Türkei dementiert indirekte Gespräche mit Damskus

Wie Turkish Weekly berichtet, hat der türkische Außenminister Cavusoglu am heutigen Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Ankara Berichte dementiert, dass die Türkei indirekte Gespräche mit Damaskus führe. Mit Damaskus könne es keine Kooperation geben, erklärte der türkische Außenminister demzufolge.

Zuvor hatte es Berichte in algerischen und russischen Medien gegeben, es gebe zwischen Ankara und Damaskus durch von Reisenden überbrachte Botschaften indirekte Gespräche, die vom türkischen Wunsch geprägt seien, Damaskus dafür einzuspannen, die Entstehung eines kurdischen De-Facto-Staates in Nordsyrien zu verhindern, worauf Damaskus dem türkischen Machthaber ausrichten lassen habe, die Türkei möge zunächst einmal ihre grenzüberschreitende Unterstützung für Terroristen in Syrien einstellen.

Wie Turkish Weekly weiter berichtet, hat der türkische Außenminister im Weiteren bei seiner heutigen Pressekonferenz erklärt, die Türkei werde selbstverständlich ihren Kampf gegen die Terrorgruppe ISIS und die von den USA, weiteren Nato-Staaten und Russland unterstützten kurdischen Selbstverteidigungseinheiten der YPG fortsetzen. Zur türkischen Unterstützung von Al Kaida und mit Al Kaida verbündeten Terrorgruppen in Syrien hat sich der Minister demzufolge nicht geäußert.

Die Einheiten der YPG und ihre Partner der SDF knabbern unterdessen weiter hart daran, die von ISIS-Terroristen beherrschte Stadt Manbij im Osten der syrischen Provinz Aleppo unter ihre Kontrolle zu bringen. Nachdem es den YPG/SDF vor ein paar Tagen gelungen war, in den westlichen Randbezirke der Stadt einzudringen, soll es ihnen am heutigen Mittwoch gelungen sein, im Südosten in Randbezirke der Stadt Manbij vorzustoßen, wodurch die aufgrund ihrer Höhe und der damit verbundenen Übersicht strategisch bedeutsamen Silos im Süden der Stadt nun im Kreuzfeuer der YPG/SDF liegen. Auf einer Karte darf man sich die Lage in Manbij zum heutigen Abend demnach vermutlich etwa wie folgt vorstellen:

Es geht also für die YPG/SDF in Manbij weiter voran, langsam nur, und mühsam ist es, aber es geht voran. Perspektivisch könnten die YPG/SDF-Kräfte nach der Einnahme der Silos ihren Kampf um Manbij derart fortsetzen, dass sie von den Silos nach Nordwesten hinüberziehen, da auf ihre Kräfte im Westen der Stadt Manbij treffen und den Westteil der Stadt Manbij vom ISIS-Gebiet abscheiden.

In der von der YPG beherrschten Stadt Afrin im Nordwesten der syrischen Provinz Aleppo wird allerdings schon weitergedacht. Dort rief nämlich ein Vertreter des aus Flüchtlingen gebildeten Zivilrates für die Stadt Al Bab die YPG/SDF am Mittwoch dazu auf, auch die westlich von Manbij liegende Region Al Bab alsbald vom Terrorismus zu befreien. Es ist anzunehmen, dass die Kräfte der YPG/SDF nichts lieber als das tun würden, doch noch sind viele ihrer Kräfte in Manbij gebunden.

Ein Gedanke zu “Türkei dementiert indirekte Gespräche mit Damskus

  1. Was soll der Mann denn sonst sagen? „Sorry, Freunde, aber wir haben 5 Jahre fehlinvstiert“?
    Geheimgespräche heisst, dass sie nicht öffentlich kommuniziert werden.

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