Türkei entfremdet sich weiter von USA und EU

In Folge des gescheiterten Putschversuches am Wochenende in der Türkei und der Reaktion der türkischen Regierung darauf ist es zu einer weiteren Entfremdung zwischen der Türkei auf der einen Seite und den USA sowie der EU auf der anderen Seite gekommen. Inzwischen sprechen westliche Regierungen öffentlich über die Möglichkeit des Endes des türkischen EU-Beitrittsprozesses und der Beendigung der türkischen NATO-Mitgliedschaft.

Erhebliche Verstimmungen gab es zwischen der Türkei und den USA und der EU schon seit einiger Zeit. So wird zwischen der Türkei und den USA beispielsweise um die türkische Unterstützung für den USA nicht genehme Jihadisten und die US-Unterstützung für die PKK-nahe kurdische YPG in Syrien gestritten. Bezüglich der Beziehungen zum größten EU-Staat Deutschland ist die Türkei erzürnt über den Beschluss des Bundestages, den türkischen Massenmord an Armeniern als Genozid zu bezeichnen, während gleichzeitig das öffentliche Ansehen der Türkei in Deutschland nicht zuletzt aufgrund des als türkische Erpressung betrachteten EU-Flüchtlingsdeals mit der Türkei so tief gefallen ist wie es niedriger kaum geht. Auch in anderen EU-Staaten steht es um das Ansehen der Türkei kaum besser als in Deutschland.

Nach dem gescheiterten blutigen Putschversuch sind die Verstimmungen zwischen der Türkei und den USA und der EU noch einmal kräftig angewachsen. Die Türkei beschuldigt die USA, den Putschversuch, wenn nicht gleich selbst organisiert, dann jedoch zumindest unterstützt zu haben, und sei es nur dadurch, dass die USA dem von der Türkei als Terrorist und Spiritus Rector des Putsches betrachteten CIA-nahen türkischen Prediger Fethullah Gülen Unterschlupf gewähren. Die Regierungen der USA und der EU ihrerseits zeigen unisono öffentliche Verärgerung darüber, dass der türkische Machthaber Erdogan den Putschversuch benutzt, um den Staatsapparat, insbesondere Militär und Justiz, von Tausenden Personen mit zweifelhafter Loyalität zu säubern. Anhand des lauten Protestes von USA und EU gegen die insbesondere auf Gülenisten abzielende Säuberungsaktion nach dem Putschversuch lässt sich erahnen, dass davon reihenweise westliche Einflussagenten betroffen sind. Wären von so einer Säuberung vornehmlich iranische oder russische Einflussagenten betroffen, kann man nämlich getrost davon ausgehen, dass die USA und die EU Erdogan dafür lauten Beifall spenden würden.

Bemerkenswert ist in dem Zusammenhang, dass US-Außenminister John Kerry sogar so weit ging, der Türkei öffentlich mit einem Ende ihrer NATO-Mitgliedschaft zu drohen, und der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert der Türkei öffentlich damit drohte, die nach dem Putschversuch in der Türkei diskutierte Wiedereinführung der Todesstrafe würde das Ende des türkischen EU-Beitrittsprozesses bedeuten. Bemerkenswert ist das insbesondere deshalb, weil einige Anzeichen dafür sprechen, dass der türkische Machthaber Erdogan es genau darauf anlegt.

Dazu würde passen, dass Präsident Erdogan nach den Drohungen aus der EU gegen die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei erklärt hat, er würde das billigen, wenn das Parlament ein solches Vorhaben beschließe. Um die Wiedereinführung der Todesstrafe zu beschließen, fehlt der AKP allein im Parlament allerdings eine verfassungsändernde Mehrheit, sodass Erdogan und die AKP das nicht im Alleingang machen können. Die fehlende Unterstützung durch die Opposition dafür war die Begründung, die EU-Parlamentspräsident Martin Schulz gestern noch für seine Aussage heranzog, dass die Türkei die Todesstrafe nicht wiedereinführen werde. Doch jetzt signalisierte die nationalistische Oppositionspartei MHP Unterstützung für die Wiedereinführung der Todesstrafe. AKP und MHP könnten damit eine Volksabstimmung in der Türkei durchsetzen, bei der die Bevölkerung über eine Verfassungsänderung zur Wiedereinführung der Todesstrafe abstimmen kann. Nach den Erklärungen der EU, dass sich mit der Wiedereinführung der Todesstrafe die türkischen Beitrittsverhandlungen mit der EU erledigt haben, würde das Referendum damit de facto auch eine Volksabstimmung über die Aufgabe der EU-Beitrittsabsicht werden. Stimmt die Bevölkerung dann in einer Volksabstimmung in dem Bewusstsein, dass das das Ende des türkischen EU-Beitrittsprozesses bedeuten dürfte, mehrheitlich für die Verfassungsänderung zur Wiedereinführung der Todesstrafe, hätte Erdogan damit nicht nur ein Mandat zur Wiedereinführung der Todesstrafe, sondern auch zur Beendigung des türkischen EU-Beitrittsprozesses.

