Syrische Armee zieht sich aus der Stadt Hasakah zurück

Während die syrische Armee und ihre Partner im Südwesten von Aleppo weiter massenhaft Terroristen eliminieren und in der technischen Schule der Luftwaffe weiter vorrücken, ziehen sich die syrische Armee und die ihr angegliederten Bürgerwehren der National Defense Forces einem neuen Waffenstillstandsabkommen mit von Asayish und anderen Lakaien der zionistisch-wahhabitischen Achse des Terrors getriebenen kurdischen Kräften folgend aus der Stadt Hasakah zurück.

Lediglich eine zivile Polizeipräsenz der Regierung wird im Sicherheitszentrum von Hasakah verbleiben. Zahlreiche kurdische Kräfte und ihre Anhänger feiern das als großartigen Sieg in ihrem separatistischen Kampf gegen die syrische Regierung.

Ob der taktische Sieg der kurdischen Kräfte in Hasakah auch strategisch ein großartiger Sieg ist, darf man allerdings bezweifeln. Moon of Alabama beispielsweise äußerte bereits vor einigen Tagen die Meinung, dass die kurdische Offensive gegen die syrische Armee in Hasakah die Träume von einer kurdischen Nation beenden wird. Was den Kurden in Hasakah und ihren US-Partnern durch ihre Offensive nämlich neben ihrem taktischen Sieg in strategischer Hinsicht vor allem gelungen sein könnte, ist die Türkei, die separatistischen kurdischen Bestrebungen in Syrien mit größter Sorge betrachtet, weiter in die Arme Russlands und Irans zu treiben.

Die türkische Sorge vor einer separatistischen kurdischen Entität in Nordsyrien dürfte auch ein wesentlicher Grund dafür sein, dass die Türkei gegenwärtig beinahe täglich ihre öffentliche Anti-Assad-Position ein Stück weiter abbaut. Es entwickelt sich dadurch ein handfestes gemeinsames Interesse der türkischen und syrischen Regierung an der Verhinderung eines separatistischen Kurdengebildes in Nordsyrien, das obendrein von den Regierungen des Irak und des Iran geteilt wird. Ohne dass Damaskus, Ankara, Bagdad oder Teheran eine kurdische Entität unterstützen, kann es jedoch keine kurdische Entität geben, weil das ethnisch mehrheitlich kurdische Gebiet von diesen Staaten vollständig umschlossen ist. Bislang wurde – und wird – die YPG von Damaskus gedeckt, um türkischem Terrorexport über die Grenze entgegenzuwirken. Wenn Teile der YPG nun wie in Hasakah gegen die syrische Armee kämpfen und stolz darauf sind, ihre Positionen zu erobern, dann entfällt für diese Politik die Grundlage. Die amerikanische Unterstützung für die YPG mag dazu verlocken, übermütig zu werden, doch ohne Mitwirkung eines regionalen Akteurs können nichtmal die USA die YPG wirksam decken, weil ihnen dann der Zugang zum kurdischen Gebiet fehlt.

Und obendrein ist die Offensive der Asayish und der YPG gegen syrische Regierungskräfte in Hasakah auch für die USA ärgerlich, denn sie bindet Kräfte, die dann nicht für den Kampf gegen ISIS zur Verfügung stehen. Und ISIS hat das auch prompt ausgenutzt und in der Provinz Hasakah südlich von Shadadi einige arabisch geprägte Dörfer von kurdischen Kräften erobert.

Aufgrund dieser Attacke von ISIS wurden angeblich einige YPG-Einheiten plötzlich vom Kampf gegen die Regierung in der Stadt Hasakah abgezogen. Schon dieser Vorfall verdeutlicht, wie problematisch es ist, wenn kurdisch geprägte Kräfte wie die YPG grundlos arabisch geprägte Kräfte wie die Regierungskräfte in Hasakah attackieren. Die YPG könnte damit ihren angeblichen Kampf für ein demokratisches Syrien in einen ethnischen Kampf von Kurden gegen Araber umwandeln, und das wäre dann ein ethnozentrischer Kampf, aus dem die kurdische Minderheit in Syrien kaum siegreich hervorgehen dürfte, aus militärischen Gründen, und auch, weil die ethnische Säuberung „Kurdistans“ von Arabern ihren Bestrebungen um ein demokratisches Syrien der Regionen jegliche Legitimität raubt.

Nachtrag 23:50h: SANA meldete zwischenzeitlich, dass auch nach dem jüngsten Waffenstillstandsvertrag noch Angehörige der syrischen Armee in Hasakah verbleiben. Praktische Relevanz auf dem Boden der Stadt Hasakah dürfte das wenig haben, politische Relevanz jedoch durchaus. Die YPG steht da nun vor der Frage: geht es ihr ums separatistische Prinzip oder um eine von Kompromissen getriebene Realpolitik. Wir werden es sehen.

