Syrische Armee rückt im Südwesten von Aleppo wieder ein weiteres Stückchen vor

Nach der Abwehr eines Angriffes von Terroristen unter Führung von Al Kaida auf den gestern von der syrischen Armee unter Kontrolle genommenen Hügel Tal Umm Qara südlich der Artilleriebasis Ramouseh im Südwesten von Aleppo haben die syrische Armee und ihre Partner nun mit einem Gegenangriff den Syriatel-Hügel ein paar Meter weiter südlich unter ihre Kontrolle gebracht.

@PetoLucem zufolge sieht die Lage im Südwesten von Aleppo damit wie folgt aus:

Für Al Kaida und Kumpane bedeutet das Vorrücken der syrischen Armee und ihrer Partner, dass die Backen der Zange an den Flanken ihres hart erkämpften, aber kaum nutzbaren Korridors in die Stadt Aleppo durch die Artilleriebasis Ramouseh noch kräftiger zupacken und die Terroristen beim Halten und bei der Passage ihres Korridors noch größere als die ohnehin schon prohibitiv hohen Verluste erleiden dürften. Aus diesem Grund werfen die von saudischen Medien bejubelten Terroristen zum Halten ihrer Positionen immer neue Kräfte in den Kampf südwestlich von Aleppo, obwohl sie da sowohl an der Front als auch in den Nachschublinien ohnehin Deckung durch menschliche Schutzschilde ein leichtes Ziel für Luftangriffe und andere schwere Waffen abgeben. Und natürlich haben die russische und syrische Luftwaffe auch am heutigen Sonntag wieder reichlich der im Südwesten von Aleppo in der Zwickmühle sitzenden Terroristen eliminiert, denn um die Eliminierung des Terrorismus geht es bei der Operation südwestlich von Aleppo schließlich.

Etwas weiter östlich in der Provinz Aleppo haben unterdessen die unter anderem von den USA unterstützten kurdischen Kräfte der YPG und ihre Partner in den SDF an ihrer südlichen Front einige Dörfer nahe dem Eufrat der Kontrolle von ISIS-Terroristen entzogen.

Die angekündigte Operation der YPG zur Eroberung der Stadt Al Bab von ISIS befindet sich also offenbar noch in dem Stadium, dass gegenwärtig recht weit von der mutmaßlichen Angriffslinie Richtung Al Bab entfernt liegende Flanken begradigt und gesichert werden.

Während die kurdischen Kräfte der YPG und ihre Partner in der Provinz Aleppo eine positive Rolle beim Kampf gegen ISIS spielen, gab es in der Stadt Hasakah im Nordosten von Syrien auch am Sonntag wieder Ärger mit in die kurdischen Kräfte infiltrierten Lakaien der zionistisch-wahhabitischen Achse des Terrors.

Aufgrund der anhaltenden Friedensunwilligkeit einiger Kräfte der kurdischen „Polizei“ Asayish sah sich die syrische Luftwaffe auch am Sonntag gezwungen, Stellungen dieser Kräfte im Süden und im Norden von Hasakah mit Luftangriffen zu eliminieren.

Im Verlaufe des Tages scheint sich die Lage in Hasakah aber wieder etwas beruhigt zu haben, während Russland Waffenstillstandsgespräche zwischen den Regierungskräften und den kurdischen Kräften in Hasakah moderiert und sich das US-Militär aus den Auseinandersetzungen in Hasakah nun heraushält.

Nachtrag 20:00h: SANA hat zwischenzeitlich ein von Russland vermitteltes Waffenstillstandsabkommen zwischen Kräften der Regierung und den kurdischen Asayish in Hasakah bekanntgegeben, demzufolge ab 17:00h Ortszeit Waffenstillstand sein müsste. Einige kurdische Kanäle bestreiten jedoch, dass eine Waffenstillstandsvereinbarung getroffen wurde, weshalb es wenig überraschend ist, dass es auch nach 17:00h noch oder wieder Kämpfe in Hasakah gibt.

Nachtrag 21:00h: Die französische Hasbara-Schleuder AFP macht sich zum Sprachrohr der Kräfte, die behaupten, es gäbe keinen Waffenstillstand in Hasakah.

16 Gedanken zu “Syrische Armee rückt im Südwesten von Aleppo wieder ein weiteres Stückchen vor

  1. Da es in Aleppo offensichtlich nichts Neues gibt (Al Masdar News meldet dass weibliche Soldaten die Truppen verstärken – damit ist alles gesagt. Die Seite nähert sich betreffs Wahrheitsgehalts immer mehr der SyPer Seite des Bruders an) mal ein paar Fragen.

