YPG bringen Arima unter ihre Kontrolle

Vor wenigen Minuten wurde berichtet, dass die von den USA unterstützten Kräfte der YPG/SDF YPG die Ortschaft Arima westlich der ISIS-Hochburg Manbij unter ihre Kontrolle gebracht haben.

Arima ist die größte Ortschaft zwischen Manbij und der westlich von Manbij gelegenen und ebenfalls unter Kontrolle von ISIS-Terroristen stehenden Großstadt Al Bab.

Die besondere Signifikanz der Einnahme von Arima durch die kurdisch geprägten Kräfte der YPG/SDF liegt – wie bereits berichtet – darin, dass von nun an ein ausschließlich durch kurdische Dörfer verlaufender Pfad bis in das von der YPG als ihr „Kanton Afrin“ im Nordwesten der Provinz Aleppo existiert. In nachfolgender Karte wurden kurdisch geprägte, oder jedenfalls teilweise kurdisch geprägte, Ortschaften zwischen Manbij und Afrin mit gelben Punkten markiert.

Es würde nicht überraschen, wenn die YPG viele der auf der Karte gelb markierten Dörfer und Ortschaften in den nächsten Tagen nahezu kampflos unter ihre Kontrolle bringen sollte und damit den von der YPG lange schon gewünschten kurdischen Korridor entlang der türkischen Grenze von Kobane nach Afrin fertigstellt. Es sieht nicht so aus, dass der türkische Machthaber Erdogan und die von ihm unterstützten Terrorgruppen von FSA über Islam-Brigaden und AL Kaida bis hin zu ISIS das noch verhindern könnten. Für die syrische Armee würde diese Entwicklung bedeuten, dass der über die nördliche Grenze zur Türkei laufende Terrornachschub endlich lahmgelegt wird.

15 Gedanken zu “YPG bringen Arima unter ihre Kontrolle

  1. Bei dem genannten Manbij dürfte es sich um das Manbisch des Artikels von NTV handeln. Es soll dort ja dank der kurdischen Einheiten die letzte Verbindung zwischen der Türkei und dem islamistischen Terror unterbrochen worden zu sein. Das Parteibuch erwähnt dieses aber nicht. Eventuell ist es ja gar nicht so?

    Es bleibt bemerkenswert, dass ein Sender wie NTV registriert, dass die Türkei als bester Verbündeter Deutschlands genau den Nachschub für die Kopfabhacker liefert, die uns hier ja auch alle gerne in die Luft sprengen möchten.

    http://www.n-tv.de/politik/Kurden-schneiden-IS-Nachschubroute-ab-article17905331.html

    1. Robert

      Wenn man Manbij oder wie die Kurden sagen, Minbic, schon eindeutscht, dann wird das zu Manbidsch wie n-tv das korrekt macht.

      Über die Umzingelung von ISIS in Manbij, über die n-tv am Freitag berichtete, berichtete das Parteibuch bereits am Donnerstag. Am Freitag haben die YPG auf dem letzten Korridor für ISIS und Flüchtlinge mit Medane ein weiteres kurdisches Dorf offiziell in Besitz genommen, lassen ISIS und Flüchtlingen aber trotzdem nach wie vor absichtlich einen Weg aus Manbij raus um das Dorf rum offen. Die Behauptung von n-tv, ISIS in Raqqa sei durch die Umzingelung von Manbij vom Nachschub aus Jarabulus und der Türkei abgeschnitten, ist hingegen (noch) falsch – der Nachschub läuft über Al Bab weiter.

      Insofern ist da die Situation nicht neu.

      Die Inbesitznahme von Arima durch die YPG dürfte aber nun eine neue Situation einleiten, nämlich, dass die YPG den kurdischen Korridor Kobane-Afrin nun vermutlich weitgehend problemlos ausschließlich durch kurdische Dörfer bauen kann und damit ISIS in Raqqa wirklich vom Nachschub aus der Türkei abschneidet.

    1. SMC

      Diese Meldung von Gordon Duff und Ian Greenhalgh bei Veterans Today ist grober Unfug und basiert ihrerseits auf der Falschinformation, dass die YPG sich (ohne Not) aus Sheikh Maqsud zurückgezogen habe.

      Richtig ist, dass die YPG angesichts der anhaltenden schweren Angriffe etwa drei exponiert stehende Häuser (Youth Housing) an der Front von Sheikh Maqsud aufgegeben und sich auf die leichter zu verteidigende Linie im Stadtteil Sheikh Maqsud zurückgezogen hat. Die etwas abseits von allem stehende Stellung Youth Housing ist für beide Seiten schwer zu halten – mit dem Einrücken in diese Stellung haben nun Al Kaida und Co das gleiche Problem wie zuvor die YPG.