Interessant ist das nicht so sehr, weil die Türkei damit nicht EU-Mitglied würde, sondern deswegen, weil eine in Aussicht gestellte zukünftige Mitgliedschaft im wohlhabenden Club EU seit über 50 Jahren die der türkischen Bevölkerung vor die Nase gehaltene und doch unerreichbare Wurst ist, aufgrund derer die türkische Bevölkerung die ansonsten mehrheitlich abgelehnte NATO-Mitgliedschaft akzeptiert. Formell sind die EU und die NATO zwar voneinander unabhängige Organisationen, doch sind diese Themen trotzdem eng miteinander verknüpft, denn praktisch dürfte das von den geostrategischen Wünschen Washingtons geleitete Interesse an der Aufnahme der Türkei in die EU schlagartig erlöschen, wenn die Türkei sich im militärischen Bereich von der NATO trennen würde, oder gar Mitglied der bislang von China und Russland dominierten Shanghai Cooperation Organisation werden würde.

Mit einem türkischen Wunsch, anstatt in der EU Mitglied in der Shanghai Cooperation Organisation zu werden, hatte der türkische Machthaber Erdogan in der Vergangenheit bereits kokettiert. Aufgrund der kürzlich durch Erdogan erfolgten Versöhnung mit Russland ist es nicht ganz undenkbar, dass Erdogan nach dem Putschversuch, bei dem er vermutlich ermordet werden sollte und für den er die USA als mitverantwortlich betrachtet, diesbezüglich nun Nägel mit Köpfen macht, er also einen türkischen Austritt aus der NATO anstrebt.

Das Szenario für einen türkischen NATO-Austritt könnte der türkische Regierungschef Binali Yildirim, der als enger Vertrauter von Machthaber Erdogan gilt, mit seiner direkt nach dem Putschversuch abgegebenen Erklärung eingeleitet haben, derzufolge die Türkei sich mit jedem Land, das an der Seite von Fethullah Gülen steht, im Krieg befindet. Da Fethullah Gülen als Asylant in den USA lebt, richtet sich das natürlich in erster Linie gegen die USA. Erdogan hat von den USA sodann öffentlich die umgehende Auslieferung von Fethullah Gülen gefordert, worauf US-Außenminister John Kerry geantwortet hat, die Türkei müsse dazu einen offiziellen Auslieferungsantrag stellen und dazu Beweise für die Schuld von Fethullah Gülen vorlegen. Wie die Erdogan nahestehende Anadolu Agency berichtete, hat die Türkei heute einen ausführlich begründeten Auslieferungsantrag zu Fethullah Gülen offiziell an die USA gestellt.