41 Gedanken zu “Syrische Armee zieht sich aus der Stadt Hasakah zurück

  1. Damit haben sich die Kurden ihr eigenes Grab geschaufelt.
    Außerdem wird ein neuer ewiger Brandherd geschaffen.
    Die Kurden sind dann die neuen Palästinenser.

  2. Man muss in Syrien immer daran denken, daß die Achse der „Werte Demokraten“ totale Ra***n sind. Die spielen nicht nur falsch bei ihrer Bevölkerung (Propaganda) sondern immer falsch. Versprechen, Aussagen zählen garnichts und taugen maximal zum A…..abwischen.

    Die türkische Annäherung hat nix gebracht bis jetzt. Die schwarzen/grünen Schäfchen werden weiter unterstützt und zu guter letzt hat die Annäherung an Erdo auch den letzten Kurden davon überzeugt für eine Abspaltung von dieser Annäherungsregierung. Ich frage mich langsam ob die türk.Annäherung wirklich ehrlich ist.

    Wie wichtig die Stadt Hasakah für diese Banditen ist hat man bei Twitter gesehen #hasakah , der ganze Dreck dieser Welt (Werte Demokraten) war dort unterwegs in den letzten Stunden. Die wollten sogar russ. und syrisch.Flugzeuge abschießen diese Verrückten.

    Ich denke die Annährung ist die größte Verar***e für die Syrer und Russen. Runterspielen gilt nicht. Natürlich will keiner einen 3ten WK wegen einer Gasleitung und einer Stadt.

    Aber alles runterspielen hilft nur diesen Ra***n

  3. Zum Rückzug der SAA und NDF aus Hasakah gibt es momentan keine vernünftige Alternative, da man sich auf keinen Fall in eine direkte mili-tärische Auseinandersetzung mit den USA hineinziehen lassen darf. Das die Kurden früher oder später Probleme machen werden, war absehbar.
    Die gegenwärtige russische Infor-mationspolitik muss schnell ihre Schwäche überwinden, besonders im Hinblick auf ihre Verbündeten. In Aleppo läuft es für unsere Seite plan-mäßig, auch wenn die Gegenseite weiterhin erbittert Widerstand leistet.

  4. Nach dem Abschuss der Suchoi sagte Putin sinngemäß: ‚Wir waren bereit, den Türken mit ihren Interessen in Syrien sehr weit entgegen zu kommen.‘

    Naheliegend: auch ein von türkischen Proxis oder gar den Türken selber gehaltener Korridor von Azaz bis Jarablus wäre für die Türkei drin gewesen, wenn sie sich mit den Russen geeinigt hätten.

    Könnte jetzt wieder eine Option sein.

    Für Rojava ist es zwar eher unschön, so ein Stachel im Fleisch; aber wenn der Korridor schmal ist und der kurdische nach Efrin dafür breit genug, dann bleibt das Gebilde an sich lebensfähig.

    Andererseits fehlt die Verbindung zu den Brüdern hinter der Grenze, ein herber Schlag für die gesamtkurdischen Interessen.

    Die Angriffe auf Regierungsstellungen in Hasake sehe ich auch als Übermut angesichts der aktuellen Unterstützung durch die Amis und den Erfolgen auf dem Schlachtfeld.
    Insgesamt eher blöde.

    Hier sieht man, wie wichtig die SAA-Stellungen waren, als es für die Kurden schlecht und alles für den IS lief; vielleicht wären sie sonst komplett überrannt worden.

    Diese Gefahr dürfte gebannt sein; aber sich auf die Amis verlassen zu wollen, gegen alle Lokalmächte, unter Aufkündigung des Zweckbündnisses mit Damaskus, ist offenbar kein besonders schlauer Plan.

    Unterdessen bombardieren die Türken munter nach Syrien rein.
    Der Führer des von den SDF gegründeten Operationsraum Jarablus wurde möglicherweise vom türkischen Geheimdienst ermordet, unmittelbar nach der Ernennung.

  5. Welch bescheidener Name, TheInsideSource; aber nachvollziehbar, dass zumindest einige Kommandeure keinen Bock mehr haben, den langfristig aussichtslosen Kampf weiterzuführen.
    Dass es keinen weiteren Angriff auf die Zementfabrik gab, könnte auch ein Hinweis sein, dass die Kräfte langsam schwinden.