    Welche Rolle spielt Russland wirklich und welche Rolle spielt der Iran?
    Aktuell ist zu lesen dass Russland die Einsätze vom Iran aus eingestellt hat.
    Aus dem Iran gibt es Meldungen wonach sich Parlamentsabgeordnete gemeldet hätten die Fragen betreffs des Einsatzes gestellt haben.

    Welche Interessen haben Russland und der Iran?
    Ich schrieb ja schon vor Monaten, nachdem Russland etliche Jets aus Syrien abgezogen hatte dass sich die Vermutung aufdrängt dass Russland ein Interesse daran haben könnte die Sache in Syrien am kochen zu halten um die sunnitischen Banden dort anstatt in Russland selbst zu binden.
    Das heißt das Russland immer nur dann richtig aktiv wird wenn es ein Ungleichgewicht der Banden zur SAA gibt und dann dafür sorgt dass die Suppe weiter kocht.

    Ich vermute dass man mit den USA längst ausgemacht hat Syrien zu teilen denn anders ist die Haltung Russlands zu den kurdischen Banden in Hasaka und zu der US Unverschämtheit der legalen syrischen Regierung zu drohen falls man den US Truppen in Syrien (die haben dort nichts zu suchen) zu nahe kommt.

    Ähnlich der Iran der für meine Begriffe ebenfalls nur halbherzig dabei ist und der genau wie Russland wegen der Sanktionen von den USA abhängig ist und ein Interesse daran hat dass es in Syrien weiter auf regulierter Flamme köchelt.

    Fazit.
    Ich sehe keine Fortschritte in Syrien (die SAA immer im Vorwärtsgang und immer dabei strategisch wichtige Hügel zu nehmen und zur Verstärkung gibt es nun auch ein paar Frauen aus Aleppo an der Front) und dass Verhalten Russlands und des Irans ist mir mehr und mehr suspect

    1. Sehr geehrter Hanno, die Israelis fliegen derzeit, als Luftwaffe, der Al CIAda Kopfschlächter, Angriffe auf die Syrische Heimatarmee, Bombardieren und töten Syrische Soldaten und die Russischen S 400 Raketen, bleiben brav in den Silos.
      Das US Kriegsministerium, droht offen, Russische und Syrische Flugzeuge abzuschießen, die Russischen S 400 Raketen, bleiben weiter folgsam in den Silos und die US Army, Zerbombt und Massakriert , in aller Seelenruhe, weiter die Syrische Armee.

    2. Russland wurde in den letzten 2 Jahren stark zugesetzt. Die Bevölkerung ist nicht mehr wie im Kommunismus, sondern halt auch einen gewissen Lebensstandard gewohnt. Ich finde es falsch, den Russen jetzt vorzuwerfen, zu wenig zu tun. Vorwerfen kann man Russland, dass es so lange gedauert hat, bis sie aktiv wurden. Viel zu lange haben sie das westliche Spiel mitgespielt, um es sich mit dem Westen nicht zu verscherzen und sich auf Low Budget- Unterstützung (UNO usw.) beschränkt. Die Kurden waren nie Feinde Assads. Assads Vater unterstützte ja die Kurden einst. Ließ Öcalan in Syrien Untertauchen usw. Dennoch kochen die Kurden (und damit meine ich die militanten Organisationen) ihr eigenes Süppchen. Und der Herr aus Übersee, aber auch das kleine Land neben Syrien, das von Europa aus zwangsbesiedelt wurde, kocht da immer mit.

  2. Die Auseinandersetzungen mit Toten in Hasakah sind überflüssig wie ein Kropf. Wenn sich die Einheiten mit direkten Kontakt gegenseitig immer wieder aufstacheln lassen, dann müssten diese Einheiten völlig ausgetauscht werden – Strafversetzt könnte man es auch nennen. Die Entwicklung in der Region Aleppo war zwar irgend wie zu erwarten. Doch die Hoffnung war, die Türkei würde sich doch etwas mehr raus halten. Jetzt sollen die Schwarzen, bei denen ein „rebranding“ nicht mehr funktioniert durch Grüne im Feuerschutz von der Türkei ersetzt werden. Damit hat der SDF schon 3 harte Gegner. Sich in der Situation noch mit den Roten anzulegen ist echt bescheuert. Ich kann nur hoffen, dass mit dem nächsten Waffenstillstand die beteiligten Einheiten vollständig ausgetauscht werden. Weitere Tote mildern auch nicht den Schmerz über die jetzt schon gefallenen.

  3. Tja, zu früh gefreut. Der Iran machte einen Rückzieher (Hamadan). Und die Kurden geben zu erkennen, welchem Herrn sie eigentlich dienen.

      1. Mal sehen…dass es da einen Konflikt in der iranischen Politik gibt, kann ich mir schon vorstellen.

  4. Mir kommt’s manchmal so vor als wäre es einfacher die Augen einfach zu zu machen und wie meisten Schafe nicht mehr zu denken. Aber eben nur manchmal.

