Lavrov bietet USA erneut Waffenstillstand in Syrien an

Der russische Außenminister Sergej Lavrov hat den USA erneut einen Waffenstillstand in Syrien angeboten, das Angebot jedoch mit der Bedingung verknüpft, dass sich gleichzeitig auch die Gegenseite daran halte.

US-Außenminister John Kerry hat seinerseits angekündigt, mit Russland bezüglich eines neuen Waffenstillstandes in Syrien im Gespräch bleiben zu wollen. Diese Gespräche würden dann unter der Fiktion stattfinden, es wäre den USA möglich, Einfluss auf die Terroristen in Syrien derart zu nehmen, dass die sich an einen Waffenstillstand halten.

Weiterhin fordert Lavrov, dass alle Mitglieder der Internationalen Syrien-Unterstützer-Gruppe (ISSG) entsprechende Sicherheitsgarantien für ihre Terrorschützlinge in Syrien abgeben. Russland erreicht damit folgendes: rücken die syrische Armee und ihre Partner nun in ein Gebiet ein, für das niemand Sicherheitsgarantien abgeben wollte, kann sich auch niemand ernsthaft beschweren. Kommen während eines neuen Waffenstillstandes aus einem Gebiet Angriffe, für das mindestens ein anderer Staat Sicherheitsgarantien abgegeben hat, weiß Russland hingegen, welche Staaten für Angriffe verantwortlich zu machen sind, und kann entsprechend reagieren, etwa unter anderem indem Russland der Weltöffentlichkeit die Regierungen dieser Staaten als Unterstützer von Terrorismus vor Augen führt und verantwortlich für notwendige Gegenmaßnahmen macht. Das bringt die Unterstützer der Terroristen in eine unangehme Lage, weil sie keinerlei Kontrolle über die Halsabschneiderbanden in Syrien haben, in die sie Waffen, Geld und Logistik reinpumpen. Sollte es also nochmal zu einem Waffenstillstand kommen, so ist deshalb damit zu rechnen, dass er überall dort, wo die internationalen Unterstützer der Halsabschneiderbanden in Syrien keine Kontrolle über ihre Terrorschützlinge haben, schnell zerbrechen wird, und das dürften viele, nahezu alle wesentliche Fronten sein.

Was also notwendig ist, ist aufräumen. Der Blödsinn an Propaganda der sogenannten westlichen Wertegemeinschaft und ihrer wahhabitischen Partner kann an dieser Realität nichts ändern, gleich ob sie False-Flag-Attacken auf UNO-Hilfskonvois oder den Tod von mit Billigung westlicher Regierungen finanzierten Sanis von Al Kaida beklagen.

Am Boden in Syrien befinden sich die syrische Regierung und ihre Partner im Vorwärtsgang. In Aleppo, nahe Damaskus und in Homs und Sweida, beispielsweise.

13 Gedanken zu “Lavrov bietet USA erneut Waffenstillstand in Syrien an

  1. Hallo Parteibuch,

    das hört sich für mich dieses Mal, auch nach dem Auftritt im Sicherheitsrat sehr schlüssig an.

    Das funktioniert sogar wenn es nicht zu einem Waffenstillstand kommt, jede genannte Position ist klar zugeordnet und damit auch alle nicht genannten – sie sind Terroristen!

    Ergänzen möchte ich das mit einem Hinweis auf diesem Artikel:
    http://antikrieg.com/aktuell/2016_09_21_derueberfall.htm
    Titel: Der Überfall auf Deir Ezzor ermöglicht das ‚Salafistenreich,’ das in der DIA-Analyse 2012 vorgesehen war.

    Der Artikel ist eine Übersetzung von hier: http://www.moonofalabama.org/2016/09/deir-ezzor-attack-enables-the-salafist-principality-forseen-in-the-2012-dia-analysis.html

    Er erklärt die strategischen Ziele und das taktischen Handel des letzten „Irrtums“ der Amis und das Verhalten der Kurden in Hassake für mich sehr logisch.

    Und gleichzeitig macht er das Verhalten der Russen noch verständlicher. Defacto mach dieses die im Artikel genannten Ziele glatt zu Nichte.

    Gruß Paule

  2. „Das bringt die Unterstützer der Terroristen in eine unangehme Lage, weil sie keinerlei Kontrolle über die Halsabschneiderbanden in Syrien haben, in die sie Waffen, Geld und Logistik reinpumpen.“

    Die Unterstützer haben also Einfluss auf die Halsabschneiderbanden, indem die Unterstützer keine Waffen liefern, wenn die Halsabschneiderbanden dem Einfluss der Unterstützer nicht folgen, die Unterstützer haben also Einfluss auf die Halsabschneiderbanden, indem die Unterstützer kein Geld bezahlen, wenn die Halsabschneiderbanden dem Einfluss der Unterstützer nicht folgen und die Unterstützer haben also Einfluss auf die Halsabschneiderbanden, indem die Halsabschneiderbanden ohne die Logistik der Unterstützer gar keine Halsabschneiderbanden sein könnten, sondern noch immer die Handvoll Straßenräuber, um die sich die Dorfpolizei kümmert. Das ist kein Einfluss – die Halsabschneiderbanden sind vollkommen abhängig von den Unterstützern.

