Erdogans Lieblingsterroristen haben Kontrolle über Azaz-Marea-Korridor zurück

Angesichts der ausweglosen Lage von ISIS im Raum Manbij im Nordosten der Provinz Aleppo hat ISIS am heutigen Mittwoch Morgen die Schlacht um Marea im Nordwesten der Provinz Aleppo verloren gegeben und sich da aus Kaljibrin, Kafr Kalbin und weiteren Ortschaften der Gegend zurückgezogen.

Das so entstandene Vakuum dort wurde umgehend durch Erdogans Lieblingsterroristen, einer Mischung aus Al Kaida, Brigaden der Muslimbruderschaft und FSA, die sich nun einheitlich Muatassim-Brigade nennen wollen, gefüllt. Durch die Wiedergewinnung der Kontrolle über Kaljibrin und Kafr Kalbin kontrollieren Erdogans Lieblingsterroristen nörldich von Aleppo wieder ein zusammenhängendes Gebiet von Azaz bis Marea sowie einen kleinen Sicherheitspuffer östlich davon. Auch wenn die Charakteristika dieses ISIS-Rückszugs noch nicht ganz klar sind, ist jedenfalls klar, dass Erdogans Lieblingsterroristen wieder einen Nachschubweg nach Marea haben und ISIS die rund acht Kilometer nordöstlich von Marea gelegene und für die ISIS-Ideologie zentrale Ortschaft Dabiq nicht aufgegeben hat.

Auf einer Karte von Wikimapia sieht die von Erdogans Lieblingsterroristen gehaltene Tasche nun wie folgt aus:

Auf einer Karte von @miladvisor sieht die Lagekarte der gleichen Gegend wie folgt aus:

Dazu, wo die ISIS-Terroristen, die bis heute Morgen Kaljibrin und Kafr Kalbin beherrscht haben, nun sind, gibt es zwar viele Spekulationen, aber keine gesicherten Informationen. Denkbar ist beispielsweise, dass sie sich an die Front im Raum Manbij begeben haben, um dort für den Erhalt der Nachschublinie von der Türkei nach Raqqa zu kämpfen, oder dass sie sich als Flüchtlinge auf den Weg nach Deutschland begeben haben. Ebenso ist es aber auch denkbar, dass die ISIS-Terroristen im Raum Nordwest-Aleppo sich nach bekanntem Muster keinen Meter vom Fleck bewegt haben, nun aufgrund eines Deals mit Erdogans Lieblingsterroristen anstelle der ISIS-Fahne einfach die Fahne der Muatassim-Brigade hissen und Nachschub von Azaz nach Marea passieren lassen.

Ansonsten gibt es aus der Provinz Aleppo noch zu berichten, dass die von den USA unterstützten Kräfte der YPG am heutigen Morgen die Dörfer Cib Al-Sewr und Mişêrfa Biwêr südwestlich und nordwestlich von Manbij unter Kontrolle genommen haben wollen, und dass die russische Luftwaffe in der Nacht eine Menge Angriffe gegen Al Kaida in Aleppo und Umgebung geflogen hat, wobei da jedoch eine damit sinnvollerweise zu kombinierende Offensive am Boden bislang nicht stattfindet. Angesichts der nach wie vor schwierigen Lage für Al Kaida in der Provinz Aleppo soll der türkische Machthaber Erdogan ihnen russischen Informationen zufolge heute 160 Terroristen zur Verstärkung über die türkisch-syrische Grenze in Idlib geschickt haben.

9 Gedanken zu “Erdogans Lieblingsterroristen haben Kontrolle über Azaz-Marea-Korridor zurück

  1. Welche Art von US-geführter ISIS-Bekämpfung? „Dabiq“… so heiß auch das ISIS-Hochglanzmagazin für kapitalistische Terrorinvestoren http://jihadology.net/category/dabiq-magazine , dessen Internet-Präsenz, wie innerhalb von etwa dreißig Sekunden Recherche beim Identifikationsdienst „Whois Lookup & IP“ jederzeit feststellbar, von einer bekannten Firma in den USA verwaltet wird. Diese Art von US-geführter ISIS-Bekämpfung.

    1. clearly

      „dessen Internet-Präsenz, wie innerhalb von etwa dreißig Sekunden Recherche beim Identifikationsdienst „Whois Lookup & IP“ jederzeit feststellbar, “

      Meinst du damit wordpress.com, archive.org oder eine andere Domain? Es ist zwar bekannt, dass Al Kaida oft in den USA hostet, aber die ISIS-Adresse amaq.de beispielsweise ist deutsch.

      Ich glaube, Du verwechselst da was.

    2. @clearly

      Kleiner Hinweis: das Dabiq-Magazin erweckt zwar den Anschein, ein Hochglanzmagazin zu sein, doch es gibt davon keine Printversion. Es wird ausschließlich digital verbreitet.