Im weiteren Verlauf ist damit zu rechnen, dass die USA der Auslieferung des der CIA nahestehenden Predigers nicht zustimmt, die Beantwortung des Auslieferungsbegehrens verschleppt und dazu hin wieder erklärt, die vorliegenden Beweise würden bislang nicht ausreichen, um dem Auslieferungsantrag stattzugeben. Die Reaktion Erdogans darauf könnte darin bestehen, die USA für die Verschleppung der Auslieferung von Fethullah Gülen öffentlich anzuprangern und dann zum richtigen Zeitpunkt, etwa nach dem Volksentscheid zur Wiedereinführung der Todesstrafe, die USA offiziell als „Feind“ einzustufen und mit der Türkei aus der NATO auszutreten. Damit wäre die Türkei dann ein unabhängiges Land und würde im Grunde als eigenständiger Pol recht gut zum von China, Russland und den anderen BRICS vorangetriebenen Konzept einer multipolaren Weltordnung passen. Da die sogenannte „westliche Wertegemeinschaft“ unabhängige und eigenständige Staaten regelmäßig feindlich behandelt und mit auf Regime Change abzielenden Subversionen, Bedrohungen und Maßnahmen von Wirtschaftskrieg überzieht, würde die Türkei sich dann der Notwendigkeit ausgesetzt sehen, sich Kooperationspartner im wirtschaftlichen und militärischen Bereich jenseits des Westblocks zu suchen. Dafür käme dann nur die von den BRICS-Staaten geführte geopolitische Achse in Frage. Dass die Washington, Wall Street und Tel Aviv gegenüber loyale deutsche Springerpresse nun schon offen zum Wirtschaftskrieg gegen die Türkei aufruft, um Erdogan dazu zu bringen, sich wieder den Wünschen Washingtons zu unterwerfen, könnte ein Omen für kommende westliche Zwangsmaßnahmen gegen die Türkei sein. Damit, dass das westliche Kalkül, die Türkei mit Maßnahmen des Wirtschaftskrieges auf Linie, also auf den Kurs Washingtons, zu bringen, erfolgreich sein wird, sollte aber eher nicht gerechnet werden. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass westliche Maßnahmen des Wirtschaftskrieges gegen die Türkei die Türkei lediglich schneller in die Arme von China, zu dessen Seidenstraßenprojekt die Türkei perfekt passen könnte, treiben werden, so wie das mit den westlichen Sanktionen gegen Russland auch passiert ist.

Sollte das so kommen, dann wäre das nicht nur zum Wohl der Menschen in Syrien, Irak, Iran, Jemen, Somalia, des Kaukasus, Nordafrika und Zentralasien, und wo die Türkei ihre Finger im Auftrag von CIA und Mossad gegenwärtig noch in Terror und Krieg stecken hat. Die regionalen und globalen geopolitischen Auswirkungen eines türkischen Seitenwechsels von NATO und EU hin zu Russland, China und Iran wären auch global gewaltig, vergleichbar etwa mit dem Fall der Berliner Mauer 1989 und dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion kurz später. Eine Epoche könnte damit zu Ende gehen und die Welt von einer Phase der globalen US-zionistischen Diktatur in eine multipolare Phase übergehen. Noch ist es freilich nicht klar, dass es so kommt, aber der Weg, wie das recht schon bald geschehen könnte, liegt seit heute klar auf dem Tisch.

23 Gedanken zu “Türkei entfremdet sich weiter von USA und EU

  1. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn das alles oder vermutlich eher das meiste der Prognose sich bewahrheiten würde, allerdings sehe ich noch sehr viele Brocken, die ich auf dem Weg dorthin sehe und welche die Türkei ausräumen muß, ansonsten sehe ich für die Türkei und ihrer gewonnen Unabhängigkeit kaum eine Chance diese lange genug durchzuhalten, um dann selber lebensfähig zu werden.

    Die Probleme sind der aktuelle Syrienkonflikt, den man nicht mal eben beiseite schiebt und ungeschehen macht, dann gibt sich die Türkei der regionale Großmacht Iran als Konkurrent offen sehr aggressiv, ebenso Rußland. Da die Türkei auch am Tropf der Großfinanz hängt und ohne ihr riesige Probleme bekommen wird, wenn sie nicht schnellen Ersatz findet, wäre eine Rezession sehr wahrscheinlich. Das selbst geschaffene und am Leben gehaltene Problem mit den Kurden sowie diverser weiterer, all das wird sich nicht mal eben schnell regeln lassen. Auch was der Vertrauensverlust der Türkei angeht, so möchte ich nicht in deren Haut stecken.

    Auch wenn ein Austritt der Türkei aus der NATO dieses Land etwas sympathischer machen würde, so wäre ein Regimechance dort mehr als angebracht, aber natürlich ohne Uranbomben und jeglicher anderer Waffen. Ich denke mal, daß ich für eine Änderung meiner Meinung über die Türkei mindestens 2 Jahre brauche, wobei das Problem natürlich nur die Administration ist sowie jene Organisationen und Leute, die dieses System weiter am Leben erhalten wollen.

