150747937499/der-syrien-krimi

  8. Mal was zum Nachbarland Türkei:

    Angeblich soll der türkische Ex-Oberst Hasan Atilla Uğur (nahm wohl Öcalan gefangen bzw. verhörte ihn jahrelang) in einer öffentlichen Rede von einem kurz bevorstehenden 2. Putsch durch NATO-Kräfte gewarnt haben, was in allen namhaften türk. Tageszeitungen abgedruckt worden sein soll. Sie würden die Kurdenregionen aufwiegeln und einen Bürgerkrieg im ganzen Land anzetteln. Britische Truppen würden dann aus Zypern in die Türkei einmarschieren. Angeblich warnte dieser Oberst auch schon als einer der wenigen vor dem 15. Juli vor dem „ersten“ Putsch.

    Dazu gibt es aber nur zwei deutschsprachige Quellen, die lediglich von der 2. Putschwarnung sprechen, nicht aber ins Detail gehen:
    http://turkishpress.de/artikel/panorama/26-09-2016/sie-wollen-wieder-der-tuerkei-putschen
    http://www.nachrichtenxpress.com/09/2016/tuerkischer-offizier-der-naechste-putsch-steht-der-tuerkei-bevor/
    (Googleübersetzungen aus dem Türkischen kann man vergessen)

    Die o.g. Details stammen von einem offenkundigen Deutschtürken, der die Rede auf Youtube auszugsweise übersetzte: https://m.youtube.com/watch?v=xRVDOueKxxk

    Schwachsinn oder weiß das Parteibuch näheres?

    1. grenzwissenschaftler

      Erdigan hat schon am Morgen nach dem Putsch gewarnt, dass die hinter dem Putsch stehenden Kräfte weiter zu putschen versuchen würden, und damit die Säuberungen gerechtfertigt. Praktisch dürfte ein zweiter Putschversuch nun gerade wegen der Säuberungen längst unmöglich sein, aber Warnungen davor als Mittel zur Schaffung von Akzeptanz für die Säuberungen gibt es nach wie vor. Dass die Briten in die Türkei einmarschieren könnten, ist natürlich kompletter Schwachsinn, dafür müssten die Briten erstmal wieder eine Wehrpflicht einführen, um an genug Truppen zu kommen.

    2. Bei Engländern weiß man zwar nie…aber:

      „Großbritannien will umfassenden Handels-Deal mit der Türkei…

      Johnson sagte, nach dem gescheiterten Putsch vom 15. Juli wollten die Menschen in der Türkei vor allem hören, dass sich Großbritannien zur Türkei bekenne – und dieses Bekenntnis sei „sehr stark“. Anschließend wurde der ehemalige Londoner Bürgermeister von Erdogan in dessen Präsidentenpalast empfangen….“

      Gut, der Brite ist immer zu Späßen aufgelegt. Mit lächelndem Gentlemangesicht eroberte man auch ein Reich, wo die Sonne nie unterging…:

      „Zum Auftakt seiner Reise am Montag hatte der Brite seine türkischen Wurzeln betont. Sein Urgroßvater war in den 20er Jahren ein Mitglied der Opposition im Osmanischen Reich, der während des Unabhängigkeitskriegs ermordet wurde.“
      http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/09/28/grossbritannien-will-umfassenden-handels-deal-mit-der-tuerkei/

      Einen russischen Einfluss wollen die Briten sicherlich mindern und frei von der EU bietet sich da ein eigenes Handelsabkommen geradezu an, um Einfluss geltend zu machen.

  9. Gibt es denn zuverlässige Informationen zu den aktuellen Bevölkerungszahlen im von der Regierung gehaltenen Gebiet und dem kurdischen Stadtteil?