    Dagegen zeigt sich die SAA nicht nur im SW Aleppos offensiv, sondern kürzlich auch bei Palmyra, in Daraya, Ost Ghouta, Kabaneh.

    Es ist also nicht so, dass alle verfügbaren Kräfte in Aleppo sind, gut.

  6. „Ich denke die Annährung ist die größte Verar***e für die Syrer und Russen“

    Gut im nachhinein rummosern ist nicht richtig.
    Aber es gab Zeichen schon vor Monaten.
    Vor Monaten habe ich mehrmals hier gefragrt „Was wollen die Amis mit einer Landebahn 20 – 30 km südlicher von dem Natoland Türkei. Nato die sie kontrollieren.

    Diese ursprüngliche syr.Landebahn war für Agrarflieger !
    Diese musste man zu 90% umbauen.

    Jetzt macht diese syr.Landebahn Sinn, damals war sie 100% idiotisch.

    Warum ist kein Russe und kein Syrer auf den Trichter gekommen, die Amis und Türken basteln an einem grossen Bluff.

    Jetzt hat man die Kurden zu 100% verloren. Aber das Schlimmste ist, die Russen denken Sie könnten die Türken auf ihre Seite ziehen. Wenn das nicht noch richtig in die Hose geht.

    Ps.
    Einer der Saboteure von der Krim war türk.Staatsbürger
    http://colonelcassad.livejournal.com/2910829.html

  7. Hallo noch ein Parteibuch,
    du hattest letztens geschrieben das die Kurden um/in Hasakah eher dem Barzani zugetan sind als der YPG.

    Danach schaut es aber nicht aus sonst hätten die YPG eher Truppen zur Klärung der Situation zwecks ggf einvernehmlicher Lösung mit der SAA geschickt.

    Bezüglich YPG hatte ich übrigens gelesen das sie kurdische Politiker in Syrien welche nicht auf ihrer Seite stehen festnahmen.

    > http://eurasianews.de/blog/kurdischer-nationalrat-pkk-will-in-syrien-kurdische-opposition-zum-schweigen-bringen/

    Das sieht doch eher danach aus als wenn die YPG „ihr“ Territorium fester in den Griff versucht zu bekommen bzw zu „säubern“.

    Die bisherigen Maßnahmen der YPG deuten darauf hin das sie eine möglichst komplette Trennung von Syrien anstrebt was wohl auch ein Wunsch der USA ist.

    Die Russen hätten wohl lieber eine Kurdisch Syrisch Türkisch Iranische Irakische Allianz gegen die Terroristen in Syrien und Irak, aber danach sieht es jetzt ganz und gar nicht aus. Die Iraner haben ja sogar den Russen verboten den kürzlich zugesagten iranischen Flughafen zu nutzen.

  8. Die Amis haben eine Trumpfkarte ausgespielt. Mittelfristig möchte ich aber kein Kurde in Syrien sein.

    Aber aktuell ist die SAA und Russland in der Zwickmühle weil sie überhaupt nichts gegen diese für sie negative Entwicklung machen können.

  9. Vor kaum etwas mehr wie vor einem Jahr verteidigten noch die republikanischen Garden Hasaka.
    ISIS wurde rausgeworfen. Viele Waffen der syrischen Armee wurden kurdischen Milizen übegeben.
    Jetzt darf die syrische Armee incl. arabischer und assyrischer Milizen gehen ….

  10. Insalata mista in Syrien.
    Dieses Kuddelmuddel in Syrien verschlägt auch jemandem wie mir die Sprache… und ich bin schon lange dabei und stecke familiär mittendrin.
    Die USA und die Türkei spielen über Kreuz, die Türkei und Syrien ohnehin. Die Kurden haben sich offensichtlich komplett auf US-amerikanische Seite geschlagen, was für sie nicht gut ausgehen wird. Die Russen und die Iraner zicken sich gerade ein wenig an, wohl eher aufgrund „arrogantem“ Verhaltens Russlands, denn aus essentiellen Gründen. Die Türken wollen einen Korridor freischießen und mit FSA-Rebellen besetzen. Dafür gehen sie offensiv gegen die Kurden vor und eher scheinheilig gegen den IS. Die Amis wiederum kooperieren irgendwie und auf irgend einer konspirativen Ebene mit den Russen zusammen, unterstützen die Kurden, und irgendwie auch die FSA, müssen sich aber für die Kurden oder für die FSA entscheiden, da sich beide direkt gegenüberstehen.
    Und die Syrer: können sich den ganzen Wahnwitz im Norden erstmal anschauen und sich auf sie wichtigere Schauplätze stürzen – im Zentrum und Süden des Landes.
    Das wird alles immer komplizierter und verrückter.

