YPG/SDF dringen zu Silos von Manbij vor

Im Kampf um die von ISIS-Terroristen beherrschte Stadt Manbij im Osten der Stadt Aleppo ist es den von den USA unterstützten kurdischen Kräften der YPG und ihren Partnern in den SDF am Freitag gelungen, zu den strategisch bedeutsamen Silos am südlichen Stadtrand vorzustoßen.

Nachdem es Kräften der YPG/SDF am Mittwoch gelungen war, neben dem Süden auch Positionen westlich der Silos, die aufgrund ihrer Höhe und der damit verbundenen guten Aussicht im Kampf um die Stadt Manbij strategisch bedeutsam sind, zu erlangen, veröffentlichte die den Kräften der YPG/SDF nahestehende Nachrichtenagentur Anhar am Freitag Nachmittag ein kurzes Video, mit dem sie bewies, dass einige ihrer Kräfte sich inzwischen direkt bei den Silos befinden.

Die Kürze des Videos legt nahe, dass YPG/SDF-Kräfte zwar vor Ort sind, aber die Silos zum Zeitpunkt des Videodrehs noch nicht von ISIS-Terroristen, etwa Snipern, geklärt waren. Nichtsdestotrotz ist das Erreichen der Silos ein wichtiger Meilenstein für die Kräfte der YPG/SDF. Weiter wurde am Freitag berichtet, dass es den YPG/SDF-Kräften im Westen der Stadt Manbij gelungen sein soll, einen als „Sharia-Schule von ISIS“ bezeichneten Gebäudekomplex unter Kontrolle zu bringen, der sich rund 900 Meter östlich des vor einigen Tagen unter Kontrolle gebrachten Kateb-Platzes befinden soll. Weiterhin wurde am Freitag ein Video von der Sicherung eines ISIS-Hospitals „in Manbij“ durch YPG/SDF-Kräfte veröffentlicht. Anders als US-Kriegsjournalist Chuck Pfarrer geht das Parteibuch dabei jedoch davon aus, dass es sich dabei nicht um das Nationalkrankenhaus von Manbij, sondern um ein ISIS-Feldlazarett im Vorort Qanat Sheikh Tabash handelt.

Demzufolge dürfte die Lage in Manbij nach Einschätzung des Parteibuchs gegenwärtig etwa wie folgt aussehen:

Was den nicht für die YPG vorgesehenen Teil der syrischen Provinz Aleppo angeht, da hat Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah am Freitag erklärt, dass Hisbollah zusätzliche Kräfte in den Raum Aleppo entsenden wird, um die dortige Invasion durch Takfiri-Terroristen aus der Türkei zu kontern.

6 Gedanken zu “YPG/SDF dringen zu Silos von Manbij vor

    1. Es geht nicht nur im Norden vorran, sondern auch im Umland von Damaskus, im Südosten, an der libanesischen Grenze und eben auch wieder in Aleppo (endlich!).

      Wüstenkampf ist ein hin und her- da gibts einfach nicht soviel Deckung und bei Nacht sicher eine Menge Gelegenheiten für schnelle Angriffe.
      Wie viele Takfiris dabei drauf gehen ist eine andere Sache.

      Die Ölfelder sind natürlich eine Einnahmequelle, aber schon lange keine sichere mehr, daher glaube ich das die Konzentration der Kampfhandlungen auf Damaskus und Aleppo z.Z. das vernünftigste ist.

  1. Damaskus: Dort wird aus meiner Sicht nicht der Krieg entschieden. Jedoch sind in den Kesseln immer noch sehr viele Rebellen welche zusätzlich die anliegende Stadtteile mit Mörsern etc terrorisieren. Diese Kessel binden einfach sehr viele Kräfte. Ob die Soldaten nur rumstehen und Ausbruchversuche verhindern oder den Kessel leer räumen ist kurzfristig egal. Langfristig könnten diese Kräfte aber frei werden, falls der Kessel vollständig aufgeräumt ist. Zu Friedensverhandlungen waren diese Rebellen ja nicht bereit. Sie wollten ja erst anfangen zu verhandeln, wenn ihr Maximalziel schon am Anfang erfüllt wäre. Damit die Lage in Damaskus entspannt bleibt ist es wichtig die Nachschubwege vom Ausland weiterhin zu durchbrechen. Im Osten von Damaskus auch in der Wüste.

    Aleppo: Hier verläuft ohne Frage eine ganz wichtige Kriegsfront. Es gibt den dirketen ständigen Nachschub aus der Türkei für diese Proxy-Krieger. Es wohnen nach wie vor sehr viele Menschen in dieser Großstadt. Falls sich die Front nur um 15 km verschieben würde, könnten zehntausende Menschen sicher leben.

    ISIS: ISIS wird derzeit zerschlagen und es geht darum, wer diese Gebiete erben wird. „Moderate Rebellen“ wie plötzlich neu aufgestellte Kräfte oder die SAA. Falls Syrien nicht dauerhaft unerwünschte ausländische Kräfte im Land haben möchte muss sie auch gegen ISIS entscheidend Land gut machen. Ich kann aber nicht sagen, welche Gebiete hier besonders wichtig wären. Im Grunde alle Gebiete, welche nicht in der unmittelbaren Nähe von kurdischen Siedlungsgebieten liegen. Eine „syrische Befreiungsarmee“, welche Syrien erst von ISIS und dann von Assad befreien würde, hätte den Krieg um die Deutungshoheit schon gewonnen.

  2. Die Tiger scheinen sich bewegt zu haben; ein kleines Stück, aber immerhin.

    Noch nicht der große Angriff, aber koordiniert mit massiven Luftschlägen und Artilleriebeschuss und anderen Kräften, da geht noch was.

    Manbij zieht ich doch sehr. Solange die SDF nicht weiter nach Osten vorstoßen, werden dort keine ISIS-Kräfte gebunden, und es gibt an diversen Fronten Gegenoffensiven.

    Ivan Sidorenko hat diverse Berichte von Insidern der Wüstenfront getweetet.
    Nach denen gab es ANgriffe mit unerwarteten Methoden, und sie sind jetzt dabei, geeignete Maßnahmen dagegen zu ergreifen. Die Offensive gen Tabqa ist auch noch nicht abgeblasen, sondern erstmal gestoppt, sie stehen jetzt 17 km östlich von Ithriya.

    Wenn die SDF, wahrscheinlich nach der Einnahme Manbijs, weiter nach Osten zieht, ist der richtige Zeitpunkt, auch in West-Raqqa oder Süd-Ost-Aleppo wieder aktiv zu werden.
    Mal sehen, welche Richtung es wird, gegen Tabqa oder von der Straße aus nach Norden oder südöstlich um den Salzsee oder bei Deir Hafr.

    Gestern Abend soll ja eine „aller-aller-letzte Frist“ abgelaufen sein, nach der sich die „Moderaten“ verbal und räumlich von den anerkannten Terroristen zu trennen haben. Mal abwarten, ob es jetzt zur Sache geht, oder die allerallerallerletzte kommt; die Treffer gegen die „unangemeldete“ NSyA oder wie sie heißen könnten schon ein deutliches Signal gewesen sein.

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