    1. Andreas

      Genaue Zahlen gibt es auch dafür nicht, aber Schätzungen über die Anzahl der gegenwärtigen Einwohner der von der Regierung gehaltenen Stadtteile Aleppos reichen von etwa 1,2 Mio (UNO) bis 1,8 Mio (Syrische Regierungsanhänger). Da gibt es zwei zahlenmäßig schwer zu erfassende gegenläufige Migrationsbewegungen: es gibt langjährige Einwohner, die haben West-Aleppo wegen dem Krieg still verlassen und sind nun etwa in der Türkei oder Deutschland als Flüchtlinge oder Arbeitsmigranten, ohne dass die syrische Regierung davon weiß, während ihre (Eigentums-)Wohnungen in West-Aleppo (einstweilen) leerstehen, und es gibt zahlreiche Flüchtlinge aus den Terroristengebieten in und um Aleppo, die vor dem Terror von Al Kaida und Co nach West-Aleppo geflüchtet sind, und da nun bei Freunden und Verwandten sowie in Behelfsunterkünften wie Turnhallen, Rohbauten und Moscheen oder Kirchen leben.

      Was jedoch klar ist, ist, dass alle Berichte von vor Ort – auch die von NATO-treuen westlichen Journalisten – besagen, dass die von der Regierung gehaltenen Stadtteile Aleppos vollgepackt mit Menschen sind, wahrscheinlich sogar mehr als vor dem Krieg. Man merkt auf den Straßen und Plätzen, in den Geschäften, in den Restaurants und auf den Märkten, dass in West-Aleppo das Leben brummt.

  10. Im Teletext von ARD/ZDF war vor zwei oder drei Tagen die Meldung zu lesen: „100.000 Kinder in Aleppo eingeschlossen“. Diese Horror- und Verzweiflungspropaganda englischer Machart war nach wenigen Stunden verschwunden; ist aber ein deutlicher Hinweis auf die Verfassung der westlichen Falschspieler. (Vielleicht hat jemand einen Screenshot dieser Propagandameldung parat?)

    Zum anderen ist der von Kerry angedrohte Abbruch der Verhandlungen nichts anderes als eine Kapitulation der eigenen und ständigen Betrugsversuche auf allen diplomatischen Ebenen seit 2011. Der Kerl ist also müde und abgenutzt. Und seine Exzellenz, Außenminister Lawrow wird dieser totgekochten Zuckertomate der Sorte „gauneri erbschleichis kerryii“ kaum eine Träne nachweinen. (Wobei die Vorstellung, dass nun drei „Schicksalsschwestern“ (Clinton, Rice, Power) folgen könnten, im Kreml auch keine angenehmen Gefühle aufkommen lassen wird.))

    Wunderlich an diesen bis zum Erbrechen exerzierten Betrugsversuchen aber ist allemal, daß die Damen und Herren Großbetrüger den rasanten Abnutzungseffekt dieser Methode nicht begreifen oder wahrhaben wollen oder können? (und die Russen scheinbar immer noch für Hinterwäldler einstufen; denen man dann mit einer Nullkarte noch schnell einmal den Abschuss von MH-17 in die Schuhe schieben kann…)

    Ob diese ganzen Spielkarten- und Propagandakniffe und Demagogieversuche allerdings ein militärisches Eingreifen der Westmächte in Aleppo HEUTE ersetzen können, um das „Herzland“ geostrategisch zu meistern, darf ganz zart in Frage gestellt werden.

    -Und der lächerlichste Teil am Gehabe dieser selbsternannten Götter auf Erden ist ja die Tatsache, wenn denen mit dem Zeigefinger auf die bis zum Platzen gespannte Eiterbeule getippt wird, kreischen die Zeter und Mordio, beharren aber unerschütterlich auf dem Nimbus der Unbesiegbarkeit -wahre Helden eben und dumm wie Schifferschei…

  11. Pingback: Aleppo | opablog
  12. …übrigens hat der Kongress das Veto Obamas gegen 9/11 überstimmt!!!

    Und damit rückt das -von Hans mein Igel- angedachte Szenario, Saudi-Arabien öffentlich in einen Fressfeind zu verwandeln, deutlich näher. Wenn Syrien also abgefrühstückt ist, kommt Saudi-Arabien als Agressor gegen den Jemen in den Fokus der Propaganda ??

    Die USA sind pleite, Syrien verloren. China verkauft Treasures konstant, Japan kauft den Dreck ohne Geld zu haben und inzwischen kaufen sogar die eigenen Notenbankableger der USA den Papiermüll, welcher Dollar genannt wird, auf, um dieses bedruckte Papier hernach direkt in den Ofen zu schmeißen. Der tollwütige Hund also beißt sich selbst in den Schwanz (in welchen der beiden?-) und braucht dringend eine Quelle und Pipeline zur Genesung.