  11. Massives Getrommel zur Vorbereitung der türkischen Operation in Syrien, Operation „Euphrat Shield“.

    Panzer an der Grenze, oder schon drüber, Artillerie, und vor allem Aktivitäten an der Medienfront.

    1500 Kämpfer der FSA hat man aufgetrieben; oder ihnen das entsprechende Label aufgepappt.

    Der kommende Angriff soll im Einklang mit internationalem Recht sein; weil ja der IS die Türkei angegriffen hat, und jeder gegen die kämpfen darf.

    Hat schon einer Reaktionen der „westlichen Wertegemeinschaft“ gelesen?

    Mal sehen, wie es weitergeht.
    Welche Einigungen zwischen Türkei/Assad oder Türkei/Putin es im Hintergrund gibt, kann man nicht wissen, nur dass es Verhandlungen gab.

    Vielleicht sind die ANgriffe zur Komplettübernahme Hasakahs auch Frustbewältigung auf Seiten der Kurden, weil ihnen Jarablus, schon gr,eifbar vor den Augen weggenommen wird; oder gar Teil eines Deals, die eine große Stadt wird Teil einer „türkischen Sicherheitszone“, dafür kriegt ihr volle Kontrolle über Hasakah, dafür hört die Türkei mit der Unterstützung der „Rebellen“ in Aleppo oder gar Idlib auf?

    Mal sehen, wie weit die Türken selber reingehen, oder ob sie nur vom Rande aus rumballern und die „FSA“-Abgezeichneten die Arbeit machen sollen.

    Ansonsten wäre es eine neue Qualität, wenn ein fremdes Land offen reingeht,, statt „nur“ Proxys zu unterstützen.
    Von Völkerrecht schweigen wir lieber.

  12. RT meldet am 23. August 2016: Syrien: Protürkische Rebellen wollen YPG in Dscharablus zuvorkommen – Von der Türkei unterstützte Rebellen werden auf der türkischen Seite der syrischen Grenzstadt Dscharablus zusammengezogen. Diese sollen in Kürze mit türkischer Artilleriehilfe und Luftunterstützung der „Anti-IS-Koalition“ eine Großoffensive auf die von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ gehaltene Stadt durchführen. Ankara möchte damit auch verhindern, dass Truppen der von den USA unterstützten, kurdischen YPG auf die strategisch wichtige Stadt vorrücken… https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/40128-syrien-proturkische-rebellen-wollen-ypg/

    Das könnte bedeuten, dass, um nach dem britischen kolonialen Indien/Pakistan-Prinzip, bei Kontrollverlust über ein Gebiet, sich ein Stück abzuschneiden und in diesem Fall zu einem „Anti-Syrien“ auszubauen, weiterhin destabilisierend terroristischen Druck auf die Syrische Arabischen Republik ausüben und die Erholung des Landes zumindest behindern zu können, Washington die de facto Annexion des Teils von Syrien plant, in dem Washington bereits drei US-Militärstützpunkte illegal völkerrechtsverbrecherisch errichtet hat.

    Um die Annexion wie eine Befreiung aussehen zu lassen und damit der Öffentlichkeit weiterhin das Märchen von Gut und Böse zu erzählen, nehmen zuerst Washingtons „böse“ Al Qaida/IS-Terroristen das Gebiet ein und werden dann von Washingtons „guten“ Kurden vertrieben, während Washington selbst sich offiziell im Hintergrund hält, damit die US-amerikanische Annexion als kurdische Autonomie dargestellt werden kann.

    Da unter dem Markennamen „Freie Syrische Armee“ Erdogans Nato-Türkei nach dem gescheiterten Militärputsch nicht mehr unbedingt gewillt zu sein scheint – dem kapitalistischen Imperium der Militärstützpunkte zu Diensten – einer dieser erneut für „offene Investorengebiete“, Terror und Krieg gegen die russische Völkerfamilie unterstützenden nützlichen Idioten zu sein, die nach erfülltem Zweck abserviert werden, könnte die (noch) Nato-Türkei und weiterhin unter dem Markennamen „FSA“, nun durch Washingtons mögliche Pläne, unter dem Markennamen „Kurdenautonomiegebiet“, eine dreckige kleine „Leading from behind“-Syrien-Annexion zu betreiben, einen dicken Strich machen wollen.

    Hauptsache jemand ist einfach ein Mensch.