      1. Hallo Parteibuch
        Recht herzlichen Dank für die ausführliche Antwort. Mir ist klar dass Duff oft Mist erzählt doch dieser Mist ist schon im Bereich der wirklichen Desinformation.
        Es ist schon beruhigend wenn man eine Anlaufstelle hat die man befragen kann, und der ich vertraue.
        Nochmal Danke

  2. Ich habe die höchst erfreulichen Entwicklungen der letzten Tage intensiv beobachtet. IS scheint derzeit wirklich kurz vor dem totalen Kollaps zu stehen. Es scheint derzeit ein Wettrennen zwischen SAA und YPG um die von der IS nicht mehr zu verteidigenden Gebiete zwischen Aleppo und dem Euphrat zu geben.

    Wenn das geschehen ist kann die SAA viele Truppen die zum Angriff, bzw Sicherung der Frontlinien gegen IS involviert sind für den finalen Kampf um Aleppo bereitstellen.

    Diepaar Kuhdörfer die Al Qaida zwischenzeitlich in Südost-Aleppo erobert hat sind strategisch unerheblich.

  3. Liebe Parteibuch
    Es wäre schön, wenn SAA ihnen entgegen kommt. Statt Tiger Einheiten in Norden Aleppo in Ruhestand zu schicken, sollten sie versuchen zu Al Bab oder Deyr Hafir vorzustossen. Sogar ein Vorstoss zu Tabqa hätte ein Sinn ergeben. Aber sicher nicht ein schmale Korridor 60 Km lang. Mindestens gibt kleine Bewegungen in Raum Palmira. Dort würde Arak eingenommen, ein Dorf mit 60 Häuser und viel Öl. Weg nach Raqqa und Dair el Zoir ist noch sehr lang. In Balkan Forum Mann sieht Grenze Neue Syrien an Euphrat und ohne Idlib.

    1. Ja würde sich anbieten, wenn die YPG die Verbindung zwischen Kobane und Aleppo herstellen wollte (zum jetzigen Zeitpunkt), aber da passt was nicht. Die SAA macht praktisch gerade zum Euphratstausee alles dicht. Beide, sowohl SAA als auch YPG haben gezeigt, das man in letzter Zeit in solchen Kessel immer ein Schlupfloch gelassen hat.
      Im Süden würden dann die ISIS-Truppen Richtung Raqqa gedrückt, wo sie im nächsten Kessel wären.
      Vor allem im Interesse Syrien als auch Russland dürfte es sein, sie in die Türkei zu treiben. Am Besten so weit westlich, das sie noch die Türkischen Ablegen in Nordaleppo mitnehmen müssen.
      Macht die SAA sich auf den Weg nach Al Bab, wäre der Kessel praktisch dicht.

  4. >>
    Abdel Rahman ‏@VivaRevolt 3 Std.Vor 3 Stunden
    Arima is still under ISIS control
    >>

    ?

    Ansonsten zunehmend Kämpfe direkt in der Nähe von Manbic.

    Im Umfeld werden auch einige Erfolge von ISIS gemeldet, anscheinend sind doch nicht alle geflohen, und die SDF muss erst mal konsolidieren, statt weiter zu stürmen.

    1. andreas

      Ja, sowas kann vorkommen.

      Ich hätte dazu folgende Vermutung: wahrscheinlich gibt es in Arima weder eine nennenswerte ISIS-Präsenz noch eine der YPG, sondern die Stadt steht unter Kontrolle bewaffneter Einwohner. Als die YPG dann angerückt ist, dürften sie der YPG gesagt haben, dass sie mit der YPG sind, was die schnelle „Befreiung“ erklärt. Später dürften die Einwohner von Arima dann gemerkt haben, dass die öffentliche Mitteilung dazu sie zur Zielscheibe für ISIS-Angriffe machen würde, woraufhin sie wieder erklärt haben, treu zu ISIS zu stehen. Geht die YPG weiter und verschiebt sich die Front damit über Arima hinaus nach Westen, ist damit zu rechnen, dass Arima dann plötzlich wieder von der YPG schon lange befreit wurde. So ein Verhalten ist völlig nachvollziehbar – die Leute wollen in ihrer Ortschaft einfach keinen Krieg haben.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.