    Die USA sind durch Fremdbesteuerungsmethodik (Demagogie, Dollar, Demokratie) und den Stiefel in das Genick eines besiegten Feindes durch dritte zur Großmacht -geschlichen und gekrochen.

    Der Betrug ist vorbei, gestern, heute, morgen oder übermorgen. Aber die fettgemachte Klasse der Milliadäre und Supermillionäre ist unersättlicher als ein fetter Kuckuck im Rohrsängernest. Da hat der Obama nicht genug Kriege geschaffen, um die sprerrigen Mäuler satt zu bekommen.

    Und Saudi-Arabien kommt da doch gerade recht? Denn der militärische Aufwand ist gering. Man steht doch schon im Zentrum des treuen und unerschütterlichen Partners; und braucht so nur noch einen propagandistischen Vorwand zur moralischen Rechtfertigung. Gebombt wird in der unendlich weiten Wüste Saudi-Arabiens zur Befriedung der Waffenkonzerne natürlich auch. Denn selbstverständlich darf nicht nur die Ölindustrie verdienen: halbe-halbe also.

    Demokratie von innen heraus. -Das wäre doch einmal eine Novität, als immer von außen nach innen 🙂 Guten Appetit!

  13. Und zuletzt!

    Die Zerstörung West- und in Teilen Osteuropas im Sinne der Taktik der verbrannten Erde durch gesteuerte Fremdbevölkerung (des „alten Europas“), um einen Zusammenschluß insb. Russlands und Deutschlands zu verhindern, ist durchaus bösartig gedacht.

    Denn wenn Russland mit Deutschland sich an den Busen drückt, ist Israel als Taktgeber von Herzland tot! Weshalb auch die Verbrechen des Dritten Reiches zur Staatsreligion in Deutschland erhoben wurden nach 1945 und Putin als Widergänger Hitlers stilisiert wird: böses, böses Russland. -Und das, obwohl der Mann kein Katholik ist, wie weiland Adolf, Heinrich, Herrmann und Joseph welche waren, sondern ein Anhänger der -von Rom verhassten- orthodoxen Kirche.

    Und die Tatsache, dass die katholische Kirche ihre Schäfchen im Nahen Osten sträflich im Stich lässt durch mangelnde Wortmeldung, ist doch nicht von der Hand zu weisen?

    Aber dieser finanzielle Verlust Roms gleicht sich ja auch leicht durch die mexikanischen Einwanderer in die USA bes. nach Kalifornien aus. Da gibt es nicht nur neue Steuerzahler, sondern auch einen unerschöpflichen Fundus an Soldaten, welche den Kreuzzug Roms gegen die orthodoxe Kirche treu fortsetzen und ausführen können. (Und wieviele Prozente in der US-Armee sind mexikanischer Herkunft??: 40% plus)

    Und nicht zu vergessen ist, dass die katholische Kirche die erste und einzige war, die einen ganzen Kontinent, Südamerika, unter Kontrolle brachte, und die Völker dieses Kontinentes bis heute mit harter Hand regiert und aussaugt; damit die Hoch-Pfaffen in Samt und Seide wie Wölki und Schnölki ihren jämmerlichen Sermon vor die Dose Gottes tragen dürfen, damit Einlass gewährt wird.

    Vater, behüte mich vor der Mitgliedschaft in einer solchen Organisation! Amen und Danke.

    1. Hans mein Igel

      Anders als von dir dargestellt war die katholische Kirche unter Papst Franziskus bei der Abwehr des zionistisch-wahhabitischen Terrorkrieges gegen Syrien im Rahmen ihrer Möglichkeiten zumeist durchaus hilfreich. Der Krieg gegen Syrien ist kein Religionskrieg der katholischen gegen die orthodoxe Kirche, im Gegenteil, die beiden chritlichen Kirchen ziehen da an einem Strang auf der Seite Syriens.

      1. @parteibuch

        Ich stimme nicht ein in ein allgemeines Kirchenbashing, aber die „beiden christlichen Kirchen ziehen da an einem Strang auf der Seite Syriens“?