  13. Wie ich schon mal sagte, war es für die Economic Hite Men, kein Problem, bei den Führungsfiguren, der Kurden, genügend bestechliche Subjekte zu-finden. Die Versorgung des autonomem Kurden Gebiets, ist doch für die US Army / Nato, ganz simpel, über ehemaligem Irakischem Land, über das ja auch die Pipeline aus Katar geführt wird. Die Flugplätze sind ja auch nicht Umsonst ausgebaut worden und es werden mit Sicherheit noch mehr gebaut. Die Ansage, das Russische und Syrische Flugzeuge Abgeschossen werden, wenn sie sich dem US Protektorat Kurdistan nähern, ist doch ganz Glasklar. Sie halten ja auch seit Jahrzehnten, ein Okkupation Gebiet, genannt Israel, obwohl es vollständig, von Arabern Umschlossen ist. Die Syrer, werden sich mit dem Rest, von ihrem Land begnügen müssen. Auf die Türkei zu setzen, ist sehr Naiv, sie werden den Befehlen, aus London und New York folge leisten, denn die USA, haben nicht nur Atomwaffen, sie setzen sie auch, anders als Russland auch ein, und machen keine leeren Drohungen und das weiß seit Hiroshima und Nagasaki, die gesamte Menschheit.

    1. Felix

      Du scheinst da einigen Fehlinformationen aufzusitzen. Es gibt keine Pipeline von Katar durch den Irak oder das kurdische Autonomiegebiet im Irak. Eine solche Pipeline war einst der feuchte Traum von Nabucco und Irak-Invasoren, doch GWB hat den Krieg gegen den Irak verloren, weshalb es in Bagdad eine sehr Iran-freundliche Regierung gibt. Und die blockiert die Katar-Pipeline durch den Irak und macht lieber Pipelines mit Iran.

      1. Liebes Parteibuch, die USA / Nato, Beherrschen den Irak militärisch TOTAL, die gigantische Zwingburg / US Botschaft, in Bagdad, ist ja der eigentliche Regierungssitz. Jedenfalls kann der Irak, NICHTS dagegen unternehmen, wenn die USA / NATO, nach belieben den Irak Bombardieren und mit tausenden Soldaten, im Irak, beliebig, die Iraker Abschlachten.So ein Land, ist alles andere als Souverän, wenn eine fremde Macht, auf dem Territorium, nach eigenem Belieben Schaltet und Waltet. So wird die USA, auch den Bau der Pipeline anordnen. Die „Regierung“ in Bagdad, muss ja auch das US Protektorat Kurdistan, auf „ihrem“ Boden dulden, ohne auch nur das geringste, dagegen Unternehmen zu können. Denn weder Iran noch Russland, hat sich bisher oder wird sich, für die Souveränität, des Irak Einsetzen, der Irak ist der Willkür, der USA / NATO , wie die aller meisten Länder Ausgeliefert.

      2. Felix

        „USA / Nato, Beherrschen den Irak militärisch TOTAL, die gigantische Zwingburg / US Botschaft, in Bagdad, ist ja der eigentliche Regierungssitz.“

        nein, das stimmt nicht. Die USA haben den Krieg um den Irak verloren. Nicht die USA, sondern Iran ist die einflussreichste ausländische Macht im Irak.

        http://www.voanews.com/a/iran-influence-in-iraq-deeper-than-assumed/2687164.html

        Und das ist auch schon eine ganze Weile so, spätestens etwa ab 2006:

        http://news.bbc.co.uk/2/hi/middle_east/7401438.stm

        Ohne Zustimmung des Iran können die USA im Irak nur sehr wenig. Die USA haben im Irak zwar Einfluss über die Barzani-Kurden, und sie konnten auch den sunnitischen Aufstand im Nordwesten des Irak unterstützen, aus dem ISIS hervorgegangen ist, aber in Bagdad – und erst recht südlich von Bagdad, haben die USA im Irak nur wenig zu melden. Das zeigte sich unter anderem, als die USA vom Irak unbedingt wollten, dass der Irak den irakischen Luftraum für iranischen Nachschub nach Syrien sperren sollte, aber der Irak den dringenden Wunsch der USA auf diskrete Bitten des Iran hin einfach ignoriert hat, was sich bis heute nicht geändert hat:

        http://www.nytimes.com/2012/09/05/world/middleeast/iran-supplying-syrian-military-via-iraq-airspace.html

        Bei dem ganzen von den USA unterstützten ISIS/Alkaida-Budenzauber im Irak ab 2013/2014 ging es dann auch wie beim Petraeus-Surge 2007/2008 gerade darum, die starke Stellung des Iran im Irak zu eliminieren oder wenigstens zu schwächen, was bekanntlich alles gründlich in die Hose ging.

  14. Die Operation läuft, hunderte „FSA“-Kämpfer mit zig türkischen Panzern auf syrischem Gebiet.

    Türkischer Außenminister: wir gehen gegen die Kurden vor, bis sie wieder hinter dem Euphrat sind.