  2. etwas OT. Aber ihr solltet zwingend mal das Thema Kasachstan auf die Agenda heben. Hier offenbart sich in meinen Augen der Nachfolger der Bunten Revolutionen… Angebanht hat sich das bereits vor einigen Wochen, ganz zu schweigen vom vollbepackten US-Diplomatenflugzeug letztes Jahr, welches für die Kirgisische US-Botschaft bestimmte zich-kilo als geheim deklarierte Diplomatenpost einflog…

    Beispiellink:
    http://www.neopresse.com/politik/usa-erhoehen-putsch-aktivitaeten-in-kirgistan-kampf-der-annaeherung-an-russland/

    (Kennen wir aus der Ukraine.)

    Kasachstan grenzt direkt an Kirgisistan, die Grenze ist unübersichtlich und quasi nicht vorhanden. Das Zielgebiet ist also sehr gut erreichbar, für Mannn, Waffe und Geld. Klar, der Umweg über Kirgisitan kompliziert und langwierig. Deshalb hats auch ein Weilchen gedauert, bis der Startschuss gegeben werden konnte. (Auch in Kasachstan ist der letztendlich Dollar gern gesehen und wirksam… Und vor allem – niemand kann behaupten, dass Dollars direkt nach Kasachstan geflossen sind)

    http://de.reuters.com/article/kasachstan-angriff-idDEKCN0YS0BZ

    http://www.welt.de/newsticker/news2/article155986668/Mindestens-sechs-Tote-bei-Angriffen-in-Kasachstan.html

    http://www.taz.de/!5307427/

    in Summe absolut nachvollziehbare ThinkTank-Taktik…..

    Und das ist erst der Anfang…

    Meine Meinung:

    Bunte Revolutionen ziehen nicht mehr. Das ist jedem klar, auch den Organisatoren. Logisch, das Medienpublikum hat dazu gelernt. Ergo: Destabilisierung durch Terrorismus. Gestern waren es bunte Aktivisten, heute sind es Terroristen. Die Berichterstattung in den Medien hat bereits umgeschwenkt. Scheinbar neutral von Terroranschlägen berichtend, wird der mehr oder weniger interresierte Leser auf Syrien 2.0/Lybien 2.0 vorbereitet. Am Ende sterben wiederholt Zivilisten durch Regirungsfeuer, brennen Krankenhäuse, Flüchtlingslager und so weiter und sofort. Natürlich versuchte Russland bis dahin, dem direkt angrenzenden Verbündeten Land zur Seite zu stehen. Und damit hat man mehrere Ziele erreicht.

    Estens: Einen weiteren Verbundeten Russlands destabilisiert. Damit stehen alle Optionen offen, via fraglicher und provokativer Resolutionsanträge, öffentlicher, medial wirksamer Klagelieder verschiedenster NGOs – mit dem Ziel, Russland und den betroffenen Staat in ein negatives Licht zu Rücken, da diese Resolutionen (Flugverbotszonen, Blauhelme, Abtritt der Regierung veständlicherweise blockiert werden). Ziel 1 erreicht.

    Ziel 2: Russlands personelle, geheimdienstliche und militärische Ressourcen zunehmend zu fordern und möglichst zu überfordern. Ergo: Sowohl der finazielle als auch der personelle Spielraum wird weiter eingeschränkt…

    Ziel 3: ergiebt sich aus den ersten beiden. Finazielle und damit (so wird kalkuliert) zunehmende wirtschaftliche Probleme sollen im Allgemeinen für soziale Unzufriedenheit innerhalb Russlands und im besonderen gegenüber Putin sorgen. Ziel ist, dass sich die vom Außenhandel und dem internationalen Finanzsystem besonders partizipierende, Oberschicht gegen die Politik wendet und entweder Putin irgendwie absägt, um einen den Transatlantikern genehmen Führer zu etablieren oder (Plan b) zumindest Russland sozial wirksam zu destabilisieren… Ein langfristiger Plan. Und perfide. Aber am Ende ein Selbstläufer für die Initiatoren – ideal also…

    Achja, Ziel 4: China als direkt angrenzender Staat – das ergibt doch gleich eine Menge Möglichkeiten, auch diesen unliebsamen Staat etwas intensiever zu beschäftigen, mindestens…

    Spiel, Satz und zumindest Vorteil im Kampf gegen den Bären sowie einige Optionen für den Kampf gegen den dessen großen, asiatischen Nachbarn…

    Und das alles ist nur EINE Baustelle im Kampf der Hägemonisten gegen den Rest der Welt…

    1. Schnitzelschnitz

      Es ist allen Beteiligten seit vielen Jahren bekannt, dass Mossad, CIA, Saudis und CIA-nahe Türken seit Jahren versuchen, Zentralasien mit allen denkbaren Mitteln zu destabilisieren, um einerseits Russland an seiner weichen südlichen Flanke attackieren und sich andererseits die Energievorkommen der Region unter den Nagel zu reißen. Das war auch schon der Hintergrund des 1979 begonnenen CIA-Krieges in Afghanistan.