  2. Ich bin wahrlich kein Anhänger des Islam, aber zum Wohle der Menschheit wäre ein Seitenwechsel der Türkei höchst wünschenswert.

  3. So oder so ähnlich sehe ich das auch, selbst wenn ich trotz allem Querlesens immer noch nicht felsenfest von DER EINEN wahren Version des Putsches überzeugt bin.
    Im Kontext des oben Gesagten passt der Keyplayer, Israel, schlecht rein. Bruch mit der Nato hiesse Bruch mit Israel – eventuell. Die türkische Bevölkerung dürfte in der Mehrheit diese auch mir schleierhafte Verbindung zwischen den Militärs beider Länder eher ablehnen. Die Russen können mit allen, sie hätten also keine großen Probleme mit der Fortaetzung der bilateralen Beziehungen zwischen Ankara und Tel Aviv. Aber kann man den Israelis – aus Sicht der Türken – trauen, wenn man ihren großen Bruder brüskiert hat und ihn auf einmal eher „feindlich“ gegenübersteht?
    Bleibt sehr spannend das Ganze…

  4. Perverse Situation das man jetzt theoretisch für die Todesstrafe in der Türkei sein müsste.
    Wieso stellte sich eigentlich die komplette Opposition in der Türkei einschließlich der von der USA unterstützten HDP hinter Erdogen während des Putsches ? Gerade diese haben wahrscheinlich langfristig gesehen auch kein anderes Schicksal als die Putschisten…

    1. Eine Militärdiktatur ist halt keine Spaßveranstaltung…da fließt viel Blut. Die Türken haben Erfahrung damit… und wenn nicht sicher ist, ob die Putschisten auf der eigenen Seite stehen…würden Sie dann dafür sein?
      Kemalisten waren die Putschisten schon mal nicht. Was hätte die Opposition dann davon? Wenn es mir auch schwer fiel: bzgl. Thailand war ich für den Putsch und denke richtig gelegen zu haben. Die Folgenden um den Shinawatraclan sind von London u USA hofierte Pseudosozis, die das Land heftig terrorisierten. Gleichwohl ist eine Militärregierung nicht wünschenswert.

  5. Liebe Parteibuch
    Das sind nur Wunsche. Türkei ist so tief in NATO, dass ein Austritt in nächste 10 Jahre nicht möglich ist. In zwischenzeit wird Clinton in Washington kommen und frage ist wie lange noch Erdogan Gesundheit trägt. Auch ein Atentat ist eine Option. US Oktopus hat ihren Kraken überall in turkischen Staatsaparat das eine person mit Waffen sich plötzlich alleine mit Erdogan in einen Raum finden kann.
    Erdogan hat sein Macht an konservativen teil der gesselschaft gebaut. Das er jetzt plötzlich seine Schützlingen in Syrien fallen lässt ist unwahrscheinlich. In Gegenteil, ich befürchte, dass nach bereinigung noch stärker Islamisten geholfen wird.

  6. Sollte die Türkei aus der Nato austreten werden die geschundenen Völker des Balkan die Chance hoffentlich zu nutzen wissen ihnen jeden Terror und jeden Völkermord doppelt und dreifach zurückzuzahlen.

    Aber so dumm wird die Türkei nicht sein sie wird brav auf der Seite des Westens bleiben und weiter nur die Völker quälen wo es den westlichen Führern gerade genehm ist….

  7. Die SCO dürfte dann aber auch ihre liebe Mühe haben, diesen eitlen und launischen Springteufel vom Bosporus zu disziplinieren, damit der seine großosmanischen Luftschlösser nicht woanders als in Syrien bauen will:

    Das Verhältnis der Türkei zu Griechenland dürfte bei einem Austritt der Türkei aus der Nato zum Nato-Staat Griechenland nicht eben einfacher werden (> Zypern).

