Häuserkampf in Manbij

In der von ISIS-Terroristen beherrschten Stadt Manbij im Osten der syrischen Provinz Aleppo sind die von den USA unterstützten Einheiten der kurdisch geprägten YPG/SDF nach Einnahme der strategisch wichtigen Silos im Süden der Stadt inzwischen auch von Norden in die Stadt eingedrungen und arbeiten sich nun im Häuserkampf von Westen, Süden und Norden in Richtung Stadtzentrum vor.

Die kurdische Nachrichtenagentur hat gestern von den Häuserkämpfen in Manbij folgende Bilder veröffentlicht:

Nach Einschätzung des Parteibuchs dürfte die Lage in Manbij gegenwärtig etwa wie folgt aussehen:

Die Terrorgruppe ISIS dürfte in der Stadt Manbij noch einen etwa fünf bis sechs Kilometer breiten und drei Kilometer tiefen Streifen Stadtgebiet beherrschen, in dessen Mitte das Stadtzentrum von Manbij liegt. Die Kräfte der YPG/SDF beherrschen die hohen Silos im Süden der Stadt, von wo aus sie ihren von Süden vorwärts marschierenden Kräften durch die halbe Stadt Feuerschutz geben können. Die Kräfte der YPG/SDF kämpfen gegenwärtig um die Kontrolle über den westlichen Rand der Stadt sowie die Randbezirke Hazawni im Südwesten und Hawatima im Norden.

Bislang sieht es so aus, als wollten die Kräfte der YPG/SDF vor einer Erstürmung des Stadtzentrums zunächst den Westen der Stadt vom Stadtzentrum abschneiden. Angesichts dessen, dass das von ISIS beherrschte Gebiet in Manbij inzwischen sehr schmal ist, ist es aber inzwischen auch jederzeit denkbar, dass die Kräfte der YPG/SDF einige Hundert Meter ins Stadtzentrum vorrücken, die ISIS-Präsenz in der Stadt damit in mehrere voneinander separate Taschen zerteilen und die Schlacht um Manbij damit von einer Stunde zur anderen gelaufen ist. Ob das so möglich ist, dürfte von Parametern abhängen, die der Öffentlichkeit kaum bekannt sind, etwa wie viele ISIS-Terroristen es in Manbij noch gibt und wie viele Zivilisten sich in Manbij noch aufhalten.

Was sich jedoch angesichts der Lage unzweifelhaft sagen lässt, ist, dass es so oder so nicht mehr allzu lange dauern wird, bis die Kräfte der YPG/SDF Manbij vollständig unter Kontrolle gebracht haben werden.

Nachtrag 17:40h: Während dieser Parteibuch-Artikel geschrieben wurde, hat US-Journalist Chuck Pfarrer auch eine Karte zur aktuellen Lage in Manbij veröffentlicht. Er sieht die Kräfte der YPG/SDF im Westen von Manbij nach wie vor etwas weiter fortgeschritten als Parteibuch. Wirklich drauf ankommen dürfte es da angesichts der ausweglosen Lage von ISIS in Manbij allerdings ohnehin nicht mehr.

Nachtrag 17:45h: Und auch von @todayinsyria gibt es eine frische Lagekarte von Manbij. Darauf sieht ISIS zwar noch nicht ganz so weit eingeschnürt aus, aber auch da zeigt sich die zunehmende Einschnürung von ISIS in Manbij und die völlig ausweglose Lage der ISIS-Terroristen in Manbij.

3 Gedanken zu “Häuserkampf in Manbij

  1. Wie glaubwürdig ein US-Journalist namens Pfarrer ist, der sich auf antirussische Hundemord- und Teppichkot-Propaganda beruft https://twitter.com/chuckpfarrer , mögen andere beurteilen. Falls Washington allerdings nun versuchen sollte, unter kurdischer statt IS-Flagge Teile Syriens zu besetzen, um in bekannter imperialistischer Manier, bei Kontrollverlust über ein Land, ein Gegenterritorium einzurichten, von dem aus der zermürbende Terrorkrieg „in aller Ruhe“ fortgeführt werden kann, sollte dem wohl besser bereits jetzt ein Riegel vorgeschoben werden, bevor da etwas verfestigt werden kann. Ganz egal, wen Washington in Syrien unterstützt, allein wegen des unerlaubten bewaffneten Eindringens. ist Washington in Syrien als Kriegsverbrecher unterwegs und hat folglich von dort sofort zu verschwinden, das ist der Punkt.

  2. clearly, und du gehst hin und schiebst den Riegel persönlich?
    Es wird keinen Großeinsatz der russischen Armee geben, die syrischen Kräfte sind limitiert, auch Iran/Hezbollah/irakische und sonstige Schiitenmilizen werdennicht „all in“ gehen.

    Schon gar nicht, um gegen Kurden vorzugehen.
    Auch wenn sie als „fünfte Kolonne“ Washingtons agieren sollten, kann man sich mit denen sehr wahrscheinlich arrangieren.

    Sicher möchte die syrische Zentralregierung lieber ein einheitliches Land unter ihrer Kontrolle haben.
    Aber mit einer autonomen/teilautonomen kurdischen Region, ja selbst mit einem Kurdenstaat, kann man leben.

    Mit einem wahhabistisch-dschihadistischen Terrorkalifat, ob nun von ISIS oder Al Quaida geführt, dagegen nicht.

    Insofern wird man mit den SDF zusammenarbeiten, bis Daesh zurückgedrängt ist; wohl auch mit anderen lokalen Stammeskriegern wie jetzt im Südosten, auch wenn sie sich als Feinde Assads bezeichnen.

    Das entscheidende Kriterium, schon in Wien kommuniziert: Kampf gegen Terroristen, kein Kampf gegen Regierungstruppen, alles andere muss man lokal aushandeln.

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