    1. clearly

      Dazu, um die Halsabschneiderbanden zu veranlassen, sich an einen Waffenstillstand zu halten und auch sonst halbwegs anständig zu benehmen, reicht Der aus der Abhängigkeit gewonnene Einfluss allerdings nicht.

  3. Und da soll man nicht pessimistisch werden…
    Als ich gestern noch auf Militärmaps war, war das Gebiet von Ramusa südlich der Autobahn noch in SAA-Hand. (seit etwa 14 Tagen) und es gab sogar Berichte, das die Hizbolla nördlich der Autobahn Gebiete erobert hatte (nach 4 Jahren in Besitz der Terroristen) (mit Fernsehberichten).
    Heute veröfentlich das Parteibuch eine Karte, das Ramusa zur Hälfte in Terroristenhand ist.
    Da die SAA bei 1070 wohl das alte Spiel spielt: Anrennen lassen und so viel Terroristen wie möglich töten, was die etwas hüglige Landschaft wohl erleichtert. – sollten Fortschritte in anderen Gebieten erzielt warden. In Handarat war man gestern wohl nicht erfolgreich wie gedacht und wenn sich die SAA in Ramusa zurück zieht (Laut Karte), wo sind da die Erfolge?

    1. Lutz

      Bezüglich der Lagekarte in Ramouseh sieht es tatsächlich so aus, dass da durch den gestrigen Erfolg aufgedeckt worden zu sein scheint, dass die Armee und ihre Partner das dortige Sadcop-Gelände, anders als vor zwei Wochen behauptet, bislang doch nicht kontrollieren. Da gab es gestern einige Differenzen in der Darstellung dazu, wo da die Front eigentlich seit zwei Wochen verläuft.

      Mal schauen, was das Militärmedienzentrum dazu demnächst mal sagt.

      1. Was ich damals gelesen habe, war, das die SAA wohl von den Militärschulen zur Autobahn zügig durchmaschiert ist und dabei einige Terroristennester hat liegen lassen. Der schnelle Vormarsch hing wohl auch mit dem Casefire zusammen. Da sind wohl immer noch Terroristennester vorhanden.
        Nur wenn das Sandcop-Gelände noch in Terroristenhand komplett in Hand der Terroristen ware, dann würden die Meldungen von gestern keinen Sinn machen, das man das Gelände genau nördlich von diesem Gelände erobert hätte.

    1. Pawel

      Wir hatten vorgestern über das Gerücht berichtet.

      Da hieß es zunächat, Kalibr wären in der Gegend Berg Simeon eingeschlagen. Später wurde dann präzisiert, es sei in der Gegend Daretizzah gewesen. Dann kamen eine Reihe von semi-offiziellen Meldungen, unter anderem bei Al Manar, Fars News und Sputnik, aber die waren recht unspezifisch, so dass es damit immer noch nicht klar ist, ob, und wenn ja, was da gewesen ist. Später kamen dann Gerüchte, die Meldung würde sich auf die Attacke gegen den UNO-SARC-Hilfskonvoi in Urm Al Kubra beziehen, aber dafür gibt es keinerlei Beleg. Kurzum, es riecht nach einer Ente, aber wer weiß das schon genau.

  4. „Ergänzen möchte ich das mit einem Hinweis auf diesem Artikel:
    http://antikrieg.com/aktuell/2016_09_21_derueberfall.htm
    Titel: Der Überfall auf Deir Ezzor ermöglicht das ‚Salafistenreich,’ das in der DIA-Analyse 2012 vorgesehen war.“

    Es gibt Kräfte in den USA, die ganz Al Quaida unterstützen; natürlich haben die keinerlei Problem mit einem Salafistenreich im Osten Syriens.

    Es ist allerdings heute schwierig, dies unter der Flagge des IS laufen zu lassen.

    Insofern sehe ich das Rest-Gebiet des IS, wenn mal Raqqa und Mossul eingenommen sind, als kleineres Problem an, gegenüber einem Gebiet von „moderaten“ Türkenproxys, die als Helden für Frieden und Freiheit durch die westlichen Medien laufen.

    Der Luftangriff auf Deir ez Zur lässt sich auch ohne großen Plan erklären: es ist das einzige Gebiet, wo die Amis wirklich syrische Soldaten „versehentlich“ angreifen konnten.
    Die beabsichtigte Wirkung, dass der IS dabei den strategisch wichtigen Hügel, der den Flugplatz überblickt, einnehmen konnte, passte auch ins Konzept.

    Ziel war ja eine massive Botschaft an die Syrer und vor allem die Russen.

  5. Die Achse des Widerstands scheint sich nach dem x-ten Vorführen der Terrorfürsten einig zu sein was die weitere Vorgehensweise angeht.

    Der Ankündigung Ostaleppo zu befreien folgen jetzt Taten

    https://www.almasdarnews.com/article/syrian-jets-pound-east-aleppo-ahead-upcoming-offensive/
    https://www.almasdarnews.com/article/russia-not-rule-bombing-jaysh-al-islam-ahrar-al-sham/

    Die Androhnung/Ankündigung den Flugzeugdeckkreuzer und seine Begleitung loszuschicken wurde auch endlich wahr gemacht.

    Selbst die Tasche bei Homs wird/wurde geleert.

    Stück für Stück, es geht jetzt in großen Schritten vorran

  6. Hier gab es schon die Ankündigung für diese Tat!
    „I want to scare Assad“ Mike Morell (Aug 8, 2016) | Charlie Rose

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