      1. Die Frage neben dem was Russland in Syrien wirklich betreibt, ist doch letztlich die Frage danach was der russische Geheimdienst überhaupt taugt.
        Gerade war in den Tagesthemen ein weiterer Angriff auf den russischen Sport und die WM 2018 zu sehen.
        Da taucht ein Verräter nach dem anderen auf der in den USA unter Schutz steht und der munter aus dem gewünschten Nähkästchen plaudert.
        Ich erspart mir die Einzelheiten aber ich fasse mich nur noch an den Kopf und frage mich ob der russische Geheimdienst denn so gar nichts weiß und warum man das nicht einsetzt und wie viele Doppelagenten die westlichen Geheimdienste dort schon gekauft haben.

        Wie gesagt man fügt Russland aggressiv und offensive eine Niederlage nach der andere zu und die sitzen da und mimen einen auf Friedenstifter in Syrien und stoppen dabei eine Armee die bis vor ein paar Monaten im Vorwärtsgang war und zwingen sie in die Defensive.
        Worauf hofft man da in Russland?
        Auf Fairness und Einsicht im Westen?
        Wie blöd kann man sein wenn man glaubt so den Höllenhunden zu entkommen.

        Wenn in absehbarer Zeit nicht echte Erfolge in Syrien, im Donbass und im Inneren (dort gibt es offensichtlich starke Kräfte die sich dem Westen verkauft haben – auffällig auch immer die laxe Haltung zu Israel) zu sehen sind gebe ich nicht nur Syrien verloren sondern sehe auch Putin in Gefahr von ganz Rechts denn den Nationalisten passt inzwischen so Einiges nicht.
        Es gibt trotz der 5. Kolonne des Westens in Russland daher nicht die akute Gefahr dass Russland sich dem Westen unterwirft denn dazu lieben die meisten Russen Mütterchen Russland zu sehr – es besteht aber die Gefahr innerer Auseinandersetzungen auf die der Westen offensichtlich gezielt hinarbeitet.

        Aber auch egal denn auch der Westen sitzt u.a. in der selbstgestrickten Falschgeldfalle und das Image der USA ist mehr als angeschlagen und es taugt nicht mehr zur Propaganda und in den USA wird nach dieser Wahl, egal wer gewinnt, auch nichts mehr so sein wie zuvor denn ich denke dass wir den letzten Akt des kruden und abgekarteten US Hollywood Wahlzirkus erleben und dass durch die USA der Riss geht denn abgesicherte Zweiparteien Wahlsystem frei nach Machiavelli aus dem Hause Geldadel im Gebilde USA verhindern sollte.
        Man darf gespannt sein denn hüben und drüben wird sich was neu sortieren und es bleibt zu hoffen das der Knall nicht allzu laut wird.

  3. Das ist richtig. Ich find es aber interessant, wie die Medien auf die Geschehnisse in Kasachstan reagieren. Hier offenbart sich eine komplett neue Taktik. Kein Wort von unzufriedenen, unterdrückten Oppositionellen etc… nix. Einfach nur religiöser Terrorismus. Meldungen aus dieser Gegend wurden bis vor gar nicht allzu langer Zeit noch ganz anders und genüsslich aufbereitet… Das fällt auf…

  4. Wirklich erstaunlich, wie schlecht die Kurden sich koordinieren. Sie hatten Azaz schon in der Tasche und wurden durch Artilleriefeuer der Türken, Al Nusra und Ahrar al Sham blutig hinausgepeitscht. Das Gebiet um die Menagh Airbase musste ebenfalls hart erkämpft werden. Und dann, wo die türkischen Kettenhunde Al Nusra und Ahrar al Sham im Rückwärtsgalopp waren, ließ man ihnen freies Geleit über Afrin, anstatt sie, abgeschottet von Azaz, in Marea bis zur IS-Front aufzureiben? UND dann auch noch, wo jetzt die kurdischen Brüder und Schwestern von Westen her zu einem aufschließen, lässt sie man die Nusratten Azaz und Marea wieder verbinden, während der IS von den östlichen Kurden abgelenkt ist? Man hätte einen langen Zahn zwischen Azaz und Marea gen Osten treiben sollen. Marea wäre dann unhaltbar und Nordaleppo mittelfristig Nusra-frei. Aber nein, statt einer Beerdigung von Erdogans Traum, einer Nusra-Pufferzone, profitieren seine Kettenhunde und können auf ein Treffen in Aleppo mit ihren Brüdern aus Idlib träumen.

    1. Ich staune immerzu darüber, wie Leute fernab vom Geschehen offenbar bessere Detailkenntnisse und strategisch-taktische Optionen haben als die Kämpfer vor Ort ?
      Also ich maße mir beileibe sowas nicht an.

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