        Das geht wohl nur mit einem Blick für höhere Diplomatie, jenseits medialer Kommunikation. Niemals habe ich von evangelischer oder katholischer Kirche in Deutschland irgend etwas zum Syrien-Krieg gehört. Sie haben vollends die politischen Mainstream-Rhetoriken untertützt. Deutschland wir erst ab diesem Jahr sehr viel Geld nach Syrien pumpen und wenigstens einige Menschen nicht mehr in den deutsch-türkischen Flüchtlingsdeal zwingen. Offen thematisieren die Kirchen das nicht und reden lieber davon, wie toll es ist, Syrer in Deutschland zu integrieren. Franziskus hatte noch bei seinem Polen-Besuch aufgefordert, dass die Polen mehr Syrer aufnehmen sollten – ein Ende des Syrien-Krieges hatte auch Franziskus nicht gefordert. Warum fordern die Kirchen kein Ende des Syrien-Krieges? Zumindest die evangelische Kirche macht das aus Rücksicht auf die israelischen Interessen. Rom traue ich da nach seinem Engagement hinsichtlich der Bennenung des Völkermordes an den Armeniern und der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Palästina mehr zu. Aber auch Franziskus erwähnte gerade den Angriff auf den UN-Konvoi – und nur diesen.

      2. Liebes Parteibuch.

        Franziskus ist ein Jesuit. Und die Jesuiten sind mit einer Agenda angetreten, welche seit 500 Jahren um keinen Deut verändert wurde. -Und die Mär des verkrüppellten, reanimierten Ritters „Lojola“ ist als wissenschaftlicher Ansatz totaler Schwachsinn.

        Selbst in China wurden diese Gauner des Landes verwiesen, als man begriff, dass durch diese Oberlehrer das traditonelle Geschichtsbild verfälscht werden sollte, um die Kultur unter katholische Kontrolle zu bringen. In England hängte man sie seinerzeit. Und selbst Bismarck hat sich mit diesen Leuten auf einen Kulturkampf über zehn Jahre abgemüht.

        Einschlägige Literatur zu dieser subversiven Organisation ist zuhauf, vorallem auch in deutscher Sprache zugänglich (wenn nicht systematisch aufgekauft und vernichtet).

        Entweder also ist das Parteibuch nicht im Bilde oder darf es nicht sein.

        Denn die katholische Kirche frönt mit dem ersten Jesuitenpapst den ersten Feiertag auf Erden seit 500 Jahren.

        Und wir werden sehen, ob dieser Teufel Bestand hat.

      3. @ Parteibuch

        „die beiden chritlichen Kirchen ziehen da an einem Strang auf der Seite Syriens.“

        Da bin ich mir nicht so sicher.

        Erst vor kurzem liess der Papst verlauten, dass alle die Aleppo bombardieren, sich vor Gott verantworten müssten.

        Damit kann der Papst nur Russland und Syrien meinen.

        Die katholische Kirche hat in meinen Augen versagt. Warum ist der Papst nicht einmal nach Syrien gefahren um den Christen im Nahen Osten zu zeigen, dass sie nicht vergessen sind? Nichts. Zu den Verbrechen in Maaloula kaum ein Pieps. Statt laut die Stimme zu erheben und mal genau die Schuldigen zu benennen, werden ein paar syrische Familien als Alibiaktion com Vatikan aufgenommen. Wie lächerlich.
        Die katholische Kirche hat sich nicht deutlich positioniert und mit der letzten Äusserung des Papstes wird jetzt jede verfügbare Munition genutzt, um Russland, Syrien und den Partnern deutlich die Feindschaft zu erklären.

        Dagegen haben die Orthodoxen Kirchen sich sehr solidarisch gezeigt und auch offen positioniert.

  14. Und wer noch eine Träne des Lachens im Auge haben möchte: „…die USA erwägen Luftangriffe…“ zur „Rettung“ Aleppos, schreibt ein Jünger Jupp Goebbels auf Zeit-Online heute.

    Diese überaus bedrohliche Metapher war in dem Kriegshetzerblatt am 07.08.14 und am 23.10.15 als erschlagende Zeile im gleichen Wortlaut zu lesen.