    Na dann mal los.
    Und die Verlautbarungsorgane der „westlichen Wertegemeinschaft“ reden vom Kampf gegen den bösen IS.

    Hat schon jemand das Wort „Völkerrecht“ irgendwo gefunden?

    Na gut, das juckt schon lange niemanden mehr.
    Ob die Amis aber begeistert sein werden, dass die Türken jetzt als „FSA“ die Kurden von der einen Seite und als „IS“ von der anderen Seite angreifen?

  15. Ich habe das Gefühl die Lage ist nicht ganz so verworren wie es auf den ersten Blick scheint.
    Entweder fehlen uns hier wichtige Hintergrundinformation oder es ist doch so bescheuert wie es scheint.

    Mir kommt die Lage ziemlich gefährlich vor, wenn jemand jetzt noch auf die Idee kommen sollte die Amis oder Briten vor Ort zu bombardieren sehe ich schwarz, beziehungsweise sonnenblitzhell.

    Eine Absprache zwischen Türkei Russland Syrien Iraq und Iran ist wünschenswert.
    Sollte die Türkei nun unter dem Vorwand gegen den IS zu kämpfen Teile des Kurdengebietes besetzen und sich mit Syrien aussöhnen, könnte es vielleicht dadurch einfacher sein die Amis & Co rauszuwerfen..

    Ist das zuviel Wunschdenken?

    1. Stiller Leser

      genau so ist das. Die kurdischen Kräfte haben mit ihrem Feldzug gegen die SAA in Hasakah einen Fehler gemacht, der sie nun teuer zu stehen kommen könnte. Jetzt bräuchten die Kurden die SAA, Iran und Russland, damit die ihnen mit massivem militärischen Druck auf die Türkei helfen, zu verhindern, dass die Türkei ihren Traum von einem zusammenhängenden nordsyrischen Kurdengebiet sabotiert.

      Doch bemerke: von iranischer und russischer Seite gab es bislang ob der türkischen Operation zur Eroberung von Jarabulus nicht den Hauch eines Protestes, obwohl doch eigentlich die YPG Jarabulus bekommen sollte. Das ist eine Konsequenz der kurdischen Attacke auf SAA + NDF in Hasakah.

      1. Es könnte aber auch sein, dass Erdogan ein doppeltes, wenn nicht sogar dreifaches, Spiel in (geheimer) Absprache mit US Pentagonien führt. Denn alles was jetzt passiert, hatten Türken und das US-2Parteien-Regime doch sowieso für Syrien geplant. Oder?
        Einen Schutzstreifen zur T einrichten unter FTA (Free türkisch Army), sorry FSA…..Hoheit. Das US-2Parteien-Regime, oder besser die Kurden und die SDF steckt ein wenig zurück bzw. ein und die Show ist perfekt. Aleppo wird weiter unterstützt…alle „anderen“ auch…..
        Wenn die (militärischen) Ziele erreicht sind gibt es erneut eine erdogansche 180 Grad Wendung und Iraner, Iraker, Hisbollah, Russen schauen doof aus der Wäsche?
        Ich hoffe nicht das es so kommt, aber langsam steigt ich da nicht mehr durch….

      2. Man könnte auch sagen, die Kurden sind entweder in eine ihnen gestellte Falle getappt, oder ihre Hitzköpfigkeit ist für alle anderen Beteiligten „ein Geschenk Gottes“, um es mal mit Erdogans Worten auf den Putsch bezogen zu formulieren.

        Die Kurden werden auf Mindestmass zurecht gestutzt. Die Türken können einen kleinen Sieg feiern und damit ein wenig Gesicht wahren. Russland muss sich nicht mehr mit den Kurden rumschlagen, deren Karte doch aber symbolisch in der Moskauer kurdischen „Vertretung“ hängt. Man wird sie wieder vertrösten. Die Amerikaner wissen, dass sie ihr Versprechen den Kurden gegenüber nicht einhalten können und sind dankbar, wenn sich die Kurden selbst „erledigen“ und die Syrer wissen, dass die Kurden am Ende eine dankbare, gefügige Minderheit im syrischen Staatsgebilde bleiben.