    Die SAA kämpft im College

    Hasakah geht an die Kurden

    Und die Wüstenfalken lassen verlauten das es nach Kabani und auch nach Jisr al Shugur geht

    Ich sehe keinen anderen Sinn darin das Geschehen zu verfolgen als den Leuten alles Kraft der Welt zu wünschen diese Teufel zu besiegen.

    Was dieser komische Krieg im globalen betrachtet gerade macht, ich weiss es nicht

  5. Nun paßts…

    Ich hatte gleich den Verdacht, daß da was nicht stimmt – das kann nie und nimmer von den Kurden selbst kommen.
    Da nun in Aleppo Nägel mit Köpfen gemacht werden, ist man, nachdem man nun durch die Diplomatie und die offensichtlich „unkontrollierbaren“ „Moderaten“ keine Moderaten sind sowie die Bedingungen der Russen für einen Aleppo-Waffenstillstand und Hilfslieferungsbedingungen undurchfürbar sind, zu diesem Plan K (Kurdische Karte) übergegangen. ergo sind es die „Spezialkräfte der Amis, die die SDF dazu anhalten – wenn dies nicht die Amis gar selber sind mit YPG/SDF-Abzeichen als „Kurdische Kräfte“.

    Angeblich sollen die SDF ein striktes Verbot haben, sich überhaupt mit Russland abzustimmen oder auch nur in Kontakt zu treten.

    Ich sags kurz: Amis raus aus Syrien, IHR seid hier die Bedroher und Invasoren, IHR wagt es gar, als nichtgenehmigte unerlaubte Fremde im souveränen Syrien einer legitimen Regierung vorzuschreiben, wer wie zu wählen ist, wie lange wer zu regieren hat, der Armee eines anderen souveränen Staates vorzuschreiben, ob/wann/wie und wo es fliegen darf??? Gar den Russen, welche legitim dort agieren, weil eingeladen, zu doihen? IHR seid die Invasoren!!!

    Recht auf Selbstverteidigung? Umgekehrt wird ein Schuh draus – ihr sprecht das anderen ab.

    – Konrad Fitz –

    1. Ja das hab ich schon immer vermutet das die Amis mit den Kurden noch was vor haben, und die scheinen wirklich so doof zu sein und da mitzumachen. Wenn die sich da mal nicht verrechnet haben, weil jetzt kommt „Kurdenfreund“ Erdowahn wieder ins Spiel. Wartet nur ab der setzt sich jetzt mir den Syrern an einen Tisch und wird sich schon was einfallen lassen. Was machen die Kurden dann keine Versorgung über die Türkei, Asad lässt dann auch keine Versorgung mehr durch und dann. Da kann ich nur sagen selber Schuld wer sich mit einer Giftschlange ins Bett legt….
      Immerhin sammeln die SAA und irhre Partner ein paar Bausteine zusammen Aleppo,Latakia, Ost Gouta, weiter so.

      1. „Ja das hab ich schon immer vermutet das die Amis mit den Kurden noch was vor haben,“

        Das läuft doch schon eine Ewigkeit. Seit 40 Jahren. Schon nach dem 1. Weltkrieg hätten die Briten gern ein Kurdistan installiert. Woher kriegten die Kurdenmilizen die Jahrzehnte die Waffen? Die Russen hatten kein Interesse dran. Und Staaten wie Irak, Türkei selbstverständlich auch nicht. Nun, wer lebt davon diesen Volksstamm nationalistisch aufzuladen und Anschläge verüben zu lassen – nur weil es „links ist“, ist es okay?

    1. Nach dem Lesen der Stellungnahme von Civaka Azad dachte ich: „Oh je, wenn das repräsentativ für die politische Intelligenz der kurdischen Führung ist, dann haben die versch***en.

      „Da die Türkei sich nicht als vertrauenswürdiger Partner bei der Durchsetzung des Greater Middle East Projects der USA erwiesen haben (…), haben sich die USA den kurdischen Kräften zugewandt. Auch wenn das Projekt Rojava weit jenseits der Machtinteressen der USA steht, (…)“

      Die sind so verblendet, dass sie meinen, die USA würde sie aus selbstlosen Motiven unterstützen. Arme Kurden. So wird’s sicher nix mit einem eigenen Staat oder auch nur mit weitgehender Autonomie. Dass sich die kurdische Führung opportunistisch verhält, ist die eine Sache. Aber solche grandiosen politischen Fehleinschätzungen – die Feinde, die sich als Freunde geben, nicht zu erkennen und die relativ freundliche syrische Regierung zum Feind zu erklären – wie will man da politisch etwas erreichen?

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