  8. 1.Ein Seitenwechsel der Türkei zur SCO ist wegen der globalen und auch regionalen Interessen des Empire aus eben dessen Sicht nicht akzeptabel.
    2.Die Mittel des Empire zur Verhinderung eines solchen Schrittes sind sehr begrenzt.
    -ein Drohnenmord ist wegen der erfahrenen Solidarisierung der Bevölkerung gegen den Putschversuch kontraproduktiv.
    -eine Instrumentalisierung der PKK für die westlichen Interessen ist mehr als unwahrscheinlich.
    -das Anzetteln einer Farben“revolution“ in der Region Istanbul/Marmaris/Ägäis mit oppositionellen Bevölkerungsteilen ist relativ langwierig und würde lediglich zur Schaffung einer räumlich begrenzten Entität (Modell Singapur) führen.
    -bleibt ein durchgreifender Militärputsch der kriegswilligen NATO-nahen Militärs wobei die NATO in einem solchen Falle diesmal tatkräftig eingreifen müsste.

    Weiterhin sei darauf hingewiesen, dass ein möglicher und nachhaltiger Seitenwechsel in Richtung Russland/China unmittelbare Auswirkungen auf die Anrainer des Schwarzen Meeres haben wird. Das gefährdet die gesamte Architektur, die der Westen in den letzten Jahren im östlichen Mitteleuropa geschaffen hat.

    Bei einer Ablösung von der NATO und der EU wird die Türkei nur mit wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Garantien Russlands/Chinas/Irans eine Perspektive haben, diese Länder werden ihrerseits von der Türkei die Konfliktlage entspannende Schritte erwarten (Syrien , Kurdistan) .

    Die Sklavenhalter-Sultanate auf der Arabischen Halbinsel würden einen wichtigen Verbündeten verlieren und wahrscheinlich mit einer Eskalation in Richtung Iran reagieren.

    Die BRD wird wegen ihrer Interessen in der Region eine Verschärfung der Auseinandersetzung zwischen der harten Atlantikern und den Kräften, die ein „Arrangement „(natürlich ein imperialistisches) mit eurasischer Richtung bevorzugen, hervorbringen.

  9. Es ist sehr deutlich, dass sich das AKP-Regime von der Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten entfernt. Daraus erkenne ich nicht unbedingt eine Annäherung an die Shanghai Cooperation Organisation.

    Die NATO selbst hatte nie Probleme, in ihren Kreisen Diktaturen zu haben. Man denke da an Grichenland. So lange die Türkei den Türsteher spielt, welche die EU von Migrationsbewegungen fern hält, wird man darüber weg schauen.

    Falls die Türkei tatsächlich aus der NATO austreten sind ihre idiologische Verbündete jedoch in erster Linie SA und Katar. Es könnte damit genau so sein, dass sich die Türkei den Golf-Monachien zuwendet. Damit sich völlig auf die Seite von SA schlägt und sich gegen den Iran aufstellt.

    Veränderung bedeutet nicht unbedingt, dass etwas besser wird.

  10. @alle die gegen den Kurs der TR sind

    Die Lügenpresse hat schon extrem gute Arbeit gemacht.
    Warum sollte die SCO an ein „neutrales“ Land Vorderungen stellen,
    die es an das gleiche Land im Feindeslager nicht stellt ?

    Das würde bedeuten die SCO respektiert ein Land in der Nato .
    Ausserhalb der Nato ist es Dreck _ nicht auf Augenhöhe _ und zu reglementieren ?

    Ich denke dem Erdo geht es wie man mit der TR umgeht ohne das Gegenleistungen kommen. Seit Monaten wird eingemischt, intrigiert, destabilisiert, vorgeschrieben, angewiesen usw.

    Als Dank gibt es nur Hass / Lügen / Beschränkungen

    Wir Leben in einer Zeit wo nur noch gedroht wird. Es geht nicht mehr um Handelsbeziehungen zwischen den Ländern sondern nur Drohungen des ABruches aller Beziehungen.

    Teilen und beherschen.
    ( Spaltung der Türkei durch die Kurden )

    Die Lage ist extrem vefahren dadurch, insbesonders für die TR.
    Siehe letzte Drohung der Saudis, denke davor haben die auch ihre Zahlungen eingestellt.

    siehe auch Libanon in diesem Zusammenhang

    Entweder die „NATO Freunde“ bekommen sich ein
    oder die TR ist raus aus diesem Club

    1. Grutzle

      Neutralität ist eine Fata Morgana, die es im Zeitalter einer US-geführten Diktatur mit globalen Ambitionen nicht gibt. Die USA betrachten jedes Land, das sich ihrem Anspruch auf Weltherrschaft nicht unterwirft, also etwa neutral sein will, als Feind. Die Welt ist klein und viel Auswahl, außerhalb des Westblocks belastbare Partnerschaften aufzubauen gibt es nicht. Weil das so ist, ist selbst der ziemlich selbständige Koloss Indien zur SCO gekommen, obwohl da der regionale Rivale China den Ton angibt.