  16. Es ist erstaunlich: Gerade hat sich die YPG mit der SAA und damit Russland überwurfen, zahlt man einen hohen Preis: Die Türkei bzw. Ihre unterstützten Truppen (was sind 1300 gegenüber dem 10 fachen in Südaleppo) Richtung YPG vor.
    Die SAA scheint gleichzeitig das Katz und Maus Spielen in Südwestaleppo zu beenden und die Belagerung westlich von den Armeeausbildungslagern wieder dicht um eine Verbindung her zu stellen, damit kann man eventuell anrückende Truppen aus Ostaleppo weiter auf Militärgelände bekämpfen. Sicher braucht man in Nordostaleppo Truppen, da dort gerade die Claims zwischen Türkei ; YPG und SAA abgesteckt warden. Noch ist Aleppo nicht in Schussweite der türkischen Armee, kommt man näher, kann sich das ändern.

  17. Jetzt gibt es erste Karten mit grünen Flecken im schwarzen Nordaleppo.

    Von der YPG kommen Aussagen, dass die Türken die Souveränität Syriens verletzen und das Land wieder verlassen sollen.

    Ist ja richtig.

    Nur angesichts der Tatsache, dass sie bis gestern noch massiv Repräsentanten der syrischen Staatlichkeit angegriffen haben, klingt es etwas seltsam.

    Bzw. rückt die Aktionen in Hasakah in dieses Licht.

    Aber wie gesagt, was hintenrum zwischen wem vereinbart wurde, und was dann nur als Theaterdonner aufgeführt wird, lässt sich quasi nicht mehr abschätzen.

    Nur die Aussagen, dass die Russen sich jetzt die FSA als Verbündete gesucht haben, halte ich für hanebüchen. Normalerweise schreiben die DWN noch relativ fundierte Sachen, was hat die den geritten?

    1. @Andreas
      die „FSA“ ist inzwischen ein Synonym für alles, außer Schuhcreme…
      DWN sagt (und meint), dass die Truppen, die im Rücken der türkischen Panzer ins Land einsickern und die Kurden aufhalten sollen, zunächst genau diesen Befehl haben und nicht etwa eine Konfrontation mit der SAA. So lange das so bleibt, sind sie Russlands Alliierte. Mich interessiert es zu erfahren, ob sich diese „FSA“ aus türkischen Soldaten oder weiteren Söldnern zusammensetzt…

      1. und noch einen oben drauf
        “ 6 p.m.

        A spokesman for a Syrian rebel group taking part in the Turkish-backed operation to clear Islamic State militants from a key border town says rebel fighters have entered the town.

        Captain Abdel-Salam Abdel-Razzak, spokesman for the Nour al-Din al-Zinki rebel group, tells The Associated Press that the fighters on Wednesday were combing Jarablus for „pockets“ of IS militants.

        A media opposition activist embedded with the rebels says fighters are inside the town, adding that they are facing very limited resistance from the militants.“

        http://abcnews.go.com/International/wireStory/latest-turkish-report-ground-forces-enter-syria-41609072

  18. „Doch bemerke: von iranischer und russischer Seite gab es bislang ob der türkischen Operation zur Eroberung von Jarabulus nicht den Hauch eines Protestes, “

    Selbst von syrischer Seite ist wenig zu hören.
    Doch ein größeres Abkommen im Hintergrund, Grenzkorridor gegen Aleppo?

  19. Die Truppen in Hasaka stehen doch relativ sinnlos dort. Wenn die jetzt abziehen könnten sie in Latakia und Idlib eingesetzt werden, um dort endlich eine ordentliche Offensive zu starten.

  20. Ragıp Soylu ‏@ragipsoylu
    #BREAKING PYD’s armed wing YPG says it is pulling its forces from the west bank of Euphrates, but leaving other factions of SDF behind

    Und die YPG spielt mit?

  21. Majakowski bringt es auf den Punkt.

    Kämpfe gab es quasi nicht, also auch mit dem IS abgesprochen, die ganze Show-Aktion, wie es aussieht.

  22. Ich denke es ist so: Die Russen haben zwischen Türken und Syrern vermittelt. Thema: Was muss geschehen damit der Krieg endet (sprich die Türkei ihre Unterstützung für die Islamisten einstellt). Klar – die Kurden müssen bekämpft werden. Am Ende lief es darauf hinaus, dass es die Türkei selber erledigen muss und alle anderen stillhalten. Die Absicht blieb den Kurden nicht verborgen und es wurde ja auch wenig „heimlich“ verhandelt. In Hasaka haben sie sich daraufhin genommen was sie jetzt noch bekommen konnten.

  23. Nachdem sich der Pulverdampf verzogen hat, –ach nee, es gab ja gar keine Schüsse bei der „Eroberung“ und dem „Kampf gegen den IS“.

    Jedenfalls nachdem Jarablus von den bösen ISIL-Kopfabschneidern zu den guten al Zinki-Kopfabschneidern und co gewechselt ist.

    Der Vormarsch geht mit rascher Geschwindigkeit weiter.

