YPG/SDF rücken von Manbij weiter nach Westen vor

Letzte Berichte deuten darauf hin, dass die von den USA unterstützten kurdischen Einheiten der YPG aus Kobane und ihre Partner in den SDF weiter nach Westen vorrücken.

Das Parteibuch hatte vor ein paar Tagen anlässlich der Berichte über die massenhafte Gefangennahme von kurdischen Zivilisten durch ISIS-Terroristen im Korridor zwischen Manbij und Afrin bereits spekuliert, dass das nicht, wie von ISIS vermutlicht erhofft, den Vormarsch der YPG von Manbij nach Westen aufhält, sondern ihn im Gegenteil – motiviert durch Bestrebungen zum Schutz weiterer gefährdeter kurdischer Zivilisten – beschleunigen würde, auch wenn dafür die Befreiung der Stadt Manbij von der ISIS-Herrschaft erstmal zurückstehen muss. Genau das scheint jetzt westlich von Manbij zu geschehen. Letzten Berichten zufolge haben Einheiten der YPG/SDF westlich von Manbij die Dörfer Klein-Jaqal, Yilanli und Qurtwiran unter Kontrolle gebracht.

@EmmanuelGMay hat eine Karte von diesen berichteten Fortschritten der YPG/SDF westlich von Manbij angefertigt.

Für die YPG bedeutet diese entwicklung einen Durchbruch, denn von Qurtwiran aus gibt es einen ausschließlich über kurdisch geprägte Dörfer führenden Pfad bis nach Afrin. Die Distanz von Qurtwiran bis zum von der YPG in Afrin kontrollierten Territorium im Nordwesten der syrischen Provinz Aleppo beträgt weniger als 50 Kilometer. Angesichts dessen, dss es zur Befreiung von Klein-Jaqal, Yilanli und Qurtwiran keine Gefechtsberichte gab, ist es zwar plausibel, zu vermuten, dass dise Befreiungen durch „überlegenes Teetrinken“ erfolgten, was bezüglich der südöstlich von Qurtwiran gelegenen Ortschaft Arima schon einmal zu einer später nicht haltbaren Befreiungsmeldung geführt hatte, doch deuten die Meldungen trotzdem auf einen weiteren Fortschritt der YPG in Richtung Westen.

Der Korridor zwischen Manbij und Afrin ist bedeutsam, weil er die einzige Möglichkeit für die Terrororganisation ISIS ist, Nachschub aus der Türkei zu bekommen. Wenn dieser ISIS-Korridor geschlossen würde, könnte das Syrien im Kampf gegen den Terror sehr hilfreich sein.

5 Gedanken zu “YPG/SDF rücken von Manbij weiter nach Westen vor

  1. Weiß das Parteibuch etwas über die Auseinandersetzungen der Kurden mit staatlichen Einheiten im Iran zu berichten?

    Bei den Kurden scheint es auch Kräfte zu geben, die den eigenen Staat mit Gewalt durchsetzen wollen.

    1. Ganos

      Der iranische Staat hat eigentlich recht gute Beziehungen zu den Kurden der Region und schon zu Zeiten von Saddam Hussein standen iranische Soldaten oft im gleichen Schützengraben wie die Kurden.

      Trotzdem versuchen Israel und Co auch mit der Kurdenthematik in Iran Terrorismus zu schüren. Vor ein paar Tagen hat das IRGC mal wieder ein paar solcher Terroristen erwischt.

      http://www.presstv.ir/Detail/2016/06/16/470663/Iran-IRGC-terrorists-Oshnavieh-Brigadier-General-Pakpour

  2. Die Befreiung muss deswegen langsam, sorgfältig geschehen, weil diese Islamen sehr viele Hindernisse und Sprengfallen hinterlassen haben, welche zu entschärfen sind. Auch sind Rückschläge durch Überfälle abzusichern.

  3. Testet ISIS die Bruchstellen der Anti-ISIS-Koalition?
    Ist das Ziel von ISIS durch die Entführung von kurdischen Zivilisten tatsächlich den Vormarsch von SDF-Kräften zu bremsen? Könnte das Ziel statt dessen nicht auch sein, die kurdischen Kräfte zu einer Rettungsaktion zu provozieren? In der Hoffnung, dass dadurch die Türkei doch noch direkt in Syrien eingreift. Immerhin hatte die Türkei ein verbundenes Kurdengebiet mehrmals als rote Linie definiert. Sich ISIS daraus erhofft, dass sich kurdische Kräfte und türkisches Militär sich bekämpfen und gegenseitig neutralisieren. Ohne den kurdischen Anteil der SDF keine Gefahr mehr darstellen würde?

    Falls sich „Schwarz“ zurück ziehen sollte wird sich auch die Frage stellen, ob diese unbesetzte Dörfer dann von Grün oder Gelb übernommen werden. Solange sich Grün, Gelb und Rot nicht am Tisch geeinigt haben, wie sie Schwarz untereinander aufteilen, sehe ich Schwarz noch nicht vom Tisch genommen. Schwarz wird dann plötzlich als unwichtiger Gegner angesehen, um welchen man sich auch später noch kümmern kann. Immerhin ist es Schwarz ja derzeit noch verwirkt, seinen militärischen Erfolg in einen politischen Erfolg umzumünzen.

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