      Die Türkei ist deutlich kleiner und wäre aufgrund ihrer Geschichte als NATO-Kolonie im Fall eines NATO-Austritts noch weniger selbständig als Indien. Der einzige Weg für die Türkei, die Folgen eines NATO-Austritts zu bewältigen, besteht in einer engen wirtschaftlichen und militärischen Kooperation mit wesentlichen SCO/BRICS-Staaten. Andere Staaten und Bündnisse sind schlicht nicht leistungsfähig genug, auch die Saudis nicht. Schon der Gedanke, die Türkei könnte zukünftig wesentliche wirtschaftliche und militärische Hitech-Ausrüstung bei den Saudis einkaufen, ist grotesk, denn die Saudis haben noch viel weniger militärische und zivile Industrie als die Türkei. Allein die Kooperation mit den BRICS/SCO-Staaten kann in praktisch allen zivilen und militärischen Bereichen eine realistische Alternative zur Unterjochung durch den Westblock bieten. Höchstens andersherum könnte ein Schuh draus werden, nämlich, dass, wenn die Türkei vom Westblock zur SCO überläuft, die Saudis der Türkei möglicherweise nach einiger Zeit folgen könnten.

      Die BRICS/SCO werden für ihre Unterstützung der Unabhängigkeit der Türkei nicht viel an Gegenleistung verlangen, weil sie sehr glücklich wären, wenn die Türkei aus dem Westblock bricht. Was sie aber verlangen werden, ist dass die Türkei im Gegenzug für Unterstützung durch die BRICS/SCO Angriffe auf die BRICS/SCO-Staaten und ihre Partner einstellt. Anders gesagt, die Türkei wird im Gegenzug für Unterstützung durch die SCO/BRICS-Staaten von der Förderung von Terrorismus, Separatismus und Extremismus Abstand nehmen und die staatliche Souveränität der BRICS/SCO-Staaten und ihrer Partner in Wort und Tat akzeptieren müssen.

      Keine Terrorangriffe gegen enge wirtschaftliche und militärische Partner zu fahren, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, aber im Fall der Türkei wäre da eine Menge an Terrorunterstützung zu unterlassen, etwa in Syrien, Irak, Armenien, Zentralasien, Westchina, Ost- und Nordafrika und so weiter und so fort. Die Türkei ist schließlich seit Jahrzehnten einer der wesentlichen Proxies der USA zur Destabilisierung von SCO-Staaten und ihren Partnern. Aber genau deshalb wäre ein Bruch der Türkei mit den USA und ein NATO-Austritt der Türkei auch ein so extrem bedeutendes Ereignis.

  11. ach – ich weiß nicht.
    Auf der einen Seite ist dieser Putsch so irrational. Natürlich opfert das Imperium seine Handlanger bedenkenlos – aber nicht sinnlos. Wenn die USA einen Putsch erlauben, dann haben sie auch ihre Absichten dahinter – selbst wenn er fehlschlägt.
    Auf der anderen Seite sieht es so aus, als ob Erdogan die Türkei aus der Abhängigkeit des US-Imperiums lösen will – und die Elimination der US-Hörigen ist da Pflicht und Notwendigkeit.

    Aber wie gesagt – da die Geostrategen über Bande spielen und bei ihrer Strategie den ganzen Planeten und Jahrzehnte im Blickfeld habe – etwas, bei dem die US-Strategen den meisten anderen weit überlegen sind – ist ein derzeitiges Urteil – wie immer es ausfällt – sehr windig.
    Wie heißt es so schön : Voraussagen sind äußerst schwierig – vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen!
    Und FDR sagte einmal: In der Politik geschieht nichts zufällig! Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, daß es auf diese Weise geplant war !
    Das scheint mir auch hier zuzutreffen !
    mfg zdago

    1. zdago

      Was man dabei noch berüchtigen sollte, ist, dass die USA selbst zutiefst gespalten sind. Man denke nur an Obamas Auseinandersetzung mit dem Kongress bezüglich des Iran-Deals, oder an die hinter Clinton und Trump stehenden Kräfte. Es ist durchaus denkbar, dass Teile des US-Machtapparates den Putschversuch unterstützt haben, während andere Teile ihn möglicherweise verraten haben.