    Der angekündigte Rückzug der YPG auf Druck der USA, ob er nun wirklich stattfindet oder nur behauptet wird, lassen ja wenig Spielraum für Offensivaktionen; die paar Araber in den SDF, falls jetzt nicht noch großzügige Umlabelungen stattfinden, können die Gebiete um Manbij vielleicht gerade mal halten, Kämpfe gegen ISIL oder „FSA“ dürften ohne die Kuren schlicht nicht möglich sein.

    Das würde allerdings bedeuten, dass es keinen schmalen grünen Streifen direkt an der Grenze gibt, sondern dass der Großteil des ISIL-Gebietes in Nordaleppo einfach an die türkischen Proxys fällt.

    Eigentlich müsste die SAA jetzt massiv aktiv werden, damit sich das grün der „gemäßigten Kalifate“ nicht zu weit ausbreiten kann; aber dafür sind sie wohl derzeit auch nicht in der Lage, so lange Aleppo nicht geklärt ist.

    Und was machen die ganzen ISIL-Kämpfer, die jetzt aus Nordaleppo abberufen wurden und werden?

    Die lösen sich ja nicht in Luft auf, und direktes Umlabeln auf FSA wird auch nicht bei allen gelingen.

    Denkbar ist auch noch, dass Damaskus an dem Deal beteiligt ist; das hieße aber, dass sie dafür etwas kriegen, also Tausch Idlib gegen Nordaleppo.
    Nur auf so einen Handel werden die „Rebellen“ nicht eingehen.
    Ein Tausch Nordaleppo gegen Stadt Aleppo, wo die Situation für die Dschihadisten und Freunde (wobei letztere immer unbedeutender werden, diese massive Umgruppierung nach Jarablus könnte nun dem letzten beweisen, wie sehr die an den Strippen ausländischer Mächte hängen und keine lokalen Aufständigen sind) immer schwieriger wird, wäre militärisch vielleicht denkbar; andererseits angesichts der Symbolik auch nicht so einfach zu glauben.

    Wobei sie ja die Symbolik wiederum im Medienkampf verwenden können, also das könnte vielleicht eine Möglichkeit sein, wie ein größerer Deal aussehen könnte.

    Und die Kurden? Als Gegner möchte man die eigentlich auch nicht dauerhaft haben. Wie es aussieht, haben die jetzt mit den türkischen Proxy-Dchihadisten aber gleich einen Lieblingsgegner vor der Nase präsentiert bekommen.

  24. Wenn die Karte stimmt, hat ja auch die SDF heute einige an Metern gemacht.

    Und ISIL ist offenbar schon lange raus aus dem Gebiet.

    Also alle Empörung dürfte gespielt oder von Uneingeweihten sein, da gab es sicher Absprachen.

  25. Die Zusammenarbeit in Nordwetaleppo zwischen SAA und YPG sah noch gut aus. Als dann die SAA Richtung Euphrat marschierte, ging YPG über den Euphrat nach Westen. Niemand unterstützte den anderen, das Ergebnis die SAA machte kurz vor dem Stausee überraschend kehrt.
    Bei der Einkesselung Aleppo sah es komisch aus. Die SAA suchte eine Lösung ohne Kurden und schnitt diese von der Möglichkeit der Verbindung mit den anderen Kurdengebieten ab. Also die Differenzen wurden immer deutlicher. Der Höhepunkt war wohl die Erklärung zur Schaffung eines eigenen Kurdenstaates. Die Kurden fühlten sich mit den USA im Rücken stark, jetzt steht man mit dem Rücken zur Wand.
    Der Preis den die SAA erhalten hat, war wohl Aleppo,das hatte wohl selbst Steinmeier auf dem falschen Fuß erwischt. Die SAA wird in naher Zukunft die Terroristen austrocknen, also kein Problem für die USA Ostaleppo für die SAA frei zu geben einschließlich des Abzugs von Terroristen nach Norden und damit die Rettung von Kämpfern, die sonst sinnlos in Südwestaleppo gestorben wären.
    YPG soll zurück über den Euphrat, wo man alle Ziele eigentlich erreicht hat, wahrscheinlich hofft man die YPG zum Sturm auf Raqqa zu überreden.
    Im Nordosten plant man wohl den Konflikt zwischen SAA und Terroristen durch direkte Unterstützung des Westen über die Türkische Grenze.
    Der Nordwesten ist für Syrien (SAA) im Augenblick eher weniger von Bedeutung, Neben Aleppo sind das wohl die Umgebung von Damaskus, Idlib, Deir Azor … Und das sich die politische Lage auch schnell ändert, erleben wir gerade.

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