    Was hat diese dreimalige Wiederholung also zu bedeuten?-:

    Sonnenklar! der böse, böse Putin traut sich nicht an den Po, Po, Pokertisch von John Wayne zu High Noon. Außerdem sind die hysterischen Hü, Hü, Hühner Hollywoods nicht so attraktiv wie die naturbelassenen Schönheiten Russlands.

    Denn sonst hätte Wladimir der Bewunderte sich in Hillary die Hexe verliebt, weil der untergejubelte Liebestrank es bewirkte. Der Betrug aber hat nicht gewirkt. Und deshalb können zwei Großmächte nicht aneinander finden.

    Ansonsten hieße es:

    „Ihr Mann ist nach Aleppo, führt den Tiger;
    Doch schwimm ich nach im Sieb, ich kanns`
    Wie eine Ratte ohne Schwanz…“

    ( William Shakespeare, Macbeth, ~1605 pc)

  15. Liebes Parteibuch.

    Ich präzisiere:

    Du blühst nicht, um mich zu erfreuen.
    Nicht, um die Zeit mir zu zerstreuen.

    Du blühst nur, weil du blühen mußt
    In Freude und aus Lebenslust.

    Du blühst noch, wenn ich weiter bin
    In deiner Schönheit herrlich hin.

    Und so bescheiden deinem Wesen
    darf ich dein Herz, mich selber lesen.

  16. Jo mei… die Leute müssen auch mal schlafen.

    Hab noch link – den im neuen Post – geht um Plan B.

  17. Hans

    „Wo bleibt die Antwort?“

    Ich hatte nun keine Frage gefunden, deshalb nun noch einmal ein Kommentar.

    Es gibt eine sehr lange Geschichte einer katholischen Kirchenexpansion nach Osten gegen die orthodoxe Kirche, und man kann durchaus sagen, dass die SJ traditionell eine der führenden Rollen beim damit einhergehenden „Russenbashing“ spielt.

    Unter Papst Franziskus findet da jedoch ein Kurswechsel statt, wie er etwa in der gemeinsamen Havanna-Deklaration zum Ausdruck gekommen ist:

    http://en.radiovaticana.va/news/2016/02/12/joint_declaration_of_pope_francis_and_patriarch_kirill/1208117

    Diese gemeinsame Deklaration richtet sich eindeutig gegen die zionistisch-wahhabitische Terrorachse. Und Papst Franziskus hat der zionistischen Achse auch schon mehrfach in die Suppe gespuckt, (man denke nur an sein Gebet vor der zionistischen Apartheid-Mauer in Bethlehem und seine Rede vor dem US-Kongress) wobei sein Einfluss – und der Einfluss der katholischen Kirche – in westlichen Ländern allerdings nicht mehr arg groß ist, da herrscht die zionistische Mafia mit ihren Medien.

    In Bezug auf Syrien ist der päpstliche Informationsdienst Fides auch eine der Quellen, die der massenmedialen zionistischen Lügenpropaganda zumeist massiv wiederspricht, und auch die katholischen Würdenträger im Libanon, die jahrzehntelang feste Getreue der zionistischen Mafia waren, kommen nun mit Syrien-freundlichen – und sogar Hisbollah-freundlichen – Wortmeldungen heraus. Kurzum, da tut sich was, auch wenn Papst Franziskus behutsam vorgeht und die westlich-zionistischen Massenmedien die Positionsänderung der katholischen Kirche nicht berichten.

    Abzuwarten bleibt freilich, ob die unter Franziskus vorgenommene Positionsänderung der katholischen Kirche gegenüber der orthodoxen Kirche von Dauer sein wird, oder ob sie sich im Sande verläuft, wenn der Kitt der gemeinsamen Zusammenarbeit gegen die zionistisch-wahhabitischen bestrebungen zum Ausrotten der Christen im nahen Osten nicht mehr hält.

  18. Das ist doch zumindest köstlich, eine Großmacht auf die Knie gehen zu sehen..

    Und wenn das Parteibuch eine Organistion schaffen könnte, um Syrien in Teilen wieder aufzubauen. Alle Hände sind dabei (in Schweiß und Staub).

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.