      1. @dass die USA selbst zutiefst gespalten sind.

        Stimmt – die USA.
        Allerdings sind die USA mehr als alle anderen eine Herrscherkaste – die Finanzeliten – und eine reichlich unterbelichtete Sklavenkaste. Die Finanzeliten lenken die Politik – was die Menschen der Bevölkerung wünschen, spielt keine Rolle – sie werden gelenkt. Nicht umsonst sind die USA die Meister der Intrige – die Nachfolger des perfiden Albion!
        Bsp.: Teaparty – Indianerkriege – USS Maine – Lusitania – Maddox – 09/11 …

        Heute scheint mir die politische Entwicklung dahin zu gehen, daß die Staaten zerschlagen werden und die Macht direkt von den Finanzeliten in Form anonymer Konzerne übernommen werden. Die ständigen Privatisierungswellen führen automatisch dazu, das die wirklichen Entscheidungen – sie auch TIP/TTIP/TISA/CETA – von den Finanzkonzernen alternativlos übernommen wird – die Neue Weltordnung – die Weltdiktatur.

        Die Spaltung in den USA – und die zahlenmäßige Übermacht der Latinos – wird der alten USA den Garaus machen – übrig bleiben die internationalen Konzerne, deren Machtstellung schon mit den NGO und den Finanzkonstrukten IWF, Weltbank usw kaum noch angreifbar ist.

        Bekanntlich arbeitet das Besatzungsregime in Berlin schon alternativlos und unabhängig von der deutschen Bevölkerung, in Deutschland wird inzwischen bei Terror nicht mehr auf Tote verzichtet, wie es noch zur Zeit von Innenminister Schäuble war.
        Unsere französischen Nachbarn leben inzwischen unbegrenzt unter Notstand.
        Kurz die NWO kommt näher – schritt für Schritt.

        Wie sagte Rockefeller 1994 :
        Alles, was wir brauchen, ist die eine richtig grosse Krise und die Nationen werden die «Neue Weltordnung» akzeptieren.».

        Und mir scheint, diese neue Weltordnung ist jetzt in ihren blutigen Startlöchern !
        mfg zdago

  12. „Wer meint, faschistische Ideologien müssten immer brachial und gewalttätig, den Mantel mythologischen Firlefanzes umgehängt daherkommen wie der sogenannte „Nationalsozialismus“, liegt falsch. Sie könnten auch leise und pragmatisch, den Mantel ökonomischer und geopolitischer Notwendigkeit umgehängt daherkommen wie in der kapitalistischen Ideologie üblich. Und am Ende könnte auch menschliches Leben einem Kosten/Nutzen-Verhältnis unterworfen werden.“ Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=x8CS-nO4GPc

    Erneute Existenzkrise des Schneeballsystems Kapitalismus bewirkt Zugzwang. Imperialismus, Projekt: Zugriff auf Russlands Ressourcen, nächster Versuch

    Phase 1: Einschränken der Kreditlinien, Verschärfung der kapitalistischen Krise in einem größeren eurasischen Land.

    Phase 2: Auftritt von irgendwas mit „Gerechtigkeit und Aufschwung“ samt krankhaft geltungsbedürftiger Person als Führerfigur. Nach der Wahl ein „Wirtschaftswunder“ auf Pump, manche sind begeistert und die imperialistischen Kreditgeber haben das Regime in der Tasche.

    Phase 3. Zahltag. Das mit „ein paar Bonbons“ geköderte Volk muss nun auf Geheiß des gekauften Regimes Profitkrieg für die imperialistischen Kreditgeber führen. Erfundene Begründung je nach gerade aktuellem Thema, „heilige Auserwähltheit“, „tödliche Bedrohung“, irgendein massenpsychologisch wirksamer Blödsinn.

    Phase 4: Die imperialistischen Kreditgeber lassen den von ihnen gepäppelten bösen Diktator durch ihre Propaganda-Bullhorns der Konzern- und Staatsmedien als bösen Diktator bezeichnen, der dringend mit eigenen Nato-Truppen beseitigt werden müsse, lassen auch gleich noch bis Moskau marschieren und hätten damit ihr Ziel erreicht. Zudem muss danach wie immer das Volk die Kriegsschulden abarbeiten.

  13. Ich denke, es gibt einen schon längereren Konflikt zwischen der Türkei und den USA (Nato-Westernwelt) bzgl. den Vorstellungen der Umgestaltung des Nahen Ostens, was auch „die Kurdenfrage“ anbelangt – die USA stützen ja mittlerweile offen und demonstrativ kurdische Milizen und somit auch die Idee eines Kurdenstaats. Die Türkei ist für die Westernwelt ein wichtiger Mitspieler vor Ort, der die Drecksarbeit übernimmt (Syrien usw.) und sich dadurch auch immer gut als Sündenbock eignet. Gleichwohl verfolgt die Türkei auch eigene Interessen – wohl Gebiete usw.- , deren Realisierung im Zusammenspiel mit dem Westen scheiterten. http://m.liveleak.com/view?i=abf_1417876866

    Wenn man die Berichterstattung die Jahre verfolgte, hätte die Türkei ja immer gern mehr gehabt: Einmarsch in Syrien mit Unterstützung der USA, Flzgverbotszone usw. Erdogan hatte damit auf seinen USA-Reisen nie Erfolg… Etwa nach dem fingierten Terroranschlag auf die Grenzstadt Reyhanli (Assad in die Schuhe geschoben, von Al Nusra mit Wissen der Türkei ausgeführt), forderte Erdogan eine Intervention…

    Die westliche Berichterstattung änderte sich auch über die Jahre. Noch 2010 wurde Erdogan vom Westen für die Verfassungsänderung gelobt – und schon damals hatte er wahnwitzige Ideen, wie einer Ehefrau vorzuschreiben, 3 Kinder zu werfen…
    Während Zusammenhänge der Türkei mit Syrien in der allgemeinen „böser, böser Assad, der mit den Fassbomben“-Westpropagandaberichterstattung tunlichst vermieden wurde, änderte sich dies in den letzten 2 Jahren nach und nach: Gerüchte über Terrorunterstützung durch die USA machten auch im Mainstream die Runde.

    Der Türkei, Erdogan, passt alles zusammen wohl nicht. Möglich, dass er aus der NATO rauswill. Die EU-Mitgliedschaft wird eh nur als Versprechen wahrgenommen und die Türken waren diesbezüglich trotzig im Sinne von “ Wir brauchen keine EU“.

    Aus der NATO rauszugehen wäre natürlich ein längerer Weg, allein technisch, wenn alles Kriegsmaterial natogenormt ist + Strategie usw. Wie sich das auswirkte, kann man bis dato schlecht ausmachen. Das Land das den Bosporus kontrolliert will die NATO dich nicht einfach so hergeben, vor allem in Bezug auf Russland. Militärstrategisch hat die Türkei eine hervorragende geographische Lage…

    Würde die Türkei in die SCO einsteigen, hieße das wohl eine Annäherung an Iran (chinesische Interessen). Wohl kaum an die Saudis, wie hier einer meinte.

  14. Bezogen auf Clarks berühmtes Video, das das Parteibuch zeigte https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2016/07/16/zum-putsch-in-der-tuerkei/

    lässt sich feststellen, dass die USA hier brachial scheiterten. Bush versuchte die Methode mit dem Rasenmäher. Aber das Projekt geriet mehr und mehr ins stocken. Die Amerikaner. Öffentlichkeit spielte nicht mehr mit usw. Wohl dachten die Leute um Bush, das werde alles schneller gehen. Auch in Bezug auf Assad. Dass er sich so lange halten kann und deren Pläne durchkreuzt, war wohl nicht vorgesehen. Man wollte in ein paar Jahren ja überall „Leuchttürme der Demokratie“ errichten…

    Dass für die Türkei da auf Seiten des Westens kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist, gingen Erdogan und seinen Leuten wohl irgendwann auf.

    Bleibt zu hoffen, dass es sich gegenüber dem Nähen Osten positiv auswirkt, falls das Szenario (Abwendung der Türkei) Realität würde. Leider ist halt der Verbrecher Erdogan nicht der richtige Mann und die Türkei würde diktatorischer.

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